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VPB 93-3259 KI-generiert

Switzerland v. Austria: Discriminatory Barriers to Trade

Geschäftsnummer VPB 93-3259
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum

Legislator-Zusammenfassung

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New Austrian regulations implementing EEA provisions create discriminatory barriers for Swiss businesses, particularly in construction and other regulated trades, by requiring extensive proof of qualification that is often waived for EEA nationals. While non-EEA nationals already faced significant hurdles, the distinction now disadvantages Swiss entrepreneurs who are not part of the EEA. The Swiss government is actively engaging with Austrian authorities, initiating discussions and preparing for formal negotiations to address these discriminatory practices and ensure fair market access for Swiss businesses.

Legislator-Regeste

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Switzerland v. Austria: Discriminatory Barriers to Trade: gilt, dass ausländische Gewerbetreibende für die Berufsaus- comme les étrangers varient certes d'une profession à l'autre.

Schlagwörter

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Handelsvorschrift Durchführungsverordnungen EWR = Europäischer Wirtschaftsraum internationales Wirtschaftsrecht wirtschaftliche Diskriminierung Wiener Konvention
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Volltext

7. Dezember 1993 937 Interpellation Gemperli

#ST# 93.3259 tigt nach Paragraph 51 Absatz 1 der Gewerbeordnung eine

sogenannte Nachsicht vom Befähigungsausweis. In diesem

Interpellation Gemperli Nachsichtsverfahren ist die volle Befähigung nachzuweisen.

Wer als Angehöriger eines Nicht-EWR-Staates in Oesterreich

Grenzüberschreitender Gewerbeverkehr wirtschaftlich tätig werden will, hat beim Amt der Landesregie-

in der Ostschweiz rung ein Ansuchen um Nachsicht vom Befähigungsausweis

Mesures discriminatoires envers für den zwischenstaatlichen Dienstleistungsverkehr einzurei-

chen. Dabei ist darzulegen, dass der Gesuchsteller entweder

les entrepreneurs de Suisse orientale eine der österreichischen Meisterprüfung vergleichbare Prü-

fung absolviert hat und während mindestens sechs Jahren

selbständig oder in leitender Stellung im entsprechenden Ge-

werbe fachlich tätig war. In Oesterreich gilt für die meisten Ge-

werbe ein obligatorischer Befähigungsausweis, der in Form

Wortlaut der Interpellation vom 1. Juni 1993 von Befähigungsprüfungen nachzuweisen ist

Die österreichische Regierung hat eine neue Handwerksord- Weiter ist zu beachten, dass in jedem Einzelfall die österreichi-

nung in Kraft gesetzt. Diese umschreibt im Rahmen der in Kraft schen Bestimmungen hinsichtlich der Befähigung von auslän-

tretenden EWR-Bestimmungen die Bedingungen, welche er- dischen Arbeitskräften einzuhalten sind und eine Beschäfti-

füllt sein müssen, damit ausländische Handwerksbetriebe in gungsbewilligung nach österreichischem Beschäftigungsge-

Oesterreich Aufträge ausführen können. setz eingeholt werden muss. Für Angehörige von EWR-Staa-

Aufgrund der Voraussetzungen wird es für Schweizer Gewer- ten bestehen in diesem Bereich Erleichterungen. Die Anforde-

beunternehmen namentlich aus dem Baugewerbe schier un- rungen gehen weniger weit als bei Angehörigen von Nicht-

möglich, in Oesterreich Aufträge ausführen zu können. Umge- EWR-Staaten.

kehrt kennt die Schweiz kaum Beschränkungen, welche die Man könnte nun zum Schluss kommen, dass hier zwar verwal-

österreichischen Handwerksbetriebe am Marktzutritt in der tungsmässige Probleme bestehen, die aber bei vernünfiger

Schweiz behindern. Handhabung durch die österreichischen Behörden durchaus

1. Was wird der Bundesrat unternehmen, um die drohende lösbar seien und damit keine unüberwindlichen Schranken

Diskriminierung der Schweizer Unternehmen auf dem öster- darstellten.

reichischen, namentlich auf dem Vorarlberger Markt zu ver- Nun gibt es aber noch die sogenannten bewilligungspflichti-

hindern? gen gebundenen Gewerbe. Dazu gehören - da möchte ich

2. Ist der Bundesrat bereit, das Prinzip des Gegenrechts Sie bitten, genau hinzuhören - folgende Bereiche: Baumei-

durchzusetzen, um so in grenznahen Regionen eine Benach- ster, Zimmermeister, technische Büros, Gas- und Wasserlei-

teiligung der Schweizer Gewerbeunternehmen auf dem tungsinstallateure, Elektrotechniker, Steinmetze, chemische

Schweizer Markt zu verhindern? Laboratorien, Inkassoinstitute, Personalvermittlung, Lebens-

3. Wann wird der Bundesrat mit Blick auf staatsvertragliche und Spezialberatung. Gewerbetreibende aus Nicht-EWR-

Regelungen Verhandlungen mit der Republik Oesterreich auf- Staaten haben aufgrund der derzeitigen österreichischen

nehmen? Gesetzesbestimmungen keinen Zutritt zu diesen Gewerbe-

bereichen.

Texte de l'interpellation du 1er juin 1993 Vorarlberg kann hier keine Ausnahmen zugestehen. Es gibt

Le gouvernement autrichien vient d'édicter une nouvelle or- keine Ausnahmen, weil Vorarlberg diesbezüglich an die Bun-

donnance qui fait état des conditions que doivent désormais desgesetze Oesterreichs gebunden ist Schweizer sind damit

remplir, dans le cadre des dispositions de l'EEE, les entrepri- von dieser Tätigkeit ausdrücklich ausgeschlossen, während

ses artisanales étrangères qui souhaitent exécuter des com- Angehörige von EWR-Staaten grundsätzlich mit Befähigungs-

mandes en Autriche. nachweis zugelassen sind.

Ces conditions sont telles qu'il est désormais quasiment im- Man kann von der Schweiz her gewisse Umgehungen ma-

possible aux entrepreneurs suisses, notamment à ceux du bâ- chen, das ist zuzugeben. Ein Schweizer Gewerbetreibender

timent, de décrocher des contrats chez nos voisins. A l'in- kann in Oesterreich eine Firma gründen. Aber dann muss er

verse, la Suisse ne connaît pratiquement aucune disposition einen österreichischen Staatsangehörigen anstellen, der den

qui empêcherait les entrepreneurs autrichiens d'accéder au Befähigungsausweis besitzt, und er muss diesem die Ge-

marché suisse. schäftsführung übertragen. Aber er kann als Schweizer nicht

1. Que va faire le Conseil fédéral pour parer à la menace qui selbständig in diesen bewilligungspflichtigen gebundenen

pèse sur les entrepreneurs suisses désireux d'accéder au Gewerben tätig werden.

marché autrichien, notamment dans le Land du Vorarlberg? Hierin liegt unseres Erachtens eine Diskrimination der schwei-

2. Est-il prêt à imposer le principe de réciprocité pour empê- zerischen Gewerbetreibenden. Diese Diskrimination wirkt sich

cher que, dans les régions frontalières, les entreprises suisses natürlich vor allem im Grenzraum, in der Ostschweiz, negativ

soient pénalisées sur leur propre marché? aus.

3. Quand entreprendra-t-il des pourparlers avec les autorités Ich bin daher Herrn Bundesrat Delamurazsehr dankbar, wenn

de la République d'Autriche en vue d'obtenir un accord entre er mir die von mir in der Interpellation gestellten Fragen beant-

les deux Etats? wortet.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Cavelty, Gadient, Kündig,

Rhyner, Ruesch, Schiesser, Schmid Carlo, Schule, Uhlmann M. Delamuraz, conseillerfédéral: II est bien vrai de dire que les

(9) dispositions de libre circulation des personnes qui régissent

les Etats membres de l'Espace économique européen, lequel

Gemperli: Die Bundesrepublik Oesterreich hat 1992 eine Ge- devient une réalité juridique dans quelques jours, le 1 er janvier

werberechtsnovelle erlassen. In dieser Novelle wird bezüglich 1994, créent, dans certaines régions limitrophes de notre

der Zulassung von Ausländern für Arbeiten in Oesterreich zwi- pays, chez nos voisins qui sont tous membres de l'Espace

schen Angehörigen von EWR- und Nicht-EWR-Staaten unter- économique européen, des risques de discrimination.

schieden. Für Staatsangehörige beider Gruppen von Staaten Les conditions que doivent remplir en Autriche les indigènes

gilt, dass ausländische Gewerbetreibende für die Berufsaus- comme les étrangers varient certes d'une profession à l'autre.

übung gleiche Voraussetzungen wie Inländer, also Oesterrei- Dans les professions dites «réglementées», notamment dans

cher, erfüllen müssen. Das bedeutet vorerst, dass Ausländer les professions liées au bâtiment, les autorisations requises

ebenfalls ihre grundsätzliche Befähigung nachweisen müs- sont liées à des conditions auxquelles les entreprises suisses,

sen, damit sie eine gewerbliche Tätigkeit ausüben können. par exemple, peuvent en général satisfaire sans que cela ne

Ein Angehöriger eines Nicht-EWR-Staates, der ein nichtbewil- soit garanti en parfait automatisme, définitivement bien en-

ligungspflichtiges gebundenes Gewerbe betreiben will, benö- tendu.

Interpellation Gemperli 938 7 décembre 1993

Si nous n'avons pas mesuré de difficulté dans ce domaine en In diesem Sinne kann ich mich von der Antwort als befriedigt

particulier ces derniers temps, il se pourrait qu'une fois l'Ac- erklären.

cord sur l'EEE entré en vigueur les ressortissants des Etats

parties à l'Accord viennent à bénéficier en Autriche de certai-

nes facilités que les entreprises suisses n'auront pas du fait de

notre non-participation à l'Espace économique européen. Schluss der Sitzung um 12.15 Uhr

Nous voyons, en particulier, que les entreprises allemandes, La séance est levée à 12 h 15

françaises ou italiennes, pour prendre trois exemples proches

de l'Autriche, seront dispensées de présenter un certificat de

capacité du fait de la reconnaissance de l'équivalence par l'Ac-

cord sur l'Espace économique européen, cependant que les

entreprises artisanales suisses pourraient, elles, être astrein-

tes, en dépit de tant d'années de bonne pratique et d'agréable

bon voisinage, à présenter des certificats et des preuves qui

leur seraient demandés.

Si l'on espère, ou si l'on souhaite que les concessions faites

aux ressortissants de l'Espace économique européen soient

aussi accordées aux ressortissants suisses, il faut entamer

des pourparlers avec l'Autriche et voir si cette méthode directe

et naturellement bilatérale donne plus de résultats et dans des

délais plus courts qu'une démarche via la Communauté qui

s'appliquerait dans ce domaine à tous les pays de la Commu-

nauté et de l'Espace économique européen et pas seulement

à l'Autriche. De toute façon, notre pays doit veiller notamment

aux intérêts de ses entrepreneurs dans la zone limitrophe, et

c'est dans ce sens qu'il a déjà ouvert quelques brèches du

côté de Vienne et des autorités régionales des Länder tou-

chant au territoire suisse. S'il devait se révéler que des diffi-

cultés concrètes apparaissent d'une manière plus précise

dans l'activité artisanale transfrontières entre la Suisse et l'Au-

triche, les autorités suisses réinterviendraient alors officielle-

ment auprès de Vienne.

Nous avons déjà, Monsieur Gemperli, ouvert ces discussions,

qui ne sont pas encore des pourparlers. J'ai moi-même, dans

une rencontre ministérielle qui a eu lieu l'été dernier, fait appa-

raître le caractère difficilement supportable qu'auraient des

tracasseries administratives et, finalement, une discrimination

des entreprises régionales. J'ai souligné qu'il n'était pas dans

l'intérêt de l'Autriche elle-même de vouloir établir de telles dis-

criminations, et je suis prêt à poursuivre la discussion avec

Vienne. Je serai à Vienne la semaine prochaine, et ce sera l'oc-

casion de rappeler la nécessité pour nos deux gouverne-

ments, mais aussi pour les gouvernements régionaux, ceux

des Länder autrichiens et ceux des cantons suisses, d'aider,

par leur contribution, à éviter ces difficultés d'échanges dans

la mesure où, vous le savez bien, il y a plusieurs décisions qui

ne sont pas de la compétence des gouvernements centraux

des deux pays, mais bien de la compétence des gouverne-

ments régionaux. Les pratiques auront raison, je l'espère, de

quelques différences de droit créées par l'Espace économi-

que européen, mais si tel n'était pas le cas, nous ne nous

contenterons pas de vouloir rappeler ces pratiques, nous

interviendrons officiellement et formellement, quitte à aller

jusqu'à une négociation en bonne et due forme pour que le

bon sens, allais-je dire, mais aussi la bonne marche de nos

économies, de part et d'autre de la frontière entre les deux

pays, puissent être garantis.

C'est dans ce sens que je prends très attentivement connais-

sance des exemples pratiques que vous nous avez donnés et

de votre demande d'une intervention de notre part si la confir-

mation de quelques difficultés nouvelles devait malheureuse-

ment apparaître.

Gemperli: Ich freue mich, und ich anerkenne ausdrücklich,

dass der Bundesrat in seiner Antwort erklärt hat, dass er bereit

sei, alle Anstrengungen zu unternehmen, um Lösungen zu fin-

den und auch Lösungen zu unterstützen. Ich anerkenne auch,

dass mit dem Wirtschaftsministerium Oesterreichs minde-

stens inoffiziell bereits Kontakte aufgenommen wurden. Von

mir aus gesehen ist es jetzt notwendig, dass man diesen Pro-

blemkreis zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft

und den Kantonen so weit aufarbeitet, dass man allenfalls in

Verhandlungen steigen kann. Herr Bundesrat Delamuraz hat

zugesichert, dass er notfalls solche Verhandlungen auch eröff-

nen werde.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Gemperli Grenzüberschreitender Gewerbeverkehr in der Ostschweiz

Interpellation Gemperli Mesures discriminatoires envers les entrepreneurs de Suisse

orientale

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1993

Année

Anno

Band V

Volume

Volume

Session Wintersession

Session Session d'hiver

Sessione Sessione invernale

Rat Ständerat

Conseil Conseil des Etats

Consiglio Consiglio degli Stati

Sitzung 06

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 93.3259

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 07.12.1993 - 08:00

Date

Data

Seite 937-938

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Ref. No 20 023 675

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