Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 93-5009 KI-generiert

National Council Questions: Culture, Research, Transport, Media, Human Rights, Immigration, Defense, Agriculture, and Military Votes

Geschäftsnummer VPB 93-5009
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum

Legislator-Zusammenfassung

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During a question period in the National Council, various issues were addressed, including funding for cultural projects in Eastern Europe, Switzerland's participation in European research programs after the rejection of the EEA agreement, and the financial implications of the "Bahn 2000" railway project. There was also discussion on the advertising practices of the postal service, broadcasting fees for employees of a national media company, and the handling of human rights violations in Turkey. The council also debated policies related to immigration, transit agreements with the EU, and the export of military equipment, particularly regarding aircraft sales. Additionally, questions were raised about the interpretation of victim protection laws, the impact of corporate sales on employment, and the management of agricultural subsidies, specifically for hard cheese. Finally, concerns were voiced regarding the potential for misuse of public funds in political campaigns related to upcoming army votes and the proper representation of women in the military.

Legislator-Regeste

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Art. 6 Absatz, Art. 10 OHG, Art. 243 Absatz, Art. 9 vor, Art. 22 Absatz, Art. 22al.3bis zu; National Council Questions: Culture, Research, Transport, Media, Human Rights, Immigration, Defense, Agriculture, and Military Votes: There was also discussion on the advertising practices of the postal service, broadcasting fees for employees of a national media company, and the handling of human rights violations in Turkey. The council also debated policies related to immigration, transit agreements with the EU, and the export of military equipment, particularly regarding aircraft sales. Additionally, questions were raised about the interpretation of victim protection laws, the impact of corporate sales on employment, and the management of agricultural subsidies, specifically for hard cheese. Finally, concerns were voiced regarding the potential for misuse of public funds in political campaigns related to upcoming army votes and the proper representation of women in the military.

Schlagwörter

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politische Kultur Recht auf Kultur innerbetriebliche Forschung Osteuropa Forschungsvorhaben militärische Forschung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 6 Absatz
Art. 10 OHG
Art. 243 Absatz
Cela vaut aussi pour l'armée, en vertu de l'article 243 alinéa 3 kann jetzt nicht spontan eine Stellungnahme aus dem Aermel
Art. 9 vor
plémentaires dans l'agriculture prévoit à l'article 9 des contri-
Art. 22 Absatz
conditions-cadres lui permettant d'être compétitive au niveau Ernst] concernant l'article 22 alinéa 1 bis)
Art. 22al.3bis zu
Art. 22 al. 3bis
This provision is cited in the context of adjusting unemployment benefits, specifically concerning the duration of benefits and potential reductions (degressivity).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 22 al. 3bis

This provision is cited in the context of adjusting unemployment benefits, specifically concerning the duration of benefits and potential reductions (degressivity).

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Volltext

Heure des questions 138 N 8 mars 1993

#ST# Sechste Sitzung - Sixième séance und Bratislava Diese beiden Zentren wurden planungsge-

mäss aus den Mitteln des Osteuropakredites finanziert, die der

Pro Helvetia jährlich in enger Zusammenarbeit mit dem EDA

Montag, 8. März 1993, Nachmittag

Lundi 8 mars 1993, après-midi zur Realisierung von kulturellen Projekten zur Verfügung ste-

hen. Das ordentliche Budget der Pro Helvetia wird damit nicht

14.30 h belastet

Vorsitz - Présidence: Herr Schmidhalter

93.5031

Frage Zwahlen

Präsident: Ich eröffne die heutige Sitzung, für die wir ein rech- EWR. Beteiligung der Schweiz

tes Mass an Arbeit traktandiert haben. an europäischen Forschungsprogrammen

Erlauben Sie mir aber noch, auf das vergangene Abstim-

mungswochenende zurückzukommen. Wir dürfen zufrieden Question Zwahlen

und dankbar sein, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbür- EEE. Participation de la Suisse

ger so zahlreich an die Urnen gegangen sind. Die hohe aux programmes européens de recherche

Stimmbeteiligung bei den letzten Abstimmungen bestätigt,

dass das Volk seine Rechte wahrnehmen und am politischen

Geschehen mitwirken will.

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

Ich bin froh, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger

den Empfehlungen von Parlament und Bundesrat bei allen Wir erleben heute die verhängnisvollen Folgen, welche die Ab-

lehnung des EWR-Abkommensfür unsere Beteiligung an eu-

drei Vorlagen gefolgt sind. Dies muss für uns eine Verpflich-

tung zu einer verantwortungsvollen Politik sein. ropäischen Forschungsprogrammen nach sich zieht.

Die Erhöhung der Treibstoffzölle ist ein wesentlicher Beitrag Während die Unternehmen aus dem übrigen Europa direkt

zur Sanierung der Bundesfinanzen. Sie wird auch die Fertig- daran teilnehmen und in den Genuss individueller Subventio-

nen kommen, sind die schweizerischen Unternehmen isoliert;

stellung des Nationalstrassennetzes und damit eine bes-

sere Verbindung von Deutschschweiz und Westschweiz er- die schweizerischen Forschungszentren werden übergangen

möglichen. und sind von den Ausschüssen, denen sie bisher angehört ha-

ben, ausgeschlossen.

Mit der Aufhebung des Spielbankenverbots ist eine überholte

Bestimmung aus unserer Verfassung gestrichen worden, wo- - Wo stehen die Verhandlungen, welche die schweizerische

mit sich unserem Tourismus neue Möglichkeiten eröffnen. Delegation bei der EG im Rahmen der Efta führt?

Zum dritten Mal haben Volk und Stände eine zu weit gehende - In welchem Mass können wir weiterhin an den Programmen

Initiative gegen Tierversuche abgelehnt und damit einer mass- Esprit, Race, Eureka, Brite, Bridge usw. teilnehmen und in den

vollen Forschung im Kampf gegen Krankheit und Tod das leitenden Ausschüssen verbleiben?

Wort gesprochen. - Innerhalb welcher Frist wird es möglich sein, unsere Unter-

Diese Abstimmungsergebnisse zeigen, dass Kompromissbe- nehmen für die konkrete Teilnahme an den genannten Pro-

reitschaft und Verständigung unter den grossen Parteien zu grammen zu subventionieren? Wird der im Herbst 1992 ge-

befriedigenden Lösungen führen. Wieweit wir zu einer verant- sprochene Kredit von 477 Millionen Franken unseren Unter-

wortungsvollen Politik fähig sind, werden wir schon in den nehmen und unseren Forschungszentren zur Verfügung ge-

kommenden Tagen unter Beweis stellen können. Ich hoffe stellt?

sehr, dass wir dabei auch an die Würde und das Ansehen des

Parlaments denken: Es geht um unsere Glaubwürdigkeit Texfe de la question du 8 mars 1993

Nous mesurons aujourd'hui les conséquences néfastes de re-

jet de l'EEE quant à notre participation aux programmes euro-

péens de recherche. Alors que les entreprises européennes

participent directement et bénéficient de subventions indivi-

#ST# Fragestunde - Heure des questions duelles, les entreprises suisses sont isolées, les centres de re-

cherche suisses mis à l'écart, exclus des comités auxquels ils

participaient

Le Conseil fédéral peut-il nous dire:

- où en sont les transactions de la mission suisse auprès de la

93.5009 CE par l'AELE?

- dans quelle mesure pourrons-nous continuer de participer

Frage Steinemann aux programmes Esprit, Race, Eurêka, Brite, Bridge et rentrer

Pro Helvetia. Unkorrekte »Umbuchung»? dans les comités de gestion?

Question Steinemann - dans quel délai nos entreprises pourront-elles être subven-

Pro Helvetia. Modification de la prise en charge des coûts tionnées pour des participations concrètes aux programmes

ci-dessus? Le crédit de 477 millions de francs voté en automne

1992 sera-t-il mis à disposition de nos entreprises et nos cen-

tres de recherche?

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

Trifft es zu, dass die Kosten für das neueröffnete Büro der Pro M. Cotti, conseiller fédéral: Les conséquences du vote du

Helvetia in Warschau infolge der Budgetkürzung für diese Or- 6 décembre ne signifient en soi pas formellement et globale-

ganisation jetzt einfach über die Osthilfe beglichen werden? ment l'exclusion de la Suisse des programmes de recherche

de la Communauté européenne. Deux accords bilatéraux

Texfe de la question du 8 mars 1993 nous garantissent la participation intégrale, aux deux pro-

Est-il vrai que, en raison des réductions budgétaires dont Pro grammes de l'Euratom. En plus, nous continuons à participer

Helvetia a fait l'objet, les coûts occasionnés par le bureau que à l'échelle de projets individuels selon l'accord existant remon-

cette organisation vient d'ouvrir à Varsovie sont désormais tant à 1986 pour les treize programmes restants du troisième

couverts par l'aide aux pays de l'Est? programme-cadre, c'est-à-dire: Esprit, Race, Brite-Euram,

Bridge, etc. J'ajoute qu'Eureka constitue un programme indé-

Bundesrat Cotti: Die im Rahmen des Osteuropakredites von pendant, en dehors de la Communauté européenne, et la

Pro Helvetia neu eröffneten «Antennen» befinden sich in Prag Suisse en est membre de plein droit

8. März 1993 N 139 Fragestunde

Vous savez également que le 3 mars 1993 le comité mixte, qui Es trifft zu, dass wir von der SRG unternehmerisches Handeln

s'occupe de la recherche a siégé à Bruxelles. La délégation fordern. Gerade aus diesem Grund haben wir darauf verzich-

suisse a présenté à la commission la demande d'une partici- tet, der SRG in der neuen Konzession Vorschriften über das

pation intégrale au programme-cadre de recherche. La com- Personalwesen und damit auch über Löhne und Spesen zu

mission a promis d'examiner cette proposition en vue de ce machen.

qu'elle appelle une «association pleine» de la Suisse, surtout

au quatrième programme-cadre qui débutera en 1995. Entre

temps, les conditions de participation de représentants suis-

ses dans certains comités tels que Crest, Codest, Irdac pour- 93.5006

raient être améliorées. Par contre, la participation aux comités

de gestion des différents programmes n'est pas prévue dans Frage Keller Rudolf

le cadre juridique en vigueur actuellement Unlautere Werbung der PTT

Je le répète, l'objectif du Conseil fédéral sur la base du mandat

Question Keller Rudolf

que vous lui avez donné en décembre 1992 reste la participa-

Publicité abusive des PTT

tion intégrale au programme-cadre et à tous les programmes

de recherche. Cet objectif est rendu possible grâce aux crédits

que vous avez octroyés à la fin du mois de décembre.

Pour participer aux projets de recherche, nos entreprises et

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

nos institutions peuvent obtenir une subvention de la Confé-

Die 111 ist eine segensreiche Telefonnummer für unser Land.

dération. Les sommes mises à disposition depuis 1992 ont at-

Es ist deshalb unbestritten, dass dafür geworben werden

teint jusqu'à aujourd'hui plus de 25 millions de francs: 10 mil-

muss. Wenn nun aber elementare Grundsätze der Werbung

lions pour les entreprises, 15 millions pour les autres écoles.

verletzt werden und ungefragt Werbung mit sogenannt promi-

Pour ce financement et les financements futurs, le Conseil fé-

nenten Menschen gemacht wird, dann hat das Golden girl re-

déral entend débloquer progressivement les montants néces-

spektive die PTT-Verantwortlichen wohl ihre Pflicht nicht so

saires mis à disposition par le crédit de 477 millions de francs

ganz erfüllt.

que vous avez voté en décembre dernier.

Wie bewertet der Bundesrat diese Tatsache, und wurden Vor-

kehrungen getroffen, damit so etwas nicht mehr vorkommt?

Texte de la question du 8 mars 1993

Le 111 est un numéro béni pour notre pays. Il est donc in-

93.5005 contestable qu'il faille faire de la publicité pour lui. Mais quand

les principes les plus élémentaires de la publicité sont bafoués

Frage Bischof et que l'on en fait avec des personnes dites publiques sans le

Gebührenbefreiung bei SRC-Angestellten leur avoir demandé, la «golden girl», autrement dit les respon-

für Radio und Fernseher sables de la régie, ont un peu failli à leur devoir.

Que pense le Conseil fédéral de ce fait et a-t-il pris des mesu-

Question Bischof

res pour que cela ne se reproduise plus?

SSR. Employés dispensés

du paiement de la redevance radio/TV

Bundespräsident Ogi: Im Auftrag der PTT Telecom hat eine

private Werbeagentur eine Plakatkampagne zur Bekanntma-

chung der neuen Leistungen des Auskunftsdienstes 111 ent-

wickelt und auch realisiert. Ausgewählt wurden zehn verschie-

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

dene Sujets mit zehn prominenten Persönlichkeiten. Die PTT-

Da die SRG auch in Zukunft eine Gebührenbefreiung ihrer

Verantwortlichen haben die Kampagne nur unter der Voraus-

3700 Angestellten beibehalten will, dies auf Kosten der kon-

setzung genehmigt, dass die erwähnten Personen einverstan-

zessionspflichtigen Schweizerinnen und Schweizer, die das

den sind.

«Gewohnheitsrecht» der SRG-Mitarbeiter subventionieren,

Die Werbeagentur hat es aber unterlassen, dieses Einver-

frage ich den Bundesrat:

ständnis einzuholen. Sie ist für den begangenen Fehler voll

Da Sie, lieber Herr Ogi, immer von «unternehmerischem Han-

verantwortlich. Obwohl von selten der PTT keine Sorgfalts-

deln» reden, sollte man hier nicht diesen Sonderstatus ab-

pflichten verletzt worden sind, haben sie sich als Auftraggeber

schaffen?

der Kampagne inzwischen brieflich für den Vorfall entschul-

digt Die Kampagne wurde gestoppt.

Texfe de la question du 8 mars 1993

Vu que la SSR entend continuer à dispenser ses 3700 em-

ployés du paiement de la redevance radioAV - aux frais des

Suisses qui doivent être titulaires de la concession et qui sub-

ventionnent ainsi cette «pratique» dont les collaborateurs de la 93.5008

SSR sont les bénéficiaires -je pose la question suivante:

Monsieur Ogi, vous qui prônez toujours les principes de ges- Frage Steinemann

tion propres aux entreprises, n'estimez-vous pas qu'il faudrait Konzept «Bahn 2000»

abolir ce statut spécial? nochmals vor das Parlament

Question Steinemann

Bundespräsident Ogi: In der Tat sind die Angestellten der «Rail 2000». Nouvelles délibérations du Parlement

SRG seit dem 1. Januar 1993 nicht mehr von Gesetzes wegen

von den Radio- und Fernsehempfangsgebühren befreit. Seit-

her ist aber die SRG als Arbeitgeberin in die Lücke gesprun-

gen, wozu sie gemäss geltendem Gesamtarbeitsvertrag ver- Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

pflichtet ist. Im Budget 1993 sind deshalb unter der Rubrik «In- Die Kosten des Konzeptes «Bahn 2000» scheinen völlig aus

konvenienzen und übriger Personalaufwand» insgesamt dem Ruder zu laufen. Sollte deshalb nicht das Parlament

1,4 Millionen Franken eingeplant. Wir müssen in der ganzen nochmals darüber befinden und Prioritäten festlegen?

Angelegenheit berücksichtigen, dass für die SRG-Journali-

sten das Radio und der Fernseher Arbeitsinstrumente sind Texte de la question du 8 mars 1993

und nicht einfach der Unterhaltung dienen. Die Gebühren- Les coûts du projet «Rail 2000» ne semblent plus pouvoir être

übernahme durch die SRG darf deshalb nicht etwa als Neben- maîtrisés. Ne faudrait-il pas, de ce fait, que le Parlement déli-

einkommen oder«fringe benefits» bezeichnet werden. bère une nouvelle fois à ce sujet et qu'il fixe des priorités?

Heure des questions 140 N 8 mars 1993

93.5015 kosten lassen sich insbesondere auf die Teuerung, dann auf

die Projektänderungen und auch zusätzliche Umweltauflagen

Frage Jäggi Paul zurückführen. Ich verweise hier auf die Einfache Anfrage Büh-

Neues Konzept »Bahn 2000» rer Gerald und die Antwort des Bundesrates vom 24. Februar

Question Jäggi Paul 1993.

Nouvelle conception du projet «Rail 2000» Es ist eindeutig, dass seinerzeit die Komplexität des gesamten

Vorhabens unterschätzt wurde. Die Detailberatung hat ge-

zeigt, dass die vorgesehene Kapazitätserhöhung auf dem

ganzen Netz über hundert Bauprojekte zum Teil grösseren

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Ausmasses erfordert. Es ist eindeutig, dass die Kosten einzel-

Gegenwärtig läuft für die Neubaustrecke Rothrist-Mattstetten ner Objekte völlig unterschätzt wurden. Es ist auch eindeutig,

im Konzept «Bahn 2000» das Einspracheverfahren. dass die SBB im Management des Projektes Fehler begangen

Die Aeusserungen von Vertretern der SBB über die Zukunft haben. Es ist aber ebenso klar, dass auch von den SBB nicht-

des Konzeptes «Bahn 2000» und die Plafonierung der Kosten beeinflussbare Faktoren zur heutigen Situation beigetragen

verunsichern die Bevölkerung des betroffenen Gebietes. haben. Das gleiche gilt übrigens auch im Nationalstrassen-

Wann liegt das neue, redimensionierte Konzept «Bahn 2000» bau, nur fliesst dort das Geld durch die Treibstoffzölle. Hier ist

vor, und bedeutet dies eine neue Vorlage ans Parlament mit ei- es anders, hier müssen diese Kredite jeweils vom Parlament

ner Referendumsmöglichkeit? genehmigt werden.

Ein ausserordentlich starkes Verkehrswachstum hat die Kapa-

Texte de la question du 8 mars 1993 zitätssituation und damit die Basis für die Dimensionierung

Prévue dans le projet «Rail 2000», la construction du tronçon einzelner Bauobjekte entscheidend verändert. Der Personen-

Rothrist-Mattstetten fait actuellement l'objet d'une procédure verkehr hat, insbesondere als Folge der Verbilligung des Halb-

d'opposition. taxabonnementes, von 1985 bis 1991 um 32 Prozent zuge-

Les déclarations des représentants des CFF sur l'avenir de nommen, der Güterverkehr um 15 Prozent. Damit wurden be-

«Rail 2000» et sur le plafonnement des coûts sont loin de ras- reits 1991 die in der Botschaft «Bahn 2000» für das Jahr 2000

surer la population des régions concernées. ohne «Bahn 2000» prognostizierten Werte erreicht.

Quand le remaniement de «Rail 2000» sera-t-il terminé? Un Das enorme Kosten Wachstum als Folge der Umweltgesetzge-

nouveau projet sera-t-il présenté aux Chambres et pourra-t-il bung war zur Zeit der parlamentarischen Beratung nicht vor-

faire l'objet d'un référendum? hersehbar. Das Parlament hat dem Projekt «Bahn 2000» auf

der Basis der heute kritisierten Linienführungen für Neubau-

strecken zugestimmt. Für Verbesserungen im Umweltschutz

hat das Parlament 1986 und 1987 für alle vier Neubaustrecken

50 Millionen Franken beschlossen. Allein für Mattstetten-

Rothrist stehen heute zusätzliche 700 Millionen Franken zur

93.5024 Diskussion.

Nachdem die SBB im Herbst 1990 erstmals über die drohende

Frage Scheidegger Kostenüberschreitung orientiert haben, hat das EVED umge-

«Bahn 2000». Wie weiter? hend gehandelt. Die SBB wurden bereits am 8. November

Question Scheidegger 1990 beauftragt, sämtliche Möglichkeiten zur Kostenreduktion

«Rail 2000», quelles perspectives? aufzuzeigen. Die Resultate dieser Arbeiten waren ernüch-

ternd.

Die von den SBB aufgezeigten Kostenreduktionen von 1,5 bis

2 Milliarden Franken hätten keine substantielle Verbesserung

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 gebracht Die Rentabilität des Projektes, seinerzeit eine Basis

Wie sieht der Bundesrat die Zukunft der «Bahn 2000» ange- der parlamentarischen Beschlüsse, wäre nicht mehr gesichert

sichts zunehmend skeptischer Stimmen selbst von höchster gewesen. Deshalb haben wir erneut rasch und verantwor-

SBB-Stelle oder des Präsidenten der nationalrätlichen Kom- tungsbewusst gehandelt. Beschränkungen auf das für die Ver-

mission für Verkehr und Fernmeldewesen? Wie stellt sich der wirklichung der ursprünglichen Konzeptidee Notwendige sind

Bundesrat insbesondere zur klaren Forderung von Politikern, unerlässlich. Es geht nicht zuletzt um unsere Steuergelder.

dem Souverän sei eine neue «Bahn 2000»-Vorlage zu unter- Das EVED hat deshalb rechtzeitig von den SBB eine Ueberar-

breiten? beitung des Projektes verlangt. Wir mussten es verlangen. Wir

mussten handeln, und wir haben gehandelt Es muss aufge-

Texte de la question du 8 mars 1993 zeigt werden, was sich für den ursprünglich bewilligten Kredit

Comment le Conseil fédéral envisage-t-il l'avenir du projet realisieren lässt. Die Ergebnisse dieser Neuorientierung sind

«Rail 2000», compte tenu des déclarations de plus en plus uns von den SBB bis Ende Juni 1993 vorzulegen. Mit diesem

sceptiques qui sont faites à ce sujet, même par la direction des Vorgehen sind die SBB gezwungen, auf alles Wünschbare zu

CFF et par le président de la Commission des transports et des verzichten und nur das Notwendige zu planen und zu realisie-

télécommunications du Conseil national? Que pense-t-il en ren. Das Projekt soll - mit anderen Worten - auf den Kern der in

particulier des voix émanant de politiciens et qui demandent der Botschaft von 1985 versprochenen Leistungen zurückge-

qu'un nouveau projet «Rail 2000» soit soumis au peuple? führt werden, d. h. erstens landesweiter Stundentakt mit Ver-

dichtung zum Halbstundentakt - aber nur bei Bedarf - und

Bundespräsident Ogi: Ich fasse die Beantwortung der Fragen zweitens möglichst viele Anschlussspinnen in möglichst vie-

von den Herren Steinemann, Jäggi Paul, Binder und Schei- len Knoten.

degger zusammen, werde dann aber die Zusatzfrage von Aus gesamtwirtschaftlicher und politischer Sicht haben wir

Herrn Binder noch separat behandeln. den SBB ferner folgende vier Auf lagen gemacht:

Das Schweizervolk hat am 6. Dezember 1987 in einer Referen- 1. Die Suisse romande darf nicht benachteiligt werden. So ist

dumsabstimmung das Konzept «Bahn 2000» angenommen. die Jurasüdfuss-ünie der Mittellandliniefahrzeitmässig gleich-

Der bewilligte Kreditrahmen betrug 5,4 Milliarden Franken, zustellen.

was umgerechnet in heutige Kaufkraft rund 8 Milliarden Fran- 2. Den Kapazitätsanforderungen für den Alpentransit-Zulauf-

ken sind. Die mit dem Kreditrahmen vergleichbaren Kosten für verkehr ist Rechnung zu tragen.

die Verwirklichung des Konzeptes «Bahn und Bus 2000» ha- 3. Die Anforderungen der Einbindung der Schweiz in das eu-

ben sich dann fast verdoppelt; man spricht von 10,7 Milliarden ropäische Hochleistungs-Geschwindigkeitsnetz sind auf den

Franken. Hinzu kommen weitere Kosten aus den ordentlichen betroffenen Linien zu erfüllen.

Investitionen sowie das Rollmaterial, so dass die Totalkosten 4. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung für das ganze Projekt muss

bei gegen 20 Milliarden Franken liegen. Die geplanten Mehr- erstellt werden.

8. März 1993 N 141 Fragestunde

Gestützt auf die Planungsergebnisse ist dann zu überprüfen, Scheidegger: Ich habe damals, 1987, genau wie Sie, Herr

ob allenfalls der Bundesbeschluss geändert werden und das Bundespräsident, für diese Vorlage gekämpft, und es geht um

Parlament über eine entsprechende Vorlage mit Referen- die Redlichkeit eidgenössischer Politik. Wir haben einen Ko-

dumsmöglichkeit befinden muss. stenrahmen beschlossen, und dieser wurde der Bevölkerung

Persönlich bin ich jedoch überzeugt, dass sich das Konzept «verkauft». Nun entstehen viel, viel höhere Kosten, und es wird

«Bahn 2000» zum heutigen Preis von rund 8 Milliarden Fran- ganz sicher auf gewisse Strecken verzichtet und auf ein

ken im wesentlichen realisieren lässt. So oder so werden wir Minimum gefahren werden müssen. Es geht - mit anderen

jedoch die eidgenössischen Räte stets auf dem laufenden Worten - um die Entleerung des Konzeptes, beispielsweise

halten. um die Variante «Süd plus» oder auch um den Oesch-Oenz-

Die Entwicklung von «Bahn 2000» soll nicht beschönigt wer- Tunnel. Umwelt- und Raumplanungsgesetze sind Auflagen,

den. Aber immerhin sprechen wir noch von «erwarteten Ko- die vom gleichen Bundesstaat erlassen wurden. Dieser Staat

sten». Damit ist der Steuerzahler noch nicht zu Schaden ge- muss die Bundesgesetzgebung auch einhalten, und es kann

kommen. Bis heute sind lediglich 96 Millionen Franken ausge- nicht der Souverän, der mit Einsprachen für die Einhaltung der

geben worden; das ist 1 Prozent. Für weitere 640 Millionen Gesetze kämpft, für die Teuerungen verantwortlich gemacht

Franken hat man sich verpflichtet. Vergleiche mit Furkatunnel werden.

und ähnlichem sind daher nicht zulässig. Von Debakel zu Deshalb meine ganz klare Frage: Wäre es nicht sinnvoll, eine

sprechen, wie es in einer Zeitung gestern getan wurde, ist ver- neue Vorlage vor das Parlament und vor den Souverän zu brin-

antwortungslos, ist ungerecht und unfair. Alles, was wir jetzt gen, eine Vorlage, die wir tatsächlich auch finanziell verkraften

zusammen mit den SBB unternehmen, geht ja gerade dahin, können?

ein Debakel mit allen Mitteln zu verhindern und die «Bahn Noch einmal: Ich stand ganz hinter der «Bahn 2000». Was sie

2000» zu einem guten Ende zu führen. heute ist, ist nicht mehr das, was wir «verkauft» haben.

Sie müssen wissen: Wir sind ins Gelingen verliebt, nicht ins

Scheitern. Bundespräsident Ogi: Ich möchte die Frage von Herrn

Scheidegger ganz klar mit Nein beantworten und das kurz be-

Steinemann: Herr Bundespräsident, können Sie uns hier an gründen.

dieser Stelle glaubhaft versichern, dass die Neat nicht ähnlich Es ist nicht möglich, in der heutigen Zeit eine neue Vorlage vor-

wie «Bahn 2000» planerisch und finanziell in den Abgrund rol- zulegen, die weniger kostet; es ist eine Illusion, das zu glau-

len wird, weil auch dort die Kosten viel zu tief und die Komplexi- ben. Nehmen wir beispielsweise den Abschnitt Mattstetten-

tät falsch eingeschätzt wurden? Rothrist. Da hat man verlangt: Wildquerung Buchiwald, 14,5

Millionen Franken; Verlängerung der Emmenquerung nach

Bundespräsident Ogi: Ich kann Ihnen glaubhaft erklären, Herr Süden, 11 Millionen Franken; Oesch-Oenz-Tunnel, 175 Millio-

Steinemann, dass wir diese Neat glaubhaft, ehrlich und kor- nen Franken usw.

rekt geplant haben und dass wir aus den Erfahrungen mit der Wir wollen zuerst wissen, ob man beispielsweise diesen Tun-

Fart, also mit der Locarno-Centovalli-Bahn, und mit der «Bahn nel bauen muss oder ob die Strecke auch ohne den Tunnel

2000» die notwendigen Konsequenzen gezogen haben - in umweltfreundlich genug wäre. Noch ist nichts entschieden.

mannigfacher Hinsicht. Dann kommt noch der Munibergtunnel dazu, für diese 7 Kilo-

Ich will Ihnen ein Beispiel geben: Die Oesterreicher haben die meter rechnet man mit rund 220 Millionen Franken.

Umfahrung von Innsbruck jetzt in einem Tunnel fertig gebaut. Ich muss dieses Parlament auf die Kosten aufmerksam ma-

Sie haben pro Tunnelkilometer rund 30 bis 50 Millionen Fran- chen. Irgend jemand muss das bezahlen - Sie und ich. Des-

ken gebraucht. Wir haben aufgrund der Angaben der Inge- halb sollte man diese Situation auch nüchtern beurteilen und

nieure für den Lötschberg pro Kilometer 80 Millionen Franken nicht nur immer fordern, sondern auch überlegen, wo das

und für den Gotthard 100 Millionen Franken vorgesehen. Sie Geld eigentlich herkommt. Der Steuerzahler hat ein Anrecht

wissen, dass wir das Controlling für die Neat auch anders vor- darauf, dass wir mit jedem Franken verantwortungsbewusst

gesehen haben, ebenso die Finanzierung. Sie wissen es, und umweltgerecht umgehen.

denn wir haben uns darüber bereits mehrmals unterhalten.

Jäggi Paul: An der schlechten Vorbereitung des Konzepts

«Bahn 2000» auf der Kostenseite trägt ja nicht die Bevölkerung

die Schuld. Ist es nicht ein Versuch, Herr Bundespräsident, mit

der Vorgehensweise, die man nun wählt, und mit der Plafonie-

rung der Kosten die dringend notwendigen Verbesserungen

zugunsten der betroffenen Bevölkerung zu verhindern? 93.5019

Bundespräsident Ogi: Herr Jäggi Paul, wenn Politiker zusätzli- Frage Binder

che Forderungen an «Bahn 2000» stellen, die über das Not- Projekt «Bahn 2000».

wendige hinausgehen, und das Wünschbare verlangen, dann Strecke Zürich-Winterthur

müssen Sie auch so ehrlich sein und den entsprechenden Zu- Question Binder

satzkrediten zustimmen. Ich sage es Ihnen ganz offen: Wenn Projet «Rail 2000».

Sie den Oesch-Oenz-Tunnel auch wollen, wenn er aufgrund Tronçon Zurich-Winterthour

des Umweltschutzrechts nicht notwendig ist, dann müssen

Sie auch den Mut haben, zusätzliche Kredite zu verlangen. Für

die Planung der Jurasüdfuss-Linie Solothurn-Biel-Neuen-

burg-Yverdon-les-Bains-Lausanne hat man seinerzeit rund Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

200 Millionen Franken vorgesehen, und jetzt kommt man mit Das Projekt «Bahn 2000» wird überprüft Die finanziellen Auf-

1,25 Milliarden Franken. Sie werden begreifen, dass wir solche wendungen sollen neu auf 8 Milliarden Franken begrenzt wer-

Entwicklungen nicht zulassen können und dass wir hier das den. Dabei muss auf geplante Bauten verzichtet werden.

Signal auf Stop stellen. Wird die Neubaustrecke Zürich-Winterthur und damit der

Wir können heute ja gar nicht umweltfeindlich bauen, sondern Brüttemer Tunnel im Rahmen dieses «Kernprojektes» reali-

wir können nur noch umweltfreundlich bauen. Die Auflagen, siert?

die uns aus Ihrem Gebiet gemacht werden, müssen auch ir- Sind die SBB bereit, innert nützlicher Frist im Bereich des

gendwie bezahlt werden. Bahnhofs Effretikon, auf dem täglich zwischen 530 und 550

Deshalb wollen und müssen wir diese Forderungen - ich habe Züge (wovon etwa 70 Schnellzüge mit einer Geschwindigkeit

heute morgen 5200 Einsprachen zur Strecke Mattstetten- von bis zu 125 km/h) verkehren, die nötigen Massnahmen zur

Rothrist bekommen - auch gegenüber den Steuerzahlern Einhaltung der Bedingungen der Lärmschutzverordnung zu

ganz genau analysieren und beurteilen können. treffen?

Heure des questions 142 N 8 mars 1993

Texte de la question du 8 mars 1993 93.5012

Le projet «Rail 2000» fait l'objet d'un réexamen. Les dépenses

seront limitées à 8 milliards de francs. En conséquence, il fau- Frage Binder

dra renoncer à certains ouvrages qui avaient été prévus. Soll das Transitabkommen

Réalisera-t-on, dans les limites de ce projet redimensionné, le schon angepasst werden?

nouveau tronçon Zurich-Winterthour, ainsi que le tunnel de Question Binder

Brütten? Faut-il déjà adapter l'Accord sur le transit?

Les CFF ont-ils l'intention de veiller à la mise en oeuvre en

temps utile des mesures nécessaires pour respecter les dispo-

sitions de l'ordonnance sur la protection contre le bruit sur

l'aire de la gare d'Effretikon, où transitent journellement de 530 Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

à 550 convois (dont environ 70 trains directs d'une vitesse pou- Das Transitabkommen zwischen der EG und der Schweiz

vant aller jusqu'à 125 km/h)? über den Güterverkehr auf Strasse und Schiene ist am 22. Ja-

nuar 1993 in Kraft getreten. Wie am 1. März 1993 aus der

Bundespräsident Ogi: Ich habe den ersten Teil der Frage Bin- Presse zu erfahren war, soll der Vertrag auf Wunsch Italiens

der beantwortet; ich will den zweiten Teil noch beantworten. bereits geändert werden, indem gewisse Infrastrukturen für

Es geht hier um die Strecke Zürich-Winterthur. Erst wenn die den kombinierten Verkehr in Norditalien nicht gebaut werden

Ergebnisse der Studie, die ich bereits erwähnt habe, vorlie- sollen.

gen, kann die Frage beantwortet werden, ob die Neubau- Beabsichtigt der Bundesrat, den Forderungen der EG betref-

strecke Zürich-Winterthur realisiert werden kann. Dies ist ganz fend Aenderungsbegehren stattzugeben, und was würde dies

allgemein für alle bisher vorgesehenen Infrastrukturbestand- konkret für die Schweiz bedeuten?

teile des Konzepts «Bahn 2000» zu sagen. Die Einhaltung der

Bedingungen der Lärmschutzverordnung ist eine zwingende Texte de la question du 8 mars 1993

Vorschrift Allerdings können die dazu nötigen Massnahmen L'accord conclu entre la Communauté européenne et la

nicht von heute auf morgen auf dem ganzen Netz der SBB rea- Confédération suisse relatif au transport de marchandises par

lisiert werden; sie sind auch in keinem Budget enthalten. Wir route et par rail (Accord sur le transit) est entré en vigueur le 22

sind gezwungen, Prioritäten zu setzen. Erste Priorität kommt janvier 1993. Comme on l'a appris par la presse le 1er mars

zurzeit der Sanierung der Strecken zu, die Bestandteil des 1993, l'Italie souhaite qu'il soit déjà modifié et que certaines in-

Huckepackkorridors sind; das entsprechende Konzept ist frastructures destinées au trafic combiné dans le nord de l'Ita-

ausgearbeitet worden. lie ne soient pas construites.

Im übrigen weisen wir darauf hin, dass der Lärmalarmwert im Le Conseil fédéral a-t-il l'intention de satisfaire aux demandes

Bahnhof Effretikon nicht überschritten wird. Daher kann seine de la Communauté européenne concernant ces modifications

Sanierung auch nicht oberste Priorität sei n. et, si oui, quelles seraient les conséquences pour la Suisse?

93.5011

93.5035

Frage Reimann Maximilian

Hochdeutsch in DRS-Informationssendungen Frage Giezendanner

für Bundesräte Transitvertrag. Aenderungen

Question Reimann Maximilian Question Giezendanner

Emissions d'information de DRS. Accord sur le transit. Modifications

Emploi de l'allemand par les conseillers fédéraux

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Am 22. Januar 1993 trat der Transitvertrag (Schweiz/EG) in

Als Beitrag zur besseren Verständigung über die innerschwei- Kraft. Im Anhang 4 des Vertrages wird detailliert aufgelistet, wo

zerischen Sprachgrenzen hinweg hat der Bundesrat der SRG die einzelnen EG-Staaten «unbedingt» neue Terminals erstel-

in der neuen Konzession zu Recht die Auflage gemacht, DRS- len oder bestehende ausbauen müssen. Demnach ist Italien

Informationssendungen auf Hochdeutsch zu gestalten. verpflichtet, in Bologna oder in Novara Terminals zu bauen.

Warum wollen sich aber ausgerechnet Bundesräte nicht an Die ständige Vertretung Italiens in Brüssel teilte der EG mit,

diese Regel halten «und bitten darum, Mundart sprechen zu dass nun aber im Raum Mailand ein multimodaler Grosstermi-

können, weil sie so bei ihren Leuten besser ankommen» (Ori- nal gebaut werden soll. Dieses Konzept entspricht nicht der

ginalzitat aus Interview «Media Trend Journal» vom 5. Februar EG-Richtlinie über die Förderung im kombinierten Verkehr.

1993 mit Fernsehdirektor DRS)? Ist der Transitvertrag durch das tendenziell andere «Hucke-

packkonzept» der Italiener in der heutigen Abfassung noch

Texte de la question du 8 mars 1993 zeitgemäss, oder drängen sich bereits Aenderungen auf? Der

Pour améliorer la compréhension des régions linguistiques Terminal «Busto» bei Mailand wurde durch die Schweiz mit

entre elles, le Conseil fédéral a assorti, à juste titre, l'octroi rund 48 Millionen Franken mitfinanziert. Wird der Terminal mit-

d'une nouvelle concession à DRS de l'obligation pour celle-ci telfristig noch ausgelastet werden können, und wird die

d'utiliser l'allemand standard dans les émissions d'informa- Schweiz einen neuen Terminal in Bologna, Novara oder gar

tion. Pourquoi précisément les conseillers fédéraux refusent- Mailand mitfinanzieren?

ils de se tenir à cette obligation et demandent-ils, à l'instar de

ce qui s'est passé le 5 février dernier, lors du «Media Trend Texte de la question du 8 mars 1993

Journal», auquel assistait le directeur de la DRS, «à pouvoir L'Accord sur le transit, conclu entre la Suisse et la CE, est entré

s'exprimer en dialecte pour être mieux compris des gens»? en vigueur le 22 janvier 1993. Son annexe 4 dresse la liste dé-

taillée des endroits où différents Etats membres de la CE doi-

Bundespräsident Ogi: Es kann keine Rede davon sein, dass vent «absolument» construire de nouveaux terminaux ou amé-

sich der Bundesrat nicht an die von ihm selbst erlassene Kon- nager les terminaux existants. L'Italie se voit ainsi contrainte de

zessionsbestimmung halten will. Er ist vielmehr entschlossen, construire des terminaux soit à Bologne soit à Novare.

mit gutem Beispiel voranzugehen und Interviews in Informa- Ce pays, par l'intermédiaire de sa représentation permanente

tionssendungen von Radio und Fernsehen grundsätzlich in à Bruxelles, a toutefois signalé à la CE qu'il prévoyait de cons-

Hochdeutsch zu geben. truire un grand terminal dans la région de Milan. Or, ce projet

8. März 1993 N 143 Fragestunde

n'est pas conforme à la directive communautaire sur le trans- Bundespräsident Ogi: Das Transitabkommen zwischen der

port dans le trafic combiné. EG und der Schweiz ermöglicht unserem Land, die 28-Ton-

Compte tenu de la conception du ferroutage différente qui se nen-Begrenzung der Lastwagen sowie das Nacht- und Sonn-

dessine en Italie, on peut de demander si l'Accord sur le tran- tagsfahrverbot beizubehalten. Ausserdem wird der vorgese-

sit, dans sa forme actuelle, est encore adapté et si sa modifica- hene Kapazitätsausbau der Eisenbahninfrastrukturen in der

tion ne s'impose pas d'ores et déjà? Les capacités du terminal Schweiz wie in den EG-Mitgliedstaaten eine vermehrte Attrak-

de Busto près de Milan, au financement duquel la Suisse a tivität dieses Verkehrsträgers bewirken.

participé à raison de quelque 48 millions de francs, pourront- Es stimmt, dass Italien hier gewisse Aenderungen verlangt

elles encore, à moyen terme, être utilisées pleinement? La hat- ich habe das bereits erwähnt- und es stimmtauch, dass

Suisse participera-t-elle au financement d'un nouveau termi- bereits am 4. März erste Kontakte stattgefunden haben.

nal à Bologne, à Novare ou même à Milan? Nun ist es so, dass der EG-Verkehrsministerrat in den näch-

sten Wochen diesen formellen Auftrag erteilen muss, damit

Bundespräsident Ogi: Es stimmt, dass Italien gewisse Aende- dann die Verhandlungen offiziell anlaufen können. Wir rech-

rungen im Anhang 4 «Infrastrukturarbeiten und geplante nen damit, dass dieser Auftrag vom EG-Verkehrsministerrat in

Massnahmen in der Gemeinschaft» des Transitabkommens den nächsten Wochen gegeben wird; aber wir müssen auch

vorschlägt Dabei sollte unter anderem die Liste der italieni- offen erklären, dass nicht damit zu rechnen ist, dass die Ver-

schen Terminals, welche im Transitabkommen verankert sind, handlungen in Sachen Luftverkehr und in Sachen Strassen-

angepasst werden. Ausserdem sollten auch noch rein techni- verkehr abgeschlossen werden können, bevor der EWR-Ver-

sche Anpassungen im Zusammenhang mit den Tunneleckhö- trag in Kraft treten kann. Ich glaube, das ist die Konsequenz

hen durchgeführt werden. unseres Neins vom 6. Dezember.

Der Gemischte Ausschuss Schweiz/EG hat am 5. März 1993

diese Vorschläge zur Abklärung an Experten der betroffenen

Bahngesellschaften überwiesen. Die schweizerische Delega-

tion hat dabei klargestellt, dass eine Aenderung des Transitab-

kommens so kurz nach seinem Inkrafttreten nicht in Frage 93.5018

komme.

Bezüglich eines Terminals im Räume Mailand Lachiacella, der Frage Cavadini Adriano

im übrigen nicht in den abgeschlossenen Abkommen aufge- Neat. Einbezug desTessins

führt ist, ist folgendes zu sagen: Dieser Terminal ist erst im Pla- in die Kontakte mit Italien

nungsstadium und kennt zurzeit erhebliche politische und fi- Question Cavadini Adriano

nanzielle Probleme, so dass eine rasche Realisierung nicht zu NLFA. Intégration du Tessin

erwarten ist. Weitere Terminals in Bologna, Novara oder gar in dans les contacts avec l'Italie

Mailand werden von der Schweiz nicht mitfinanziert.

Binder: Ich danke Ihnen für die Beantwortung der Fragen.

Es würde mich noch interessieren, ob es zutrifft, dass die Italie- Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

ner bereits vor der Ratifizierung des Abkommens solche Aen- Die Detailprojektierung für die Neue Eisenbahn-Alpentrans-

derungen verlangten, dass aber mit Rücksicht auf die Ratifika- versale bis nach Lugano zwingt schon heute zu Vorentschei-

tion des Abkommens - in Absprache Schweiz/EG - beantragt den für die Fortsetzung bis zur italienischen Grenze; diese Vor-

wurde, dieses Problem, das heisst die Anträge der Italiener, im entscheide erfordern weitere Gespräche und Verhandlungen

gemischten Transitausschuss zu behandeln. mit Italien. Da die Linienführung, die mit Italien vereinbart wird,

das Tessiner Kantonsgebiet direkt betrifft, sollten die Tessiner

Bundespräsident Ogi: Ich kann die Frage wie folgt beantwor- Behörden in die Verhandlungen und Abklärungen mit den Ver-

ten. Auf Ministerebene, Herr Binder, hat man diese in den letz- tretern Italiens unbedingt mit einbezogen werden.

ten Tagen vorgebrachten Forderungen nie an mich herange- Kann uns der Bundesrat zusichern, dass die Tessiner Behör-

tragen. Als ich diesen Transitvertrag aushandelte, war ein an- den immer und regelmässig zu den Verhandlungen und Ab-

derer Minister zuständig. Die Minister wechseln in Italien sehr klärungen mit Italien über die künftige Alpentransversale ein-

rasch, das wissen Sie. Diese Forderungen wurden erst in den geladen werden?

letzten Tagen gestellt.

Texfe de la question du 8 mars 1993

Le projet de Nouvelle ligne ferroviaire à travers les Alpes

jusqu'à Lugano impose aujourd'hui déjà des choix préliminai-

res en ce qui concerne son prolongement jusqu'à la frontière

italienne, ce qui exigera des négociations avec l'Italie. Il im-

93.5013 porte que les autorités tessinoises participent à ces négocia-

tions, étant donné que le ou les tracés choisis avec l'Italie au-

Frage Binder ront des répercussions sur le territoire tessinois.

Verhandlungen Schweiz/EG Je prie donc le Conseil fédéral de donner l'assurance que les

betreffend Luft- und Strassenverkehr autorités tessinoises seront régulièrement invitées à participer

Question Binder aux entretiens et aux études effectués avec l'Italie en vue de la

Négociations Suisse/CE construction de la future transversale alpine.

concernant le trafic aérien et le trafic routier

Bundespräsident Ogi: Die Studien über die Verlängerung der

Neat bis zur italienischen Grenze und die Verhandlungen mit

den italienischen Behörden werden auf schweizerischer Seite

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 durch das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschafts-

Was unternimmt der Bundesrat, damit die Verhandlungen departement, das EVED, geführt.

Schweiz/EG betreffend den Marktzugang im Luft- und Stras- Der Verhandlungspartner auf der italienischen Seite ist das

senverkehr demnächst aufgenommen werden? Verkehrsministerium in Rom. Dadurch ist der Einbezug kanto-

naler Behörden nicht ausgeschlossen. Das Departement ist in

Texfe de la question du 8 mars 1993 ständigem Kontakt mit den Tessiner Behörden, so dass die

Quelles mesures le Conseil fédéral prend-il pour faire en sorte kantonalen Interessen jederzeit gewahrt werden können.

que les négociations entre la Suisse et la Communauté euro-

péenne concernant l'accès au marché dans le domaine du tra- On. Cavadini Adriano: lo capisco che Lei ha detto che il Can-

fic aérien et du trafic routier soient bientôt entamées? tone Ticino non è escluso da questi contatti perché viene man-

Heure des questions 144 N 8 mars 1993

tenuto il legame con il Suo Dipartimento, lo ritengo però che ci Beispiel Frankreich kürzlich einer amerikanischen Fluggesell-

venga data un'assicurazione precisa nel senso che nei con- schaft mit dem Entzug der Betriebsbewilligung, falls sie ihre

tatti con l'Italia sui tracciati delle linee ferroviarie che interes- Tarifunterbietungen nicht sofort einstelle.

sano il Ticino e che toccano il territorio del Cantone l'Autorità ti-

cinese possa partecipare con un suo rappresentante assieme Loeb François: Ich sehe ein Problem vor allem beim Touris-

alle Autorità federali. Mi sembra un'esigenza indispensabile mus. Wenn solche Kontrollen stattfinden, hat der einzelne

per salvaguardare gli interessi cantonali in un territorio difficile trotzdem ein ungutes Gefühl. Die Frage, die ich Ihnen stellen

e anche per far sì che determinati ostacoli vengano sin dall'ini- möchte: Hat es nicht gerade auf den Tourismus eine sehr

zio eliminati. schlechte Auswirkung, wenn billigere Tarife verhindert wer-

den? Wir sind ja im Tourismus nicht als Billigland bekannt Es

Bundespräsident Ogi: Direkte Verhandlungen zwischen Bel- bestehen Schwierigkeiten, wenn keine günstigen Tarife mehr

linzona und Rom in Sachen Neat sind nicht möglich, aber der möglich sind - wir wissen, wie es in Amerika im Moment zu-

Einbezug der Tessiner Interessen und der Einbezug derTessi- geht

ner in die Delegation der Schweiz für spezielle, das Tessin be- Sie haben gesagt, in Frankreich sei eine Fluggesellschaft ver-

treffende Fragen ist möglich. warnt worden. Aber ich glaube nicht, dass solche Flugschein-

Aber ich möchte in diesem Zusammenhang sagen, dass wir in kontrollen in anderen europäischen Ländern stattfinden.

diesen Verhandlungen natürlich eine schnelle Gangart einge- Ich bitte deshalb bei allen Kontrollen um grösste Zurückhal-

schlagen haben und manchmal etwas enttäuscht sind, wenn tung.

wir zusehen müssen, wie lange es geht, bis seitens des Kan-

tons Tessin zu gewissen Studien Stellung bezogen wird. Bundespräsident Ogi: Ich möchte Herrn Loeb François sa-

Bitte sorgen Sie dafür, dass es rascher geht. gen, dass das BAZL natürlich keine Passagiere, die es bei ei-

ner Flugscheinkontrolle befragt, an der Abreise hindert. Klar ist

das für den Tourismus oder für diejenigen, die die Schweiz als

Tourismusland gewählt haben, keine gute Sache. Auf der an-

deren Seite sind wir gemäss bilateralen Abmachungen, Verträ-

93.5025 gen und gemäss Luftfahrtgesetz angehalten, diese Kontrollen

durchzuführen. Wir möchten im Zivilluftfahrtverkehr auch

Frage Loeb François keine amerikanischen Zustände; Sie werden das sicher be-

Flugticketkontrollen durch das BAZL greifen. Ich nehme an, Sie kennen die Zustände in den USA.

Question Loeb François

OFAC. Contrôle des billets d'avion

93.5032

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Frage Bircher Peter

Glaubt der Bundesrat mit den Flugscheinkontrollen durch Be- Videotex-Benützer.

amte des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) bei Nordatlan- Aufhebung der Anonymität

tik-Passagieren wirklich daran, Marktkräfte ausser Kraft setzen Question Bircher Peter

zu können? Wie passen solche Massnahmen in die Deregulie- Utilisateurs du Videotex.

rungsphilosophie des Bundesrates? In welchen anderen Län- Suppression de l'anonymat

dern Europas erfolgt ein analoges Vorgehen?

Texte de la question du 8 mars 1993

Le Conseil fédéral croit-il vraiment que, en demandant à des Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

fonctionnaires de l'Office fédéral de l'aviation civile (OFAC) de Tritt der Bundesrat gegenüber den PTT dafür ein, dass die An-

contrôler les billets des passagers empruntant les lignes de onymität der Videotex-Benützer aufgehoben wird, nachdem

l'Atlantique Nord, il arrivera à s'opposer aux pratiques que l'on offensichtlich im Zusammenhang mit Kindsmisshandlungen

rencontre actuellement sur le marché? Commentées mesures Missbräuche schlimmsten Ausmasses Tatsache geworden

s'inscrivent-elles dans la conception que le Conseil fédéral se sind, und welche weiteren Massnahmen sind konkret vorge-

fait de la déréglementation? Dans quels autres pays euro- sehen?

péens pratique-t-on des contrôles analogues?

Texte de la question du 8 mars 1993

Bundespräsident Ogi: Die Flugscheinkontrollen des Bundes- Le Conseil fédéral prend-il des mesures pour inciter les PTT à

amtes für Zivilluftfahrt haben keinesfalls zum Ziel, günstige supprimer l'anonymat des utilisateurs du Vidéotex, suite aux

Flugangebote zu unterbinden, Herr Loeb François. Das Amt graves abus qui sont apparus en relation avec des sévices infli-

erfüllt mit diesen Kontrollen nur seine Aufsichtspflicht und ver- gés à des enfants, et quelles autres mesures concrètes envi-

sucht damit durchzusetzen, dass die Fluggesellschaften nur sage-t-il?

die von ihm genehmigten Tarife anwenden. Im regelmässigen

Linienverkehr besteht nämlich gemäss Luftfahrtgesetzgebung Bundespräsident Ogi: Bereits im letzten August haben die

immer noch eine Tarifgenehmigungspflicht Auch die bilatera- PTT Telecom die Videotex-Anbieter aufgefordert, die Identität

len Luftverkehrsabkommen verpflichten die Schweiz, die ge- der Informationsbenützer zu registrieren. Einzelne Anbieter

nehmigten Tarife durchzusetzen. Die Publikation der geneh- kamen dieser Aufforderung jedoch nicht nach. Die PTT sahen

migten Tarife stellt sicher, dass für die Kunden Transparenz sich deshalb Mitte Februar 1993 gezwungen, die Registrie-

besteht. rung der Identität der Benutzer in ihrer Verordnung über Fern-

Wenn gegen geltende Vorschriften verstossen wird, hat die meldedienste vorzuschreiben und diese neue Bestimmung

Aufsichtsbehörde einzuschreiten. Erste Reaktionen von be- sofort in Kraft zu setzen. Das Anliegen des Fragestellers ist so-

troffenen Fluggesellschaften und Verbänden der Reisebran- mit erfüllt.

che haben uns bestätigt, dass ein Einschreiten der Aufsichts-

behörde als richtig und erwünscht befunden wird.

Der Bundesrat befürwortet grundsätzlich, Herr Loeb, die Libe-

ralisierungsbestrebungen im Luftverkehr. Das hindert ihn aber

nicht daran, sich weiterhin für die Einhaltung fairer Wettbe-

werbsbedingungen einzusetzen.

Trotz Liberalisierung im europäischen Luftverkehr steht die

Schweiz mit solchen Massnahmen nicht allein. So drohte zum

8. März 1993 N 145 Fragestunde

93.5021 pant à la CSCE. Pour le Conseil fédéral, il s'agit là d'un indice

que, dans la situation internationale actuelle, une nouvelle

Frage Hollenstein plainte interétatique contre la Turquie ne trouverait pas de sou-

Menschenrechtsverletzungen in der Türkei tien parmi les Etats membres du Conseil de l'Europe.

Question Hollenstein En ce qui concerne la demande de M™ Hollenstein de soutien

Violations des droits de l'homme en Turquie financier et d'envoi d'experts en Anatolie, le Conseil fédéral est

d'avis que l'aide humanitaire d'urgence n'est pas un instru-

ment adapté à la situation, car les communautés victimes d'ac-

tes de violence ne manquent, en premier lieu, ni de nourriture

ni de logement Une telle aide ne résoudrait donc pas le pro-

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

blème de fond soulevé par la question, à savoir la situation

Beim Anschlag auf zwei Kleinbusse in der Südosttürkei, am

d'insécurité qui règne dans cette région. En matière d'aide au

13. Januar 1993, wurden fünf einheimische syrisch-orthodoxe

développement, il existe en Turquie des organisations non

Christen (Assyrier) und zwei Angehörige der religiösen Min-

gouvernementales, très qualifiées, qui travaillent en faveur du

derheit Yezidi ermordet Weitere Personen wurden zum Teil

développement L'envoi d'experts ne paraît donc pas judi-

schwerverletzt. Infolge dieses Vorfalls und wegen zahlreichen

cieux. La Direction de la coopération au développement et de

anderen tödlichen Ueberfällen in den letzten Jahren hat die

l'aide humanitaire collabore avec deux des principales organi-

Fluchtbewegung der genannten Minderheiten stark zuge-

sations pour la réalisation de programmes de développement

nommen. Siedlungsstrukturen drohen zu zerfallen, soziale

rural et de formation professionnelle qui englobe diverses

Gefüge lösen sich auf. Dadurch ist das Ueberleben dieser bei-

communautés sans aucune discrimination ethnique. Cepen-

den Bevölkerungsgruppen gefährdet.

dant, l'insécurité généralisée durant ces derniers mois a ra-

Ist der Bundesrat bereit, mit finanzieller Unterstützung, Exper-

lenti fortement les activités. La coopération au développement

tenhilfe und/oder auch mittels Staatenbeschwerde bei der Eu-

n'est pas un instrument adéquat, dans ce contexte, pour pré-

ropäischen Kommission für Menschenrechte gemäss Artikel venir les événements rapportés, car son efficacité est évidem-

24 EMRK, eventuell in Absprache mit anderen Europaratsmit-

ment tributaire d'une certaine paix civile.

gliedern, der Türkei beim Abbruch des schleichenden Geno-

zids von Minderheiten beizustehen?

Frau Hollenstein: Vielen Dank, Herr Bundesrat Ich möchte

noch etwas konkreter wissen, ob wirklich eine Staatsbe-

Texte de la question du 8 mars 1993 schwerde aus Ihrer Sicht keinen Nutzen bringen würde.

Le 13 janvier 1993, lors d'un attentat contre deux minibus dans

le sud-est de la Turquie, cinq chrétiens indigènes de l'Eglise M. Felber, conseiller fédéral: Je l'ai dit, nous avons tenté un

assyrienne et deux membres de la minorité religieuse yezidie moyen qui nous paraissait efficace, celui de faire voter une ré-

ont été tués. D'autres personnes ont été blessées, dont certai- solution à travers la CSCE, résolution qui, dans le fond, enga-

nes grièvement. A la suite de cet événement et de nombreuses geait - parce que la CSCE engage tout de même les Etats par-

autres agressions ayant fait des morts ces dernières années, ticipants - la Turquie à modifier son attitude, à lever l'état d'ur-

de plus en plus de membres de ces minorités fuient leur pays, gence. Nous avons constaté que ce projet de résolution

les structures d'habitat sont ébranlées, le tissu social perd sa suisse a été rejeté. Nous n'avons pas obtenu de consensus.

cohésion. Cette évolution menace la survie de ces deux grou- C'est pourquoi nous croyons actuellement, selon les contacts

pes de population. que j'ai eu personnellement aussi, que si nous intervenions

Le Conseil fédéral est-il prêt à aider la Turquie à enrayer ce qui dans une autre instance officielle qui serait le Conseil de l'Eu-

est en réalité un génocide de minorités, par un soutien finan- rope, j'aurais exactement les mêmes oppositions. Vous pou-

cier, par l'envoi d'experts, voire par une plainte de l'Etat devant vez l'imaginer, ces oppositions viennent, à la suite de la guerre

la Commission européenne des droits de l'homme, conformé- du Golfe, des Etats qui ne veulent pas condamner actuelle-

ment à l'article 24 de la CEDH, éventuellement après concerta- ment l'attitude de la Turquie à cause de son attitude précé-

tion avec d'autres membres du Conseil de l'Europe? dente. Pour le moment, cela ne signifie pas que l'on ne puisse

pas dire ce que nous pensons, mais nous ne pouvons pas ob-

M. Felber, conseiller fédéral: La situation générale des droits tenir une condamnation, en tous les cas pas.

de l'homme en Turquie reste préoccupante, en particulier

dans le sud-est du pays habité en majorité par des Kurdes, où

l'état d'exception est toujours en vigueur, et cela dans une di-

zaine de provinces. L'usage de la violence, non seulement par

les forces de sécurité à rencontre du PKK, mais aussi par les

groupements extrémistes dont les attaques visent des person-

nes appartenant à des minorités, des journalistes ou des dé-

fenseurs des droits de l'homme, cause presque toujours de 93.5026

très nombreuses victimes parmi la population civile, sur l'en-

semble du territoire, mais surtout dans les régions où l'état Frage Robert

d'urgence est déclaré. Unterstützung für indigene Völker (Urvölker)

A plusieurs reprises, en 1992, et en particulier dans ses répon- Question Robert

ses à la motion Fankhauser du 1er septembre ainsi qu'à la Soutien aux populations autochtones

question Bäumlin du 14 décembre 1992, le Conseil fédéral a

exprimé sa préoccupation quant à la situation des droits de

l'homme en Turquie. Il continue à saisir toutes les occasions,

les contacts bilatéraux et les rencontres multilatérales, pour Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

rappeler cette préoccupation aux représentants du gouverne- Die Uno hat das Jahr 1993 zum Jahr der indigenen Völker (Ein-

ment turc et pour répéter que la Suisse condamne tout recours geborene, Urvölker, Ureinwohner) erklärt, die heute über-

à la force, et formuler en même temps l'espoir que l'état d'ur- all auf der Welt ums Ueberleben und um Eigenständigkeit

gence sera levé dans toute la région afin que soient ramenées kämpfen.

peu à peu la paix et la sécurité. Ich frage den Bundesrat an, ob innerhalb der schweizerischen

Nous tenons à rappeler que le Conseil fédéral a lancé une ini- Innen- und Aussenpolitik gesetzliche und/oder verwaltungs-

tiative suisse, lors de la conférence de la CSCE au printemps mässige Vorschriften und Massnahmen, welche die Situation

de l'année dernière à Helsinki, qui proposait d'examiner la der indigenen Völker dieser Welt berücksichtigen, bestehen

possibilité d'envoyer des missions d'observateurs de la CSCE und ob der Bundesrat gedenkt, besondere Massnahmen zu

en Turquie. Cette initiative de notre délégation et de notre pays ergreifen, um auch seitens der Schweiz Beiträge zum Jahr der

n'a pas été soutenue par la majorité des autres Etats partici- indigenen Völker zu leisten, und, falls ja, welche.

Heure des questions 146 N 8 mars 1993

Texte de la question du 8 mars 1993 populations autochtones qui permettent à leurs représentants

L'ONU a déclaré 1993 année internationale des populations de témoigner des problèmes que connaissent leurs peuples

autochtones, populations qui, partout dans le monde, doivent devant la sous-commission des droits de l'homme. Celle-ci

lutter pour leur survie et leur indépendance. est par ailleurs en train d'élaborer un projet de déclaration des

Je demande au Conseil fédéral s'il existe, dans le cadre de la droits des peuples autochtones.

politique intérieure et de la politique étrangère, des prescrip- La Suisse a aussi conscience du rôle primordial joué par les

tions légales et des mesures administratives qui prennent en organisations non gouvernementales. Nous accordons une

considération la situation des populations autochtones. Le contribution au Centre de documentation pour les peuples in-

Conseil fédéral a-t-il l'intention de prendre des mesures spé- digènes, organisation non gouvernementale genevoise, qui

ciales pour apporter une contribution à l'occasion de cette an- apporte un soutien logistique aux groupes indigènes qui parti-

née des populations autochtones et, si oui, quelles sont-elles? cipent aux travaux de l'ONU.

En mai 1992, la Suisse a aussi participé financièrement à la

Conférence des peuples indigènes sur le territoire, l'environ-

nement et le développement, qui était organisée par trois or-

ganisations indigènes sud-américaines dans le cadre du fo-

93.5027 rum global de Rio. S'agissant plus spécifiquement de la popu-

lation, dont il a bien fallu que beaucoup de vos collègues devi-

Frage Robert nent laquelle c'était, parce que très peu connue - celle du peu-

Unterstützung für die indischen Urvölker (Adivasi) ple Adivasi en Inde - les services concernés du Département

Question Robert fédéral des affaires étrangères et l'ambassade de Suisse à la

Soutien à la population autochtone de l'Inde (Adivasi) Nouvelle Delhi ont été chargés d'examiner spécifiquement

leurs problèmes et, plus particulièrement, la possibilité de

s'engager en faveur du maintien de l'identité culturelle de ce

peuple au moyen de la coopération au développement et de

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 nouveau de la politique des droits de l'homme.

Die indischen Urvölker, die sogenannten Adivasi, bilden mit Nous vous informerons très directement, Madame la Conseil-

rund 60 Millionen Angehörigen die grösste nationale Gruppe lère nationale, sur les actions que nous voulons entreprendre

indigener Völker, auf deren prekäre Situation im Uno-Jahr der en faveur de ce peuple indigène particulier.

indigenen Völker 1993 die Weltöffentlichkeit besonders auf-

merksam gemacht werden soll. Die Adivasi mit ihren jahrtau-

sendealten, reichen Traditionen und ihrer einzigartigen sozio-

kulturellen Vielfalt sind heute nicht nur das Opfer zunehmen- 93.5036

der Entrechtung, sondern von der möglicherweise vollständi-

gen kulturellen Vernichtung bedroht. Frage Misteli

Ich frage den Bundesrat an, welche bilateralen Möglichkeiten Resolution der Uno-Menschenrechtskommission

er seitens der Schweiz sieht, um vermehrt auf die Wahrung der zu den Vergewaltigungen in Bosnien-Herzegowina

grundlegenden Lebensrechte der indischen Urstämme, der Question Misteli

Adivasi, hinzuwirken. Résolution de la Commission

des droits de l'homme de l'ONU

Texte de la question du 8 mars 1993 sur les viols en Bosnie-Herzégovine

L'ONU ayant déclaré 1993 année internationale des popula-

tions autochtones, il convient d'attirer l'attention du public sur

la situation particulièrement précaire des Adivasi, la popula-

tion autochtone de l'Inde, qui, avec environ 60 millions de per- Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

sonnes, forme le plus grand groupe de population autochtone In der letzten Session hat Bundesrat Felber die Vergewaltigun-

du monde. Les Adivasi cultivent des traditions millénaires et gen in Ex-Jugoslawien als Kriegsverbrechen gebrandmarkt

présentent une diversité socio-culturelle unique en son genre. und die systematische Vergewaltigung als Aspekt der ethni-

Or, non seulement ils sont de plus en plus souvent privés de schen Säuberungen aufs schärfste verurteilt

leurs droits, mais encore leur culture risque de disparaître Nach Presseberichten hat die Schweiz nur den Text der Reso-

complètement. lution zur allgemeinen Verurteilung der Menschenrechtsver-

C'est pourquoi je demande au Conseil fédéral quelles actions letzungen durch die bosnischen Serben der Uno-Menschen-

bilatérales la Suisse peut engager pour contribuer à préserver rechtskommission unterschrieben, nicht aber die Resolution

les droits fondamentaux des Adivasi. gegen die Vergewaltigungen.

Was sind die Gründe, dass die Schweiz die Resolution gegen

M. Felber, conseiller fédéral: Je vous remercie, Monsieur le die Vergewaltigungen nicht unterschrieben hat, und was ist

Président, de nous autoriser à répondre aux deux questions das weitere Vorgehen der schweizerischen Delegation, damit

de M™ Robert die Vergewaltigungen von Frauen und Kindern im Krieg im

A l'occasion de l'année internationale des populations auto- ehemaligen Jugoslawien wie die Menschenrechtsverletzun-

chtones ou indigènes, cette année, décrétée par les Nations gen behandelt und verurteilt werden?

Unies, le Conseil fédéral estime que les efforts de la commu-

nauté internationale visant à garantir la survie et le développe- Texte de la question du 8 mars 1993

ment économique et culturel des populations autochtones Lors de la dernière session parlementaire, M. René Felber,

doivent être intensifiés. Le gouvernement suisse s'est déjà en- conseiller fédéral, a stigmatisé les viols commis dans l'ex-You-

gagé en faveur de la reconnaissance de la cause des peuples goslavie, les qualifiant de crimes de guerre. Il a également

indigènes au moyen de la coopération au développement et condamné au plus haut point le viol systématique en tant

au moyen de la politique des droits de l'homme. qu'aspect de l'épuration ethnique. La presse a indiqué que la

La coopération au développement, destinée en priorité aux Suisse avait signé uniquement la résolution de la Commission

groupes les plus défavorisés, s'oriente depuis un certain nom- des droits de l'homme de l'ONU sur la condamnation des vio-

bre d'années de plus en plus vers une prise en compte crois- lations des droits de l'homme commises par les Serbes de

sante des besoins spécifiques des populations autochtones. Bosnie, mais non la résolution condamnant les viols.

Sur le plan des droits de l'homme, la Suisse considère que les Pourquoi la Suisse n'a-t-elle pas signé cette seconde résolu-

populations indigènes appartiennent à un groupe particulière- tion? Quelles démarches la délégation suisse va-t-elle mainte-

ment vulnérable qui demande une protection accrue, plus nant entreprendre afin que soient examinées et condamnées

forte. Elle contribue depuis des années au Fonds de contribu- les violations des droits de l'homme, et plus particulièrement

tions volontaires de l'Organisation des Nations Unies pour les les viols commis sur les femmes et les enfants?

8. März 1993 N 147 Fragestunde

M. Felber, conseillerfédéral: Lors de la présente session de la drücke «Richter» respektive «Richterin» zu vermeiden. Wenig-

Commission des droits de l'homme, la Suisse s'était portée stens eine Person gleichen Geschlechts kann bei Einzelrich-

coauteur d'un premier projet de résolution sur le viol des fem- tern logisch nur bedeuten, dass die das Amt ausübende Per-

mes en ex-Yougoslavie, projet qui était soutenu par tous les son das gleiche Geschlecht wie das Opfer haben muss.

Etats occidentaux Ce projet condamnait la politique de viol Sinn der Norm ist, auf die psychologische Situation der Opfer

systématique menée, il faut bien le rappeler, par toutes les par- von Sexualdelikten Rücksicht zu nehmen. Da sich ein Opfer

ties en conflit, et mettait en particulier l'accent - comme nous von Sexualdelikten in der Regel von einer Person gleichen Ge-

l'avons fait, vous le savez, comme vous l'avez fait - sur le viol schlechts besser verstanden fühlt als von Personen des ande-

des femmes musulmanes. ren Geschlechts, soll im urteilenden Gericht wenigstens eine

Ce texte a malheureusement dû être retiré sous la pression Person gleichen Geschlechts wie das Opfer vertreten sein.

des Etats musulmans et il a été remplacé par un projet qu'eux Diese Zielsetzung lässt sich bei Einzelrichtern nur so verwirkli-

avaient proposé. A l'image d'autres pays occidentaux, la chen, dass der Richter dem gleichen Geschlecht angehört wie

Suisse ne s'est pas portée coauteur de cette résolution. En ef- das Opfer. Diese Auslegung entspricht der Regelung bei der

fet, cette résolution fait porter uniquement sur les Serbes la polizeilichen Einvernahme und in der Voruntersuchung - ich

seule responsabilité de la pratique systématique du viol utili- verweise auf Artikel 6 Absatz 3 OHG -, welche in der Regel von

sée comme une arme de guerre dans le cadre de la politique einer Einzelperson durchgeführt werden.

de purification ethnique. Or, la pratique systématique du viol Das Gesetz anerkennt dort den Anspruch des Opfers, das Ge-

des femmes est également, hélas! le fait des autres parties en schlecht eines Behördemitgliedes zu bestimmen. Hat man

conflit, même si c'est dans une moindre mesure, nous le sa- diese Konsequenz für das Untersuchungsverfahren gezogen,

vons. Notre pays s'est alors porté coauteur d'une troisième ré- muss sie aus systematischen Gründen auch für das Urteilsver-

solution, adoptée celle-ci par consensus, qui porte sur la situa- fahren gezogen werden.

tion générale des droits de l'homme en ex-Yougoslavie. Cette Die Einhaltung der Verfahrensvorschriften des Opferhilfege-

résolution condamne toutes les violations des droits de setzes ist Sache der zuständigen Behörden, d. h. in der Regel

l'homme, par toutes les parties en conflit, y compris, expressé- der kantonalen Gerichte. Das Opfer kann seinen Anspruch

ment, la pratique systématique du viol des femmes en faisant nach Artikel 10 OHG nötigenfalls auf dem Rechtsweg durch-

endosser dans cette résolution la responsabilité principale setzen und sich in letzter Instanz ans Bundesgericht wenden.

aux Serbes, mais non pas exclusive. Voilà la différence.

93.5001 93.5002

Frage Bär Frage Keller Rudolf

Auslegung des Opferhilfegesetzes Schutz vor illegaler Einwanderung

durch die Kantone Question Keller Rudolf

Question Bär Protection contre l'immigration clandestine

Application par les cantons de la loi et les passeurs

sur l'aide aux victimes d'infractions

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Verschiedenen Quellen zufolge hat die illegale Einwanderung

Das Opferhilfegesetz bestimmt, dass namentlich bei Sexual- wieder zugenommen. Es ist eine grosse Schleppertätigkeit

delikten dem urteilenden Gericht wenigstens eine Person an- «im Dienste von Asylanten» im Gange. Der Drogenschmuggel

gehören muss, die gleichen Geschlechtes ist wie das Opfer. blüht, Diebesgut wird verschoben, illegal werden Waffen ge-

Das Obergericht des Kantons Bern weigert sich, diese Bestim- handelt (siehe Ex-Jugoslawien) usw. Bereits haben Kantons-

mung beim Einzelrichter, bei der Einzelrichterin anzuwenden. regierungen deswegen beim Bund interveniert.

Ist der Bundesrat auch der Ansicht, dass diese Auslegung Sieht der Bundesrat den dringenden Handlungsbedarf, und

dem Wortlaut und der Ratio legis widerspricht? Welche Mög- werden zusätzliche Massnahmen in die Wege geleitet, um für

lichkeiten sieht er, dem Gesetz in den Kantonen zum Durch- stabilere und sichere Verhältnisse in den Grenzregionen unse-

bruch zu verhelfen? res Landes zu sorgen?

Texte de la question du 8 mars 1993 Texte de la question du 8 mars 1993

La loi sur l'aide aux victimes d'infractions dispose que, notam- Selon diverses sources, l'immigration connaît une recrudes-

ment lorsqu'il s'agit d'infractions contre l'intégrité sexuelle, le cence. Les passeurs «au service des demandeurs d'asile»

tribunal appelé à juger doit comprendre au moins une per- sont très actifs. Le trafic de drogue prospère, on passe en

sonne du même sexe que la victime. La Cour suprême du can- contrebande des marchandises volées, on fait du trafic d'ar-

ton de Berne se refuse à appliquer cette disposition lorsqu'il y mes (voir l'ex-Yougoslavie), etc. Certains gouvernements can-

a un ou une juge unique. tonaux sont déjà intervenus auprès de la Confédération.

Le Conseil fédéral n'estime-t-il pas lui aussi que cette interpré- Le Conseil fédéral se rend-il compte qu'il est urgent d'agir, et

tation est en contradiction avec la teneur et avec l'esprit de la des mesures supplémentaires ont-elles été prises pour assu-

loi? Quels moyens voit-il pour imposer l'application de la loi rer plus de stabilité et de sécurité dans les zones frontalières

dans les cantons? de notre pays?

Bundesrat Koller: «Die Opfer von Straftaten gegen die sexu- Bundesrat Koller: Zwischen illegaler Einwanderung, Schlep-

elle Integrität können verlangen, dass dem urteilenden Gericht pertätigkeit und bestimmten Formen der Kriminalität im Dro-

wenigstens eine Person gleichen Geschlechts angehört» So gen- und Waffenhandel gibt es einen gewissen Zusammen-

lautet Artikel 10 des Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfern hang. Es besteht anderseits aber kein Anlass, die Situation in

von Straftaten (OHG). den Grenzregionen insgesamt als unsicher und gefährlich zu

Der Bundesrat ist der Ansicht, dass Wortlaut, Sinn und Syste- bezeichnen. Eine Dramatisierung wäre bei Anerkennung des

matik der Norm für eine Anwendung auch bei Einzelrichtern Problems fehl am Platz.

sprechen. In der neueren Gesetzesredaktion des Bundes ver- Um diese Erscheinungen einzudämmen, müssen die Ursa-

wendet man nämlich den Begriff «Gericht» regelmässig auch chen angegangen werden. Diese sind allerdings komplex und

für den Einzelrichter, um die geschlechtsspezifischen Aus- beschränken sich nicht nur auf die Zielländer.

Heure des questions 148 8 mars 1993

Im Bereich der defensiven Massnahmen geht es um ver- genhändler, nämlich 20 Nigerianer und 2 Libanesen, fest-

mehrte und gezielte Grenzkontrollen, um eine verstärkte inter- zunehmen. Umgerechnet auf eine Person belaufen sich die

nationale Zusammenarbeit bei der Schlepperbekämpfung Dolmetscherkosten demnach nicht auf 125 000, sondern auf

und um eine konsequentere Strafverfolgung. Letztere ist pri- 5681 Franken. Abgesehen davon haben die Bundesbehörden

mär Sache der Kantone. keinen Einfluss auf kantonale Verfahren; es gilt hier die kanto-

Soweit Massnahmen in die Kompetenz des Bundes fallen, nale Gerichtszuständigkeit

wurden die Behörden bereits verschiedentlich aktiv, wie in der Im weiteren ist aber auf Artikel 6 Absatz 3 der Europäischen

Stellungnahme des Bundesrates vom 31. August 1992 zur Menschenrechtskonvention hinzuweisen. Danach hat der An-

Motion Keller Rudolf vom 20. März 1992,92.3132, «Kampf ge- geschuldigte das Recht, in einer für ihn verständlichen Spra-

gen Drogenhandel und Waffenschiebereien. Internationale che befragt zu werden, und den Anspruch, unentgeltlich einen

Zusammenarbeit», im Detail dargelegt wurde (AB 1992 N Dolmetscher beizuziehen.

2161). Hier sei lediglich an die Verstärkung der Betäubungs-

mittel-Zentralstelle mit 15 Personen sowie an den Erlass der

Verordnung über den Erwerb und das Tragen von Schusswaf-

fen durch jugoslawische Staatsangehörige erinnert. Nicht zu- 93.5017

letzt diese Verordnung hat dazu geführt, dass der Waffenkauf

durch Ausländer massiv zurückgegangen ist. Frage Neuenschwander

Zudem wurden im vergangenen Jahr an den Grenzüber- Bodenrecht. Aufhebung

gängen 130057 Personen - im Vorjahr waren es lediglich der dringlichen Bundesbeschlüsse

107549 - aus formalen Gründen (fehlende oder ungültige Question Neuenschwander

Ausweise) zurückgewiesen und im Zwischengelände 5439 il- Droit foncier. Abrogation

legal eingereiste Personen aufgegriffen. Insgesamt konnten des arrêtés fédéraux urgents

erfreulicherweise 771 Schlepper - im Vorjahr, 1991, waren es

noch lediglich 419-der Polizei gemeldet bzw. den Strafverfol-

gungsbehörden übergeben werden.

Bei dem angesprochenen Problemkreis handelt es sich nicht Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

nur um ein spezifisch schweizerisches, sondern um ein inter- Auf welchen Zeitpunkt stellt der Bundesrat die Aufhebung der

nationales Problem. Lösungsansätze sind demnach auch auf dringlichen Bundesbeschlüsse über die seinerzeitigen bo-

internationaler Ebene zu suchen. Die Budapester Konferenz denrechtlichen Sofortmassnahmen (Sperrfrist und Pfandbela-

zur Bewältigung unkontrollierter Wanderbewegungen von stungsgrenze) in Aussicht?

Mitte Februar, an der 34 europäische Staaten vertreten waren, Werden die Bundesbeschlüsse ohne Ersatzmassnahmen auf-

hat sich intensiv mit der Bekämpfung des Schlepperwesens gehoben?

befasst und konkrete Empfehlungen verabschiedet

Der Bundesrat wird alles daransetzen, diese internationale Zu- Texte de la question du 8 mars 1993

sammenarbeit noch zu verstärken. Quand le Conseil fédéral envisage-t-il d'abroger les arrêtés fé-

déraux qui instituaient des mesures d'urgence en matière de

droit foncier (délai d'interdiction de revente et limite des char-

93.5003 ges hypothécaires)?

Ces arrêtés seront-ils abrogés sans être remplacés par de

Frage Bischof nouvelles mesures?

Unverhältnismässig hohe Dolmetscherkosten

bei ausländischem Straftäter im Drogenbereich Bundesrat Koller: In der Herbstsession 1989 hat das Parla-

Question Bischof ment bodenrechtliche Sofortmassnahmen in Form von drei

Trafiquants de drogue étrangers. dringlichen Bundesbeschlüssen verabschiedet Den Be-

Frais d'interprètes excessifs schluss über die Anlagevorschriften für institutionelle Anleger

hob der Bundesrat am 27. März 1991 auf.

Die beiden noch geltenden Beschlüsse hat das Parlament in

der Wintersession 1991 sowie in der Frühjahrssession 1992 in

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 Kenntnis der veränderten Wirtschaftslage und Verhältnisse auf

Laut «NZZ»-Bericht vom 17. Februar 1993 beliefen sich die dem Bodenmarkt nach ausgiebiger Diskussion zwar modifi-

Dolmetscherkosten von einem nigerianischen Drogenhändler ziert, im Grundsatz aber bestätigt

in der Stadt Zürich auf rund 125 000 Franken! Seit den Beratungen im Parlament sind keine wesentlich

Ich frage daher den Bundesrat: neuen Tatsachen eingetreten. Es besteht daher kein Grund,

- Stimmt diese Angabe? die Bundesbeschlüsse erneut in Frage zu stellen, zumal sie

-Wenn ja, wie kann er seinen Einfluss geltend machen, hier ohnehin nur noch zwei Jahre - nämlich bis zum 31. Dezember

sofortige Abhilfe zu schaffen, da zweifellos Steuergelder mas- 1994 - in Kraft bleiben werden, in der Anwendung keine Nach-

siv verschleudert werden? teile zeigen und der Bundesrat bei markanter Aenderung der

Verhältnisse jederzeit selber tätig werden könnte.

Texte de la question du 8 mars 1993

Selon un reportage de la «NZZ» daté du 17 février 1993, les

frais d'interprètes occasionnés par un trafiquant de drogue ni-

gérian se sont montés à quelque 125 000 francs dans la ville 93.5000

de Zurich.

C'est pourquoi je pose les questions suivantes au Conseil fé- Frage Bühlmann

déral: Frauenbild in der Armee

- Cette indication est-elle juste? Question Bühlmann

- Dans l'affirmative, comment le Conseil fédéral pourrait-il Image de la femme dans l'armée

exercer de l'influence en la matière pour remédier à ce pro-

blème, étant donné que, manifestement, c'est l'argent des

contribuables qui est gaspillé en l'occurrence?

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

Bundesrat Koller: Die zürcherischen Strafverfolgungsbehör- Nach Bekanntwerden der frauenfeindlichen T-Shirt-Affäre in

den mussten etwa 125000 Franken für Dolmetscherkosten der Infanterie-Rekrutenschule vom letzten Herbst in Luzern

aufwenden. Bei den Ermittlungen gelang es der Kantonspoli- verurteilte der Ausbildungschef, Korpskommandant Jean-

zei Zürich jedoch, nicht nur 1, sondern 22 mutmassliche Dro- Rodolphe Christen, dieses Vorkommnis. Er kündigte an, dass

8. März 1993 N 149 Fragestunde

der Respekt vor den Frauen in der Ausbildung der Truppe und 93.5007

des Kaders noch vermehrt thematisiert werden müsse. Ich

möchte nun wissen, was das konkret heisst: Frage Carobbio

-Welche Schritte sind bisher in dieser Richtung unternom- Verkauf von Pilatusflugzeugen an Burma

men worden? und Gesetz über den Export von Kriegsmaterial

- Welche Schritte sind in Zukunft geplant? Question Carobbio

- In welchem Zeitraum sollen diese durchgeführt werden? Vente des avions Pilatus à la Birmanie.

Violation de la loi sur le matériel de guerre

Texte de la question du 8 mars 1993

Une fois qu'a été dénoncée l'affaire des T-shirts offensants

pour les femmes, portés par des recrues de l'école d'infanterie

l'automne dernier à Lucerne, le chef de l'instruction, le com- Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

mandant de corps Jean-Rodolphe Christen, a condamné cet In der Presse konnte man kürzlich lesen, dass Pilatusflug-

incident. Il a fait savoir que le respect des femmes devrait être zeuge, die Burma verkauft worden waren, 1987 für Schiessver-

un sujet davantage traité dans l'instruction des troupes et des suche mit Raketen eingesetzt worden sind. Bei dem Versuch

cadres. J'aimerais que l'on fasse savoir ce que cela signifie sollen zwei Techniker der Herstellerfirma dabeigewesen sein.

concrètement. Bestätigen sich diese Meldungen, so wäre das Kriegsmaterial-

- Quelles mesures ont été prises dans ce sens jusqu'à pré- gesetz zum x-tenmal verletzt worden. Nachdem die Ausfuhr

sent? von Pilatusflugzeugen nach Südafrika bewilligt worden ist und

- Quelles sont celles qui sont prévues pour l'avenir? der Bundesrat gegenüber dem Sicherheitsrat Stellung ge-

- Quel est le calendrier prévu pour leur exécution? nommen hat, muss klargestellt werden, inwiefern dieses Ge-

setz überhaupt eingehalten wird.

Bundesrat Villiger: Gerade in einem demokratischen Staat ist Ich frage den Bundesrat, ob er es angesichts dieser Presse-

die aktive Teilnahme der Frauen an allen Fragen der Sicher- meldungen nicht für angebracht hält, in diesem konkreten Fall

heitspolitik wichtig. Es gibt nicht eine Sicherheit für Frauen eine Untersuchung einzuleiten, um den Sachverhalt abzuklä-

und eine andere Sicherheit für Männer; es gibt nur eine Sicher- ren. Ich frage ihn zudem, ob er noch immer an seiner Auffas-

heit für alle. Deshalb ist auch das Klischee, wonach Militär sung festhält, dass mit dem Verkauf von PC-7 an Länder wie

Männersache sei, ein Relikt aus überholter Zeit. Bei der Sicher- Burma, in dem es soziale und politische Spannungen gibt und

heitspolitik, in der Armee und beim EMD muss alles unternom- wo die Militärdiktatur die Friedensnobelpreisträgerin hinter

men werden, damit die Türen für die Integration der Frauen of- Gittern hält, das Kriegsmaterialgesetz sicher nicht verletzt

fen sind. wurde.

Den Respekt gegenüber den Frauen kann man weder regle-

mentieren noch befehlen. Die Rekrutenschule kann auch Texte de la question du 8 mars 1993

nicht allfällige Versäumnisse von Familie und Schule korrigie- La presse a relaté récemment que des avions Pilatus vendus à

ren. Trotzdem kann die Armee sehr wohl dazu beitragen, dass la Birmanie avaient été utilisés en 1987 pour des essais de tirs

dieser Respekt zur Selbstverständlichkeit wird. Deshalb ist für de roquettes. Deux techniciens de l'entreprise produisant les

den Bundesrat die Frage der Integration nicht nur eine quanti- avions auraient participé à des exercices. Si ces faits étaient

tative, sondern eine qualitative Frage. Die Armee muss daran confirmés, il s'agirait du énième cas de violation de la loi sur

arbeiten. l'exportation de matériel de guerre. Après l'autorisation de la

Mit der erstmaligen Durchführung von zwei gemischten Re- vente de Pilatus à l'Afrique du Sud, et la prise de position du

krutenschulen in diesem Frühjahr geschieht ein grosser Conseil fédéral à l'égard des décisions du Conseil de sécurité,

Schritt in diese Richtung. Zweifellos fördert die gemeinsame il est indispensable de veiller au respect de la loi.

Ausbildung von Mann und Frau das gegenseitige Verständnis Le soussigné demande au Conseil fédéral s'il estime devoir

und führt zu einer neuen Qualität der Zusammenarbeit ouvrir une enquête pour déterminer les faits, et s'il confirme

Im weiteren sieht der Ausbildungschef vor, die Kader der Ar- encore sa version, selon laquelle la vente de Pilatus à des

mee ab diesem Sommer in den Offiziers- und übrigen Kader- Etats comme la Birmanie, où existent des conflits politiques et

schulen noch vermehrt für die Frauenfragen zu sensibilisieren. sociaux, et où la dictature militaire emprisonne un prix Nobel

Wie das konkret geschehen soll, wird derzeit geprüft. de la paix, n'a pas constitué dans tous les cas une violation de

Ich missbillige und bedaure die bedenklichen Entgleisungen la loi sur l'exportation de matériel de guerre.

nach Art der T-Shirts von Luzern. Ich hoffe, dass ihnen mit die-

sen Massnahmen vorgebeugt werden kann.

Frau Bühlmann: Herr Bundesrat, haben Sie schon davon ge-

hört, dass gerade der Einbezug von Frauen in die Armee in an- 93.5023

deren Ländern eben nicht dazu geführt hat, das Frauenbild zu

verbessern, sondern dass gerade diese Frauen vermehrt und Frage Spielmann

speziell Opfer sexistischer Anfeindungen von Männern wur- Pilatus PC-7. Lieferungen an Südafrika

den? Ich denke da, dass man das z. B. zusammen mit dem Question Spielmann

Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann angehen Pilatus PC-7. Livraison à l'Afrique du Sud

könnte.

Haben Sie schon einmal eine solche Möglichkeit geprüft?

Bundesrat Villiger: Die letztgenannte Möglichkeit haben wir Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

nicht geprüft Ich werde das dem Ausbildungschef unter- Neue Informationen bestätigen die militärische Verwendung

breiten. der Flugzeuge des Typs Pilatus PC-7; sie aeigen deutlich auf,

Hingegen entspricht das, was Sie vorher gesagt haben, dass die vorgesehene Lieferung dieser Apparate durch die

nicht unseren Erfahrungen in der Zusammenarbeit von Mann Schweiz an Südafrika eine Verletzung des geltenden Embar-

und Frau in der Schweizer Armee. Wir haben, im Gegenteil, gos darstellt.

den Eindruck gewonnen, dass dort, wo Frauen mitarbeiten, Ist der Bundesrat angesichts dieser Informationen bereit, den

auch die Qualität der Arbeit der Männer und vor allem der Ton Entscheid zu treffen, der sich aufdrängt, und die Lieferung des

eher besser werden. Wir sind überzeugt, dass sich das positiv Pilatus PC-7 an Südafrika zu verbieten?

ausgewirkt hat Ihre ausländischen Beispiele sind mir nicht

bekannt. Texte de la question du 8 mars 1993

De nouvelles informations ont confirmé l'utilisation militaire du

Pilatus PC-7, démontrant ainsi que la livraison prévue de ces

Heure des questions 150 N 8 mars 1993

appareils par la Suisse à l'Afrique du Sud constitue une viola- Nach Erscheinen vertraulicher Unterlagen, wonach die bur-

tion de l'embargo en vigueur. mesische Flugwaffe Schiessversuche - abgefeuert von PC-9-

Le Conseil fédéral est-il prêt, à la lumière de ces informations, à Flugzeugen - durchgeführt hat, hat Bundesrat Villiger erklärt,

prendre la décision qui s'impose et à prononcer l'interdiction nun müsse die Revision des Kriegsmaterialgesetzes doch

de la livraison d'avions Pilatus PC-7 à l'Afrique du Sud? ernsthaft vorangetrieben werden.

Auf wann ist mit einer Vorlage betreffend Revision des Kriegs-

materialgesetzes an das Parlament zu rechnen? Welche Mög-

lichkeiten bestehen, inzwischen mindestens die Lieferung der

93.5029 umstrittenen PC-7 und PC-9 an Südafrika zu verhindern?

Frage Mistel! Texte de la question du 8 mars 1993

Pilatus PC-7. Lieferungen nach Südafrika L'utilisation militaire de PC-7 et de PC-9 fait régulièrement la

une des journaux. Ces avions sont systématiquement em-

Question Mistel!

ployés comme matériel de guerre dans des régions en crise.

Pilatus PC-7. Livraison à l'Afrique du Sud

Après la publication de documents secrets selon lesquels

l'aviation militaire birmane a procédé à des essais de tir à partir

de PC-9, M. Villiger, conseiller fédéral, a déclaré qu'il fallait

entreprendre d'urgence une révision de la loi sur le matériel de

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

guerre.

lieber dreissig Hilfswerke, Antiapartheid- und Solidaritätsor-

Quand le Parlement peut-il compter recevoir le projet de révi-

ganisationen - darunter Caritas und Fastenopfer - haben an

sion de la LMG? De quels moyens dispose-t-on, en attendant,

einer Koordinationskonferenz Ende Januar beschlossen, sich

pour empêcher au moins la livraison contestée de PC-7 et de

weiterhin gegen den Verkauf der 60 PC-7-Flugzeuge nach

PC-9 à l'Afrique du Sud?

Südafrika einzusetzen.

Der PC-7 wird von Drittweltländern klar nur wegen seiner Dop-

Bundesrat Villiger: Gemäss heute geltendem Recht unter-

pelkonzipierung als Trainings- und Kampfflugzeug gekauft;

steht der Export von PC-7-Flugzeugen nicht dem Bundesge-

als Nur-Trainingsflugzeug wäre er für diese Länder zu teuer.

setz über das Kriegsmaterial, weil diese Flugzeuge in der Kon-

Nachdem nun in der Presse erneut über den militärischen Ein-

figuration, in der sie die Schweiz verlassen, nicht bewaffnet

satz von Piltatusschulflugzeugen in Burma (Schiessversuche

sind.

der PC-9) unter Beteiligung von Technikern der Stanser Werke

Schon seit 1985 ist allerdings bekannt, dass PC-7-Flugzeuge

berichtet wurde, frage ich den Bundesrat an, ob er bereit ist,

in Burma und Guatemala nachträglich umgerüstet und bewaff-

auf seinen Entschluss der Bewilligung des Exportes der 60

net eingesetzt worden sind. Herr Bundesrat Delamuraz, da-

PC-7-Flugzeuge an die südafrikanische Armee zurückzukom-

mals Chef des EMD, hat dies 1985 vor dem Parlament bestä-

men und den Export zu verhindern.

tigt Damals wurde im Parlament die Frage eingehend disku-

Wenn nicht, mit welcher Begründung, und wurde die Export-

tiert, ob dieser Flugzeugtyp künftig dem Kriegsmaterialgesetz

bewilligung an Bedingungen gegenüber den Stanser Werken

unterstellt werden sollte. Am 20. Juni 1985 wurde jedoch ein

und der südafrikanischen Regierung geknüpft?

Vorstoss klar abgelehnt, der die Unterstellung forderte. Diese

vom Parlament vor acht Jahren festgelegte Rechtslage gilt

Texte de la question du 8 mars 1993

noch heute.

Plus de 30 oeuvres d'entraide, d'organisations antiapart-

In diesen Tagen ist bekanntgeworden, dass offenbar Techni-

heid et de solidarité - parmi lesquelles Caritas et Action de ca-

ker der Pilatuswerke 1987 bei Schiessversuchen mit PC-7-

rême - ont décidé, lors d'une conférence de coordination te-

Flugzeugen in Burma anwesend waren. Sie haben zwar nicht

nue fin janvier, de continuer à s'opposer à la vente des 60 PC-7

direkt an diesen Schiessversuchen teilgenommen, waren

à l'Afrique du Sud.

aber mit allgemeinen Wartungsarbeiten an den Flugzeugen

Il est évident que les pays du tiers monde n'achètent le PC-7

betraut

qu'en raison de sa double conception comme avion d'entraî-

Im Zusammenhang mit der angekündigten Lieferung von

nement et comme avion de combat; en effet, s'il servait uni-

PC-7-Flugzeugen nach Südafrika hat das Uno-Sanktionsko-

quement d'avion d'entraînement, il serait trop cher pour ces

mitee die Schweiz aufgefordert, die geplanten Lieferungen zu

pays.

verhindern. Die Stellungnahme des Uno-Sanktionskomitees

Or, la presse a de nouveau dénoncé l'engagement militaire

verändert zwar die Rechtslage nicht, ist aber für den Bundesrat

d'avions-écoles Pilatus en Birmanie (essais de tir sur PC-9),

Anlass, die bisherige Politik in diesem Bereich zu überprüfen.

avec la participation de techniciens de l'entreprise de Stans.

Mit Blick darauf haben wir anlässlich einer kürzlichen Vorspra-

Je demande de ce fait au Conseil fédéral s'il est prêt à revenir

che des südafrikanischen Verteidigungsministers beim Chef

sur sa décision d'autoriser l'exportation de 60 PC-7 destinés à

EMD die eindeutige Zusicherung erwirkt, dass die Republik

l'armée sud-africaine et à empêcher cette exportation.

Südafrika die PC-7 ausschliesslich zu Ausbildungszwecken -

S'il répond par la négative, pour quelles raisons? L'autorisa-

übrigens auch für Piloten der Nachbarstaaten Botswana und

tion d'exporter a-t-elle été liée à des conditions concernant les

Swasiland - verwenden und nie bewaffnen wird. Diese Zusi-

ateliers de Stans et le gouvernement sud-africain?

cherung wurde inzwischen schriftlich bestätigt

Die Rechtslage in bezug auf die Behandlung der PC-7-Flug-

zeuge wird im Rahmen der in Ausarbeitung befindlichen Total-

revision des Kriegsmaterialgesetzes neu zu beurteilen sein.

93.5033 Die Botschaft für diese Gesetzesrevision dürfte bis Ende 1993

vorliegen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erscheint es dage-

Frage Brügger Cyrill gen nicht sinnvoll, eineAenderung des geltenden Rechts vor-

Kriegerische Einsätze mit PC-7 und PC-9 zunehmen, beispielsweise in der Form einer Anpassung der

Question Brügger Cyrill Verordnung. Ein solcher Schritt drängt sich um so weniger auf,

Engagement militaire de PC-7 et de PC-9 als das Problem der Lieferung von PC-7-Flugzeugen nach

Südafrika einer befriedigenden Lösung entgegenzugehen

scheint

Der Bundesrat hat deshalb heute vormittag das EMD beauf-

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 tragt, die Pilatuswerke formell aufzufordern, an den PC-7- und

Mit traumwandlerischerRegelmässigkeit gerät die militärische PC-9-Flugzeugen die notwendigen technischen Modifikatio-

Verwendung der PC-7 und PC-9 in die Schlagzeilen. Immer nen vorzunehmen, die sicherstellen, dass eine nachträgliche

wieder werden diese Flugzeuge von Staaten in Krisengebie- Bewaffnung ausgeschlossen werden kann. Dieses Erforder-

ten als Kriegswaffe eingesetzt nis gilt für sämtliche Flugzeuge, die in Länder geliefert werden

8. März 1993 N 151 Fragestunde

sollen, die gemäss schweizerischer Gesetzgebung nicht mit Regierung durchaus ihren Wert hat und glaubwürdig ist Es ist

Kriegsmaterial beliefert werden dürfen. Den Export von PC-7- nicht undenkbar, dass für gewisse Länder die Marktchancen

und PC-9-Flugzeugen in der heutigen technischen Konfigura- des Flugzeuges in dieser Konfiguration sinken und Geschäfte

tion würde der Bundesrat unter Berufung auf Artikel 102 Ziffer 8 nicht getätigt werden könnten. Das ist in Kauf zu nehmen,

der Bundesverfassung verbieten, um die aussenpolitischen auch wenn es wirtschaftlich Schmerzen macht

Interessen unseres Landes zu wahren.

M. Spielmann: Je voudrais poser une question complémen-

taire. Jusqu'à présent, il a toujours été argumenté, concernant 93.5028

cet avion, qu'il ne pouvait pas être utilisé à des fins militaires. A

présent qu'il a été établi que c'était effectivement le cas et Frage Zisyadis

qu'on l'utilisait - ce que d'ailleurs tout le monde savait sans le Verhalten der hohen Offiziere

dire - de manière militaire, on nous explique qu'on va le modi- bei Volksabstimmungen über die Armee

fier techniquement pour empêcher ensuite qu'on l'équipe de Question Zisyadis

matériel militaire. Je me demande quelle garantie on peut ob- Votations populaires concernant l'armée.

tenir, et je me pose surtout une question que je pose au Devoir de réserve des officiers supérieurs

Conseil fédéral: comment est-il possible de faire un tel tour de

passe-passe?

Ne vaudrait-il pas mieux aujourd'hui, face à la décision quand

même ferme du Comité des sanctions de l'ONU qui deman- Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

dait qu'on renonce à cette livraison, considérer une fois pour In diesem Jahr werden zwei wichtige Abstimmungen über die

toutes que la Suisse, dans le domaine des sanctions de Armee durchgeführt

l'ONU, ne prendra pas position seulement quand il s'agit du Wie gedenkt der Bundesrat, die Pflicht der Zurückhaltung, wel-

pétrole, mais aussi quand il s'agit des êtres humains qui peu- che dem militärischen Kader auferlegt ist, durchzusetzen?

vent être touchés? On est aussi en position d'empêcher les li-

vraisons d'armement et, dans le cas particulier, d'appliquer la Texte de la question du 8 mars 1993

décision du Comité des sanctions de l'ONU. Par conséquent, Deux importantes votations concernant l'armée sont à l'ordre

le Conseil fédéral doit prendre la seule décision qui s'impose: du jour cette année.

demander l'interdiction de l'exportation de ces avions jusqu'à Comment le Conseil fédéral entend-il faire respecter le devoir

ce qu'on ait fait la démonstration qu'il ne seront pas utilisés de de réserve de la hiérarchie militaire?

manière militaire. Jusqu'à présent, on nous a toujours démon-

tré le contraire et chaque fois après de nouvelles révélations;

cela devient un peu une habitude navrante et j'aimerais que le

Conseil fédéral donne un message clair à ce sujet-là 93.5034

Bundesrat Villiger: Die Aufforderung der Uno und die Tatsa- Frage Rechsteiner

che, dass unlängst wieder Einsätze in anderen Ländern mit Rolle des EMD im Abstimmungskampf

bewaffneten PC-7 und PC-9 bekanntgeworden sind, haben vom 6. Juni 1993

uns dazu bewogen, die Sache noch einmal zu überdenken.

Wir stehen in einem schwierigen Abwägen, auch weil es um Question Rechsteiner

Hunderte von Arbeitsplätzen geht, was sozialpolitisch in der Campagne pour la votation du 6 juin 1993.

heutigen Zeit für den Kanton Nidwaiden von vitaler Bedeutung RôleduDMF

ist. Auf der anderen Seite müssen wir sicherstellen, dass es

sich hier nicht um eine Umgehung des Kriegsmaterialgeset-

zes handelt Die Pilatuswerke müssen also darlegen, dass die

neue Exportversion den verlangten Auflagen entspricht. Das Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

werden wir von Technikern überprüfen lassen müssen, damit Bereits heute beginnen Offiziere im Dienst offen mit der Propa-

man in guten Treuen davon ausgehen kann, dass solche Flug- ganda gegen die F/A-18-lnitiative und die Initiative «40 Waffen-

zeuge nicht ohne nachträgliche, mit grossem Aufwand ver- plätze sind genug - Umweltschutz auch beim Militär» (zum

bundene Eingriffe als Kampfflugzeuge eingesetzt werden kön- Beispiel im Inf Rgt 32).

nen. In diesem Sinne sind sie nicht Kriegsmaterial gemäss un- Ist der Bundesrat bereit, dafür zu sorgen, dass Offiziere im

serer Definition. Sofern diese Voraussetzung - nicht als Dienst ab sofort keine Propaganda mehr gegen die beiden In-

Kriegsflugzeuge eingesetzt werden zu können-erfüllt wird, ist itiativen betreiben?

ein Export vertretbar. Das gilt im übrigen nicht nur für Süd-

afrika, sondern für alle Länder, die dem schweizerischen Texte de la question du 8 mars 1993

Kriegsmaterialexport-Verbot unterworfen sind. Aujourd'hui déjà, des officiers en service se mettent à faire de

la propagande contre l'initiative s'opposant aux F/A-18 et l'ini-

Frau Misteli: Herr Bundesrat, ich finde Ihre Antwort schon ein tiative «40 places d'armes, ça suffit! - L'armée doit aussi se

wenig blauäugig. Heute habe ich zum Beispiel im «Rendez- soumettre à la législation sur la protection de l'environne-

vous am Mittag» von einem Vertreter der Stanser Werke ge- ment» (par exemple dans le rgt inf 32).

hört, dass sie mit dieser technischen Modifikation auf dem Le Conseil fédéral est-il prêt à faire en sorte que, dès à présent,

Markt nicht mehr konkurrenzfähig seien. Im Klartext heisst les officiers en service ne fassent plus de propagande contre

dies, dass ein Verkauf dieser Flugzeuge in diese Länder nur ces deux initiatives?

möglich ist, wenn sie umgerüstet werden können.

Wäre es nicht eine klarere Haltung, wie das mein Kollege auch

gesagt hat, den Export dieser Flugzeuge in diese Länder zu

verbieten?

Bundesrat Villiger: Sie werden sich im Rahmen der Revision

des Kriegsmaterialgesetzes, die hier sicherlich viel zu reden

geben wird, grundsätzlich zu dieser Frage äussern können.

Wir glauben aber, dass es heute genügt, wenn wir sicherstel-

len, dass diese Flugzeuge im konkreten Fall Südafrika nicht

als Kriegsflugzeuge verwendbar sind. Ich gehe im übrigen da-

von aus, dass die Zusicherung der heutigen südafrikanischen

Heure des questions 152 N 8 mars 1993

93.5037 zeuge» wird weder vom EMD noch von der Armee geführt. Un-

sere Armeeangehörigen haben indessen ein Anrecht darauf,

Frage Cross Andreas für ihre vielfältigen Aufgaben in der Armee gut ausgebildet und

EMD. Propaganda gegen Volksinitiative informiert zu werden. Die militärischen Kader haben nicht nur

«für eine Schweiz ohne neue Kampfflugzeuge» das Recht, sondern es ist ihre Pflicht, den ihnen anvertrauten

Question Gross Andreas Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten über Grundsatzfragen

DMF. Campagne contre l'initiative populaire von Ausbildung und Einsatz offen Auskunft zu geben. Diese

«pour une Suisse sans nouveaux avions de combat» Verantwortung gebietet, auf die rein militärische Tragweite der

Abstimmungsvorlagen aufmerksam zu machen. Dazu gehört

aber die Orientierung über die von Bundesrat und Parlament

gefassten Beschlüsse. Das hat nichts mit unerlaubter politi-

scher Propaganda gemäss Ziffer 243 des Dienstreglementes

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 zu tun, denn es geht dabei nicht um Abstimmungsparolen

Sowohl die bundesgerichtliche Rechtssprechung als auch die oder solche Dinge, sondern um die objektive Information und

Erfordernisse der demokratischen Meinungsbildung verbie- die sachliche Auseinandersetzung mit den Vorlagen.

ten es dem EMD, sich direkt oder indirekt in der Abstimmungs- Ich habe die Kommandanten der Armee am Berner Rapport

kampagne gegen die Volksinitiative «für eine Schweiz ohne vom vergangenen Jahr auf diese Informationspflicht aufmerk-

neue Kampfflugzeuge/Stop F/A-18» zu engagieren. Dies gilt sam gemacht und sie angewiesen, wie weit sie bei deren Erfül-

gemäss Dienstreglement (Artikel 243 Absatz 3) auch armeein- lung gehen dürfen. Weitere Massnahmen drängen sich nicht

tern. Wie verträgt sich angesichts dieser Ausgangslage ein auf. Sollten einzelne Truppenkommandanten über das reine

Brief des Kdt der Armee, Standort Kp 722, eines Majors, an alle Informationsziel hinausschiessen und unzulässige Abstim-

ihm unterstellten Militärdienstleistenden zum Jahreswechsel, mungspropaganda betreiben, müssten sie zur Rechenschaft

in dem er aus seiner Sicht die Volksinitiative beurteilt und dis- gezogen werden.

kreditiert, seine Männer indirekt auffordert, den Initianten nicht Zu Publikationen von armeefreundlichen Privatorganisationen

«auf den Leim zu kriechen», und dem er einen total einseitigen hat sich der Bundesrat nicht zu äussern.

Argumentationskatalog der ISGA gegen die Initiative sowie Anlässlich der EWR-Abstimmung haben Medien, Politik und

eine klare Propagandaparole beilegt? Wissenschaft einmütig erkannt, dass es Pflicht des Bundesra-

Was sagt der Bundesrat im weiteren zu einem Passus in den tes sei, seine Argumente überzeugend darzutun und der

«Richtlinien für den Kampf gegen die beiden am 6. Juni 1993 Stimmbürgerschaft zu erklären. Dies gilt natürlich für alle Bun-

zur Abstimmung gelangenden Volksinitiativen» der Arbeitsge- desaufgaben. Die Armee ist direkt betroffen, und die jedem

meinschaft für eine wirksame und friedenssichernde Milizar- Kommandanten im Einsatz anvertrauten Soldaten sind es

mee (AWM), einer Dachorganisation von 25 armeefreundli- ebenfalls. So sind jene Gründe, mit denen der Bundesrat über-

chen Organisationen und Verbänden, vom 1. Januar 1993,

zeugende Zustimmung im Parlament fand, wohl kaum öffent-

wonach das EMD den Abstimmungskampf zwar nicht führe,

lichkeitsunfähige Geheimsache.

aber «den Kampf mit seiner Informationstätigkeit unterstützt»?

Ist der Bundesrat bereit, den einseitig informierten Wehrmän-

M. Zisyadis: J'ai ici la lettre qu'un commandant a envoyée à

nern auch den anderen Standpunkt zur Kenntnis zu bringen ses soldats et qui n'est pas une lettre d'information, comme

und andererseits dafür zu sorgen, dass sich das EMD und

vous le disiez tout à l'heure, mais de prise de position politique

seine Angehörigen in offizieller Mission inskünftig aus der Ab-

claire contre l'initiative. Par conséquent, je demande quelles

stimmungskampagne heraushalten und keine öffentlichen

sont exactement les mesures que vous prendrez contre ces of-

Gelder für Propaganda verwenden?

ficiers.

Je demande également quelle information sera envoyée à

Texte de la question du 8 mars 1993 tous ces soldats pour qu'ils reconnaissent, après l'envoi de

La jurisprudence du Tribunal fédéral, de même que le principe ces premières lettres, que ces dernières ne sont pas admissi-

démocratique selon lequel chacun a le droit de se forger une bles et qu'une seconde information leur sera envoyée.

opinion interdisent au DMF de s'engager directement et indi-

rectement dans la campagne menée contre l'initiative popu- Bundesrat Villiger: Ich bitte Sie, Herr Zisyadis, mir diesen Brief

laire «pour une Suisse sans nouveaux avions de combat». zu geben, und dann werde ich dieser Sache nachgehen. Ich

Cela vaut aussi pour l'armée, en vertu de l'article 243 alinéa 3 kann jetzt nicht spontan eine Stellungnahme aus dem Aermel

du Règlement de service. Que pense alors le Conseil fédéral schütteln. Ich werde der Sache aber nachgehen und Sie wie-

de la lettre du commandant de la compagnie de stationne- der informieren.

ment 722, un major, qui, pour le Nouvel-An, a envoyé à tous les

hommes servant sous ses ordres une lettre dans laquelle il Rechsteiner: Was sagen Sie dazu, Herr Bundesrat Villiger,

leur dit ce qu'il pense de l'initiative, qu'il discrédite, dans la- dass in den Richtlinien der gegnerischen Organisationen zu

quelle encore il leur enjoint indirectement de ne pas «tomber diesen Initiativen - angeführt durch den SVP-Generalsekretär

dans le panneau», et à laquelle il joint un argumentaire on ne Max Friedli - ausdrücklich gesagt wird, dass das EMD durch

peut plus partial et un mot d'ordre clair et net? seine Informationstätigkeit den Abstimmungskampf dieser Or-

Que pense-t-il encore de l'affirmation de la Communauté de ganisationen unterstütze?

travail pour une armée de milice efficace et assurant la paix, or- Sind Sie bereit, sich gegenüber diesen Organisationen zu di-

ganisation faîtière de 25 associations favorables à l'armée qui, stanzieren und für eine zurückhaltende Informationstätigkeit

le 1 er janvier 1993, a écrit dans des directives pour combattre zu sorgen, damit keine Abstimmungspropaganda im Militär-

les deux initiatives populaires soumises à la votation populaire dienst gemacht wird?

le 6 juin 1993 que le DMF ne menait pas directement le combat

contre elles, mais «qu'il le soutenait par sa campagne d'infor- Bundesrat Villiger: Ich habe vorhin zu dieser Frage Stellung

mation»? Le Conseil fédéral est-il prêt à faire connaître l'autre genommen. Ich kenne diese Schrift nicht, und ich habe sie

point de vue à ces soldats qui n'ont entendu qu'un avis partial? deshalb auch nicht zu kommentieren. Aber ich kann Ihnen sa-

Est-il aussi prêt à veiller à ce que le DMF et ses membres, gen, dass selbstverständlich derjenige, welcher von uns Infor-

lorsqu'ils effectuent une mission officielle, se tiennent à l'ave- mationen über Sachfragen will, sie von uns auch erhalten wird.

nir à l'écart de toute campagne qui précède une votation et In diesem Sinne sind wir durchaus bereit-wem immer das sei,

qu'ils n'utilisent plus les deniers publics à des fins de propa- ob Parlamentariern oder Organisationen -, Sachauskünfte zu

gande? geben. Aber wir werden keinen Abstimmungskampf führen.

Bundesrat Villiger: Der Abstimmungskampf im Hinblick auf Gross Andreas: Ich möchte bei meiner Frage davon ausge-

die Volksabstimmung vom 6. Juni über die Waffenplatz-lnitia- hen, dass Sie recht haben, wenn Sie sagen, dass die Soldaten

tive und die Initiative «für eine Schweiz ohne neue Kampfflug- und die Wehrmänner ein Anrecht auf Information hätten. Sie

8. März 1993 N 153 Fragestunde

haben auch recht, wenn Sie sagen, dass der Bundesrat selbst sehen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung

über Abstimmungsvorlagen informieren dürfe. Ich habe das des Fürstentums vom 24. September 1964 geregelt, welche

hier auch als einer gesagt, der in der EWR-Frage anderer Mei- sich auf den Zollvertrag von 1923 stützt

nung war als der Bundesrat Wir haben in dieser Diskussion Nach dieser Vereinbarung ist das Fürstentum Liechtenstein

betont, dass es eine Gratwanderung zwischen Information nicht entsprechend der Länge seiner Landesgrenzen, son-

und Propaganda gibt. Nun habe ich hier aber einen Brief eines dern aufgrund der Bevölkerungszahl an den Einnahmen und

Kompaniekommandanten, der diese Grenze überschritten Ausgaben der Eidgenössischen Zollverwaltung beteiligt Das

hat. Er sagt, die Andersdenkenden in dieser Abstimmung Fürstentum Liechtenstein verfügt über keine Grenzpolizei. Die

seien «Mogler», es seien «Ignoranten», und er warnt seine grenzpolizeilichen Aufgaben an der Aussengrenze des Für-

Leute davor, diesen «Leuten auf den Leim zu kriechen». Das ist stentums Liechtenstein, die gleichzeitig Aussengrenze des

ein Stil, ein Inhalt, eine Diktion, die mit Information nichts mehr schweizerischen Zollgebietes ist, werden durch die Eidgenös-

zu tun hat. sische Zollverwaltung wahrgenommen. Für die Verwaltungs-

Sind Sie bereit, das Ihrige dazu beizutragen, dass solche ausgaben kommt das Fürstentum Liechtenstein anteilmässig

Briefe von Militärangehörigen an Militärangehörige über Bür- auf. Die Streichung des Anteils des Fürstentums Liechtenstein

ger, die ein demokratisches Recht legitim wahrnehmen, nicht an den Einnahmen und Ausgaben der Eidgenössischen Zoll-

mehr geschrieben werden? verwaltung steht zurzeit nicht zur Diskussion. Die Frage

müsste erneut überprüft werden, falls die neue Situation aus ir-

Bundesrat Villiger: Ich bin gerne bereit, auch dieser Sache gendwelchen Gründen zu erheblichen Mehrkosten führen

nachzugehen, wenn Sie mir bitte diesen Brief übergeben oder würde.

eine Fotokopie davon machen wollen.

So, wie Sie es zitieren, scheint für meine erste Beurteilung eine

Grenze überschritten zu sein. Die Information muss in der

Richtung gehen, dass zum Beispiel der Panzersoldat wissen

muss und wissen darf, was ihm in einem echten Konflikt pas- 93.5014

sieren kann, wenn kein echter Luftschirm da ist; aber irgend-

eine Beurteilung von Initianten und politischen Zielen gehört Frage Aguet

selbstverständlich nicht zu einer solchen Information. Wir ge- Missbräuchliche Verwendung

hen all diesen Fällen nach und werden entsprechende Mass- der Bezeichnung AHV

nahmen ergreifen, falls sich das aufdrängen sollte. Question Aguet

Ich bitte Sie, mir den Brief zu übergeben. Utilisation abusive du sigle AVS

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

93.5004 Das Komitee, das sich für eine Aenderung von Artikel 35 der

Bundesverfassung ausgesprochen hat, nennt sich «Komitee

Frage Bischof für die Aufhebung des Spielbankenverbots zugunsten der

Konsequenzen des EWR-Ja AHV». Auch wenn der Bundesrat und die Räte die Erträge aus

des Fürstentums Liechtenstein den Spielbanken als zusätzliche Quelle für die AHV-Finanzie-

Question Bischof rung vorgesehen haben, ändert dies nichts am Beitrag, mit

EEE. Conséquences du oui dem der Bund die AHV mitfinanziert. Das heisst, dass nach Zu-

de la principauté du Liechtenstein lassung der grossen Geldspiele kein Rappen mehr der AHV

zufliesst Die Zulassung dieser Spiele ist vor allem ein Mittel

zur Erhöhung der Bundeseinnahmen um einige Millionen.

Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass das Unterstüt-

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 zungskomitee mit dem Namen, den es sich gegeben hat, of-

Das Fürstentum Liechtenstein ist dem EWR beigetreten! Aus fensichtlich die Bezeichnung einer staatlichen Institution für

diesem Grunde müssen verschiedene zolltechnische Regulie- eine politische Kampagne missbraucht hat?

rungen (CH/FL) geändert werden. Von den Finanzen spricht

niemand. Das Fürstentum partizipiert nämlich, entsprechend Texte de la question du 8 mars 1993

der Länge seiner Landesgrenzen, schon seit Jahren an den Le comité qui a défendu la modification de l'article 35 de la

Zolleinnahmen der Schweiz. constitution s'est intitulé «Comité pour l'abolition de l'interdic-

Ich frage daher den Bundesrat: tion des maisons de jeu en faveur de l'AVS». S'il est vrai que le

- Ist er nicht auch der Meinung, dass diese Beiträge gestri- Conseil fédéral et les Chambres ont ajouté l'impôt sur les mai-

chen werden müssen, sons de jeu aux diverses sources de financement de l'AVS,

- ebenso die Unterhaltskosten des Bundes an die FL-Grenz- cette option ne modifie en rien la quote-part de la caisse fédé-

polizei? rale au financement de l'AVS. C'est-à-dire que l'AVS ne rece-

vra pas un centime de plus après l'ouverture des grands jeux.

Texfe de la question du 8 mars 1993 L'introduction des grands jeux est essentiellement un moyen

La principauté du Liechtenstein a adhéré à l'EEE! Pour cette d'améliorer de quelques millions les finances fédérales.

raison, diverses réglementations techniques relatives aux Le Conseil fédéral n'est-il pas d'avis que, dans son appella-

douanes (CH/FL) devront être modifiées. Mais, personne ne tion, le comité de soutien a abusé manifestement du sigle

parle de l'aspect financier delà chose. Or, cela fait des années d'une institution d'Etat dans une campagne politique?

que la principauté perçoit, en fonction de la longueur de ses

frontières, une partie des recettes douanières de la Suisse. Schriftliche Antwort des Bundesrates

Je pose donc les questions suivantes au Conseil fédéral: Die AHV wird einerseits durch Beiträge der Arbeitgeber und Ar-

- N'estime-t-il pas aussi que la part du Liechtenstein devrait beitnehmer finanziert Andererseits hat der Gesetzgeber vor-

être supprimée? gesehen, dass der Bundesbeitrag an die AHV vorab aus der

- Ne pense-t-il pas que la Confédération devrait aussi cesser Tabak- und Alkoholsteuer geleistet wird. Der Rest des Bundes-

de débourser de l'argent pour entretenir les gardes-frontière beitrages geht zu Lasten der allgemeinen Bundeskasse. Die-

du Liechtenstein? ser Beitrag ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Ange-

sichts der angespannten Finanzlage des Bundes ist es mög-

Bundesrat Stich: Das Fürstentum Liechtenstein partizipiert an lich, dass die Finanzierung der AHV in Zukunft nicht mehr si-

den Einnahmen und Ausgaben der Eidgenössischen Zollver- chergestellt werden kann. Der Bundesrat hat deshalb vorge-

waltung. Die Berechnungsweise ist in einer Vereinbarung zwi- sehen, ihr zusätzlich zweckgebundene Erträge aus den Casi-

20-N

Heure des questions 154 N 8 mars 1993

nos zukommen zu lassen, denn eine weitere Finanzierung Was gedenkt der Bundesrat gegen die jährlich steigenden,

durch höhere Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge scheint Hunderten von Millionen Franken Aufwendungen des Steuer-

dem Bundesrat auch bei steigendem Finanzierungsbedarfais zahlers für die Käseverwertung zu tun (1962: 43,4 Millionen,

ausgeschlossen. 1972:127 Millionen, 1982: 366,9 Millionen, 1992: 723,9 Millio-

nen Franken)?

Texte de la question du 8 mars 1993

93.5030 II y a trois ans, la commission d'experts Arnold mise sur pied

par le Conseil fédéral a exigé que l'Union suisse du commerce

Frage Zisyadis de fromage axe sa production sur les lois du marché. Or, à ce

Geschäftspraktiken der Grossbanken jour, aucune démarche dans ce sens n'a été entreprise (à l'ex-

Question Zisyadis ception de l'expérience peu concluante qui a été réalisée avec

Politique des grandes banques le savouran). La concurrence étrangère, en revanche, est très

active, ce qu'illustrent notamment le «Fol Epi» de France (ven-

tes en Suisse: 250 à300 tonnes par année), l'«Allgau» et ('«Em-

mental demi-gras» en provenance d'Allemagne (100 tonnes

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 par année).

Die grossen Banken unseres Landes melden massive Entlas- On voit par ailleurs très mal pourquoi l'Union suisse du com-

sungen. Sie verfolgen zudem eine Hochzinspolitik, die schwer merce de fromage sponsorise l'équipe nationale suisse de ski

auf der Bauwirtschaft und den öffentlichen Finanzen lastet à raison de 1,8 million de francs.

Hält der Bundesrat dieses Verhalten vertretbar angesichts der Des centaines de millions de francs sont ainsi déboursés cha-

enormen Gewinne dieser gleichen Banken? que année par le contribuable pour la commercialisation des

fromages, et ces montants ne cessent d'augmenter (1962:

Texte de la question du 8 mars 1993 43,4 millions, 1972: 127 millions, 1982: 366,9 millions, 1992:

Les grandes banques de notre pays annoncent des licencie- 723,9 millions). Que pense faire le Conseil fédéral pour remé-

ments massifs. Ils pratiquent en outre des taux d'intérêts éle- dier à cette situation?

vés qui pèsent lourdement sur le marché de la construction et

les finances publiques. Réponse écrite du Conseil fédéral

Le Conseil fédéral considère-t-il ces pratiques compatibles La Suisse exporte plus de 25 pour cent de sa production lai-

avec les bénéfices indécents réalisés par ces mêmes ban- tière, principalement sous la forme de fromages à pâte dure et

ques? mi-dure, ce qui permet d'assurer l'existence du quart de nos

exploitations paysannes. Le placement de nos fromages sur

Schriftliche Antwort des Bundesrates les marchés internationaux ne peut être garanti que si leur prix

Die Banken arbeiten auf dem freien Markt und stehen im Wett- est concurrentiel. En effet, il ne suffit pas de commercialiser

bewerb mit anderen Konkurrenten. Es ist auch im Interesse une qualité irréprochable sous le label «Switzerland», les

der Bankgläubiger, wenn die Banken eine vorsichtige Ge- consommateurs étrangers attachant aussi une grande impor-

schäftspolitik betreiben und diese langfristig auf Sicherheit tance au prix. Si le prix de vente de nos fromages est élevé,

ausrichten. Die Banken stehen gegenwärtig in einer schwieri- c'est parce que leurs coûts de production sont notamment in-

gen Zeit der Umstrukturierungen und Rationalisierungen. Für fluencés par le niveau du prix du lait garanti aux paysans suis-

deren zukünftige Wettbewerbsfähigkeit ist es wichtig, dass sie ses, nettement plus élevé qu'à l'étranger.

die notwendigen Anpassungen rechtzeitig vornehmen. Die Le Conseil fédéral a clairement fait savoir, notamment dans le

Höhe der von den Banken ausgewiesenen Gewinne sind in 7e rapport sur l'agriculture, qu'il entend adapter la politique lai-

Relation zum eingesetzten Kapital zu beurteilen. So gesehen tière. Le soutien direct des prix et des marges doit être progres-

werden diese Gewinne noch relativiert Die Zinsen für Auslei- sivement abandonné pour être remplacé par un soutien direct

hungen müssen sich nach den Refinanzierungskosten rich- du revenu paysan à l'aide de paiements compensatoires (art

ten. Wohin risikoreiche Geschäftspraktiken führen können, 31 a et 31 b, loi sur l'agriculture). Ainsi, il sera possible d'une

haben die kürzlichen Probleme einzelner Institute gezeigt Al- façon beaucoup plus conséquente de réduire notamment les

lerdings ist in den letzten Monaten die Zinsmarge erheblich subventions à l'exportation.

gestiegen, so dass von den Banken eine rasche Reduktion der L'Union suisse du commerce de fromages S. A. assume son

Hypothekarzinssätze erwartet werden darf. mandat de commercialiser annuellement le mieux possible

plus de 84 000 tonnes de fromages à pâte dure dans des

conditions-cadres difficiles, qu'elle ne peut influencer. Une

part importante des propositions de la commission d'experts

93.5010 Arnold a déjà été réalisée; le reste est en voie de l'être. Toute-

fois, les initiatives que pourrait développer cette organisation

Frage Steinemann se heurtent aux possibilités restreintes de surmonter avec un

Hartkäsesubventionen nouveau produit les barrières douanières de notre principal

Question Steinemann client, la Communauté européenne. Le marché suisse des fro-

Subventionnement des fromages à pâte dure mages est toutefois caractérisé par un choix très large et riche

de produits indigènes offerts aux consommateurs, preuve

de l'innovation continuelle développée dans notre secteur

fromager.

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

Vor drei Jahren hat die vom Bundesrat eingesetzte Experten-

kommission Arnold gefordert, dass die Käseunion zu einer

marktgerechten Produktion übergehen müsse. Bis heute sind

(ausser dem Flop mit dem Savouran) diesbezüglich keine

konkreten Schritte feststellbar. Die ausländische Konkurrenz

dagegen ist sehr aktiv, beispielsweise mit dem «Fol Epi» aus

Frankreich (Absatz Schweiz 250 bis 300 Tonnen pro Jahr),

dem «Allgäuer», dem halbfetten «Emmentaler» aus Deutsch-

land (100 Tonnen pro Jahr), usw.

Weitherum kaum verstanden wird das Sponsoring der Käse-

union von 1,8 Millionen Franken für die Skinationalmann-

schaft

8. März 1993 N 155 Fragestunde

93.5016 - A combien estime-t-on le nombre des travailleurs étrangers

sans permis de travail ni permis de séjour?

Frage Jäggi Paul - Qu'entend faire le Conseil fédéral pour combattre ces prati-

Beiträge an Flächen im Ausland ques illégales? Quelles mesures prend-on quand on décou-

Question Jäggi Paul vre de tels cas?

Contributions à la surface

pour des terrains situés à l'étranger Réponse écrite du Conseil fédéral

Les étrangers qui travaillent sans autorisation échappent par

la force des choses atout contrôle étatique. Il est de ce fait im-

possible d'avancer des chiffres. Sur la base des indices dont

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993 disposent les autorités du marché du travail, le travail au noir

Der Entwurf der Verordnung über ergänzende Direktzahlun- recule en période de récession.

gen in der Landwirtschaft sieht in Artikel 9 vor, Beiträge nur für Les dispositions pénales de la loi fédérale sur l'établissement

Flächen im Inland auszurichten. et le séjour des étrangers ont été révisées et les mesures visant

Warum diese Lösung? Sollte nicht die gleiche Regelung wie à prévenir le travail au noir renforcées. En vertu des nouvelles

bei den Anbauprämien angewendet werden, indem für Flä- dispositions, entrées en vigueur en 1988, les employeurs fau-

chen im Inland (und die angestammten Flächen im Ausland) tifs risquent non seulement des amendes plus élevées et des

Beiträge ausgerichtet werden? peines de prison, mais encore, indépendamment d'éventuel-

les procédures pénales, de se voir refuser de nouvelles autori-

Texte de la question du 8 mars 1993 sations.

Le projet d'ordonnance instituant des paiements directs com-

plémentaires dans l'agriculture prévoit à l'article 9 des contri-

butions à la surface uniquement pour les terrains situés en

Suisse.

Pourquoi cette solution? Ne faudrait-il pas appliquer les mê- 93.5022

mes règles que dans le cas des primes de culture et verser des

contributions pour les terrains situés en Suisse (et pour les ter- Frage Spielmann

rains situés à l'étranger et cultivés par tradition)? Verkauf der Firma Sprecher+Schuh

Réponse écrite du Conseil fédéral Question Spielmann

Les prises de position dans le cadre de la consultation sur les Vente de l'entreprise Sprecher + Schuh

ordonnances concernant les paiements directs et les contri-

butions écologiques sont actuellement exploitées par l'Office

fédéral de l'agriculture. La grande majorité des cantons et des

organisations soutient la proposition de M. Jäggi Paul, à savoir Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

l'attribution de contributions aux surfaces à l'étranger culti- Nach dem Verkauf des Bereichs Energieverteilung in den

vées par tradition, c'est-à-dire déjà exploitées avant 1984. Le achtziger Jahren hat die Firma Sprecher + Schuh kürzlich ih-

Département fédéral de l'économie publique va apprécier, ren Bereich Niederspannungsgeräte an eine Tochtergesell-

comme il se doit, ce résultat très clair de la consultation et y schaft der amerikanischen Rockwell-Gruppe verkauft. Der

sera particulièrement attentif lors de la rédaction de la version Chef der amerikanischen Gruppe liess verlauten, er könne die

définitive de l'ordonnance. La décision finale revient au Erhaltung der 1550 Arbeitsplätze bei Sprecher + Schuh nicht

Conseil fédéral. Celle-ci devrait intervenir fin avril. garantieren.

Wie stellt sich der Bundesrat zum Verkauf florierender Indu-

strieunternehmen und zu dessen Konsequenzen für die Be-

schäftigung?

93.5020 Texte de la question du 8 mars 1993

Après la vente dans les années 80 du secteur de distribution

Frage Stalder d'énergie, l'entreprise Sprecher + Schuh a vendu son secteur

Schwarzarbeit in der Schweiz d'appareillage à basse tension à une filiale du groupe améri-

Question Stalder cain Rockwell. Le patron du groupe américain a indiqué qu'il

Travail au noir en Suisse ne pouvait garantir les 1550 emplois de Sprecher + Schuh.

Quelle est la position du Conseil fédéral face à la vente d'entre-

prises industrielles florissantes et des conséquences qui en

résultent sur l'emploi?

Wortlaut der Frage vom 8. März 1993

Bei den ständig steigenden Arbeitslosenzahlen muss dem Réponse écrite du Conseil fédéral

Problem der Schwarzarbeit vermehrte Aufmerksamkeit ge- Le Conseil fédéral a pris acte du fait que le groupe argovien

schenkt werden. Deshalb möchte ich dem Bundesrat fol- d'électrotechnique Sprecher+Schuh a vendu son secteur

gende Fragen stellen: d'appareillage à basse tension au groupe américain Allen-Bra-

- Wie hoch ist die geschätzte Zahl der in der Schweiz Beschäf- dley et qu'il veut se concentrer à l'avenir sur la technique d'au-

tigten, welche in als illegal zu bezeichnenden Arbeitsverhält- tomatisation.

nissen tätig sind? Notre économie se trouve actuellement dans un processus in-

- Wie hoch ist die vermutete Zahl der Ausländer, welche ohne tensif de mutations structurelles. De nombreuses entreprises

Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung beschäftigt werden? sont donc contraintes de se concentrer sur leurs points forts et

-Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, um diese de créer des synergies. En outre, il convient de modifier les as-

Missstände zu bekämpfen, und welche Massnahmen werden sortiments de produits et il n'est pas rare que cela entraîne des

bei Entdeckung solcher Fälle ergriffen? reprises et des ventes de certains secteurs d'entreprises.

Le Conseil fédéral regrette les pertes d'emplois résultant de

Texte de la question du 8 mars 1993 telles restructurations. Il relève toutefois que des entreprises

Alors que le nombre des chômeurs ne cesse d'augmenter, il suisses achètent également des firmes étrangères et que des

convient de s'intéresser de plus près au problème du travail au entreprises étrangères choisissent également la Suisse

noir. Je pose donc les questions suivantes au Conseil fédéral: comme lieu d'implantation. Il convient en l'occurence de pren-

- A combien estime-t-on en Suisse le nombre des personnes dre en considération les deux aspects. D'un côté, des emplois

dont les rapports de travail peuvent être taxés d'illégaux? sont perdus et, de l'autre, on en crée de nouveaux

Assurance-chômage. Mesures 156 N 8 mars 1993

Dans la mesure de ses possibilités, le Conseil fédéral mettra Proposition subsidiaire Maître

tout en oeuvre pour que notre économie puisse bénéficier de (en cas de rejet de la proposition de la minorité I [Leuenberger

conditions-cadres lui permettant d'être compétitive au niveau Ernst] concernant l'article 22 alinéa 1 bis)

international. Dans une période de rapides mutations, il y voit L'indemnité journalière est réduite de 10 pour cent du dernier

les meilleures chances d'assurer à long terme l'emploi dans montant après le versement de 250 indemnités journalières.

notre pays, tant du point de vue qualitatif que quantitatif. Les indemnités qui ne dépassent pas 130 francs ne sont plus

réduites.

Bortoluzzi, Sprecher der Minderheit l: Die Minderheit l befin-

det sich bei Artikel 22 Absatz 3bis in guter Gesellschaft: Der

#ST# 93.010 Bundesrat ist gleicher Ansicht.

Ich gehe davon aus, dass wir der Taggeldbezugsverlänge-

Arbeitslosenversicherung. rung auf 400 Tage zustimmen werden. Das war in der Kommis-

sion unbestritten. In diesem Zusammenhang ist die generelle

Massnahmen Degression zu beurteilen. Damit wird auch die Grenze für zu-

Assurance-chômage. mutbare Arbeit mit zunehmender Dauer für alle Taggeldbezü-

Mesures ger etwas tiefer angesetzt. Während die Mehrheit mit den

115 Franken, die sie vorschlägt, zusätzlich eine untere Grenze

Fortsetzung - Suite festlegen will und damit etwa 45 Prozent aller Arbeitslosen von

der Degression ausnimmt, gehe ich davon aus, dass nach

Siehe Seite 82 hiervor - Voir page 82 ci-devant 250 Tagen durchaus auch bei tieferen Taggeldern eine Reduk-

tion erfolgen kann. Es werden in dieser Kategorie vor allem

junge Arbeitslose betroffen sein, und von diesen Leuten kann

Mobilität, aber auch grössere Beweglichkeit bezüglich der Art

des Arbeitsangebotes erwartet werden.

Art.22Abs.3bis Der Bundesrat hat in der Kommission zum Ausdruck ge-

Antrag der Kommission bracht, auf jegliche weitere Degression, als sie im bestehen-

Mehrheit den Artikel 22 Absatz 3 festgelegt ist, aufgrund seiner Kompe-

.... gekürzt Taggelder, die nicht mehr als 115 Franken betra- tenz verzichten zu wollen. Es wäre sicherlich völlig falsch, den

gen, werden nicht weiter gekürzt. Arbeitslosen über lange Zeit ein hohes Niveau zu garantieren,

wie das der Streichungsantrag der Minderheit II (Dormann)

Minderheit l beabsichtigt, weil man damit die Ablehnung von zumutbarer

(Bortoluzzi, Allenspach, Borer Roland, Daepp, Eymann Chri- Arbeit geradezu herausfordert

stoph, Heberlein, Philipona, Pidoux, Rychen) Gegenüber der heute gültigen Situation tritt nur gerade für die

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Zeit vom 250. bis zum 300. Tage des Bezuges eine Ver-

schlechterung ein. Nachher erfolgt in jedem Fall eine Verbes-

Minderheit II serung aufgrund des verlängerten Taggeldbezuges auf diese

(Dormann, Goll, Gonseth, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Jöri, bereits erwähnten 400 Tage.

Leuenberger Ernst, Rechsteiner, Seiler Rolf) Ich bitte Sie also, dem Antrag des Bundesrates und der Min-

Streichen derheit l, die ich vertrete, zu folgen.

Minderheit III Frau Dormann, Sprecherin der Minderheit II: Ich beantrage Ih-

(Allenspach, Bortoluzzi, Eymann Christoph) nen, jegliche Degression zu streichen.

(Eventualantrag, falls der Antrag der Minderheit l abgelehnt Einerseits schreibt der Bundesrat in seiner Botschaft, dass je-

wird) der zehnte Arbeitslose ein Langzeitarbeitsloser ist und dass

.... Taggelder, die nicht mehr als 100 Franken.... diesem Phänomen im Dringlichkeitsverfahren auf Bundes-

ebene begegnet werden muss. Er hat deshalb die Höchstzahl

Eventualantrag Maître der Taggelder von 300 auf 400 Tage heraufgesetzt Der glei-

(falls der Antrag der Minderheit l [Leuenberger Ernst] zu Artikel che Bundesrat will anderseits das Taggeld dieser Langzeitar-

22 Absatz 1 bis abgelehnt wird) beitslosen nach einer Bezugsdauer von einem Jahr wieder um

.... das Taggeld um 10 Prozent des zuletzt bezogenen Betra- 10 Prozent kürzen.

ges gekürzt Taggelder, die nicht mehr als 130 Franken betra- Was soll die Degression bewirken? Sie hat ganz klar den

gen, werden nicht weiter gekürzt. Zweck, den Langzeitarbeitslosen zu motivieren, wieder einer

Arbeit nachzugehen und nicht von der Versicherung abhängig

Art.22al.3bis zu werden. Deshalb schlägt der Bundesrat vor, nach dem

Proposition de la commission Bezug von 250 Taggeldern - das entspricht ungefähr einem

Majorité Jahr - die Versicherungsleistungen in jedem Fall um 10 Pro-

.... indemnités journalières. Les indemnités qui ne dépassent zent zu kürzen. Das würde heissen, dass ein Viertel aller Bezü-

pas 115 francs ne sont plus réduites. ger von Arbeitslosenentschädigungen nach einem Jahr noch

63 Prozent ihres versicherten Lohnes hätten und drei Viertel al-

Minorité I ler Bezüger noch rund 72 Prozent ihres versicherten Einkom-

(Bortoluzzi, Allenspach, Borer Roland, Daepp, Eymann Chri- mens erhalten würden.

stoph, Heberlein, Philipona, Pidoux, Rychen) Die Arbeitslosenversicherung verteilt keine Almosen; es ist

Adhérer au projet du Conseil fédéral eine Versicherung. Wir alle wissen, wie hoch heute die Mietko-

sten und Krankenkassenprämien sind, und diese werden bei

Minorité II Arbeitslosigkeit nicht niedriger. Das ist für mich ein klarer Wi-

(Dormann, Goll, Gonseth, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Jori, derspruch: Entweder müssen wir feststellen, dass die Zahl der

Leuenberger Ernst, Rechsteiner, Seiler Rolf) Langzeitarbeitslosen zunimmt und wir diesen besser gerecht

Biffer werden müssen - was wir auch machen -, oder wir belassen

die Höchstbezugsdauer beim alten. Ich glaube nicht, dass der

Minorité III Bundesrat vorgeschlagen hätte, die Bezugsdauer für Lang-

(Allenspach, Bortoluzzi, Eymann Christoph) zeitarbeitslose zu erhöhen, wenn diese Entschädigungen

(Proposition subsidiaire, en cas de rejet de la proposition de la missbräuchlich bezogen worden wären. Mit der Degression

minorité I) führen wir einen Missbrauchsartikel ein, der nicht nötig ist

.... qui ne dépassent pas 100francs.... Sonst müssen Sie mir beweisen, dass es offene Stellen oder

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Fragestunde

Heure des questions

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1993

Année

Anno

Band I

Volume

Volume

Session Frühjahrssession

Session Session de printemps

Sessione Sessione primaverile

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 06

Séance

Seduta

Geschäftsnummer ---

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 08.03.1993 - 14:30

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Seite 138-156

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