Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 94-080-04 KI-generiert

Switzerland's TRIPS Compliance and Biotech Patentability Debate

Geschäftsnummer VPB 94-080-04
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Swiss Federal Assembly debated amendments to the Patent Act necessary for compliance with the WTO's TRIPS Agreement, focusing on patentability in biotechnology. A key point of contention was whether to exclude patents for genetically modified animals and plants, with various proposals aiming to clarify or expand such exclusions. The Federal Council and the majority of the commission argued that Switzerland's existing patent law was already TRIPS-compatible, and the proposed amendments should be limited to what was strictly necessary, deferring broader discussions on biotechnological patentability to future legislation, particularly in response to a public initiative on gene protection. Ultimately, the Assembly rejected amendments that would have excluded patents for genetically modified organisms, aligning with the Federal Council's approach of minimal adaptation to TRIPS.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 2 lettre a LBI, Art. 68 GRN, Art. 68 RCN, Art. 2 Bst, Art. 27 Absatz, Art. 2 let. a fehlt; Switzerland's TRIPS Compliance and Biotech Patentability Debate: A key point of contention was whether to exclude patents for genetically modified animals and plants, with various proposals aiming to clarify or expand such exclusions. The Federal Council and the majority of the commission argued that Switzerland's existing patent law was already TRIPS-compatible, and the proposed amendments should be limited to what was strictly necessary, deferring broader discussions on biotechnological patentability to future legislation, particularly in response to a public initiative on gene protection. Ultimately, the Assembly rejected amendments that would have excluded patents for genetically modified organisms, aligning with the Federal Council's approach of minimal adaptation to TRIPS.

Schlagwörter

KI-generiert
Patentfähigkeit Genetisch veränderte Organismen Beschränkungen und Rechte des geistigen Eigentums Europäische Patentorganisation Humanarzneimittel freier Warenverkehr

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
Art. 2 lettre a LBI
schieben wollen. Die EPÜ- und die Trips-Regel schliessen Art. 8 Abs. 2; 29 Abs. 3, 5; 36; 37; 40 Abs. 2; 40a; 40b; 69
Art. 68 GRN
Kategorie IV, Art. 68 GRN - Catégorie IV, art.
Art. 68 RCN
68 GRN - Catégorie IV, art. 68 RCN
Art. 2 Bst
rendues nécessaires -je ne dis pas, souhaitables - par l'Ac- Art. 2 Bst.
Art. 27 Absatz
Art. 2 let. a fehlt
Art. 2 let. a fehlt trotz mehrmaligem Nachfragen in der Kommission, in der
Art. 6 Absatz
Kategorie IV, Art. 68 GRN - Catégorie IV, art.
Art. 2 Bst. a PatG
The article was cited as the basis for excluding the patenting of genetically modified animals and plants.
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 2 Bst. a PatG

The article was cited as the basis for excluding the patenting of genetically modified animals and plants.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Gatt/Cycle d'Uruguay 2320 N 14 décembre 1994

#ST# 94.080-04 deux réglementations prime-t-elle, est-elle pour ainsi dire

«plus internationale»? Que se passera-t-il si la réglementation

Gatt/Uruguay-Runde. de la CBE n'est pas adaptée à celle de l'Accord Trips? Quelle

est la valeur du droit suisse en l'occurrence?

Gesetzesänderungen.

3. Dans quelle mesure la recherche est-elle entravée en cas de

Bundesgesetz délivrance de brevets sur des animaux et des plantes? Si le

betreffend die Erfindungspatente terme de «mise en oeuvre» recouvre également la recherche, il

Gatt/Cycle d'Uruguay. en résultera une «recherche brevetée», laquelle entraverait de

Modification de lois. manière notable l'avance de la recherche et s'inscrirait en faux

Loi fédérale contre la notion de droit des brevets (la protection des brevets

devrait encourager la recherche et le développement techno-

sur les brevets d'invention

logique; dans le domaine de la biotechnologie, divers grou-

Botschaft und Gesetzentwurf vom 19. September 1994 pes industriels détenteurs de brevets se barrent déjà au-

(BBIIV950) jourd'hui mutuellement la route).

Message et projet de loi du 19 septembre 1994 4. Le nouvel article 2 lettre a LBI est-il compatible avec

(FF IV 995)

l'article 1 a LBI en vigueur?

Beschluss des Ständerates vom 5. Dezember 1994 Le Conseil fédéral a déclaré en 1993 qu'il ne modifierait

Décision du Conseil des Etats du 5 décembre 1994

l'article 2 lettre a LBI qu'après avoir élucidé la question des ex-

Kategorie IV, Art. 68 GRN - Catégorie IV, art. 68 RCN

clusions horizontales et verticales. Pourquoi cette modifica-

tion est-elle devenue aujourd'hui aussi urgente?

Reimann Maximilian (V, AG), Berichterstatter: Ich bitte Sie,

diesen Rückweisungsantrag abzulehnen. Wie bereits er-

Antrag Bäumlin

wähnt, kann ich es nur im eigenen Namen tun. Sinngemäss

Rückweisung an den Bundesrat

deckt sich aber auch die Kommissionsmehrheit mit dieser

zur Klärung der folgenden Fragen:

Meinung. Wir sind jedenfalls der Meinung gewesen, dass wir

1. Definition des Begriffs «Verwertung» von Erfindungen im

dieses für die schweizerische Wirtschaft äusserst wichtige Pa-

Verhältnis zu deren «Veröffentlichung», besonders im Bereich

tentgesetz nicht von den Gatt-Abkommen ausnehmen und

der Biotechnologie respektive bei Tieren und Pflanzen als

seine Anpassung nicht auf die lange Bank schieben sollten.

Forschungs- und Versuchsanlagen. Was heisst Veröffentli-

Wir ändern mit den vorgesehenen geringfügigen Anpassun-

chung einer «Erfindung» in Form eines genetisch veränder-

gen in der Tat nur das, was vom Gatt-Abkommen zwingend

ten Lebewesens wie herbizidresistente Pflanzen oder Krebs-

vorgeschrieben ist und schliesslich in bald 120 oder 130 Län-

mäuse oder Alzheimerratten? Sind diese Forschungspflan-

dern, die der WTO beitreten werden, Geltung haben wird. Ein

zen und -tiere generell patentierbar? Ist deren «Erfindung»

Sonderzug der Schweiz drängt sich in keiner Weise auf. Es sei

und ihre Veröffentlichung etwas anderes als ihre Verwertung?

in diesem Zusammenhang betont, dass die Schweiz das Eu-

2. Wie verhalten sich EPÜ- und Trips-Regel bezüglich der Ver-

ropäische Patentübereinkommen (EPÜ) unterzeichnet hat

öffentlichung ordnungs- und sittenwidriger Erfindungen zu-

Die Ausgestaltung des Schutzes von biotechnischen Erfin-

einander? Welche Regel geht der anderen vor, ist sozusagen

dungen wird bekanntlich gegenwärtig von der Europäischen

«internationaler»? Was, wenn die EPÜ-Regel nicht an das

Union im Rahmen einer geplanten Direktive diskutiert

Trips angepasst wird? Welchen Stellenwert hat dabei schwei-

In Unkenntnis dieses Ergebnisses beantragte abweichende

zerisches Landesrecht?

Änderungen des Patentgesetzes in der Schweiz würden unser

3. Wieweit wird Forschung behindert, wenn auf Forschungsre-

Land in eine unerwünschte isolierte Stellung bringen. Das

sultate wie Tiere und Pflanzen Patente erteilt werden? Wenn

könnte zu einer weiteren Verlagerung von Aktivitäten im Be-

«Verwertung» auch Forschung miteinschliesst, entsteht «pa-

reich der Gentechnologie in andere Länder führen. Das kann

tentierte Forschung», was den Fortschritt in der Forschung un-

nicht im Interesse des Hochtechnologiestandortes Schweiz

gemein behindern würde und der Patentrechts-idee voll wi- sein.

derspricht. (Forschung und technische Entwicklung sollen ja

Der Rückweisungsantrag Bäumlin wie auch der Antrag der

mit Anreiz des Patentschutzes gefördert werden; in der Bio-

Minderheit von Feiten, der Antrag Gonseth und der Antrag

technologie geraten sich jedoch bereits heute verschiedene

Bundi liegen alle auf dieser Linie. Sie wollen uns von internatio-

Konzerne als Patentinhaber in die Quere.)

nalen Wegen abschneiden, die zu gehen, wir uns nun ent-

4. Ist der vorgesehene Artikel 2 Buchstabe a PatG mit dem be- schlossen haben.

stehenden Artikel 1 a PatG kompatibel? Der Bunderat hat 1993

Frau Bäumlin und die Kommissionsminderheit von Feiten le-

gesagt, dass er via EPÜ die Klärungen zwischen vertikalem

gen wohl den Finger auf einen wunden Punkt und werfen Fra-

und horizontalem Ausschluss-System herstellen und erst da-

gen auf, die einer vertieften Klärung vordem Plenum bedürfen.

nach Artikel 2 Buchstabe a PatG abändern will. Warum pres-

Wir erwarten nun gerne die Stellungnahme des Bundesrates

siert es jetzt dermassen?

zum Rückweisungsantrag Bäumlin. Sollte diese Klärung von

Herrn Bundesrat Koller aber zu unserer Zufriedenheit ausfal-

Proposition Bäumlin len, sehe ich keinen Anlass, die Vorlage zurückzuweisen.

Renvoi au Conseil fédéral

avec mandat d'éclaircir les questions suivantes: Poncet Charles (L, GE), rapporteur: La proposition de renvoi

1. Définition de la notion de «mise en oeuvre» des inventions Bäumlin n'a pas été discutée en commission de sorte que, vé-

par rapport à leur «publication», en particulier dans le domaine rité de La Palice, je ne puis ici parler au nom de la commission.

de la biotechnologie, notamment lorsque des animaux et des En revanche, une proposition voisine, ou tout au moins ani-

plantes tiennent lieu de «laboratoires» expérimentaux. Que si- mée par la même préoccupation, la proposition von Feiten, a

gnifie le terme de publication d' «inventions» sous la forme été rejetée par votre commission, par 13 voix contre 6.

d'êtres vivants ayant subi des modifications génétiques tels Pourquoi votre commission a-t-elle procédé de la sorte? Tout

que des plantes à l'épreuve des herbicides, des souris onco- simplement parce que ce que l'on essaie de vous proposer

gènes et de rats permettant de mettre en évidence la maladie ici en réalité, c'est, à l'occasion - pour ne pas dire, sous pré-

d'Alzheimer? Ces animaux et ces plantes sont-il brevetables texte-dé l'adaptation du droit suisse et, plus particulièrement,

de manière générale? Dans ce contexte, les termes d'«inven- de la loi fédérale sur les brevets d'invention à l'Accord Trips, de

tions» et de «publication» ont-ils une autre signification que ce- reprendre et de résoudre d'une certaine manière toute la

lui de «mise en oeuvre»? question de la brevetabilité de procédés, issus de ce qu'il est

2. Quelles sont les modalités d'application de la CBE et de convenu d'appeler la technologie génétique. Votre commis-

l'Accord Trips concernant la publication d'inventions contrai- sion a considéré que ce n'était ni le lieu ni le moment et qu'il

res à l'ordre public ou aux bonnes moeurs? Laquelle de ces convenait ici de se limiter exclusivement aux modifications

14. Dezember 1994 N 2321 Gatt/Uruguay-Runde

rendues nécessaires -je ne dis pas, souhaitables - par l'Ac- Art. 2 Bst. a

cord Trips. C'est la raison pour laquelle la proposition von Fel- Antrag der Kommission

ten a été rejetée. Mehrheit

En passant, je relève que, en ce qui concerne en tout cas le Zustimmung zum Beschluss des Ständerates

point 2 de la proposition de renvoi, la réponse se trouve déjà Minorité

dans le message du Conseil fédéral à la page 14, c'est-à-dire (von Feiten, Bär, de Dardel, Herczog, Ostermann, Rechstei-

concernant les rapports entre l'Accord Trips et la Convention ner, Tschäppät Alexander)

sur la délivrance de brevets européens. Pour le surplus, c'est a .... verstossen würde. Ausgeschlossen ist insbesondere die

tout le problème de la brevetabilité de ces procédés nouveaux Patentierung von genetisch veränderten Tieren und Pflanzen

qui est posée; c'est la question de savoir si, en elle-même, la sowie deren Bestandteilen, für die dabei angewandten Verfah-

technologie génétique est compatible avec l'ordre public et ren und für deren Erzeugnisse.

les bonnes moeurs, au sens de l'article 2 lettre a de la loi fédé-

rale sur les brevets d'invention. Cette question, nous n'allons Antrag Bundi

pas la résoudre maintenant, parce que, encore une fois, il (Ergänzung zum Antrag der Minderheit)

s'agit aujourd'hui de l'adaptation de la loi fédérale sur les bre- a .... ist insbesondere die Patentierung von menschlicher

vets d'invention à ce qui est rendu nécessaire par l'Accord Gensubstanz, von genetisch veränderten Tieren und Pflan-

Trips, et de rien d'autre. zen ....

Voilà la raison pour laquelle je vous suggère de rejeter la pro- Schriftliche Begründung

position de renvoi Bäumlin. Der Antrag der Kommissionsminderheit weist eine Lücke auf.

Die Tendenz, Leben zu patentieren, zielt nicht nur auf Tiere

Koller Arnold, Bundesrat: Ich beantrage Ihnen, den Rückwei- und Pflanzen, sondern erfasst auch die menschliche Gensub-

sungsantrag Bäumlin abzulehnen. Frau Bäumlin will auch Ein- stanz. Der Fall von Mr. Moore, den ersten gegen seinen Willen

zelanträge zu den notwendigen Revisionen des Patentgeset- patentierten Amerikaner, verursachte viel Aufsehen und Em-

zes einbringen, vor allem die Frage des Rechtsschutzes für pörung. Solchen Missbräuchen ist gesetzlich vorzubeugen.

biotechnologische Erfindungen. Dies ist um so mehr gerechtfertigt, als sowohl das Europäi-

Es ist zu sagen, dass in diesem Bereich die schweizerische sche Patentübereinkommen als auch das Abkommen über

Gesetzgebung, also das geltende Bundesgesetz betreffend handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigen-

die Erfindungspatente, mit dem Trips-Abkommen, das hier tums (Trips) den Mitgliedstaaten erlauben, entsprechende

das einschlägige Abkommen ist, vollständig im Einklang Ausnahmen vorzusehen.

steht. Es besteht keinerlei Zwang zu irgendwelchen Anpas-

sungen in diesem Bereich. Antrag Gonseth

Auf der anderen Seite hat der Bundesrat aber ganz bewusst Art. 2 Bst. a, b

die Methode gewählt, dass wir im Rahmen von Gattlex nur

jene Anpassungen unseres geltenden Immaterialgüterrechts a verstossen würde. Ausgeschlossen ist insbesondere die

vornehmen, die wirklich unbedingt notwendig sind, d. h., von Patentierung von gentechnisch veränderten Tieren und Pflan-

der Uruguay-Runde des Gatt zwingend vorgeschrieben sind. zen sowie deren Bestandteilen, für die dabei angewandten

Ein solcher Zwang liegt im Bereich der biotechnologischen Er- Verfahren und für deren Erzeugnisse. Nicht ausgeschlossen

findungen eindeutig nicht vor. sind die Patentierung von Mikroorganismen sowie die Paten-

Der Bundesrat ist daher der Auffassung, dass es nicht ange- tierung von gentechnisch veränderten tierischen oder pflanzli-

bracht wäre, ohne Not die zweifellos schwierigen Fragen des chen Zellkulturen, sofern diese zur Grundlagenforschung

Immaterialgüterrechtsschutzes für biotechnologische Erfin- und/oder industriellen Produktion von Erzeugnissen stoffli-

dungen anzugehen. Diese Diskussion wird selbstverständlich cher Art dienen.

dann zu führen sein, wenn wir Ihnen die Botschaft zur Gen- b angewendet werden, sowie die Patentierung von

schutz-Initiative unterbreiten, die ein weitgehendes Patentie- menschlichen Organen, Geweben, Zellen, DNA und Genen.

rungsverbot im Bereich der Gentechnologie verlangt. Dieses Schrittliche Begründung

Problem aber hier anzugehen und gleichsam zu versuchen, Das Gatt lässt den Mitgliedländern im entsprechenden Be-

gewisse Postulate der Genschutz-Initiative in die Gattlex ein- reich des Patentrechts einen grossen Spielraum. Diesen

zufügen, lehnt der Bundesrat ab. Zudem würden Sie, wenn Spielraum gilt es nun auch für die Schweiz zu nutzen.

Sie das täten, zweifellos Kompatibilitätsprobleme nicht in er- Die Frage, wieweit die materiellen Schutzbestimmungen bei

ster Linie mit dem Trips-Abkommen, aber vor allem mit dem den Erfinderpatenten auf gentechnisch veränderte Pflanzen

Europäischen Patentübereinkommen, das uns und 16 weitere und Tiere anzuwenden seien, war innerhalb der Gatt-Verhand-

europäische Staaten bindet, aufwerfen. lungen ein heiss umstrittenes Thema. Insbesondere Vorbe-

Auch aus diesem Grund ist hier nicht der Ort, diese Probleme halte wegen der möglichen Benachteiligung der wenig indu-

zu behandeln, sondern diese Probleme werden im Rahmen strialisierten Länder des Südens haben schliesslich dazu ge-

der Behandlung der Genschutz-Initiative zu behandeln sein. führt, dass für die Erfindungspatente nur Mindestnormen auf-

Aus all diesen Gründen bitte ich Sie, den Rückweisungsantrag gestellt wurden. Viele Widersprüche konnten zudem nicht aus-

Bäumlin abzulehnen. geräumt werden, welche sich zwangsläufig aus dem Versuch

ergeben, das Patentrecht, welches ja aus dem Bereich techni-

scher, lebloser Erfindungen stammt, einfach auf die belebte

Abstimmung - Vote Natur auszuweiten. Immer mehr zeigt sich, dass das Patent-

Für den Rückweisungsantrag Bäumlin 45 Stimmen recht für die belebte Natur wenig tauglich ist, deshalb sieht das

Dagegen 82 Stimmen Gatt-Abkommen in Artikel 27 Absatz 3 Buchstabe b auch die

Möglichkeit eines eigenständigen «sui generis»-Schutzsyste-

Detailberatung - Discussion par articles mes vor. Die Bestimmung dieses Buchstabens muss vier

Jahre nach Inkrafttreten des WTO-Abkommens überprüft wer-

Titel und Ingress, Ziff. l Einleitung den. Ich hoffe, dass sich der Bundesrat zukünftig für ein derar-

Antrag der Kommission tiges «sui generis»-Schutzsystem einsetzt, welches einen Aus-

Zustimmung zum Beschluss des Ständerates gleich schaffen wird zwischen den Interessen der Landwirte,

der Konsumenten, des Tierschutzes, den Ländern, in denen

die Zentren der Artenvielfalt beheimatet sind, und den Erwar-

Titre et préambule, eh. l introduction tungen der Industrie.

Proposition de la commission Es liegt im Interesse von uns allen, dass die Ressourcen im

Adhérer à la décision du Conseil des Etats Bereich unserer Lebensgrundlagen nicht über blinde Markt-

mechanismen monopolisiert und privatisiert werden. Wirbrau-

Angenommen -Adopté chen ein Rechtssystem, das z. B. auch das kollektive Wissen

Gatt/Cycle d'Uruguay 2322 N 14 décembre 1994

der Züchter und Landwirte in der Dritten Welt honoriert Und Von Feiten Margrith (S, BS), Sprecherin der Minderheit: Zwei

neuerdings braucht es auch ein Schutzsystem, welches uns Bereiche des Gatt-Abkommens haben Protest ausgelöst: die

Menschen selbst vor dem Zugriff von Gen- und Zelljägern Landwirtschaft und das Patentrecht Über die Landwirtschaft

schützt wurden leidenschaftliche, ellenlange öffentliche Debatten ge-

In der Schweiz sind gemäss Meinungsumfragen grosse Teile führt, beim Patentrecht herrscht nervöses Schweigen. Höhe-

der Bevölkerung, aber auch kirchliche, Drittwelt- und Umwelt- punkt ist die Unterdrückung der öffentlichen Debatte über das

schutzorganisationen klar gegen die Patentierung von Pflan- Patentrecht durch den Entscheid, die Beratungen in Katego-

zen und Tieren. Gemäss Vox-Analyse, welche im Nachgang rie IV durchzuführen. Die Gattlex sei der falsche Ort, die De-

zur Abstimmung vom 17. Mai 1992 durchgeführt wurde, wären batte über die Patentierbarkeit von Lebewesen zu führen.

69 Prozent der Schweizer Bevölkerung nicht mit der Forde- Wo denn sonst? In der ganzen Literatur über die Patentierung

rung einverstanden, dass «Tiere und Pflanzen wie technische von Lebewesen wird «das Gatt» als entscheidende Weichen-

Erfindungen auch patentiert werden können». Nur gerade stellung bezeichnet. Selbst die in Aussicht gestellte Patentge-

13 Prozent würden dieser Forderung zustimmen. Auch der setzrevision wurde sistiert mit dem Argument, das Ergebnis

Schweizerische Bauernverband hat sich klar gegen die Paten- der Gatt-Verhandlungen müsse abgewartet werden.

tierung von Pflanzen und Tieren ausgesprochen. Die internationale Patentrechtharmonisierung bildet das zen-

Antrag zu Artikel 2 Buchstabe a trale Instrument zur mittel- und langfristigen Absicherung des

Mein Antrag zu Artikel 2 Buchstabe a nimmt die Forderung der Marktzutritts für neue Technologien, insbesondere für die Bio-

im November 1993 eingereichten Genschutz-Initiative, die von und Gentechnologie. Der Kampf der multinationalen Kon-

70 Organisationen unterstützt wird, auf. Entgegen vielen Be- zerne um Patente und damit um Marktanteile hat längst be-

hauptungen lässt die Initiative die Patentierung von Mikroor- gonnen. Im Bereich der Biotechnologie stammen fast 90 Pro-

ganismen und Zellkulturen zu, sofern diese zur Grundlagen- zent der Patentanmeldungen aus nur sechs Ländern: USA, Ja-

forschung und/oder zur Produktion von Stoffen-z. B. von Me- pan, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Schweiz.

dikamenten, Enzymen, Aromastoffen usw. -dienen. Es geht um den Ausverkauf der Natur an die multinationalen

Antrag zu Artikel 2 Buchstabe b Konzerne. Dagegen wehren sich weltweit viele Menschen.

Schon heute können gemäss Artikel 2 Buchstabe b Verfahren Das Patentrecht im Bereich der Lebewesen ist das Einfallstor

der Chirurgie, Therapie und Diagnostik, die am menschlichen bei der Durchsetzung der Gentechnologie mit all ihren unab-

oder tierischen Körper angewendet werden, nicht patentiert sehbaren, sozialen, ökologischen und ökonomischen Konse-

werden. Mein Antrag schlägt eine Erweiterung dieses Buch- quenzen.

stabens vor, wobei die neuen Entwicklungen im Bereich der Angesichts der Tragweite des Patentrechts für den Welthandel

Forschung und Medizin berücksichtigt werden. Ein Verbot der ist es unhaltbar, die Diskussion in diesem Punkt derart zu dros-

Patentierung in diesem Bereich drängt sich auf: Erstens sind seln, und es ist undemokratisch, die begründete Kritik grosser

die Voraussetzungen für die Patentierung nicht erfüllt; niemals Teile der Bevölkerung auszuschalten.

handelt es sich bei menschlichen Organen, Zellen, DNA- Zum Minderheitsantrag: Das Trips-Abkommen lässt in Arti-

Stücken und Genen um nachbaubare Erfindungen, sondern kel 27 Absatz 3 den Ausschluss der Patentierung von Tieren

allein um Entdeckungen. Zweitens würde die Monopolisie- und Pflanzen zu. Der Minderheitsantrag will nichts anderes als

rung von Teilen des menschlichen Körpers gegen die guten die Umsetzung eben dieser Option. Der Wortlaut entspricht

Sitten verstossen. der entsprechenden Bestimmung der hängigen Genschutz-

Die Patentierung von menschlichen Organen, Zellen, DNA Initiative.

und Genen ist mit der Menschenwürde und dem Selbstbe- Bei der Diskussion in der Kommission hörten wir zum ersten

stimmungsrecht eines jeden Menschen nicht vereinbar. Mal, dass es bezüglich der Kompatibilität des Trips-Abkom-

mens mit der Genschutz-Initiative Probleme gibt. Bis heute

Art. 2 let. a fehlt trotz mehrmaligem Nachfragen in der Kommission, in der

Proposition de la commission Interpellation von Ruth Gonseth, in der Fragestunde und in

Majorité Gesprächen mit der Verwaltung jegliche klärende Stellung-

Adhérer à la décision du Conseil des Etats nahme des Bundesrates. Anlässlich der Eintretensdebatte

Minorité wies der Bundesrat bloss darauf hin, dass die Experten in der

(von Feiten, Bär, de Dardel, Herczog, Ostermann, Rechstei- Verwaltung unterschiedlicher Meinung seien.

ner, Tschäppät Alexander) Weitere dringende Fragen hat Frau Bäumlin in ihrem Rückwei-

a .... aux bonnes moeurs. Cette exclusion s'applique en parti- sungsantrag formuliert Ich verweise auch auf die Ausführun-

culier à la délivrance d'un brevet sur des animaux et des plan- gen von Frau Gonseth in der Eintretensdebatte.

tes ayant subi des modifications génétiques et sur leurs com- Dieses Verwirrspiel lässt aufhorchen. Der Verdacht liegt auf

posants, sur les procédés utilisés à cet effet ainsi que sur les der Hand, dass die Weigerung, diese Frage zu klären, einer

produits obtenus par ces procédés. schleichenden Einführung der Patentierbarkeit von Lebewe-

sen gleichkommt Damit stellt sich der Bundesrat gegen die

grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung, die gemäss

Proposition Bundi Meinungsumfragen die Patentierung von Lebewesen deut-

(Complément à la proposition de la minorité) lich ablehnt Es geht nicht an, dass mit dem Gatt-Beitritt, un-

a .... s'applique en particulier à la délivrance d'un brevet sur ter Umgehung der öffentlichen Diskussion, Sachzwänge ge-

des gènes humains, sur des animaux et des plantes ayant subi schaffen werden, die sich nachträglich nicht mehr wegdisku-

des modifications génétiques.... tieren lassen.

Als Rechtskundige kann ich Ihnen versichern : Der vorliegende

Proposition Gonseth Antrag ist Gatt-kompatibel. Er konkretisiert den Ausschluss-

Art. 2 let. a, b grund des Verstosses gegen die öffentliche Ordnung oder ge-

a .... aux bonnes moeurs. Cette exclusion s'applique en parti- gen die guten Sitten. Der Vorbehalt des Ordre publique gehört

culier à la délivrance d'un brevet sur des animaux et des plan- zu sämtlichen Patentrechten dieser Welt Er ist im geltenden

tes ayant subi des modifications génétiques et sur leurs com- Patentgesetz, im Europäischen Patentübereinkommen fest-

posants, sur les procédés utilisés à cet effet ainsi que sur les geschrieben, und er ist Gatt-kompatibel. Was gegen die öffent-

produits obtenus par ces procédés. Sont toutefois brevetables liche Ordnung oder gegen die guten Sitten verstösst, soll nicht

les micro-organismes et les cultures de cellules animales ou von den Patentämtern, sondern demokratisch entschieden

végétales ayant subi des modifications génétiques, pour au- werden.

tant que ceux-ci servent à la recherche de base et/ou à la pro- Gegen die guten Sitten verstösst selbstverständlich auch die

duction industrielle de produits fabriqués à l'aide de substan- Patentierbarkeit von menschlichen Genen. Der Antrag Bundi

ces organiques. auf Ergänzung unseres Minderheitsantrages muss unbedingt

b ou animal ainsi que les organes, les tissus, les cellules, unterstützt werden. Im Bereich der Patentierung von Lebewe-

l'ADN et les gènes humains. sen liegen keine demokratisch abgestützten Entscheide vor.

14. Dezember 1994 N 2323 Gatt/Uruguay-Runde

Der Antrag soll deshalb auch verhindern, dass anlässlich der stand der sogenannten Genschutz-Initiative ist. Herr Bundes-

Gatt-Beratungen - in einem verschleiernden Aufwisch - Vor- rat Koller hat Ihnen das klar vor Augen geführt Ich möchte das

entscheide durch die Hintertüre gefällt werden. von der Kommission her ebenfalls betonen. Das Schweizer-

Ich bitte Sie, unserem Minderheitsantrag zuzustimmen. volk wird Gelegenheit bekommen, sich an der Urne für oder

gegen diese Bestimmungen auszusprechen. Es ist deshalb

Poncet Charles (L, GE), rapporteur: Dans sa teneur actuelle, nicht angebracht, unter dem Titel «Gattlex» ohne öffentliche

l'article 2 lettre a de la loi fédérale sur les brevets d'invention Diskussion Teile der Genschutz-Initiative ins Bundesgesetz

du 25 juin 1954 prévoit que ne peuvent pas être brevetées «les betreffend die Erfindungspatente einzubauen.

inventions dont la publication ou la mise en oeuvre seraient Eine zweite Bemerkung, in materieller Hinsicht: In der Sache

contraires à l'ordre public ou aux bonnes moeurs». ist der vorgesehene Ausschluss von der Patentierung gravie-

La modification induite ici par l'Accord Trips est la suppression rend. Er würde die Weiterentwicklung der Gentechnologie an

du terme «publication». Il s'agit donc de classer parmi les in- unseren Hochschulen und in der Industrieforschung in der

ventions contraires à l'ordre public ou aux bonnes moeurs Schweiz hemmen, weil er mögliche Anreize für Anwendungen

simplement celles dont la mise en oeuvre aurait cette consé- und Kommerzialisierung der Gentechnologie für Pflanzen und

quence, et non pas seulement la publication. Cela, c'est ce Tiere ausschlösse. Zudem würde die fehlende Patentfähigkeit

que l'accord international nous impose. zur Geheimhaltung von Forschungsergebnissen führen und

La proposition de minorité vise à ajouter à cet alinéa une défini- damit allfälligen Missbrauch der Gentechnologie nicht erkenn-

tion ou un exemple de ce qui devrait être considéré comme bar machen.

contraire à l'ordre public ou aux bonnes moeurs: ce serait Beides kann nicht im Interesse unseres Landes sein. Deshalb

alors en particulier «un brevet sur des animaux et des plantes bitte ich Sie: Lehnen Sie alle drei Anträge (Minderheit von Fei-

ayant subi des modifications génétiques et sur leurs compo- ten, Bundi, Gonseth) ab.

sants».

La majorité de la commission a retenu que cette proposition Koller Arnold, Bundesrat: Auch der Bundesrat empfiehlt Ih-

de minorité ne pouvait pas être soutenue. Elle l'a rejetée par nen, alle vom Antrag der Mehrheit abweichenden Anträge ab-

13 voix contre 6, pour deux raisons: premièrement, comme je zulehnen. Sie sind im einzelnen sicher unterschiedlich, aber al-

l'ai rappelé tout à l'heure, nous faisons ici l'adaptation à l'Ac- len ist das Anliegen gemeinsam, dass sie die sehr heikle Frage

cord Trips et rien d'autre; deuxièmement, cette question de la der Patentierbarkeit im biotechnologischen Bereich gleichsam

brevetabilité d'animaux ou de plantes ayant subi des modifica- über die Hintertür von Gattlex vorab entscheiden möchten. Vor

tions génétiques est une question qui ne sera pas tranchée à allem der Minderheitsantrag von Feiten möchte ganz klar «Ab-

l'échelon suisse, mais qui sera réglée à l'échelon européen, satz 2 Buchstabe c» gemäss Genschutz-Initiative über die Gatt-

voire à l'échelon mondial. Il serait donc illusoire de se lancer lex in das Bundesgesetz betreffend die Erfindungspatente ein-

dans une modification unilatérale de la loi suisse, alors que la führen. Weil das geltende Bundesgesetz betreffend die Erfin-

question n'est pas réglée complètement à l'échelon internatio- dungspatente durchaus Trips-kompatibel ist, besteht keinerlei

nal et qu'en plus une initiative populaire est pendante sur la Notwendigkeit, im Rahmen von Gattlex derart heikle und wich-

même question. tige Fragen vorweg zu entscheiden. All diese Fragen werden

C'est pour ces raisons-là que la majorité de la commission a Sie zweifellos sehr ausführlich auch aufgrund einer eingehen-

rejeté la proposition de minorité. den bundesrätlichen Botschaft bei der Behandlung der Gen-

La proposition Bundi n'a pas été débattue en commission, schutz-Initiative im einzelnen diskutieren.

mais elle est une variation sur le thème de la proposition de mi- Noch eine Bemerkung zum Antrag Bundi auf Ergänzung des

norité. Ce que M. Bundi nous propose, c'est de reprendre la Antrages der Minderheit von Feiten: Herr Bundi möchte dem

proposition de minorité et d'y ajouter, parmi les inventions Antrag der Minderheit beifügen, die menschliche Gensub-

dont la mise en oeuvre serait contraire à l'ordre public ou aux stanz sei von der Patentierbarkeit ausgeschlossen. Auch in

bonnes moeurs, les inventions aboutissant «à la délivrance bezug auf diesen Punkt besteht im Rahmen der Gattlex keine

d'un brevet sur des gènes humains». Gesetzgebungsnotwendigkeit. Andererseits würde auch die-

Il en va de même de la proposition Gonseth qui reprend le ser Antrag Kompatibilitätsprobleme in bezug auf das Trips-

texte de la proposition de minorité dans sa première phrase et Abkommen und in bezug auf das Europäische Patentüberein-

qui introduit une exception en ajoutant que les micro-organis- kommen aufwerten.

mes et les cultures de cellules animales ou végétales seraient Keines der beiden Vertragswerke sieht einen allgemeinen

brevetables alors même qu'ils auraient subi des modifications Ausschluss menschlicher Gensubstanz vor, welche z. B. in

génétiques lorsqu'ils «servent à la recherche de base et/ou à la isolierter, vom menschlichen Körper losgelöster Form zur Her-

production industrielle de produits fabriqués à l'aide de sub- stellung eines Arzneimittels dienen kann. Andererseits wird

stances organiques». Autrement dit, c'est la proposition de mi- aber darauf hingewiesen, dass der generelle, im schweizeri-

norité avec une clause d'exception. schen Recht wie im Trips-Abkommen bereits anerkannte Aus-

Ces deux propositions n'ont pas été soumises à notre com- schlussgrund des Verstosses gegen die guten Sitten oder die

mission. Encore une fois, ce n'est ici ni le lieu ni le moment öffentliche Ordnung auch auf Erfindungen bezüglich mensch-

d'entreprendre une révision partielle de la loi fédérale sur les licher Gensubstanz anwendbar ist Solche Erfindungen, de-

brevets d'invention portant sur une question de cette impor- ren Verwertung den unverzichtbaren Grundsätzen der schwei-

tance. Il convient d'attendre qu'elle soit tranchée à l'échelon zerischen Rechtsordnung und der Würde der Person wider-

international. sprechen würde, müssten daher schon heute aufgrund des

C'est la raison pour laquelle la majorité de la commission vous geltenden Patentrechts von der Patentierbarkeit ausgeschlos-

propose de rejeter la proposition de minorité. Atitre personnel, sen werden.

je vous suggère de ne suivre ni la proposition Bundi ni la pro- Aus all diesen Gründen bitte ich Sie, den Antrag der Minder-

position Gonseth. heit von Feiten sowie die Anträge Bundi und Gonseth abzuleh-

nen. All diese Fragen werden anlässlich der Behandlung der

Reimann Maximilian (V, AG), Berichterstatter: Nachdem Sie Genschutz-Initiative in diesem Rat vertieft zu behandeln sein.

den Rückweisungsantrag Bäumlin klar - mit 45 zu 82 Stim-

men - abgelehnt haben, haben Sie ebensoklar den Weg zur Bundi Martin (S, GR): Gestatten Sie mir zwei Bemerkungen.

Revision des Bundesgesetzes betreffend die Erfindungspa- Meine erste Bemerkung ist ein Protest. Ich knüpfe hier an jene

tente im Sinne des Gatt-Abkommens, des Bundesrates und Ausführungen an, die Herr Schmidhalter vor einigen Tagen in

der Kommissionsmehrheit geöffnet Ich kann mich deshalb diesem Rat gemacht hat Ich protestiere gegen die Art und

kurz fassen und mich auf zwei Punkte beschränken: auf einen Weise, wie wir hier einen Gesetzentwurf behandeln.

formellen und einen materiellen. Sie haben den Ordnungsantrag abgelehnt, dieses Gesetz in

In formeller Hinsicht möchte ich hervorheben, dass der Aus- die Kategorie III hineinzunehmen, wo wir die Möglichkeit ge-

schluss der Patentierung von genetisch veränderten Tieren habt hätten, diese sehr wichtige Frage der Patentierung von

und Pflanzen und auch menschlicher Gensubstanz Gegen- menschlichem Leben, von Tieren und Pflanzen etwas einge-

Gatt/Cycle d'Uruguay 2324 N 14 décembre 1994

hender zu diskutieren. Damals hat der Kommissionspräsident Was passiert, wenn die EPÜ-Regel nicht an die Gatt-Trips-

hier ausgeführt, er werde dann schon dafür sorgen, dass von Regel angepasst wird? Ich nehme an, Herr Bundesrat, dass

präsidialer Seite genügend über diesen Gegenstand aufge- Sie sich jetzt noch äussern werden, denn ich hätte wirklich

klärt werde und dass auch der Bundesrat seine Ausführungen gerne eine Antwort auf diese fundamentale Frage!

machen könne.

Jetzt sind wir so weit, dass wir keine Möglichkeit mehr haben, Reimann Maximilian (V, AG), Berichterstatter: Ich möchte

persönlich eingereichte Anträge mündlich zu erörtern, und ganz klar den Vorwurf des Maulkorbs zurückweisen. In die-

einfach entgegennehmen müssen, was von präsidialer Seite sem Haus hat niemand jemandem einen Maulkorb umge-

der Kommission und vom Bundesrat ausgeführt wird. Das ist bunden. Wir haben am letzten Montag demokratisch (Un-

ein Zustand, der auf die Dauer einfach nicht tragbar ist ruhe) darüber abgestimmt, ob das Geschäft in Kategorie III

Jetzt noch eine sachliche Berichtigung: Es gibt an der Univer- oder Kategorie IV behandelt werden solle; das Resultat war

sität Bern eine Gruppe von Experten, die einen Entwurf für ein eindeutig, und die unterlegene Minderheit hat sich diesem

Gentechnologiegesetz ausgearbeitet haben. In diesem neuen Resultat zu unterziehen.

Gesetz schlagen sie ein klares Verbot für Patentierungen von Noch eine Bemerkung an Sie, Frau Gonseth: Für ein anderes

menschlichem Leben, Tieren und Pflanzen vor. Ich meine, Mal möchte ich Sie doch bitten, Ihren Antrag früher einzurei-

diese Spezialisten haben die Frage wohl auch geklärt, ob ein chen; ich bekam diesen erst eine Viertelstunde oder eine

solches Verbot mit den internationalen Abkommen, mit dem halbe Stunde vor Beginn dieser Debatte zu Gesicht Sie wuss-

Europäischen Patentübereinkommen und mit dem Trips- ten schon seit mehreren Tagen, dass dieses Geschäft heute

Abkommen, kompatibel sei. Wenn wir hier mit diesen Anträ- traktandiert wird. Da wäre Ihrerseits ein bisschen mehr Entge-

gen das Verbot der Patentierung verlangen, so heisst das genkommen am Platz gewesen, indem Sie uns Ihren Antrag

noch nicht - dies verlangen wir auch nicht, entgegen den Aus- rechtzeitig vorgelegt hätten.

führungen des Kommissionspräsidenten -, dass eine For-

schung darüber überhaupt nicht möglich ist Die Forschung Koller Arnold, Bundesrat: Erlauben Sie mir auch drei Be-

und selbst die Veröffentlichung darüber sollen zulässig sein. merkungen.

Aber mit dem Patentierungsverbotwollen wirverhindern, dass 1. Ich muss leider festhalten, dass ich die schriftlichen Begrün-

die Ergebnisse daraus kommerzialisiert werden können. dungen der Anträge Bäumlin und Gonseth erst heute hier auf

Ich darf noch auf einen jüngsten Bericht des Europarates dem Tisch vorgefunden habe, als ich in den Nationalratssaal

hinweisen - an welchem z. B. auch Herr Caccia mitgearbeitet kam. Da können Sie leider keine vertiefte Antwort erwarten.

hat -, der eine bio-ethische Konvention zum Gegenstand hat, 2. Der Bundesrat hat nie bestritten, dass es hier um delikate

in dem ganz klar zum Ausdruck gebracht wird, dass die Würde Fragen geht, und wir haben - ich glaube, es war letztes Jahr-

des Menschen im Hinblick auf die biologische und medizini- einen ausführlichen Bericht über diese ganze Problematik ver-

sche Verwertung gewährleistet werden müsse. Darin figuriert öffentlicht

weiter noch der sehr wichtige Grundsatz, dass die Nichtkom- 3. In bezug auf die gewählte Methode haben wir immer ganz

merzialisierung des menschlichen Körpers und seiner Teile ei- klar gesagt, dass wir im Rahmen von Gattlex nur jene Anpas-

nen sehr wesentlichen Bestandteil dieser Konvention darstel- sungen des schweizerischen Rechts vornehmen, die - in mei-

len müsse. nem Bereich - durch das Trips-Abkommen zwingend vorge-

Ich ziehe meinen Antrag zugunsten des einen oder anderen, schrieben sind. Hier besteht keinerlei Not und Zwang für ir-

nämlich des Antrages der Minderheit von Feiten oder des An- gendwelche Gesetzesänderungen, weil unsere geltende Ge-

trages Gonseth, zurück, weil im Antrag Gonseth die Frage, die setzgebung - auch das geltende Patentgesetz - vollständig

ich angeschnitten habe, etwas umfassender enthalten ist Trips-kompatibel ist Deshalb sind wir dem erwähnten Grund-

satztreu geblieben; wir werden alle von Ihnen aufgeworfenen

Gonseth Ruth (G, BL): Auch ich möchte gegen den Maulkorb Probleme dort behandeln, wo sie zu behandeln sind, nämlich

protestieren, den wir bei dieser ganz wichtigen Diskussion er- aufgrund einer sehr einlässlichen Botschaft über die Gen-

halten haben. Herr Bundesrat, ich möchte auch dagegen pro- schutz-Initiative. Sie präjudizieren damit heute überhaupt

testieren, dass Sie sich nicht einmal die Mühe genommen ha- nichts.

ben, zu meinem Antrag etwas zu sagen. Sie haben einfach

den Antrag der Minderheit von Feiten abgeschmettert Ich Gonseth Ruth (G, BL): Herr Bundesrat, ich möchte Ihnen

habe diesen durch die Möglichkeit der Genschutz-Initiative er- noch folgendes sagen: Wenn ich Ihre Antwort auf meine Inter-

gänzt, dass Stoffe und Medikamente durch gentechnologisch pellation früher bekommen hätte, hätte ich auch meinen An-

hergestellte bzw. veränderte Mikroorganismen hergestellt trag früher einreichen können. Ich habe bis gestern auf eine

werden können. Es stimmt also wirklich nicht, dass in diesem klärende Antwort gewartet - sie steht bis heute aus.

Bereich die Genschutz-Initiative dem Gatt-Abkommen wider-

spricht; Sie sollten endlich aufhören, so etwas zu behaupten. Bsf.b-Lef. b

Es gibt in diesem Land hochangesehene Forscher wie zum

Beispiel Professor Werner Arber, unseren Nobelpreisträger, Abstimmung - Vote

der sich selbst auch gegen die Patentierung von Lebewesen Für den Antrag Gonseth 60 Stimmen

wendet und dagegen protestiert, weil die Patentierung, wie er Dagegen 88 Stimmen

sagt, für Maschinen und Gebrauchsgegenstände gemacht

worden ist; es würde ein ganz falsches Naturverständnis ze-

Bst. a-Let. a

mentiert, wenn wir jetzt plötzlich Tiere, Pflanzen und Men-

schen diesem Maschinenverständnis angleichen würden.

Ich möchte Sie bitten, zumindest meinem Antrag zu Artikel 2 Abstimmung - Vote

Buchstabe b zuzustimmen, wo es darum geht, dass menschli-

che Organe, Gewebe, Zellen, Gene und DNA-Stücke nicht pa- Eventuell -A titre préliminaire

tentiert werden können. Das ist das Mindeste, was wir uns sel- Für den Antrag der Minderheit 88 Stimmen

ber schuldig sind: dass wir nicht selbst zu Maschinen gemacht Für den Antrag Gonseth 58 Stimmen

werden.

Definitiv - Définitivement

Bäumlin Ursula (S, BE): Ich lasse mir nicht vorwerfen, ich Für den Antrag der Mehrheit 92 Stimmen

wüsste nicht, was hierhergehört, in die Verhandlungen zum Für den Antrag der Minderheit 55 Stimmen

Gatt-Trips-Abkommen, und ich hätte irgend etwas unter-

schieben wollen. Die EPÜ- und die Trips-Regel schliessen Art. 8 Abs. 2; 29 Abs. 3, 5; 36; 37; 40 Abs. 2; 40a; 40b; 69

sich aus, und meine Frage, die ich schon im Zusammenhang Abs. 1,3; 77 Abs. 3,4; Ziff. II

mit meinem Rückweisungsantrag gestellt habe, haben Sie Antrag der Kommission

nicht beantwortet Zustimmung zum Beschluss des Ständerates

14. Dezember 1994 N 2325 Kantonsverfassungen (LU, DR, GE). Gewährleistung

Art. 8 al. 2; 29 al. 3,5; 36; 37; 40 al. 2; 40a; 40b; 69 al. 1,3; 77 #ST# 94.044

al. 3,4; eh. Il

Proposition de la commission Kantonsverfassungen

Adhérer à la décision du Conseil des Etats (LU.UR.GE).

Angenommen -Adopté

Gewährleistung

Constitutions cantonales

Namentliche Gesamtabstimmung (LU,UR,GE).

Vote sur l'ensemble, par appel nominal Garantie

Für Annahme des Entwurfes stimmen -Acceptent le projet: Botschaft und Beschlussentwurf vom 4. Mai 1994 (BBI II 1377)

Aguet, Allenspach, Aregger, Aubry, Bezzola, Binder, Blatter, Message et projet d'arrêté du 4 mai 1994 (FF II 1373)

Blocher, Bonny, Borer Roland, Borradori, Bührer Gerold, Beschluss des Ständerates vom 5. Oktober 1994

Bürgi, Caccia, Camponovo, Cavadini Adriano, Chevallaz, Cin- Décision du Conseil des Etats du 5 octobre 1994

cera, Columberg, Comby, Cornaz, Darbellay, Deiss, Dettling, Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN

Dreher, Ducret, Duvoisin, Eggly, Engler, Eymann Christoph,

Fehr, Fischer-Seengen, Fischer-Sursee, Frey Walter, Fritschi

Oscar, Früh, Giezendanner, Giger, Grendelmeier, Gros Jean-

Michel, Gysin, Hari, Heberlein, Hegetschweiler, Hess Otto,

Hess Peter, Hildbrand, Iten Joseph, Jenni Peter, Keller Anton, Heberlein Trix (R, ZH) unterbreitet im Namen der Staatspoliti-

Kern, Kühne, Leu Josef, Loeb François, Maître, Mamie, schen Kommission (SPK) den folgenden schriftlichen Bericht:

Maspoli, Maurer, Miesch, Moser, Müller, Nabholz, Nebiker,

Neuenschwander, Philipona, Poncet, Raggenbass, Reimann Nach Artikel 6 Absatz 1 der Bundesverfassung sind die Kan-

Maximilian, Rohrbasser, Ruckstuhl, Ruf, Rutishauser, Rychen, tone verpflichtet, für ihre Verfassungen die Gewährleistung

Sandoz, Schenk, Scherrer Jürg, Scheurer Rémy, Schmid Sa- des Bundes einzuholen. Nach Absatz 2 des gleichen Artikels

muel, Schmidhalter, Schnider, Schweingruber, Segmüller, gewährleistet der Bund kantonale Verfassungen, wenn sie we-

Seiler Hanspeter, Spoerry, Stamm Judith, Stamm Luzi, Stef- der die Bundesverfassung noch das übrige Bundesrecht ver-

fen, Steinemann, Steiner Rudolf, Stucky, Theubet, Verterli, letzen, die Ausübung der politischen Rechte in republikani-

Wanner, Wick, Wittenwiler (95) schen Formen sichern, vom Volk angenommen worden sind

und revidiert werden können, sofern die absolute Mehrheit der

Dagegen stimmen - Rejettent le projet: Bürger es verlangt. Erfüllt eine kantonale Verfassungsnorm

Baumann Ruedi, Baumann Stephanie, Bäumlin, Bischof, Bo- eine dieser Voraussetzungen nicht, so darf sie nicht gewährlei-

denmann, Bugnon, Bühler Simeon, Bühlmann, Bundi, Cas- stet werden.

par-Hutter, Danuser, Diener, Dünki, Eggenberger, Fankhau- Die vorliegenden Verfassungsänderungen haben zum Ge-

ser, von Feiten, Goll, Gonseth, Gross Andreas, Haering Bin- genstand:

der, Hafner Ursula, Hämmerle, Herczog, Hollenstein, Huba- - Kanton Luzern: Verfahren zur Totalrevision der Staatsver-

cher, Jöri, Ledergerber, Leemann, Leuenberger Ernst, Mae- fassung;

der, Meier Hans, Misteli, Pini, Rechsteiner, Robert, Ruffy, - Kanton Uri: Finanzreferendumsgrenzen;

Schmid Peter, Schmied Walter, Singeisen, Stalder, Steiger - Kanton Genf: soziale Wohnpolitik.

Hans, Strahm Rudolf, Thür, Tschäppät Alexander, Vollmer, Alle Änderungen entsprechen Artikel 6 Absatz 2 der Bundes-

Weder Hansjürg, Wiederkehr, Wyss William, Zbinden, Züger, verfassung; sie sind deshalb zu gewährleisten.

Zwygart (51) Der Ständerat hat am 5. Oktober 1994 der Gewährleistung zu-

gestimmt

Der Stimme enthalten sich - S'abstiennent:

Dormann, Jäggi Paul, Meyer Theo, Seiler Rolf (4) Heberlein Trix (R, ZH) présente au nom de la Commission des

institutions politiques (CIP) le rapport écrit suivant:

/Abwesend sind - Sont absents:

Bär, Baumberger, Béguelin, Berger, Bircher Peter, Borei Fran- En vertu de l'article 6 alinéa 1 er de la Constitution fédérale, les

çois, Bortoluzzi, BrüggerCyrill, Brunner Christiane, Carobbio, cantons sont tenus de demander à la Confédération la garan-

Couchepin, de Dardel, David, Epiney, Fasel, Fischer-Hägglin- tie de leur constitution. Selon l'alinéa 2 de ce même article, la

gen, Friderici Charles, Gobet, Graber, Grossenbacher, Jae- Confédération accorde la garantie, pour autant que ces consti-

ger, Jeanprêtre, Keller Rudolf, Lepori Bonetti, Leuba, Leuen- tutions soient conformes à la Constitution fédérale et à l'en-

berger Moritz, Marti Werner, Matthey, Mauch Rolf, Mauch Ur- semble du droit fédéral, qu'elles assurent l'exercice des droit

sula, Meier Samuel, Mühlemann, Marbel, Oehler, Ostermann, politiques selon des formes républicaines, qu'elles aient été

Perey, Pidoux, Savary, Scherrer Werner, Sieber, Spielmann, acceptées par le peuple et qu'elles puissent être révisées lors-

Steinegger, Suter, Tschopp, Tschuppert Karl, Weyeneth, Zieg- que la majorité absolue des citoyens le demande. Si une dis-

ler Jean, Zisyadis, Zwahlen (49) position constitutionnelle cantonale remplit toutes ces condi-

tions, la garantie fédérale doit lui être accordée; sinon, elle lui

Präsident, stimmt nicht - Président, ne vote pas: est refusée.

Frey Claude (1) En l'espèce, les modifications constitutionnelles ont pour

objet:

- dans le canton de Lucerne: la procédure de révision totale

An den Ständerat-Au Conseil des Etats de la constitution cantonale;

- dans le canton d'Uri: les montants-seuils pour le référendum

financier;

- dans le canton de Genève: la politique sociale de logement.

Toutes ces modifications sont conformes à l'article 6 alinéa 2

de la Constitution fédérale. Aussi la garantie fédérale doit-elle

leur être accordée.

La Conseil des Etats a approuvé la garantie le 5 octobre 1994.

Antrag der Kommission

Die Kommission beantragt einstimmig, den Bundesbeschluss

über die Gewährleistung geänderter Kantonsverfassungen

anzunehmen.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Gatt/Uruguay-Runde. Gesetzesänderungen. Bundesgesetz betreffend die

Erfindungspatente Gatt/Cycle d'Uruguay.

Modification de lois. Loi fédérale sur les brevets d'invention

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1994

Année

Anno

Band IV

Volume

Volume

Session Wintersession

Session Session d'hiver

Sessione Sessione invernale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 11

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 94.080-04

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 14.12.1994 - 08:00

Date

Data

Seite 2320-2325

Page

Pagina

Ref. No 20 024 902

Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung.

Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale.

Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.