Switzerland's WTO Accession and Agricultural Support
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Federal Council addressed interpellations regarding the implications of the Uruguay Round of GATT trade negotiations, particularly concerning the agricultural sector and wine imports. The Council maintained that while the agreements would generally benefit Switzerland's export-oriented economy, specific domestic measures were necessary to support agriculture and mitigate potential negative impacts. These measures included maintaining direct payments to farmers to ensure income security and multifunctional agriculture, converting border protection to tariffs, and potentially using increased customs revenue to compensate for agricultural losses. The Council emphasized that Switzerland's participation in the World Trade Organization (WTO), established by the Uruguay Round, was crucial for maintaining its economic competitiveness and influence in global trade.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 7 LwG, Art. 31a und 31b LW G, Art. 66 Abs. 1 KstG; Switzerland's WTO Accession and Agricultural Support: The Council maintained that while the agreements would generally benefit Switzerland's export-oriented economy, specific domestic measures were necessary to support agriculture and mitigate potential negative impacts. These measures included maintaining direct payments to farmers to ensure income security and multifunctional agriculture, converting border protection to tariffs, and potentially using increased customs revenue to compensate for agricultural losses. The Council emphasized that Switzerland's participation in the World Trade Organization (WTO), established by the Uruguay Round, was crucial for maintaining its economic competitiveness and influence in global trade.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis article is cited in the context of the proposed amendment to the Agricultural Law to allow the reallocation of funds from phased-out internal support measures to GATT-compatible measures.
These articles, concerning direct payments, are mentioned in the context of ensuring that farmer's income is secured through direct payments, and that there are no limitations on these payments due to GATT obligations.
This provision on costs is cited in relation to the court's decision on who shall bear the costs of the proceedings.
Volltext
Gatt/Cycle d'Uruguay 1096 E 29 novembre 1994
#ST# 94.3386 #ST# 93.3403
Interpellation Delalay Interpellation Uhlmann
Gatt-Verträge und Weinimport Uruguay-Runde
Accords du Gatt et importations de vins und gesunder Bauernstand
Uruguay Round et saine paysannerie
Wortlaut der Interpellation vom 29. September 1994
Wie stellt sich der Bundesrat im Hinblick auf die Entscheidun- Wortlaut der Interpellation vom 21. September 1993
gen über die Gatt-Verträge zu den folgenden Punkten? Der baldige Abschluss der Uruguay-Runde ist im Interesse der
1. Das Referendum gegen den Rebbaubeschluss hat seine Schweizer Volkswirtschaft Der Industrie- und Dienstleistungs-
Ziele erreicht: Die Weinqualität hat sich verbessert, und die standort Schweiz erhält neuen Auftrieb. Doch unsere Bauern
Einfuhrprivilegien sind abgebaut worden. Der besondere sind hart getroffen. Industrie, Gewerbe und Dienstleistungs-
Schutz der Weissweine steht nicht zur Diskussion, denn eine sektor sind von der Landwirtschaft ebenso abhängig, wie die
unkontrollierte Öffnung der Grenze würde den Bund zusätzli- Landwirtschaft vom Erfolg dieser Sektoren abhängig ist Bei
cher Einnahmen berauben und den Markt aus dem Gleichge- der Annahme der Schlussakte der Uruguay-Runde sind daher
wicht bringen. Die Weinbaubetriebe, die dadurch gefährdet Massnahmen zu treffen, die einen gesunden Bauernstand
würden, müssten zusätzlich unterstützt werden, und das und eine leistungsfähige Landwirtschaft erhalten. Das Ein-
würde bedeutend mehr kosten als die heutigen, beschränkten kommen der Landwirte muss durch Direktzahlungen gesi-
Beiträge. chertwerden.
2. Weissweinimporte müssen deshalb in Zukunft auf die im 1. Die Multifunktionalität der Landwirtschaft soll in der Uru-
Gatt vereinbarte Menge beschränkt bleiben. Es handelt sich guay-Runde anerkannt werden, und für Direktzahlungen ge-
um ein Jahreskontingent, das leicht höher ist als das ur- mäss Artikel 31 a und 31 b des Landwirtschaftsgesetzes be-
sprüngliche Schweizer Angebot; Einfuhren, die über das Kon- steht aufgrund unserer Gatt-Verpflichtungen keine Begren-
tingent hinausgehen, werden mit einer zusätzlichen Zollab- zung. Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, damit das
gabe belastet, die innerhalb der nächsten sechs Jahre um bäuerliche Einkommen nach Annahme der Schlussakte der
15 Prozent reduziert werden muss. Uruguay-Runde durch Direktzahlungen in dem Ausmass gesi-
3. Eine zusätzliche Liberalisierung darf nur mit Zustimmung al- chert ist, in dem die Schweiz zum Abbau bestehender Subven-
ler Beteiligten und unter Berücksichtigung der Entwicklung er- tionen verpflichtet wird?
folgen. Auch sollte dabei die Regelung unserer Beziehungen 2. Rechnet der Bundesrat damit, dass die nach Abschluss der
zu den europäischen Nachbarn abgewartet werden; immerhin Uruguay-Runde möglichen Einsparungen mittelfristig ausrei-
ist die Schweiz ein wichtiger Abnehmer ihrer Produktion chen werden, um unserem Bauernstand durch Direktzahlun-
(55 Prozent des Konsums stammen aus diesen Ländern). gen das Überleben zu ermöglichen? Was gedenkt der Bun-
4. Mit Mitteln aus dem Rebbaufonds müssen Massnahmen desrat kurzfristig vorzukehren?
zur Förderung der für den Export bestimmten Weine ergriffen 3. Die Umsetzung der Uruguay-Runde soll dazu führen, dass
werden (gegenwärtig wird weniger als 1 Prozent der Produk- heute bestehende Formen des Grenzschutzes unserer land-
tionsmenge ausgeführt). wirtschaftlichen Produktion in Zölle umgewandelt werden.
Dies führt zu einer erheblichen Steigerung der Zolleinnahmen.
Texte de l'interpellation du 29 septembre 1994 Wie hoch werden diese zusätzlichen Einnahmen sein?
Dans la perspective des décisions sur l'Accord du Gatt, quelle 4. Was gedenkt der Bundesrat vorzukehren, um sicherzustel-
est la position du Conseil fédéral sur les points suivants? len, dass die dadurch realisierten Mehreinnahmen, soweit sie
1. Les objectifs du référendum contre l'arrêté fédéral sur la viti- zur Sicherung des Einkommensverlustes nötig sind, den
culture ont été atteints par une amélioration de la qualité des Landwirten zugute kommen?
vins et par la suppression des privilèges liés à leur importation. 5. Die produktespezifischen Subventionen müssen am Ende
La protection spéciale des vins blancs n'est pas mise en der Uruguay-Runde markant, das BLW spricht von 1,4 Milliar-
cause, car une ouverture incontrôlée des frontières priverait la den Franken, abgebaut werden. Welche Massnahmen wird
Confédération de nouvelles recettes et nuirait à l'équilibre du der Bundesrat ergreifen, um sicherzustellen, dass diese Gel-
marché. Le soutien des exploitations ainsi mises en péril nous der nicht der Bundeskasse anheimfallen, sondern den Land-
coûterait alors beaucoup plus que les frais réduits qui leur sont wirten in Form von Direktzahlungen zugute kommen?
consacrés aujourd'hui. 6. Die Menge der Landwirtschaftsprodukte, deren Export
2. Les importations de vins blancs doivent donc demeurer li- heute durch Subventionen erleichtert wird, muss in Etappen
mitées à l'avenir aux exigences du Gatt II s'agit d'un contin- weiter gesenkt werden. Dadurch werden heute budgetierte
gent annuel légèrement augmenté par rapport à l'offre suisse Mittel frei. Was gedenkt der Bundesrat vorzukehren, damit
et d'une taxe douanière dissuasive pour les surplus, avec ré- diese Mittel den Landwirten in Form von Gatt-konformen Di-
duction de 15 pour cent sur six ans. rektzahlungen zugute kommen?
3. Une libéralisation supplémentaire ne doit donc intervenir 7. Die Umstellung von produktionsabhängigen Subventionen
que par consensus, après observation de l'évolution et lors- auf Direktzahlungen wird Preissenkungen bewirken. Erwartet
que nous aurons mis au point nos relations avec nos voisins der Bundesrat, dass diese Preissenkungen zu einer Vergrös-
européens dont la Suisse est un client important (55 pour cent serung der Nachfragemenge führen werden?
de la consommation).
4. Des mesures-cadres sont à prendre à travers le fonds vini-
cole pour promouvoir les vins suisses à l'exportation (actuelle- Texte de l'interpellation du 21 septembre 1993
ment moins de 1 pour cent de la production). La conclusion prochaine du cycle de négociations dit Uruguay
Round est dans l'intérêt de l'économie suisse. En effet, elle ap-
Mitunterzeichner - Cosignataires: Béguin, Bloetzer, Cavadini portera une nouvelle impulsion à notre pays en tant que place
Jean, Cottier, Coutau, Danioth, Frick, Martin Jacques, Petit- économique et profitera notamment à l'industrie et aux servi-
pierre, Reymond, Schallberger, Seiler Bernhard (12) ces. Pourtant, nos paysans seront durement touchés. Or l'in-
dustrie, les petites entreprises et le secteur des services d'une
part, et l'agriculture d'autre part, dépendent les uns des autres
pour leur bon fonctionnement Au cas où l'Acte final du Cycle
d'Uruguay serait donc adopté, il y aurait lieu de prendre des
mesures pour maintenir une paysannerie saine et une agri-
29. November 1994 1097 Gatt/Uruguay-Runde
culture performante. Le revenu agricole doit être garanti par les plus forts ont encore un sens pour les réfractaires aux réali-
des paiements directs. tés les plus évidentes.
1. La multifonctionnalité de l'agriculture doit être reconnue En tout état de cause, il convient de fournir un très grand effort
dans le contexte de l'Uruguay Round. D'ailleurs, en ce qui de vulgarisation dans cette matière complexe du Gatt, dans la
concerne les paiements directs (articles 31 a et 31 b de la loi sur perspective, hypothétique heureusement, d'un référendum
l'agriculture), nos engagements par rapport au Gatt n'impo- et, plus généralement, dans un but d'information, afin de dé-
sent aucune limitation. Que compte faire le Conseil fédéral montrer que notre appartenance au Gatt ne comporte ni perte
pour assurer que, après l'adoption de l'Acte final, le revenu de souveraineté ni d'autres contraintes que celle de respecter
paysan bénéficie, sous forme de paiements directs, d'une des traités librement souscrits et qui seront appliqués par la
compensation équivalente à la diminution des subventions à majorité des Etats de la planète. Aussi, est-il bon d'insister sur
laquelle la Suisse sera tenue? le fait que le Gatt, contrairement à l'Union européenne avec la-
2. Le Conseil fédéral estime-t-il que les économies qui seront quelle on pourrait être tenté de tirer un parallèle qui, par ail-
vraisemblablement réalisées à moyen terme après la conclu- leurs, serait sans pertinence, n'est pas une organisation
sion du cycle suffiront pour permettre la survie de notre pay- supranationale.
sannerie au moyen de paiements directs? Que pense-t-il Simplement, les traités qui en composent la substance sont
entreprendre à court terme? convenus par les parties contractantes et, pour la Suisse, l'ap-
3. La mise en application de l'Uruguay Round doit aboutir à la probation de l'Assemblée fédérale est formellement requise.
transformation en droits de douane des formes existantes de Le Gatt n'est ni plus ni moins qu'une organisation du com-
protection de notre agriculture à la frontière. Ceci devrait ame- merce mondial, qui émet des règles. Il n'est donc pas un ac-
ner une augmentation notable des recettes douanières. A cord de libre-échange comme l'AELE, il n'est pas une union
combien peut-on estimer ces recettes supplémentaires? douanière comme l'Union européenne.
4. Que pense faire le Conseil fédéral pour que ce surplus de Mais revenons au cycle d'Uruguay et à l'approbation des ac-
recettes bénéficie aux agriculteurs, dans la mesure où cela cords qui le concluent. A l'origine, les objectifs de ce cycle se
sera nécessaire pour compenser leur baisse de revenu? résumaient en quatre points: amélioration de l'accès aux mar-
5. Les subventions en faveur de produits spécifiques devront chés par l'échange de concessions douanières et la suppres-
être fortement diminuées après la conclusion de l'Uruguay sion d'obstacles non tarifaires; élimination d'obstacles relatifs
Round (l'Ofag évoque le chiffre de 1,4 milliard de francs). au commerce des ressources naturelles et des produits tropi-
Quelles mesures le Conseil fédéral compte-t-il prendre pour caux; mise à jour et renforcement des règles du système com-
éviter que ces montants ne soient pas simplement versés à la mercial multilatéral; élargissement du champ d'application de
caisse fédérale, et pour en faire profiter les agriculteurs sous l'accord général à de nouveaux domaines tels que les servi-
forme de paiements directs? ces, les investissements et la propriété intellectuelle, ainsi
6. Le volume des exportations de produits agricoles facilitées qu'une application plus effective des règles du Gatt au secteur
actuellement par des subventions doit être abaissé par éta- du commerce des produits agricoles et des textiles; enfin, ren-
pes. De la sorte, des crédits budgétaires seront libérés. Que forcement du Gatt en tant qu'institution, afin de faire face avec
compte faire le Conseil fédéral pour que ces montants profi- plus d'efficacité aux nouvelles tâches et d'assurer, au niveau
tent aux paysans sous forme de paiements directs conformes international, une meilleure cohérence avec les autres institu-
au Gatt? tions telles que le Fonds monétaire international et la Banque
7. La transformation de subventions spécifiques aux produits mondiale.
en paiements directs amènera des baisses de prix. Le Conseil Je le répète, ces objectifs ont été finalement atteints le
fédéral estime-t-il que ces baisses aboutiront à une augmenta- 15 décembre 1993 à Genève. L'Acte final a été signé à Marra-
tion de la demande? kech le 15 avril 1994 par 124 Etats, comme déjà indiqué.
Le Conseil fédéral a soumis les deux messages relatifs à l'ap-
Mitunterzeichner- Cosignataires: Bisig, Gadient, Ruesch, Sei- probation des Accords du Gatt et au projet de modifications lé-
ler Bernhard, Zimmerli (6) gislatives aux Chambres fédérales le 19 septembre 1994. Vo-
tre Commission de politique extérieure a traité le message af-
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates férent aux Accords de l'Uruguay Round lors de sa séance du
vom 19. September 1994 27 octobre 1994. C'est à l'unanimité, sans opposition, que la
(vgl. Botschaft 94.080, BB11994IV1060) commission est entrée en matière; nous y reviendrons.
Pour la Suisse, le cycle d'Uruguay revêt une triple signification.
Sur le plan politique, il renforce la stabilité au sein de la com-
Rapport écrit du Conseil fédéral munauté internationale. Sur le plan économique, il opère une
du 19 septembre 1994 activité stimulante sur l'ensemble de l'économie mondiale.
(cf. message 94.080, FF 1994IV1103) Sur le plan juridique, il renforce la crédibilité et l'efficacité du
système commercial multilatéral. Les accords négociés cou-
Präsident: Wir kommen zu einem ersten Schwerpunkt der vrent, je le répète, plus de 90 pour cent du marché mondial,
Session. Es geht um eine Vorlage, die für die künftigen Han- alors que la Russie et la Chine ne sont pas encore membres du
delsbeziehungen der Schweiz von zentraler Bedeutung ist. Gatt. Mais il faut savoir que, pour ces deux mondes, ces deux
Sie wissen es: Der Bundesrat und die schweizerischen Unter- hypermarchés que sont la Russie et la Chine, les procédures
händler haben während vieler Jahre über die Gatt-Abkommen d'adhésion sont en cours.
verhandelt. Jetzt sind wir an der Reihe. Si les précédents cycles de 1947 à 1973 ont permis de ré-
duire les tarifs douaniers sur les produits manufacturés de 40
Flückiger Michel (R, JU), rapporteur: Les huitièmes négocia- à 10 pour cent, puis de 10 à 6,4 pour cent en moyenne avec
tions mondiales sur les tarifs douaniers et le commerce, dites le Tokyo Round de 1973 à 1979, on passe à 4 pour cent en
de l'Uruguay Round, parce que lancées à Punta del Este, en moyenne avec l'Uruguay Round. Ces données, pour rébar-
Uruguay précisément, en 1986, ont abouti, le 15 avril 1994, par batives qu'elles paraissent, parce que hérissées de pour
de nouveaux traités auxquels 124 Etats sont parties, représen- cent, sont d'une importance capitale pour la Suisse dont
tant 90 pour cent du commerce mondial. l'économie est très fortement orientée vers l'exportation. Pas
Rappelons que le premier Accord général du Gatt aété conclu un citoyen, pas une citoyenne, quelle que soit sa fonction
en 1947. La Suisse y a adhéré en 1960, à titre provisoire, et en dans notre société, n'oubliera que sans ses exportations la
1966 à titre de membre à part entière. Au cas où notre pays ne Suisse cesserait d'être prospère. Les moyens d'assurer que
serait pas en mesure de ratifier les traités de l'Uruguay Round les moins bien nantis reçoivent les aides solidaires de notre
l'année prochaine, alors la Suisse courrait le risque de perdre communauté feraient tout simplement défaut Alors, les gei-
sa qualité de partie contractante acquise en 1966. L'isolement gnards auraient enfin motif à se plaindre, mais il n'y aurait
qui en résulterait pour notre commerce serait rien moins que plus personne pour les entendre et donner suite à leurs do-
catastrophique. Mais il est permis de se demander si les mots léances.
Gatt/Cycle d'Uruguay 1098 29 novembre 1994
L'an dernier, l'industrie suisse a exporté des produits pour principe de transfert - entendre des moyens financiers confor-
93 milliards de francs. Par tête d'habitant et par rapport au pro- mes au Gatt - au niveau de la loi pour garantir la compensation
duit intérieur brut, les exportations suisses sont de beaucoup des pertes économiques du secteur primaire dues au Gatt.
supérieures à celles de la plupart des pays européens. A l'ex- Autrement dit, les paiements directs destinés à maintenir le ca-
portation de marchandises, il convient d'ajouter les exporta- ractère multifonctionnel de l'agriculture doivent, de l'avis des
tions de services, soit 14 milliards de francs en 1993. Le tiers premiers intéressés, dès lors qu'ils sont expressément autori-
de nos exportations de marchandises est destiné à des pays sés par l'Accord sur l'agriculture, trouver dans la législation
extraeuropéens. Le Conseil fédéral et les décideurs économi- une expression claire et précise.
ques du pays ne s'y trompent pas, qui ont entrepris de quadril- L'Accord sur l'agriculture repose sur les quatre engagements
ler les régions dont les marchés connaissent une expansion suivants:
spectaculaire dans certains cas. 1. A l'avenir, seuls les droits de douane seront admis en tant
Je rappelle les voyages dits «mixtes» parce que, sous la qu'instrument de protection contre les importations de pro-
conduite de M. Delamuraz, chef du Département fédéral de duits agricoles.
l'économie publique, ils comprennent aussi bien des person- 2. On procédera à une libéralisation limitée des importations
nalités du secteur privé que de hauts fonctionnaires de notre de produits agricoles en réduisant les droits de douane au mi-
diplomatie économique. C'est ainsi qu'une délégation de re- nimum de 15 pour cent et en moyenne de 36 pour cent sur
présentants de l'économie suisse s'est rendue au Vietnam une période de 6 ans.
du 3 au 7 juillet 1994, au Chili et en Argentine du 28 juillet au 2 3. On réduira de 20 pour cent sur une période de 6 ans le sou-
août, et en Indonésie du 7 au 11 octobre dernier. Tout cela tien interne qui stimule la production agricole, comprendre
«colle», si vous me passez l'expression, avec l'intensification que les 80 pour cent de ce soutien peuvent être maintenus.
d'échanges bilatéraux soumis aux Accords du Gatt, en parti- 4. On réduira dans un délai de 6 ans de 36 pour cent les sub-
culier à l'Accord instituant l'Organisation mondiale du com- ventions à l'exportation qui sont une des causes principales
merce, l'OMC, qui se présente en substance de la manière sui- du désordre qui règne actuellement sur les marchés agricoles
vante. mondiaux. En outre, les quantités de produits exportés à l'aide
Dans le domaine classique du Gatt, les droits de douane sur de subventions devront être réduites de 21 pour cent.
les produits industriels sont réduits d'un tiers en moyenne. L'agriculture est un élément incontournable des relations éco-
Dans certains secteurs, les droits sont ramenés à zéro, ou ré- nomiques mondiales et pas seulement l'agriculture en Eu-
duits de moitié, voire stabilisés. En effet, les droits de douane rope, nous pensons aux pays du Sud, producteurs de pro-
sont éliminés notamment sur les produits pharmaceutiques, duits de base, par exemple de cacao. L'objectif de favoriser les
les équipements médicaux, agricoles et de construction; des échanges de produits agricoles en libéralisant, jusqu'à un cer-
réductions tarifaires supérieures à 50 pour cent sont prévues tain point seulement, un secteur jusqu'ici très fortement - on
sur les instruments scientifiques; les droits de douane sont pourrait dire trop fortement-tributaire de mesures protection-
harmonisés à un niveau situé entre 5,5 et 6,5 pour cent dans le nistes, engendrera bien entendu des turbulences qui pourront
secteur des produits chimiques; les droits de douane supé- toutefois être maîtrisées grâce aux mesures réalistes d'accom-
rieurs à 15 pour cent sont réduits de moitié pour un grand pagnement, dont les paiements directs.
nombre de produits, dont les textiles en particulier. L'accord L'Accord sur les marchés publics vise les achats publics liés
prévoit une réduction tarifaire moyenne de plus d'un tiers pour aux biens, aux services et aux mandats de construction. Il s'ap-
les autres produits. plique également aux cantons ainsi qu'aux autorités et entre-
Dans le secteur des règles pour le commerce mondial, les prises publiques, à tous les échelons qui opèrent dans les sec-
trois principes fondamentaux du Gatt - clause de la nation la teurs de l'eau, de l'énergie et des transports. Petit clin d'oeil:
plus favorisée, traitement national, interdiction des restrictions ces effets s'apparentent aux avantages que la Suisse aurait re-
quantitatives et subventions à l'exportation - se trouvent ren- tirés de l'Espace économique européen.
forcés par une amélioration de la clause de sauvegarde et par L'Accord sur les textiles et les vêtements implique une réduc-
plus de discipline dans les domaines de subventions. Les rè- tion progressive des limitations quantitatives et une réduction
gles du Gatt seront améliorées de manière que les règlements importante des taxes douanières.
techniques, les normes industrielles et les réglementations sa- Quelques mots au sujet de l'Accord instituant l'Organisation
nitaires et phytosanitaires ne créent pas d'obstacles inutiles mondiale du commerce (OMC) et du Mémorandum d'accord
au commerce. Ils permettront également une meilleure pro- sur les règles et procédures régissant le règlement des diffé-
tection des Etats et de nos entreprises contre les applications rends: la nouvelle Organisation mondiale du commerce de-
abusives des régimes de licences d'importation. vrait entrer en vigueur le 1er janvier 1995. Cette organisation
De plus, et nous l'avons vu avec le volume de nos exportations internationale a son siège à Genève et nous nous souvenons
dans ce domaine, les principes du Gatt sont élargis aux servi- que cette domiciliation n'était pas évidente. L'OMC se substi-
ces, ce qui représente un réel avantage pour nos entreprises tuera au secrétariat du Gatt et formera le cadre institutionnel
de services: l'accord vise une amélioration constante de l'ac- qui surveillera la gestion des quelque 30 accords négociés
cès au marché et du traitement national. dans l'Uruguay Round. L'OMC aura la forme d'une organisa-
La propriété intellectuelle fait l'objet d'accords pour combattre tion internationale classique de coopération intergouver-
la contrefaçon de marchandises et la piraterie des droits d'au- nementale. Ses organes directeurs ne seront pas indépen-
teur. Inutile d'insister sur l'intérêt de tels accords pour le pays dants - c'est important - et n'auront donc pas le pouvoir
exportateur, par exemple, de pièces d'horlogerie de grand re- d'imposer de nouvelles obligations. Comme déjà dit, l'OMC
nom et de prestige international, souvent copiées, mais jamais n'est pas une organisation supranationale.
égalées en qualité. La procédure de règlement des différends comprend un or-
En ce qui concerne les investissements à l'étranger, aucun gane ad hoc dit de «règlement des différends», des groupes
Etat partie au Gatt ne peut prendre des mesures relatives aux d'experts ainsi qu'une instance de recours aux compétences
investissements qui vont à rencontre des principes du Gatt strictement établies. Pour refuser le rapport d'un panel d'ex-
L'accord inclut naturellement un volet agricole. Or, personne perts, il faut un consensus au sein de l'Organe de règlement
ne l'ignore, les milieux agricoles, l'Union suisse des paysans des différends. Cette procédure assure la plus grande trans-
pour ne pas la nommer, sont encore dubitatifs par rapport à parence dans l'application des règles prescrites et la plus
l'Accord du Gatt sur l'agriculture, àtelle enseigne que le lance- grande sécurité.
ment d'un référendum semblerait, soyons prudents, dépen- En résumé, il est permis d'affirmer que ces mécanismes assu-
dre des résultats des délibérations des Chambres. On com- reront une surveillance des politiques commerciales nationa-
prend les organisations agricoles et leurs affiliés, soucieux de les des plus rigoureuses, conférant toute l'efficacité voulue
voir limiter au maximum les effets de l'Accord sur l'agriculture aux Accords de l'Uruguay Round.
et de compter avec une sécurité du financement des paie- Venons-en, pour terminer, aux considérations de la commis-
ments compensatoires. C'est tout l'objectif des propositions sion. Ses membres sont tous d'avis que la Suisse ne peut se
de l'agriculture du 12 octobre dernier d'obtenir l'ancrage du permettre de rester en dehors de la future OMC. Il est vrai, di-
29. November 1994 1099 Gatt/Uruguay-Runde
sons-nous, que les acteurs économiques de notre pays de- De la Déclaration de Punta del Este à la Conférence de Marra-
vront faire preuve de dynamisme et de capacité d'adaptation à kech, le 15 avril dernier, près de neuf années se sont écoulées.
des marchés encore plus ouverts, donc plus compétitifs. Mais Le Conseil fédéral, en particulier le chef du Département fédé-
il est indéniable que les répercussions de cette ouverture se- ral de l'économie publique, a suivi de bout en bout une négo-
ront bénéfiques pour l'ensemble de notre économie. Avec les ciation impliquant très étroitement l'OFAEE et l'Office fédéral
Accords du Gatt, l'économie suisse, très fortement tournée de l'agriculture. Au fil du déroulement du cycle, des rapports
vers l'exportation - c'est un refrain que nous ne nous lasse- successifs ont démontré que nos négociateurs étaient particu-
rons pas de répéter-, bénéficiera de la réduction moyenne de lièrement actifs et que nombre d'adaptations doivent beau-
plus d'un tiers des droits de douane et de réductions plus coup aux interventions et à l'influence de la Suisse.
poussées dans les domaines qui intéressent directement nos Dans un pays où l'autorité est plus volontiers brocardée que
exportateurs, comme les produits pharmaceutiques, produits ses succès mis en évidence, je prends sur moi d'adresser un
chimiques, appareils monstante de l'accès au marché et du vibrant hommage à M. Delamuraz, conseiller fédéral, et à ses
traitement national. collaborateurs impliqués dans le défi du Gatt, qu'ils ont parfai-
La propriété intellectuelle fait l'objet d'accords pour combattre tement relevé et maîtrisé.
la contrefaçon de marchandises et la piraterie des droits d'au-
teur. Inutile d'insister sur l'intérêt de tels accords pour le pays Simmen Rosmarie (C, SO): Ich danke Ihnen dafür, dass ich
exportateur, par exemple, de pièces d'horlogerie de grand re- nach meinem Eintretensvotum gleich auch noch zu meiner In-
nom et de prestige international, souvent copiées, mais jamais terpellation 93.3644 («Uruguay-Runde und ärmste Entwick-
on entre les Etats pour favoriser cette collaboration. lungsländer») sprechen kann.
La volonté politique suisse d'adhérer à lafuture OMC n'est pas Was die Gattlex-Vorlagen anbelangt, möchte ich Sie bitten, die
combattue. Il ne faut pas nier que des adaptations internes se- Eintretensdebatte morgen, vor der Behandlung der einzelnen
ront parfois difficiles, notamment, nous l'avons vu, dans le do- Gesetze, durchzuführen. Ich werde jetzt also lediglich als Mit-
maine de l'agriculture. On note aussi des réticences de la part glied der Aussenpolitischen Kommission sprechen.
d'associations d'entraide en faveur des pays en voie de déve- Der Gatt-Vertrag, wie er aus der Uruguay-Runde hervorgegan-
loppement, ainsi que d'organisations vouées à la défense de gen ist, stellt wahrscheinlich das grösste und komplexeste je
l'environnement. Or, il faut souligner que, parmi les tâches ausgehandelte Vertragswerk dar. Dieses Vertragswerk hat
identifiées de la future OMC, l'application du nouveau droit zum Ziel, den Welthandel vom Protektionismus zu befreien
dans le respect des intérêts des pays les plus pauvres, la pro- und weltweit allen Ländern gleich lange Spiesse in ihren Han-
tection des travailleurs et celle de l'environnement figurent en delsbeziehungen zu gewährleisten. Die drei Grundpfeiler des
bonne place. Dans les négociations de l'Uruguay Round, les Abkommens, das in Zukunft den Welthandel regeln wird, sind:
droits de douane appliqués par les pays développés sur les 1. Meistbegünstigung, d. h., ein Land behandelt alle Staaten
produits industriels en provenance des pays en voie de déve- untereinander gleich;
loppement ont été réduits de 34 pour cent en moyenne. Les 2. Inländerbehandlung, d. h., ein Land benachteiligt ausländi-
nouvelles règles du Gatt offrent donc à ces pays des condi- sche Produkte gegenüber den inländischen nicht;
tions-cadres propices au développement de leurs exporta- 3. Zölle als grundsätzlich einzige Schutzmassnahmen an der
tions. Grenze.
Certaines oeuvres d'entraide, qui ont déjà affirmé qu'elles ne Die Schweiz ist in besonders hohem Masse auf geordnete in-
lanceraient pas le référendum contre les Accords du Gatt, exi- ternationale Handelsbeziehungen angewiesen: zum einen,
gent que la politique commerciale de notre pays respecte les weil ihre Wirtschaft die Hälfte ihres Erlöses durch Export erar-
principes et objectifs de notre politique de développement et beitet, und zum anderen, weil die Schweiz als an Fläche und
que des compensations soient accordées aux pays les moins Einwohnern kleines Land nur durch Funktionieren der Regeln
avancés, ce qui n'est pas, disons-nous, incompatible avec davor geschützt wird, von mächtigeren Partnern an die Wand
nos intérêts. La commission a pris en compte les remarques et gedrückt zu werden. Wo das Gesetz des Dschungels herrscht,
réserves exprimées par ces organisations. haben Kleinere nicht die besten Chancen. Nur mit einer erfolg-
Pour autant, gardons-nous de donner l'impression de vouloir reichen Wirtschaft verdienen wir aber jenes Geld, das wir brau-
éviter atout prix le référendum. Au contraire, informons, déve- chen, um unsere Staatsaufgaben zu finanzieren. Sozialwerke
loppons le dialogue et tentons de convaincre les hésitants wie die AHV, die IV oder die Arbeitslosenversicherung, aber
qu'il n'y a pas d'alternative à l'OMC. Encore une fois, si la auch Wirtschaftszweige wie die Landwirtschaft, die wir erhal-
Suisse ne devait pas être membre de l'OMC, ce serait dramati- ten wollen, die aber auf dem internationalen Markt nur be-
que pour notre économie, essentiellement exportatrice (re- schränkt konkurrenzfähig sind - sie alle sind auf die Stärke un-
marque de la commission). serer Gesamtwirtschaft angewiesen.
Au cas où cette hypothèse, à laquelle nous ne voulons pas Das Ergebnis der Uruguay-Runde, wie es heute vorliegt,
croire, devait se réaliser, la Suisse, ne pouvant faire partie de la wurde wesentlich von den Schweizer Unterhändlern mitge-
solution globale âprement négociée avec 124 pays, devrait staltet, und einmal mehr zeigt es die Möglichkeiten auf, wel-
alors négocier bilatéralement avec chacun de ces Etats les me- che die Schweiz hat, wenn sie sich dazu entschliesst, dabei-
suresacceptéesdans le cadre de l'Uruguay Round. Ceci coûte- zusein und an harten Verhandlungen mitzukämpfen. Gerade
rait cher, très cher, serait très laborieux et sans garantie de suc- im Bereich der Landwirtschaft trägt das Abkommen, was die
cès. Alors, je crois qu'il en résulterait un véritable gâchis. Festschreibung der verschiedenen Aufgaben der Landwirt-
J'en viens aux propositions de votre commission. Parallèle- schaft betrifft, eindeutig die Handschrift der Schweizer Unter-
ment aux négociations de l'Uruguay Round, les accords pluri- händler.
latéraux issus du Tokyo Round ont été révisés. Il s'agit de l'Ac- Es steht für mich ausser Frage, dass die Schweiz das Gatt-
cord sur les marchés publics, la viande bovine et le secteur lai- Abkommen ratifizieren muss. Eine vernünftige Alternative gibt
tier. Au contraire des accords visés par l'OMC, ils n'engagent es nicht. Die Weiterführung des Status quo gibt es nicht. Es
que les parties signataires et non pas tous les membres de gäbe nur den vertragslosen Zustand, das heisst den völligen
l'OMC. La Suisse étant partie à ces accords, ils font l'objet d'un wirtschaftlichen Alleingang, aber der Alleingang - gegen den
arrêté fédéral séparé, non soumis au référendum facultatif. La Rest der Welt-wäre für ein kleines Land keine brauchbare Lö-
commission, à l'unanimité, vous recommande de voter l'arrêté sung, sondern ein Desaster.
fédéral portant approbation des accords plurilatéraux révisés Es beschäftigt mich sehr, dass trotz der offensichtlichen Not-
parallèlement aux négociations commerciales multilatérales wendigkeit eines Beitritts viele Leute, vor allem auch Frauen,
conduites sous l'égide du Gatt (Cycle d'Uruguay). einem solchen Schritt skeptisch gegenüberstehen. Weshalb
Enfin, toujours à l'unanimité, la commission propose de voter es sich so verhält, möchte ich Ihnen anhand einer Geschichte
le premier arrêté fédéral, soumis, celui-là, au référendum fa- kurz erklären: Eine Expedition war in raschem Tempo im Ur-
cultatif, portant approbation des accords internationaux wald unterwegs. Sie kam gut voran, bis sich die Träger eines
conclus dans le cadre des négociations commerciales multila- Morgens plötzlich weigerten, weiterzugehen. «Wir können
térales conduites sous l'égide du Gatt (Cycle d'Uruguay). nicht mehr weitergehen», erklärten sie, «wir sind so schnell
Gatt/Cycle d'Uruguay 1100 29 novembre 1994
vorangekommen, dass unsere Seelen nicht Schritt halten zeitig aber werden verarbeitete Produkte, auch nach der Uru-
konnten. Wir müssen hier warten, bis sie nachgekommen guay-Runde, immer noch stärker belastet als Rohwaren. Da-
sind.» mit sich hierfür diese Länder die Schere nicht immer noch wei-
Viele Leute in der Schweiz sind heute in einer solchen Gemüts- ter öffnet, müssen Importzölle auf verarbeiteten Waren noch
lage. Sie sehen zwar mit dem Verstand ein, dass wir das Gatt- einmal gesenkt und die Märkte des Nordens für verarbeitete
Abkommen brauchen, aber sie haben grosse Mühe, dieses gi- Produkte des Südens weiter geöffnet werden. Das bringt dem
gantische Werk zu akzeptieren. Der grenzenlose Welthandel, Süden Arbeit und Verdienst
der in Zukunft noch wachsen wird, macht ihnen Angst Wir 2. Durch die Reduktion von Subventionen für Landwirtschafts-
sind gut beraten, wenn wir diese Leute dort «abholen», wo sie produkte werden die Preise weltweit tendenziell steigen. Lang-
stehen, und ihre Ängste ernst nehmen. Diese Ängste sind fristig ist das erwünscht, weil höhere Preise als Anreiz für die
nicht einfach unbegründet. lokalen Bauern wirken, selber mehr zu produzieren. Kurz- und
Die Steigerung des Handelsvolumens, wie sie beabsichtigt mittelfristig bringt das jedoch beim Import von Nahrungsmit-
und erwartet wird, hat in der Tat nicht nur Vorteile. Sie bedeutet teln in den ärmsten Ländern zusätzliche Probleme, indem ihre
auch eine Steigerung der Menge transportierter Waren. Diese Importrechnungen steigen.
Transporte verschlingen nichterneuerbare Ressourcen und Es läge nun auf der Hand zu sagen, in solchen Fällen müsse
verursachen Immissionen, z. B. wird die Atmosphäre mit CCk diesen Ländern eben Nahrungsmittelhilfe geleistet werden.
belastet, denn die Waren werden nicht mit Segelschiffen um Diese Massnahme ist jedoch äusserst restriktiv und nur in ei-
die Welt transportiert, sondern mit Frachtern, die mit Erdöl be- gentlichen Katastrophenfällen anzuwenden. Wir wissen aus
trieben werden. Welche indirekten Folgen solche Immissio- Erfahrung, dass der Landwirtschaft in der Vergangenheit
nen haben können, erleben wir momentan in diesem milden, durch zu reichliche und vor allem durch falsche Nahrungsmit-
«grünen» November. telhilfe vor Ort schwerster Schaden zugefügt wurde. Erstes
In solchen Fragen nach den Langzeitwirkungen der Vergrös- Gebot ist deshalb die Wiederherstellung einer funktionieren-
serung des Welthandels ist «Uruguay» sehr weit von «Rio» ent- den Nahrungsmittelproduktion für den Inlandmarkt Darauf
fernt, obwohl beide auf demselben Kontinent liegen. Die Frage aufbauend folgen in einem zweiten Schritt die Verarbeitung
nach der Nachhaltigkeit des neuen Systems wäre kardinal, und der Export von tierischen und pflanzlichen Rohstoffen und
doch sie wurde bisher zuwenig gestellt und schon gar nicht letztlich, wie bereits erwähnt, die Öffnung der Märkte des Nor-
beantwortet In Marrakesch ist zwar eine Nachfolgerunde zur dens für die verarbeiteten Produkte. Durch solche Massnah-
Uruguay-Runde beschlossen worden, jedoch «als Frucht men ist es möglich, dass auch arme Länder von den Vorteilen
mühsamer Verhandlungen». Es ist eine unserer grossen Zu- des Gatt werden profitieren können.
kunftsaufgaben, zusammen mit anderen Ländern, denen die Wir werden morgen verschiedene Gesetzesanpassungen be-
Nachhaltigkeit der Entwicklung ebenfalls ein Anliegen ist, alles raten, die wir zur Umsetzung des Gatt-Übereinkommens vor-
zu unternehmen, damit dieses wichtige Thema nicht sang- zunehmen haben. Das grossie Paket betrifft die Landwirt-
und klanglos von der Traktandenliste verschwindet schaft Sie ist in der Schweiz, zusammen mit der verarbeiten-
Ein Abseitsstehen beim Gatt-Vertrag unsererseits würde uns den Nahrungsmittelindustrie, jener Wirtschaftszweig, welcher
nicht nur schwere wirtschaftliche Nachteile bringen, sondern durch das Gatt-Abkommen am meisten betroffen wird. Die
uns auch der Möglichkeit berauben, weiterhin an der stetigen WAK beantragt deshalb, im Entwurf zur Änderung des Land-
Verbesserung der Welthandelsordnung mitzuarbeiten. wirtschaftsgesetzes eine Übergangsbestimmung einzufügen.
Ich sage es deshalb noch einmal mit Nachdruck: Am Gatt führt Diese sieht vor, dass die Mittel, die heute zur internen Stützung
kein Weg vorbei. Wir können das Abkommen auch nicht neu der Landwirtschaft aufgewendet werden und welche aufgrund
verhandeln und da und dort noch eine Retusche anbringen. des Gatt-Übereinkommens abgebaut werden müssen, in
Das Gatt-Abkommen, wie es vorliegt, bietet uns Rahmenbe- Gatt-kompatible Massnahmen umgelagert werden. Ich zweifle
dingungen, mit denen wir unsere wirtschaftliche Zukunft ge- nicht daran, dass das Parlament den Anträgen der Kommis-
stalten können. Es offeriert nicht Lösungen, sondern Möglich- sionen folgen wird.
keiten. Es liegt nun an uns, wie wir sie nutzen wollen. Die Schweiz ist aufgrund ihrer Wirtschaftskraft in der Lage, die
Niemand durchschaut heute bis in alle Details, wie sich die Übergangsprobleme der Landwirtschaft durch interne Umla-
Gatt/WTO-Übereinkommen auswirken werden. Wir tun mit der gerungen selber aufzufangen. Diese Möglichkeit haben aber
Unterzeichnung den ersten Schritt auf einem langen Weg, nicht alle Länder. Der kürzlich veröffentlichte Bericht über die
aber den können und müssen wir tun! Auswirkungen der Uruguay-Runde auf die Entwicklungslän-
Ich möchte nun noch meine Interpellation 93.3644 («Uru- der kommt zum Schluss, dass die Auswirkungen - weder die
guay-Runde und ärmste Entwicklungsländer») begründen. positiven noch die negativen - nicht überschätzt werden dür-
Ich habe es gesagt: Das Gatt-Vertragswerk ist eine Notwendig- fen. Trotzdem signalisiert auch diese Evaluation Handlungs-
keit, der sich kein Land entziehen kann. Nur aufgrund interna- bedarf gegenüber den Entwicklungsländern. Es ist deshalb
tional anerkannter Handelsregeln ist ein weltweiter Handel wichtig, dass das Instrumentarium der schweizerischen Ent-
überhaupt möglich. Gerade weil wirtschaftlich schwächere wicklungszusammenarbeit von Bawi und DEH den neuen Ge-
Staaten ein eminentes Interesse daran haben, dass transpa- gebenheiten angepasst und ein eigentliches Programm für
rente, berechenbare und offene Handelsregeln bestehen, ha- handelspolitische Massnahmen, vor allem für die Schwer-
ben auch sehr viele Entwicklungsländer das Abkommen be- punktländer schweizerischer Entwicklungszusammenarbeit,
reits unterzeichnet Ebenso unbestritten ist jedoch, dass die vorbereitet wird. Wenn die ärmeren Entwicklungsländer aus
Anpassungen, welche die Einführung der neuen Regeln, der Uruguay-Runde Nutzen ziehen sollen, fällt das nicht ein-
hauptsächlich der Zollsenkungen, mit sich bringt, nicht für alle fach «vom Himmel». Vielmehr braucht es, neben kompensato-
Länder gleichermassen leicht zu verkraften sind. Generell rischen, vor allem auch positive Massnahmen. Ich denke da
lässt sich sagen, dass industrialisierte Länder den grössten z. B. an die Ausbildung und Beratung von Unterhändlern des
Nutzen haben. Auch fortgeschrittene Länder des Südens, vor Südens, an die Stärkung eines effizienten Zollwesens oder an
allem in Asien und Lateinamerika, gehören, wenn auch in be- die Unterstützung beim Aufbau eines eigenständigen Sorten-
scheidenerem Masse, zu den Gewinnern der Uruguay-Runde. schutzrechts.
Die ärmeren und ärmsten Länder in der Karibik und in Afrika je- Wenn sich die Schweiz dafür stark gemacht hat, dass der
doch sind, zumindest kurzfristig, die Verlierer. Ich möchte Ih- WTO/Gatt-Sitz in Genf angesiedelt wird, so sind damit auch
nen zwei Hauptgründe dafür nennen und mögliche Lösungen Verpflichtungen verbunden. Zu dieser allgemeinen Verantwor-
aufzeigen. tung des Sitzlandes zählt es auch, den schwächeren Mitglie-
1. Die allgemeine Zollsenkung im Gatt führt dazu, dass die dern der WTO eine wirksame Vertretung ihrer Interessen zu er-
Vorzugszölle, die den ärmeren Ländern z B. durch das Ab- möglichen.
kommen von Lomé bisher zugestanden worden waren, weit- Ich stelle zum Schluss mit grosser Genugtuung fest, dass der
gehend an Wert verlieren. Künftig werden für diese Länder, ob- Bundesrat in dieser Beziehung schon einiges geleistet hat, ich
wohl sie wirtschaftlich viel schwächer sind, weitgehend diesel- erwähne z. B. die Finanzierung von Büroräumlichkeiten für är-
ben Bedingungen gelten wie für andere Länder auch. Gleich- mere Entwicklungsländer, und ich bin ihm dafür sehr dankbar.
29. November 1994 1101 Gatt/Uruguay-Runde
Ich möchte ihn darin auch unterstützen und dazu ermutigen, und den Argumenten und anderseits vom Verzicht auf den
nächstes Jahr, anlässlich der Erneuerung des Rahmenkredi- Grundsatz, der bei Abstimmungen leider immer häufiger an-
tes für wirtschafts- und handelspolitische Massnahmen in Ent- zutreffen ist, nämlich dass der Zweck jedes Mittel heilige. Und
wicklungsländern, aus diesen positiven Massnahmen einen so erfüllt es mich mit einer gewissen Sorge, wenn in Propa-
eigentlichen Schwerpunkt zu machen. gandabroschüren die neuen Abkommen mit den Behauptun-
gen angepriesen werden, es handle sich nur um einen Han-
Rhinow René (R, BL): Wahrscheinlich sind wir uns hier in die- delsvertrag und unsere Souveränität bleibe uneingeschränkt
sem Saal einig: Wir müssen die Gatt/WTO-Abkommen geneh- erhalten. Beides stimmt in dieser absoluten Form nicht, sonst
migen - im Interesse unseres Landes, im Interesse unserer würden im übrigen auch die Gegner der WTO im amerikani-
Wohlfahrt und letztlich auch im Interesse unserer gemein- schen Kongress, der auch heute mit der Beratung beginnt,
samen Zukunft Denn ohne Gatt wäre wohl die Schweiz als ihre Haltung nicht gerade mit drohenden Souveränitätsverlu-
ganze, nicht nur ihre Wirtschaft, auf Dauer existentiell ge- sten begründen.
fährdet. Wir treten einer Organisation bei: der Welthandelsorganisa-
Die neuen Abkommen sind für den Kleinstaat Schweiz, für das tion. Wir unterziehen uns einem multilateralen Vertragswerk,
Exportland Schweiz und für das Nicht-EWR- und Nicht-EU- das nicht nur den Handel regelt Wir sind einem Schlichtungs-
Land Schweiz von ganz besonderer Bedeutung. verfahren unterstellt, dessen Ergebnis für uns bindend ist. Wir
Der Kleinstaat Schweiz ist auf verlässliche und geschützte in- verzichten also mit dem Vertragsabschluss auf ein Stück Auto-
ternationale Regeln angewiesen. Im Gegensatz zu einer gros- nomie, freilich im Rahmen einer schleichenden Erosion - ich
sen Wirtschaftsmacht fehlt ihm das Gewicht, eigene Inter- betone: einer durch die Globalisierung vieler Probleme unaus-
essen notfalls durch Machtgebrauch oder Verhängung von weichlichen, schleichenden Erosion - unserer faktischen Un-
Sanktionen durchzusetzen. abhängigkeit.
Stabilisierung und Berechenbarkeit der internationalen Han- Ich kritisiere diese Entwicklung nicht, denn sie liegt dann im In-
delsbeziehungen sind für uns ein vorrangiges Anliegen. Die teresse unseres Volkes, wenn wir dadurch mehr Einfluss auf
Verbesserung und Aufwertung des institutionellen Rahmens, die Gestaltung unserer Lebensbedingungen erhalten. Aber
vor allem das neue Schlichtungsverfahren innerhalb der WTO, wir sollten offen dazu stehen und dem Volk klaren Wein ein-
dienen gerade unseren Interessen. schenken. Es ist auch unklug, andere, später mögliche aus-
Das Exportland Schweiz - man kann auch sagen: das von senpolitische Schritte von vornherein nur aus abstimmungs-
ausländischen Märkten stark abhängige Land - profitiert in taktischem Kalkül zu erschweren, indem wir hier eine umfas-
grossem Umfang vom freien Welthandel und von der Stärkung sende Unabhängigkeit zelebrieren, die in Tat und Wahrheit
des Wettbewerbs. Deshalb ist es zu begrüssen, dass der Zu- nicht mehr existiert und künftig noch weniger existieren wird.
tritt zu den Märkten in aller Welt verbessert wird, dass die Sagen wir darum offen, worum es geht: Es geht um eine wei-
Dienstleistungen im Rahmen des Gatt einbezogen werden, ist tere freiwillige Einbindung in internationale Strukturen, die
doch die Schweiz diesbezüglich weltweit das fünftgrösste Ex- zwar gewisse, vertretbare Autonomieverluste mit sich bringt,
portland, das sogar einen Exportüberschuss erzielt. Nach aber für die Zukunft unseres Landes und unserer gesamten
neuesten Schätzungen soll der Anteil der Exporte am Bruttoin- Wirtschaft von existentieller Bedeutung ist. Ich bin überzeugt,
landprodukt in 10 bis 15 Jahren von gegenwärtig 40 auf dass das Volk diese Botschaft versteht
55 Prozent ansteigen. Vom Erfolg oder Misserfolg des Export-
sektors ist- und das immer mehr- die ganze Wirtschaft betrof- Ruesch Ernst (R, SG): Dass der Beitritt der Schweiz zum Gatt
fen, auch die kleinen und mittleren Unternehmungen. für unsere Exportindustrie und damit für unsere Volkswirt-
Es ist zu begrüssen, dass Erfindungen und Urheberrechte im schaft von existentieller Bedeutung ist, dürfte allgemein aner-
Trips-Abkommen geschützt werden. Nicht nur, weil wir die kannt sein. Diese Erkenntnis dürfte sich allgemein durchge-
weltweit höchste Patentdichte pro Kopf der Bevölkerung ha- setzt haben, doch wird sie heute und morgen trotzdem noch
ben, sondern weil Bildung unsere einzige namhafte Res- einmal von 20 Rednern bestätigt werden. Ein Land, das jeden
source darstellt. Es ist zu begrüssen, dass Investitionen im zweiten Franken im Ausland verdient, kann ja nicht anders, als
Ausland nun besser geschützt werden, ist die Schweiz doch beizutreten. Angesichts der weitverbreiteten Skepsis unseres
sechstgrösste Direktinvestorin im Ausland. Volkes gegenüber neuen internationalen Verträgen kann man
Das Nicht-EWR- und Nicht-EU-Land Schweiz braucht die nicht genug auf drei Umstände hinweisen:
neuen Abkommen, weil vor allem im öffentlichen Beschaf- 1. Die WTO ist keine supranationale Organisation. Ein Ver-
fungswesen dadurch Nachteile kompensiert werden, welche gleich mit der EU ist deshalb fehl am Platz; hier möchte ich den
aus unserer Nichtmitgliedschaft in den erwähnten Organisa- Akzent etwas anders setzen als Kollege Rhinow. Die Verstär-
tionen und Verträgen resultieren. Dabei ersetzt das Gatt aller- kung der Erosion unserer Unabhängigkeit ist- im Vergleich zu
dings weder einen EWR- noch einen EU-Beitritt. einem EU-Beitritt - bei einem Beitritt zur WTO von marginaler
Alles spricht somit für die neuen Abkommen, doch werden ver- Bedeutung. Die Dimensionen in bezug auf den Unabhängig-
schiedene Bedenken laut, welche insbesondere ökologische keitsverlust sind in diesem Fall ganz anders, viel geringer, be-
Probleme, weltweite Entwicklungsfragen und die nationale sonders weil wir beim Gatt ja bereits mitmachen und uns
Landwirtschaft betreffen. Ohne auf diese Probleme hier näher schon bisher an die internationale Regelungen gehalten ha-
einzugehen, lässt sich doch eine gemeinsame Antwort formu- ben, die jetzt allerdings ergänzt werden. Aber die Fragen des
lieren. Auch wenn in Einzelfällen Probleme zu Recht geltend Gatt-Beitritts und des EU-Beitritts haben ganz verschiedene
gemacht werden, so lassen sich diese ohne Schweizer Beteili- Dimensionen.
gung keineswegs besser lösen - oder umgekehrt formuliert: 2. Im Falle einer Ablehnung des Beitrittes gilt nicht weiterhin
Die Schweiz kann als Mitglied von Gatt/WTO mehr für die ei- der Status quo. Der alte Gatt-Vertrag läuft aus. Die Organisa-
gene Landwirtschaft, für die Entwicklung ärmerer Staaten und tion, der wir seit 1966 angehören und in welcher wir seit 1958
für die Bewältigung globaler ökologischer Herausforderungen mitmachen, verschwindet und wird durch eine neue ersetzt
unternehmen als ohne diese Mitwirkung. Dass wir etwas un- Wenn wir dabei nicht mitmachen würden, fiele unser Land voll-
ternehmen, liegt einzig und allein bei uns. Das sollte eigentlich ständig aus dem Regelwerk des Welthandels heraus und wäre
alle davon überzeugen, von einem Nein abzusehen, denn die- ohne wirksame Instrumente allen diskriminierenden Praktiken
ses nützt mirtei- wie längerfristig niemandem, weder der Land- ausgesetzt. Namhafte Wissenschafter, wie z. B. Professor
wirtschaft noch den Armen dieser Welt und schon gar nicht der Hauser von der Hochschule St Gallen, schreiben denn auch
Umwelt. unermüdlich in ihren Artikeln, ein Gatt-Alleingang würde uns
Es gilt also, die Stimmbürger und Stimmbürgerinnen von die- noch wesentlich grössere negative Momente bringen als der
ser Sachlage zu überzeugen, und dies, wie ich meine, unab- EWR-Entscheid von damals. Professor Hauser ist einer der
hängig davon, ob nun das Referendum wirklich ergriffen wird Befürworter eines EU-Beitrittes, ein Befürworter der internatio-
oder ob es nicht ergriffen wird. nalen Bindungen der Schweiz.
Dabei sollten wir uns von zwei Überlegungen leiten lassen: 3. Nach unserem Nein zum EWR kommt dem Gatt-Vertrag
einerseits von der Offenheit und Ehrlichkeit der Information eine erhöhte Bedeutung zu. Zwar wird der Gatt-Vertrag die
Gatt/Cycle d'Uruguay 1102 29 novembre 1994
Nachteile des EWR-Neins nicht kompensieren, aber doch mil- Schiesser Fritz (R, GL): Acht Jahre haben die Verhandlungen
dern. Ein Nein würde sie ganz sicher wesentlich steigern. Die in der wohl wichtigsten Verhandlungsrunde des Gatt gedau-
EU-Staaten sind nach wie vor unsere wichtigsten Handelspart- ert. Wenn man sich die Zahl der beteiligten Länder vergegen-
ner. Wir dürfen aber die aussereuropäischen Märkte, insbe- wärtigt, 124, und sich vor Augen hält, welche unterschiedli-
sondere den ostasiatischen Raum und Lateinamerika, nicht chen Interessen unter einen Hut zu bringen waren - zugege-
vernachlässigen. Der Gatt/WTO-Vertrag wird uns den Zugang benermassen unter einen grossen Hut -, sich weiter darüber
zu diesen Märkten erleichtern. Heute wird das weltweite Auf- Rechenschaft gibt, dass die Abkommen zur Errichtung der
tragsvolumen im öffentlichen Beschaffungswesen auf WTO einen viel umfassenderen Bereich abdecken als das bis-
2500 Milliarden Franken pro Jahr geschätzt Eine enorme herige Gatt, so muss man hier wahrlich von einer Mammutlei-
Summe, an der wir auch teilhaben können. In den letzten drei stung sprechen. Diese enormen Leistungen aller Beteiligten,
Jahren hat sich der Anteil der asiatischen Märkte am ge- insbesondere unserer Regierung und vor allem unserer Ver-
samten Exportvolumen der schweizerischen Maschinen- und handlungsdelegation, wollen wir vorweg anerkennen und
Elektroindustrie von 12 auf 15 Prozent erhöht auch entsprechend würdigen.
Im Gegensatz zu Europa, wo nach dem unseligen Nein zum Die Abkommen und Vereinbarungen zur Schaffung der WTO
EWR wenigstens der Freihandelsvertrag von 1972 ein vertrag- bringen nicht nur eine Liberalisierung des Marktzuganges
liches Auffangnetz bildet, haben wir mit den Staaten des asiati- durch den Abbau von Zöllen und nichtzollmässigen Handels-
schen Wirtschaftsraumes nur das Gatt-Abkommen, welches hemmnissen. Ebenso sollen protektionistische Handelspoliti-
allgemeinverbindliche Regeln des Handels kodifiziert Wir ken wie technische oder gesundheitsrechtliche Vorschriften
sind hier à tout prix auf das Gatt angewiesen. und Subventionen durch verpflichtende Vereinbarungen ein-
Primär betroffen sind natürlich jene Leute, welche die un- gedämmt werden. Darüber hinaus erweitern die Abkommen
erwünschten Nebenwirkungen über sich ergehen lassen im Zusammenhang mit der WTO den Regelungsbereich auf
müssen. für unser Land wichtigen Gebieten, wie Dienstleistungen, Di-
Man kann bekanntlich auch in der Politik nicht den Fünfer und rektinvestitionen und Schutz des geistigen Eigentums. Institu-
das Weggli haben. Bei den Medikamenten gibt es uner- tionelle Erneuerungen sollen zudem helfen, die Durchsetzbar-
wünschte Nebenwirkungen, und bei politischen Verträgen keit der eingegangenen Verpflichtungen zu verstärken. Aktu-
gibt es sie auch. Primär betroffen von diesen unerwünschten elle Bestrebungen im amerikanischen Kongress, diesen Me-
Nebenwirkungen sind die Landwirtschaft und die Lebensmit- chanismus aus den Angeln zu heben, müssen uns deshalb
telindustrie, welche landwirtschaftliche Produkte verarbeitet beunruhigen.
Wir dürfen die Landwirtschaft nicht auf dem «Altar des Gatt» Betrachtet man dieses Regelwerk aus der Sicht unseres Lan-
opfern. des, so kann eigentlich kein Zweifel darüber bestehen, dass
Andererseits werden wir ohne Gatt die Mittel gar nicht mehr dieses Regelwerk in unserem Interesse liegt. Als Exportnation
verdienen, die wir benötigen, um die Landwirtschaft zu unter- für Güter und Dienstleistungen müssen wir an möglichst offe-
stützen. Die von der WAK beider Räte vorgeschlagene Ände- nen Märkten interessiert sein. Als Investoren müssen uns Re-
rung des einschlägigen Gesetzes erlaubt es uns, der Landwirt- geln im Bereich der Direktinvestitionen besonders interessie-
schaft das zu geben, was sie benötigt, um zu überleben. Wir ren, und der international verstärkte Schutz des geistigen Ei-
tragen mit dem, was wir Ihnen morgen vorschlagen, wohl gentums ist angesichts unserer Stellung in diesem Bereich
auch der Resolution des Schweizerischen Bauernverbandes und des heutigen enormen Schadenpotentials durch allerlei
weitgehend Rechnung. Nachahmungen ebenfalls von besonderer Bedeutung.
Weitere Bedenken - aus ökologischer Sicht - stehen im Dass schliesslich die Kleinen - und zu denen gehören wir- auf
Raum, Sie haben davon gehört Dazu ist aber klar festzuhal- die Durchsetzung des Rechts gegenüber der Eigenmächtig-
ten, dass wir die ökologischen Probleme dieser Erde nicht da- keit der Starken bauen können müssen, müsste eigentlich
durch lösen können, dass sich die kleine Schweiz freiwillig in ebenfalls jedermann einleuchten.
ein Armenhaus umwandelt Leuchtet dies aber wirklich jedermann ein? Der Zeitabschnitt,
Den Bedenken aus der Sicht der Entwicklungshilfe ist entge- den wir durchleben, und die allgemeine Stimmung in unserem
genzuhalten, dass wir den ärmsten Entwicklungsländern nicht Lande sind der Eingehung internationaler Verpflichtungen
helfen, indem wir zusehen, wie 124 Staaten den Welthandel nicht eben hold. Wir haben fertig ausgehandelte Verträge und
entwickeln, und wir, weil wir nicht mitmachen, verarmen. Eine Abkommen zurückgewiesen. Auch im vorliegenden Fall, also
verarmte Schweiz wird übrigens auch weniger Entwicklungs- bei den Gatt/WTO-Übereinkommen, wurde schon ziemlich
hilfe leisten können als eine reiche. früh von allen möglichen Seiten -von der Landwirtschaft, von
Eines unserer Probleme liegt darin, die Staatsfinanzen wieder Entwicklungshilfeorganisationen oder von Umweltschutzkrei-
in den Griff zu bekommen. Vom Defizit des Bundes sei etwa sen - mit dem Zaunpfahl des Referendums gewunken. Zum
die Hälfte struktureller, die andere Hälfte konjunktureller Art, einen sollte diese Machtdemonstration dazu dienen, eigene
wird gesagt Wenn wir dieses konjunkturelle Defizit abbauen innenpolitische Interessen durchzusetzen, zum anderen hat
wollen, müssen wir die Wirtschaft ankurbeln. Nachdem der man versucht, bestimmte Drittinteressen wahrzunehmen. Par-
Bundesrat immer noch Mühe bekundet, echte Revitalisie- tikulärinteressen stehen also auch in dieser Auseinanderset-
rungsmassnahmen für unsere Wirtschaft vorzuschlagen, ist zung im Vordergrund. Die Betrachtung des Ganzen, die Wür-
der Gatt/WTO-Vertrag das Wichtigste für die Verbesserung digung der Interessenlage der Allgemeinheit, die überlässt
der Situation unserer Volkswirtschaft Bei einer Ablehnung man den anderen. Auch das ist symptomatisch für unsere Zeit
des Gatt/WTO-Vertrages gäbe es in diesem Staat nur Verlie- In dieser Situation müssen sich eigentlich alle Kreise, auch
rer: die Exportindustrie und die Landwirtschaft, die Arbeitslo- jene, die im Zusammenhang mit den Gatt/WTO-Abkommen
sen und diejenigen, die Arbeit haben, die Jungen und die Partikulärinteressen vertreten, einmal fragen, was ein Nein
Rentner. heissen würde. Aussenpolitisch wäre das zweifellos ein enor-
Unsere Unterhändler haben in diesem Abkommen während mer Rückschlag für unser Land, nachdem die Genehmigung
jahrelangen zähen Verhandlungen für die Schweiz ein Opti- der Gatt/WTO-Abkommen in zahlreichen Ländern schon über
mum herausgeholt. Unseren Unterhändlern gebühren dafür die Bühne gegangen ist und eigentlich nur in den Vereinigten
Dank und Anerkennung. Staaten von Amerika zu grösseren Diskussionen führt Unsere
Mit den Anträgen der WAK im Sektor Landwirtschaft ist die politische Isolation würde zweifellos beträchtlich verstärkt Wir
«Suppe Gatt» wohl für die meisten von uns geniessbar gewor- wären wohl das einzige wirtschaftlich hochentwickelte Land,
den. Dennoch sehen so und so viele Leute immer noch ein das diesen Weg beschreiten würde.
Haar in der Suppe. Diesen möchte ich einfach sagen: Lieber Gravierender wären aber die wirtschaftlichen Folgen. Wem
ein Haar in der Suppe als die Suppe im Haar. Dies hätten wir käme es heute in den Sinn, aus dem Gatt-Abkommen von
nämlich bei einem Nein zum Gatt-Vertrag. 1947 auszuscheiden, dieses gleichsam zu kündigen? Wer zu
Ich bitte Sie deshalb, auf die Vorlage einzutreten und ihr zuzu- den neuen Gatt/WTO-Abkommen nein sagt - aus welchen
stimmen und vor allem ihr auch im Volk zum Durchbruch zu Gründen auch immer, und mögen diese für ihn noch so exi-
verhelfen. stentiell sein -, bewirkt letztlich ein Ergebnis, das dem Austritt
29. November 1994 1103 Gatt/Uruguay-Runde
aus dem heutigen Gatt-Abkommen gleichkommt. Formell keine tröstlichen Optionen, auf die wir uns hier zurückziehen
bliebe zwar das heutige Gatt-Abkommen bei einem Nein un- könnten. Bestenfalls gibt es ein paar interne flankierende
seres Landes weiterhin bestehen. All jene Staaten indessen, Massnahmen zugunsten der Verlierer im eigenen Land. Ich
die die Abkommen zur Errichtung der WTO ratifizieren wer- stelle das nüchtern und ohne Larmoyanz fest Es ist einfach
den - und dazu werden wohl alle unsere wichtigsten Han- eine Tatsache, und so gesehen, könnten wir aus rein schwei-
delspartner gehören -, werden mit grosser Wahrscheinlich- zerischer Perspektive eigentlich zur Tagesordnung überge-
keit das Gatt-Abkommen von 1947 kündigen. Andernfalls hät- hen. Doch ich finde, dass wir, soweit es die allgemeine Un-
ten sie unserem Land aufgrund der Meistbegünstigungsklau- übersichtlichkeit überhaupt zulässt, zumindest realisieren und
sel des Gatt von 1947 die Vorteile der von uns nicht geneh- auch benennen sollten, worauf wir uns hier einlassen.
migten Gatt/WTO-Abkommen zu gewähren, ohne dass wir Das Gatt ist gewissermassen die Apotheose der Marktwirt-
die sich aus diesen Abkommen ergebenden Verpflichtungen schaft im Weltmassstab, und vielleicht wird es dereinst einmal
zu tragen hätten. Eine solche Rechtslage wird kein Staat ak- als ein Kulminationspunkt der grenzenlosen, freien, das heisst
zeptieren. Wir können also im Falle eines Neins nicht darauf weitgehend deregulierten kapitalistischen Ökonomie in die
vertrauen, «mit wehenden Haaren im Gegenwind» und «mit Geschichte eingehen. Die Weltökonomie erhält hier ein Regel-
der Suppe in den Haaren» auf dem Trittbrett des WTO- werk, in dem der Weltmarkt und sein reibungsloses Funktio-
Wagens mitzufahren. nieren das Mass aller Dinge sind. Weltökonomie statt National-
Nein zu den Gatt/WTO-Abkommen heisst am Schluss auch ökonomie! Dieser Prozess, der längst im Gange ist, setzt sich
ganz klar Nein zum Gatt von 1947. Wer will die Verantwortung hier fort. Nationale Volkswirtschaften verlieren im Zeitalter der
für ein solches Ergebnis tragen? globalen wirtschaftlichen Vernetzung zunehmend an Eigen-
ständigkeit und damit auch der nationalstaatliche Ordnungs-
Zwar kann nicht bestritten werden, dass dort, wo viel Licht ist,
auch Schatten sein muss. Auch wenn die Vorteile der Gatt/ rahmen, den zu setzen wir, wir als Gesetzgeber, gewohnt wa-
WTO-Abkommen für unser Land offensichtlich sind, gibt es in ren. Selbst dort, wo wir unsere Regelkompetenz noch wahr-
diesem riesigen Regelwerk auch Nachteile, es gibt Verlierer, nehmen, soweit der politische Wille dazu vorhanden ist, und
und es gibt Schwachstellen. In dieser Beziehung ist die Bot- nicht von vornherein die Segel streichen, selbst dort vermag
schaft des Bundesrates da und dort zu optimistisch, zu wenig sich die transnationalistische Wirtschaft dem Zugriff fast nach
kritisch, geht zu oft über diese Nachteile hinweg und belegt die
Belieben zu entziehen.
Schwachstellen zu wenig. Besonderer Aufmerksamkeit be- Diese Dynamik wird sich noch verschärfen, und ich wundere
dürfen neben der Landwirtschaft, für die wir - so glaube ich -mich - nein, eigentlich wundere ich mich überhaupt nicht -,
eine für alle Seiten akzeptable Lösung gefunden haben, na- dass in diesem so augenscheinlichen und hier formal bekräf-
mentlich die Situation der ärmsten Entwicklungsländer - Frau tigten Zusammenhang so wenig von Souveränitätsverlust die
Simmen hat das dargelegt -, die ökologischen Folgen - auch Rede ist. Ich bin daher Kollege Rhinow dankbar, dass er dar-
die sind dargelegt worden - und die regionalpolitischen Aus- auf hingewiesen hat, denn nationalstaatlicher Souveränitäts-
wirkungen im eigenen Land. Ich denke hier vor allem an die verlust findet hier - ein bisschen verklausuliert vielleicht, ein
Auswirkungen der Abkommen auf die Wirtschaft in den Ran- bisschen verbrämt - statt
dregionen. Auch dieser Aspekt muss in Zukunft näher be- Er würde freilich auch ohne das Gatt stattfinden-das ist einzu-
leuchtet werden. In all diesen Bereichen haben wir indessen inräumen -, aber hier wird er gleichsam noch «beglaubigt», und
unserem Land bisher Mittel und Wege gefunden, um die an- das müssteunseigentlich als Politikum beschäftigen. Stattdes-
stehenden Probleme anzupacken. Ich bin überzeugt, dass wir sen schicktdie Wirtschaftsförderung in ihrer betulichen Kampa-
im Rahmen unserer Entwicklungs-, Umwelt- und Regionalpoli- gne ausgerechnet die ehemaligen EWR-Gegner an die Front
tik mit den entsprechenden Anstrengungen und dem entspre- und lässt sie dem Volk erklären, das Gatt sei eben mitnichten
chenden Willen auch für die negativen Auswirkungen der der EWR und hier drohten weit und breit keine Einbussen der
Gatt/WTO-Abkommen in diesen drei Bereichen Lösungen fin- staatlichen Selbstbestimmung. Schön war's, Ihr Schlaumeier!
den werden, die dazu beitragen, diese Nachteile und negati- Beim EWR hätten wir uns für die begrenzte, überschaubare
ven Auswirkungen zu mildern oder zu beseitigen. Preisgabe immerhin ein Stück Transparenz an nachvollzieh-
Die Losung kann also nicht einfach heissen: Nein zu Gatt/ barer, politisch legitimierter supranationaler Mitwirkung einge-
WTO. Vielmehr ist ein klares und deutliches Ja angesagt, ver- handelt. Was jedoch erhalten wir hier? Wo bleibt hier das politi-
bunden allerdings mit dem festen Willen, Nachteile im Rah- sche Gegenstück? Beim Sitz der WTO in Genf vielleicht, wo wir
men unserer Möglichkeiten zu beheben. Nur das ist ein Weg, dann schon zum Rechten sehen werden? Na ja, wir haben
nicht einmal eine Ahnung, nach welchen Grundsätzen und
der in die Zukunft führt; ein Nein hiesse, in die Vergangenheit
zurückzukehren. Leitlinien die Schweiz dort agieren wird.
Nachdem unser Vizepräsident gestern laut einer Zeitungsmit- Beim Internationalen Währungsfonds und bei der Weltbank
teilung ausgeführt hat: «Förschi mache, nicht zurückblei- gibt es immerhin die Grundsätze der Entwicklungszusam-
ben!», kann die Losung heute nur heissen: «Eintreten und den menarbeit, auf die unser Handeln ausgerichtet sein muss und
Gatt/WTO-Abkommen zustimmen!» an denen es gemessen werden kann. Doch hier, ich wüsste
keine analoge Verpflichtung. Die Weltökonomie hat ihre Terms
Onken Thomas (S, TG): Selbstverständlich kommt die of trade, hat ihr vertragliches Regelwerk. Und die Weltpolitik?
Schweiz am Gatt-Abkommen nicht vorbei! Natürlich gibt es - Wo bleibt denn die verheissene neue Weltordnung? Wo ist die
wie schon meine Kolleginnen und Kollegen betont haben - politisch-demokratische Entsprechung, die anstelle der zu-
nicht die geringste Chance, sich aus diesem Vertragswerk nehmend überforderten Nationalstaaten die entfesselten
auszuklinken. Wer so sehr mitgehangen ist wie wir, der ist Marktkräfte, den bis zur Aggressivität verschärften Wettbe-
auch mitgefangen. Mitgehangen sind wir als exportorientier- werb, die sich zwischen Wohlstands- und Armutsverteilung
tes, erfindungsreiches Land im globalen Handelsgeflecht, mit- öffnende Schere und die sich akzentuierenden Ungleichhei-
gehangen als weltweiter Dienstleister und geschickter Broker, ten - die wir ja selbst im eigenen Land wahrnehmen können -
mitgehangen als einflussreicher Patentverwalter und Techno- einbindet, reguliert, ausgleicht? Wo? Nirgends, weit und breit
logievermittler, aber eben auch mitgefangen im Sachzwang nirgends!
«Weltmarkt». Keine Rede also davon, dass es hier noch etwas Die Aufgabe wäre jedoch, die Globalität dieses Marktes und
souverän und frei zu entscheiden gäbe, es sei denn in waghal- diese sich überall der Verantwortung entziehende Wirtschaft
siger, ja geradezu existenzgefährdender Absicht. politisch verantwortlich zu organisieren und demokratisch zu
Eine Diskussion, wie sie jetzt in den USA aufflammt - man hat legitimieren. Das ist die grosse Herausforderung, der wir uns
bereits darauf hingewiesen - und vielleicht dort gerade noch noch zu stellen haben werden, doch das ist wohl ein wenig ein
Sinn macht, weil durch das Abseitsstehen dieses grossen Lan- kühner, gar ein aberwitziger Gedanke in einem Land, das sich
des mit seinem politischen Gewicht und seiner wirtschaftli- als «Nische» wähnt, sich schon auf kontinentaler Stufe der po-
chen Potenz das ganze Regelwerk gefährdet werden könnte: litischen Mitverantwortlichkeit entzieht und sich noch immer in
eine solche Diskussion ist in der Schweiz obsolet. Nein, wir der Illusion seiner unantastbaren nationalen Souveränität und
sind im Grunde genommen ohne Alternative, und es gibt auch Autarkie wiegt
Gatt/Cycle d'Uruguay 1104 29 novembre 1994
Nichts könnte die Misere der Politik, der für ein globales Ge- nous incline à dire que la Suisse commettrait une lourde erreur
meinwohl, für eine Art Weltwohlfahrt verantwortlichen Politik, en s'opposant aux Accords du Gatt On l'a déjà dit ce matin,
besser aufzeigen als die Konferenz von Marrakesch: Acht l'économie helvétique gagne un franc sur deux à l'étranger.
Jahre lang ein zähes Verhandeln, am Schluss ein einzigarti- L'évolution récente des tendances nous prouve l'internationa-
ger Showdown vor der Weltöffentlichkeit mit all den guten lisation croissante des échanges et nous indique l'arrivée de
und den bösen Kräften und den Helden, fast wie im Film. Und nouveaux et actifs acteurs sur la scène de commerce mondial.
endlich steht dieses Gatt, und danach räsoniert man über die Tous les secteurs de notre industrie ont à tenir compte, par
Sozialverträglichkeit und macht sich Gedanken über die Öko- exemple, de l'élargissement de ces mêmes marchés. Le pou-
bilanz der ganzen Übung, und Nachbesserungen werden an voir économique est redistribué et cette fois à l'échelle de la
Folgekonferenzen und in zukünftigen Runden in Aussicht ge- planète.
stellt, und die ersten «Reparaturequipen» nehmen bereits Nous souscrivons donc aux objectifs qui ont guidé les travaux
Aufstellung. de négociation, l'amélioration de l'accès au marché par
46 Jahre alt ist das Gatt, 46 Jahre und eigentlich kein bisschen l'échange de concessions douanières, le renforcement des
weise. Denn der neue Vertrag ist vielleicht ein welthandelspoli- règles du système commercial multilatéral, l'élargissement du
tischer Durchbruch-und das verdient Anerkennung-, aber er champ d'application de l'accord aux domaines des services,
ist kein Meilenstein in Richtung eines anderen, vernunftvolle- des investissements et à la propriété intellectuelle. Nous ap-
ren, sparsameren, umweltverträglicheren, ressourcenscho- prouvons sans réserve les résultats obtenus.
nenderen Wirtschaftens. Es wird nochmals, vielleicht letzt- Cela ne signifie pas que les conséquences ne seront qu'en-
mals, im alten Stil «eins draufgesetzt». 270 Milliarden US-Dol- thousiasmantes pour la Suisse. Notre approbation entraînera
lars an Wohlstandsgewinnen und Wachstumseffekten locken des modifications importantes des structures agricoles. Toute
und blenden - und verblenden vielleicht auch. mutation engendre la crainte et nous croyons qu'il convient
«Cui bono? Zu wessen Nutzen und Frommen? Welcher Art ist d'abord de rassurer, dans la mesure du possible, celles et
denn dieses Wachstum?» so müsste doch unbedingt gefragt ceux qu'inquiètent les nouvelles donnes dans ce domaine. Il
werden. Ist es ein qualitatives, ist es ein nachhaltiges Wachs- conviendra dorénavant de garantir l'accès au marché, de re-
tum? Löst die Uruguay-Runde die Forderungen der Konferenz définir le soutien interne et de limiter les subventions à l'expor-
von Rio ein? Welche Kosten stehen den angeblichen Gewin- tation. Le chemin que prenait l'agriculture suisse n'était pas
nen gegenüber? Welchen Zusatzverkehr, welchen weiteren celui-là et certaines reconversions seront délicates. On ne
Verbrauch erschöpflicher Energiequellen erzeugt diese Güter- peut cependant écarter sans autre les craintes exprimées par
und Dienstleistungsproduktion, die hier angekurbelt wird? les milieux agricoles, qui font valoir une chute de leurs revenus
Und wer trägt die Kosten? Und wie verteilen sich die Gewinne, de l'ordre de 20 pour cent, entraînée, prétend-on, par l'appli-
wo wir doch aus dem eigenen Land aufgrund von neueren cation de mesures visant à nous mettre en conformité déjà
Statistiken wissen, dass die Disparitäten wachsen? Werden avec les Accords du Gatt.
diese Erträge durch weitere Rationalisierungen, Straffungen, Les prochaines années seront plus difficiles encore. On
Verlagerungen, Produktivitätssteigerungen erzeugt, oder be- paiera, et dans tous les sens du terme, une évolution peu saine
steht wenigstens eine kleine Aussicht darauf, dass wir einige de l'agriculture; qu'on songe simplement aux productions ani-
tausend der 36 Millionen Arbeitslosen in den OECD-Ländern males, fromages, produits laitiers et à leur futur traitement
von der Strasse zurück in die Betriebe holen können? Und wo Le deuxième point qui peut soulever des objections est relatif à
ist hier der Kohäsionsfonds, der im Weltmassstab für Aus- l'intérêt des pays en voie de développement. On vient d'ap-
gleich sorgen könnte, wie es beim EWR vorgesehen war, und prendre que ceux-ci font l'objet d'un traitement particulier dif-
wo wir ja auch bereit waren, entsprechende Einzahlungen zu férencié. Ils pourront certes bénéficier des efforts de libéralisa-
leisten? Fragen über Fragen, aber keine Antworten. tion des pays développés sans avoir eux-mêmes à ouvrir leurs
Augen zu und durch! Die selbstheilenden Kräfte des Marktes propres marchés. De plus, les concessions tarifaires qui leur
sollen's offenbar richten: Sie werden es aber nicht! Marktwirt- seront accordées par un pays développé ne seront pas accor-
schaft und Freihandel allein garantieren noch nicht ein ausge- dées aux autres pays développés. Après s'être sentis, on l'a
wogeneres Wohlergehen und die Einbindung der wirtschaftli- dit, peu concernés, les pays en développement ont fréquem-
chen Tätigkeit in das Soziale und in das Ökologische. Die ment modifié leur politique économique. Or, ils ont intérêt, ils
Komponenten der Rücksichtnahme und der ausgleichenden doivent avoir intérêt, à ne pas être l'objet de mesures protec-
Gerechtigkeit entwickeln und gewinnen die Marktkräfte nicht tionnistes et à l'ouverture de marchés. Mais l'inégalité, la dis-
aus sich selbst, sondern sie werden durch die Politik gesetzt, parité de leurs capacités les empêchent de présenter un front
und hier bestehen ganz einfach ein Defizit und deshalb ein er- uni. Ils tireront certains avantages de l'intégration au domaine
heblicher Nachholbedarf. agricole dans le Gatt Ils n'en auront pas moins d'énormes dif-
Ich stimme diesem Gatt-Abkommen zu, aber ich tue es nicht ficultés à honorer les engagements pris, que ce soit en particu-
im Hochgefühl, einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und damit lier dans le domaine de la protection de la propriété intellec-
zum globalen Gemeinwohl zu leisten. Ich tue es im Bewusst- tuelle ou dans les mesures concernant les investissements.
sein der Vorteile für die Schweiz, gewiss, aber auch der Le Conseil fédéral rappelle que même ce système généralisé
Schwäche der Politik bei der Ausgestaltung dieses Vertrages de préférence qui leur a été octroyé est considéré par les pays
und im Wissen, wohl schon bald zu Nachbesserungen und zu en développement comme moins favorable que les conces-
«Reparaturarbeiten» aufgeboten zu werden. sions obtenues dans le cadre du Gatt qui sont étendues à l'en-
semble des parties contractantes en vertu de la clause de la
Cavadini Jean (L, NE): II serait déraisonnable, voire dange- nation la plus favorisée.
reux, de ne pas approuver les accords plurilatéraux révisés pa- Le message qui présente les Accords du Gatt est encore plus
rallèlement aux négociations commerciales multilatérales volumineux que celui qui sous-tendait le Traité sur l'Espace
conduites sous l'égide du Gatt Le seul intitulé de l'arrêté fédé- économique européen. On se retrouve lecteur obligé de plus
ral suggère la complexité et la globalité d'un accord qui tire de 1000 pages. Mais l'objet est à la mesure du volume. Nous
son origine dans le projet d'une organisation internationale de voulons simplement par ce rappel mettre en rapport l'impor-
commerce conçue dans l'immédiate après-guerre. C'est dire tance des accords pour l'avenir du pays et la modicité des tex-
que nous apportons bien sûr notre approbation au résultat tes législatifs que nous avons à modifier.
d'une longue histoire; c'est dire aussi que nous ne saurions C'est dire que la Suisse s'inscrit déjà dans les perspectives
être pris de court par le contenu de ce traité. C'est dire enfin dessinées par les Accords du Gatt Nous avons a convaincre
que nous avons atout mettre en oeuvre pour que le résultat de chacun que non seulement nous ne perdons rien dans cette
ces impressionnantes négociations ne soit pas compromis, aventure, mais que, bien au contraire, nous serons renforcés
par exemple, par un refus populaire. par cette gigantesque libéralisation du commerce mondial.
Notre pays a en effet tout intérêt à l'entrée en vigueur de ces
accords. Notre tissu économique, notre vocation commer- Bloetzer Peter (C, VS): Die Vorteile eines Beitritts zur neuen
ciale, notre dépendance des échanges internationaux, tout Welthandelsorganisation sind für ein Land wie die Schweiz,
29. November 1994 1105 Gatt/Uruguay-Runde
das jeden zweiten Franken in der Außenwirtschaft verdient, politisch umgesetzt werden kann, sondern damit wir auch im
derart überwiegend, dass sich die Frage des Nichtbeitritts Rahmen der neuen Welthandelsorganisation als aktives Mit-
kaum ernsthaft stellt. Der erfolgreiche Abschluss der Uru- glied unsere Interessen wahren können.
guay-Runde darf nicht nur als sehr positivfür unsere Wirtschaft Ich beantrage Ihnen Eintreten und Zustimmung zur Vorlage.
gewertet werden, sondern es darf auch festgestellt werden,
dass die Schweiz einen überdurchschnittlichen Teil zum er- Cavelty Luregn Mathias (C, GR): Ich bin wie meine Vorredner
folgreichen Abschluss der Uruguay-Runde beigetragen hat. ebenfalls für Eintreten und stimme der positiven Bewertung,
Dies betrifft nicht nur, aber insbesondere den Bereich Land- die hier kundgetan wurde, ohne Bedenken zu. Dass man dem
wirtschaft, wo die Einführung der Multifunktionalität massgeb- Abkommen beitreten muss, steht für mich ausser Frage. Auch
lich auf den Beitrag der schweizerischen Unterhändler zurück- ich schliesse mich dem Dank an den Bundesrat und an die
zuführen ist. Verhandlungsdelegation an.
Bundesrat und Verwaltung verdienen Dank und Anerkennung Meine folgenden Ausführungen befassen sich mit den Auswir-
für die grosse geleistete Arbeit. Der erfolgreiche Abschluss der kungen des Gatt auf die Kantone und die Regionen.
Uruguay-Runde und die Schaffung der Welthandelsorganisa- Mir scheint es durchaus erlaubt und für uns Standesvertreter
tion WTO werden sich zweifellos nicht nur auf die schweizeri- gar geboten, sich mit der Frage zu befassen, ohne als kleinlich
sche Wirtschaft, sondern ebensosehr auf die Weltwirtschaft gelten zu müssen - einige Vorredner haben dies übrigens
positiv auswirken. Die Liberalisierung der Weltwirtschaft ist schon getan. Gemäss der St. Galler Studie gibt es keine Kan-
eine wichtige Voraussetzung für ein nachhaltiges weltweites tone und keine Regionen, die wegen dem Gatt zu den Verlie-
Wirtschaftswachstum, auf das wir angewiesen sind, wenn wir rern gehören. Es gibt aber solche, die mehr, solche, die weni-
die grossen Probleme unserer Epoche meistern und lösen ger, und solche, die nichts direkt gewinnen. Letztere, nament-
wollen. Ich denke vor allem an das brennende Problem der Ar- lich die Bergregionen, würden gemäss der St. Galler Studie
beitslosigkeit, waren doch im gesamten OECD-Raum 1993 wenigstens indirekt gewinnen, indem sie vom verbesserten
über 35 Millionen Arbeitslose zu verzeichnen. Einkommen in den übrigen Regionen, unter anderem touri-
Wenn wir unsere politischen Grundwerte wie Freiheit, plurali- stisch, profitierten, nach dem auch von mir anerkannten
stische Demokratie und Schutz der Menschenrechte weiter Grundsatz: «Wenn es den anderen gutgeht, geht es auch uns
hochhalten wollen, so sind wir auf Wirtschaftswachstum und besser.»
Liberalisierung der Wirtschaft angewiesen. Die neue Welthan- Als Vertreter eines touristischen Bergkantons höre ich dies na-
delsordnung wird damit einen wertvollen Beitrag zur Verstär- türlich gerne und hoffe nur, dass vom höheren Einkommen
kung der internationalen Zusammenarbeit und auch zur welt- unserer Landsleute in den reicheren Regionen nicht allzuviel
weiten Sicherheit leisten. Der sicherheitspolitische Aspekt die- für Ferien in der Karibik oder sonstwo im Ausland ausgegeben
ser Vorlage ist nicht zu unterschätzen. wird.
Mit der Unterzeichnung der Uruguay-Schlussakte und der Ra- Da wir niemandem vorschreiben wollen und können, wo er
tifizierung ist die Arbeit aber bei weitem noch nicht getan: Es seine Ferien verbringen soll, muss die öffentliche Hand - als
muss nun weltweit und in den einzelnen Mitgliedstaaten eine indirekte Folge des Gatt - vermehrt darum besorgt sein, dass
eigentliche Strategie zur Liberalisierung des Welthandels auf- die Rahmenbedingungen im schweizerischen Tourismus ver-
gebaut und umgesetzt werden. bessert werden, damit wir mit dem nahen und entfernteren
Wenn auch die Vorteile der neuen Welthandelsordnung bei Ausland konkurrenzfähig bleiben. Ich begnüge mich hier le-
weitem überwiegen, so darf doch nicht übersehen werden, diglich mit einigen Stichworten wie Mehrwertsteuer, Hotelkre-
dass sie auch ihre Kehrseiten hat. Die Nachteile sind auszu- dite, Parahotelleriestatistik, Behandlung der Saisonniers, Bei-
gleichen und in den Auswirkungen abzudämpfen. In unserem trag an die SVZ, Alpenkonvention usw., wo wir in der letzten
Lande werden sie vor allem für die Landwirtschaft und für die Zeit dringend gebotene Rücksichtnahme etwas vermissen
Berg- und Randgebiete zu erwarten sein. mussten. So gut wie die Landwirtschaft, die mit vollem Recht
Im Bereich der Landwirtschaft haben wir mit dem 7. Landwirt- einen Ausgleich für entstehende Nachteile verlangt, muss
schaftsbericht und mit der Revision der Landwirtschaftsge- auch der Tourismus davon ausgehen können, dass die allge-
setzgebung die Voraussetzungen hierzu geschaffen. Die er- meinen Vorteile des Gatt auch zu seinen Gunsten, zur Verbes-
sten Resultate sind positiv, die Entwicklung geht zweifellos in serung seiner Rahmenbedingungen, umgesetzt werden.
die richtige Richtung. Im Bereich der Regionalpolitik wird uns Damit komme ich zu einem grundsätzlichen Punkt: Ich
der Bundesrat voraussichtlich im Verlaufe des nächsten Jah- möchte die Forderung nach einem angemessenen Ausgleich
res ein neues, griffiges Programm unterbreiten. Zu verweisen über die Landwirtschaft und über den Tourismus hinaus über-
ist in diesem Zusammenhang auch auf die Interreg-Vorlage, haupt auf alle weniger bevorteilten Regionen ausdehnen, und
welche in diesem Rat voraussichtlich in der Sondersession zu zwar aus folgender Überlegung grundsätzlicher Natur: Die
Beginn des nächsten Jahres beraten wird. Schweiz war aus existentiellen Gründen stets bemüht, einen
Beide Massnahmen, sowohl diejenige im Bereich der Land- vernünftigen Ausgleich zwischen Arm und Reich, zwischen
wirtschaftspolitik als auch diejenige im Bereich einer griffigen Berg und Tal, zwischen Land und Agglomerationen zu schaf-
Regionalpolitik, sind auf gesunde öffentliche Finanzen und fen. Ziel war und ist eine dezentralisierte Besiedelung unseres
insbesondere auf eine gesunde, florierende Wirtschaft ange- Landes im Interesse von uns allen. Die Schweiz bleibt nur so
wiesen, wenn sie realisiert werden sollen; hierzu ist diese Vor- lange die Schweiz, als sie aus Berg und Tal, Stadt und Land
lage ein gutes, geeignetes Mittel. Es sei dies in diesem Zusam- besteht. Zudem würde eine Abwanderung aus den Bergregio-
menhang unterstrichen. nen in die Städte bedeutend mehr Probleme und Kosten als
Weltweit muss eine Strategie der wirklichen Liberalisierung eine angemessene Unterstützung der Land- und Bergregio-
aufgebaut und umgesetzt werden. Gemeinsam mit den Bret- nen mit sich bringen. Um das bisherige Gleichgewicht zu hal-
ton-Woods-lnstitutionen und der OECD muss die neue WTO ten, wurden verschiedene Instrumente geschaffen. Ich er-
die notwendigen Normen und Kontrollmassnahmen schaffen, wähne hier vor allem das Investitionshilfegesetz, welches auf
um neue Diskriminierungen im Welthandel zu vermeiden. eine Motion des seinerzeitigen Standesvertreters Brosi aus
Zwei Bereiche geben in diesem Zusammenhang zu Sorgen Graubünden, und Danioth aus Uri zurückgeht - Ludwig Da-
Anlass: Umweltschutz- und Arbeitsnormen. In beiden Berei- nioth, den Vater unseres Kollegen Hans Danioth. Das Investi-
chen muss dafür gesorgt werden, dass alle Konkurrenten, wel- tionshilfegesetz wurde in den siebziger Jahren geschaffen
che am Weltmarkt antreten, über gleich lange Spiesse verfü- und hat eine gute Aufgabe gehabt und sie auch gut erfüllt Be-
gen. Für unsere Exportwirtschaft, aber auch für ein weltweites zweckt ist damit eine Vorteils- und Nachteilsausgleichung, da-
qualitatives Wirtschaftswachstum ist dies von grösster Bedeu- mit das Land auf einer «geraden Ebene» bleibt. In der letzten
tung. Es wird eine vordringliche Aufgabe der WTO sein, Nor- Zeit laufen wir Gefahr, dass diese «gerade Ebene» durch Be-
men nicht nur zu schaffen, sondern sie auch nachhaltig und vorteilung gewisser Landesteile - ich sage nicht unberechtigte
wirksam durchzusetzen. Bevorteilung, ich akzeptiere sie - bzw. der dort angesiedelten
Die Schweiz hat alles Interesse daran, das Abkommen mög- Branchen, Exportindustrie, Banken, Versicherungen usw.
lichst rasch zu ratifizieren, nicht nur damit diese Vorlage innen- ohne Vorteilsausgleichung zu einer «schiefen Ebene» werden
Gatt/Cycle d'Uruguay 1106 29 novembre 1994
könnte. Wenn diese Ebene «schief» bleiben würde, würde die im bestehenden, seit 1947 fortlaufend entwickelten Gatt aufs
Land- und Bergbevölkerung leichter in die Agglomerationen Spiel setzen.
«abrutschen», und dies zum Nachteil von uns allen! Wenn die Meinung vertreten wird, das Gatt ersetze den EWR-
Erlauben Sie mir in diesem Zusammenhang die Erwähnung und den EU-Beitritt, trifft dies allerdings keineswegs zu. Denn
der Mehrwertsteuer als hervorstechendes Beispiel für ein Un- die weit intensivere und umfassendere Ausgestaltung der in-
gleichgewicht, für einen Vorteil zugunsten eines erweiterten nereuropäischen Handelssysteme bedeutet für einen europäi-
«goldenen Dreiecks» - und weniger zugunsten der Berg- und schen Staat ein Mehreres und wirkt sich heute auf ein Nichtmit-
Randgebiete. Verstehen Sie mich recht, ich möchte damit nie- glied immer folgenschwerer aus: Die EU bleibt wirtschaftlich
mandem neidvoll Vorwürfe machen und auch nicht Rand- und das europäische Gravitationszentrum.
Berggebiete gegen Agglomerationen ausspielen. Ich möchte Dies vorangestellt, komme ich als Vertreter des grössten Berg-
lediglich rechtzeitig und am richtigen Ort einen - wie mir kantons des Landes nicht umhin, die Belange des Gatt, wie
scheint - im Interesse aller liegenden, notwendigen Akzent Herr Cavelty das soeben getan hat, noch kurz anzusprechen;
setzen: zugunsten einer ausgeglichenen Besiedelung unse- ich beschränke mich dabei auf den Landwirtschaftssektor.
res Landes mittels angemessener Vorteilsausgleichung. Dieser ist Verlierer, und dabei steht natürlich die Berglandwirt-
Das «Rutschen» auf der «schiefen Ebene» hat bereits begon- schaft an erster Stelle. Bereits seit 1992 sind verschiedene
nen: Grossbanken, Versicherungen, grosse Unternehmen al- agrarpolitische Massnahmen den Gatt-Regeln angepasst
ler Art haben zum Teil ihre Zweigniederlassungen in den Re- worden. Das hat zu einer markanten Rückbildung des land-
gionen bereits geschlossen. Die Erosion des Berggebietes fin- wirtschaftlichen Einkommens im Berggebiet geführt, von ei-
det je länger, je rasanter statt, und sie wird bald dramatisch. nem gegenüber dem Talgebiet bedeutend tieferen Niveau
Man darf sich nicht von der momentanen Finanzlage einzelner ausgehend, um 15 bis 20 Prozent Dieser Einkommensrück-
Kantone täuschen lassen. Zum Teil stehen die entsprechen- gang wird sich weiterhin fortsetzen, deshalb sind Anpas-
den Kantone nur deshalb finanziell nicht schlechter da, weil ih- sungsprogramme für den ländlichen Raum unverzichtbar.
nen die Bundesmittel fehlen, um dringende Investitionen an Man muss Verständnis dafür haben, wenn die ländlichen Re-
die Hand zu nehmen. Dies wird sich rächen. gionen mit Blick auf diese Entwicklung dem Gatt mit Skepsis
Ich habe soeben ein Fax unserer Regierung bekommen, in begegnen. Man unterschätze die möglichen Auswirkungen ei-
dem darauf hingewiesen wird, dass der Bundesrat die Mitfi- ner solchen Reaktion nicht! Es braucht mehr als agrarpoliti-
nanzierung der dringend nötigen Umfahrungen von Klosters sche Massnahmen. Ein greifendes regionalpolitisches Pro-
und Flims abgelehnt hat Ich lese in meiner heutigen Zeitung gramm muss baldmöglichst entwickelt und umgesetzt wer-
aus Graubünden: «Krisensitzung bei der RhB. RhB braucht den. Die SAB hätte es - zu Recht! - begrüsst, wenn dies ge-
dringend Geld, doch der Bund klemmt» Ich sage das nur als rade gleichzeitig mit der Vorlage der Gatt-Beschlüsse hätte ge-
Beispiel. Man muss die Regionen, die jetzt weniger profitieren, schehen können. Die Konzentrationsprozesse gehen ohnehin
mittels Hilfestellungen wieder auf die «gerade Ebene» bringen. weiter voran. Es wird immer schwieriger, zu ausgeglichenen
Mir scheint die Gatt-Diskussion, wo doch einige Disparitäten Wirtschaftsstrukturen in der Peripherie zu kommen. Da muss
entstehen könnten, der richtige Ort zu sein, um auf diese Pro- das regionalpolitische Instrumentarium einer Neuorientierung
bleme aufmerksam zu machen. Mir scheint auch die Zeit rich- zugeführt werden, und auch die darauf bezüglichen politi-
tig, nicht zuletzt angesichts der immer einschneidenderen schen Applikationen sind anzupassen.
Sparanstrengungen und einer angekündigten Spar-lnitiative, Es zeichnet sich auch noch eine weitere Schwierigkeit ab: Es
die leicht zur Benachteiligung der schwächeren Regionen ge- ist zwar gelungen - und das ist eines der Verdienste der
reichen könnte, was im Interesse der ganzen Schweiz nicht schweizerischen Verhandlungsdelegation -, die produktions-
geschehen darf. unabhängigen Direktzahlungen, den Grundsatz der Multifunk-
Was not tut und für mich eine nicht wegzudenkende Verpflich- tionalität der Landwirtschaft und die Verbesserung der Schutz-
tung des Bundes bedeutet, ist eine rasche und gründliche An- klausel völkerrechtlich zu verankern. Das ist, gemessen an der
passung der Regionalpolitik. ursprünglichen Forderung der grossen Agrarexporteure nach
Ich bitte den Bundesrat und Sie alle, eine neue Generation integralem Abbau aller Zölle und Subventionen im Landwirt-
des Investitionshilfegesetzes, eine Art «IHG II», zu schaffen, schaftsbereich, ohne Zweifel ein ganz markanter und bemer-
damit die notwendige Berücksichtigung der übrigen landwirt- kenswerter Fortschritt Der Abbau der internen produktege-
schaftlichen und touristischen Begehren möglich wird. In die- bundenen Stützung um 20 Prozent bedeutet aber - abgese-
sem Sinne votiere ich für Eintreten und stimme der Vorlage hen vom Verlassen eines in der schweizerischen Landwirt-
gerne zu. schaftspolitik seit Jahrzehnten, seit der Schaffung des Land-
wirtschaftsgesetzes, geltenden Prinzips - für die Schweizer
Landwirtschaft eine Reduktion um ungefähr 1 Milliarde Fran-
Gadient Ulrich (V, GR): Wenn die Schweiz als kleines Land ken (Basis 1993). Da jedoch die weder absatz- noch preiswirk-
ohne Rohstoffe und ohne grossen Heimmarkt ihren handels- samen Massnahmen nicht reduziert werden müssen, sondern
politischen Besitzstand und den Zugang zu den Weltmärkten im Gegenteil weiter ausgebaut werden dürfen, kann eine Re-
wahren will, muss sie die multilateral vereinbarten Regeln duktion des Abbaus erreicht werden.
und Disziplinen festigen und weiter ausbauen. Denn ein Die von der WAK beantragte Übergangsbestimmung im Land-
Kleinstaat unseres Zuschnitts kann sich, wie dies die hervor- wirtschaftsgesetz, welche die Umlagerung der abgebauten
ragend dokumentierte Botschaft aussagt, zur Durchsetzung Mittel auf nichtabzubauende Massnahmen vorsieht, ist zu be-
seiner Interessen einzig auf das Völkerrecht berufen. Die voll- grüssen. Sie ist geeignet, den Druck etwas zu verringern. Sie
ständige Beseitigung der Zölle in mehreren Sektoren, die ist auch gesetzessystematisch richtig plaziert. Auch ist wich-
Ausdehnung der Gatt-Grundsätze auf die für uns so vitalen tig, dass das, was einmal umgelagert worden ist, später nicht
Bereiche der Dienstleistungen, der bessere internationale abgebaut wird.
Schutz des geistigen Eigentums, die Verbesserung der Inve- Trotz den längerfristig sichtbar werdenden rigorosen Einbus-
stitionsbedingungen bei den Auslandinvestitionen und die sen - das ist nun der von mir angesprochene Punkt- bleibt die
Stärkung der Regeln des Welthandels zielen auf den offenen Tatsache bestehen, dass bei der Erfüllung der Gatt-Verpflich-
Zugang zum Welthandel. Mit dem aussenwirtschaftspoliti- tungen die schweizerischen Preise auch am Ende der Über-
schen Sicherheitsnetz des Gatt werden auch bei uns Arbeits- gangsphase immer noch wesentlich über dem Preisniveau
plätze erhalten und geschaffen. der EU liegen werden. Mit anderen Worten: Das Agrardossier,
Noch zu oft wird in unserem Lande die Bedeutung der Tatsa- das Gegenstand der bilateralen Verhandlungen der Schweiz
che verkannt, wie sehr der nationale Wohlstand vom Bestehen mit der EU bildet, erhält einen höchst akuten Stellenwert, der
und Gedeihen der Exportindustrie abhängt, wieviel diese auch über die Gatt-Konsequenzen hinausgeht.
zur Tragfähigkeit unserer Sozialwerke beiträgt Das Gatt deckt Ich bitte um Auskunft darüber, wie sich der Bundesrat in die-
heute mit 124 Mitgliedstaaten 90 Prozent des gesamten Welt- sem Sektor zu verhalten gedenkt Ist es zutreffend, dass wir
handels ab. Ein Nein der Schweiz würde uns nicht nur den Zu- beim Ja zur Gatt-Vorlage als WTO-Mitglied die Meistbegünsti-
gang zur WTO verwehren; wir würden damit auch die Position gungsklausel zu berücksichtigen haben und dass damit wei-
29. November 1994 1107 Gatt/Uruguay-Runde
ter gehende Zugeständnisse gegenüber der EU auf Verlangen Mon interpellation est étroitement en rapport avec les Accords
auch sämtlichen Gatt/WTO-Partnerländern zugebilligt werden du Gatt, mais porte aussi sur l'attitude à plus long terme de la
müssen? Wenn das der Fall ist, erhält natürlich das Agrardos- Suisse en matière d'importation et, plus spécialement, sur la
sierfür uns eine hohe Brisanz. politique douanière appliquée au commerce des vins. Notez
Mit Blick auf die innenpolitische Implikation muss der Inhalt d'emblée que j'ai beaucoup de compréhension pour les com-
dieses Dossiers meines Erachtens zwingend vor der mass- merces d'importation et pour la grande distribution, qui jouent
geblichen Schlussrunde in unserem Lande politisch abgesi- un rôle d'approvisionnement du pays de premier plan et qui
chert sein. Das aber wird ein effizientes Sicherungsnetz für un- savent d'ailleurs bien défendre leurs intérêts. J'ai également le
sere Landwirtschaft bedingen. respect le plus profond pour les consommateurs suisses qui
Deshalb müssen die heute vorliegenden Lösungsansätze wei- doivent pouvoir choisir parmi une gamme de vins de qualité,
terentwickelt und dabei zeitgerecht allseits akzeptable, exi- tout en payant le prix le plus juste possible. Mais il s'agit en
stenzsichernde Voraussetzungen geschaffen werden - ein al- l'espèce d'opérer une pesée des intérêts en présence, et s'il
les andere als einfaches, aber ein unverzichtbares Anliegen im s'agit de prendre en compte ceux des importateurs et des
Sinne einer glaubwürdigen und wirksamen Politik des natio- grands distributeurs, ainsi que les intérêts légitimes des
nalen Ausgleichs. consommateurs, il convient aussi de ne pas livrer les produc-
Ich bin für Eintreten auf die Vorlage. teurs suisses pieds et poings liés aux lois implacables du li-
bre-échange, et cela à n'importe quel prix.
Delalay Edouard (C, VS): En effet, quelques mots tout d'abord Le comité référendaire, qui avait obtenu le rejet de l'arrêté fé-
sur le plan général en ce qui concerne le Gatt, avant que je ne déral sur la viticulture le 1er avril 1990, a réclamé, lors d'une
développe mon interpellation dans une seconde partie. conférence de presse tenue à la fin juillet 1994, la libéralisation
Une meilleure circulation des biens et des services constitue totale des importations de vin blanc. Dès 1995, seul devrait
toujours, sur les plans économique, politique et social, une subsister un contingent tarifaire de 1,705 million d'hectolitres,
amélioration du niveau de vie des populations. C'est un prin- avec un libre choix d'importer du vin blanc ou du vin rouge, en
cipe de base, car une meilleure circulation des biens et des vrac ou en bouteilles. Les membres du comité référendaire es-
services introduit la division internationale du travail et fait en péraient ainsi faire pression sur la commission des spécialis-
sorte que les marchandises soient produites dans les régions tes de l'économie viti-vinicole suisse, chargée de conseiller le
où elles le sont à meilleur compte. Le libre accès facilité au chef du Département fédéral de l'économie publique en ma-
marché et la levée des barrières douanières non tarifaires faci- tière viticole, à qui il reviendra de prendre finalement la déci-
litent également, pour leur part, les échanges entre les peu- sion et de présenter un projet au Conseil fédéral.
ples et entraînent par là même une élévation de leur niveau de Nous relevons qu'en 1990 les opposants à l'arrêté fédéral sur
vie. la viticulture ne revendiquaient pas la libéralisation des impor-
A cela s'ajoute, pour la Suisse, le fait que nous sommes par tations, ils se déclaraient même très favorables à une protec-
nature un pays exportateur, dont la proportion de la produc- tion spéciale pour les vins blancs suisses. Ils voulaient, d'une
tion vendue à l'étranger est l'une des plus fortes au monde part, un renforcement des normes qualitatives pour les vins
et constitue l'origine de notre bien-être, le fondement des pla- suisses et, d'autre part, la suppression des importateurs qu'on
ces de travail que nous créons et de notre niveau de vie en appelait «les importateurs de salon».
général. L'arrêté fédéral du 19 juin 1992 sur la viticulture a considéra-
En raison de ces considérations, nous ne pouvons qu'accep- blement durci les dispositions sur les teneurs naturelles mini-
ter les Accords du Gatt. Même si nous savons que nous males en sucre pour les vins suisses, et a imposé à tout le vi-
n'avons rien à dire pour modifier ces accords, nous devons gnoble indigène une limitation stricte des rendements pour les
être bien conscients que le Gatt va modifier notre vie. Il s'agit vins de première catégorie. Comme président de la Commis-
donc de demeurer vigilants, car la déréglementation, la libéra- sion des appellations contrôlées pour le canton du Valais, je
lisation, qui sont les composantes essentielles du Gatt, entraî- sais que ces dispositions sont très strictement appliquées par
nent toujours avec elles la centralisation et la concentration. les cantons viticoles. J'ajoute même qu'aucun pays au monde
A cet égard, nous devons prendre garde à deux écueils: le pre- ne connaît, aujourd'hui, de telles dispositions, d'autant plus
mier a déjà été évoqué et porte sur le risque de voir notre mar- que les cantons ont encore augmenté ces exigences pour
ché particulièrement cultivé par des produits bon marché, fa- leurs vignobles, ce qui a permis un assainissement du marché
briqués dans des conditions sociales critiquables selon nos indigène, pour l'instant aux seuls frais des producteurs et en-
critères et ne répondant pas toujours à notre volonté affirmée caveurs suisses.
d'avoir des productions proches de la nature et respectueu- L'ouverture incontrôlée des frontières mettrait en péril l'équili-
ses de l'environnement. Notre pouvoir d'achat élevé sera d'au- bre de notre marché qui se verrait courtisé par des excédents
tant plus attractif pour nos voisins que la lutte pour l'exporta- mondiaux de vins produits principalement par nos fournis-
tion est souvent pour eux une contrainte en raison de surpro- seurs habituels que sont nos voisins: la France, l'Italie et l'Es-
ductions chroniques. Je ne songe pas seulement, en évo- pagne; et ces vins sont souvent bradés à des prix très bas.
quant ceci, à la production agricole, mais à tous les produits Le contingent global de 1,705 million d'hectolitres prôné par le
agroalimentaires. Le deuxième risque de concentration est comité référendaire menace le vignoble indigène. En effet, les
plutôt intérieur, par les avantages que le Gatt ne manquera quantités totales de vin rouge importées chaque année attei-
pas d'apporter aux régions fortement industrialisées de notre gnent environ 1,45 million d'hectolitres. Le solde du contin-
pays et à celles dont la densité est élevée en matière de pro- gent global permettrait donc d'importer quelque 25 millions
duction de services. Il s'agit dès lors, me semble-t-il, de façon de litres de vin blanc supplémentaires, soit trois fois plus que
interne, de ne pas négliger les correctifs indispensables aux ce que l'on connaît aujourd'hui.
distorsions que le Gatt introduira lorsqu'il sera appliqué plei- Partant du constat que la consommation de vin blanc dans le
nement. pays sera au mieux stable, chaque litre de vin blanc importé en
Je souhaite donc obtenir, de la part du Conseil fédéral, des as- plus prendra la place d'un litre de vin indigène, cela va de soi.
surances, ou tout au moins son point de vue, sur les mesures Et sachant que la production suisse est d'environ I litre au mè-
internes qu'il entend prendre pour éviter une sorte de dum- tre carré aujourd'hui, l'importation supplémentaire ferait per-
ping social déguisé, pour renforcer une politique régionale dre l'équivalent de 1750 hectares au vignoble suisse, c'est-à-
conforme à nos principes de solidarité, pour empêcher que dire le quart des surfaces de blanc que l'on connaît au-
les produits tirés des échanges facilités ne soient absorbés jourd'hui.
par une sorte de prolifération des transports, et pour le main- La production fait pour sa part un effort et propose de passer
tien des branches plus faibles de notre économie. Voilà pour à l'importation officielle, selon les Accords du Gatt, de
les principes généraux C'est donc une approbation de prin- 75 000 hectolitres de vin blanc à 85 000 hectolitres, c'est-à-
cipe aux Accords du Gatt, mais avec des réserve en ce qui dire une augmentation de 10000 hectolitres (1 million de li-
concerne la déréglementation et la centralisation qui sont tres). Cette quantité pourrait être importée avec un tarif de
contenues en germes dans ces accords. base. La production a une attitude compréhensive pour les
Gatt/Cycle d'Uruguay 1108 29 novembre 1994
conditions du marché et propose de la sorte de conserver ce kenne auch, dass die Bemühungen des Bundesrates und der
qu'on appelle actuellement le «contingent exceptionnel». Si le schweizerischen Gatt-Unterhändler besonders in der End-
marché l'exige, le Conseil fédéral pourrait accorder un contin- phase doch noch ein für die Schweiz und besonders für die
gent supplémentaire au même tarif de base. Landwirtschaft akzeptables Verhandlungsresultat gebracht
A cette proposition, les négociants, les importateurs répon- haben.
dent qu'il faudrait ajouter aux 75 000 hectolitres de base cha- Es wurde anerkannt, und es ist auch unbestritten, dass die
que année un contingent additionnel et annuel de 10 000 hec- grosse Mehrheit unserer Bevölkerung Vorteile aus diesem Ver-
tolitres. Cela conduirait concrètement à aboutir en l'an 2002 - tragswerk haben wird. So werden durch den Abbau von Han-
la même année que les Jeux olympiques d'hiver en Valais! -à delsschranken unsere Firmen konkurrenzfähiger, was wie-
une libéralisation totale des marchés. C'est cela que je juge derum - so hoffen wir alle miteinander- Arbeitsplätze sichert;
inacceptable. Ces propositions opposées des producteurs, ja, vielleicht können auch wieder vermehrt Arbeitsplätze ge-
des importateurs et du grand commerce trouvent leurs défen- plant werden. Konsumentinnen und Konsumenten werden -
seurs respectifs jusqu'au sein de la commission des spécialis- mindestens tendenziell - günstiger einkaufen können, so-
tes chargée de présenter les propositions au Conseil fédéral. fern - das möchte ich ganz klar betonen - Zwischen- und De-
Aujourd'hui, nous savons qu'un blocage existe au sein de tailhandel die günstigen Preise weitergeben.
cette commission, si bien que c'est le Conseil fédéral qui devra Ich gewichte diese Interessen gleich stark wie die Erfüllung
prendre la décision finale sur proposition du chef du Départe- der Ziele des 7. Landwirtschaftsberichtes. Wir brauchen bei-
ment fédéral de l'économie publique, M. Delamuraz. C'est des: Wir brauchen generell eine starke Wirtschaft, besonders
précisément cette décision politique qui a entraîné mon inter- eine starke Exportwirtschaft, wir brauchen aber auch eine in-
pellation. takte schweizerische Landwirtschaft. Wir tun gut daran, bei der
Je souhaite, Monsieur le Conseiller fédéral, que vous infor- innenpolitischen Rechtsanpassung immer wieder beide Ziele
miez les citoyens, à l'occasion de ce débat sur le Gatt, de vos vor Augen zu haben.
intentions et de celles du Conseil fédéral au sujet des importa- Ich attestiere hier der Kommission für Wirtschaft und Abgaben,
tions de vin blanc. En particulier, nous voulons savoir si vous dass sie diese Ziele anvisiert hat und auch - mindestens teil-
vous en tiendrez à l'offre suisse au Gatt sur ce point, ou si vous weise - durch ihre Anträge erreichen kann.
soutenez le principe d'une libéralisation supplémentaire Die Grundlage wird jedoch nicht griffig genug sein, wenn die
contrôlée dans le temps. drei Landwirtschaftsvorlagen, die am 12. März 1995 zur Ab-
Nous n'ignorons pas non plus que les négociations bilatérales stimmung kommen, scheitern sollten. Für die schweizerische
avec l'Europe vont donner l'occasion aux pays voisins d'exer- Landwirtschaft steht bei den Verhandlungen über den Gatt-
cer une pression pour vendre leurs vins chez nous, parce que Abschluss also mehr auf dem Spiel, als jetzt vielleicht allge-
notre pouvoir d'achat est élevé, et surtout parce qu'ils connais- mein angenommen wird.
sent des excédents de production importants, vu qu'ils n'ont Wir sehen die Notwendigkeit der Gatt-Übereinkommen ein:
pas les limitations à la production que nous connaissons Die Bauern wollen nicht von vornherein Opposition machen.
nous-mêmes. Das ist in der Haltung der bäuerlichen Vertreter, auch des
En Suisse, où la production a réalisé ces dernières années des Schweizerischen Bauernverbandes, deutlich zum Ausdruck
pas de géant dans la limitation quantitative et dans l'améliora- gekommen. Es wird jedoch erwartet, dass der Bundesrat, das
tion de la qualité, nous faisons preuve d'une grande ouverture Parlament und auch das Schweizervolk die Leistungen unse-
puisque le 55 pour cent de notre consommation nous vient rer Landwirtschaft nicht vergessen und die innenpolitischen
déjà de l'étranger. Sachez, Monsieur le Conseiller fédéral, que Weichen so stellen, dass diese Landwirtschaft ihre Aufgaben
les producteurs de vin ne sont pas opposés au Gatt, dont les im Interesse des Gesamtwohls unseres Landes längerfristig
accords respectent la spécificité de notre production. Ils erfüllen kann-ich betone: längerfristig.
comptent cependant sur votre arbitrage politique pour que le Ich persönlich stimme dem Gatt/WTO-Übereinkommen zu, al-
Conseil fédéral prenne en compte efficacement leurs besoins lerdings unter dem Vorbehalt, dass die innenpolitische Umset-
et ne les livre pas à des négociations qui iraient trop au-delà et zung im Sinne der Kommission von unserem Rat beschlossen
trop vite vers une libéralisation sauvage du marché. wird. Ich hätte die Gesamtabstimmungen lieber in einer ande-
Il n'est sans doute pas dans l'intention du Conseil fédéral de ren Reihenfolge gesehen, also zuerst über die Gesetz- und
faire disparaître près de 2000 hectares de vigne, ce qui serait Beschlussentwürfe und dann über das Übereinkommen. Wir
évidemment contraire aux intérêts économiques et sociaux de haben noch die Schlussabstimmungen, die allenfalls eine ge-
toute une population, particulièrement en Suisse romande, et wisse Differenzierung ermöglichen.
contraire aux intérêts publics par la suppression des ressour- Ich bin überzeugt: Unsere Verhandlungen und unsere Be-
ces fiscales que toute activité économique implique nécessai- schlüsse werden von verschiedenen Gruppen sehr genau ver-
rement folgt Das Resultat dieser Verhandlungen ist auch sehr wichtig,
Nous attendons donc en conclusion que le Conseil fédéral ne und es wird auch sehr von diesem abhängen, ob schliesslich
cède pas à la pression des plus forts, mais sache négocier ce ein Referendum ergriffen wird oder nicht Ich meine, es wäre
domaine de l'implantation des vins blancs avec sagesse, en sehr zu begrüssen, wenn man die grossen Ängste, die viele
appliquant une ouverture très progressive, et en usant des Leute in diesem Land in bezug auf die Auswirkungen durch
possibilités offertes par la tarification douanière pour suppléer unsere Beschlüsse haben, mehr als mildern könnte.
et compléter le côté strict que nous offrent aujourd'hui les pro- Nun noch ein paar Bemerkungen zu meiner Interpellation. Ich
tections douanières quantitatives. muss ein paar Zahlen bzw. Daten anführen. Diese Interpella-
Je vous remercie d'avance, Monsieur le Conseiller fédéral, tion stammt vom 21. September 1993. Es ist völlig unüblich,
des assurances que vous allez pouvoir, à l'occasion de cette dass im Ständerat eine Interpellation so lange schubladisiert
interpellation, donner aux représentants de la production. oder auf die lange Bank geschoben wird. Die Uruguay-Runde
wurde am 15. Dezember 1993 durch die Annahme des Ent-
Uhlmann Hans (V, TG): Zuerst einige Gedanken zum Eintre- wurfes der Schlussakte beendet Am 15. April 1994 wurde das
ten und dann ein paar Überlegungen zu meiner Interpellation Abkommen in Marrakesch unterzeichnet Ich habe natürlich
(93.3403, «Uruguay-Runde und gesunder Bauernstand»). ein gewisses Verständnis, dass sich der Bundesrat die Überle-
Ich nehme es vorweg: Ich bin selbstverständlich für Eintreten gung gemacht hat: «Der Uhlmann kann warten, bis die Bot-
auf die Vorlage zum Gatt/WTO-Übereinkommen, ich bin aber schaft kommt.» So ist es auch herausgekommen. Mit der Bot-
auch für Eintreten auf die einzelnen Gesetz- und Beschluss- schaft 1 und 2 über das Gatt-Abkommen bzw. die innenpoliti-
entwürfe, die wir im Rahmen der morgigen Sitzung behandeln sche Rechtsanpassung hat der Bundesrat die Antwort auf
werden. Grundsätzlich unterstütze ich die Ratifizierung des meine Interpellation teilweise auch gegeben. Auch wenn die
aus der Uruguay-Runde resultierenden Abkommens. Antwort teilweise gegeben wurde, ist sie jedoch zu spät ge-
Ich gehe mit allen Vorrednern einig: Die Teilnahme der kommen und nicht genügend, um sicherzustellen, dass der
Schweiz an diesem Vertragswerk ist für unsere Volkswirtschaft einheimischen Landwirtschaft das Überleben gesichert wer-
von entscheidender, ja existentieller Bedeutung. Ich aner- den kann.
29. November 1994 1109 Gatt/Uruguay-Runde
Erst mit den Anträgen der Kommission werden - dank Arti- Uruguay-Runde auf die Regionen», dass keine ins Gewicht fal-
kel Ibis der Übergangsbestimmungen des Landwirtschafts- lende Vergrösserung regionaler Disparitäten zu erwarten sei
gesetzes und weiteren Bestimmungen in den folgenden Ge- und dass damit nur geringer regionalpolitischer Handlungs-
setzen - einigermassen erträgliche Voraussetzungen für die bedarf begründet werde, muss darum relativiert werden.
bedrängte Landwirtschaft nach dem Inkrafttreten des Gatt- Meine Bedenken werden durch den sich in der Vernehmlas-
bzw, des WTO-Abkommens geschaffen. sung befindenden Bericht «Grundzüge der Raumordnung
Ich muss Ihnen jedoch sagen, dass diese minimalen Absiche- Schweiz» mehr als nur bestätigt. In dieser Schrift wird unmiss-
rungen längerfristig nicht genügen werden, um die Existenz verständlich festgestellt, dass sich die wirtschaftlichen Aus-
der einheimischen Landwirtschaft zu sichern. sichten in agrarisch-gewerblichen, ländlichen Regionen und
In der Botschaft fehlen klare Aussagen in bezug auf die ver- in grossen Teilen der Berggebiete eher ungünstig präsentier-
lässliche Finanzierung von Gatt-konformen Instrumenten der ten und dass der industriell-gewerbliche Sektor in manchen
Agrarpolitik - insbesondere die Zusicherung ausreichender Regionen strukturelle Schwächen aufweise, die sich insbe-
Direktzahlungen auf längere Sicht -, und Vorstellungen über sondere bei einer Verschärfung des Wettbewerbes negativ
die Sicherstellung der erforderlichen Mittel fehlen ebenso. An- auswirken würden. Im Bereich der Dienstleistungen sei eher
gesichts der Tatsache, dass die Einkommen der Bauernfami- mit einem Arbeitsplatzabbau zu rechnen, zum Beispiel wegen
lienseit 1989 um nicht weniger als 30 Prozent gesunken sind, Schliessung ertragsschwacher Filialen oder Konzentration
kommt diesem Aspekt besondere Bedeutung zu. Gerade auf- der Produktion. Auch die Zahl der landwirtschaftlichen Be-
grund dieser Tatsache begreifen Sie wahrscheinlich, weshalb triebe werde weiter abnehmen und die Summe aller landwirt-
ich vor rund 14 Monaten diese Interpellation eingereicht habe. schaftlichen Einkommen sinken.
Bei der Umsetzung der Tarifizierung bleibt der Bundesrat Mit einem «sanften Tourismus» und einer Erhöhung des Erho-
ebenso vage. Es wäre zu begrüssen gewesen, wenn wesentli- lungswertes der Landschaft alleine lassen sich diese Defizite
che Punkte - etwa die Höhe der Zollkontingente und der Ta- sicher nicht ausgleichen. Der regionalpolitische Handlungs-
rife, die Kriterien für die Verteilung von Zollkontingenten, die bedarf ist wesentlich grösser, als generell angenommen wird.
Handhabung der Schutzklausel - schon sichtbar auf Geset- Der in den Gatt/WTO-Abkommen enthaltene Spielraum muss
zesstufe geregelt wären. zugunsten der Landwirtschaft genutzt werden. Ebensowichtig
Ich stelle also fest, dass meine Interpellation durch die Bot- ist aber auch eine optimale Einbindung der historisch gewach-
schaften nur teilweise beantwortet wurde. Es wird sich nun zei- senen Mittel- und Kleinzentren des ländlichen Raumes und
gen, ob der Bundesrat in der Lage ist, die noch nicht beantwor- des Berggebietes in das Städtesystem als wesentliche Vor-
teten Fragen so zu beantworten, dass ich beruhigt und auch aussetzung des sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Le-
zufrieden bin; ich bin gespannt darauf. bens in den einzelnen Landesteilen. Mit dem Konzept «Bahn
Ich möchte noch etwas nachholen. Alle diese Vorlagen, die wir und Bus 2000» und der Neat ist oder wäre dies möglich. Den
morgen behandeln werden, werden den jungen, initiativen Worten müssen aber Taten folgen. Und mir fehlt langsam der
Bauern wohl kaum genügen. Es ist nötig, dass wir innenpoli- Glaube!
tisch den jungen Bauern mehr Spielraum lassen, damit sie Die aktuelle Situation im öffentlichen Verkehr und die bereits
eben auch initiativ sein können. Es geht nicht an, dass wir im- bekannten Projekte lassen gar nichts Gutes erwarten. Wenn
mer noch Massnahmen haben, gesetzliche Einschränkun- es nach dem Willen des SBB-Verwaltungsrates geht, werden
gen, die das verunmöglichen. Ich hoffe sehr, Herr Bundesrat, die Neat-Züge ohne Halt bis ins Südtessin «donnern», wo-
dass sich auch auf diesem Gebiet in nächster Zeit etwas tut durch die Neat-Vertröstungen des Bundesrates im Bericht
«Bahn 2000» Lügen gestraft werden. Aufhorchen lässt auch
Bisig Hans (R, SZ): Die neue Welthandelsordnung ist ein mul- das Fahrplanprojekt der SBB für die Periode 1995-1997. Für
tilaterales Regelwerk, dessen Bedeutung für die Schweiz hier die Regionen am Gotthard ist bereits der gegenwärtige «SBB-
und heute durchaus 20mal dick unterstrichen werden darf. Schrumpfkurs» an der Grenze des Erträglichen. Ein weiterer
Auch wenn wir immer auf die europäischen Märkte angewie- Abbau der Verbindungen zwischen Lugano und der Ur-
sen sein werden, hat der Welthandel für unsere Wirtschaft ge- schweiz mit Unterbrüchen im Taktfahrplan von bis zu drei
rade nach dem EWR-Nein des Schweizervolkes eine beson- Stunden ist ganz einfach daneben und inakzeptabel.
dere und erst noch wachsende Bedeutung. Die Schweiz wird sowohl insgesamt als auch in den einzelnen
Als kleines Land mit bescheidenen Rohstoffvorkommen und Kantonen oder Regionen grosse Vorteile von der Uruguay-
einem für die Wohlstandsabsicherung ungenügenden Bin- Runde erzielen können. Wie die erwähnte Studie feststellt,
nenmarkt muss die Schweiz an jeder Marktöffnung besonders sind die Kantone und Regionen aber als unterschiedliche Ge-
interessiert sein, dies um so mehr, als diese sich, wie bei den winner zu bezeichnen, indem deutliche Differenzen bestehen.
Gatt/WTO-Übereinkommen, ohne eigentliche Souveränitäts- Diese regionalen Disparitäten gilt es zu beachten, und den
verluste realisieren lässt. Ich verstehe zwar die offensichtliche möglichen Ausgleich gilt es zu schaffen, wenn die Uruguay-
Absicht der Kollegen Rhinow und Onken, die EU-Beitrittsop- Runde für die Schweiz zur Erfolgsgeschichte werden soll.
tion im Gespräch zu halten, teile aber ihre Meinung bezüglich Beim Ausgleich denke ich nicht ans Geldverteilen, sondern
Souveränitätsverlust-Vergleich absolut nicht. Wie vielfach fest- vielmehr an faire Wettbewerbsbedingungen, vor allem an die
gestellt wird, profitiert letztlich jede Bürgerin und jeder Bürger Einbindung des ländlichen Raumes und des Berggebietes in
vom Verhandlungsergebnis der Uruguay-Runde. Im Gegen- das Städtesystem.
satz zum Entscheid über den EWR-Beitritt existiert für unser Ich stimme selbstverständlich für die Genehmigung der Vor-
Land auch keine echte Alternative zur WTO. Eine Ratifizierung lage.
der Ergebnisse der Uruguay-Runde ist für mich gegeben. Ich
habe mich aber nicht zu Wort gemeldet, um Binsenwahrheiten Cottier Anton (C, FR): Je voudrais exposer mon point de vue
zu verbreiten. Mir geht es um die regionalpolitischen Folgen. sur la nature des rapports multilatéraux par rapport à ceux du
Richtigerweise wird festgestellt, dass von der Ratifizierung der bilatéralisme. Mais auparavant, permettez-moi d'exprimer au
Gatt/WTO-Übereinkommen nicht nur der Exportsektor, son- Conseil fédéral et à son représentant, M. Delamuraz, conseil-
dern in der Folge auch die Landwirtschaft, die Zulieferer und ler fédéral, au secrétaire d'Etat et à son équipe de négocia-
sogar die Sozialwerke profitieren. Das ist aber nur die halbe teurs, notre reconnaissance.
Wahrheit Ganz abgesehen von der Landwirtschaft fallen re- En effet, la Suisse a pris une part active et influente à de nom-
gional unterschiedlich starke Vorteile an. Herr Kollega Schies- breux stades des négociations et dans de nombreux domai-
ser hat es kurz angetönt, und Kollega Cavelty hat den touristi- nes. J'en veux pour preuve l'introduction du caractère multi-
schen Standpunkt eingebracht fonctionnel de l'agriculture, le renforcement des droits de la
Selbst unter Berücksichtigung der erheblichen indirekten Wir- propriété intellectuelle et l'établissement des règles de la pro-
kungen bleibt für die Regionen des Alpengebietes nicht allzu- cédure d'arbitrage.
viel übrig. Für diese ist es entscheidend, wieweit sie von den Ainsi, le bilan des négociations est positif pour notre pays et
verbesserten Einkommen in den übrigen Gebieten touristisch les Accords du Gatt montrent les avantages que la Suisse peut
profitieren können. Das Fazit der Studie «Auswirkungen der retirer des négociations multilatérales. La force et la puissance
Gatt/Cycle d'Uruguay 1110 29 novembre 1994
régissent les négociations bilatérales. Leur résultat est en fin Diese Hoffnung wird Herr Bundesrat Delamuraz sicher in sei-
de compte surtout influencé par le puissant, par celui qui maî- nem Eintretensvotum heute unterstützen. Er wird uns auch wie-
trise les négociations. C'est la loi du plus fort derholen, was er bereits beim Abschluss des Vertrages gesagt
Or, la nature des négociations multilatérales est toute diffé- hat, nämlich: dass die Ratifizierung eine existentielle Frage für
rente. Le petit pays lutte à armes égales avec les grandes na- unsere Wirtschaft, vor allem für unsere Exportwirtschaft, sei, die
tions ou les unions d'Etats. Les hésitations des Etats Unis eindeutig davon profitieren wird. Vorteile rechnen sich auch an-
dans la ratification des Accords du Gatt illustrent à quel point dere Bevölkerungsgruppen aus, z. B. die Konsumentinnen
grands et petits sont placés sur le même niveau. Non pas la loi oder das Konsumentinnenforum. Sie erhoffen sich von einem
de la force, mais celle de l'égalité, de l'équité, détermine le ré- grösseren Warenangebot und vom Wegfallen von Importabga-
sultat des négociations multilatérales. ben und staatlichen Unterstützungen schliesslich tiefere Nah-
Concrètement, dans les Accords du Gatt, la clause de la na- rungsmittelpreise. Auch wird einem suggeriert, dass mit dem
tion la plus favorisée doit être concédée à chacun des mem- Gatt-Vertrag der Welthandel noch freier wird und damit Arbeits-
bres. Aucune différence dans le traitement n'est ainsi admise. plätze und der Wohlstand gefördert werden. Man ist sich also
L'égalité est de rigueur. En outre, le principe de la réciprocité einig, dass der vorliegende Gatt-Vertrag viele Vorteile, vor allem
empêche toute lésion à l'intérieur des accords. L'équité et le auch für unsere Wirtschaft, beinhaltet
droit inspirent donc les rapports entre les parties contractan- Bei nüchterner Überlegung kommt man aber auch zum
tes. Or, l'objectif premier de ces accords ne consiste pas seu- Schluss, dass Gewinne auch von jemandem bezahlt werden
lement en la liberté des échanges, mais aussi en la sécurité du müssen. Dass dies unsere Bauern sein werden, weiss man
droit. Un ordre économique international est établi. La piraterie nicht erst seit dem Vertragsabschluss. Die Rechnungen der
économique en sera bannie. Il s'agit enfin de renforcer la stabi- ETH kommen auf Mindereinnahmen für die schweizerische
lité politique et la paix, et c'est là tout l'intérêt du multilatéra- Landwirtschaft in der Grössenordnung von insgesamt 1,4 Mil-
lisme. Notre pays doit donc être partie prenante à ces accords. liarden Franken für die nächsten sechs Jahre. Berücksichtigt
Des motifs économiques et politiques l'exigent man, dass für die Berechnung dieses Ausfalles die Zahlen der
Que faut-il penser dès lors de la critique avancée par nos col- Jahre 1993 oder 1992 beigezogen werden, sollte man sich im
lègues, MM. Rhinow et Onken, sur la perte de souveraineté? klaren sein, dass von einem bäuerlichen Einkommen ausge-
Comme moi, ces deux collègues sont en somme des défen- gangen wird, das etwa 25 bis 30 Prozent unter dem sogenann-
seurs du multilatéralisme en général. Leur discours ten Paritätslohnanspruch gelegen hat. Wenn man also von ei-
m'étonne. Perte de souveraineté nationale, oui, mais aussi nem zwischen der Landwirtschaft und der übrigen Wirtschaft
gain de souveraineté. Certaines activités, comme l'économie, einigermassen vergleichbaren Einkommen ausgehen will,
la protection de l'environnement et d'autres, ne peuvent être dann sind diese 1,4 Milliarden Franken die untere Grenze.
conçues dans les seules limites nationales, sinon leurs effets Sicher positiv zu vermerken sind die Anstrengungen und Be-
restent insuffisants, voire fragmentaires. En étendant ces acti- schlüsse im Zusammenhang mit der Behandlung der Initiative
vités au-delà des frontières nationales, certes une partie de la des Schweizerischen Bauernverbandes, dem sogenannten
souveraineté est abandonnée, mais cet abandon est com- Gegenvorschlag, der gute Ansätze enthält, damit zumindest
pensé par la part que la Suisse prendra, en dehors de ses ein Teil der Einkommensverluste durch Direktzahlungen wie-
frontières, dans d'autres pays, à l'établissement des règles der wettgemacht werden können. Nur hat diese Initiative zu-
qui doivent régir les échanges internationaux. Il ne faut pas erst noch die Hürde der Volksabstimmung im März des näch-
parler de perte de souveraineté, mais d'une mise en commun sten Jahres zu nehmen. Aber selbst ein Ja zu dieser Initiative
de la souveraineté. ist kein allzu verlässlicher Garant dafür, dass dann das Geld für
Plusieurs intervenants ont exprimé tout à l'heure leur préoccu- diese Direktzahlungen vorhanden ist und von den Räten zur
pation au sujet des effets du Gatt sur la population de nos Verfügung gestellt wird.
contrées rurales. Les régions en profitent de façon diverse. Ich habe deshalb Verständnis für die Bauern, die sich überle-
L'étude des professeurs Graf et Hauser, qui a été mentionnée gen, ob sie gegen das Gatt-Abkommen nicht das Referendum
tout à l'heure, le démontre. L'intérêt des régions rurales et péri- ergreifen sollten. Das ist nur eine Drohung von einzelnen bäu-
phériques est certes plus faible que celui des agglomérations, erlichen Komitees, und ich verstehe nicht, weshalb einige
et pour un pays multiculturel l'équilibre entre les régions est in- Gatt-Befürworter gleich nervös werden und diese Überlegun-
dispensable. C'est là que doivent intervenir les institutions gen hart verurteilen. Es geht hier um ein absolut legales, de-
internes du fédéralisme, pour assurer que la prospérité soit ré- mokratisches Recht Ich betone aber, dass die Vertreter des
partie de manière à ce que les régions les moins favorisées y Schweizerischen Bauernverbandes dieses Wort des Referen-
trouvent aussi leur compte. Il nous appartient à nous, et non dums nicht in den Mund genommen haben.
pas aux Accords du Gatt, d'organiser cette répartition interne. Für die Mehrzahl der Schweizer Bauern und auch für mich ist
Au surplus, la Suisse a toujours eu la vocation des échanges. klar, was auf dem Spiele steht. Nicht erst mit dem Abschluss
Elle a continué à commercer avec ses voisins dans des der Uruguay-Runde hat man auf bäuerlicher Seite erkannt,
conditions historiques très difficiles. A l'heure de l'ouverture dass die Agrarpolitik Ausgangs des 20. Jahrhunderts ange-
des marchés, ce serait un comble pour ce pays libre-échan- passt werden muss. Ein recht massiver Druck auf die schwei-
giste de rester à quai, et ce, d'autant plus que cette ouverture zerische Landwirtschaft besteht schon länger aus dem be-
des marchés est réglée de manière à éviter des guerres com- nachbarten EU-Raum und direkt natürlich auch entlang unse-
merciales, dont la Suisse, petit pays, ne pourrait que souffrir, ren Grenzen, z. B. bedingt durch den sogenannten Einkaufs-
et à instaurer une paix dynamique et favorable à la prospérité tourismus. Unsere Produzentenpreise, die im Vergleich zum
commune. Ausland höher sind, sind ja nicht die Folge zu guter Einkom-
men unserer Landwirte. Die Gründe kennen Sie alle, ich brau-
Seiler Bernhard (V, SH): «Die Wirtschaft braucht den im Gatt che sie nicht aufzuzählen.
abgesicherten Zutritt zu fremden Märkten, die Wirtschaft will Durch das Gatt-Abkommen, das wissen wir auch, werden die
faire Regeln auf den Weltmärkten. Wir verschliessen uns die- Preise innerhalb der nächsten sechs Jahre weiter drastisch re-
ser Einsicht nicht, schliesslich hängt auch die Landwirtschaft duziert Zudem wird - und das, finde ich, ist ein grosser Nach-
vom Wohlergehen der Wirtschaft ab.» Das ist ein Zitat des Prä- teil dieses Abkommens - auch das Gesamtproduktionsvolu-
sidenten des Schweizerischen Bauernverbandes im Vorwort men kleiner werden. Weil das Dreiphasensystem nicht Gatt-
zur Broschüre «Standpunkt des Schweizerischen Bauernver- konform ist, soll dieses durch eine - aus meiner Sicht untaugli-
bandes zum Gatt». Dies ist grundsätzlich auch meine Mei- che, unwirksame-Schutzklausel ersetzt werden.
nung. Der Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes Natürlich gibt es auch gewisse Vorteile. Sicher ist es er-
vermerkt dann allerdings weiter, dass das Gatt für die schwei- wünscht, dass der bisher eher übertriebene Schutz reduziert
zerische Landwirtschaft einschneidende Auswirkungen ha- wird und unsere landwirtschaftliche Produktion mehr Wettbe-
ben wird, und gibt der Hoffnung Ausdruck, dass Bundesrat werb ausgesetzt wird und dass unsere Produkte längerfristig
und Parlament dafür sorgen werden, dass die Landwirtschaft auch in grösserem Umfange exportiert werden können - das
trotzdem zuversichtlich in die Zukunft schauen kann. wird ja auch im Zusammenhang mit dem Gatt versprochen.
29. November 1994 1111 Gatt/Uruguay-Runde
Auch bei einem weiteren Wachstum unserer Landwirtschafts- Jahren stattgefunden hatte, bei der über die Verkraftbarkeit
betriebe, also bei einer weiteren Strukturveränderung Rich- von Arbeitszeitverkürzungen diskutiert wurde. Jugendlich, wie
tung grössere Betriebe, sollen sie auch in Zukunft Familienbe- ich schon damals war, warnte ich davor, die menschliche Ar-
triebe bleiben. Sie sollten aber, und das ist für mich das Zen- beitskraft allzusehr zu verteuern, und ich erinnerte an die Mög-
trale, auch zukünftig in erster Linie Nahrungsmittelproduzen- lichkeiten der Technik, den Menschen wegzurationalisieren.
ten bleiben können und den tüchtigen und innovativen Bau- Schon damals war ich davon überzeugt, dass die Industrie
ern ein besseres Einkommen ermöglichen als einem soge- rücksichtslos das billigere Produktionsmittel wählen würde.
nannten Landschaftsgärtner. Ich beschwor damals die Diskussionsteilnehmer, dass das
Mit einigen Verbesserungen, ich denke vor allem an den Teil Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen langfristig zu
der Landwirtschaft im Gattlex, die noch angebracht werden suchen sei.
können oder müssen, glaube ich, kann auch diese Zielset- Selbstverständlich dachte ich dabei auch an meinen Berufs-
zung, wie ich vorhin gesagt habe, für die schweizerische Land- stand und weitere Wirtschaftsgruppen, die mit kurzen Arbeits-
wirtschaft unter Gatt-Bedingungen erreicht werden. zeiten niemals mithalten können und somit auf dem damals
Ich bin daher für Eintreten, in der Hoffnung, dass Sie dann mit- angespannten Arbeitskräftemarkt im Nachteil waren.
helfen, ein paar Verbesserungen noch zustande zu bringen Sie kennen die heutigen Verhältnisse. Sie wissen, wie gross
und so dem Gattlex das zu geben, was auch den Landwirten die Anzahl der wegrationalisierten Arbeitsplätze ist, und Sie
dann eine gewisse Hoffnung gibt. kennen die menschlichen und finanziellen Folgen. Aber viel-
leicht haben Sie sich noch kaum überlegt, ob es verantwortbar
Schallberger Peter-Josef (C, NW): Bei der ersten Konfronta- ist, durch die Kopie von Agrarpolitiken anderer Länder, die ge-
tion mit den neuen Gatt-Verträgen wurde den Mitgliedern der scheitert sind, nun auch noch zusätzlich einige zehntausend
WAK der Rat gegeben, bei Diskussionen nicht zu sehr in De- Bauern arbeitslos zu machen.
tails zu gehen, sondern vor allem die Gesamtbedeutung für Damit bin ich bei meinem letzten Gedankengang angekom-
die Exportwirtschaft zu schildern. Wer die Schlagzeilen in der men, bei der Beurteilung der Gatt-Verträge durch die «bäuerli-
Presse verfolgte, konnte feststellen, dass diesem Ratschlag che Brille». Es ist mir völlig unverständlich, weshalb sich die
nachgelebt wurde. Europäische Union von den USA und weiteren grossen Agrar-
Schon vor Erscheinen der Botschaft wurden Komitees gebil- staaten zur Unterstellung der Landwirtschaft unter die Gatt-
det, welche zum Teil geradezu euphorisch ans Werk gingen. Regelungen zwingen liess. Die enormen topographischen,
Sie haben auch mich überzeugt, dass der Ausstieg aus dem strukturellen und im Falle von Australien sowie Neuseeland
Gatt-Regelwerk für unsere Wirtschaft verheerend wäre. Tat- auch klimatischen Vorteile werden den Ländern des europäi-
sächlich ist es in der Schweiz seit der Mitgliedschaft im Gatt al- schen Kontinents bei den viel zu billigen Transportkosten kost-
len mehr oder weniger gutgegangen. Ein Zurück ist schlicht spielige Probleme bescheren. Viele Bauern unseres Landes
nicht möglich. Besonders unsere dank importierten Rohstof- haben zudem Angst davor, dass bei uns der brutale Verdrän-
fen und importierten Arbeitskräften aufgeblähte und gottlob gungsprozess der EU und die menschenunwürdige Ausbeu-
florierende Exportwirtschaft ist vom Gatt abhängig. Daran tung der bäuerlichen Bevölkerung auch bei den aufgezwun-
glaube ich. An die Behauptung, es werde beim freien Markt al- genen Grossstrukturen nachgeahmt werden könnten.
len auf dieser Erde bessergehen, glaube ich jedoch nicht. Persönlich bin ich jedoch davon überzeugt, dass sich die Ver-
Bei ungehindertem Wettbewerb wird es immer Gewinner und antwortlichen unseres Landes vernünftiger und menschlicher
Verlierer geben. Wenn ich beobachte, was in den Jahrzehnten verhalten werden, solange wir Herr im eigenen Hause bleiben.
seit Ende des Zweiten Weltkrieges an Veränderungen und Ent- So war es bereits bei den Vertragsverhandlungen in verdan-
wicklungen, nicht bloss in der Schweiz, sondern weltweit, ge- kenswerter Weise das Hauptverdienst der Schweizer Unter-
schehen ist, ergibt sich ein eher ernüchterndes Bild. Ich weiss, händler, dass die Multifunktionalität der Landwirtschaft akzep-
ich nehme das Risiko auf mich, in den weihevollen Stunden tiert wurde.
des Gatt-Lobgesangs die Andacht zu stören. So werden bei der Anpassung der vielen Verordnungen und
Aber vor allem zwei Folgen der Freihandels- und Wettbe- bei deren Anwendung die hierfür Zuständigen doch wohl auch
werbsmentalität bedrücken mich nebst Umweltproblemen in Zukunft bedenken, dass es nicht kanadische, sondern
und bereiten mir Zukunftssorgen: Schweizer Bauern sind, die unsere Versorgungssicherheit in
1. der Wahn zur Grosse, die brutale Verdrängung des Kleinen allfälligen Notzeiten gewährleisten; dass es nicht amerikani-
und Schwächeren; sche, sondern Schweizer Bauern sind, die die dezentrale Be-
2. die als Selbstverständlichkeit hingenommene Sockelar- siedlung unseres vielfältigen Landes erhalten; dass es nicht
beitslosigkeit. australische, sondern Schweizer Bergbauern sind, welche un-
Der erstgenannten Zeiterscheinung sehen wir auch in der sere herrlichen Landschaften mit Liebe und Aufopferung pfle-
Schweiz tatenlos zu, weil wir gegen die Marktmächte hilflos gen und damit auch die Grundlage für unseren sehr bedeu-
sind. Wir sehen zu, wie beispielsweise durch Fusionen Gros- tungsvollen Wirtschaftszweig Tourismus sicherstellen.
ser Kleine wettbewerbsunfähig gemacht werden, wie Regio- Ich kann mir schlecht vorstellen, dass ein wirklich verantwor-
nalbanken «geschluckt», Versicherungen aufgekauft, Detailli- tungsbewusster Politiker die grosse und vielfältige Bedeutung
sten verdrängt, Gewerbebetriebe in den Konkurs getrieben unserer Landwirtschaft negiert und diese «aushungern» lässt.
werden. Gefällt Ihnen das? Mir gefällt es nicht. Die heutige, prekäre Einkommenssituation kann unmöglich
Als Schüler freuten wir uns in den Religionsstunden wohl am von Dauer sein, ohne dass unser Volksganzes Schaden erlei-
meisten, dass David Goliath besiegte. Aber das war ja Altes det. Mehrere Votanten dieser Debatte zeigten Verständnis für
Testament, passt nicht ins Gatt-Zeitalter, zur Wirtschaftsmen- diese Tatsachen.
talität von heute. Dagegen würde der um Jahrtausende zu- Es gibt einen gängigen, nicht überaus sympathischen und
rückliegende Turmbau von Babel viel besser in unsere Zeit eher zuviel gebrauchten Begriff im politischen Vokabular: Ich
passen. Dem Wahn zur Grosse folgt in der Regel der Grössen- meine das Wörtchen «Sachzwang». Ich glaube, dass dieser
wahn. Schon oft haben Grössenwahnbesessene kleiner als Begriff wohl selten bei politischen Entscheidungen dermas-
nur klein geendet, wie etwa der Niedergang gefeierter Finanz- sen zutrifft wie bei den Gatt/WTO-Verträgen. Unsere Export-
haie und Immobilienspekulanten zeigt. Die lapidare Feststel- wirtschaft ist existentiell auf unsere Zustimmung angewiesen.
lung, diese Wunderknaben seien an ihrem Missgeschick sel- Meine Zustimmung erfolgt mit der Zuversicht, dass auch den
ber schuld, tröstet die mitgerissenen Geldgeber und Lieferan- Verlierern, nicht zuletzt dem Bauernstand, eine ehrbare Exi-
ten kaum. Mir scheint, der Menschheit von heute sei das ge- stenz auch in Zukunft zugebilligt wird.
sunde Mass abhanden gekommen, und ich vermute, dass die
beste Kapuzinerpredigt daran überhaupt nichts ändern Büttiker Rolf (R, SO) : Aus Sicht der Schweizer Wirtschaft geht
könnte. es bei der Gatt-Vorlage um mehr Ordnung und fairere Spielre-
Zur zweiten recht zweifelhaften Errungenschaft unserer Zeit, geln auf dem «Marktplatz Globus». Es sind nicht nur die letzt-
der sogenannten Sockelarbeitslosigkeit: Ich erinnerte mich in lich in Franken und Rappen messbaren Errungenschaften bei
den letzten Tagen an eine Veranstaltung, die vor etwa dreissig den Zöllen, welche die Bedeutung des Abkommens ausma-
Gatt/Cycle d'Uruguay 1112 29 novembre 1994
chen, sondern ebenso die verfeinerten Mechanismen und Ver- meinen Nichteintretensantrag gestimmt Das Schweizervolk
fahren: hat uns vier dann auch recht gegeben, ein Umstand, der retro-
1. Das neue Gatt-Handelsrecht sorgt in verschiedenen Punk- spektiv meine damalige SOminütige Rede rechtfertigen mag.
Heute kann ich mich kürzer fassen.
ten für fairere Spielregeln. Dazu drei für mich wesentliche Be-
reiche für die Schweizer Wirtschaft: Coerente con quanto ho sostenuto in questo Consiglio in oc-
Erstens: Der weltweite Subventionswettlauf wird gebremst casione del dibattito a proposito della ratifica dell'accordo
Verboten sind alle handelsverzerrenden Exportsubventionen, sullo Spazio economico europeo, dichiaro il mio sostegno al
die nachweislich einen Anteil von 5 Prozent des Werts des presente Accordo sul Gatt.
Endproduktes übersteigen. Dies garantiert auch den schwei- Lo faccio perché sono più che mai convinto della validità delle
zerischen Exporteuren ausgeglichenere Wettbewerbsbedin- mie affermazioni allora esposte, in particolare quando ebbi a
gungen. dire: «La discussione in Europa sottrae importanza all'atten-
Zweitens: Die Gatt-Klausel zum Schutz der inländischen Indu- zione che merita l'evoluzione dell'economia mondiale, mentre
strie kann unter der strengen Kontrolle der Vertragspartner lo sviluppo e la dinamica dei Paesi non tradizionalmente indu-
künftig nur noch angerufen werden, wenn ein Kausalzusam- strializzati assumono sempre maggiore considerazione. Un'a-
menhang zwischen höheren Importen und Nachteilen für die pertura della Cina potrebbe per esempio comportare una mo-
einheimische Wirtschaft begründet werden kann. difica sconvolgente nel rapporto domanda-offerta Con riferi-
mento a simili evoluzioni la Svizzera deve presentarsi aperta
Drittens: Bei Investitionen im Ausland - das ist für die Schwei-
zer Wirtschaft besonders von Bedeutung - hat das Gatt-Mit- verso tutti i paesi.» (BU 1992 S 787, trad. dal tedesco) II mio
glied die ausländische Firma gleich zu behandeln wie einhei- «sì» è quindi d'obbligo, ben conscio comunque delle proble-
mische Unternehmen. Fairere Wettbewerbsbedingungen ha- matiche che l'accordo pone in diversi settori della vita econo-
ben die Marktteilnehmer auch dank der präzisierten Antidum- mica e sociale del nostro Paese.
pingmassnahmen oder .der Beseitigung weiterer technischer Es gilt, Vorteile und Nachteile des Gatt/WTO-Abkommens für
Handelshemmnisse zu erwarten. unser Land gegeneinander abzuwägen. Es handelt sich um
2. Gatt/WTO bedeutet ein «grösseres Handelshaus mit offene- ein umfangreiches Vertragswerk, dessen Grundziel der freie
ren Türen». Die Ergebnisse der Uruguay-Runde können dabei Welthandel ist Hier gilt es zu differenzieren: In vielen Wirt-
nur gesamthaft, als Paket, übernommen werden. Entweder schaftszweigen (ich denke z. B. an technische Produkte) ist
gehört ein Land der neuen Handelsorganisation mit all ihren der freie Welthandel erwünscht, da durch die Konkurrenz die
Abkommen an, oder es steht vollständig ausserhalb der technische Entwicklung gefördert und dem Konsumenten ein
neuen Welthandelsordnung. Das neue Gatt/WTO bringt somit grosses Angebot an hochwertigen Erzeugnissen garantiert
institutionell wie auch bezüglich seines inhaltlichen Geltungs-
wird.
bereiches einen qualitativen und quantitativen Sprung und Mit der Uruguay-Runde soll nun aber das Prinzip des Freihan-
kann nicht bloss als Weiterentwicklung der bisherigen Ord- dels verabsolutiert werden. Es sollen auch Bereiche dem Frei-
nung verstanden werden. Es ist für mich vielmehr als Anfangs- handelsprinzip unterstellt werden, in denen das kleinräumige
stufe eines neuen Prozesses zur umfassenden Regelung der Wirtschaften naturgemäss viel vorteilhafter wäre: die Landwirt-
Welthandelsbeziehungen zu werten. schaft, die Dienstleistungen und die kulturellen Werke. Die
3. Katastrophale Folgen eines Alleingangs: Vor allem in gewis-Gatt-Philosophie könnte zu einer Welt führen, in welcher der
sen Landwirtschaftskreisen spielt man mit dem Gedanken, an- Kanadier nur noch Weizen produziert, der Inder nur noch
gesichts der verlangten Verpflichtungen auf eine Unterzeich- Baumwolle, der Nigerianer nur noch Erdnüsse, der Deutsche
nung des neuen Gatt-Regelwerks zu verzichten. Diese Hal- nur noch Automobile, der Italiener nur noch Herrenkleider und
tung ist kurzsichtig und trägt den gesamtwirtschaftlichen Rah-der Schweizer nur noch Uhren und Käse.
menbedingungen der Wirtschaftspolitik nicht Rechnung. Für Als positive Auswirkungen seien jene im Bereich des Schutzes
die schweizerische Wirtschaft insgesamt wäre ein Alleingang der Herkunftsbezeichnungen und der Erfinderpatente oder-
ausserhalb des neuen Gatt/WTO ausserordentlich gefährlich. stellvertretend - auch im Bereich der schweizerischen Privat-
Man würde damit nicht nur auf die Vorteile der Uruguay-Runde versicherer erwähnt, ein Sektor, der in der Schweiz 48 000 und
verzichten, sondern die bisherige Rechtssicherheit des Markt- im Ausland 88 000 Arbeitsstellen garantiert
zugangs weitgehend verlieren. Das alte Gatt wird in einer Le conseguenze per l'ambiente? Secondo gli esperti sono da
Übergangsphase zwar noch bestehenbleiben. Diejenigen considerare sopportabili, visto anche che l'accordo non vieta
Länder, die der neuen Welthandelsordnung beitreten, werden ai singoli Stati di applicare sul proprio territorio misure più inci-
aber aus dem alten Gatt austreten oder dann die Anwendung sive a difesa dell'ambiente.
des Meistbegünstigungsprinzips sehr stark einschränken Kommen wir aber zum Zweig, der am schwersten betroffen
müssen. Andernfalls liefen sie Gefahr, die Vorteile des neuen wird, zur Landwirtschaft: Da convinto sostenitore dell'agricol-
Gatt/WTO ohne entsprechende Gegenleistungen an die aus- tura quale componente irrinunciabile nel contesto globale
serhalb der neuen Struktur verbleibenden alten Gatt-Mitglie- della nostra difesa integrata e con ciò della salvaguardia della
der weitergeben zu müssen. nostra indipendenza, non posso evidentemente trascurare gli
Die Risiken eines Gatt-Alleingangs wären aus meiner Sicht we- effetti negativi che il Gatt comporta per tale pilastro del nostro
sentlich höher als die mit dem negativen EWR-Entscheid ver- Paese. L'atteggiamento possibilista dell'Unione dei contadini
bundenen wirtschaftlichen Nachteile. Ausserhalb des Gatt/ svizzeri, la quale ritiene che l'agricoltura possa soprawivere
WTO wäre die Schweiz der Machtpolitik der grossen Länder anche nel contesto Gatt, comunque a determinate condizioni,
ausgesetzt, und die Unternehmen müssten eine erhebliche mi tranquillizza Vorrei però che il Consiglio federale garanti-
Rechtsunsicherheit im Marktzutritt in Kauf nehmen. Die sca di nulla tralasciare per soddisfare tali condizioni, segnata-
schweizerische Wirtschaft kann sich angesichts ihrer starken mente di operare in favore di misure fiancheggiatrici concrete,
internationalen Verflechtung einen Gatt-Alleingang nicht lei- di un finanziamento affidabile della politica agraria, di un man-
tenimento delle parti di mercato conquistate, di sfruttare al
sten. Dies gilt auch für inlandorientierte Branchen, deren Ent-
wicklung stark vom Wirtschaftsgang der Exportindustrie ab- massimo tutte le possibilità doganali concesse, di favorire gli
hängt. Der Gatt-Alleingang käme für die Schweiz einem Start adattamenti mediante una politica degli investimenti mirata al
in eine aussenwirtschaftliche Wüste gleich, und dies erst nochmiglioramento delle strutture produttive e di promuovere una
ohne Kompass. deregolamentazione a favore dell'agricoltura
Ich meine, die Notwendigkeit ist der beste Ratgeber. In diesemMi rassicura pure lo studio incoraggiante allestito dall'Istituto
Sinne bin ich für Eintreten ohne Wenn und Aber. per l'Agricoltura del Politecnico federale svizzero di Zurigo,
studio che segnala i vari problemi derivanti dal Gatt per i nostri
Morniroli Giorgio (D, TI): Bei der EWR-Debatte anlässlich der contadini, ma che li ritiene digeribili.
Herbstsession 1992 haben 33 oder 34 Kolleginnen und Kolle- Devo comunque menzionare la preoccupazione manifestata
gen ein Votum abgegeben. Nur vier haben sich gegen das Ab- dall'Unione contadini Ticinesi, la quale ritiene che, tenuto
kommen ausgesprochen und in der Schlussabstimmung conto del particolare assetto fondiario e pianificatorio in cui
auch dagegen gestimmt, nur zwei - ich Inbegriffen - haben für opera l'agricoltura ticinese, le ripercussioni dell'Accordo Gatt
29. November 1994 1113 Gatt/Uruguay-Runde
nel nostro Cantone saranno più acute di quanto affermato dal 4. Dazu gehört, dass die Bedenken der Landwirtschaft ernst
Consiglio federale nel suo rapporto del 5 luglio 1994. Pur non zu nehmen sind. Wir stellen im allgemeinen fest, dass die so-
opponendosi all'accordo, consapevoli dell'importanza che ri- genannte Urproduktion in ihrem Wert und in ihrer Bedeutung
veste per il benessere sociale ed economico futuro della Sviz- immer mehr abgewertet und unterschätzt wird. Wir können
zera, i contadini ticinesi sperano di poter contare su diverse heute feststellen, dass in Deutschland und Frankreich Land-
misure per loro vitali, in particolare concernenti il sostegno wirtschaftsbetriebe mit einer bewirtschafteten Fläche von
interno, il sostegno all'esportazione, misure concernenti l'im- 50 Hektaren und mehr nur noch Nebenerwerbsbetriebe sind
portazione, misure collaterali e di deregolamentazione, auto- und keine vollwertige Existenz mehr darstellen.
nomia regionale per la politica agricola, misure atte a ridurre Ohne mich im Detail zu verlieren, möchte ich hier die Ansicht
i costi di produzione, la promozione della cooperazione vertreten, dass die Massnahmen zugunsten der Landwirt-
transfrontaliera, l'integrazione nella politica economica regio- schaft so zu treffen sind, dass Betriebe mit 20 Hektaren und
nale, un'adeguata politica in materia di territorio agricolo, in- mehr bewirtschafteter Kulturfläche auch noch in absehbarer
fine la promozione della formazione e dell'aggiornamento Zeit eine Familienexistenz sichern können. Dass sich die Bau-
professionali. ern ernsthaft Gedanken über die Zukunft ihres Berufsstandes
Non posso che sostenere tutti questi desiderata dei nostri con- machen, widerspiegelt sich augenscheinlich in der Entwick-
tadini, i quali fanno appello alla nostra solidarietà confederata lung der Schülerzahlen der landwirtschaftlichen Schulen in
e non usano, lo voglio sottolineare, toni rivendicativi di stampo den letzten Jahren. In einigen Kantonen wurden bereits Schu-
sindacale. len geschlossen, in anderen sind die Schülerzahlen in den
Ribadisco il mio sostegno all'Accordo Gatt, convinto dell'im- letzten Jahren ganz markant zurückgegangen. Diese Hin-
patto tutto sommato positivo per il futuro sociale ed econo- weise zeigen deutlich, dass sich überall in Europa, und dar-
mico del nostro Paese, benché con qualche riserva mentale e über hinaus, Stadt-Land-Gegensätze auftun. Das ist auch bei
sperando che i nostri agricoltori non vengano delusi. uns der Fall. Gatt ist, nicht nur wirtschaftlich betrachtet, auch
ein innenpolitisches Problem und müsste vom Bundesrat und
Iten Andreas (R, ZG): Nach dieser Diskussion, in der die Gatt- vom Parlament zu einem innenpolitischen Thema gemacht
Verträge, wie erwartet, eine allgemeine Zustimmung fanden, werden.
möchte ich die Akzente noch etwas anders setzen. Zuerst Ich bin für Eintreten auf die Vorlage.
aber: Aus der Sicht meines Kantons sind die Gatt-Abkommen
lebenswichtig; die Regierung hat denn auch in ihrer Vernehm- Gemperli Paul (C, SG): Heute morgen ist schon sehr viel über
lassung die Ratifikation klar begrüsst. Ich schliesse mich die- das Grundsätzliche zum Gatt gesagt worden. Ich möchte nicht
ser positiven Würdigung an. Der internationale Handel und längst Gesagtes wiederholen. Jedermann ist ja für Eintreten,
Austausch ist Grundlage unseres Wohlstandes. und Überzeugte noch einmal zu überzeugen ist meines Erach-
Wer also kann gegen die Gatt-Verträge sein? Es ist gut, dass tens überflüssig.
Herr Büttiker vorhin noch einmal auf die positiven Aspekte der Ich möchte einen Gedanken aufnehmen: die Frage der
Gatt-Verträge hingewiesen hat. Ich möchte deshalb nur auf in- Arbeitsplätze. Wir haben in diesem Saal schon verschiedent-
nenpolitische Folgen aufmerksam machen, die es dringend lich über die Arbeitsplätze diskutiert, nicht zuletzt auch im
zu beachten gilt. Jede Öffnung der Märkte, jede Dynamisie- Zusammenhang mit der Arbeitslosenversicherung. Wir waren
rung der wirtschaftlichen Tätigkeit, hat gegenläufig innenpoliti- uns darüber einig, dass es darum geht, den Wirtschafts-
sche Konsequenzen, die nicht unterschätzt werden dürfen. standort Schweiz zu erhalten und dass das Gatt/WTO-
Ich weise auf vier Punkte hin: Abkommen der Weg ist, um neue Arbeitsplätze zu schaffen
1. Je mehr sich der Megatrend in der Wirtschaft verstärkt, um und bestehende Arbeitsplätze zu erhalten. Die Ratifizierung
so ohnmächtiger fühlt sich der einzelne Mensch. Er hat das des Gatt/WTO-Abkommens ist deswegen wichtig, weil wir
Gefühl, seine Autonomie und Selbstbestimmung einzubüs- damit eine ganz entscheidende Rahmenbedingung für unser
sen; er fühlt sich ausgeliefert. Die wirtschaftlichen Führungs- Land setzen.
kräfte erhalten mehr Einfluss, und die grossen internationalen Ich habe noch einen zweiten Gedanken, der mir etwas auf der
Konzerne haben mehr Macht. Um so sorgfältiger und umsich- Seele lastet Die Schweiz ist seit Jahrzehnten eine Nation, die
tiger muss in den Betrieben auf das menschliche Klima geach- Handel treibt, die hochwertige Produkte herstellt und diese in
tet werden, um so mehr muss der Mensch in den Mittelpunkt der Welt anbietet und auch verkauft. Ich glaube, dieses Quali-
gestellt werden. Zu Peter-Josef Schallberger möchte ich sa- tätsempfinden, dieses Forschen und Entwickeln und dieses
gen, dass der Prozess, den er kritisiert hat, wahrscheinlich irre- Präsentsein auf der ganzen Welt sind ein Teil der schweizeri-
versibel ist. Um so mehr muss aber in der Wirtschaft eine Gei- schen Identität. Das gehört zu uns. Wenn wir diese Identität
steshaltung postuliert werden, nach der der Mensch als nicht mehr hätten, würde letztlich auch die Schweiz als Gan-
Mensch respektiert und geachtet wird. Daran müssen wir auch zes leiden. Ich glaube, auch das ist ein Element, das diesen
als Politiker erinnern; wir dürfen in dieser Anstrengung nicht Staat letztlich zusammenhält: das Wissen um die gemein-
nachlassen. same Tüchtigkeit, darum, im wirtschaftlichen Bereich etwas er-
2. Die Verunsicherung auf den untersten Ebenen der Be- arbeiten und etwas erreichen zu können. Ich glaube, auch un-
triebe kann sich auch innenpolitisch auswirken, indem die ter diesem Gesichtspunkt haben wir allen Grund, dem Gatt/
sozialen Spannungen und Kämpfe zunehmen. Es gehört WTO-Abkommen zuzustimmen.
deshalb zu den vornehmen Aufgaben der Politik, innenpoliti- Ich halte auch dafür, dass das Gatt kein Ersatz für den EWR ist.
sche Gegengewichte zu setzen. Der Bürger darf nicht das Aber nachdem wir den Beitritt zum EWR verweigert haben, ist
Gefühl bekommen, die Internationalisierung mache ihn zu ei- das Gatt für uns noch wichtiger geworden. Wir müssen wenig-
nem reinen Handels- oder Wirtschaftsobjekt. «Heimat» erhält stens versuchen, einheitliche Regeln zu schaffen, damit wir zu
unter dieser Bedingung eine neue Bedeutung. «Heimat» ist einem Austausch von Gütern und Dienstleistungen auf globa-
ein Zukunftsbegriff, er wird also wieder stärker ins Zentrum ler Ebene kommen können. Ich glaube, in dieser Hinsicht ist
rücken. das Gatt/WTO-Abkommen von entscheidender Bedeutung.
3. Wir wissen, dass bei der Dynamisierung der Märkte die Dis- Dann noch etwas zum Souveränitätsverlust, der vorhin ange-
paritäten zwischen den Regionen zunehmen. Die Herren Bisig führt wurde: Wir haben bei allen internationalen Verträgen, die
und Cavelty und auch andere haben darauf nachdrücklich hin- wir abgeschlossen haben, in der einen oder anderen Weise ei-
gewiesen. Der soziale Ausgleich ist darum wichtig. Der Staat nen Souveränitätsverlust erlitten. Auch die Eidgenossen auf
hat hier eine vornehme Aufgabe. Ich begrüsse deshalb Pro- dem Rütli haben einen Souveränitätsverlust in Kauf genom-
jekte, die sich mildem regionalen Ausgleich beschäftigen. Die men, weil sie in bestimmten Situationen gemeinsam handeln
Technologiepolitik des Bundes, wie sie die GPK mit Herrn mussten und nicht mehr allein handeln konnten. Das ist ange-
Bundesrat Delamuraz diskutiert, sieht regionale Ausgleichs- sichts der Globalisierung, der wir heute gegenüberstehen,
projekte vor. Die Bevölkerung im ländlichen Raum muss von nicht das Problem.
«Bern» vernehmen, dass der regionale Ausgleich nicht ein lee- Gemeinsame Probleme, gemeinsamer Austausch von Gütern
res Wort ist und Dienstleistungen verlangen auch gemeinsame Regeln,
Gatt/Cycle d'Uruguay 1114 29 novembre 1994
und ohne diese müsste letztlich jeder wieder auf sich selber nicht das Problem des Gatt, sondern des politischen Willens,
zurückfallen. der sich im Landesinnern zeigen muss, des politischen Wil-
Nun gibt es ein Problem im Zusammenhang mit dieser Ratifi- lens, hier zu einem gerechten Ausgleich unter den Regionen
zierung: Es geht um das «Gesetz der unerwünschten Neben- zu kommen.
wirkungen» oder, populärer ausgedrückt, die Tatsache, dass Das Gatt/WTO-Abkommen löst nicht alle unsere Probleme.
dort, wo Licht ist, eben auch Schatten ist Es können nicht Das Gatt/WTO-Abkommen verlangt von uns, dass wir später
alle immer gleich viel von allen Massnahmen profitieren. Und innenpolitisch neue Schritte unternehmen, dass wir überprü-
da ist es unbestritten, dass sich der Druck auf die schweizeri- fen, wo Vorteile, wo Nachteile entstanden sind und dann zu
sche Landwirtschaft erhöhen wird, wobei wir allerdings in- gerechten Ausgleichsmassnahmen schreiten; aber immer un-
nenpolitisch mit dem 7. Landwirtschaftsbericht bereits auch ter Berücksichtigung der Tatsache, dass es auch bei den
Zeichen gesetzt haben, nicht allein im Zusammenhang mit Schwachen nicht einfach nur Verlierer, sondern eben auch
dem Gatt Gewinner geben wird.
Ich teile aber die Meinung, dass im Gefolge des Gatt/WTO- In diesem Sinne bin ich für Eintreten auf die Vorlage.
Abkommens die Landwirtschaft nicht nur Nachteile entgegen-
zunehmen hat Wir dürfen anerkennen, dass es unserer Ver- Jagmetti Riccardo (R, ZH): Wer mit Parlamentariern oder
handlungsdelegation gelungen ist, die Multifunktionalität der auch mit Regierungsmitgliedern - Sie verzeihen die Reihen-
Landwirtschaft zu verankern. Das scheint mir eine entschei- folge, Herr Bundesrat - anderer Staaten spricht, ist erstaunt,
dende Grosse zu sein, ein Fortschritt Jedes Land hat mit der wie wenig Gewicht unsere Gesprächspartner dem Gatt ge-
Verankerung dieses Prinzips das Recht, eine ihm eigene ben. Gewiss, auch für sie ist das Abkommen bedeutsam,
Landwirtschaft zu betreiben. Das ist eine Sicherheit, die wir in aber das Gespräch führt dann rasch zu anderen Fragen. Prio-
diesem «internationalen Konzert» haben. Die schweizerische ritär scheint unseren europäischen Gesprächspartnern die
Verhandlungsdelegation verdient Dank dafür, dass sie diesen globale Handelsordnung nicht Sind wir auf dem richtigen
wichtigen Fortschritt erzielen konnte. Weg, wenn wir selbst im Gatt/WTO-Abkommen und allem,
Weiter ist es für mich wichtig, dass die produkteunabhängi- was dazu gehört, einen so grossen und wichtigen Schritt se-
gen Direktzahlungen zum Ausgleich der Einkommensaus- hen, der die Hälfte unseres Rates veranlasst - und zu allem
fälle anerkannt werden. Auch hiermit ist ein Instrument ge- Überfluss eben auch noch mich -, in der Eintretensdebatte
schaffen worden, das dann, wenn wir es richtig einsetzen, das Wort zu ergreifen?
unserer Landwirtschaft ein Überleben gewährleisten kann. Es Dass wir dem Abkommen solches Gewicht geben, halte ich
gibt zwar Umstellungen, aber letztlich ist ein Instrument vor- für richtig. Für die Schweiz kommt nämlich 1994 dem Gatt
handen. und den damit verbundenen multilateralen Handelsüberein-
Das Problem liegt nicht so sehr in den Instrumentarien, die wir künften mehr Gewicht zu als unseren europäischen Handels-
heute zur Verfügung haben, sondern das Problem liegt darin - partnern. Erstens sind wir mit der Europäischen Union einst-
das ist die Angst -, dass diese Instrumente nicht eingesetzt weilen nur durch das Freihandelsabkommen von 1972 ver-
werden. In der Richtung, glaube ich, ist der Vorschlag unserer bunden, so dass wir am gemeinsamen Markt nur in begrenz-
WAK richtig, dass wir eine Umlagerung der Preisabbaumass- tem Mass teilnehmen und von der Wirtschaftsmacht, welche
nahmen auf das Gebiet der Direktzahlungen vornehmen soll- die Europäische Union gegenüber Mitbewerbern auf den
ten, mindestens während der Übergangsfrist Dann kommt Weltmärkten geltend machen kann, nicht profitieren. Zwei-
dazu, dass die Sonderschutzkjausel es erlaubt, den schweize- tens gehen wohl zwei Drittel unserer Exporte nach Destinatio-
rischen Agrarmarkt - in einer Übergangsfrist wenigstens - vor nen in Europa Das bedeutet aber zugleich, dass ein Drittel in
überbordenden Importen zu schützen. Ich glaube, in der Rich- aussereuropäische Märkte geht. Ein hoher österreichischer
tung ist einiges erreicht worden. Beamter sagte mir, die Exporte unseres Nachbarlandes gin-
Es gilt jetzt meines Erachtens, nicht so sehr die Instrumenta- gen nur 500 Kilometer weit Wir haben bei aller Bedeutung,
rien zu kritisieren, sondern mit diesen Instrumentarien zu den der europäische Warenaustausch für uns hat, auch im
operieren; wichtig ist vielmehr, dass man sagt, was diese In- Welthandel einen Platz. Die asiatischen Märkte sind die
strumentarien konkret bringen, und dass man das Vertrauen grössten Wachstumsmärkte der letzten Jahre. Das ist na-
schaffen kann, dass diese Instrumentarien auch tatsächlich mentlich für unsere Maschinenindustrie von Bedeutung, die
eingesetzt werden, eben zur Erhaltung einer leistungsfähigen wichtigster Exportzweig bleibt und mehr als zwei Drittel ihrer
Landwirtschaft Ich glaube, hier liegt das Problem, hier muss Produktion ins Ausland verkauft Daher braucht unser Land
das Vertrauen geschaffen werden, damit auch letztlich die eine Welthandelsordnung.
Landwirtschaft dem Gatt/WTO-Abkommen zustimmen kann. Ja, Herr Onken, wir unterstellen uns dieser Ordnung, wenn wir
Gestatten Sie mir noch ein Wort zur Regionalpolitik. Ich habe morgen dem Entwurffür einen Bundesbeschluss über die Ge-
diese Unterlagen sehr eingehend studiert und die Auswirkun- nehmigung der in den Multilateralen Handelsverhandlungen
gen der Uruguay-Runde auf die Regionen angesehen, nicht unter der Ägide des Gatt (Uruguay-Runde) erzielten Ergeb-
zuletzt deswegen, weil ich ja auch in einem Kanton wohne, der nisse zustimmen. Auch die Teilnahme an den plurilateralen
etwas unter dem «Randlagesyndrom» leidet Ich muss hier Verträgen bindet uns. Zugleich aber binden sich die anderen
doch etwas warnen: Wir Schweizer haben uns angewöhnt, Länder uns gegenüber. Vergessen wir das nicht Wir gehören
wenn wir einen Franken mehr bekommen, sogleich zwei bis nicht zu den G-7-Staaten, den sieben Grossen der Weltwirt-
drei Franken zu verlangen; und so kommt mir jetzt diese Dis- schaft, sind aber von den globalen Märkten abhängig. Das gilt
kussion vor. für die Wirtschaftslage unseres Landes, damit aber auch für
Ich möchte doch bitten, auch die Fakten zu beachten. Wenn die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung und für unsere sozia-
Sie nämlich die Seite 21 dieses- meines Erachtens guten und len Einrichtungen. Und hier sichert uns die multilaterale Ord-
detaillierten - Berichtes ansehen, dann stellen Sie fest, dass nung faire Wettbewerbsbedingungen. Auf gleich lange
eben z. T. auch schwache Regionen und Randregionen in die- Spiesse ist der kleine Mitbewerber ganz besonders angewie-
ser ganzen Situation Gewinner sein können, in dieser ganzen sen, damit er nicht später im bilateralen Verhältnis die Bedin-
Situation. An zweiter Stelle bei den Gewinnern steht der Jura gungen der Grossen einfach übernehmen muss. Vergessen
An vierter Stelle steht der Kanton Neuenburg. Meines Wissens wir also nicht: Bindung ist da Sie schränkt unsere Handlungs-
sind das nicht Kantone, die sich durch besondere Finanzkraft freiheit ein. Sie schränkt aber auch die Handlungsfreiheit der
auszeichnen. Sie sind eindeutig Gewinner des Gatt und dieser anderen uns gegenüber ein, und das ist für den Wettbewerbs-
gesamten Situation. Im oberen Mittelfeld und im Mittelfeld ha- teilnehmer von besonderer Bedeutung. Es gilt im übrigen
ben wir beispielsweise die Kantone St Gallen - auch nur ein nicht nur für die weltweit tätigen Unternehmen. Im Gegenteil,
mittelstarker Kanton -, Thurgau, Tessin und Appenzell Ausser- diese können ihre Produktionsstandorte verlagern und haben
rhoden. Es ist also nicht so, dass die Randregionen nur leiden, das auch schon teilweise getan. Aber für jene, die nur einen
es gibt auch Randregionen, die profitieren. Aber dennoch: Die Produktionsstandort in der Schweiz haben und trotzdem am
relativen Wohlstandsunterschiede können natürlich verstärkt internationalen Wettbewerb teilnehmen, ist das von allergröss-
werden; das muss beachtet werden. Aber dieses Problem ist ter Bedeutung.
29. November 1994 1115 Gatt/Uruguay-Runde
Ähnliche Überlegungen gelten für das Trips-Abkommen über durch das Gatt keine innenpolitischen Probleme, das müssen
Urheberrecht, Patentrecht usw. Die Schweiz hat erst 1888 ein wir ganz deutlich sagen. Dafür ist das Gatt gar nicht zuständig.
Patentgesetz erlassen. Vorher nutzte unsere langsam sich ent- Das Gatt dient, wie gesagt, insbesondere auch der Berechen-
wickelnde Industrie die Innovation der anderen. Heute stehen barkeit des Welthandels.
wir auf der Seite der Innovatoren, die darauf angewiesen sind, Die Dynamisierung der Märkte findet auf jeden Fall statt, und
dass die enormen Forschungsanstrengungen nicht einfach sie findet schon jetzt statt Ob wir wollen oder nicht, es ist ein-
von den anderen gratis mitgenutzt werden. Das gilt in beson- fach so. Deshalb ist es für uns wichtig, dass diese Berechen-
derem Masse für unsere chemische Industrie. Aber es gilt barkeit da ist
auch für die innovativen kleinen und mittleren Betriebe, die Ni- Man hat von Verlierern und Gewinnern gesprochen. Davon
schenpolitik betreiben und Produkte entwickelt haben, mit de- spricht man schon seit Monaten. Eigentlich bedaure ich es,
nen sie in einem kleinen Bereich eine wichtige Stellung im dass man in Verlierer und Gewinner einteilt.
Wettbewerb einnehmen. Ich denke, dass das Gatt und insbesondere die neue Welthan-
Die Überlegungen gelten schliesslich für die Dienstleistun- delsorganisation eine Notwendigkeit sind, und es ist für uns
gen, also für das Gats-Abkommen. Unsere Handelsunterneh- eine Notwendigkeit, dabei zu sein. Es ist wichtig für uns alle,
men, Banken und Versicherungen erbringen ihre internationa- ob wir Landwirte, Nichtlandwirte, Städter oder Konsumenten
len Leistungen nicht einfach hier, um sie zu exportieren, son- sind. Es ist für uns alle ein Gewinn, wenn Sie es so wollen.
dern in zunehmendem Masse auch im Ausland, wo sie Ar- Die Landwirtschaft ist durch zwei Massnahmen touchiert -
beitsplätze scharfen und Steuern bezahlen. Das ist vernünftig, auch hier ein bisschen Nüchternheit in die Sache. Es wurde
es ist auch in einem gewissen Sinne gerecht, aber wir sollten bis jetzt immer nur gesagt, die Landwirtschaft sei der Verlierer.
durch die multilaterale Ordnung verhindern, dass die Verlage- Ich bin nicht dieser Meinung. Ich meine, die Landwirtschaft
rung ins Ausland immer weiter voranschreitet. muss sich ohnehin in den nächsten Jahren gemäss 7. Land-
Das mag nun nach dem Egoismus des reichen Landes tönen. wirtschaftsbericht in eine Richtung bewegen, die nicht so ein-
Ich möchte es anders benennen: Behauptung der Stellung ei- fach ist, und wir müssen sicher aufpassen, dass sie uns erhal-
nes kleineren Landes im globalen und härter werdenden Wett- ten bleibt. Aber wir müssen auch die Strukturen nicht weiter
bewerb. Nicht einer Weltordnung schlechtweg treten wir bei, zementieren - Sie kennen meine Meinung.
wenn wir beiden Beschlussentwürfen zustimmen, sondern ei- Was bringt das Gatt für die Landwirtschaft? - Es bringt einen
ner Welthandelsordnung. Abbau der Zölle. Diese wurden aber so hoch angesetzt, dass
Wir brauchen darüber hinaus - das ist völlig unbestritten - für die Landwirtschaft im Grunde genommen nichts verloren-
eine Friedens- und Sicherheitsordnung, die wir in der KSZE geht. Das müssen wir einfach sehen. Wir haben darüber nicht
massgeblich mittragen und, von mir aus gesehen, auch in der gesprochen. Kein Mensch in diesem Rat hat darüber gespro-
Uno mittragen sollten. Wir brauchen über die Handelsord- chen. Aber es ist so, dass die Zölle so angesetzt wurden, dass
nung hinaus eine Umweltordnung. In diesem Sinne sind wir sich im Grunde genommen die Konsumenten fragen müssen,
der Klimakonvention und der Konvention über die biologische ob sie nicht höhere Preise bezahlen müssen, zumindest in
Vielfalt sowie verschiedenen europäischen Abkommen beige- den nächsten Jahren. Man hat hier also bereits auf die Land-
treten. Auch ich bin der Meinung, dass das Nord-Süd-Gefälle wirtschaft Rücksicht genommen.
uns stark betrifft, weil Hunger und Elend in weiten Teilen der Die Landwirtschaft wird weiter dadurch tangiert, dass die in-
Welt unserer Wertordnung widersprechen und ein grosses terne Stützung abgebaut wird. Aber auch dieser Abbau wird
Konfliktpotential beinhalten. Ja zur Welthandelsordnung zu durch die Direktzahlungen aufgefangen - ich glaube, da sind
sagen heisst aber nicht, dass die anderen Aufgaben, die einer wir uns ja einig.
globalen Lösung bedürfen, vernachlässigt werden sollen. Die Probleme der Landwirtschaft sind auch ohne Gatt-Diskus-
Heute aber steht die Welthandelsordnung zur Debatte, und sion da, und sie müssen in den nächsten Jahren bewältigt wer-
hier geht es um die Öffnung und um gerechte Bedingungen im den. Wir haben auch Probleme in Bereichen im Anschluss an
Wettbewerb, auf die unser Land angewiesen ist. die Landwirtschaft, Probleme in der Nahrungsmittelindustrie,
und diese wiederum sind von den Gatt-Vereinbarungen unse-
Weber Monika (U, ZH) : Es liegt mir daran, noch ein paar nüch- res Landes abhängig und auch von den Gatt-Abkommen un-
terne Worte zu formulieren und vor allem ein bisschen zu ent- serer Nachbarn.
dramatisieren. Ich habe das Gefühl, als seien wir an einer Be- Ich bin der Meinung, dass wir uns generell fragen sollten: Wel-
erdigung, und dabei denke ich, wir sollten mit ein bisschen ches sjnd unsere Chancen? Da gibt es in der Textilbranche
Freude in die Zukunft schauen. Man muss auch darauf hinwei- ganz sicher Chancen, im Bereich des geistigen Eigentums, in
sen, dass wir mit den Gatt/WTO-Übereinkommen, mit der Rati- der Maschinenindustrie und im Dienstleistungssektor ganz
fizierung der achten Runde, keine Neuerfindung des Gatt ma- generell. Ich denke, anstatt immer nur zu klagen, sollten wir
chen, sondern wir sind ja bereits seit 1958 im Beobachtersta- einmal einen positiven Ton anschlagen und eine Aufbruchs-
tus und seit den sechziger Jahren als Vollmitglied mit dabei. stimmung markieren.
Wenn man sich überlegt, welches die drei Funktionen des Gatt Ich bin für Eintreten auf die Vorlage.
sind, kann man zuerst einmal sagen: Für die Schweiz ent-
scheidend ist sicher, dass sich die Gatt-Verträge nicht mehr al- Flückiger Michel (R, JU), rapporteur: La première observation
lein auf die Waren beziehen, sondern auch auf die Dienstlei- à faire aux termes d'un débat intéressant autant qu'instructif,
stungen und auf das geistige Eigentum. Das ist der entschei- c'est que, parmi les orateurs, personne - je dis bien person-
dende Punkt, und das ist für die Schweiz sehr wichtig. Ich ne - ne s'est opposé à l'entrée en matière, ce qui est conforme
denke da z. B. an den Textilbereich, an den Computerbereich avec l'unanimité acquise en commission en faveur de ces ac-
usw., an all die Bereiche, wo wir Chancen haben, auf dem cords.
Weltmarkt tätig zu sein. Certes, quelques collègues ont émis des réserves inspirées
Zweitens ist ganz entscheidend, dass das Gatt seit eh und je de la situation de l'agriculture, elle-même influencée par l'Ac-
immer dafür da war, dem schrittweisen Abbau der Handels- cord du Gatt sur l'agriculture. Cependant, ces collègues n'ont
hemmnisse förderlich zu sein. Auch das hat für uns nur posi- pas contesté que les Accords du Gatt forment un tout qui profi-
tive Folgen auf dem Weltmarkt gehabt. tera à notre économie en général, une conviction que votre
Drittens - auch das ist ganz entscheidend für die Schweiz - commission partage, comme déjà dit, à l'unanimité.
bedeutet das Gatt, dass Regelungen zugunsten der Bere- La plupart d'entre vous ont procédé aune démarche prospec-
chenbarkeit des Welthandels gemacht werden. Gerade die- tive et affirmé qu'il est permis de penser que l'issue du Cycle
ses Faktum kommt einem kleinen Land zugute, es ist ganz ent- d'Uruguay bonifiera notre économie, qu'il est permis de pen-
scheidend, und die Meistbegünstigungsklausel ist für uns so- ser que les finances publiques, à leur tour, profiteront d'un re-
gar existentiell wichtig. tour plus marqué de la croissance et que, dans la foulée, on
Ich denke, dass zum Teil doch ein bisschen stark in Nabel- équilibrera probablement plus facilement nos budgets publics
schau gemacht wurde. Das ist legitim, aber diese Sichtweise et que les moyens d'assurer les paiements directs compensa-
geht im Grunde genommen an der Sache vorbei: Wir lösen toires à l'agriculture seront ainsi disponibles.
Gatt/Cycle d'Uruguay 1116 E 29 novembre 1994
C'est un président privilégié que celui d'une commission
unanime qui vous recommande et vous réitère d'entrer en
matière.
Die Beratung dieses Geschäftes wird unterbrochen
Le débat sur cet objet est interrompu
Schluss der Sitzung um 12.30 Uhr
La séance est levée à 12 h 30
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Uhlmann Uruguay-Runde und gesunder Bauernstand
Interpellation Uhlmann Uruguay Round et saine paysannerie
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1994
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 02
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3403
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 29.11.1994 - 08:00
Date
Data
Seite 1096-1116
Page
Pagina
Ref. No 20 025 095
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