Swiss Federal Assembly Parliamentary Questions and Answers
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis document contains parliamentary questions and answers from a session of the Swiss Federal Assembly. Topics discussed include Swiss participation in UN military observer training, army modernization, arms exports to Turkey, financial aid for military training, the weapons storage initiative, the "Bahn 2000" and NEAT railway projects, privatization of Cargo Domicile, the use of public funds for pilot training, the establishment of Europol, the use of Swiss border guards in Macedonia, and financial aid to Kyrgyzstan. The questions probe government policy, justifications for decisions, and potential financial implications, while the answers provide explanations and current policy stances.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 11 Abs. 2 Bst, Art. 11 Absatz, Bundesratsbeschluss vom 19. Mai 1971 über den Flugdienst beim EVED, Bundesverfassung Artikel 102 Ziffer 8; Swiss Federal Assembly Parliamentary Questions and Answers: Topics discussed include Swiss participation in UN military observer training, army modernization, arms exports to Turkey, financial aid for military training, the weapons storage initiative, the "Bahn 2000" and NEAT railway projects, privatization of Cargo Domicile, the use of public funds for pilot training, the establishment of Europol, the use of Swiss border guards in Macedonia, and financial aid to Kyrgyzstan. The questions probe government policy, justifications for decisions, and potential financial implications, while the answers provide explanations and current policy stances.
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KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
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KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis decision is cited as the legal basis for the flight services provided by the Federal Office of Civil Aviation (Bazl), including the financing of pilot training.
This article grants the Federal Council the competence to conduct foreign policy, which includes approving the deployment of personnel for peacekeeping missions abroad.
This regulation governs the deployment of personnel for peacekeeping missions, outlining their rights, insurance, and benefits.
Volltext
7. Juni 1993 N 1019 Fragestunde
#ST# Sechste Sitzung - Sixième séance Ein grosserTeil unserer Bevölkerung kann dies nicht akzeptie-
ren, handelt es sich hier doch um eine klare Missachtung des
Volkswillens resp. des Uno-Beitritts-Neins. Wie kann dies der
Montag, 7. Juni 1993, Nachmittag
Bundesrat verantworten?
Lundi 7 juin 1993, après-midi
14.30h Texte de la question du 7 juin 1993
Récemment, des exercices auxquels 35 officiers de l'ONU de
Vorsitz - Présidence: Herr Schmidhalter 8 pays - dont 16 Suisses - prirent part, ont eu lieu dans le can-
ton de Thurgovie. Les participants ont été préparés à leur futur
engagement durant un cours d'instruction de trois semaines.
Une grande partie de notre population ne saurait accepter
cette action qui est en contradiction flagrante avec le refus de
Präsident: Am vergangenen Abstimmungswochenende sind notre peuple d'accepter l'adhésion à l'ONU. Comment le
Volk und Stände einmal mehr den Abstimmungsempfehlun- Conseil fédéral justifie-t-il la mesure qu'il a prise ?
gen von Parlament und Bundesrat gefolgt Wir dürfen uns über
das Abstimmungsresultat freuen, das viel deutlicher ausgefal- Bundesrat Villiger: Ich möchte zuerst die Worte Ihres Präsi-
len ist, als dies gewisse Meinungsumfragen vorausgesagt ha- denten verdanken.
ben. Nur ein nicht geführter Kampf ist von vornherein verloren! Wir kommen wieder zu den Tagesproblemen der Schweizer
Dieses eindeutige Abstimmungsergebnis ist all jenen zu ver- Armee zurück. Ich beantworte die Frage von Herrn Steine-
danken, die sich dafür eingesetzt haben, dass unsere Armee mann wie folgt: Seit 1989 haben Offiziere der Schweizer Armee
mit modernen Mitteln ausgerüstet werden kann. Ein besonde- die Möglichkeit, sich im Rahmen internationaler Lehrgänge zu
rer Dank gebührt dem Vorsteher des Militärdepartementes, unbewaffneten Uno-Militärbeobachtern ausbilden zu lassen.
Herrn Bundesrat Kaspar Villiger. 1989 und 1990 konnten insgesamt 31 Schweizer Offiziere die
Das Schweizervolk hat sich einmal mehr für eine glaubwür- nordische Uno-Militärbeobachter-Schule in Niinisato (Finn-
dige Landesverteidigung ausgesprochen, auch wenn hohe fi- land) besuchen. Sie wissen alle auch, dass schweizerische
nanzielle Kosten dafür in Kauf genommen werden müssen. Es Militärbeobachter sowohl in Jugoslawien wie im Nahen Osten
hat bewiesen, dass es auch in einer politisch und wirtschaftlich im Einsatz sind.
1992 führte die Schweiz erstmals einen eigenen Uno-Militärbe-
schwierigen Zeit kluge und zukunftsgerichtete Entscheide fäl-
len kann. Es konnte einem Moratorium nicht zustimmen, das obachter-Kurs durch. Damit übte sie längst fälliges Gegen-
die Modernisierung unserer Luftwaffe auf Jahre hinausge- recht. Kurse im eigenen Land helfen aber auch, unser eigenes
schoben hätte. Mit der Verwerfung der Waffenplatz-lnitiative Wissen in Sachen Friedenssicherung weiter auszubauen und
hat das Schweizer Volk auch einer zeitgemässen Ausbildung bei erfahreneren Nationen entsprechend Anerkennung zu fin-
in der Armee zugestimmt. den. Deshalb hat die Schweiz auch dieses Jahr einen solchen
Gegenüber dem Ausland hat die Schweiz am vergangenen Uno-Militärbeobachter-Kurs mit internationaler Beteiligung
Wochenende ihren Willen bekräftigt, für die eigene Sicherheit durchgeführt Diese internationale Beteiligung ist eine Berei-
zu sorgen. Sie wird damit auch einen Beitrag zur Stabilität und cherung - auch für uns -, und wir beabsichtigen aufgrund der
zum Frieden in Europa leisten - und falls sich die Schweiz der- guten Erfahrungen, diesen Kurs auch 1994 zu wiederholen.
einst an der europäischen Integration beteiligt, wird sie nicht Obwohl die Schweiz nicht Mitglied der Uno ist, ist der Bundes-
mit leeren Händen dastehen. rat der Auffassung, dass sich unser Land an den internationa-
Mit dem Volksentscheid vom Wochenende ist auch der Weg len Massnahmen zur Friedenssicherung - natürlich im Rah-
frei für weitere militärpolitische Anliegen. Die Armeereform 95 men unserer Neutralität - beteiligen muss. Damit können wir
einen Beitrag zur internationalen Sicherheit leisten. Von dieser
muss jetzt konsequent weitergeführt werden. Dabei kann es
nicht nur um organisatorische und Rüstungsfragen gehen, Sicherheit hängt auch unsere Sicherheit massgeblich ab.
sondern auch um einen Bewusstseinsprozess und um eine Aus diesem Grund hat der Bundesrat die Friedensförderung in
moderne Sicherheitspolitik. Auch wenn zahlreiche Stimmbür- den sicherheitspolitischen Auftrag der Armee aufgenommen.
Dieser wurde sowohl im Bericht 1990 zur Sicherheitspolitik, als
gerinnen und Stimmbürger den beiden Volksinitiativen zuge-
stimmt haben und regionale Unterschiede festgestellt werden auch im Armeeleitbild festgeschrieben und von Ihnen gutge-
müssen, geht die Schweiz aus dieser Abstimmung gestärkt heissen.
hervor. Die Schweiz hat sich in den letzten Jahren wiederholt nicht nur
finanziell, sondern auch personell an solchen friedenserhal-
tenden Aktionen der Uno beteiligt. Dieses Engagement ist im
Ausland äusserst positiv vermerkt worden, und wir haben den
Eindruck, dass es auch im eigenen Land grossen Rückhalt ge-
#ST# Fragestunde - Heure des questions funden hat.
Steinemann: Auch ich gratuliere Ihnen, Herr Bundesrat Villi-
ger, zum Abstimmungsergebnis von gestern.
Aber nun zum Uno-Thema: 1986 haben Volk und Stände zu ei-
nem Engagement bei der Uno klar nein gesagt Das Volk ist
jetzt der Meinung, dass «die da oben» wieder machen, was sie
93.5073 wollen. Wird der Volkswille bei solchen Uebungen noch ge-
wahrt? Wir können uns mit diesem Thema übrigens noch am
Frage Steinemann nächsten Mittwoch auseinandersetzen.
Schweizer im Uno-Einsatz
Question Steinemann Bundesrat Villiger: Ich glaube auch, dass das eines der Pro-
Suisses au service de I'ONU bleme sein wird, die wir am nächsten Mittwoch hier bespre-
chen müssen. Ich kann allerdings kurz meine Meinung vor-
wegnehmen:
In der Tat haben bei der Abstimmung über den Uno-Beitritt
Fragen wie «Blauhelme» und «Teilnahme an Sanktionen» eine
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993 wichtige Rolle gespielt. Man war damals der Meinung, das sei
Im Kanton Thurgau sind in letzter Zeit Uebungen mit 35 Uno- mit unserer Neutralität nicht vereinbar.
Offizieren aus 8 Nationen - darunter 16 Schweizer - durchge- In der Zwischenzeit hat sich die internationale Lage stark ver-
führt worden. Die Teilnehmer wurden in einer dreiwöchigen ändert. Es würde nicht verstanden, wenn sich ein Land wie die
Ausbildung «auf ihren späteren Einsatz» vorbereitet. Schweiz nicht beteiligen würde, wenn es z. B. darum geht, ei-
Heure des questions 1020 N 7 juin 1993
nen Brecher des Völkerrechts mit Sanktionen zur Raison zu nanzielle Entschädigung» in Form einer Ausbildungspau-
bringen. Wir haben den Eindruck, dass auch unsere Blaumüt- schale; es könnte auch eine andere Form gewählt werden.
zen-Aktionen in Namibia und in der Sahara vom Volk verstan- Die in der Presse verbreitete Meldung entspricht deshalb un-
den worden sind. Wir haben aber, nicht zuletzt um diesem Vor- serer Absicht. Vorderhand handelt es sich allerdings lediglich
wurf begegnen zu können, für die Blauhelmvorlage die Geset- um Pläne, ein Entscheid ist noch in keiner Weise gefallen, we-
zesform gewählt, weil wir der Meinung sind, dass hier notfalls der ob man das tun solle noch in welcher Höhe und wie es fi-
das Referendum sollte ergriffen werden können: Dann steht nanziert werden solle. Für den Bundesrat steht aber ausser
die demokratische Legitimation ganz einwandfrei fest; man Zweifel, dass in der heutigen Zeit zahlreiche junge Angehörige
kann nicht mehr sagen, man stütze sich auf etwas ab, über der Armee mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
was das Volk früher anders entschieden habe. Ich darf darauf hinweisen, dass es Leute gibt, die sagen, sie
Ich habe den Eindruck, dass das Schweizervolk die neuen in- verdienten wesentlich mehr, wenn sie stempeln gingen, als
ternationalen Gegebenheiten in sein Denken einbezieht; des- wenn sie Korporal würden oder noch weitermachten. Viele
halb würde ich sogar einem Referendum bei den Blauhelmen können es sich aus diesem Grund gar nicht leisten, sich militä-
zuversichtlich entgegensehen. Aber dies sind Fragen, die wir risch weiterausbilden zu lassen. Wir meinen deshalb, dass es
hiereingehend ausdiskutieren müssen. aus sozialen Gründen angemessen wäre, hier ein kleines Zei-
chen zu setzen. Aber der Bundesrat hat darüber noch keinen
Entscheid gefällt
Steinemann: Ich bin anderer Meinung, Herr Bundesrat, und
93.5075 frage Sie, ob Sie sich nicht auch einmal fragen sollten, ob die
veränderte Lage auf dem Arbeitsmarkt, die wieder mehr Solda-
Frage Steinemann ten freiwillig zum Weitermachen animiert als früher, kein wichti-
Sonderzulagen für Weiterausbildung ger Aspekt ist Oder sind Sie sogar der Meinung - was ich nicht
in der Armee hoffe -, dass jene, die aufgrund von finanziellen Anreizen wei-
Question Steinemann termachen, besser qualifizierte Armeeangehörige sind?
Indemnités pour favoriser
l'avancement dans l'armée Bundesrat Villiger: Wir haben momentan keine grossen
Schwierigkeiten, Kandidaten zu finden - die Lage hat sich an-
scheinend doch gebessert-, aber man muss auch realisieren,
dass die militärische Weiterausbildung heute wahrscheinlich
grössere Opfer beinhaltet als früher. Es gibt vermehrt Firmen,
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993 vor allem auch internationale, die weniger Verständnis haben,
Einer Meldung war zu entnehmen, dass Sonderzulagen von wenn Mitarbeiter weitermachen. Für die berufliche Karriere
5000 bis 10 000 Franken (etwa 50 Millionen pro Jahr) als Ani- wird das Weitermachen, wie gesagt, auch nicht mehr als be-
mation zur Weiterausbildung in der Armee aus dem «überspie- sonders attraktiv betrachtet Das ist der Grund, warum wir in
senen» EO-Fond (Erwerbsausgleichskasse) ausbezahlt wer- der Ausbildung etwas mehr leisten möchten.
den sollen. Wenn sich ein junger Mann in der Schweiz zur Verfügung
In der heutigen Wirtschaftslage und im Hinblick auf die vorge- stellt, in seinem Leben vielleicht tausend zusätzliche Dienst-
sehene Armeereform sollte es wirklich keine finanziellen Ani- tage zu leisten, dann leistet er freiwillig mehr für dieses Land
mierungen zum Weitermachen mehr brauchen. als jeder andere.
Die überzähligen EO-Gelder (heutiger Stand 2,9 Milliarden, Deshalb scheint mir doch die Frage legitim zu sein, ob er nicht
benötigt etwa 800 Millionen pro Jahr) könnten zum Beispiel in dieser Zeit etwas besser gehalten werden könnte als sozu-
mit einer Ueberweisung von 500 Millionen Franken pro Jahr sagen um Gottes Lohn. Es können echte finanzielle Probleme
der Arbeitslosenkasse beste Dienste leisten. entstehen, weil der eine vielleicht schon eine Familie hat, der
Glaubt der Bundesrat wirklich, dass die geplanten Animati- andere vielleicht einmal einen Kredit aufgenommen hat, den
ons-Ausgaben gerechtfertigt sind und dies vom Volk auch er nicht hätte aufnehmen sollen, aber es zu spät merkte usw. In
noch verstanden würde? solchen Situationen stellt sich die Frage einer Sonderzulage
eben doch.
Texte de la question du 7 juin 1993 Ich habe sehr viele Briefe bekommen, führe sehr viel Korre-
II ressort d'une information que des indemnités spéciales de spondenz darüber. Es gibt hier wirklich echte Härtefälle von
5000 à 10 000 francs, totalisant environ 50 millions de francs sehr qualifizierten Leuten. Es darf doch letztlich nicht sein,
par an, seront versées pour favoriser l'avancement dans l'ar- dass sich einer sagt: Wenn ich stemple, stehe ich finanziell
mée; ces sommes seront puisées dans le fonds APG (fonds besser da Das Qualitätsproblem können wir selbstverständ-
de compensation du régime des allocations pour perte de lich gesondert lösen. Ich habe den Eindruck, wir bekommen
gain) qui disposerait d'excédents. durchaus qualifizierte Leute, gerade in der heutigen Zeit.
Compte tenu de la situation de l'économie et en prévision de la
réforme de l'armée, des indemnités destinées à favoriser
l'avancement dans l'armée ne sont pourtant plus nécessaires.
Les fonds en surplus dont dispose l'APG (état actuel
2,9 milliards, fonds nécessaires environ 800 millions de francs 93.5093
par an) pourraient rendre de meilleurs services si on versait
500 millions de francs par an à la caisse d'assurance-chô- Frage Ruckstuhl
mage. Waffenplatz-Initiative.
Le Conseil fédéral croit-il vraiment que les indemnités desti- Konsequenzen des Abstimmungsresultates
nées à favoriser l'avancement dans l'armée se justifient et se- Question Ruckstuhl
ront approuvées par le peuple? Initiative sur les places d'armes.
Conséquences de la votation populaire
Bundesrat Villiger: Im Bericht vom 27. Januar 1992 über die
Konzeption der Armee in den neunziger Jahren, also im Ar-
meeleitbild, haben wir unsere Absicht formuliert, die Kader-
ausbildung in der «Armee 95» attraktiver zu gestalten. Dabei
wurden summarisch drei konkrete Massnahmen aufgeführt: Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
eine qualitativ hochstehende und teilweise zivil verwendbare Wie wirkt sich das Abstimmungsresultat der Waffenplatzinitia-
Ausbildung in einem relativ frühen Alter, eine Verkürzung der tive auf die Ersatzstandorte von St. Gallen und das weitere Vor-
Beförderungsdienste und «allenfalls auch eine zusätzliche fi- gehen in Neuchlen-Anschwilen aus?
7. Juni 1993 N 1021 Fragestunde
Texte de la question du 7 juin 1993 humaine » Or, dans plus de dix provinces, la Convention
Quelles conséquences les votations concernant l'initiative sur internationale des droits de l'homme n'est toujours pas appli-
les places d'armes auront-elles sur les stationnements provi- quée.
soires de Saint Gali et sur l'avenir de Neuchlen-Anschwilen? Le Conseil fédéral est-il disposé à interdire l'exportation d'ar-
mes vers la Turquie?
Bundesrat Villiger: Wir haben die Antwort zu dieser Frage erst
heute morgen redigiert. Ich bin ausserordentlich glücklich Bundesrat Villiger: Ich habe den Eindruck, Frau Fankhauser
über die Art der Antwort, die ich Ihnen jetzt geben kann. und ich wickeln periodisch das gleiche Ritual ab. Ich weiss,
1. Die Tätigkeiten für die Realisierung des Waffenplatzes welche Frage Sie hin und wieder stellen wird, und Sie weiss,
Herisau-Gossau werden wiederaufgenommen. Dabei geht es welche Antwort ich ihr darauf geben werde. Ich gehe aber
im Moment in erster Linie um die Einleitung der Submissionen gerne darauf ein.
im Bereich der Baustellenvorbereitung und der Hochbauten. Der Bundesrat verfolgt die Entwicklung der Lage in der Türkei
Die bereits erfolgten Submissionen in beiden Bereichen selbstverständlich laufend und mit grosser Sorgfalt. Seit Juli
mussten aufgrund der Bauverschiebung gemäss Subventi- 1992 ist kein Ausfuhrgesuch nach der Türkei mehr bewilligt
onsverordnung annulliert werden. worden, und zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist kein Ausfuhrge-
2. Das Bauprogramm für die Kasernenbauten und die Ausbil- such für die Türkei hängig. Es werden keine Entscheide zur
dungsanlagen sieht grosso modo folgenden Zeitplan vor: Ausfuhr von Kriegsmaterial gefällt, ohne dass ein konkretes
- Baustellenvorbereitung: Herbst 1993; Gesuch um die Erteilung von Ausfuhrbewilligungen oder Vor-
-Kasernenbau: Spätherbst 1993 bis Frühjahr 1994 (Kaser- anfragen dazu vorliegen; das ist im Moment nicht der Fall.
nenrohbau); Damit entfällt nach Ansicht des Bundesrates die Notwendig-
- Bezug der Kaserne: frühestens 1997; keit eines generellen Verbotes der Kriegsmaterialausfuhr nach
- neue Ausbildungsanlagen werden laufend realisiert und be- der Türkei. Aber ich kann Ihnen selbstverständlich zusichern,
nützt. dass diese Frage im konkreten Fall wieder sorgfältig geprüft
3. Bis zum Bezug der neuen Kaserne mit drei Kompanien wird würde.
die Infanterieschule 7/207 weiterhin die bisherigen Standorte
Herisau, Urnäsch und Bronschhofen benützen müssen, mit all
den damit verbundenen Transporten. Nach dem Bezug der
Kaserne in Neuchlen-Anschwilen ist für die in Herisau verblei-
bende Zentrale Schule für Instruktionsunteroffiziere proviso- 93.5067
risch die Sanierung der Kaserne Herisau vorgesehen.
Frage Loeb François
Osée. Schweizerische Zentrale
für Handelsförderung
Question Loeb François
Osée. Office suisse d'expansion commerciale
93.5094
Frage Fankhauser
Türkei. Waffenexport
Question Fankhauser Wortlaut der Frage vom 7, Juni 1993
Turquie. Exportation d'armes Gemäss Agenturmeldung im Berner «Bund» vom 13. Mai 1993
will der Bundesrat dem Parlament vorschlagen, bei der
Schweizerischen Zentrale für Handelsförderung (Osec) für
1,3 Millionen Franken ein Korrespondenzzentrum der Euro-
Info-Zentren der EG einzurichten.
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993 Aufgrund welcher Kriterien wird dieser Auftrag vergeben?
Die neue Regierung in der Türkei hat eine Grossoffensive ge- Wurde bei der Auswahl der Leistungsträgerin geprüft, ob an-
gen die kurdischen Widerstandskämpfer angekündigt Laut dere in der Exportförderung tätige Organisationen gewillt und
Kriegsmaterialgesetz «werden keine Ausfuhrbewilligungen er- in der Lage wären, ein solches Zentrum einzurichten, zu betrei-
teilt, nach Gebieten, in denen ein bewaffneter Konflikt ben und zu unterhalten?
herrscht, ein solcher auszubrechen droht oder sonstwie ge- Wird im Rahmen der Finanzplanung geprüft, ob Dienstlei-
fährliche Spannungen bestehen» (Art. 11 Abs. 2 Bst a). stungspakete, für welche die Osec vom Bund entschädigt
Nach Artikel 11 Absatz 2 Buchstabe b ist der Export von Waf- wird, auch von anderen in der Exportförderung tätigen Organi-
fen auch untersagt, «wenn Grund zur Annahme besteht, dass sationen angeboten werden könnten?
Kriegsmateriallieferungen in ein bestimmtes Land die von der
Schweiz im internationalen Zusammenleben verfolgten Be- Texte de la question du 7 juin 1993
strebungen, insbesondere zur Achtung der Menschen- Selon une dépêche parue dans le «Bund» du 13 mai 1993, le
würde .... beeinträchtigen». Die internationale Konvention Conseil fédéral compte proposer au Parlement de verser à
über die Menschenrechte gilt für mehr als zehn Provinzen l'Office suisse d'expansion commerciale (Osec) 1,3 million de
nach wie vor nicht. francs pour créer un Centre de correspondance des Euro Info
Ist der Bundesrat bereit, den Export von Waffen in die Türkei zu Centres de la Communauté européenne.
verbieten? Sur la base de quels critères ce mandat a-t-il été donné?
A-t-on examiné, lors du choix de l'organisation responsable,
Texte de la question du 7 juin 1993 s'il existait d'autres organisations travaillant dans le domaine
Le nouveau gouvernement turc a annoncé une grande offen- de l'expansion commerciale qui soient disposées à créer et à
sive contre les résistants kurdes. Aux termes de la loi sur le gérer ce Centre de correspondance et qui en aient la capa-
matériel de guerre, «aucune autorisation d'exportation ne sera cité?
délivrée à destination de territoires où des conflits armés ont Examine-t-on, dans le cadre du plan financier, si d'autres orga-
éclaté ou menacent d'éclater ou dans lesquels régnent des nisations travaillant dans le domaine de l'expansion commer-
tensions dangereuses» (art. 11 al. 2 let. a). ciale ne pourraient pas fournir les prestations de services pour
Selon la lettre b de ce même alinéa, l'exportation est égale- lesquelles la Confédération indemnise l'Osée?
ment interdite «s'il apparaît que des livraisons de matériel de
guerre à un pays donné risquent de compromettre les efforts M. Delamuraz, conseiller fédéral: Le 12 mai de cette année, le
de la Confédération dans le domaine des relations internatio- Conseil fédéral a approuvé un message qui propose de soute-
nales, notamment en ce qui concerne le respect de la dignité nir l'Office suisse d'expansion commerciale et, en particulier,
Heure des questions 1022 N 7 juin 1993
de manière à assurer le financement de la participation de no- gée dans cette opération. Mais - et je pense que c'est bien ce
tre pays au réseau Euro Info Centres de la Communauté. qui affleure de votre question - il faut aller au-delà de la seule
L'Osée est en quelque sorte prédestiné à une telle tâche, car il analyse juridique de ce contrat, et là le Conseil fédéral dit à la
a répondu très tôt à la demande d'information qui lui provenait SSH, en termes très clairs, qu'elle a une responsabilité collec-
de nombreuses entreprises de notre pays, en ce qui concerne tive pour le label suisse en matière de tourisme, pour le label
les problèmes de la croissance et de l'organisation en Europe. suisse en matière de formation professionnelle dans ce do-
L'Osée dispose aujourd'hui, après avoir créé un euroservice maine en particulier et qu'à cet égard, si la SSH ne munit pas
en l'année 1989, d'une expérience considérable, d'un savoir- d'une capacité de contrôle et de rigueur aiguë les autorisa-
faire pratique important dans l'interprétation de la documenta- tions qu'elle a octroyées, on court évidemment des risques.
tion de la Communauté, et rend aujourd'hui déjà mille services C'est sur ce point que, hors du cadre juridique, mais en tenant
chaque jour à nos entreprises, en particulier aux petites et compte de l'environnement politique et économique de la
moyennes entreprises. L'Osée coopère avec les Chambres de question, nous avons insisté.
commerce de Suisse romande et du Tessin, pour mettre sur La Société suisse des hôteliers nous a tenus informés qu'elle
pied deux antennes de ce centre, l'une à Lausanne, l'autre à organiserait en Suisse des cours postgrades aussi pour les di-
Lugano. plômés de cette école d'Adélaïde entre autres, et qu'elle avait
C'est donc principalement, Monsieur Loeb François, pour des la situation bien en mains, qu'elle répondait de la qualité de
raisons d'expériences existantes ainsi que de synergies dans l'instruction qui serait dispensée dans cet établissement et,
le cadre des efforts publics que le mandat sera confié à l'Osée. par conséquent, de la qualité du diplôme qui serait délivré.
Le message du Conseil fédéral apporte de plus amples infor- Nous avons considéré que c'était un minimum et que, en réa-
mations sur l'opportunité de ce mandat ainsi que sur l'organi- lité, l'affaire doit être suivie de près pour éviter des dérapages
sation du centre. qui ne seraient pas nuisibles à la seule SSH, mais qui le se-
L'arrêté fédéral concernant une aide financière à l'Osée devra raient aussi à l'ensemble de notre hôtellerie, à l'ensemble de
être renouvelé à partir de 1995. Dans ce contexte, le Conseil notre formation professionnelle, donc à l'économie du pays.
fédéral précisera le mandat de l'Osée et profitera de cette oc-
casion pour identifier les prestations de promotion des expor-
tations d'intérêt public fournies par les organisations tierces et
l'opportunité de leur soutien par la Confédération.
93.5081
Frage Engler
EVO. Hors-sol-Entscheid
93.5080 Question Engler
DFEP. Décision sur la culture hors-sol
Frage Comby
Abkommen des Schweizerischen Hotelier-Vereins
mit dem «Regency College Adélaïde», Australien
Question Comby
Accord signé entre la Société suisse Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
des hôteliers et le «Regency Collège Adélaïde», Am 30. April 1993 hat das EVD beschlossen, die Verordnung
en Australie betreffend Uebernahme von Hors-sol-Tomaten und -Gurken
um ein Jahr zu verlängern. Das EVD bezeichnete die Verlänge-
rung als «2. Versuchsphase». Den definitiven Status der Hors-
sol-Produktion will das EVD spätestens Ende 1994 bekannt-
geben.
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993 1. Wie ist der Versuch angelegt, und welche neuen Erkennt-
Stimmt es, dass der Schweizerische Hotelier-Verein mit dem nisse verspricht man sich davon?
australischen «Regency College Adelaide» ein Abkommen ge- 2. Wie wird der definitive Entscheid erarbeitet, und welche
schlossen hat, um dort Fachleute auszubilden? Dabei soll das Stellen werden zur Vernehmlassung eingeladen werden?
gleiche schweizerische Gütezeichen wie beispielsweise für
die «Ecole hôtelière de Lausanne» verwendet werden, aber Texte de la question du 7 juin 1993
ohne dass die notwendigen Massnahmen getroffen worden Le 30 avril 1993, le DFEP a décidé de proroger d'une année
wären, um eine entsprechende Ausbildung sicherzustellen. l'ordonnance qui concerne la prise en charge des tomates et
des concombres hors-sol. Le DFEP a qualifié cette prolonga-
Texte de /a question du 7 juin 1993 tion de deuxième phase d'essai. Le DFEP fera connaître le sta-
Est-il vrai que la Société suisse des hôteliers a signé un accord tut définitif de la production hors-sol à la fin 1994 au plus tard.
avec le «Regency Collège Adelaide» en Australie dans le but 1. Où en est l'essai et quelles nouvelles connaissances en at-
de former des professionnels sur place jouissant du label tend-on?
suisse, identique à celui de l'Ecole hôtelière de Lausanne, par 2. Comment la décision finale sera-t-elle élaborée et quelles
exemple, sans avoir pris les mesures nécessaires pour garan- institutions ou organisations seront associées à la procédure
tir la formation donnée? de consultation?
M. Delamuraz, conseiller fédéral: La Société suisse des hôte- M. Delamuraz, conseiller fédéral: Le 30 avril 1993, le Départe-
liers, à la fin de l'année passée, selon ce qu'elle nous a dit, a ment fédéral de l'économie publique a prolongé la période
passé un accord avec les autorités de l'Australie méridionale, d'essai de protection des produits agricoles hors-sol pour une
de manière à ce que la formation professionnelle d'un collège deuxième saison, par conséquent, théoriquement, jusqu'au
d'Adélaïde puisse, en matière de gestion hôtelière, s'inspirer 30 avril de l'année prochaine.
et mieux correspondre aux critères suisses de la formation Si nous avons pris cette décision, non sans avoir consulté, re-
dans ce même secteur. Les personnes qui achèveront la for- consulté et procédé à des analyses détaillées, c'est tout sim-
mation dans cette spécialité obtiendront un diplôme de la SSH plement parce qu'un temps d'observation limité à une année
qui garantit également la qualité de cette formation en Aus- est trop court pour dégager vraiment des expériences des
tralie. conclusions qui puissent, de manière durable et fiable, consti-
Ce cours et cet accord sont entièrement privés. La Confédéra- tuer notre ligne de conduite pour l'avenir. Et ce, d'autant plus
tion n'a nullement été consultée quant à leur préparation et que lorsque nous arrivions au terme de cet essai, au mois
elle dit que sa responsabilité juridique n'est nullement enga- d'avril, le fait de mettre les producteurs hors-sol quasiment du
7. Juni 1993 N 1023 Fragestunde
jour au lendemain devant une Situation totalement différente - Meine zweite Zusatzfrage: Wie rechtfertigen Sie die Differenz
mettre terme par exemple à cette expérience le 30 avril 1993, zwischen den bis heute zu bezahlenden Fr. 1.20 bis Fr. 1.40
c'est-à-dire réduire à néant, dès le 1er mai, tous les investisse- und den ab morgen geltenden Fr. 2.60? Welches ist die Be-
ments qu'ils ont pu faire - n'aurait pas été un procédé correct gründung für diese Preisdifferenz?
de la part de l'Etat à l'égard de ces entreprises.
En outre, en une année, Monsieur Engler, nous n'avons évi- M. Delamuraz, conseiller fédéral: J'aimerais tout d'abord dire
demment pas pu faire des progrès tels, dans les négociations à M. Engler qui, par sa question complémentaire, montre les
internationales du Gatt, que nous puissions avoir aujourd'hui limites de nos possibilités de continuer indéfiniment l'expé-
une idée définitive de ce que sera l'accord résultant de rience - et il a raison - qu'évidemment le gros danger, Mon-
l'Uruguay Round. Par conséquent, il était non seulement logi- sieur Engler, dans la prolongation des opérations est là, à sa-
que, mais nécessaire, contrairement peut-être à mes premiè- voir que l'on encourage en quelque sorte les producteurs
res impulsions, de prolonger cet essai. hors-sol à investir, et à investir toujours plus, et à rendre par
Quel est le sens de ce deuxième essai? En ce qui concerne les conséquent l'arrêt éventuel de cette méthode d'autant plus
productions hors-sol, c'est-à-dire les tomates et les concom- brutal que des intérêts financiers seraient en train de courir.
bres, pouvoir les protéger de manière plus adéquate qu'aupa- C'est donc en toute connaissance de cause que nous avons
ravant, c'est-à-dire quand les produits hors-sol profitaient, no- informé les intéressés, les milieux producteurs et, pour l'es-
lens volens, de la même protection que ceux de pleine terre. sentiel, les revendeurs, du caractère aléatoire et non définitif
Nous avons essayé, par cette ordonnance, de différencier pré- de notre décision, pour que l'on ne puisse jamais nous oppo-
cisément le traitement des produits provenant des deux mé- ser, à un moment donné, les investissements que l'on afaits et
thodes de culture, avec des prix de prise en charge différents. que l'on doit renter sur une plus longue période.
La possibilité de distinguer les produits est la condition sine C'est à cause de ces éléments-là que la différence de prix a été
qua non de décider définitivement de l'opportunité d'une pro- prise en compte pour que l'on puisse, dans un certaine me-
tection de ces types de produits. sure plus ou moins arbitraire, mais tout de même assez calcu-
Les expériences faites dans l'application de l'ordonnance du- lée, tenir compte des conditions et des prix de production dif-
rant la première année ont révélé l'existence de problèmes férents selon les deux méthodes. Mais sachez-le bien, le but
techniques, lesquels proviennent essentiellement du fait que de l'exercice serait d'arriver à une unité des prix pour éviter en-
la distinction des produits est impossible sur le plan organo- core, supplémentairement, une dyslexie dans le marché de
leptique - faites des essais de dégustation de tomates, je m'y détail.
livre rarement, mais vous verrez que, parfois, les meilleurs pa- Les prix à la production des tomates et concombres hors-sol
lais ne reconnaissent pas un produit hors-sol d'un autre -, et indigènes ainsi que de la production traditionnelle sont fixés
impossible également du point de vue chimioanalytique. De par le Contrôle des prix selon le développement des coûts et
plus, vous savez que les légumes hors-sol sont produits dans des rendements. La différence de prix entre la première et la
des exploitations utilisant souvent les deux méthodes. Enfin, deuxième phase résulte du fait que, dans la première phase, il
10 pour cent seulement des récoltes sont vendus directement, n'y a aucune protection à la frontière tandis que, dès le com-
90 pour cent sont commercialisés par les coopératives et par mencement de la deuxième phase, la production indigène
le commerce indigène. profite de la protection.
D'où l'impossibilité, dans un laps de temps si court, de procé-
der à cette distinction d'étiquetage des produits offerts au
consommateur sur le marché, et la nécessité, si l'on veut conti-
nuer ce système, de pouvoir mettre en place un système effi-
cace de surveillance et de contrôle. C'est ce deuxième exer- 93.5068
cice, Monsieur Engler, qui permettra d'y voir clair.
J'ajouterai que ce n'est pas au mois d'avril 1994 que nous Frage Epiney
prendrons une décision définitive, ce serait trop tard, c'est Alpentransversalen
entre décembre et janvier, dernier délai, que nous devrons Question Epiney
dire si oui ou non ce que l'on aura pu accumuler comme expé- Transversales alpines
riences, dans ces domaines pointus, entre maintenant, en
juin, et la fin de l'année est suffisant ou non. Si ce n'est pas suf-
fisant, l'exercice sera interrompu. Dans le cas contraire, on
peut imaginer mettre en place un système qui tienne à plus
long terme. Mais pour l'instant, il est opportun et sage de pour- Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
suivre l'expérience. Bundesrat Stich hat nach Presseberichten beunruhigende Er-
Je tiens à vous dire que ce ne sont pas les offices fédéraux klärungen abgegeben.
concernés tout seuls qui vont la contrôler: lorsqu'on aura pu ti- 1. Ist der Bundesrat bereit, den Willen des Volkes zu respektie-
rer les premières conclusions, nous les traiterons avec tous les ren und die beiden Projekte Gotthard und Lötschberg gleich
milieux intéressés avant que le Conseil fédéral, ou le départe- zu behandeln?
ment, ne décide, c'est-à-dire avec les milieux de la production, 2. Stimmt er der Analyse seines Finanzministers zu, nach der
de la commercialisation, de la consommation et aussi, naturel- die Verwirklichung des Lötschberg-Projekts ungeachtet des
lement, les milieux de l'importation. Volkswillens in Frage gestellt sei?
Tel est le sens de la prolongation de cet exercice.
Texte de la question du 7 juin 1993
Engler: Ich bin im grossen und ganzen mit der Antwort zufrie- Dans le prolongement des déclarations inquiétantes de
den. Insbesondere haben Sie durchblicken lassen, dass die- M. Stich parues dans la presse, le Conseil fédéral:
sem zusätzlichen Jahr eher die Bedeutung einer letzten 1. entend-il respecter la volonté populaire et maintenir les
Uebergangsphase zukommt und nicht so sehr diejenige eines deux projets du Gothard et du Loetschberg sur un pied d'éga-
zweiten Versuchsjahres. lité?
Ich gehe davon aus, weil mein Postulat vom Bundesrat ange- 2. partage-t-il les analyses prospectives de son ministre des fi-
nommen, der politische Wille somit kundgetan wurde und Sie nances, selon lequel la réalisation du projet du Loetschberg
wenig dazu gesagt haben, was eine zweite Versuchsphase an serait remise en cause contre l'avis du souverain?
neuen Erkenntnissen bringen sollte, nachdem die erste prak-
tisch nichts an Erkenntnissen gebracht hat. Bundespräsident Ogi: Als Bundespräsident stelle ich fest,
Meine erste Zusatzfrage: Es wurde heute offenbar beschlos- dass für die Fragestunde vom 7. Juni 1993 total 28 Fragen ge-
sen, diese zweite Phase ab morgen beginnen zu lassen. Die stellt wurden. 16 davon kommen von der Fraktion der Auto-
Preise wurden von Fr. 2.80 im letzten Jahr auf jetzt Fr. 2.60 re- Partei. Ich muss sagen, dass die Verwaltung, solange sie so
duziert. Wo liegt der Grund dafür? viele Fragen zu beantworten hat, nicht abbauen kann.
Heure des questions 1024 N 7 juin 1993
Nun möchte ich die Frage von Herrn Epiney beantworten: Der nicht zu, dass «Bahn 2000» zu einem blossen Neat-Zubringer
Alpentransitbeschluss vom 4. Oktober 1991 wurde am schrumpfen soll.
27. September 1992 vom Volk mit doppelt soviel Ja- wie Nein- Das Konzept hat die folgenden Minimalvorgaben zu erfüllen:
stimmen angenommen und auf den 1. Dezember 1992 in Kraft 1. In allen grossen Zentren soll der Stundentakt mit schlanken
gesetzt Das zu realisierende Konzept umfasst den Ausbau Anschlüssen verwirklicht werden;
der Transitachsen Gotthard und Lötschberg-Simplon als Ge- 2. der Stundentakt ist zu gewährleisten; bei genügender
samtsystem. Dadurch ist die Gleichbehandlung der beiden Nachfrage - und nur dann - kann die Taktfrequenz erhöht
Transitachsen durch den Bundesrat verbindlich vorgegeben. werden;
Im übrigen sind die Gotthard-Basislinie und der Lötschberg- 3. die Westschweiz darf nicht benachteiligt werden; die Jura-
Basistunnel nicht separate Projekte, sondern zwei sich gegen- südfuss-Linie ist fahrzeitmässig der Mittelland-ünie gleichzu-
seitig bedingende Teile des Konzeptes. Diese sogenannte stellen;
«Netzvariante» wurde nicht zuletzt gewählt, damit der Zulauf 4. den Bedürfnissen des Zulaufs zur Neat und der Integration
zu den neuen Alpentransversalen ohne bedeutende Ausbau- der Schweiz in das europäische Hochleistungs-Eisenbahn-
ten auf dem übrigen Netz der SBB erfolgen kann. Das vergisst netz ist Rechnung zu tragen - Sie werden ja in fünf Jahren
man acht Monate nach der Abstimmung sehr gerne. wohl nicht sagen wollen, wenn Sie dann den modernen TGV,
Daraus ergibt sich, dass ein Verzicht auf einen Teil des Kon- den Pendolino und den IGE sehen, wir hätten vor fünf Jahren
zeptes nicht ohne Folgen auf den anderen Teil bleiben würde. reagieren sollen!
Der Bundesrat wird nach Einreichung der Vorprojekte über die Zur zweiten Frage: Am 28. September 1992 lag noch keine de-
Linienführung, über das Bauprogramm, die Bauetappen und finitive Kostenschätzung vor, Herr Steinemann. Aufgrund des
den zeitlichen Ablauf zu entscheiden haben. Standberichtes Herbst 1992 hat sich dann gezeigt, dass die
Kosten von «Bahn 2000» den vorgegebenen Kredit bei wei-
tem - ich muss sagen: bei weitem - überschreiten würden,
wenn alle in diesem Bericht vorgesehenen Bauten realisiert
würden.
Deshalb sind die SBB beauftragt worden, ein Projekt für
93.5077 5,4 Milliarden Franken plus angelaufene Teuerung - heute
sind das rund 8 Milliarden Franken - zu realisieren. Sie müs-
Frage Steinemann sen ferner aufzeigen, welche Teilprojekte allenfalls in einer
Projekt «Bahn 2000» wohin? nächsten Etappe verwirklicht werden können bzw. mit wel-
Question Steinemann chen betrieblichen Massnahmen - beispielsweise mit techni-
Projet »Rail 2000». Quelles perspectives? schen Möglichkeiten, dem Einsatz von Neigezügen, verbes-
serten Bauten - diese ersetzt werden könnten.
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
1. «Bahn 2000», welches als flächendeckend konzipiertes
Bahnprojekt den Stimmbürgern für 5,4 Milliarden Franken 93.5078
«verkauft» wurde, soll nun in erster Linie noch zum Zubringer
für die Neat schrumpfen. Ist der Vorlage vom Dezember 1987 Frage Steinemann
noch Genüge getan, oder müssten die Stimmbürger zu die- Negativmeldungen über die Neat
sem Thema nochmals befragt werden? Question Steinemann
2. Am 28. September 1992 hat Bundesrat Ogi mir in der Frage- NLFA. Nouvelles négatives
stunde betreffend Kosten von «Bahn 2000» keine Antwort ge-
ben können (oder wollen). Herr Ogi hat mir nach verlorener
Neat-Schlacht den Vorwurf gemacht, ich wolle nur verunsi-
chern. In der Zwischenzeit hat sich meine damalige Frage als
sehr berechtigt erwiesen. Ist eine Antwort betreffend die Ko- Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
sten, die heute auf mindestens 15 Milliarden geschätzt werden 1. Nicht mehr als 14,9 Milliarden (Preisstand 1991) werde die
(«NZZ» 1. 6. 93), zurzeit aus dem Munde des Verkehrsmini- Neat kosten, versprach Bundespräsident Ogi hoch und heilig
sters erhältlich? vor der erst kürzlichen Abstimmung dem Schweizervolk. Es
hat ja gesagt zu einem unklaren, unfertigen und viel zu teuren
Texte de la question du 7 juin 1993 Projekt, weil es den Beteuerungen des Verkehrsministers
1. Il est question que «Rail 2000», qui a été «vendu» pour mehr glaubte als der Opposition. Verstösst der Zustand der
5,4 milliards de francs aux électeurs comme projet ferroviaire à schon heute bestimmten massiven Kostenüberschreitung der
grande échelle, se «rétrécisse» pour n'être plus guère qu'un geplanten Röhrenanlagen gegenüber den Stimmbürgern und
réseau de raccordement à la NLFA Le texte soumis au vote en Steuerzahlern nicht gegen Treu und Glauben?
décembre 1987 est-il encore respecté, ou faudrait-il consulter Am Fernsehgespräch vor der Abstimmung in Arth-Goldau
à nouveau les électeurs? habe ich Bundespräsident Ogi mit den Kostenangaben behaf-
2. Lors de l'heure des questions du 28 septembre 1992, tet Wie stellt er sich heute dazu?
M. Ogi, conseiller fédéral, n'a pas pu (ou pas voulu) me répon- 2. Ist die Neat- wie sie vom Volk angenommen wurde -zu ver-
dre lorsque je l'interrogeais au sujet du coût de «Rail 2000». nünftigen Kosten überhaupt noch realisierbar, oder ist eine
M. Ogi m'a reproché de vouloir jeter le doute après avoir perdu neue Vorlage und eine neue Volksabstimmung nötig, in wel-
la «bataille» relative à la NLFA Entre temps, ma question cher angesichts tieferer Ertragsschätzungen und Bundesfi-
d'alors s'est révélée tout à fait légitime. Etant donné que ce nanzlage eine Etappierung zwingend vorgesehen werden
coût est estimé aujourd'hui à 15 milliards de francs au moins muss?
(«NZZ» du 1er juin 1993), serait-il enfin possible d'obtenir une
réponse de notre ministre des transports à ce sujet? Texte de la question du 7 juin 1993
1. Peu avant la récente votation sur cet objet, M. Ogi, président
Bundespräsident Ogi: Zwei Fragen, zwei Antworten. de la Confédération, avait proclamé haut et fort à l'adresse du
Zur ersten Frage: Die SBB werden Ende Juni 1993 in einem peuple suisse que la NLFA ne coûterait pas plus de
Bericht darlegen, ob und wie die Ziele von «Bahn 2000» unter 14,9 milliards (indice de 1991). Les électeurs ont dit oui à un
Einhaltung des bewilligten Kostenrahmens erreicht werden projet vague, incomplet, et beaucoup trop onéreux, parce
können. Erst wenn dieser Bericht vorliegt, kann beurteilt wer- qu'ils ont cru davantage aux promesses du ministre des trans-
den, ob ein politischer Handlungsbedarf gegeben ist Es trifft ports qu'aux déclarations des adversaires. Le dépassement
7. Juni 1993 N 1025 Fragestunde
de coût des galeries, qui s'annonce d'ores et déjà énorme, ne In bezug auf den Optimisten Ogi, den Sie angesprochen ha-
constitue-t-il pas une violation de la confiance des citoyens- ben: Ich bin von Haus aus Optimist. Ich habe keinen Grund,
contribuables? jetzt Pessimist zu sein, denn die Berechnung auf 15 Milliarden
Par ailleurs, lors d'un entretien télévisé précédant la votation et Franken für die Neat habe ich nicht aus meinem Aermel gezau-
retransmis d'Arth-Goldau, j'ai de nouveau pris en défaut bert, sondern sie wurde von den besten Ingenieuren in diesem
M. Ogi, président de la Confédération, au sujet de ses indica- Land errechnet Ich darf annehmen, dass die Damen und Her-
tions relatives aux coûts. Qu'en pense-t-il aujourd'hui? ren Ingenieure gute Arbeit geleistet haben. Es besteht kein
2. La NLFA, telle qu'elle a été acceptée par le peuple, est-elle Grund, heute zu sagen, diese 15 Milliarden Franken würden
encore vraiment réalisable à un coût raisonnable ou, compte nicht genügen.
tenu de la situation précaire des finances fédérales et de la di- Ich darf Sie fragen - leider können Sie jetzt nicht hierher kom-
minution attendue des recettes de la Confédération, faut-il men und mir die Antwort geben -: Woher haben Sie Ihre Zah-
soumettre aux électeurs un nouveau projet prévoyant une réa- len? Aufweicher Basis, aufweichen Grundlagen und von wel-
lisation par étapes de la ligne? chen Ingenieuren haben Sie diese Angaben erhalten, mit de-
nen Sie - gestatten Sie mir, dass ich das sage - verunsichern
Bundespräsident Ogi: Zur ersten Frage: Die Neat-Planung ist wollen?
voll im Gange. Zurzeit wird ein Variantenvergleich durchge-
führt, bevor die Neubauprojekte an die Bahnen übergeben
werden. Es findet im Rahmen einer definierten Organisation,
welche insbesondere die Kantone einbezieht, eine offene Pla- 93.5069
nung statt. In der gegenwärtigen Phase haben sich die Kan-
tone dazu zu äussern, welcher Variante sie aus ihrer Sicht den Frage Epiney
Vorzug geben. Hauptstrassen
Nach der Uebergabe der Projekte - das soll noch in diesem Question Epiney
Jahr stattfinden - beginnt die eigentliche Vorprojektierung. Routes principales
Soweit Bahn und Kanton sich einig sind, wird eine einzige Vari-
ante bearbeitet Wo unterschiedliche Vorstellungen bestehen
bleiben, werden zwei Linienführungsvarianten gleichwertig
bearbeitet, um sie dem Bundesrat zur abschliessenden Ent-
scheidung vorzulegen. Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
Die Bahnen sind beauftragt, im Rahmen der Vorprojektierung Ist der Bundesrat nach der Annahme der Treibstoffzollerhö-
eine Basisvariante zu unterbreiten, welche den von den eidge- hung durch das Volk bereit, die von den Kantonen vorgeschla-
nössischen Räten festgelegten Gesamtkredit, Preisstand genen Strassen als Hauptstrassen einzustufen? Wenn ja, in-
1991, Projektierungs- oder Planungsstand 1989 einhält und nert welcher Frist?
den Anforderungen des Bundesrechtes - ich denke hier vor Ist der Bundesrat der Meinung, dass mit einer solchen Einstu-
allem an den Umweltschutz-genügt fung der Wirtschaft im Alpengebiet neuer Auftrieb gegeben
Der aktuelle Planungsstand erlaubt die Feststellung, dass der werden könnte?
Auftrag erfüllbar ist. Aber die Nadelstiche der letzten Wochen,
die Sie kennen - ich denke an Finanzen, ich denke an Geo- Texte de la question du 7 juin 1993
logie, ich denke an Wasser, ich denke an die «40-Tönner» Suite à l'adoption par le peuple de l'augmentation de la taxe
usw. -, haben zu dieser Verunsicherung beigetragen. sur les carburants, le Conseil fédéral est-il prêt à classer les
Im Gesamtkredit nicht eingeschlossen sind jedoch, Herr Stei- routes proposées par les cantons au rang de routes principa-
nemann, unvorhersehbare Baukostenrisiken. Diese Risiken les suisses? Si oui, dans quel délai?
wurden übrigens - lesen Sie das in der Botschaft nach - nie Le Conseil fédéral est-il d'avis qu'un tel classement est de na-
verschwiegen, sondern in der Botschaft vom 23. Mai 1990, Zif- ture à relancer l'économie dans les régions alpines?
fer 221, ausdrücklich erwähnt. Von einem Verstoss gegen
Treu und Glauben kann nicht die Rede sein. Bundespräsident Ogi: Bei den Hauptstrassen reichen die Mit-
Zur zweiten Frage: Der Bundesrat respektiert Volksent- tel, Herr Epiney, schon heute bei weitem nicht aus, um den Be-
scheide. Er sieht acht Monate nach der Volksabstimmung kei- gehren der Kantone nachzukommen. Grossprojekte wie der
nen Anlass, die Realisierbarkeit der Neat zu vernünftigen Ko- Tunnel unter der Vue des Alpes, die Umfahrung von Locamo,
sten in Frage zu stellen. Es sind ihm auch keine niedrigeren die Umfahrung Visp oder die Umfahrung Martigny beanspru-
Ertragsschätzungen bekannt, die neue Entscheide erfordern chen unsere Kredite.
würden. Der Bundesrat sieht die Priorität im Nationalstrassenbau bei
Nach Einreichung der Vorprojekte wird der Bundesrat über die der Fertigstellung der Teilstücke des beschlossenen Netzes.
Linienführung, die Bauetappen und den zeitlichen Ablauf ent- Deshalb sind die zweckgebundenen Mehreinnahmen nach
scheiden. der Abstimmung vom 7. März 1993 so einzusetzen, dass das
vierte, langfristige Bauprogramm eingehalten werden kann.
Steinemann: Zuerst besten Dank, für die grosse Mühe, die Eine Erweiterung, Herr Epiney, des Hauptstrassennetzes
Sie sich mit uns - und mit mir im speziellen - immer geben kommt nur dann in Frage, wenn auch der Hauptstrassenkre-
müssen. Aber ich kann die Rüge nicht akzeptieren, dass wir dit - Sie sind ja zuständig für die Kredite und verantwortlich für
die Fragestunde überbeanspruchen, da es ein legitimes die Budgethoheit-erhöht werden kann.
Recht aller Parlamentarier ist Der Bundesrat will keine Erwartungen wecken, die er später
Aber ich glaube trotzdem, dass das Volk zu einem Projekt ja nicht erfüllen kann. Er hat deshalb den Entscheid für die Erwei-
gesagt hat, das so weder finanziell noch planerisch je ausge- terung des Hauptstrassennetzes bis auf weiteres zurückge-
führt werden kann. Ich frage Sie: Wieso wollen Sie nicht zuge- stellt.
ben, dass Sie vor der Abstimmung viel zu optimistische Be- Darf ich Ihnen sagen: Die Mittel diktieren unsere Möglichkei-
hauptungen verbreitet haben? ten. Und grundsätzlich, Herr Epiney: Der Bund kann keine
neuen Aufgaben mehr übernehmen.
Bundespräsident Ogi: Erstens gebe ich mir gerne Mühe, Ihre
Fragen zu beantworten. Zweitens habe ich keine Rüge erteilt,
sondern als Bundespräsident lediglich festgestellt, dass wir
soundso viele Fragen von seilen der Auto-Partei zu beantwor-
ten haben; mehr nicht. Das ist eine Bilanz, die wir gezogen
haben, ohne jegliche Hintergedanken. Wenn Sie diesen Hin-
tergedanken spüren, muss ich meine Mimik wohl etwas an-
passen.
Heure des questions 1026 N 7 juin 1993
93.5071 terait de cette mesure, ce qui reviendrait à continuer de sub-
ventionner indirectement le trafic de marchandises en vrac,
Frage Moser déjà déficitaire.
Privatisierung von Cargo Domizil Le Conseil fédéral compte-t-il approuver un tel contrat impli-
Question Moser quant un subventionnement déguisé?
Privatisation de Cargo Domicile
93.5084
Frage Jenni Peter
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993 Privatisierung von Cargo Domizil.
Das Cargo-Domizil-Geschäft der SBB hat einen maximalen Information der GPK
Deckungsgrad von rund 40 Prozent. Aus diesem Grund soll
dieses Geschäft privatisiert werden. In der Presse war zu le- Question Jenni Peter
sen, dass die Cargo Domizil AG keine Unternehmung der SBB Privatisation de Cargo Domicile.
bzw. des Bundes mehr sein wird. Information de la CdG
Stimmt es, dass die Aktien wie folgt verteilt werden sollen:
51 Prozent SBB und PTT; 30 Prozent CSS AG (davon sind
aber 12 Prozent bei den KTU = öffentliche Hand); 19 Prozent
an Private?
Bei dieser Verteilung wären also 63 Prozent nach wie vor in der Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
öffentlichen Hand, von einer Privatisierung kann keine Rede Am 23. Juni 1993 wird der Verwaltungsrat der SBB die Ver-
mehr sein. träge zwischen den SBB/PTT/KTU und der CSS AG behan-
Was wird der Bundesrat unternehmen, damit die Aktien min- deln. Nach meiner Information soll über diese Verträge anläss-
destens zu 51 Prozent in privaten Händen (ohne KTU) sind? lich einer Pressekonferenz vom 25. Juni 1993 (Schnell-
zugstempo) bereits die Oeffentlichkeit informiert werden.
Texte de la question du 7 juin 1993 Ist der Bundesrat bereit, diese Verträge vor der Verwaltungs-
Le service Cargo Domicile des CFF ne présente qu'un taux de ratssitzung der SBB an die Mitglieder der GPK vollumfänglich
couverture maximal de quelque 40 pour cent, raison pour la- zu übergeben, damit allenfalls in der dritten Sessionswoche
quelle sa privatisation a été envisagée. Ainsi qu'on a pu le lire dem Bundesrat noch Fragen gestellt werden können?
dans la presse, Cargo Domicile SA ne sera plus une entreprise
des CFF, c'est-à-dire de la Confédération. Texte de la question du 7 juin 1993
Est-il vrai que les actions seront réparties de la manière sui- Le 23 juin 1993, le conseil d'administration des CFF traitera
vante: 51 pour cent CFF et PTT; 30 pour cent CSS SA (dont des contrats liant les CFF, les PTT, les entreprises de transport
12 pour cent sont aux mains des entreprises de transport concessionnaires et CSS SA A ma connaissance le public
concessionnaires = pouvoirs publics); 19 pour cent particu- sera déjà informé de la situation lors d'une conférence de
liers? presse qui se tiendra le 25 juin 1993 (vitesse des trains di-
Si cette répartition est juste, 63 pour cent des actions seraient rects).
aux mains des pouvoirs publics, donc on ne pourrait plus par- Le Conseil fédéral est-il prêt à remettre ces contrats dans leur
ler d'une privatisation. intégralité aux membres de la CdG, avant la séance du conseil
Que compte entreprendre le Conseil fédéral pour qu'au moins d'administration des CFF, afin que, le cas échéant, il soit en-
51 pour cent des actions soient détenues par des particuliers core possible de poser des questions au Conseil fédéral lors
(sans les entreprises de transport concessionnaires)? de la troisième semaine de la session?
93.5085
93.5076
Frage Giezendanner
Frage Steinemann Privatisierung von Cargo Domizil
Personalvermietung der SBB Question Giezendanner
Question Steinemann Privatisation de Cargo Domicile
CFF. Location des services du personnel
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993 Bekanntlich erwirtschaften die SBB mit dem Stückgutverkehr
Trifft es zu, dass im Konzept «Reprivatisierung Cargo Domizil» etwa 100 Millionen Defizit. Trotzdem wird nun versucht, eine
vorgesehen ist, dass die neu zu gründende Cargo Domizil AG Uebernahmegesellschaft mit dem Namen CDS Cargo Domi-
von den SBB einen Teil des Personals anmietet? zil AG zu gründen. Im Entwurf (Unternehmungsstruktur) ist
Wenn ja, müsste als sicher angenommen werden, dass die vorgesehen, dass 10 Prozent dieser neuen Gesellschaft für
SBB das sich aus dieser Vermietung ergebende Defizit tragen Private vorzusehen sind. 30 Prozent sind für die heute beste-
müssten, was indirekt einer weiteren Subventionierung des hende CSS AG reserviert An der CSS aber sind schon heute
defizitären Stückgutgeschäftes gleichkommen würde. die KTU mit 12 Prozent beteiligt
Wird der Bundesrat einem solchen Vertrag mit versteckter In den Statuten soll festgelegt werden, dass nach Gründung
Subventionierung zustimmen? der CDS AG nicht mehr als 60 Prozent der Aktien im Besitz von
schweizerischen Körperschaften des öffentlichen Rechts sein
Texte de /a question du 7 juin 1993 dürfen. Mit dieser neuen Gesellschaft ändert also nichts.
Est-il exact qu'un projet dénommé «Reprivatisation de Cargo Was wird der Bundesrat unternehmen, um eine echte Privati-
Domicile» prévoit la fondation d'une firme nommée Cargo Do- sierung des Cargo Domizil zu realisieren, und ist der Bundes-
micile SA qui louerait les services d'une partie du personnel rat bereit, in den Statuten der neuen CDS AG zu verankern,
CFF? dass nicht mehr als 49 Prozent der Aktien im Besitz von
Dans l'affirmative, il faudrait considérer comme certain que les schweizerischen Körperschaften des öffentlichen Rechts sein
CFF seraient obligés de prendre en charge le déficit qui résul- dürfen?
7. Juni 1993 N 1027 Fragestunde
Texfe de la question du 7 juin 1993 Texte de la question du 7 juin 1993
II est bien connu que les CFF enregistrent un déficit de quel- La planification de la future société CDS Cargo Domicile SA
que 100 millions de francs dû au trafic de détail. Mais, cela ne prévoit des frais de fondation directs de 213 000 francs et des
les empêche pas de prévoir la création d'une nouvelle société coûts liés au projet d'un montant de 2 350 000 francs pour
du nom de CSD Cargo Domicile SA, qui reprendra le capital 1993 et de 5 500 000 francs (!) pour 1994.
de CSS SA. Selon un projet (structure d'entreprise), 10 pour Ces coûts sont déclarés en tant que coûts globaux effectifs et
cent de cette nouvelle société seront détenus par des particu- comprennent les frais de personnel des CFF, les coûts inter-
liers, 30 pour cent étant réservés à la société actuelle CSS SA nes de CSS et les paiements à des tiers influant sur les liqui-
Or, aujourd'hui déjà, les entreprises de transport concession- dités.
naires participent à raison de 12 pour cent au capital de CSS. Quelle est la composition détaillée de ces coûts, et quel
Les statuts devront indiquer que, au lendemain de la création montant sera versé chaque année au conseiller privé,
de CDS SA, les corporations suisses de droit public ne seront M. H. J. Schläfli?
pas habilitées à détenir plus de 60 pour cent des actions de la
nouvelle société. Rien n'aura donc changé. Bundespräsident Ogi: Ich versuche die Cargo-Domizil-Fra-
Que compte entreprendre le Conseil fédéral pour assurer une gen gesamthaft wie folgt zu beantworten:
véritable privatisation de Cargo Domicile, et est-il prêt à ins- Die Ergebnisse des Stückgutverkehrs sind in der Tat unbefrie-
crire dans les statuts de la nouvelle société CDS SA que les digend, weshalb der Bundesrat die SBB aufgefordert hat, das
corporations suisses de droit public ne sont pas autorisées à Konzept grundlegend zu überdenken.
détenir plus de 49 pour cent des actions de la société? Eine Weiterführung von Cargo Domizil ist offenbar nur vertret-
bar, wenn das heutige Konzept ganz massiv rationalisiert wird.
Dabei sind die besonderen Stärken des Schienen- und Stras-
sentransports besser auszuschöpfen und zu koordinieren.
93.5087 Die Leistungen sollen von einer neuen Gesellschaft nach pri-
vatem Recht erbracht werden. Lieber die Beteiligung an dieser
Frage Giezendanner Gesellschaft im einzelnen sind noch keine definitiven Ent-
CDS Cargo Domizil AG und SBB-Liegenschaften scheide gefallen. Es trifft zu, dass seitens der öffentlichen
Hand zurzeit eine Mehrheitsbeteiligung im Vordergrund steht.
Question Giezendanner
Bei den SBB geht es im Zusammenhang mit der Rationalisie-
CDS Cargo Domicile SA et immeubles des CFF
rung von Cargo Domizil um rund 1400 Stellen. Es ist vorgese-
hen, dass dieser Bestand durch natürliche Abgänge reduziert
und eine bestimmte Anzahl der heutigen SBB-Mitarbeiter an
die Cargo Domizil AG detachiert wird.
Ueber die Bedingungen, unter denen dieser Transfer abge-
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
wickelt werden soll, wird zurzeit mit den Beteiligten verhandelt.
Es ist vorgesehen, dass die CDS AG die Regionalzentren und
Der Verwaltungsrat der SBB wird als oberstes Organ des Un-
Agenturen nach Möglichkeit an Dritte vermietet Die Mitglieder
ternehmens zum neuen Cargo Domizil Stellung nehmen und
der heutigen CSS sollen dabei als Mieter den Vorzug haben.
die Absichten festlegen müssen. Er wird die in seine Kompe-
Ist vorgesehen, dass Liegenschaften (Regionalzentren, Lager-
tenzfallenden Entscheide treffen.
häuser usw.) von den SBB in den Besitz der neuen CDS AG
Neue Konzepte der SBB sind jedoch dem Bundesrat zur Ge-
übergeführt werden, oder vermieten die SBB lediglich die Lie-
nehmigung vorzulegen. Dies gilt auch für den voraussichtlich
genschaften an die CDS AG und werden diese Vermietungen
stark rationalisierten Bereich des Cargo Domizil. Der Bundes-
allenfalls zu marktgerechten Preisen gemacht?
rat ist nicht bereit, Verträge vor deren Genehmigung durch die
zuständigen Organe an die Mitglieder der GPK herauszu-
Texfe de la question du 7 juin 1993
geben.
II est prévu que CDS SA louera, dans la mesure du possible,
Eine vollständige Privatisierung von Cargo Domizil ist grund-
les centres régionaux et les agences à des tiers, les membres
sätzlich denkbar. Der Erfolg eines Angebotes ist indes nicht al-
de la société actuelle CSS ayant la priorité en tant que locatai-
lein davon abhängig. Der Bundesrat erwartet, dass mit diesem
res. Dans ce contexte, les immeubles (centres régionaux,
Angebot positive Deckungsbeiträge an die Infrastruktur erwirt-
entrepôts, etc.), qui appartiennent aujourd'hui aux CFF, de-
schaftet werden können. Für die Beurteilung des neuen Cargo
viendront-ils la propriété de CDS SA, ou les CFF se borneront-
Domizil durch den Bundesrat ist die Veränderung des Ergeb-
ils à louer ces immeubles à CDS SA? Le cas échéant, ces loca-
nisses der SBB von Bedeutung.
tions se feront-elles à des prix conformes au marché?
Die Anzahl der Regionalzentren soll gegenüber heute erheb-
lich reduziert werden. Die SBB sehen vor, Liegenschaften an
die neue Gesellschaft Cargo Domizil zu vermieten. Die Regio-
nalzentren sollen als eigentliche Profitzentren geführt werden.
93.5088 Im Interesse einer maximalen Ergebnisverbesserung müssen
die SBB daran interessiert sein, für die Vermietung möglichst
Frage Giezendanner vorteilhafte Preise zu realisieren. Eine Beurteilung der Grün-
CDS Cargo Domizil AG. Gründungskosten dungskosten und Detailangaben ist zurzeit nicht möglich, da
Question Giezendanner verschiedene wesentliche Fakten noch nicht vorliegen.
CDS Cargo Domicile SA. Frais de fondation Das Projekt Cargo Domizil wird im Moment von den SBB zu-
sammen mit möglichen Partnern vorbereitet. Erst anschlies-
send, wenn die klare Absicht der SBB und insbesondere die fi-
nanziellen Konsequenzen bekannt sind, wird das Konzept
dem Bundesrat zur allfälligen Genehmigung unterbreitet.
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993 Der Bundesrat wird erst über die Zukunft von Cargo Domizil
Im Business Plan der neuzugründenden CDS Cargo Domi- und damit auch über die Beteiligungsverhältnisse entschei-
zil AG sind direkte Gründungskosten von 213000 Franken den, wenn sämtliche Fakten, insbesondere auch die finanziel-
und Projektkosten von 2350000 Franken für 1993 und len Konsequenzen, bekannt sind. Dies ist heute leider noch
5 500 000 Franken (!) für 1994 vorgesehen. nicht der Fall.
Diese Kosten werden als effektive Vollkosten inklusive Perso-
nalaufwand der SBB und CSS intern und inklusive liquiditäts-
wirksame Zahlungen an Dritte deklariert.
Wie setzen sich diese Kosten im Detail zusammen, und wieviel
wird an den privaten Berater (H. J. Schläfli) pro Jahr bezahlt?
Heure des questions 1028 N 7 juin 1993
93.5083 che Bereiche zu überprüfen und - in Anbetracht der knappen
finanziellen Mittel, die zur Verfügung stehen - auch die Aus-
Frage Jenni Peter gliederung, die Privatisierung oder andere Alternativen zu
Pilotenausbildung auf Kosten der Steuerzahler überprüfen. Wir sind an der Arbeit
Question Jenni Peter
Instruction des pilotes
à la charge des contribuables
93.5089
Frage Columberg
Privates Fernsehprogramm Teil-TV
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
Question Columberg
Im Bazl werden heute immer noch Zusatzausbildungen oder
Chaîne privée Tell-TV
einzeln sogar Grundausbildungen auf Fluggeräten mit Steuer-
geldern finanziert
Die finanzielle Lage des Bundes und vor allem die grosse Ar-
beitslosigkeit, zum Beispiel bei Hubschrauberpiloten, recht-
fertigen dieses Vorgehen in keiner Weise. Die Arbeitsplätze
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
beim Bazl sind zudem in der jetzigen Wirtschaftslage so be-
Sind die Voraussetzungen für Konzessionserteilung und für
gehrt, dass ein gewisses Anforderungsprofil diesbezüglich
die Realisierung des privaten Fernsehprogramms Teil-TV
gestellt werden kann.
noch gegeben, und was gedenkt der Bundesrat in dieser An-
Ist der Bundesrat bereit, vom Personal künftig zu verlangen,
gelegenheit zu unternehmen?
dass diese Ausbildungen auf privater Basis finanziert werden,
wie es in der Privatwirtschaft auch üblich ist?
Texte de la question du 7 juin 1993
Les conditions auxquelles sont subordonnés l'octroi de la
Texte cte la question du 7 juin 1993
concession et la réalisation de la chaîne de télévision Tell-TV
A l'Ofac, il est encore courant que des formations complémen-
sont-elles toujours réunies? Que pense faire le Conseil fédéral
taires, voire des formations de base sur des aéronefs, soient fi-
en l'occurrence?
nancées avec l'argent des contribuables.
La situation financière de la Confédération, et surtout, le taux
Bundespräsident Ogi: Der Bundesrat befasst sich nicht mit
élevé de chômage qui frappe, par exemple, les pilotes d'héli-
der Angelegenheit Teil-TV. Gemäss Radio- und Fernsehge-
coptères, ne justifient aucunement cette pratique. En outre, les
setz ist dafür das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirt-
emplois à l'Ofac sont tellement convoités dans la situation
schaftsdepartement zuständig. Zurzeit wird geprüft, ob die fi-
économique actuelle que l'on peut formuler certaines exigen-
nanziellen Voraussetzungen zur Aufrechterhaltung der Kon-
ces à ce propos.
zession noch gegeben sind.
Je prie donc le Conseil fédéral de répondre à la question sui-
vante:
Est-il prêt à exiger à l'avenir du personnel que ces formations
soient financées à titre privé, comme c'est d'ailleurs le cas
dans le secteur privé? 93.5090
Bundespräsident Ogi: Herr Jenni Peter wird mir nicht böse Frage Borer Roland
sein, wenn ich mich sehr kurz fasse. Bewilligungen für 40-Tonnen-Lastwagen
Ich beantworte Ihre Frage wie folgt: Der Flugdienst des Bun- aus EG-Staaten
desamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) basiert auf dem Bundesrats- Question Borer Roland
beschlussvom 19. Mai 1971 über den Flugdienst beim EVED. Autorisation des camions de 40 tonnes de la CE
Die Anforderungsprofile, welche das Bundesamt für seine
Luftfahrtinspektoren aufstellt, sind sehr hoch. Das Bundesamt
verlangt je nach Pflichtenkreis zwischen 5000 bis 10 000 Flug-
stunden.
Damit die Luftfahrtinspektoren die verlangte hohe Kompetenz Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
beibehalten können, sind Training, Weiterbildung und allen- Im Zuge des Transitvertrages wurde der EG zugestanden,
falls Umschulung notwendig. Hierzu wird im Voranschlag ein dass nach dem Ueberlaufmodell täglich mit maximal 50 Last-
bestimmter Beitrag eingestellt Die fliegerische Ausbildung ist wagen à 40 Tonnen aus EG-Staaten die Schweiz durchfahren
Bestandteil der beruflichen Aus- und Weiterbildung, sie gehört werden darf.
sowohl in der allgemeinen Bundesverwaltung als auch in der Gemäss meinen Informationen wurden bis heute vier Bewilli-
Privatwirtschaft zur absoluten Notwendigkeit gungen erteilt Stimmt diese Zahl von vier Bewilligungen?
Ist es richtig, dass für die Behandlung und Erteilung dieser Be-
Jenni Peter: Ich danke Ihnen sehr für die Beantwortung mei- willigungen vier Arbeitsplätze geschaffen wurden?
ner Frage, aber ich habe noch eine kleine Zusatzfrage: Wenn ja, welche Ersatzbeschäftigung wird diesen Angestell-
Ist der Bundespräsident bereit, in diesem Bereich noch ver- ten zwischenzeitlich zugeordnet, da von einer Arbeitsausla-
mehrt Aufgaben an die Privatwirtschaft abzugeben? Ich denke stung unter den geschilderten Umständen nicht gesprochen
vor allem an den Suchdienst und die VIP-Flüge. werden kann?
Noch eine kleine Anmerkung zu Ihrem Eintretensvotum betref-
fend die 16 Fragen der Auto-Partei, die übrigens nicht nur Sie Texte de la question du 7 juin 1993
beantworten müssen: Ich meinte, die Fragestunde sei ein In- Lors de la conclusion de l'Accord sur le transit, la suisse a
strument für uns Parlamentarier, um die Verwaltung zu entla- concédé à la CE, conformément au système dit du surplus,
sten. Herr Bundespräsident, korrigieren Sie mich, wenn dem l'autorisation du passage à travers notre pays d'un maximum
nicht so ist Die Fraktion der Auto-Partei wird sich dann bemü- de 50 camions de 40 tonnes par jour en provenance de pays
hen, alle Fragen via Vorstösse einzureichen. de la CE.
Selon mes informations, quatre autorisations ont été accor-
Bundespräsident Ogi: Die Fragestunde ist zeitlich limitiert dées jusqu'ici. Ce chiffre est-il exact?
Aber Ihre Zusatzfrage kann ich wie folgt beantworten: Est-il vrai que quatre postes de travail ont été créés pour le trai-
Ich habe das Bundesamt für Zivilluftfahrt angewiesen, sämtli- tement et la délivrance de ces autorisations?
7. Juni 1993 N 1029 Fragestunde
Si oui, quelle occupation d'appoint confie-t-on à ces employés session d'hiver 1993. Le Conseil des Etats pourrait ainsi traiter
pendant leurs périodes d'inactivité, étant donné que dans les cet objet à la session de printemps 1994 et le Parlement pour-
circonstances décrites on ne peut dire que leur capacité de rait l'adopter, en votation finale, à la fin de ladite session de
travail soit totalement utilisée? printemps 1994, dételle sorte que le délai référendaire arrive-
rait à échéance trois mois après, soit assez tôt pour qu'on
Bundespräsident Ogi: Drei Fragen, drei Antworten, Herr Borer puisse mettre la loi en vigueur le 1er juillet 1994.
Roland: Pour pouvoir respecter ce délai, et rendre la loi d'exécution ap-
1. Seit dem 22. Januar sind drei Bewilligungen erteilt worden. plicable le 1 er août 1994, il est donc indispensable que l'initia-
Zudem sind zahlreiche abschlägige Bescheide sowie Aus- tive populaire soit soumise au vote du peuple et des cantons le
künfte erteilt worden. Die heutige Bilanz präsentiert sich wie 26 septembre prochain. Le Conseil fédéral tiendra compte de
folgt: 3 abgegebene Genehmigungen, 8 abgelehnte Gesu- cette éventualité lorsqu'il fixera les objets soumis, à cette date,
che, 124 erteilte Auskünfte. au vote populaire. La décision devra être prise avant les vacan-
2. Es trifft zu, dass eine Zentrale eingerichtet worden ist, die an ces d'été.
fünf Tagen pro Woche während 11 Stunden täglich und am J'ai dit que j'insistais sur le fait que je parle de la loi d'exécu-
Samstag während 4 Stunden zu betreiben ist Um eine Bear- tion, parce que la question se rapportait à cette loi. J'ajoute ce-
beitung der Gesuche innert zwei Stunden - das ist die Abma- pendant que, si le Parlement n'arrivait pas à tenir ce pro-
chung gemäss Transitvertrag - zu ermöglichen, ist die durch- gramme, on pourrait imaginer qu'après une votation populaire
gehende Besetzung der Zentrale zu garantieren. In Erwartung positive sur la modification constitutionnelle, même si elle n'a
einer regen Nachfrage haben wir vier Personen eingestellt pas lieu au mois de septembre, le Conseil fédéral, par voie
Jetzt müssen Sie aber gut zuhören bei der Antwort auf Fra- d'ordonnance, mette en vigueur préalablement, dans le sens
ge 3. du projet de loi éventuel, la disposition constitutionnelle
3. Da das Ueberlaufmodell zurzeit wenig in Anspruch genom- comme le prévoit d'ailleurs la disposition transitoire, de telle
men wird - anscheinend ist der Transitvertrag eben ein guter sorte que cette disposition soit déjà applicable le 1er août de
Vertrag -, ist das provisorisch angestellte Personal auf eine l'année prochaine.
Person reduziert worden. Und jetzt hören Sie noch einmal gut
zu, Herr Borer: Diese Person wird das EVED auf den 1. August
1993 auch verlassen; die Organisation ist in Ueberprüfung.
Wir sind also lernfähig.
93.5079
Frage Bär
93.5091 Staatsstreich von Präsident Serrano in Guatemala
Question Bär
Frage Ruf Coup d'Etat du président Serrano au Guatemala
1 .-August-Initiative. Abstimmungstermin
Question Ruf
Initiative 1er août. Date du scrutin
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
Die deutsche Bundesregierung hat wegen des Staatsstrei-
ches von Präsident Serrano in Guatemala mit sofortiger Wir-
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993 kung die Entwicklungshilfe gestoppt Bis auf weiteres werden
Ist der Bundesrat bereit, die eidgenössische Abstimmung dem mittelamerikanischen Land im Bereich finanzieller Zu-
über die Volksinitiative «Für einen arbeitsfreien Bundesfeiertag sammenarbeit keine neuen Zusagen gemacht
(1.-August-Initiative)» zeitlich so rechtzeitig anzusetzen, dass Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, auf Präsident Ser-
die neue Verfassungsbestimmung (einschliesslich der erfor- rano Druck auszuüben, damit in Guatemala die demokrati-
derlichen, jedoch bereits ausgearbeiteten Ausführungsge- sche Ordnung wieder hergestellt wird und die Bewegungs-
setzgebung) bereits für den 1. August 1994 Wirkung entfalten und die Meinungsfreiheit wieder garantiert werden?
kann?
Wann wird die Abstimmung voraussichtlich stattfinden? Texte de la question du 7 juin 1993
A la suite du coup d'Etat du président Serrano au Guatemala,
Texte de la question du 7 juin 1993 le gouvernement allemand a suspendu, avec effet immédiat,
Le Conseil fédéral est-il disposé à prévoir, pour le scrutin fédé- l'aide au développement en faveur de ce pays qui, jusqu'à
ral sur l'initiative populaire «pour un jour de la fête nationale fé- nouvel ordre, ne se verra octroyer plus aucun nouveau crédit
rié (initiative 1 er août)», une date qui permette de mettre en ap- dans le cadre de la coopération.
plication la nouvelle disposition constitutionnelle (y compris la Que pourrait entreprendre le Conseil fédéral pour exercer une
législation d'exécution nécessaire déjà élaborée) avant le pression sur le président Serrano afin que la démocratie soit
1er août 1994? rétablie au Guatemala et que les libertés de mouvement et
Quand le scrutin pourrait-il avoir lieu? d'opinion soient à nouveau garanties?
M. Couchepin, chancelier de la Confédération: Pour répon- Bundesrat Cotti: Am 25. Mai 1993 hat Präsident Serrano die
dre à la question, je dirai que si l'initiative relative au 1er août Auflösung des Kongresses, des Obersten Gerichtshofes, der
passe en votation finale à l'issue de la session de juin 1993 des Staatsanwaltschaft und des Büros des Menschenrechtspro-
Chambres fédérales, la planification de la législation d'exécu- kurators angekündigt Das EDA hatte diese Entscheidung des
tion - j'insiste sur le fait que je parle maintenant de législation Präsidenten von der ersten Stunde an verurteilt Am 30. Mai
d'exécution - devrait s'établir de la manière suivante. 1993 wurde Serrano von der Armee abgesetzt, welche ihren
Pour pouvoir être applicable dès le 1 er août 1994, il faudrait Willen bekundete, die Demokratie wiederherzustellen.
que le projet de loi d'exécution, à savoir le projet de loi fédérale Am vergangenen Wochenende hat der Kongress schliesslich
sur la Fête nationale qui a déjà été adopté par la Commission Herrn Ramiro de Leon Carpio, den ehemaligen Menschen-
des pétitions et de l'examen des constitutions cantonales, se- rechtsprokurator und hauptsächlichen Gegenspieler des Ex-
lon la décision du Conseil national d'accepter l'initiative popu- Präsidenten, zum neuen verfassungsmässigen Präsidenten
laire «pour un jour de la fête nationale férié», déposée le Guatemalas gewählt. Er wurde am frühen Sonntag morgen
25 octobre 1990, ayant la même teneur que votre initiative, vereidigt und wird sein Amt bis zum Ende der laufenden Peri-
passe devant le plénum du Conseil national au cours de la ode im Januar 1 996 ausüben.
Heure des questions 1030 N 7 juin 1993
Seit November 1991 wickelt die Schweiz - ich komme jetzt auf Gemäss dem geltenden Recht hat der Bundesrat keine Mög-
die Hilfe unseres Landes zugunsten Guatemalas zu spre- lichkeit, eine andere Waffenausfuhrpolitik zu betreiben.
chen - einen Mischkredit in der Höhe von gesamthaft 35 Mil- Aus diesem Grund erachten wir es als nicht opportun, sich
lionen Franken ab, wovon der Anteil des Bundes 40 Prozent über die Weisheit einer Politik zu äussern, die für die Schweiz
ausmacht Bis zum heutigen Tag sind bereits 31 Millionen aufgrund der heutigen gesetzlichen Regelung nicht möglich
Franken an Elektrifizierungsprojekte gegangen, um einen Bei- ist
trag zur Verbesserung der energetischen Infrastruktur zu lei-
sten. Im Rahmen eines regionalen Zusammenarbeitspro- Baumberger: Die Antwort, die ich jetzt gehört habe, habe ich
grammes finanziert die Schweiz ein Projekt zugunsten von mir eigentlich selbst auch gegeben. Das Problem liegt meines
Bauern mit einem Beitrag von 300 000 Franken pro Jahr. An- Erachtens natürlich etwas tiefer. Es handelt sich letztlich um
dererseits unterstützen wir die Bemühungen zur Rückführung ein ethisches Dilemma, das mich persönlich sehr bewegt
der guatemaltekischen Flüchtlinge aus Mexiko mit einem Bei- Bei der Antwort, die Sie gegeben haben und die man wohl ge-
trag von 750 000 Franken. Dieser Beitrag geht an das Uno- ben muss - ich sehe das ohne weiteres ein -, muss man sich
Hochkommissariat für Flüchtlinge. Letztere Bemühung dient vielleicht doch fragen, ob der Bundesrat nicht zusätzliche
der Ueberwachung der Menschenrechtssituation der Rück- Möglichkeiten hätte, die internationale Staatengemeinschaft
kehrer und kam auf Initiative des heutigen Präsidenten Ramiro dazu zu bringen, nun vermehrt unter dem Titel des «Peace en-
de Leon Carpio zustande. forcement» tätig zu werden. Denn ich glaube, so wie die Dinge
Der Bundesrat verfolgt die Entwicklung in Guatemala mit gros- jetzt liegen, sind sie letztlich ethisch nicht akzeptabel.
ser Aufmerksamkeit und hofft, dass die Wahl von Ramiro de Könnte der Bundesrat da etwas mehr tun?
Leon Carpio zu einer Festigung des Versöhnungs- und Demo-
kratisierungsprozesses in diesem Lande beitragen kann. Wir Bundesrat Cotti: Herr Baumberger, ich muss Ihnen sagen,
werden auf alle Fälle die Konditionalität weiterhin beachten, dass die Gefühle der Ohnmacht, die Sie mit Ihrer zusätzlichen
nehmen aber aus heutiger Sicht an - die Lage ist ja noch nicht Frage ausgedrückt haben, auch die Gefühle des Bundesrates
definitiv gefestigt -, dass die Demokratie mit dieser guten Lö- sind. Wenn wir bei der Waffenausfuhr gesetzlich gebunden
sung weiterentwickelt werden kann. sind - wie ich das erwähnte -, bedeutet das nicht, dass wir die
Dramatik der Lage in Ex-Jugoslawien nicht erkennen. Wir ver-
suchen zu ergründen, ob von seiten der Schweiz überhaupt
gewisse zusätzliche Möglichkeiten bestehen; aber es ist sehr
schwierig, auf diese Fragen eine Antwort zu finden.
Angesichts der Ohnmacht der internationalen Gemeinschaft
93.5082 müssen wir um so mehr einsehen, wie gering die Möglichkei-
ten unseres Kleinstaates sind. Aber dass wir die Frage syste-
Frage Baumberger matisch weiterverfolgen, dafür kann ich Ihnen jede Gewähr
Ex-Jugoslawien. Waffenembargo geben.
Question Baumberger
Ex-Yougoslavie. Embargo sur les armes
93.5072
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993 Frage Steinemann
Aus einleuchtenden Gründen ist vor geraumer Zeit gegen die Beitrag des Bundes für neue EWR/EG-lnitiative
verschiedenen Nachfolgestaaten von Ex-Jugoslawien seitens Question Steinemann
der internationalen Gemeinschaft ein Waffenembargo erlas- Nouvelle initiative EEE/CE.
sen worden. Seine Wirkung scheint jedoch nur wenige zu tref- Contribution de la Confédération
fen (hauptsächlich den muslimischen Bevölkerungsteil von
Bosnien-Herzegowina).
Nachdem wirksame Massnahmen zur Schaffung von Frieden
in diesem Räume weiterhin nicht in Aussicht stehen, stellt sich
die ethische Frage, ob den Hauptleidtragenden eine ange- Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
messene Selbstverteidigung verwehrt werden darf. Wie denkt Für ihre EWR/EG-lnitiative sollen die schweizerischen Jugend-
der Bundesrat darüber? verbände bei einem Budget von 0,85 Millionen Franken
0,43 Millionen vom Bund erhalten haben. Die Initiative sieht
Texte de la question du 7 juin 1993 u. a vor, dass der Bundesrat den EWR- und EG-Beitritt ab-
Pour des raisons évidentes, un embargo sur les armes a été schliessend vollziehen kann.
décrété il y a quelques temps par la communauté internatio- Hat der Bundesrat diese Gruppierung im Sinne der Geschäfts-
nale envers les différents pays issus de l'ex-Yougoslavie. Les führung ohne Auftrag allenfalls gar zur Initiative animiert?
effets de cette mesure semblent toutefois peu efficaces (elle
ne touche guère que les Musulmans de Bosnie-Herzégovine). Texte de la question du 7 juin 1993
Alors que l'on n'a plus guère d'espoir de trouver des mesures Les associations suisses de jeunesse auraient reçu de la
efficaces pour ramener la paix dans cette région, un problème Confédération 0,43 million de francs pour leur initiative
d'éthique se pose: ne devrait-on pas accorder dans une me- EEE/CE, dont le budget a été fixé à 0,85 million de francs. L'ini-
sure appropriée le droit de se défendre à ceux qui sont le plus tiative prévoit entre autres la possibilité pour le Conseil fédéral
affectés par ce conflit? Qu'en pense le Conseil fédéral? de procéder souverainement à l'adhésion à l'EEE et à la CE.
Le Conseil fédéral n'aurait-il pas même, dans le cadre de sa
Bundesrat Cotti: Das Bundesgesetz über das Kriegsmaterial gestion, encouragé, sans mandat, ce groupement à lancer
untersagt bekanntlich die Ausfuhr von Waffen in Gebiete, «in son initiative?
denen ein bewaffneter Konflikt herrscht, ein solcher auszubre-
chen droht oder sonstwie gefährliche Spannungen beste- Mme Dreifuss, conseillère fédérale: La réponse du Conseil fé-
hen». Aus diesem Grund wurden seit April 1991 keine Bewilli- déral à cette question est la suivante. En vertu de la loi fédérale
gungen für die Ausfuhr von Waffen nach Ex-Jugoslawien oder du 6 octobre 1989 concernant l'encouragement des activités
nach einem seiner Nachfolgestaaten mehr erteilt de jeunesse extrascolaires, la Confédération soutient chaque
Dieser Beschluss, Herr Baumberger, erfolgte etliche Zeit vor année quelque 130 organisations de jeunesse y compris leur
der Verhängung des Uno-Embargos über die Waffenausfuhr organisation faîtière, le Conseil suisse des activités de jeu-
nach Ex-Jugoslawien, das vom 25. September 1991 datiert nesse (Csaj), auquel la question fait allusion.
7. Juni 1993 N 1031 Fragestunde
Les crédits octroyés sous forme d'aide financière annuelle ser- 93.5092
vent à financer la préparation et la mise en oeuvre des activités
régulières des bénéficiaires. L'initiative EEE/CE est donc ex- Frage Keller Anton
clue de cette aide, par conséquent la Confédération n 'accorde Europa-Polizei der EG
pas de soutien financier aux auteurs de l'initiative EEE/CE, et le Question Keller
Conseil fédéral n'a en aucune manière encouragé le Csaj ou Police européenne de la CE
tout autre groupement à lancer une telle initiative.
93.5086 Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
Die Justiz- und für die Einwanderung zuständigen Minister der
Frage Giezendanner EG haben am vergangenen Mittwoch in Kopenhagen die
Typengeprüfte EG-Bremse Gründung einer speziellen Europol-Einheit zur Abwehr des
Question Giezendanner grenzüberschreitenden Drogenhandels verabredet. Diese soll
Système de freins. Conformité européenne darüber hinaus zur Keimzelle einer künftigen Europa-Polizei
gegen grenzüberschreitende Verbrechen werden.
Welche Bedeutung hat diese Gründung für die Schweiz?
Fasst die Schweiz die Zusammenarbeit ins Auge?
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993 Texte de la question du 7 juin 1993
Im ganzen EG-Raum wird das gleiche, typengeprüfte EG- Les ministres de la justice et les ministres responsables de
Bremssystem für Zugwagen, Anhänger und Sattelmotorfahr- l'immigration des pays de la CE sont convenus, mercredi der-
zeuge eingesetzt. nier à Copenhague, de créer une unité spéciale, Europol, qui
Da in den letzten Jahren der sogenannte Trailerverkehr (Ver- aura pour tâche de combattre le trafic de drogue aux frontières
lad von Sattelaufliegern auf die Bahn) auch im Verkehr mit der de la CE et qui sera l'embryon de la future police européenne,
Schweiz zunimmt, sind die Bremssysteme an den schweizeri- laquelle, toujours aux frontières de la CE, luttera contre les
schen Nutzfahrzeugen nicht mit den EG-Sattelaufliegern kom- malfaiteurs.
patibel. Quel impact la création d'Europol aura-t-elle pour la Suisse?
Hinter vorgehaltener Hand wird gesagt, dass das Militärdepar- Notre pays envisage-t-il de collaborer avec cette institution?
tement (aufgrund der Fahrzeugrequisition) sich gegen das
EG-Bremssystem stelle. Bundesrat Koller: Wir wurden am Treffen der Trevi-Minister
Sieht der Bundesrat eine Möglichkeit, auf dem Verordnungs- der Europäischen Gemeinschaft vom vergangenen 1. und
weg den schweizerischen Nutzfahrzeughaltern generell auch 2. Juni in Kopenhagen von der Troika über die beschlossene
im innerschweizerischen Verkehr das typengeprüfte EG- Schaffung von Europol orientiert. Dabei geht es um eine poli-
Bremssystem sofort zu gestatten bzw. die Verordnung sofort zeiliche Zentralstelle für die Informationsbeschaffung und den
anzupassen? Informationsaustausch unter den Mitgliedstaaten, zunächst
vor allem auf dem Gebiet der Drogenbekämpfung. Es handelt
Texte de la question du 7 juin 1993 sich nicht um eine Operationelle Polizeieinheit. Strafverfol-
Dans toute la CE, le même système de freins, d'un type homo- gungskompetenzen stehen ihr nicht zu. Diese verbleiben wei-
logué, est utilisé pour les voitures motrices, les remorques et terhin bei den Mitgliedstaaten. Offen ist noch die Sitzfrage und
les véhicules articulés. die Präsidentschaft von Europol. Der kommende EG-Gipfel
Vu que ces dernières années le transport des remorques par wird sich damit befassen.
train augmente dans le trafic avec notre pays aussi, les systè- Als erster konkreter Schritt soll eine Antidrogeneinheit mit rund
mes de freins admis pour les véhicules utilitaires suisses ne 70 Personen realisiert werden. Ein Ausbau in Richtung organi-
sont plus compatibles avec ceux des remorques de la CE. siertes Verbrechen und grenzüberschreitende Kriminalität ist
On murmure que le Département militaire fédéral s'oppose à vorgesehen. Angesichts der Zunahme des internationalen
l'introduction du système de freins de la CE (en prévision Verbrechens ist die Schaffung von Europol zu begrüssen. Die
d'une éventuelle réquisition des véhicules). Beteiligung an dieser sich im Aufbau befindenden Institution
Est-il possible, de l'avis du Conseil fédéral, d'autoriser d'une ist jedoch den EG-Mitgliedstaaten vorbehalten. Wir verfolgen
façon générale les détenteurs suisse de véhicules utilitaires à indes die Entwicklung mit grossem Interesse.
se servir immédiatement, à l'intérieur de notre pays égale- Sollten sich in einem späteren Zeitpunkt auch für Nicht-EG-
ment, du système de freins homologué par la CE, par voie Staaten Möglichkeiten einer Zusammenarbeit eröffnen, wäre
d'ordonnance ou en adaptant sur-le-champ l'ordonnance ac- die Schweiz an einer Mitwirkung interessiert
tuelle?
Bundesrat Koller: Im Zuge der marktwirtschaftlichen Erneue-
rung ist es erklärtes Ziel des Bundesrates, technische Han- 93.5070
delshemmnisse abzubauen. Der Bundesrat hat deshalb Ver-
ständnis für das Anliegen des Fragestellers. Frage Kern
Die in der Schweiz noch fehlende Prüfinfrastruktur für EG-kon- Einsatz schweizerischer Grenzwächter
forme Bremsen und die Bedürfnisse der Fahrzeugrequisition in Mazedonien
der Armee stehen einer sofortigen Uebernahme der einschlä-
gigen EG-Normen entgegen. Der Bundesrat ist aber bereit, Question Kern
das Anliegen im Zusammenhang mit der Harmonisierung Engagement de gardes-frontière suisses
sämtlicher Bau- und Ausrüstungsvorschriften möglichst rasch en Macédoine
zu realisieren.
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
Anfang Februar 1993 suchte die OZD, Abteilung GWK, Grenz-
wächter, welche sich für sechsmonatige Einsätze in Mazedo-
nien verpflichten würden. Die Aufgabe dieser Leute besteht
darin, als Beobachter die mazedonische Grenzpolizei zu über-
Heure des questions 1032 N 7 juin 1993
wachen. Als Nichtmitglied der Uno sollte die Schweiz keine -Wird unsere Bevölkerung unter dem Eindruck von Milliar-
Leute für solche gefährliche Ueberwachungsaufgaben in die- denlöchern im Bundeshaushalt solche Zusatz-Millionen-Fran-
sen Kriesenherd schicken. Ein grosser Teil der Bevölkerung ist ken-Sendungen in den Osten verstehen respektive akzep-
sehr besorgt, da bei ähnlichen Aktionen in Ex-Jugoslawien tieren?
schon verschiedene «Blaumützen» der Uno schwer verletzt - Zu welchem Zweck soll der Betrag verwendet werden?
oder sogar getötet wurden. - Durfte dieses Versprechen ohne Zustimmung des Gesamt-
Ist der Bundesrat bereit, von solchen nicht ungefährlichen Ein- bundesrates gemacht werden?
sätzen abzusehen? Wenn nicht, wer trägt die Verantwortung -Aus welchem Kredit soll die Finanzspritze abgezweigt
und kommt für die Folgekosten bei einem Todesfall auf? werden?
Texte de la question du 7 juin 1993 Texte de la question du 7 juin 1993
Au début de février 1993, la DGD, division CGFR, cherchait Au cours du récent voyage qu'il a fait en Azerbaïdjan, en Kir-
des gardes-frontière prêts à s'engager pour six mois en Macé- ghizistan, au Turkménistan et en Ouzbékistan, M. Stich,
doine. Ces personnes ont pour mission de surveiller, en tant conseiller fédéral, a promis 15 millions de francs a la Kirghi-
qu'observateurs, la police macédonienne de la frontière. zistan.
N'étant pas membre de l'ONU, la Suisse ne devrait pas enga- - Etant donné que des milliards de francs manquent au bud-
ger de ses ressortissants pour des tâches de surveillance get de la Confédération, notre peuple admettra-t-il qu'il soit né-
aussi dangereuses dans cette région de conflits. Une grande cessaire d'envoyer une aide supplémentaire de plusieurs mil-
partie de la population est très inquiète du fait que plusieurs lions de francs à un pays d'Orient?
bérets bleus de l'ONU ont déjà été gravement blessés ou tués - A quelle fin servira ce montant?
dans des opérations semblables dans l'ex-Yougoslavie. - Etait-il licite que cette promesse soit faite sans l'assentiment
Le Conseil fédéral est-il prêt à renoncer à organiser de tels en- du collège gouvernemental?
gagements qui ne sont pas sans danger? Dans la négative, -Au moyen de quel crédit financera-t-on cette injection de
qui est responsable et supporte les frais en cas de décès? fonds?
Bundesrat Stich: Die Vereinten Nationen haben am 15. Ja- Bundesrat Stich: Die rechtliche Grundlage für die Verpflich-
nuar 1993 die Schweiz ersucht, für den vom Sicherheitsrat der tung gegenüber Kirgistan wurde durch den Rahmenkredit von
Uno am 11. Dezember 1992 beschlossenen präventiven Ein- 600 Millionen Franken zugunsten der Länder der GUS gelegt,
satz einer Friedenstruppe (Unprofor) in Mazedonien sechs zi- der in der vergangenen Märzsession von den eidgenössi-
vile Grenzpolizisten zur Verfügung zu stellen. schen Räten verabschiedet wurde.
An der Beilegung der Jugoslawienkrise hat die Schweiz aus si- Es ist vorgesehen, je die Hälfte des Betrages für Projekte der
cherheitspolitischen wie aus humanitären Gründen ein beson- Finanzhilfe und der technischen Zusammenarbeit zu verwen-
deres Interesse. Der Bundesrat hat deshalb aufgrund seiner den. Der Einstieg in eine Zusammenarbeit mit Kirgistan über
aussenpolitischen Kompetenz, Bundesverfassung Artikel 102 die Weltbank erlaubt uns, die Abklärungsphasen zu verkürzen
Ziffer 8, dem Einsatz von sechs Angehörigen des Grenzwacht- und Erfahrungen für eine spätere bilaterale Zusammenarbeit
korps im Rahmen der Unprofor in Mazedonien vorerst bis zu sammeln. Sowohl bei der technischen Zusammenarbeit
Ende 1993 zugestimmt Es wird zurzeit von den zuständigen wie bei der Finanzhilfe handelt es sich um eine Projektfinanzie-
Dienststellen ebenfalls die Möglichkeit geprüft, für die Ablö- rung.
sung geeignete kantonale Polizeibeamte zu rekrutieren. Die schweizerische Unterstützung für Kirgistan wurde an einer
Die Risikolage im Einsatzgebiet wird durch das EDA laufend Sitzung der Konsultativgruppe der Weltbank zugesagt, die am
beurteilt Zurzeit wird das Risiko für Mazedonien, wo nicht ge- 8. April in Washington stattfand. Das Engagement wurde unter
kämpft wird, als vertretbar angesehen. Der Bundesrat hat je- dem Vorbehalt eingegangen, dass die Finanzmittel im inner-
derzeit die Möglichkeit, das Kontingent zurückzuziehen. schweizerischen Bewilligungsverfahren gesprochen werden.
Der Einsatz ist freiwillig und richtet sich nach der Verordnung Dieses sieht vor, dass Projekte über 5 Millionen Franken vom
des Bundesrates vom 22. Februar 1989 über den Einsatz von Bundesrat zu bewilligen sind.
Personal bei friedenserhaltenden Aktionen und Guten Die Mittel kommen aus Finanzrubriken, die dem EDA (techni-
Diensten. sche Zusammenarbeit) und dem Bawi (Finanzhilfe) im norma-
Für Beamte und Angestellte des Bundes bleibt das bisherige len Budgetverfahren zur Verfügung gestellt worden sind.
Dienstverhältnis bestehen. Das Personal ist während der
Dauer des Einsatzes bei der AHV/IV/EO, der Suva und der Ar- Steinemann: Danke, Herr Bundesrat, für die ausführliche Be-
beitslosenversicherung sowie bei der EVK versichert und ge- antwortung. Sie haben von Projektfinanzierung gesprochen.
niesst den gleichen Versicherungsschutz bzw. die gleichen Ich nehme an, dass irgendwelche Projekte finanziert werden
Leistungen wie bei Berufs- oder Nichtberufsunfall in der müssen. Es würde mich aber interessieren, ob man weiss, was
Schweiz. Zusätzlich besteht eine ergänzende kollektive Unfall- das für Projekte sind: Sind das Staudämme, Raketen oder an-
und Krankenversicherung spezifisch für den Einsatz. Für Hin- dere Projekte?
terbliebene besteht ferner Anspruch auf den Besoldungs-
nachgenuss nach den Bestimmungen des Beamtenrechts. Bundesrat Stich: Diese Frage ist noch nicht abgeklärt Sie
wird grundsätzlich durch die Weltbank evaluiert Die Weltbank
ist bereits in Kirgistan tätig. Anschliessend müssen die Welt-
bank mit der Schweiz und die Schweiz mit Kirgistan den Pro-
93.5074 jekten ebenfalls zustimmen. Konkret ist also in dieser Hinsicht
noch nichts beschlossen.
Frage Steinemann
15-Millionen-Versprechen
Question Steinemann
Promesse d'une aide de 15 millions de francs
à des républiques d'Asie centrale
Wortlaut der Frage vom 7. Juni 1993
Bundesrat Stich hat auf seiner Reise nach Aserbeidschan, Kir-
gistan, Turkmenistan und Usbekistan ein 15-Millionen-Fran-
ken-Versprechen an Kirgistan abgegeben.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Fragestunde
Heure des questions
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1993
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer ---
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 07.06.1993 - 14:30
Date
Data
Seite 1019-1032
Page
Pagina
Ref. No 20 022 785
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