National Council Session: December 13, 1993
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe National Council considered various interpellations and questions on December 13, 1993. Key issues discussed included development policy in Palestine, agricultural support measures, international dialogue, diplomatic recruitment, trade negotiations, and various social and security matters. The Federal Council provided written responses to all inquiries, addressing concerns ranging from humanitarian aid and trade agreements to law enforcement and national defense strategies.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 12 Absatz, Art. 11 Absatz, Art. 18 Absatz, Art. 24quinquies et 24sexies loi sur l'alcool, Art. 31 b loi sur l'agriculture; National Council Session: December 13, 1993: Key issues discussed included development policy in Palestine, agricultural support measures, international dialogue, diplomatic recruitment, trade negotiations, and various social and security matters. The Federal Council provided written responses to all inquiries, addressing concerns ranging from humanitarian aid and trade agreements to law enforcement and national defense strategies.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThese provisions concerning solidarity contributions in viticulture were cited as the legal basis for the question regarding their non-collection.
This provision on direct payments in agriculture was cited in relation to the question about farmers fulfilling certain production standards.
Volltext
Heure des questions 2330 N 13 décembre 1993
#ST# Fragestunde - Heure des questions 93.5262
Frage Goll
Entwicklungspolitik in Palästina
Question Goll
Politique de développement en Palestine
93.5244
Frage Baumann
Solidaritätsbeiträge im Obstbau Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
Question Baumann Die Schweiz hat in den besetzten palästinensischen Gebieten
Culture fruitière. Contributions de solidarité bisher nur humanitäre Hilfe geleistet. Die bisherige humani-
täre Hilfe soll durch eine echte Entwicklungszusammenarbeit
ergänzt werden. Dies sei das Ziel der DEH, wie Hans Schellen-
berg, Chef der Sektion humanitäre Zusammenarbeit, in einem
Artikel im «Tages-Anzeiger» vom 17. September 1993 erklärte.
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Der Christliche Friedensdienst und andere Hilfswerke haben
Die vom Parlament beschlossenen Solidaritätsbeiträge im die DEH schon vor längerer Zeit und wiederholt auf entspre-
Obstbau (Art. 24quinquies und 24sexies Alkoholgesetz) wur- chende Basisprojekte aufmerksam gemacht, jedoch negative
den, obschon der gesetzliche Auftrag gilt, im Geschäftsjahr und unkooperative Reaktionen erhalten.
1992/93 nicht erhoben. Ich frage den Bundesrat deshalb an, wie ernst die deklarierte
Stimmt es, dass die administrativen Schwierigkeiten ohne Notwendigkeit einer echten Entwicklungszusammenarbeit
eine erneute Gesetzesänderung praktisch nicht lösbar sind? gemeint ist oder ob die Schweiz auch in Zukunft nur Symptom-
Wäre es nicht doch sinnvoller, die Kleinstproduzenten von den bekämpfung betreiben will.
Zwangsabgaben zu befreien?
Texte de la question du 13 décembre 1993
Texte de la question du 13 décembre 1993 Jusqu'à présent, la Suisse s'est contentée d'apporter une aide
Les contributions de solidarité en arboriculture fruitière déci- humanitaire dans les territoires occupés de la Palestine. Cette
dées par le Parlement (art 24quinquies et 24sexies de la loi aide doit être complétée par une véritable coopération au dé-
sur l'alcool) n'ont pas été prélevées pour l'exercice 1992/93, veloppement Comme le précisait M. Hans Schellenberg, chef
période pourtant couverte par le mandat légal. de la Section coopération humanitaire, dans un article du «Ta-
Est-il vrai que les obstacles administratifs ne sont pratique- ges-Anzeiger» du 17 septembre 1993, c'est l'objectif de la
ment pas surmontables sans une nouvelle modification de loi? DDA Cela fait longtemps que le Mouvement chrétien pour la
Ne serait-il pas plus judicieux d'exempter les petits produc- paix et d'autres oeuvres d'entraide signalent régulièrement à
teurs des contributions obligatoires? la DDA des projets allant en ce sens, mais ils n'ont eu que des
réactions négatives ou réticentes.
Schriftliche Antwort des Bundesrates Je demande au Conseil fédéral quelle est la valeur des décla-
Der Hauptgrund für die Nichterhebung von Solidaritätsbeiträ- rations sur la nécessité d'une véritable coopération au déve-
gen beim Obst liegt in der angestrebten Koordination der Aus- loppement et si la Suisse continuera de se limiter à combattre
führungsbestimmungen mit den übrigen Agrarprodukten. les symptômes.
Wenn das Referendum gegen die Solidaritätsbeiträge im
Landwirtschaftsgesetz zustande kommt, wird eine Separatlö- Schriftliche Antwort des Bundesrates
sung für den Obstbau aufgrund des Alkoholgesetzes geprüft Bis zum Abschluss des Washingtoner Abkommens im Herbst
werden. dieses Jahres waren die Bedingungen für eine Unterstützung
Die Eidgenössische Alkoholverwaltung geht davon aus, dass von längerfristigen Aufbauvorhaben nicht gegeben. Heute ste-
die administrativen Schwierigkeiten ohne eine erneute Geset- hen wir in der Phase des Uebergangs von der kurzfristigen
zesänderung lösbar sind. Wenn die Branchenorganisationen Nothilfe zum langfristigen Aufbau.
nachgewiesen haben, dass die gesetzlichen Voraussetzun- Der Bundesrat hat am 20. September 1993 beschlossen, sich
gen erfüllt sind, wird sie der Bundesrat beauftragen, auf ihre am Wiederaufbau der besetzten Gebiete mit 60 Millionen
Kosten im Obstbau die Solidaritätsbeiträge bei Aussenseitern Franken zu beteiligen. Am 15. und 16. Dezember wird in Paris
einzuziehen. eine Konferenz aller Geberländer, inklusive der Schweiz, statt-
Aus administrativen Gründen ist vorgesehen, Kleinstprodu- finden. Die Schweiz wird danach ihre Programme festlegen.
zenten und Selbstversorger von der Beitragspflicht zu be- Wir gedenken, die Mittel je zu einem Drittel bilateral, über das
freien. Uno-System und im Rahmen der Weltbankprogramme einzu-
setzen. Bereits dieses Jahr finanziert die DEH über die UN-
RWA (United Nations Relief and Works Agency for Palestine
Refugees in thè Near East) die Instandstellung von 3 Materni-
tés und 27 Schulhäusern.
13. Dezember 1993 N 2331 Fragestunde
93.5264 Texte de la question du 13 décembre 1993
Selon diverses informations parues dans les médias, le Dépar-
Frage Loeb François tement fédéral des affaires étrangères aurait l'intention de
Dialog Dalai Lama/chinesische Regierung n'admettre plus que quatre stagiaires diplomatiques, et ce,
Question Loeb François dans le cadre d'un concours périodique.
Dialogue entre le dalai-lama - Ces informations sont-elles exactes?
et le gouvernement chinois - Dans l'affirmative, pour quels motifs cette curieuse décision
a-t-elle été prise? Cette diminution radicale de la relève en jeu-
nes diplomates ne menace-t-elle pas l'activité future dans le
domaine de la politique extérieure et, en conséquence, le suc-
cès de celle-ci?
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
Ich frage den Bundesrat, ob er, wie andere Regierungen dies
getan haben, bereit ist, mit diplomatischen Mitteln darauf hin-
zuarbeiten, einen Dialog (ohne Vorbedingungen) zwischen 93.5269
dem Dalai Lama und der chinesischen Regierung über die Ti-
betfrage in Gang zu bringen? Frage Rychen
Diplomatennachwuchs
Texte de la question du 13 décembre 1993
J'aimerais savoir si le Conseil fédéral est prêt à emboîter le pas Question Rychen
à d'autres gouvernements en déployant des moyens diploma- Accès à la carrière diplomatique
tiques pour convaincre le dalaï-lama et le gouvernement chi-
nois d'ouvrir, sans conditions préalables, le dialogue sur la
question tibétaine.
Schriftliche Antwort des Bundesrates Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
Wir unterhalten den Dialog mit dem Dalai Lama Wie Sie wis- In der Presse konnte man über Unstimmigkeiten im EDA be-
sen, wurde er am 19. August 1991 von meinem Vorgänger züglich des «Concours diplomatique» lesen. Gemäss diesen
empfangen. Mitarbeiter der Sektion Menschenrechte meines Darstellungen will Bundesrat Cotti nur vier statt wie üblich
Departementes haben ihn am 31. August 1993 ebenfalls ge- zwölf bis fünfzehn Jungdiplomaten selektionieren lassen.
troffen, und zwar anlässlich des 25. Jahrestages des klösterli- 1. Stimmt diese Aussage?
chen Tibetinstitutes in Rikon. Dies teilte der Bundesrat dem 2. Wenn ja, welches sind die Gründe für dieses Vorgehen?
Fragesteller auf dessen Einfache Anfrage vom 20. September
1993 mit. Anlässlich dieses letztgenannten Treffens ist der Da- Texte de la question du 13 décembre 1993
lai Lama nicht mit dem Wunsch an die Schweiz gelangt, darauf Selon la presse, il y aurait eu divergence de vues au sein du
hinzuwirken, den Dialog in der Tibetfrage mit der chinesischen DFAE en ce qui concerne le concours d'entrée à la carrière di-
Regierung zu erleichtern. plomatique. Apparemment, M. Cotti, conseiller fédéral, vou-
Wir begrüssen die Haltung des Dalai Lama, namentlich seinen drait ramener à quatre le nombre de jeunes gens se préparant
Willen, mit der chinesischen Regierung den Dialog zu führen. à entrer dans cette carrière, au lieu de douze à quinze comme
Wir sind überzeugt davon, dass die Tibetfrage mit friedlichen c'était le cas jusqu'ici.
Mitteln gelöst werden muss. Deshalb sind wir bereit, den Vor- 1. Ces informations sont-elles exactes?
schlag des Fragestellers zu prüfen und Möglichkeiten für die 2. Si oui, quels sont les motifs de cette décision?
Umsetzung dieses Vorhabens zu suchen. Im übrigen werden
wir am eingeschlagenen Weg festhalten, indem wir den Dialog Schriftliche Antwort des Bundesrates
sowohl mit der chinesischen Regierung als auch mit dem Da- auf die Fragen 93.5266 und 93.5269
lai Lama aufrechterhalten und dabei im Bereiche der Men- Eine grundsätzliche Ueberprüfung der Personalpolitik des De-
schenrechte aktiv bleiben. Diese Politik ist selber dazu ange- partementes ist im Gange. In diesem Zusammenhang stellen
tan, den Dialog zwischen der chinesischen Regierung und sich auch gewisse Probleme bei der Rekrutierung für den kon-
dem Dalai Lama zu erleichtern. sularischen und diplomatischen Dienst Diese haben wir er-
kannt, und wir sind daran, dafür Lösungen zu entwickeln.
Da jedoch noch verschiedene Abklärungen notwendig sind,
soll der Rekrutierungsconcoursfür 1994 im gleichen Rahmen
wie bisher erfolgen.
Für 1995 wird jedoch eine genaue und umfassende Ueberprü-
93.5266 fung des Systems ins Auge gefasst.
Frage Columberg
Diplomatennachwuchs
Question Columberg
Accès à la carrière diplomatique 93.5245
Frage Baumann
Artikel 31 b Landwirtschaftsgesetz
Question Baumann
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Loi sur l'agriculture. Article 31 b
Laut verschiedenen Medienberichten beabsichtigt das Eidge-
nössische Departement für auswärtige Angelegenheiten, nur
noch vier Anwärter für die Diplomatenausbildung zuzulassen,
und dies im Rahmen eines laufenden «Concours».
- Trifft diese Aussage zu? Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
- Wenn ja, aus welchen Gründen wurde dieser sonderbare Die Direktzahlungen gemäss Artikel 31 b Landwirtschaftsge-
Entscheid gefällt? Gefährdet diese wesentliche Kürzung beim setz werden zurzeit ausbezahlt.
Nachwuchs junger Diplomatinnen und Diplomaten nicht die - Wie viele Bauern (Prozentsatz) erfüllen die Bestimmungen
künftige Arbeit im aussenpolitischen Bereich und in der Folge der integrierten Produktion (IP), des biologischen Landbaus,
eine erfolgreiche Fortsetzung unserer Aussenpolitik? der kontrollierten Freilandhaltung?
Heure des questions 2332 N 13 décembre 1993
- Stimmt es, dass die Bestimmungen der integrierten Produk- - Le Conseil fédéral partage-t-il ce point de vue?
tion schon wieder gelockert werden sollen? - Qu'entreprend le Conseil fédéral dans cette phase aiguë
des négociations pour rendre l'Accord du Gatt acceptable
Texte de la question du 13 décembre 1993 également pour l'agriculture suisse?
La Confédération est en train de verser les contributions pré-
vues par l'article 31 b de la loi sur l'agriculture. Schriftliche Antwort des Bundesrates
- Quelle proportion de paysans remplissent les conditions de Der Bundesrat ist der Ansicht, dass das Blair-House-Abkom-
la production intégrée (PI), de la culture biologique et de l'éle- men eine grössere Flexibilität bringt, als dies im Entwurf der
vage contrôlé en liberté? Schlussakte vom 20. Dezember 1991 vorgesehen war. Die in-
- Est-il vrai que les conditions de la production intégrée doi- terne Stützung soll um 20 Prozent reduziert werden, und zwar
vent de nouveau être assouplies? global und nicht produkteweise, was die interne Umsetzung
der Resultate der Uruguay-Runde in der Schweiz erleichtern
Schriftliche Antwort des Bundesrates wird. Zudem enthält es die Verpflichtung, die subventionierten
1. Zurzeit liegen erst wenige definitive Abrechnungen der Kan- Exportmengen durchschnittlich um 21 Prozent anstelle von
tone vor. Aufgrund einer Umfrage bei den Kantonen und erster 24 Prozent zu reduzieren, was im Interesse der schweizeri-
provisorischer Abrechnungen können wir folgende Schät- schen Milchwirtschaft ist Es ist klar, dass dadurch nicht alle
zung bezüglich der Beteiligung machen: Probleme der schweizerischen Landwirtschaft gelöst sind.
- 9000 Betriebe oder rund 12 Prozent bei der integrierten Pro- Die Aenderungen, welche die Europäische Union in der letz-
duktion; ten Verhandlungsphase erzielt hat, lassen eine zusätzliche
-1600 Betriebe oder rund 2 Prozent beim biologischen Flexibilität in den Modalitäten der Anwendung des Landwirt-
Landbau; schaftsabkommens vermuten (Referenzjahre, Aggregation).
- 5600 Betriebe oder rund 8 Prozent bei der kontrollierten Frei- Der Bundesrat beabsichtigt, in der Schlussphase der Ver-
landhaltung. handlung alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel zu benut-
2. Der Bundesrat beabsichtigt nicht, die Bestimmungen be- zen, um diese Resultate im Interesse der schweizerischen
treffend die integrierte Produktion in der Oeko-Beitragsverord- Landwirtschaft noch zu verbessern.
nung zu ändern.
Gemäss Artikel 12 Absatz 1 der Oeko-Beitragsverordnung ist
die Erarbeitung von Regeln der integrierten Produktion primär
Sache der Fachorganisationen. Gemäss Absatz 2 desselben 93.5253
Artikels bedürfen die Regeln der Fachorganisationen der An-
erkennung durch das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW). Frage Bischof
Das BLW musste ferner Weisungen über die Mindestanforde- Alptransit im Tessin.
rungen erlassen. Zusammen mit Fachleuten (Spezialisten der Schaffung neuer Arbeitsplätze
eidgenössischen landwirtschaftlichen Forschungsanstalten Question Bischof
und interessierten Kreisen) hat das BLWdie ersten Weisungen NLFA au Tessin. Création d'emplois
(vom 10. Mai 1993) im Lichte der gemachten Erfahrungen und
unter Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten sorg-
fältig überprüft und soweit nötig angepasst, ohne jedoch die
Kernpunkte der IP in Frage zu stellen.
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
Laut «Tages-Anzeiger» sollen zwischen 2500 und 3700 neue
Arbeitsplätze durch den Bau der Alpentransversale (Alptran-
sit) entstehen.
Verständlicherweise freut sich die Tessiner Bevölkerung auf
93.5247 diese Arbeitsbeschaffung. Nur glaube ich, dass sie sich nicht
lange daran erfreuen werden, denn 4000 Grenzgänger haben
Frage Kühne in der letzten Zeit ihre Stelle im Tessiner Baugewerbe verloren.
Gatt-Verhandlungen. Interessen Dies veranlasst mich zu folgenden Fragen:
der schweizerischen Landwirtschaft - Ist die Gewährleistung gegeben, damit in erster Linie einhei-
Question Kühne mische Bauleute dort Arbeit finden?
Négociations du Gatt. -Wieweit wird sich der Bundesrat darum bemühen, damit
Intérêts de l'agriculture suisse auch wirklich zuerst einheimisches Personal rekrutiert wird?
Texte de la question du 13 décembre 1993
Selon le «Tages-Anzeiger», la construction des transversales
alpines (NLFA) devrait permettre de créer 2500 à 3700 em-
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 plois.
Die USA und Europa haben offenbar eine grundsätzliche Eini- Il va de soi que la population tessinoise se réjouit de ces possi-
gung im Agrarbereich auf der Basis Blair-House-Agreement bilités. Or, je crains qu'elle ne puisse s'en féliciter longtemps:
getroffen. Eine solche Regelung hat für die schweizerische en effet, 4000 frontaliers viennent de perdre ces derniers
Landwirtschaft allgemein und insbesondere für die Bereiche temps leur emploi dans la construction au Tessin.
Futtergetreidebau, Viehhaltung und Milchwirtschaft untrag- Cela m'incite à poser au Conseil fédéral les questions sui-
bare Folgen. vantes:
- Teilt der Bundesrat diese Einschätzung? - Est-on assuré que ce sera en premier lieu la population indi-
- Was unternimmt der Bundesrat, um in der gegenwärtigen gène qui trouvera du travail sur ces chantiers?
«heissen» Verhandlungsphase das Gatt-Abkommen auch für - Dans quelle mesure le Conseil fédéral fera-t-il pression pour
die Landwirtschaft tragbar zu gestalten? que la priorité soit réellement donnée à l'engagement de per-
sonnel indigène?
Texte de la question du 13 décembre 1993
II semble que les Etats-Unis et l'UE soient parvenus à un ac- Schriftliche Antwort des Bundesrates
cord de principe en matière agricole sur la base de l'Accord de Der Bau des Alptransits wird ohne Zweifel positive Beschäfti-
Blair House. Un tel accord aura des conséquences insuppor- gungseffekte in der Region und damit auch für das Tessin aus-
tables pour l'agriculture suisse dans son ensemble et plus par- lösen. Generell kann davon ausgegangen werden, dass für
ticulièrement pour les secteurs de la production de céréales diesen Auftragsbereich die Konkurrenzfähigkeit schweizeri-
fourragères, de l'exploitation animale et de l'économie laitière. scher Betriebe gegeben ist.
13. Dezember 1993 2333 Fragestunde
Der Bau der Alpentransversale bedeutet, dass nebst Tunnel- Die Meinungsäusserungsfreiheit verbietet die vorgängige
bauten auch zahlreiche andere Bauwerke auszuführen sind, Kontrolle. Das wäre staatliche Zensur. Um so zuverlässiger
für welche sich das ansässige Gewerbe in aller Regel am be- müssen die nachträglichen Massnahmen greifen, damit die
sten eignet. Dies wird daher Beschäftigungseffekte in Zuliefer- Veranstalter künftig von unwürdiger Gewaltdarstellung abge-
betrieben, z. B. der Schlosserei, Zimmerei, wie auch fürs Gast- halten werden.
gewerbe auslösen. Beschwerden über Gewaltdarstellung in Radio- oder Fern-
Dank der Prioritätsklausel für inländische Arbeitskräfte (Art. 7 sehsendungen können - allerdings erst nach deren Ausstrah-
BVO) wird, nebst anderen zentralen Voraussetzungen (insbe- lung - der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und
sondere gleiche Lohn- und Arbeitsbedingungen), gewährlei- Fernsehen (UBI) unterbreitet werden. Stellt die UBI eine Verlet-
stet werden, dass ausländische Arbeitskräfte nur zugelassen zung des Radio- und Fernsehgesetzes fest, kann dies für den
werden, wenn keine geeigneten einheimischen Arbeitnehmer Veranstalter konzessionsrechtliche Folgen haben.
verfügbar sind. Es gilt jedoch zu bedenken, dass der Tunnel- Ueberdies ist Artikel 135 des Strafgesetzbuches zu beachten,
bau häufig Spezialkenntnisse voraussetzt und dass somit der die menschenunwürdige Darstellung grausamer Gewalt-
nicht alle arbeitslosen Personen aus dem Baugewerbe dafür tätigkeit gegen Mensch oder Tier mit Strafe bedroht. Die Straf-
in Frage kommen werden. Die zuständigen kantonalen Ar- bestimmung verbietet nicht allein die Aufführung von Brutalo-
beitsmarktbehörden werden jedoch in Zusammenarbeit mit Videos, sondern bereits gewisse Vorbereitungshandlungen
dem Biga über die Einhaltung dieser Auflagen wachen. wie deren Herstellung, Einführung und Lagerung. Sobald der
zuständige Untersuchungsrichter-z. B. durch eine Anzeige-
Kenntnis von derartigen Aktivitäten erhält, untersucht er den
Sachverhalt von Amtes wegen. Gestützt auf das jeweils an-
wendbare kantonale Prozessrecht wird er über eine allfällige
sofortige Beschlagnahmung des Filmmaterialsentscheiden.
93.5239
Frage Hollenstein
Verbot des Brutalo-Videos «Child's Play» 93.5240
Question Hollenstein
Scènes de brutalité. Frage Hollenstein
Interdiction d'un film vidéo Flugverkehr in Altenrhein
Question Hollenstein
Trafic aérien à Altenrhein
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
Im Zusammenhang mit der Gerichtsverhandlung im Mordfall
James Bulger in Liverpool kam die Diskussion auf ein Brutalo- Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
Video mit dem Titel «Child's Play». Offenbar ist nicht auszu- 1. Wie kommt es, dass das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl)
schliessen, dass die jugendlichen Täter von diesem Video für öffentlichen Flugverkehr für das private Flugfeld Altenrhein be-
ihre Tat inspiriert worden sind. willigen kann, für das noch gar keine Konzession vorliegt?
Aufgrund von Reaktionen der britischen Oeffentlichkeit wurde 2. Das Bazl prognostiziert für Altenrhein eine Zunahme der
in England das erwähnte Video aus dem Fernsehprogramm Passagierinnen und Passagiere von 52 800 im Jahr 1992 auf
genommen. In der Schweiz hingegen ist eine Ausstrahlung 69000 im Jahr 1995 und auf 105000 im Jahr 2010. Dazu
des Films in der Sendung «Teleclub» geplant. kommt, dass das Bazl am 25. Oktober 1993 die Bewilligung für
Ist der Bundesrat bereit, in diesem konkreten Fall zu interve- die uneingeschränkte Inbetriebnahme des Instrumentenlan-
nieren und zu veranlassen, dass die Sendung von «Child's desystems (ILS) erteilt hat. Steht hinter diesem Vorgehen des
Play» abgesetzt wird? Bazl die Absicht, den rechtlichen Status des Flugplatzes Alten-
Erwähnter Film wird im «Teleclub» unter einem anderen Na- rhein zu ändern und ihn zu einem Regionalflugplatz oder so-
men gezeigt werden: «Chucky» 1-3, dritte Folge: «Child's gar zu einem konzessionierten Flughafen zu machen?
Play» 3. Bei der erwähnten Bewilligung wurden Forderungen des
Bundesamtes für Raumplanung (betreffend Zonenplan) nicht
Texte de la question du 13 décembre 1993 erfüllt. Weiter sind noch Einsprachen von Anwohnern zum Zo-
A l'occasion du procès des enfants qui ont tué le petit James nenplan hängig. Ist der Bundesrat auch der Meinung, dass die
Bulger à Liverpool, on a reparlé du film vidéo «Child's Play», erteilte Bewilligung des Bazl unzulässig und unakzeptabel ist?
qui montre des scènes de brutalité. Il se pourrait en effet que
les enfants en question se soient inspirés de ce film pour com- Texte de la question du 13 décembre 1993
mettre leur forfait. 1. Comment se fait-il que l'Office fédéral de l'aviation civile
Suite aux réactions de l'opinion publique britannique, ce film a (Ofac) puisse autoriser le trafic aérien public sur le champ
été retiré des programmes de télévision en Angleterre. En d'aviation privé d'Altenrhein, pour lequel il n'existe pas encore
Suisse, par contre, sa diffusion est programmée dans le cadre de concession?
de l'émission «Teleclub». 2. L'Ofac prévoit que le trafic à Altenrhein passera de 52 800
Le Conseil fédéral est-il disposé à intervenir ici pour faire en passagers en 1992 à 69 000 en 1995 pour atteindre 105 000 en
sorte que ce film vidéo ne soit pas diffusé? l'an 2010. En outre, il y a autorisé, le 25 octobre 1993, l'exploi-
tation illimitée du système d'atterrissage aux instruments
Schriftliche Antwort des Bundesrates (ILS). Cela signifie-t-il que l'Ofac a l'intention de modifier le sta-
Der Bundesrat teilt die Besorgnis der Fragestellerin. Die öffent- tut juridique du champ d'aviation d'Altenrhein pour faire de ce-
liche Darstellung von Gewalt kann zu einer Brutalisierung der lui-ci un aérodrome régional, voire un aéroport au bénéfice
Gesellschaft führen. d'une concession?
Der Bundesrat kann nicht intervenieren. Wohl verbietet Arti- 3. Lorsque l'autorisation précitée a été octroyée, on n'a pas
kel 6 Absatz 1 des Radio- und Fernsehgesetzes die Verharm- tenu compte des exigences de l'Office fédéral de l'aménage-
losung und Verherrlichung von Gewalt. Aber der Bundesrat ment du territoire (concernant le plan d'affectation des zones).
hat keinerlei medienrechtliche Mittel, die es ihm erlauben wür- En outre, des recours déposés par des riverains sont encore
den, die Ausstrahlung von Sendungen zu verhindern: Das Ra- en suspens. Le Conseil fédéral n'estime-t-il pas que l'octroi,
dio- und Fernsehgesetz kennt keine derartige vorsorgliche par l'Ofac, de l'autorisation précitée est inacceptable et inad-
Massnahme. missible?
35-N
Heure des questions 2334 N 13 décembre 1993
Schriftliche Antwort des Bundesrates Schriftliche Antwort des Bundesrates
1. Die Tatsache, dass ein Flugplatz den Rechtsstatus eines 1. Die Schweiz hat kein Anrecht auf Ausstrahlung eigener TV-
Flugfeldes und nicht eines Flughafens hat, schliesst dessen Programme im Ausland. Diese Möglichkeit könnte jedoch
Benützung durch Linienflüge in keiner Weise aus. Im vorlie- durch bilaterale Verträge geschaffen werden. Nachdem italie-
genden Fall besteht für diese Linienflüge sogar eine aus dem nische Sendungen in der Südschweiz gut empfangbar sind,
Staatsvertrag mit Oesterreich hervorgehende völkerrechtliche macht die Schweiz in den laufenden Verhandlungen das ent-
Zulassungsverpflichtung. sprechende Gegenrecht geltend. Diesbezügliche Schritte ha-
2. Der Flugplatz Altenrhein erfüllt seit jeher die Funktion eines ben jüngst sowohl Bundespräsident Ogi in einem Schreiben
Regionalflugplatzes. Ob in fernerer Zukunft der rechtliche Sta- an den italienischen Postminister Pagani als auch Bundesrat
tus des Flugplatzes geändert werden soll, wird vom Bundesrat Cotti anlässlich seiner Gespräche mit seinem italienischen
zu entscheiden sein. Zurzeit wird unter Mitwirkung von Ge- Amtskollegen Andreatta unternommen. Obwohl technische
meinden, Kantonen, interessierten Bundesstellen, Flugplatz- und politische Probleme eine Lösung erschweren, ist die
haltern und weiteren betroffenen Kreisen ein nationales Flug- Schweiz bezüglich eines baldigen Abschlusses der Verhand-
platzkonzept erarbeitet lungen zuversichtlich.
Sollte Altenrhein je den Status eines konzessionierten Flug- 2. Der Sender Castel San Pietro könnte die Versorgung des
platzes erhalten, müsste vorgängig zudem auch der mit Tessins bis an die Landesgrenzen mit einer gegenüber der
Oesterreich abgeschlossene Staatsvertrag entsprechend an- Koordination von 1987 reduzierten Sendeleistung sicherstel-
gepasst werden. len. Eine Versorgung des norditalienischen Gebietes mit dem
3. Gegen die vom Bazl erstinstanzlich im Interesse der Flugsi- TSI-Programm lässt sich aber nur mit der Einhaltung der ver-
cherheit erteilte Freigabe des Instrumentenlandesystems einbarten Koordination durch Italien bewerkstelligen.
(ILS) ist Beschwerde erhoben worden. Es wird nun Sache der
Beschwerdeinstanzen sein, festzustellen, ob diese Freigabe
zu Recht erfolgte oder nicht
93.5251
Frage Bischof
Medikamentenwerbung im Fernsehen DRS
Question Bischof
93.5246 Télévision DRS. Publicité pour des médicaments
Frage Cavadini Adriano
Fernsehen der italienischen Schweiz.
Programmausstrahlung in Italien
Question Cavadini Adriano Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
Télévision de la Suisse italienne. Im Anschluss an die von mir kürzlich eingereichte Interpella-
Diffusion en Italie tion «Medikamentenmissbrauch» veranlasste mich die Wer-
bung für Medikamente im Fernsehen erneut zu einer Frage.
Trotz gesetzlichem Verbot wird der Konsument von der Phar-
mabranche via Fernsehen darauf aufmerksam gemacht, wel-
ches Mittel für ihn am besten sei! Dass die Pharmafirmen nun
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 diese Werbung noch in eigener Regie kontrollieren wollen, ist
Seit 1988 bemüht sich das Fernsehen der italienischen ein Affront!
Schweiz (TSI) erneut darum, dass seine Programme auch in Da laut (neuestem) Bundesgesetz über Radio und Fernsehen
Italien empfangen werden können. Dies allerdings ohne Er- (RTVG) die Werbung für Heilmittel aus gesundheitspolitischen
folg, obwohl verschiedene internationale Verträge und Ueber- Gründen ausdrücklich verboten ist, ebenso wie Werbung für
einkommen dem TSI Sendekanäle zugeteilt haben, die jedoch Alkohol und Tabak, stelle ich dem Bundesrat folgende Frage:
bereits von italienischen Stationen besetzt sind. Ich frage den Was unternimmt der Bundesrat, damit auch Werbung für Me-
Bundesrat deshalb: dikamente von der Mattscheibe verbannt wird?
1. Hat man bei den letzten Gesprächen, die in dieser Sache in
Rom geführt wurden, die Zusicherung erhalten, dass die der Texte de la question du 13 décembre 1993
Schweiz zugeteilten Frequenzen tatsächlich benutzt werden Eu égard à ma récente interpellation intitulée «Abus des médi-
können? caments», la publicité télévisée en faveur des médicaments
2. Genügen die von den PTT vorgenommenen technischen m'incite à poser une nouvelle question sur ce sujet
Anpassungen am Sender Castel San Pietro, damit die Pro- Malgré l'interdiction prescrite par la loi, l'industrie pharmaceu-
gramme des TSI bald nach Italien ausgestrahlt werden kön- tique continue, par l'intermédiaire de la télévision, à attirer l'at-
nen, ohne dass dadurch die italienischen Fernsehprogramme tention des consommateurs sur les médicaments qui sont
und der Radar des Mailänder Flughafens gestört werden? censés être les meilleurs pour eux. Plus choquant encore est
le fait que les sociétés pharmaceutiques entendent instituer
Texte de la question du 13 décembre 1993 leur propre contrôle de ce type de publicité.
La Télévision de la Suisse italienne (TSI) s'efforce depuis 1988 Etant donné que la loi fédérale sur la radio et la télévision
de faire parvenir ses programmes en Italie. En vain, même si (LRTV), récemment promulguée, interdit formellement, pour
divers traités et accords internationaux ont attribué à la TSI des des motifs relevant de la politique en matière de santé publi-
canaux, qui sont toutefois occupés par des émetteurs italiens. que, toute publicité en faveur des médicaments, comme cela
C'est pourquoi je pose au Conseil fédéral les questions sui- est d'ailleurs aussi le cas pour l'alcool et le tabac, je pose la
vantes: question suivante:
1. A-t-il été possible après les derniers entretiens qui ont eu Qu'entreprend le Conseil fédéral pour proscrire du petit écran
lieu à Rome d'obtenir finalement l'assurance que les fréquen- toute publicité en faveur des médicaments?
ces assignées à la Suisse pourront réellement être utilisées?
2. Les mesures techniques adoptées par les PTT concernant Schriftliche Antwort des Bundesrates
le relais de Castel San Pietro, afin d'assurer la transmission en Der Bundesrat hat das gesetzliche Werbeverbot für Heilmittel
Italie sans perturber les émissions italiennes ni le radar de l'aé- in seiner Verordnung zum Radio- und Fernsehgesetz konkreti-
roport de Milan, représentent-elles la solution permettant d'as- siert Durch den Verweis in Artikel 14 der Radio- und Fernseh-
surer à court terme la diffusion des programmes de la TSI en verordnung (RTW) auf die heilmittelrechtlichen Bestimmun-
Italie? gen über die Publikumswerbung ist sichergestellt, dass der
13. Dezember 1993 N 2335 Fragestunde
Wille des Gesetzgebers respektiert wird. Diese Regelung 93.5260
schliesst Werbung für all jene Heilmittel aus, die bei unsachge-
mässer Verwendung die Gesundheit gefährden oder süchtig Frage Binder
machen können. Harmlose Produkte wie zum Beispiel Kräu- Autoindex 111
tertee und Babypuder, die zwar auch als Heilmittel registriert Question Binder
sind, können dagegen an Radio und Fernsehen und auch in Renseignements sur les plaques
den Printmedien beworben werden. minéralogiques au No 111
Die Einhaltung der erwähnten heilmittelrechtlichen Vorschrif-
ten wird bei den Zeitungen und Zeitschriften seit Jahrzehnten
von der Interkantonalen Kontrollstelle für Heilmittel (IKS) kon-
trolliert. Diese Praxis hat sich bewährt, so dass sich die für Ra-
dio und Fernsehen zuständigen Bundesbehörden ohne wei- Wortlaut der Frage vom 13, Dezember 1993
teres auf die Empfehlungen der IKS stützen können. Es kann Wie kürzlich aus der Presse zu erfahren war, beabsichtigen die
keine Rede davon sein, dass die Pharmafirmen ihre Werbe- PTT, ab 1994 eine neue Dienstleistung einzuführen. Ueber die
spots selbst kontrollieren. Nummer 111 sollen künftig sämtliche Adressen aller Auto-
Auch anderthalb Jahre nach Inkrafttreten von RTVG und RTW kennzeichen abgerufen werden können. Dies kann zum Bei-
hat der Bundesrat keinerlei Anlass, die bestehende Regelung spiel zu Belästigungen von alleinfahrenden Frauen führen,
zu ändern. zum Warten am Wohnort usw. Der schlimmste Nachteil ist
aber wahrscheinlich der, dass Einbrecherbanden an Strassen
die vorbeifahrenden Autos beobachten und so ihr nächstes
Ziel aussuchen können. Vollbepackte Autos mit mehreren In-
93.5258 sassen weisen darauf hin, dass an den betreffenden Adressen
wohl ungestört «gearbeitet» werden kann.
Frage Aubry Wie stellt sich der Bundesrat zu diesem, der persönlichen Si-
SBB. Zu hohe Wagen für die Westschweiz? cherheit jedes Autofahrers abträglichen und kriminellen Taten
Hilfestellung leistenden Vorhaben durch einen Bundes-
Question Aubry betrieb?
CFF et wagons trop hauts
pour la Suisse romande? Texte de la question du 13 décembre 1993
Comme on a pu l'apprendre dernièrement par la presse, les
PTT envisagent l'introduction d'une nouvelle prestation à par-
tir de 1994. Le No 111 doit à l'avenir donner toutes les adres-
ses correspondant aux plaques minéralogiques. Un tel ser-
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 vice peut conduire, entre autres, à ce que des femmes qui
Die SBB haben eben einen grossen Auftrag für Doppelstockwa- conduisent seules se retrouvent importunées ou attendues
gen vergeben, die auf den Intercity-Linien eingesetzt werden devant leur domicile. Mais l'inconvénient le plus grave réside
sollen. Dem Vernehmen nach können diese Wagen zwischen sans doute dans le fait que des bandes de cambrioleurs pour-
Bern und Genf nun aber gar nicht verkehren, weil die Eisen- ront observer les autos qui passent dans les rues et choisir
bahntunnels auf dieser Strecke zuwenig hoch sind. Die SBB ainsi leurs prochaines victimes. Les autos chargées de ba-
haben damit die Westschweiz bei einem weiteren ihrer Projekte gages, avec plusieurs occupants à leur bord, indiqueront
einfach «vergessen». Es dürfte aus Kostengründen wohl kaum qu'on peut «travailler» à l'adresse correspondante en toute
möglich sein, die Tunnels entsprechend zu vergrössern. tranquillité.
Was hält der Bundesrat von einem solchen Entscheid, welcher Que pense le Conseil fédéral de ce projet, qui rendra un ser-
die Bedürfnisseeines ganzen Landesteils nicht berücksichtigt? vice offert par une régie de la Confédération préjudiciable à la
sécurité personnelle des conducteurs, et fournira une aide à
Texte de la question du 13 décembre 1993 ceux qui commettent des actes criminels?
Les CFF ont passé une importante commande de wagons à
deux étages destinés aux lignes Intercity. Or, a-t-on appris, ces Schrittliche Antwort des Bundesrates
wagons ne pourront pas circuler de Berne à Genève, les tun- Mit der neuen Dienstleistung der PTT können dieselben Aus-
nels ferroviaires n'étant pas assez hauts pour leur passage. La künfte eingeholt werden, welche bisher schon in Buchform frei
Suisse romande est une fois de plus «oubliée» dans les projets erhältlich waren. Weiterhin bleiben auch die Kantone für die
des CFF, car il n'est guère possible de rehausser les tunnels Daten bzw. deren Schutz verantwortlich. So besteht nach wie
sans de gros moyens financiers. vor die Möglichkeit, beim Strassenverkehrsamt die Nichtveröf-
Que pense le Conseil fédéral d'un tel choix qui ne tient pas fentlichung zu verlangen. Ein zusätzliches Gefährdungspo-
compte d'une partie importante de la Suisse? tential entsteht mit der neuen Dienstleistung der PTT somit
nicht.
Schriftliche Antwort des Bundesrates
Es trifft zu, dass die SBB in einer ersten Tranche 58 Doppel-
stockwagen - 8 Kompositionen - bestellt haben und dass der
Verwaltungsrat die Generaldirektion der SBB zum Abschluss
eines Rahmenvertrages über 250 IC-Doppelstockwagen er-
mächtigt hat Der Gesamtbedarf beträgt nach heutiger Schät-
zung etwa 400 Wagen.
Im Rahmen des Erneuerungsprogramms haben die SBB den
Tunnel bei Flamatt ausgebaut, und bei jenem von Schmitten
sind die Umbauarbeiten in vollem Gange.
Das Ausbauprogramm «Bahn und Bus 2000» sieht die Neu-
konstruktion des Tunnels bei Vauderens vor. Dasselbe gilt für
die Tunnels bei Puidoux-Chexbres und Grandvaux.
Die Strecke Bern-Lausanne-Genf könnte somit für Doppel-
stockwagen geöffnet werden, sofern die Nachfrage dies erfor-
dert. Einsatzmöglichkeiten für Doppelstockwagen sind in der
Westschweiz vorgesehen.
Von einer Vernachlässigung der Romandie durch die SBB
kann demzufolge keine Rede sein.
Heure des questions 2336 N 13 décembre 1993
93.5265 93.5271
Frage Bischof Frage Bäumlin
Kettenbriefe Wiederaufbereitung von Uranbrennelementen
Question Bischof Question Bäumlin
Lettres envoyées selon le système de la chaîne Retraitement des combustibles d'uranium
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
In den letzten Wochen haben wieder vermehrt mehrere Perso- Im kommenden Januar stehen Vertragsverhandlungen mit
nen, in diversen Regionen der Schweiz, sogenannte Ketten- den USA betreffend die Genehmigung der Wiederaufberei-
briefe erhalten. Ich selbst wurde auch davon betroffen. tung abgebrannter Uranbrennelemente (amerikanischer Pro-
Die Leute, die man mit diesen Kettenbriefen anschreibt (immer venienz) in Sellafield/GBan.
anonym), werden aus meiner Sicht massiv bedroht und ver- Ich frage den Bundesrat an, wann endlich er diese Wiederauf-
ängstigt! Solche Briefe gehören ganz klar in den Papierkorb. bereitungspraxis beendet, die
Trotzdem bleibt aber das Problem, dass diese Kettenbriefe 1. die Atomwaffenproliferation befördert,
munter weiter zirkulieren und dadurch viele Leute in Angst und 2. von der Rohstoffsituation her unnötig ist,
Schrecken versetzt werden. 3. mit unabsehbaren ökologischen und gesundheitlichen Ri-
Der Post sind die Hände gebunden, denn erfüllt der Inhalt siken belastet ist.
solch eines Kettenbriefes einen Straftatbestand, so stehen
sich Postgeheimnis und Strafrecht gegenüber. Das Postge- Texte de la question du 13 décembre 1993
heimnis steht aberfür die Post über dem Strafrecht. DieKetten- En janvier prochain se tiendront à Sellafield (GB) des négocia-
briefaktionen sind schon lange ein ernsthaftes Problem in der tions avec les Etats-Unis portant sur l'autorisation de retrai-
Schweiz. ter des combustibles d'uranium usés (de provenance amé-
Was wird die Post unternehmen, damit diesen Kriminellen in ricaine).
Zukunft das Handwerk gelegt werden kann? Je pose au Conseil fédéral la question suivante:
Quand mettra-t-il fin, une fois pour toutes, à ce retraite-
Texte de la question du 13 décembre 1993 ment qui:
Au cours de ces dernières semaines, on a de nouveau cons- 1. favorise la prolifération d'armes nucléaires;
taté, dans plusieurs régions de Suisse, que de plus en plus de 2. est inutile vu les réserves de matières premières;
personnes avaient reçu des lettres envoyées selon le système 3. comporte des risques incalculables tant pour l'environne-
de la chaîne. J'ai moi-même reçu dételles lettres. ment que pour la santé des personnes?
Les personnes à qui sont adressées ces lettres -toujours ano-
nymes - sont à mon avis grandement menacées et désécuri- Schriftliche Antwort des Bundesrates
sées! Il est évident que la place de ces lettres est dans la cor- Die Wiederaufarbeitungsverträge sind privatrechtliche Ver-
beille à papier. Cependant un problème subsiste: les lettres träge zwischen Kernkraftwerkbetreibern und Sellafield-Betrei-
continuent de circuler sans encombre, plongeant du même bern. Es gibt keine völkerrechtliche Grundlage für eine Inter-
coup de nombreuses personnes dans l'inquiétude, voire dans vention des Bundesrates.
la frayeur. 1. Die Atomwaffenproliferation wird durch die Brennelement-
Les PTT ont les mains liées, car même si le contenu de ce Wiederaufarbeitung nicht gefördert. Damit es zu keiner miss-
genre de lettres est punissable en vertu de la loi, il y a conflit bräuchlichen Verwendung des Plutoniums kommt, ist eine ge-
entre le secret postal et le droit pénal. Or, pour les PTT, le se- naue Mengenkontrolle erforderlich. Die Schweiz und Gross-
cret postal passe avant le droit pénal. L'envoi de lettres de ce britannien haben den Atomsperrvertrag unterzeichnet und
type représente depuis longtemps un sérieux problème dans werden von der Internationalen Atomenergie-Agentur kontrol-
notre pays. liert
A cet égard, je pose la question suivante au Conseil fédéral: 2. Bei der Wiederaufarbeitung handelt es sich um eine sinn-
que vont entreprendre les PTT pour que l'on puisse mettre fin volle Methode, um Brennstoff und Ressourcen zu sparen. Die
aux agissements des criminels qui envoient ce type de lettres? Wirtschaftlichkeit dieser Methode ist vom stark schwankenden
Uranpreis abhängig und ist momentan nicht gegeben.
Schriftliche Antwort des Bundesrates 3. Wiederaufarbeitungsanlagen sind seit mehr als zehn Jah-
Kettenbriefe, die einen finanziellen Gewinn versprechen - ren im Betrieb. Erfahrungen zeigen, dass sie keine besonde-
durch Einsatz eines bestimmten Geldbetrages oder einer ren ökologischen oder gesundheitlichen Risiken darstellen.
Ware -, unterliegen dem Bundesgesetz vom 8. Juni 1923 be- Für eine detailliertere Antwort siehe unsere Stellungnahme zu
treffend die Lotterien und die gewerbsmässigen Wetten und den Interpellationen Bär 93.3112,93.3113 und 93.3114.
der dazugehörenden Vollzugsverordnung. Wer Kettenbriefe
verschickt, macht sich grundsätzlich strafbar. Der Empfänger
einer solchen Sendung kann ohne weiteres Strafanzeige ge-
gen den Urheber einreichen.
Die PTT haben keine Möglichkeit, Massnahmen gegen den
Versand von Kettenbriefen zu ergreifen. Das Postgeheimnis
verbietet jegliche Inhaltskontrolle bei Postsendungen. Solche
Sendungen sind rein äusserlich ja auch nicht als Kettenbriefe
erkennbar.
13. Dezember 1993 N 2337 Fragestunde
93.5243 93.5249
Frage Steinemann Frage Keller Rudolf
Schweizerischer Nationalfonds Vollzugsprobleme bei den Pensionskassen
Question Steinemann Question Keller Rudolf
Fonds national suisse Caisses de pension.
de la recherche scientifique Exécution des dispositions légales
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissen- Auf den 1. Januar 1995 soll die zweite Säule mit dem Freizü-
schaftlichen Forschung döst ruhig vor sich hin und bedient die gigkeitsgesetz und dem Wohneigentumsförderungsgesetz
wenigen Interessenten. weiter ausgebaut werden. Für die Pensionskassen bringt dies
Ausgrabungen in fremden Ländern, wo noch Baureste unter sehr arbeitsintensive Umstellungen, die von langer Hand vor-
Sand schlummern, laufen beispielsweise einfach weiter. bereitet werden müssen. Die schon bisher sehr komplizierte
Dass diese Aufgabe von sogenanntem schweizerischem In- Regelungsdichte wird durch die beiden neuen Gesetze stark
teresse ist, wage ich zu bezweifeln. Die Steuern zahlende Wirt- erweitert. Die Unsicherheit über die rechtliche Auslegung
schaft kann sich Wünschenswerteres nicht mehr leisten. mancher Bestimmung ist gross. Viele Details müssen noch in
- Geht es hier um attraktive Arbeitsbeschaffung, oder ist dies Verordnungen geregelt werden. In manchen Punkten ist es für
ein Ergebnis schulischer Fehlplanung auf höchster Ebene? die Versicherer unklar, was neu vorzubereiten und vorzukeh-
- Sollten die grossen finanziellen Zuwendungen des Bundes ren ist. Wenn entsprechende Verordnungen erst gegen Mitte
an den Fonds nicht ebenfalls gekürzt werden, solange auf al- 1994 oder später verabschiedet werden, ist bei den Versiche-
len Ebenen massiv gespart werden muss? rern eine «seriöse Inkraftsetzung» dieser Gesetze in Frage ge-
stellt.
Texte de la question du 13 décembre 1993 Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, um die zum Voll-
Le Fonds national suisse de la recherche scientifique somnole zug der Gesetze dringend notwendigen Informationen so
doucement, se contentant de servir quelques rares intéressés. schnell wie möglich, das heisst vor Ablauf der Referendums-
Ainsi continue-t-on de procéder à des fouilles dans des pays frist-noch im 1. Quartal 1994-, herauszugeben?
étrangers, où des vestiges dorment sous le sable.
J'ose émettre quelques doutes quant à l'intérêt que présen- Texte de la question du 13 décembre 1993
tent ces travaux pour la Suisse. De son côté, l'économie Le deuxième pilier doit être renforcé avec effet au 1 er janvier
suisse, grevée d'impôts, ne peut plus se permettre de financer 1995, par l'entrée en vigueur de la loi sur le libre passage et par
ce genre de projets. celle de la loi sur l'encouragement à la propriété du logement.
- Doit-on voir là une intéressante création d'emplois, ou bien Cela oblige les caisses de retraite à procéder à de très labo-
le résultat d'une erreur élémentaire de planification faite au rieux travaux de réaménagement, qui doivent être longuement
plus haut niveau? préparés. La réglementation déjà très compliquée ne devien-
- Les importantes subventions que verse la Confédération au dra que plus touffue après l'entrée en vigueur de ces deux lois.
Fonds national ne devraient-elles pas être réduites, en un L'interprétation juridique de nombreuses dispositions est très
temps où on fait des économies substantielles à tous les ni- incertaine. Plusieurs points devront encore faire l'objet d'or-
veaux? donnances ou de règlements. Les assureurs ne savent sou-
vent pas exactement quelles mesures ils devront nouvelle-
Réponse écrite du Conseil fédéral ment prendre. Si la réglementation nécessaire est arrêtée vers
Cette question donne au Conseil fédéral l'occasion de souli- l'été 1994 seulement, voire plus tard, les assureurs ne pour-
gner l'importance du Fonds national qui, parallèlement aux ront pas garantir une application sérieuse des lois précitées.
hautes écoles fédérales, constitue l'instrument le plus impor- Que pense faire le Conseil fédéral pour que les informations
tant d'encouragement de la recherche fondamentale. En nécessaires à l'application de ces lois soient publiées aussi
1992, le montant de 286,7 millions de francs mis à disposition vite que possible et en tout cas avant l'expiration du délai réfé-
par la Confédération a permis d'attribuer plus de 1200 man- rendaire, c'est-à-dire durant le premier trimestre de 1994?
dats de recherche pour des projets d'une haute valeur scienti-
fique. Plus de 80 pour cent des contributions ont été affectés Réponse écrite du Conseil fédéral
aux domaines des sciences naturelles et de l'ingénierie, ainsi 1. Le Conseil fédéral édictera à la fin du premier semestre de
que de la biologie et de la médecine. L'archéologie a bénéficié l'année 1994 les ordonnances sur le libre passage et sur l'en-
de 0,7 pour cent (1,6 million de francs), dont la plus grande couragement de la propriété du logement au moyen de la pré-
partie (67 pour cent) a été autorisée pour des fouilles en voyance professionnelle. La difficulté de la matière réglée
Suisse et environ 500 000 francs seulement pour la recherche dans ces lois exige que l'on élabore avec soin, en tenant
archéologique à l'étranger. compte de leur mise en pratique, des dispositions d'exécution
Les recherches scientifiques sur le patrimoine culturel de la relativement simples et claires, ce qui prend un certain temps.
Suisse, de même que celui des autres pays et peuples, ont 2. Afin de préparer le plus simplement et le plus rapidement
une grande importance pour le développement de la société à possible les institutions de prévoyance à l'introduction et à
l'avenir. Les connaissances et les expériences acquises à l'oc- l'application des deux lois, l'Office fédéral des assurances so-
casion de travaux sur des projets internationaux contribuent à ciales se propose d'organiser une séance d'information avec
la compréhension réciproque, élément fondamental de la col- les milieux compétents. On devrait ainsi avoir la certitude que
laboration internationale. les institutions de prévoyance disposeront en temps utile des
A la première question, le Conseil fédéral répond donc par la connaissances nécessaires pour appliquer les lois en ques-
négative. Il s'agit en fait de permettre à des chercheurs, jeunes tion et qu'elles seront à même de prendre les mesures appro-
pour la plupart, de se perfectionner dans les méthodes moder- priées.
nes de fouilles en travaillant sur des projets scientifiques de
haut niveau.
La réponse à la deuxième question est que le budget du
Fonds national a déjà été considérablement réduit
Heure des questions 2338 N 13 décembre 1993
93.5255 Texte cte la question du 13 décembre 1993
La presse a annoncé que trois projets de distribution contrôlée
Frage Reimann Maximilian d'héroïne, morphine et méthadone (Zurich, Berne etThoune)
Hausfrauenarbeit und Säule 3a pourraient débuter sous peu. Je demande au Conseil fédéral
Question Reimann Maximilian si ces projets sont au bénéfice ou soumis à une assurance res-
Travail domestique et pilier 3a ponsabilité civile comme le demande la Commission d'ethni-
que supraregionale (CES) de l'Académie suisse des sciences
médicales?
Selon l'ordonnance sur la prévention des accidents et des ma-
ladies professionnelles, l'article 11 alinéa 3 précise: «Le tra-
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 vailleur ne doit pas se mettre dans un état tel qu'il expose sa
Das Bundesgericht hat dieser Tage einer «Nur»-Hausfrau den personne ou celle d'autres travailleurs à un danger. Cela vaut
Anspruch auf steuerprivilegierte Abzüge in Form von Vorsor- en particulier pour la consommation d'alcool ou d'autres pro-
gebeiträgen der Säule 3a verweigert und festgehalten, dass duits enivrants.»
die Gleichstellung von Haushaltarbeit und Erwerbstätigkeit Ces projets ne sont-ils pas en contradiction avec la législation
bei der gebundenen Selbstvorsorge nur auf politischem Weg en vigueur?
realisiert werden könne.
Seit dem 17. März 1993 liegt dem Bundesrat meine Motion Réponse écrite du Conseil fédéral
93.3136 vor, wo eben diese Forderung enthalten ist Was hat 1. C'est seulement à Zurich que les premiers essais thérapeu-
den Bundesrat bis heute daran gehindert, zu dieser Motion tiques avec prescription médicale de stupéfiants vont débuter
Stellung zu nehmen? Steht er einer Aufwertung der Hausfrau- sous peu. C'est une condition obligatoire de l'OFSP, que les
enarbeit im Rahmen der BW 3 und damit einer Gleichstellung responsables garantissent que leurs projets bénéficient d'une
mit ordentlich entschädigter Arbeit positiv gegenüber? couverture en matière de responsabilité pour que ces projets
soient autorisés.
Texte de la question du 13 décembre 1993 2. Les patients participants aux essais se trouvent générale-
Ces jours derniers, le Tribunal fédéral a refusé à une femme ment dans un état grave de désintégration par rapport à leur
qui n'accomplissait «que» du travail domestique le droit de ver- réseau social et par rapport au travail, condition d'ailleurs exi-
ser des montants bénéficiant de privilèges fiscaux sous forme gée pour l'admission aux essais. La réinsertion dans le monde
de contributions au pilier 3a (prévoyance personnelle liée); il a du travail constitue un processus de réhabilitation avec diffé-
en outre relevé que le travail domestique et l'activité lucrative rentes étapes qui permettent une appréciation de la capacité
ne pourraient être mis sur pied d'égalité s'agissant de la pré- de travail. Ce processus passe d'abord par le travail protégé.
voyance personnelle liée que sur intervention politique. 3. Les essais susmentionnés sont soumis à la loi fédérale sur
Depuis le 17 mars 1993, le Conseil fédéral est en possession les stupéfiants et sont conformes aux conventions internatio-
de ma motion 93.3136 qui formule précisément cette exi- nales en matière de stupéfiants. Les responsables et les pa-
gence. Pour quelle raison le Conseil fédéral n'a-t-il pas encore tients intégrés à ces essais sont pour le reste tenus de respec-
donné son avis sur cette motion? Est-il favorable à une rééva- ter la législation suisse relative à la sécurité du travail, à la sécu-
luation du travail domestique des femmes dans le cadre de rité routière, etc.
l'OPP 3, visant à mettre ce travail au même niveau qu'une acti-
vité normalement rémunérée?
Réponse écrite du Conseil fédéral
Sous chiffre 3 de sa réponse du 1er juin 1993 à la motion Rei-
mann Maximilian du 17 mars 1993, le Conseil fédéral souligne 93.5267
qu'il est prévu de développer l'ouverture du pilier 3a aux per-
sonnes sans activité lucrative dans le cadre de la révision de la Frage Carobbio
LPP et qu'il est prêt à accepter ce point de la motion sous la Abkommen über soziale Sicherheit mit Chile
forme d'un postulat
Question Carobbio
Convention de sécurité sociale avec le Chili
93.5259
Frage Aubry
Legalität der kontrollierten Drogenabgabe Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
Question Aubry Nach gewissen Informationen hat das chilenische Ministerium
Légalité des projets de distribution de stupéfiants für Arbeit und soziale Wohlfahrt Verhandlungen mit verschie-
denen befreundeten Ländern, darunter die Schweiz, aufge-
nommen, um mit ihnen Abkommen über die soziale Sicherheit
abzuschliessen. Das Abkommen mit der Schweiz könnte un-
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 ter anderem vorsehen, dass Sozialleistungen für Chilenen in
Nach Presseberichten können drei Projekte für die kontrol- der Schweiz direkt dem chilenischen Sozialversicherungssy-
lierte Abgabe von Heroin, Morphium und Methadon (Zürich, stem zugeleitet werden.
Bern und Thun) demnächst anlaufen. Ich frage den Bundes- Sind solche Verhandlungen mit der Schweiz bereits aufge-
rat, ob für diese Projekte eine Haftpflichtversicherung besteht nommen worden? Wenn ja, ist man bereit, den Chilenen, die in
oder abgeschlossen werden muss, wie dies die Ueberregio- der Schweiz Anspruch auf Sozialleistungen haben, den Ent-
nale Ethische Kommission (Urek) der Schweizerischen Aka- scheid zu überlassen, ob sie diese in unserem Land beibehal-
demie der medizinischen Wissenschaften verlangt ten oder direkt in ihrem Heimatland empfangen wollen?
Die Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufs-
krankheiten bestimmt in Artikel 11 Absatz 3: «Der Arbeitneh- Texte de la question du 13 décembre 1993
mer darf sich nicht in einen Zustand versetzen, in dem er sich Selon certaines informations, le Ministère du travail et de la
selbst oder andere Arbeitnehmer gefährdet Dies gilt insbe- prévoyance sociale du Chili aurait ouvert des négociations en
sondere für den Genuss von Alkohol oder anderen berau- vue de conclure des conventions de sécurité sociale avec di-
schenden Mitteln.» vers pays amis, dont la Suisse. Ces conventions pourraient im-
Verstossen diese Projekte nicht gegen die geltenden gesetzli- pliquer le transfert des prestations sociales de Chiliens rési-
chen Bestimmungen? dant en Suisse au système des assurances sociales du Chili.
13. Dezember 1993 N 2339 Fragestunde
J'aimerais savoir si de telles négociations ont été engagées Sie hat unter dem Präsidium von Herrn Dr. B. Schneider, St
avec la Suisse et, dans l'affirmative, si on entend garantir aux Gallen, bereits zwei mehrtägige Sitzungen durchgeführt. Im
ressortissants chiliens qui ont droit aux prestations sociales en ersten Quartal 1994 ist dem Departementsvorsteher der Be-
Suisse la possibilité de choisir entre conserver leurs presta- richt abzugeben, worin, ausgehend von einem eher europäi-
tions en Suisse ou les recevoir directement dans leur pays. schen und einem eher amerikanischen Modell, mögliche Ge-
setzesmodelle summarisch aufzuzeigen sind. Gestützt auf die
Réponse écrite du Conseil fédéral Vorentscheide des Vorstehers EJPD hat die eidgenössische
La Suisse et le Chili ont mené des négociations afin de Expertenkommission «Spielbankengesetz» sodann den Ge-
conclure une convention de sécurité sociale, aux termes des- setzestext samt erläuterndem Bericht zu erarbeiten und dem
quelles on a pu se mettre d'accord sur pratiquement tous les Departementsvorsteher vorzulegen.
points. Un projet de convention concernant avant tout l'AVS/AI Die sachlichen und politischen Schwierigkeiten verlangen,
des deux Etats a donc été élaboré. Les dispositions prévues dass diese Vorlage gründlich und sorgfältig vorbereitet wird.
sont analogues à celles des conventions de sécurité sociale Wir erinnern in diesem Zusammenhang nur an die Probleme
que la Suisse a conclu avec d'autres Etats. A l'instar de ces im Zusammenhang mit dem organisierten Verbrechen und
conventions, il est également prévu dans le projet de conven- insbesondere mit der Geldwäscherei. Von Schlamperei kann
tion avec le Chili d'étendre le plus possible l'égalité de traite- demnach keine Rede sein.
ment entre ressortissants des Etats contractants ainsi que le
paiement des rentes ordinaires à l'étranger, que ce soit pour
l'un ou l'autre des deux Etats. Ainsi, comme dans les relations
avec les autres pays contractants, il n'y aura plus de possibilité 93.5248
de se faire rembourser les cotisations AVS lorsqu'on quitte la
Suisse. Frage Steifen
Selon le projet de convention, les ressortissants chiliens se- Mehr Immobilien an Ausländer?
raient donc en principe traités de la même façon que les res- Question Steffen
sortissants suisses concernant le droit aux rentes ordinaires Augmentation des ventes
suisses. Cela signifie, que les rentes seront directement ver- d'immeubles à des étrangers?
sées aux ayants droit, en dépit du fait qu'ils habitent en Suisse
ou au Chili. Cependant, le projet de convention ne prévoit pas
que les cotisations payées à l'AVS par les ressortissants chi-
liens seront transférées de l'assurance suisse à l'assurance
chilienne. Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
Die Nachfrage nach Schweizer Grund und Boden hat wieder
zugenommen. Nun soll offenbar der Verkauf von Grund und
Boden an Ausländer angekurbelt werden. Der Preis dieser Po-
93.5241 litik ist die weitere Verbetonierung schöner Täler und Berg-
regionen. Mancher Ausländer hat in der Vergangenheit
Frage Steinemann Flucht- und andere dubiose Gelder auf diese Weise erfolg-
Wann kommt die Casino-Vorlage? reich zu verstecken vermocht! In Zeiten zahlreicher Verkäufe
an Ausländer war die soziale Folge für die Einheimischen oft
Question Steinemann die, dass die Preise so stark anstiegen, dass sie sich keine
A quand le projet de loi sur les casinos? Grundstücke oder Immobilien mehr leisten konnten. Weshalb
will ausgerechnet in dieser sich von neuem abzeichnenden Si-
tuation der Bundesrat die Bestimmungen gegen den Ausver-
kauf lockern, und warum ist die Vernehmlassung gar dringlich
(nur bis zum 17. Januar 1994 Zeit!)?
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
Unsere Grenzlandkonkurrenz wartet mit neuen Spielangebo- Texte de la question du 13 décembre 1993
ten auf, um die Kundschaft zu sichern. Sofliessen noch weiter- La demande d'immeubles suisses est de nouveau à la
hin Millionen von Schweizerfranken anstatt in unsere leere hausse. De toute évidence, on a l'intention de relancer la vente
Bundeskasse in die Staatsschatullen unserer Anrainerstaaten. d'immeubles à des étrangers. La poursuite du bétonnage de
- Kann sich unser Staat den Kurs der Schlamperei in der Ge- jolies vallées et de belles régions de montagne sera le prix à
setzgebung (die Einsetzung der Expertenkommission dauerte payer. Dans le passé, plus d'un étranger a réussi à cacher des
über sechs Monate) leisten? capitaux en fuite, voire d'origine douteuse, en achetant un im-
- Wieso macht das EJPD mit der Casino-Vorlage nicht weiter? meuble! A l'époque où les ventes à des étranges se multi-
pliaient, il n'était pas rare d'assister à une telle flambée des prix
Texte de la question du 13 décembre 1993 que la population indigène n'avait plus les moyens d'acheter
Les casinos des pays limitrophes, concurrents de nos mai- des immeubles. Pourquoi le Conseil fédéral veut-il assouplir
sons de jeu, proposent de nouveaux jeux pour garder leur les dispositions contre le bradage d'immeubles au moment
clientèle. Aussi des millions de francs suisses continuent-ils même où ce phénomène est en train de se reproduire? Pour-
de tomber dans l'escarcelle des Etats voisins au lieu de ren- quoi la procédure de consultation est-elle si urgente (elle n'est
flouer nos caisses fédérales vides. ouverte que jusqu'au 17 janvier 1994)?
- Notre Etat peut-il se permettre une telle lenteur dans les tra-
vaux législatifs? (Il a fallu plus de six mois pour instituer la com-
mission d'experts en charge du dossier.)
- Pourquoi le DFJP ne poursuit-il pas ses travaux d'élabora-
tion d'un projet de loi sur les casinos?
Schriftliche Antwort des Bundesrates
Nach der Volksabstimmung musste das Bundesamt für Poli-
zeiwesen verschiedene Vorarbeiten leisten. Gestützt darauf
setzte das Departement am 24. September 1993 die eidge-
nössische Expertenkommission «Spielbankengesetz» ein.
Diese Kommission hat den Auftrag, gestützt auf Artikel 35 der
Bundesverfassung einen Vernehmlassungsentwurf samt er-
läuterndem Bericht zu erarbeiten.
Heure des questions 2340 N 13 décembre 1993
93.5250 gen zur marktwirtschaftlichen Erneuerung und in Berücksich-
tigung dieser Vorstösse mit der vorgeschlagenen Teilrevision
Frage Keller Rudolf eine kontrollierte Oeffnung des Bodenmarktes einleiten. Der
Volksinitiative gegen den Ausverkauf der Heimat Bundesrat ist überzeugt, dass eine Lockerung auch zur Besei-
Question Keller Rudolf tigung des Widerspruchs zwischen Lex Friedrich und Nieder-
Initiative populaire lassungsverträgen notwendig und dringlich ist. Eine Motion
»Contre le bradage du sol national» der Kommission für Rechtsfragen des Ständerates, welcher
dieser in der vergangenen Herbstsession zugestimmt hat, ver-
langt zudem, dass der Bundesrat den eidgenössischen Räten
bis spätestens im Mai 1994 eine Vorlage für eine rasche Teilre-
vision unterbreitet. Aus diesen Gründen konnte für das letzte
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Woche eröffnete Vernehmlassungsverfahren nur eine kurze
Am 20. Mai 1984 haben 48,9 Prozent der Stimmenden - und Frist angesetzt werden. Die Vorlage entspricht indessen weit-
8,5 Stände - der NA-Volksinitiative gegen den Ausverkauf der gehend der entsprechenden Eurolex-Vorlage und ist daher für
Heimat zugestimmt. Das war ein grosser Erfolg für die Initia- die Vernehmlassungsadressaten nicht neu.
tive. Bereits vorher wurde als Folge der Einreichung der Initia- Eine Zunahme der ausländischen Nachfrage im letzten und in
tive das Gesetz verschärft, und die wirtschaftliche Situation diesem Jahr ist nur im Bereich der Ferienwohnungen festzu-
trug das Ihrige zur Beruhigung der Lage bei. Nun scheint die stellen, insbesondere in den Kantonen Wallis und Graubün-
ausländische Nachfrage nach Schweizer Boden wieder zuzu- den. Der harte Kern des Gesetzes, wozu neben den reinen Ka-
nehmen, und der Bundesrat zeigt mit seinem Gesetzesliberali- pitalanlagen und dem gewerbsmässigen Immobilienhandel
sierungs-Vorschlag keinerlei Respekt gegenüber dem beacht- vor allem auch der Bereich Ferienwohnungen gehört, soll
lichen Resultat, das diese Initiative auf sich vereinigte. Von vie- nicht angetastet werden. Der Erwerb von solchen Wohnungen
len Leuten, die dieser Initiative zugestimmt haben, wird der soll weiterhin dem Bewilligungs- und Kontingentierungssy-
bundesrätliche Ausverkaufsliberalismus nicht verstanden. stem unterstellt bleiben. Von einem bundesrätlichen «Ausver-
Ist der Bundesrat bereit, wie bei anderen Fragen, wenn eine so kaufsliberalismus» kann daher keine Rede sein.
starke Minderheit vorhanden ist, auf diese Bedenken Rück- Im übrigen wird der Bundesrat selbstverständlich die Resul-
sicht zu nehmen? tate der Vernehmlassungen in seinem Entwurf, den er dem
Parlament unterbreiten wird, gebührend berücksichtigen.
Texfe de la question du 13 décembre 1993
Le 20 mai 1984, 48,9 pour cent des votants et huit cantons et
demi avaient dit oui à l'initiative populaire «Contre le bradage
du sol national», déposée à l'époque par l'Action nationale, ce 93.5254
qui avait été un grand succès. Quelque temps avant la date de
ce scrutin, la loi avait à dessein été renforcée et la situation Frage Dettling
économique de l'époque avait contribué à sa façon à détendre Revision der Bestimmungen
le marché. Or, il semble qu'à présent la demande étrangère re- über die GmbH. Bericht
prenne alors que le Conseil fédéral, en proposant une libérali-
sation de la loi, paraît ne pas vouloir respecter le résultat consi- Question Dettling
dérable du vote de naguère. Bien des Suisses qui ont dit oui à Révision des dispositions légales
l'initiative ne comprennent pas le libéralisme du Conseil fédé- sur les s. à. r. I. Rapport
ral qui équivaut à brader le sol national.
Le Conseil fédéral est-il disposé, ici comme pour d'autres
questions, à tenir compte de l'opposition d'une si forte
minorité?
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
Auf die Motionen Früh (92.3505) und des Unterzeichneten
(92.3591) betreffend Gesellschaftsform für Klein- und Mittelbe-
triebe bzw. Revision der Bestimmungen über die GmbH hat
93.5257 der Bundesrat in Aussicht gestellt, diesbezüglich eine Groupe
de réflexion einzusetzen, die bis Ende Juni 1993 eine Lagebe-
Frage Stalder urteilung vornehmen und Vorschläge unterbreiten soll.
Referendum gegen die Lex Friedrich? Nachdem die diesbezügliche Entwicklung für die Unterneh-
Question Stalder merschaft von grosser Bedeutung ist, frage ich das zuständige
Référendum contre la lex Friedrich? Departement an, ob der angekündigte Bericht bereits vorliegt,
wenn nicht, wann damit zu rechnen ist und worin gegebenen-
falls die grobe Marschrichtung besteht.
Texfe de la question du 13 décembre 1993
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 A la suite des deux motions déposées par M. Früh (92.3505
Der Bundesrat will scheinbar im Eiltempo die Lex Friedrich re- «Nouvelle forme de société pour petites et moyennes entrepri-
vidieren. Ist er sich bewusst, dass er damit viele Leute vor den ses») et moi-même (92.3591 «Code des obligations. Révision
Kopf stösst und ein Referendum provozieren könnte? des dispositions concernant les s.àr.l.»), le Conseil fédéral
avait déclaré qu'il envisageait de créer un groupe de réflexion
Texte de la question du 13 décembre 1993 qui aurait dû faire le point de la situation et soumettre des pro-
Le Conseil fédéral semble avoir l'intention de réviser à toute vi- positions jusqu'à la fin juin 1993.
tesse la lex Friedrich. Est-il conscient du fait qu'en agissant de Tout développement dans ce domaine ayant une grande im-
la sorte il va à rencontre de la volonté de nombreuses person- portance pour les entreprises, je demande au département
nes, risquant ainsi de provoquer un référendum? compétent si le rapport annoncé est déjà prêt ou quand il sera
vraisemblablement disponible, et quel est, le cas échéant, son
Schriftliche Antwort des Bundesrates orientation générale.
auf die Fragen 93.5248,93.5250 und 93.5257
Zahlreiche parlamentarische Vorstösse verlangen eine Locke- Schriftliche Antwort des Bundesrates
rung der Lex Friedrich, die Motionen Maspoli und Reymond Die vom EJPD eingesetzte Groupe de réflexion, die sich mit
sowie eine Standesinitiative Genf sogar deren sofortige Ab- der Zukunft des schweizerischen Gesellschaftsrechts im allge-
schaffung. Der Bundesrat möchte im Rahmen der Bestrebun- meinen und mit den Bestimmungen über die Gesellschaft mit
13. Dezember 1993 N 2341 Fragestunde
beschränkter Haftung im besonderen befasst, hat ihren Be- 93.5261
richt im September dieses Jahres abgeliefert. Der Bericht ist
derzeit im Druck und wird der Oeffentlichkeit Anfang 1994 vor- Frage Zwygart
gestellt werden. Gesetzeswidrige Abtreibungen
am Frauenspital Bern
Question Zwygart
Interruptions de grossesse illégales
93.5256 à la maternité cantonale de Berne
Frage Bischof
RAF und die «WoZ»
Question Bischof
Fraction Armée Rouge et «WochenZeitung» Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
In einer Reportage im «Berner Bär» über das Frauenspital Bern
wurde festgehalten, wie eine Frau abtreiben will: «.... 'aus so-
zialen Gründen', wie der Arzt sagt....»
Wie beurteilt der Bundesrat dieses gesetzeswidrige Verhalten,
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 und wie will er dagegen vorgehen?
In einer mir zugestellten Zeitung mit dem Titel «Zeitfragen», die
offensichtlich mehrere Parlamentarier und Parlamentarierin- Texte de la question du 13 décembre 1993
nen bekommen, wird in einem Artikel beschrieben, dass die Un reportage du «Berner Bär» sur la maternité cantonale de
«WoZ» («WochenZeitung») verdeckte Dienste für die RAF lei- Berne a décrit comment une femme veut avorter:«.... pour'rai-
ste! Trotz der Pressefreiheit in unserem Lande würde es mich son sociale', comme dit le médecin ....»
interessieren, ob die «WoZ» solche Terroristen unterstützt! Comment le Conseil fédéral juge-t-il ce comportement illicite
Ich frage daher den Bundesrat: et quelles mesures entend-il prendre à son encontre?
- Stimmen diese Informationen?
-Wenn ja, was meint er dazu, dass eine Schweizer Wochen- Schriftliche Antwort des Bundesrates
zeitung zu solchen Tendenzen neigt? Zulässig ist der Abbruch einer Schwangerschaft nach gelten-
dem Recht nur im Falle der sogenannten medizinischen Indi-
Texte de la question du 13 décembre 1993 kation. Für die Schwangere muss infolge der Schwanger-
Dans un journal intitulé «Zeitfragen» (questions d'actualité) qui schaft «Lebensgefahr oder grosse Gefahr dauernden schwe-
m'a été envoyé et que, manifestement, plusieurs parlementai- ren Schadens an der Gesundheit» bestehen (Art. 120 Ziff. 1,2
res reçoivent, il est dit dans un article que la «WochenZeitung» StGB). Andere Indikationen scheiden damit aus. Aufgrund ei-
(«WoZ») rend clandestinement des services à la Fraction Ar- ner geltungszeitlichen Auslegung des Begriffes Gesundheit ist
mée Rouge! Malgré la liberté de la presse dans notre pays, je heute anerkannt, dass sowohl psychiatrische wie auch psy-
serais intéressé de savoir si la «WoZ» soutient effectivement de cho-soziale Störungen mit Krankheitswert bei der Auslegung
tels terroristes! des Gesetzeswortlautes mit berücksichtigt werden müssen.
C'est pourquoi je demande au Conseil fédéral: Die Anwendung des Gesetzes fällt im übrigen in die aus-
- Ces informations sont-elles exactes? schliessliche Kompetenz der Kantone.
- Dans l'affirmative, que pense-t-il du fait qu'un hebdomadaire
suisse affiche des tendances pareilles?
Schriftliche Antwort des Bundesrates
Es trifft zu, dass die Zeitschrift «Zeitfragen» unter dem Titel
«WochenZeitung leistet verdeckte Dienste für die RAF» einen
Artikel publiziert hat, wonach sich die «WochenZeitung» als
Deckadresse für jene zur Verfügung stelle, welche die RAF- 93.5263
Publikation «Widerstandsinfo» diskret abonnieren möchten.
Die gewünschte Abklärung dieses Sachverhaltes sprengt we- Frage Sieber
gen fehlender Hinweise auf widerrechtliches Vorgehen den Roma in Osteuropa
Rahmen des Staatsschutzes, wie er in den vom Bundesrat gut-
geheissenen Weisungen des EJPD vom 9. September 1992 Question Sieber
festgelegt wurde. Der Bundesrat kann deshalb diese Informa- Tsiganes d'Europe de l'Est
tion weder bestätigen noch dementieren. Die Prüfung, ob sich
die «WochenZeitung» durch ihr Vorgehen allenfalls strafbar
macht, fällt in die kantonale Zuständigkeit.
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
Die Roma leiden heute in Osteuropa besonders unter Kriegs-
wirren, schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen und zuneh-
mendem Nationalismus. Sie müssen vielfach als Sünden-
böcke herhalten. Immer mehr werden die Roma zu «Fahren-
den» bzw. «Flüchtenden», die ziel- und perspektivenlos in Ost-
europa herumirren. Speziell in Ex-Jugoslawien geraten die
Roma zwischen die Kriegsfronten und in die ethnischen Säu-
berungen.
Trotz der grossen Gefährdung hat das Bundesamt für Flücht-
linge Ausweisungen aus der Schweiz ausgesprochen.
1. Wie wird die Situation der Roma in Osteuropa eingeschätzt?
2. Wie insbesondere in Ex-Jugoslawien, namentlich in
Kosovo?
3. Warum empfängt der Direktor des Bundesamtes für Flücht-
linge interessierte Kreise nicht zu einem Gespräch?
4. Ist der Bundesrat der Meinung, der Bürger stehe für die Ver-
waltung zur Verfügung oder die Verwaltung dem Bürger?
Heure des questions 2342 N 13 décembre 1993
Texte de la question du 13 décembre 1993 Texte de la question du 13 décembre 1993
Les Tsiganes d'Europe de l'Est sont aujourd'hui victimes des Depuis le 20 octobre 1993, la Suisse ne peut plus renvoyer les
conflits, du marasme économique et de l'essor du nationa- requérants d'asile du Kosovo, car la Macédoine a suspendu
lisme. Ils jouent souvent le rôle de boucs émissaires. De plus l'accord de transit qu'elle avait conclu avec la Suisse et qu'au-
en plus souvent, ils doivent prendre la route, voire fuir à travers cune autre voie de retour n'a encore pu être trouvée.
l'Europe de l'Est, sans but et sans perspective. Tout particuliè- Le Conseil fédéral n'estime-t-il pas lui aussi qu'en vertu de
rement dans l'ex-Yougoslavie, les Tsiganes sont pris entre les l'article 18 alinéas de la loi sur l'asile, l'ODR est tenu, du fait
camps des combattants et victimes de la purification ethnique. qu'il est techniquement impossible d'user de moyens de con-
Malgré les menaces qui pèsent sur eux, l'Office fédéral des trainte pour exécuter le renvoi, d'ordonner l'admission provi-
réfugiés a expulsé hors de Suisse un certain nombre de soire?
Tsiganes.
1. Comment le Conseil fédéral estime-t-il la situation des Tsi- Schriftliche Antwort des Bundesrates
ganes d'Europe de l'Est? Am 20. Oktober 1993 hat das Innenministerium der Republik
2. Comment juge-t-il leur situation, plus précisément, dans Mazedonien den zuständigen Bundesbehörden mitgeteilt,
l'ex-Yougoslavie et notamment au Kosovo? dass über Mazedonien keine zwangsweisen Rückführungen
3. Pourquoi le directeur de l'Office fédéral des réfugiés ne von abgewiesenen Asylbewerbern aus dem Kosovo mehr
reçoit-il pas les milieux intéressés pour un entretien? durchgeführt werden können. Eine gleichlautende Mitteilung
4. Le Conseil fédéral pense-t-il que le citoyen est au service de erhielten auch andere Staaten, wie z. B. die Bundesrepublik
l'administration ou l'administration au service du citoyen? Deutschland, Schweden und Norwegen.
Mit einem negativen Asylentscheid ergeht grundsätzlich eine
Schriftliche Antwort des Bundesrates Wegweisungsverfügung, welche unter anderem auch die Ver-
1. Die Roma zählen in Osteuropa zu den unterprivilegierten pflichtung enthält, die Schweiz zu verlassen. Dabei geht das
Bevölkerungsschichten. Sie leben am Rande der Gesell- Asylgesetz davon aus, dass die Ausländer die Ausreisefrist
schaft, häufig unter prekären wirtschaftlichen Verhältnissen. dazu benützen, die Schweiz freiwillig zu verlassen.
Zudem sind sie Opfer alltäglicher kleiner Diskriminierungen Zunächst ist festzuhalten, dass Kosovo-Albaner, welche die-
sowohl von privater wie von staatlicher Seite. Vereinzelt kommt ser Verpflichtung nachkommen, über verschiedene Drittstaa-
es auch zu Uebergriffen seitens der Bevölkerung. Falls Asylge- ten und insbesondere weiterhin auch über Mazedonien in den
suchen osteuropäischer Roma eine asylrelevante Verfolgung Kosovo zurückreisen können. Woche für Woche machen Hun-
zugrunde liegt, wird diesen Personen in der Schweiz Asyl ge- derte von Kosovo-Albanern von dieser Möglichkeit Gebrauch.
währt Zu einer zwangsweisen Rückführung in den Heimatstaat
2. Die Situation der Roma in Restjugoslawien, namentlich kommt es nur bei Ausländern, welche der Ausreiseverpflich-
auch im Kosovo, entspricht der oben dargestellten allgemei- tung nicht freiwillig nachkommen. Dafür hat der für den Voll-
nen Situation der Roma in Osteuropa Als Randgruppe sind zug zuständige Kanton die nötigen Vorkehrungen zu treffen.
sie allerdings von der schlechten Wirtschaftssituation Restju- Nur wenn sich der Vollzug der zwangsweisen Rückführung auf
goslawiens besonders betroffen. unabsehbare Zeit als unmöglich erweist - z. B. wegen ver-
3. Das Bundesamt für Flüchtlinge ist an einer umfassenden In- schlossener Reisewege oder fehlender Reisepapiere -, kann
formation stets interessiert und auch gesprächsbereit Wegen er dem Bundesamt für Flüchtlinge nach Artikel 18 Absatz 3
der vielen Gesprächsanfragen lädt das BFF interessierte Asylgesetz als Ersatzmassnahme die vorläufige Aufnahme
Kreise ein, ihre Anliegen und Erkenntnisse vorerst in schriftli- des Ausländers beantragen. Anders verhält es sich, wenn die
cher Form einzureichen. Rückführung nur vorübergehend unmöglich ist. In diesen Fäl-
4. Selbstverständlich stehtdie Verwaltung dem BürgerzurVer- len hat der Vollzugskanton die Kompetenz, die Wegweisungs-
fügung und nicht umgekehrt. Die Eidgenossenschaft hat mit frist in eigener Kompetenz um höchstens 30 Tage zu verlän-
der Dachorganisation der Fahrenden in der Schweiz einen gern und danach, falls nötig, beim Bundesamt für Flüchtlinge
Vertrag abgeschlossen. Gegenstand dieses Vertrages ist ins- eine weitere Fristverlängerung zu beantragen. Nachdem sich
besondere die Schaffung einer Auskunfts- und Beratungs- in bezug auf die Rückreiseroute in den Kosovo Ausweichrou-
stelle für Fragen im Zusammenhang mit Asylgesuchen von ten über andere Staaten abzeichnen und auch die Dauer der
Ausländern, die ethnisch zu den Fahrenden gehören. mazedonischen Sistierung nicht definitiv feststeht, ist eine vor-
läufige Aufnahme weder sinnvoll noch rechtlich angezeigt.
93.5242
93.5268
Frage Steinemann
Frage Bühlmann Schweizer Blauhelmtruppen
Status der abgewiesenen Question Steinemann
Asylsuchenden aus Kosovo Troupes de casques bleus suisses
Question Bühlmann
Requérants d'asile du Kosovo
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
Obwohl das von der Lega, der Auto-Partei und den Schweizer
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Demokraten lancierte «Blauhelmreferendum» mit weit über
Seit dem 20. Oktober 1993 kann die Schweiz abgewiesene 90 000 Unterschriften zustande gekommen ist, gibt Bundesrat
Asylsuchende aus Kosovo nicht mehr zurückschaffen, weil Villiger in einem Interview bekannt, dass Schweizer Blauhelm-
Mazedonien die Transitvereinbarung mit der Schweiz sistiert truppen auch in Ex-Jugoslawien denkbar sind.
hat und noch kein anderer Weg für die Rückschaffung gefun- - Ist Bundesrat Villiger nicht bereit, den Volksentscheid in die-
den werden konnte. ser Sache abzuwarten?
Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass das BFF laut -Wie hoch werden die Kosten (zu Lasten der Steuerzahler)
Artikel 18 Absatz 3 Asylgesetz verpflichtet ist, bei technischer geschätzt, welche durch die Vorbereitungen für die keinesfalls
Unmöglichkeit der zwangsweisen Ausschaffung als Ersatz- sicher entstehende Truppe und den nicht akzeptablen Einsatz
massnahme vorläufige Aufnahmen zu erteilen? für die Stimmbürgerbeeinflussung entstehen?
13. Dezember 1993 N 2343 Fragestunde
- Rechnet Bundesrat Villiger mit einem Krieg in Ex-Jugosla- 93.5252
wien weit über das Jahr 1997, da er für unsere Blauhelme - bei
einem noch längst nicht gesicherten Volksentscheid - nach ei- Frage Dünki
ner «Lernphase frühestens 1996 in einfachen Missionen» an- Russische Truppen im Baltikum
schliessend auch einen Einsatz in Ex-Jugoslawien in Betracht und Sicherheit in Europa
zieht? Question Dünki
Déploiement de troupes russes
Texte de la question du 13 décembre 1993 à la frontière des Etats baltes
Le «référendum sur les casques bleus» lancé par la Lega, le
Parti des automobilistes et les Démocrates suisses, qui a ré-
colté plus de 90 000 signatures, n'a pas empêché M. Villiger,
conseiller fédéral, d'affirmer lors d'une interview que l'envoi de
casques bleus suisses également dans l'ex-Yougoslavie Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
n'était pas à exclure. Der Vorsteher des Eidgenössischen Militärdepartementes
- M. Villiger, conseiller fédéral, ne compte-t-il pas attendre le (EMD) und der Verteidigungsminister Russlands haben am
verdict populaire en la matière? 22. November 1993 in Bern eine gemeinsame Medienkonfe-
- A combien estime-t-on le coût (à la charge du contribuable) renz durchgeführt. Sollten sich Estland, Lettland oder Litauen
des préparatifs nécessaires à la levée et à l'envoi inacceptable für eine Mitgliedschaft in der Nato entscheiden, hat der russi-
de cette troupe dont on n'est pas sûr du tout qu'elle verra le sche Minister «ernsthafte Massnahmen an der gemeinsamen
jour- ces préparatifs étant d'ailleurs de nature à influencer les Grenze» in Aussicht gestellt.
citoyens? Hat der Vorsteher des EMD dieser den Frieden in ganz Europa
- M. Villiger, conseiller fédéral, pronostiquerait-il une pour- gefährdenden Drohung und der Doktrin vom «näheren Aus-
suite de la guerre dans l'ex-Yougoslavie pour l'après-1997 vu land» Russlands widersprochen? Sind in nächster Zukunft Be-
qu'il envisage - alors qu'une acceptation en votation popu- gegnungen des Vorstehers des EMD mit den Verteidigungs-
laire n'est pas encore acquise tant s'en faut - l'envoi de cas- ministern Estlands, Lettlands und Litauens vorgesehen?
ques bleus dans l'ex-Yougoslavie après une période de for-
mation dans des missions sans grands dangers, mais pas Texte de la question du 13 décembre 1993
avant 1996? Le chef du Département militaire fédéral (DMF) et le ministre
russe de la défense ont donné ensemble une conférence de
Schriftliche Antwort des Bundesrates presse le 22 novembre 1993 à Berne. Le ministre russe a af-
1. Ob die von den eidgenössischen Räten beschlossenen firmé à cette occasion que si l'Estonie, la Lettonie ou la Lituanie
Schweizer Blauhelmtruppen geschaffen werden, wird das décidaient d'adhérer à l'Otan, la Russie devrait prendre des
Volk entscheiden. Im Blick auf die Volksabstimmung hat der mesures sérieuses à la frontière commune.
Bundesrat die Pflicht, die Oeffentlichkeit darüber zu informie- Le chef du DMF a-t-il répliqué à ces paroles qui constituent
ren, welche Aufgaben schweizerischen Blauhelmen übertra- une menace pour la paix dans toute l'Europe et mis en cause
gen würden. Das Interview des EM D-Vorstehers ist Teil dieser la doctrine russe autorisant une intervention dans les pays voi-
Informationsarbeit. sins? Des rencontres entre le chef du DMF et les ministres de
2. Die materiellen Vorbereitungen für die Bereitstellung einer la défense estonien, letton et lituanien sont-elles prévues?
schweizerischen Blauhelmformation - nicht zu verwechseln
mit den seit Jahren im Einsatz stehenden Blaumützen - sind Schriftliche Antwort des Bundesrates
bis nach der Volksabstimmung sistiert. Es entstehen somit Anlässlich des Besuches des russischen Verteidigungsmini-
keine unzulässigen Kosten zu Lasten des Steuerzahlers. sters in Bern erläuterte der Vorsteher des EMD seinem Kolle-
Ueber den Kostenaufwand für den allfälligen Aufbau und Ein- gen in einem ausführlichen Gespräch, in dem auch die neue
satz schweizerischer Blauhelmformationen gibt die Botschaft russische Verteidigungsdoktrin erörtert wurde, die Haltung
zum Blauhelmgesetz detailliert Auskunft. der Schweiz zur Lage in Europa und zu den Perspektiven einer
Der Bundesrat führt keine Beeinflussungskampagne. europäischen Sicherheitsarchitektur.
3. Die Schweiz wird durch die Ereignisse in Ex-Jugoslawien Nach Schweizer Auffassung haben alle europäischen Staaten
unmittelbar betroffen, indem Hunderttausende von Flüchtlin- das Recht, die für die Wahrung ihrer Sicherheitsinteressen not-
gen aus den Kriegsgebieten nach Westeuropa, unter ande- wendigen Massnahmen zu treffen, sofern diese defensiver Na-
rem in unser Land, geflohen sind oder noch fliehen könnten. tur sind und die Rechte anderer nicht verletzen. Dazu gehört
Hilfe und Friedenssicherung vor Ort haben deshalb auch in gegebenenfalls auch die Freiheit, sich einer defensiven Militär-
unserem eigenen Interesse höchste Priorität. allianz anzuschliessen.
Dabei geht es neben der humanitären Unterstützung vor allem Der Vorsteher des EMD legte seinem russischen Kollegen dar,
darum, die Eskalation der bewaffneten Auseinandersetzun- dass aus schweizerischer Sicht eine Entsendung von Truppen
gen auf weitere Gebiete zu unterbinden, um neue Not und in andere Länder nur aufgrund eines klaren Mandates der Uno
Flüchtlingsströme zu verhindern. oder der KSZE erfolgen darf.
Blauhelme spielen bei solchen Aktionen der Friedenssiche- Der Vorsteher des EMD wird Mitte Januar mit dem lettischen
rung eine entscheidende Rolle. Sie überwachen Waffenstill- Verteidigungsminister Pavlovskis zusammentreffen. Sicher-
stände und Pufferzonen. heitspolitische Kontakte mit den Verteidigungsministerien von
Die Schweiz hat bereits heute unbewaffnete Militärbeobachter Litauen und Estland sind vorgesehen. Ihr genauer Rahmen ist
in Kroatien und Bosnien-Herzegowina im Einsatz. Eine Beteili- noch nicht festgelegt.
gung von Schweizer Truppen an Kampfhandlungen ist von
Gesetzes wegen ausgeschlossen. Hingegen wäre es auf-
grund des unmittelbaren Sicherheitsinteresses für unser Land
denkbar, dass sich in einer ferneren Zukunft Schweizer Blau-
helme an Operationen der Friedenssicherung auf dem Balkan
beteiligen, sofern diese im Einverständnis mit allen beteiligten
Parteien erfolgen und den Wiederausbruch von bewaffneten
Konflikten verhindern.
Der Bundesrat wird im übrigen alles in seiner Macht Stehende
unternehmen, um mitzuhelfen, dem mörderischen Gesche-
hen in Bosnien-Herzegowina ein möglichst baldiges Ende zu
setzen.
Heure des questions 2344 N 13 décembre 1993
93.5270
Frage Borer Roland
Armeebauten für Drogensüchtige
Question Borer Roland
Hébergement de toxicomanes
dans des constructions militaires
Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993
In diversen Staaten leben Ex-Drogensüchtige in der Phase
des körperlichen Entzugs und der sozialen Rehabilitation in
dorfähnlichen Gemeinschaften zusammen. Sie werden dort
mit grossem Erfolg auf die Wiedereingliederung in die Gesell-
schaft vorbereitet.
Ich frage in diesem Zusammenhang den Bundesrat an, ob es
im Inventar des EMD nicht Grundstücke oder Bauten gibt, die
infolge der Armeereform 95 nicht mehr benötigt und für derar-
tige Projekte zu Verfügung gestellt werden könnten.
Texte de la question du 13 décembre 1993
Dans plusieurs Etats, d'anciens drogués en phase de désin-
toxication et de réhabilitation sociale vivent dans des commu-
nautés de type rural. Ils s'y préparent, avec de bonnes chan-
ces de réussite, à se réintégrer dans la société.
Je demande à ce sujet au Conseil fédéral si, dans le cadre de
la réforme de l'Armée 95, il n'existe pas dans l'inventaire du
DMF des terrains ou des bâtiments dont l'armée n'aurait plus
besoin et qui pourraient être mis à la disposition des responsa-
bles pour de tels projets.
Schriftliche Antwort des Bundesrates
Die Armeereform 95 bringt u. a eine bestandesmässige Ver-
kleinerung der Armee um rund einen Drittel. Diese wird durch
die Herabsetzung des Wehrpflichtalters erreicht; bezüglich
Stellungspflicht und Rekrutenausbildung wird nach wie vor
das gesamte Potential ausgeschöpft. Der Bedarf an Ausbil-
dungsinfrastruktur - insbesondere an Waffenplätzen - wird
deshalb in der «Armee 95» nicht kleiner, im Gegenteil: Die
bundeseigenen Waffen-, Schiess- und Uebungsplätze sollen
inskünftig vermehrt auch für Truppenkurse zur Verfügung ge-
stelltwerden, um eine effiziente Ausbildung in modernen Anla-
gen sicherzustellen. Von diesem Gesichtspunkt her kann das
EMD keine geeigneten Grundstücke oder Gebäude zur län-
gerfristigen Unterbringung und Therapierung von Drogenab-
hängigen anbieten.
Ob auf den zur Schliessung vorgesehenen Flugplätzen geeig-
nete Räumlichkeiten für die Unterbringung von Drogenabhän-
gigen frei würden, wäre noch abzuklären, erscheint aber eher
fraglich.
So oder so wäre eine solche Unterbringung nur sinnvoll, wenn
gleichzeitig die fachgerechte Betreuung der Drogenpatienten
sichergestellt werden könnte, was weder das EMD noch die
Armee zu übernehmen in der Lage wären.
Schluss der Sitzung um 19.55 Uhr
La séance est levée à 19 h 55
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Fragestunde
Heure des questions
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1993
Année
Anno
Band V
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 09
Séance
Seduta
Geschäftsnummer ---
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 13.12.1993 - 14:30
Date
Data
Seite 2330-2344
Page
Pagina
Ref. No 20 023 476
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