Parliamentary Debate on Canton-Specific EWR Citizen Quotas
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe parliament debated a postulate proposing to grant cantons the authority to independently determine the proportion of EWR (European Economic Area) citizens within their resident population, aiming to empower border regions economically after the rejection of the EEA treaty. The government, however, rejected the postulate, arguing that such decentralization of immigration policy would undermine the goal of a unified Swiss domestic market and contradict federal law which assigns immigration legislation to the federal government, while also pointing to existing federal liberalization efforts in immigration policy.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 13 BVO, Art. 69ter Absatz, Art. 9 haben, Art. 9 der Bundesverfassung, Art. 69ter Absatz 1 der Bundesverfassung; Parliamentary Debate on Canton-Specific EWR Citizen Quotas: The government, however, rejected the postulate, arguing that such decentralization of immigration policy would undermine the goal of a unified Swiss domestic market and contradict federal law which assigns immigration legislation to the federal government, while also pointing to existing federal liberalization efforts in immigration policy.
Schlagwörter
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KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the basis for federal competence in immigration law, which is relevant to the proposed federalization of immigration policy by cantons.
Cited to establish that legislation on entry, stay, and settlement of foreigners falls under federal competence.
Volltext
Postulat Plattner 992 9 décembre 1993
Was die Kontrollen in den Cabarets und Dancings betrifft: Das #ST# 93.3356
ist ein gangbarer Weg, aber wir dürfen nicht in eine Art Sitten-
polizei verfallen, wo wir hingehen und bewerten: Ist das nun Postulat Plattner
künstlerisch genug oder nicht? Die Frauen werden nicht für
künstlerische Zwecke geholt, auch wenn das in einer Tanzdar- Kantonale Freizügigkeit
bietung verlangt wird. für EWR-Angehörige
Zu den mittel- und längerfristigen Massnahmen, Herr Bundes- Effectif des ressortissants de I'EEE.
rat: Sie haben das Problem zwischen dem Dreikreisemodell
Libre décision des cantons
und unserer Aufenthaltsregelung angesprochen. In der Tat
gibt das Probleme. Aber ich bin der Ueberzeugung, dass wir
die Menschenwürde in unserem Staat über ein Dreikreisemo-
dell stellen müssen-die ist in Gottes Namen ein höherer Wert.
Heute werden diese Frauen auch nicht nach dem Dreikreise-
modell, sondern in beliebiger Zahl in die Schweiz gelassen. Wortlaut des Postulates vom 18. Juni 1993
Wir müssen eine Lösung finden, die die Ausbeutung der Unter Bezugnahme der Anregung eines Basler Juristen (Ste-
Frauen verhindert. Die Ausbeutung der Frauen verhindern wir phan Breitenmoser, «NZZ», Nr. 136, 16.6.1993) bitte ich den
vor allem, indem wir erstens die Zahl limitieren, so dass weni- Bundesrat, zu prüfen und zu berichten, wie im Sinne einer Auf-
ger einreisen können und wodurch ihre Position verbessert wertung der grenzüberschreitenden Regionen möglichst bald
wird, und indem sie zweitens auch eine andere Tätigkeit an- die Kompetenzen der Kantone bei der Regelung von Aufent-
nehmen können. halt und Niederlassung von Ausländern so erweitert werden
Das ist heute nicht möglich. Ich danke Ihnen, dass Sie bereit können, dass die einzelnen Kantone oder regionale Gruppen
sind, die Empfehlung entgegenzunehmen. Sie ist aktuell. Sie von Kantonen zusammen den Anteil von Bürgerinnen und
anerkennen sie, aber ich bitte Sie, auf die genannten Punkte Bürgern aus EWR-Ländern an ihrer Wohnbevölkerung selb-
mehr Gewicht zu legen und auf ein rasches Ergebnis betref- ständig bestimmen dürfen.
fend die Aenderung von Artikel 13 BVO zu drängen. Ich werde Mit einer entsprechenden «kleinen Reföderalisierung der Aus-
die Angelegenheit im Auge behalten. länderpolitik» ohne Einschränkung der bereits bestehenden
gesamtschweizerischen Freizügigkeitsrechte von Ausländern
Frau Weber Monika: Ich kann mich erinnern, dass Frau Sim- könnten insbesondere die Grenzkantone ihrer wirtschaft-
men vor zwei Jahren einen Vorstoss in dieser Sache unter- lichen Abschnürung vom grenznahen Ausland wirksam be-
nommen hat Ich bin Herrn Frick sehr dankbar, dass er jetzt gegnen.
nachgestossen hat. Ich weiss nicht, was dieses Gesäusel hier
soll - erlauben Sie mir diesen Ausdruck! Hier gibt es nieman- Texte du postulat du 18 juin 1993
den, der gegen das Handeln wäre. Deshalb bitte ich den Bun- Me fondant sur une proposition faite par un juriste bâlois, M.
desrat, dringend zu handeln. Stephan Breitenmoser, dans la «NZZ» No 136 du 16 juin 1993
Ich sehe gar nicht, wer den Bundesrat daran hindern könnte, et pour donner plus de poids aux régions frontalières, je prie le
hier zu handeln. Deshalb verstehe ich nicht, was wir hier hin Conseil fédéral d'étudier la possibilité d'étendre au plus vite la
und her reden und grosses Lob austeilen. compétence des cantons en matière de séjour et d'établisse-
Ich glaube, hier muss einfach gehandelt werden! Ich bitte den ment des étrangers, en permettant à chacun d'eux ou aux
Bundesrat darum! groupes régionaux qu'ils formeraient de fixer en toute autono-
mie le pourcentage de ressortissants des pays de l'EEE qu'ils
Bundesrat Koller: Frau Weber Monika, ich habe gesagt, dass souhaiteraient compter dans leur population résidante.
ich zu handeln bereit bin, aber man darf jetzt natürlich nicht so Grâce à cette décentralisation, minirelance du fédéralisme,
tun, als ob es das Einfachste auf der Welt wäre. Herr Frick hat qui n'entrave pas la liberté d'établissement des étrangers au
selber gesagt, dass auch er kein Verbot von Tänzerinnen und plan fédéral, les cantons frontaliers, surtout eux, pourraient ve-
von entsprechenden Darstellungen will. Wenn wir aber kein nir à bout de l'isolement économique dont ils souffrent, face
Verbot wollen, dann bleibt uns natürlich nur die Missbrauchs- aux pays étrangers limitrophes.
bekämpfung. Wie wir diese Missbrauchsbekämpfung ange-
hen wollen, habe ich bereits ausgeführt.
Ich glaube, dass in den Ausführungen von Herrn Frick noch Mitunterzeichner - Cosignataires: Béguin, Büttiker, Coutau,
ein Missverständnis vorlag. Wenn ich sage, wir weisen die Delalay, Gemperli, Loretan, Martin Jacques, Onken, Rey-
Kantone an, vermehrt Kontrollen zu machen, dann geht es na- mond, Rhinow, Roth, Salvioni, Schule, Seiler Bernhard, Weber
türlich nicht um eine Beurteilung, ob Vorführungen künstle- Monika (15)
risch seien oder nicht; aber offenbar gibt es heute sehr, sehr
viele Tänzerinnen, die überhaupt keine Vorführungen ma- Plattnenlch habe in meinem Vorstoss den Gedanken eines
chen, die tatsächlich exklusiv zur Animation angestellt wer- Basler Juristen, Herrn Stephan Breitenmoser, aufgenommen.
den. Das ist natürlich ein klarer Missbrauch, den wir beheben Ich stütze mich auch in meiner Begründung stark auf seinen
müssen. Gedankengang, den er seinerzeit in der «NZZ» publiziert hat.
Noch ein letztes Problem: Wir können natürlich nicht jede Nachdem das Schweizervolk am 6. Dezember 1992 den
Frau, die sich als Tänzerin meldet, nachher einfach ohne wei- EWR-Beitritt abgelehnt hatte, wurden vor allem in den Grenz-
teres in unseren Arbeitsmarkt aufnehmen; dies wäre eine kantonen verschiedene Möglichkeiten diskutiert, wie die be-
Möglichkeit, unkontrolliert zu einer Arbeit in der Schweiz zu fürchteten negativen Auswirkungen vermieden oder wenig-
kommen. Das geht natürlich auch nicht Deshalb geht es wirk- stens gemindert werden könnten. Solche Bestrebungen füh-
lich darum, die Missbräuche effizienter zu bekämpfen; da bin ren immer wieder zur Frage, ob die im EWR gewährleisteten
ich entschieden dafür. Aber es wäre falsch, wenn man so täte, Grundfreiheiten, auf die wir dann verzichtet haben, im regiona-
als ob wir überhaupt die Patentlösung auf den Tisch des Hau- len oder im föderalen Rahmen verwirklicht werden könnten.
ses legen könnten. Das trifft nicht zu. Von den vier Grundfreiheiten des EWR-Vertrags bietet sich als
solche grenzüberschreitende Regelung der Kantone insbe-
Schmid Carlo: Ich will nicht säuseln - ich hätte auch ge- sondere die Freizügigkeit der Personen an. Die Idee wäre, den
säuselt. einzelnen Kantonen die Möglichkeit zu geben, ihren Anteil an
gewissen Kategorien von Ausländern -weil es um den EWR-
Ueberwiesen - Transmis Vertrag geht; von EWR-ansässigen Ausländern - selbständig
zu bestimmen. Den kantonalen Arbeitsmarktbehörden würde
dadurch ein Instrument in die Hand gegeben, um auf die Be-
dürfnisse der auf ihrem Gebiet angesiedelten Unternehmen zu
reagieren.
9. Dezember 1993 993 Postulat Plattner
Die schon jetzt vorhandene Gesetzgebung würde auch garan- Massnahmen zur Erleichterung des Kantonswechsels. Mit ei-
tieren, dass dies nicht auf Kosten der Schweizer Arbeitnehme- ner rein föderalistischen Lösung, die auf einen Kanton be-
rinnen und Arbeitnehmer geschehen müsste. Da eine Bewilli- schränkt wäre, Hesse sich aber dieses Ziel eindeutig nicht er-
gung zudem nur für das Gebiet jenes Kantons gültig wäre, der reichen. Im Gegenteil, es würde mit grösster Wahrscheinlich-
sie erteilt hätte, müsste auch nicht befürchtet werden, dass keit zu ganz unterschiedlichen Ausländerpolitiken in den ein-
diese liberalere, föderale Ausländerpraxis eines Kantons einer zelnen Kantonen kommen. Das wäre wieder An lass zu Wettbe-
nationalen «Ueberschwemmung» durch Ausländer Tür und werbsverzerrungen, die unseren Bemühungen für den Bin-
Tor öffnen würde - wenn ich dieses böse Wort gebrauchen nenmarkt Schweiz komplett zuwiderlaufen.
darf. Der freie Personenverkehr des EWR umfasst neben dem Auf-
Der Vorschlag von Herrn Breitenmoser, den ich übernommen enthalts- und Niederlassungsrecht zwei weitere wichtige Be-
habe, besteht darin, die heute durch den Bund im Rahmen der reiche: eine Koordinierung der Sozialversicherungen und die
Globalplafonierung der Aufenthaltsbewilligungen für Auslän- gegenseitige Anerkennung von Diplomen. Eine Uebernahme
der festgelegten kantonalen Kontingente für EWR-Auslände- sämtlicher Bereiche der EWR-Freizügigkeit durch einzelne
rinnen und -Ausländer - nur für diese - aufzuheben und den Kantone wäre aber von vornherein nicht möglich oder nicht
Kantonen hier keine obere Grenze mehr zu setzen. sinnvoll.
Bei einer entsprechenden Revision des Anag und seiner Ver- Das sind im wesentlichen die Gründe, weshalb wir glauben,
ordnungen im Sinne dieses Vorschlags einer föderalen Lö- dass eine Föderalisierung unserer Ausländerpolitik nicht der
sung würden also Freizügigkeitsregelungen im grenznahen richtige Weg sein kann. Dagegen ist Ihnen bekannt, Herr Platt-
EG-Bereich im kantonalen Kompetenzbereich der Staatswirt- ner, dass der Bundesrat eine generelle Liberalisierung der
schaft gemäss Artikel 9 der Bundesverfassung liegen. Ausländerpolitik realisieren will. Wir haben einen Schritt schon
Da eine solchermassen ergangene Aufenthaltsbewilligung bei den ausländischen Fachkräften und den Grenzgängern
nur auf dem Gebiet des eigenen oder, falls mehrere Kantone getan, und wir haben angekündigt, dass wir vor allem im Be-
zusammengeschlossen wären, des einem Verbund angehö- reich des Saisonnierstatuts weitere Reformschritte folgen las-
renden Kantons Gültigkeit hätte, würden die Interessen der sen werden.
anderen Kantone nicht wesentlich tangiert, so dass man wirk- Aus diesen Gründen das vielleicht harte Urteil, das Postulat
lich von eigenständiger Handlung der einzelnen Kantone re- abzulehnen. Aber es hat keinen Sinn, wenn wir uns gegensei-
den könnte. tig etwas vormachen.
Mit diesen übergangszeitlichen Freizügigkeitsregelungen -
wir würden sie nur so lange in Kraft lassen, als wir selber als Bühler Robert: Ich möchte die Abweisung des Postulates
Land nicht ein ähnliches Abkommen mit der EG getroffen hät- noch kurz unterstützen. Aber wenn wegen des Quorums
ten - könnten die Grenzkantone verhindern, dass sie wirt- heute nicht mehr abgestimmt wird, kann ich es das nächste
schaftlich vom grenznahen Ausland abgeschnitten würden. Mal tun, d. h. dann, wenn wir abstimmungsreif sind.
So wäre es beispielsweise für die Region Basel möglich, den
sehr hemmenden und eigentlich erst seit dem Ersten Welt- Präsident: Ich bitte die Stimmenzähler, das Quorum festzu-
krieg entstandenen «Cordon» von Grenzen zu erweitern, zu stellen. - Es sind nur 22 Ratsmitglieder anwesend. Damit ent-
lockern und sich selber als Zentrum des oft genannten «ober- fällt eine Abstimmung über dieses Postulat. Wir werden sie bei
rheinischen Wirtschaftsraums» besser zu etablieren. Gelegenheit nachholen.
In diesem Sinne bitte ich den Bundesrat in meinem Postulat,
zu prüfen, wie im Sinne einer Aufwertung der grenzüberschrei-
tenden Regionen möglichst bald die Kompetenzen der Kan- Die Beratung dieses Geschäftes wird unterbrochen
tone bei der Regelung von Aufenthalt und Niederlassung von Le débat sur cet objet est interrompu
Ausländern so erweitert werden könnten, dass die einzelnen
Kantone oder regionale Gruppen zusammen den Anteil von
Bürgerinnen und Bürgern aus EWR-Ländern an ihrer Wohnbe-
völkerung selbständig bestimmen dürften. Schluss der Sitzung um 13.00 Uhr
Ich bin überzeugt, dass eine solche «kleine Reföderalisierung La séance est levée à 13 h 00
der Ausländerpolitik» insbesondere den Grenzkantonen sehr
entgegenkäme. Sie könnten ihrer wirtschaftlichen Abschnü-
rung vom Ausland wirksam begegnen. Die Volksrechte blie-
ben dabei für die betroffene Bevölkerung voll gewahrt, denn
die primär durch eine solche Regelung betroffene lokale Kan-
tonsbevölkerung könnte im kantonalen Rahmen mittels der di-
rekten Volksrechte ihren Willen stets kundtun.
Bundesrat Koller: Der Bundesrat könnte es sich an sich leicht-
machen und sagen: Prüfen kann man immer! Aber wir haben
dieses Postulat ernst genommen und kommen zum Schluss,
dass wir es aus grundsätzlichen Erwägungen ablehnen
müssen.
Gemäss Artikel 69ter Absatz 1 der Bundesverfassung steht
die Gesetzgebung über Ein- und Ausreise, Aufenthalt und Nie-
derlassung der Ausländer bekanntlich dem Bund zu. Welche
aussenpolitischen Kompetenzen die Kantone aufgrund von
Artikel 9 haben, wird zurzeit in Bearbeitung eines Postulates
Onken sehr sorgfältig geprüft Dieser Bericht ist aber noch
nicht fertiggestellt
Wenn wir nun die Fremdarbeiterpolitik in dem Sinne föderali-
sieren würden, wie Sie, Herr Plattner, dies vorschlagen, sind
wir fast sicher, dass es zu einer unterschiedlichen Ausländer-
politik in den einzelnen Kantonen käme. Das widerspräche
vollständig unseren Bemühungen um einen einheitlichen Bin-
nenmarkt Schweiz.
Im Rahmen der angestrebten Liberalisierung unserer Auslän-
derpolitik - Sie kennen ja die entsprechenden Absichten des
Bundesrates - prüft der Bundesrat demgegenüber gerade
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Plattner Kantonale Freizügigkeit für EWR-Angehörige
Postulat Plattner Effectif des ressortissants de I'EEE. Libre décision des cantons
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1993
Année
Anno
Band V
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 08
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3356
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 09.12.1993 - 08:00
Date
Data
Seite 992-993
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