Peacekeeping Training Center Location Dispute
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe motion urged the government to reconsider its decision to locate the training center for peacekeeping troops at a specific site, advocating instead for a location in a region disproportionately affected by defense budget cuts, such as Thun. The debate centered on the financial and logistical advantages of the proposed site versus the socio-economic impact on regions facing military downsizing. Ultimately, the motion was rejected, with arguments favoring the chosen site's suitability and the government's broader plans for military infrastructure, including commitments to the Thun region.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 68 RCN, Art. 68 GRN; Peacekeeping Training Center Location Dispute: The debate centered on the financial and logistical advantages of the proposed site versus the socio-economic impact on regions facing military downsizing. Ultimately, the motion was rejected, with arguments favoring the chosen site's suitability and the government's broader plans for military infrastructure, including commitments to the Thun region.
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KI-generiertCited in the context of budgetary matters and additional credits, indicating a procedural aspect of financial oversight or approval.
Cited in the context of budgetary matters and additional credits, indicating a procedural aspect of financial oversight or approval.
Volltext
10. Juni 1993 N 1139 Motion SiK-NR 92.071
ner Verordnung verankern - eine Verordnung, die je nachdem Personal für den Einsatz in friedenserhaltenden Aktionen aus-
an veränderte Umstände angepasst werden könnte. gebildet werden. Gemäss Bundesrat soll das Ausbildungs-
In diesem Sinne bitte ich Sie, den Antrag der Minderheit Hae- zentrum auf einem bestehenden Waffenplatz mit möglichst mi-
ring Binder abzulehnen. nimalen Anpassungserfordernissen eingerichtet werden. Da-
mit könnten gemäss Botschaft vorhandene Einrichtungen der
Abstimmung - Vote üblichen militärischen Ausbildung genutzt und die Kosten
Für den Antrag der Mehrheit offensichtliche Mehrheit möglichst tief gehalten werden. Auch steht ein Teil des erfor-
Für den Antrag der Minderheit Minderheit derlichen Personals - ich denke da an Waffenplatzverwaltung,
Instruktoren, Hilfspersonal usw. - bereits zur Verfügung. Ne-
Art. 6-8 ben der eigentlichen Ausbildung soll das Zentrum auch der
Antrag der Kommission personellen und materiellen Bereitstellung und Entsendung
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates der Kontingente dienen. Entsprechend soll dann auch das
Proposition de la commission Material dort gelagert werden.
Adhérer à la décision du Conseil des Etats Gemäss Botschaft stehen nach dem Belegungsplan für die
«Armee 95» offenbar mehrere Standorte als Ausbildungszen-
Angenommen -Adopté tren zur Diskussion. Wir haben nun aber gehört, dass der Bun-
desrat anscheinend bereits einen Vorentscheid zugunsten
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble des Waffenplatzes Bière getroffen hat.
Für Annahme des Entwurfes 106Stimmen Wenn wir uns die einmaligen, aber auch die jährlich wieder-
Dagegen 18 Stimmen kehrenden Aufwendungen vor Augen halten, wird klar, dass
der Standort der Blauhelmtruppen für die betreffende Region
Abschreibung - Classement auch Auswjrkungen auf die Arbeitsplatzsituation haben wird.
Budgetkürzungen, aber auch die Truppenreduktionen im
Antrag des Bundesrates Rahmen von «Armee 95» haben für bestimmte Regionen sehr
Abschreiben der parlamentarischen Vorstösse einschneidende-und sehr nachteilige Folgen gezeitigt. Ich
gemäss Seite 1 der Botschaft denke da vor allem an die Gegenden um Altdorf, also an die
Proposition du Conseil fédéral Innerschweiz, aber auch an das Berner Oberland, vor allem an
Classer les interventions parlementaires die Stadt Thun.
selon la page 1 du message Die vorliegende Motion will nun nicht etwa die Eignung von
Bière als Standort für künftige Blauhelmtruppen anzweifeln.
Angenommen -Adopté Sie will auch keinen Konflikt Deutschschweiz/Romandie her-
aufbeschwören, sondern ganz einfach die Tatsache festhal-
ten, dass einzelne Regionen überdurchschnittlich stark vom
An den Ständerat-Au Conseil des Etats EMD abhängig sind und daher von entsprechenden Budget-
kürzungen auch überdurchschnittlich stark betroffen sind. Da-
her müssen das Parlament und der Bundesrat entsprechende
Mittel bereitstellen, um einen Ausgleich zu schaffen und eine
Milderung der Situation anzustreben.
#ST# 93.3248 In der Kommission ist von selten der Militärführung ausge-
führt worden, der Standort Bière eigne sich besonders aus fi-
Motion SiK-NR 92.071 nanziellen und logistischen Gründen, alle übrigen Standorte
(Minderheit Tschäppät Alexander) hätten im Vergleich dazu beträchtliche Nachteile aufzuwei-
Schweizerische Truppen sen. Ich bin nicht in der Lage, dies zu überprüfen oder allen-
für friedenserhaltende Operationen falls gar zu bestreiten. Den Standort von Blauhelmtruppen
aber in eine Krisenregion zu verlegen, hätte für die betroffene
Motion CPS-CN 92.071 Bevölkerung sicher mehr als nur symbolische Bedeutung.
(minorité Tschäppät Alexander) Nachdem das Parlament bei der Budgetdebatte bereits die
Troupes suisses en faveur Aufnahme eines Budgetpostens zur Förderung der Rü-
d'opérations de maintien de la paix stungskonversion abgelehnt hat, würde sich mit der Ueber-
weisung dieser Motion wenigstens die Chance bieten, der
betroffenen Region zu zeigen, dass zugesagte Hilfe kein rei-
nes Lippenbekenntnis bleibt.
In der Sicherheitspolitischen Kommission hat sich der Bun-
Wortlaut der Motion vom 18. Mai 1993 desrat gegen die Annahme dieser Motion gewandt. Unter an-
Der Bundesrat wird aufgefordert, auf seinen offenbar getroffe- derem hat er es auch damit begründet, dass gerade die Re-
nen Vorentscheid bezüglich des Standortes des Ausbildungs- gion Thun in absehbarer Zeit von bereits getroffenen Mass-
zentrums der künftigen Blauhelmtruppen zurückzukommen nahmen des EMD würde profitieren können. Sollte das wirk-
und jene Orte zu berücksichtigen, welche von den realen Kür- lich der Fall sein, möchte ich Bundesrat Villiger bitten, diesbe-
zungen des EMD-Budgets besonders nachteilig betroffen züglich konkreter zu werden.
sind (z. B. Thun). Den Vorwurf, dieser Vorstoss sei allein aus lokalpatriotischer
Sicht erfolgt, kann man erheben. Ich bin bereit, ihn entgegen-
Texte de la motion du 18 mai 1993 zunehmen; er trifft wahrscheinlich auch zu. Dabei muss aber
Le Conseil fédéral est prié de revenir sur sa décision préalable berücksichtigt werden, dass gerade die Region des Berner
concernant l'emplacement du centre d'instruction des futures Oberlandes durch die Budgetkürzungen und die Neustruktu-
troupes de casques bleus et de tenir compte d'une certaine rierung des EMD besonders hart betroffen ist, weshalb ich
manière des régions particulièrement touchées par les réduc- glaube, dass auch Nichtbernerinnen und Nichtberner diese
tions du budget du DMF (p. ex. Thoune). Motion überweisen und ihr zustimmen könnten.
Ich bitte Sie daher, der Kommissionsminderheit zu folgen.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bischof, Carobbio, Gross
Andreas, Haering Binder, Hari, Hollenstein (6) M. Pini: Voilà le problème. Je dois être reconnaissant à
M. Tschäppät Alexander. Je repousse cette motion, car elle
Tschäppät Alexander, Sprecher der Minderheit: Wie sich aus avait été présentée ponctuellement au sein de la Commission
der Botschaft des Bundesrats ergibt, ist für die Vorbereitung de la politique de sécurité. J'avais averti - peut-être avec mon
von ganzen Kontingenten die Schaffung eines speziellen Aus- ingénuité - que la possibilité de déclencher un litige concer-
bildungszentrums vorgesehen. Dort soll künftig das ganze nant l'emplacement existait
Motion CPS-CN 92.071 1140 N 10 juin 1993
C'est pour cette raison que j'avais présenté tout à l'heure - Tout d'abord, ainsi que l'a dit le président de la commission, il
mais il m'a été dit que ce n'était pas possible dans le cadre de s'agirait d'une fausse motion, car, la compétence étant de
la loi - une proposition à l'article premier de la loi que l'on vient toute évidence entre les mains du Conseil fédéral, il est im-
de voter, selon laquelle la formation des casques bleus aurait possible de faire une motion qui intervienne dans cette
pu, aurait dû être itinérante parmi les places d'armes. C'était compétence.
pour surmonter ce litige, que vous voyez ponctuellement dé- En ce qui concerne le choix de la place d'armes, il est clair
crit par la motion de la minorité Tschäppät Alexander. que le premier critère est évidemment la facilité d'adaptation
Je n'avais donc pas tort de dire qu'il y avait litige. Ce dernier d'une place d'armes existante aux nécessités de l'instruction
existe et pour le surmonter, à mon avis, il faut, tout en repous- des casques bleus. Comme M. Tschäppät, je suis incompé-
sant cette motion, inviter le Conseil fédéral à retenir ce que tent pour juger de cette question, mais le Département mili-
vient de dire M. Tschäppät, et à envisager la possibilité que taire fédéral ayant estimé que la place d'armes de Bière est la
cette instruction, si on doit la faire, puisse se faire dans le cadre plus adaptée à cette instruction, il ne faut véritablement pas
des places d'armes existant en Suisse. C'était ma proposition l'obliger à aller chercher ailleurs ce qu'il trouve facilement à
d'il y a une heure, qui a été déblayée, débarrassée, vagues dé- Bière.
ferlantes, par ce conseil. Vive la démocratie, vive le Parlement! Le deuxième argument, c'est naturellement - et je l'ai déjà si-
Mais, pour ma part, je dois revenir en disant que si la motion de gnalé lors de la discussion de la proposition Pini - la place dis-
la minorité Tschäppät Alexander doit être repoussée, on doit ponible sur les différentes places d'armes. Cette place dispo-
quand même reconnaître qu'elle a mis le doigt sur la plaie. nible n'est pas infinie et, par conséquent, il faut pouvoir instal-
M. Tschäppät dit qu'il y aura un litige entre Bière et Thoune, ler les casques bleus là où il y a de la place. Or, précisément,
entre un emplacement et un autre. Alors pour surmonter ce li- l'infanterie mécanisée ne faisant plus son instruction à Bière,
tige, pourquoi ne pas examiner, Monsieur le Conseiller fédé- elle va quitter cette place d'armes et, par conséquent, il y aura
ral, la possibilité d'une «soluzione itinerante», «eine Friedens- de la place disponible. Je crois que c'est un argument qui
lösung», une solution de paix, en considérant toutes les places tombe parfaitement dans le sens de ceux invoqués par
d'armes qui peuvent entrer en ligne de compte, et je ne parle M. Tschäppät, mais qui se retourne contre ses conclusions.
pas seulement du canton du Tessin. En ce qui concerne le troisième argument, M. Tschäppät a in-
voqué essentiellement des motifs qu'il reconnaît être impré-
Hess Otto: Es berührt mich schon etwas seltsam, dass genau gnés de patriotisme bernois. Permettez-moi donc aussi de
jene Parlamentarierinnen und Parlamentarier - nicht alle, die faire un peu de patriotisme vaudois pour dire que la situation
die Motion unterschrieben haben -, die jede Gelegenheit du chômage en Suisse romande en général et dans le canton
wahrnehmen, um unsere Armee zu reduzieren und auf irgend- de Vaud en particulier est encore plus grave qu'elle ne l'est en
eine Art zu schwächen, nun plötzlich die Armee zur Arbeitsbe- Suisse alémanique et dans le canton de Berne; cet argument
schaffung heranziehen wollen. Vom EMD, von der Armee wer- va aussi dans le sens du choix du Conseil fédéral.
den gerade von einzelnen Mitunterzeichnern dieser Motion Enfin, reste véritablement le dernier problème: va-t-on créer
immer und immer wieder mehr Effizienz und mehr Sparen ge- un nouveau litige Suisse romande/Suisse alémanique là où on
fordert. n'a vraiment pas besoin de le créer? Je crois qu'après avoir
Wenn wir diesem Grundsatz wirklich nachleben wollen, kön- annoncé que les casques bleus seraient formés à Bière, venir
nen wir die Zusatzausbildung für Blauhelmtruppen nicht wie dire, pour des raisons purement économiques, qu'ils en se-
eine Wanderausstellung - je nach Beschäftigungslage - im raient retirés pour être placés à Thoune, c'est recréer un fossé
ganzen Land herum installieren. Nein, wir sind uns einig, dass entre la Suisse alémanique et la Suisse romande. Véritable-
Blauhelmeinsätze an Truppe und Ausbildung höchste Anfor- ment, après les belles déclarations d'amour que l'on a pu faire
derungen stellen. Wenn wir in der ohnehin kurzen Ausbil- dans cette salle ou ailleurs sur la nécessité de nous compren-
dungszeit, die zur Verfügung steht, das Maximum heraus- dre entre les différentes régions de la Suisse, ce sont des
holen wollen, müssen wir uns für einen - für den bestgeeig- coups de canif qui seraient donnés pour des raisons pure-
neten - Standort entscheiden. Halbheiten sind auch in der ment en rapport avec la défense d'intérêts locaux.
Standortfrage nicht gefragt Je vous invite donc à refuser la motion de la minorité Tschäp-
Ich bitte Sie, die Motion abzulehnen. pät Alexander.
Hubacher, Berichterstatter: Die Mehrheit der Kommission hat Bundesrat Villiger: Es handelt sich hier an sich um ein Pro-
diese Motion - ich muss den Motionär an dieses für ihn blem des Vollzugs. Deshalb ist die Motionsform ohnehin frag-
schmerzliche Ergebnis erinnern - mit 14 zu 7 Stimmen bei würdig. Aber wir müssen diese Frage der Waffenplatzbelegun-
1 Enthaltung abgelehnt gen in den nächsten Jahren einmal in einem breiteren Rah-
Herr Hess Otto, Herrn Tschäppät Alexander können Sie nicht men anschauen. Wir werden Ihnen oder den Kommissionen in
in die Kategorie jener einreihen, die Sie sehr gezielt erwähnt den nächsten Monaten wieder einen Bericht zum Stand der
haben. Die Motion wäre wahrscheinlich rein formell nicht als Waffenplätze unterbreiten, über ihre Zukunft, Auslastung, Pla-
Motion zu akzeptieren. Sie ist eher ein «Mostulat». Sie ist keine nung usw. Jedenfalls wird ein solcher Bericht publiziert wer-
Motion; man greift in den Kompetenzbereich des Bundesrates den. Dort können Sie dann sehen, wie es mit der neuen «Ar-
ein; diese Frage liegt nämlich an sich in der Kompetenz der mee 95» in Zukunft auf den verschiedenen Waffenplätzen wei-
Regierung. tergehen wird. Wir haben das nicht jetzt schon getan, weil wir
Ich wiederhole nicht, was gesagt worden ist Es hat in der zuerst den Volksentscheid vom 6. Juni über die Waffenplatz-
Kommission von selten des EMD die Erklärung gegeben, Initiative abwarten wollten, der doch zum Teil auf die Gestal-
dass der Waffenplatz Thun auch nach der «Armee 95» ausge- tung dieser Waffenplatzbelegung Einfluss gehabt hätte.
lastet sein werde, eventuell sogar mehr als vorher, und dass Ich habe Ihnen schon bei der Behandlung des Antrags Pini er-
das Anliegen von Herrn Tschäppät begreiflich sei. Aber klärt, dass wir für die Blauhelme nichteine Wanderkaserne ha-
das EMD muss - das ist die Auffassung der Kommissions- ben können, sondern dass wir, um professionell ausbilden zu
mehrheit - Handlungsfreiheit behalten. Es will in Luzern ein können, eine klar definierte, gute Infrastruktur brauchen. Das
Kaderausbildungszentrum einrichten und als Aequivalent ist für diesen neuen Auftrag um so wichtiger, weil - wie Sie hier
dazu in der Romandie einen Standort für die Blauhelmtruppen auch festgestellt haben - es für eine Milizarmee entscheiden-
fixieren, damit auch hier das föderalistische Gleichgewicht ge- der ist als für eine Berufsarmee, wie sie ausgebildet wird. Ich
wahrt bleibt habe schon dargelegt, warum sich Bière dafür ausgespro-
In diesem Sinne bitte ich Sie, der Mehrheit der Kommission zu- chen gut eignet
zustimmen und die Motion abzulehnen. Jetzt möchte ich Ihnen noch erklären, warum sich Thun weni-
ger gut eignet. Man muss vielleicht in Thun noch unterschei-
M. Leuba, rapporteur: Par 14 voix contre 7, la majorité de la den zwischen dem Waffenplatz und den Rüstungsbetrieben.
commission vous prie de ne pas donner suite à la motion de la Ich verstehe natürlich die Probleme von Thun. Das tut auch mir
minorité Tschäppät Alexander. weh, das muss ich Ihnen sagen. Aber wir können auf diesem
10. Juni 1993 N 1141 Voranschlag 1993. Nachtrag l
Waffenplatz nicht voll kompensieren, was vielleicht in anderen die Finanzkommissionen in ihrer ureigenen Aufgabenstellung
Bereichen wegfällt. nicht dafür sorgten, dass es nicht so weit kommen musste.
Wir haben ja mit der Ansiedlung des TÜV den Tatbeweis er- Der Vorwurf an die Adresse von Herrn Bundesrat Stich, dass er
bracht, dass wir im Industriebereich etwas tun wollen. die Verantwortung für diesen hohen Nachtragskredit zu über-
Thun wurde in den letzten 15 Jahren in einigen Etappen zum nehmen habe, ist angesichts der heute etwas ungemütlichen
eigentlichen Ausbildungszentrum für die mechanisierten finanzpolitischen Diskussion rasch zur Hand. Aus diesem
Truppen ausgebaut, mit modernsten Ausbildungsanlagen Grund haben die Finanzkommission und die entsprechende
und Simulatoren; ganze Hallenkomplexe wurden erstellt. Subkommission untersucht, warum wir aus diesem Nach-
Diese Anlagen werden den mechanisierten Truppen auch in tragskredit 1300 Millionen Franken in die Arbeitslosenkasse
Zukunft uneingeschränkt für ihre Schulen und Kurse zur Verfü- einzuschiessen bzw. vorzuschiessen haben.
gung stehen, nämlich jährlich für sechs Rekrutenschulen, Die Frage war also, warum wir nicht rechtzeitig den gesetzli-
zwei Offiziersschulen und zahlreiche Wiederholungskurse. chen Auftrag erfüllten, die Arbeitslosenkasse über Lohnpro-
Die Nichtberücksichtigung des Waffenplatzes Thun stellt also zente der Sozialpartner zu finanzieren. Das Ergebnis unserer
kein Problem für diese Region dar. Die Auslastung kann auch Arbeit ist klar, und die damit verbundene Frage ist rasch beant-
für die Zukunft garantiert werden, und die Bevölkerung wird wortet: Die Anpassung der Bezugsgrössen ist nicht rechtzeitig
weiterhin wirtschaftlich im gleichen Ausmass von der Armee erfolgt.
profitieren. In der Folge ist die Frage berechtigt, ob der Bundesrat und da-
Wir haben schon heute zwei weitere Rekrutenschulen der Ma- mit namentlich das Finanzdepartement die Zeichen der Zeit
terialtruppen sowie die Feldweibel- und Küchenchefschulen nicht erkannt und die Vorlage eines entsprechenden Antrages
auf dem Waffenplatz Thun. Nach 1995 wird noch die dritte Re- verpasst haben. Wäre dem so, dann hätten Bundesrat und Fi-
krutenschule der Materialtruppen von Worblaufen nach Thun nanzdepartement, zusammen mit den zuständigen Verwal-
verlegt werden. Es ist deshalb kaum einzusehen, dass man tungsstellen, ihre Aufgaben nicht erfüllt
die Blauhelmtruppen in Thun überhaupt noch unterbringen Das Ergebnis unserer Abklärungen ist ebenso eindeutig: Bun-
könnte, sogar wenn man das wollte. desrat Stich hat zusammen mit dem Finanzdepartement die
Schliesslich haben wir entschieden, zwei Tätigkeitsbereiche Anträge rechtzeitig und im entsprechenden Umfang gestellt.
von Bern nach Thun zu verlagern, nämlich den militärischen Wäre der Bundesrat und wären die Expertenkommissionen
Sicherheitsdienst und das Bundesamt für mechanisierte und den Anträgen des Finanzdepartementes und von Herrn Bun-
leichte Truppen. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dieser desrat Stich gefolgt, so müssten wir heute diesen Nachtrags-
Bereiche sind alle nicht sehr erfreut darüber, weil das natürlich kredit von 1,3 Milliarden Franken weder diskutieren noch be-
Umtriebe gibt, aber dieser Entscheid ist schon gefällt worden. willigen.
Also werden wieder einige Arbeitsplätze in Thun geschaffen. Daraus ziehen wir die Schlussfolgerung, dass das Biga mit
Das andere will ich nicht wiederholen. Die beiden Kommis- den entsprechenden Beratungs- oder Expertenkommissio-
sionssprecher haben sich bereits dazu geäussert. Gerade in nen - oder wie Sie diese auch immer nennen mögen - die Auf-
einer Gegend wie Bière, die sicherlich wirtschaftlich nicht gabe nicht erkannt, die Zeichen der Zeit nicht gesehen und
überentwickelt ist, besteht ein ebenso legitimes Interesse für damit, anstatt die Prämien zu erhöhen, in einer Vorgabe die
Arbeitsplätze wie in der Region Thun. Prämien sogar abgesenkt hat, so dass wir heute vor diesem
In diesem Sinne möchte ich Sie bitten, die Motion abzulehnen. Riesenloch von derzeit 1,3 Milliarden Franken stehen.
Sie alle wissen aufgrund der Diskussionen der vergangenen
Abstimmung - Vote Wochen, dass es nicht bei diesen 1,3 Milliarden Franken blei-
Für Ueberweisung der Motion 37 Stimmen ben wird, dass es nicht damit getan sein wird, auf 3 Lohnpro-
Dagegen 76 Stimmen zente zu erhöhen, sondern dass wir in absehbarer Zeit noch
weitere Gelder heranzuziehen haben, um die Arbeitslosenkas-
sen und damit die Bezugsberechtigten bei guter Laune zu hal-
ten und vor allem die entsprechenden Zahlungen sicherzu-
#ST# 93.026 stellen.
Aus diesem Grunde, Herr Bundesrat Stich, möchte ich an die-
ser Stelle unmissverständlich festhalten, dass die Verantwor-
Voranschlag 1993. Nachtrag l tung für diesen Nachtragskredit von 1,3 Milliarden Franken für
Budget 1993. Supplément l die Arbeitslosenkasse nicht auf Ihre Schultern abgeladen wer-
den kann, sondern dass andere hierfür die Verantwortung zu
Botschaft und Beschlussentwurf vom 31. März 1993 übernehmen haben.
Message et projet d'arrêté du 31 mars 1993
Im weiteren haben Sie die Frage zu beantworten, ob Sie über
Bezug bei der Eidgenössischen Drucksachen- diesen Nachtragskredit 30 zusätzliche Stellen, 10 aus der Al-
und Materialzentrale, 3000 Bern
S'obtiennent auprès de l'Office central fédéral koholverwaltung und 20 aus den PTT-Betrieben in Genf, auf
des imprimés et du matériel, 3000 Berne die allgemeine Bundesverwaltung übertragen möchten. Die
Beschluss des Ständerates vom 3. Juni 1993 Finanzkommission beantragt Ihnen, nur gerade 10 Stellen zu
Décision du Conseil des Etats du 3 juin 1993 übertragen. Der Grund dafür ist folgender: Wir sind der Auffas-
Kategorie III, Art. 68GRN -Catégorie III, art. 68 RCN sung, dass es nicht unsere Aufgabe in diesem Parlament sein
kann, über einzelne Stellen zu beraten, sondern dass wir den
Gesamtrahmen abzustecken haben. Den Gesamtrahmen ha-
ben wir abgesteckt, als wir den Beschluss fassten, dass eine
Personalplafonierung die Zukunft bestimmen soll.
Oehler, Berichterstatter: Wir haben letztes Jahr beschlossen, Wir sind nun der Meinung, dass überall Sparanstrengungen
dass wir uns mit den Nachtragskrediten etwas schwerer tun zu machen sind. Wenn die Alkoholverwaltung zehn Stellen
und vor allem schärfere Vorgaben machen sollen, falls wir je- nicht benötigt, dann hat sie gut gearbeitet Wenn die PTT in
mals wieder über Nachtragskredite nicht nur diskutieren, son- Genf 20 oder 35 Stellen nicht benötigen, dann sind das die
dern auch beschliessen sollten. Folgen von Rationalisierungsmassnahmen, die wir nicht mit
Nun hat der Bundesrat uns mit Botschaft vom 31. März 1993, Uebertragungen unterlaufen können. Wenn die Bundesver-
also knappe 100 Tage nach Jahresbeginn, einen Nachtrags- waltung - sei es im Eidgenössischen Finanzdepartement, bei
kredit in der Höhe von 1459 Millionen Franken nachgeschickt der Steuerverwaltung oder bei der ZAS in Genf - zusätzliche
Das lässt für das laufende Jahr wenig Gutes erahnen. Damit ist Arbeiten übertragen erhält, die ausgeführt werden müssen,
gleich die Frage verbunden, warum die Landesregierung of- dann ist diese Personalaufstockung anders zu lösen, über Ra-
fenbar nicht besser budgetiert und so die Nachtragskredite tionalisierungsmassnahmen an anderen Orten.
auf ein verantwortbares Mass reduziert hatte. Wir haben uns Wenn Sie weiter in der Nachtragskreditbotschaft lesen, dass
aber auch als Parlament zu fragen, warum wir als Plenum oder auch für das Kommunikationsnetz in der Bundesverwaltung
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion SiK-NR 92.071 (Minderheit Tschäppät Alexander) Schweizerische Truppen für
friedenserhaltende Operationen
Motion CPS-CN 92.071 (minorité Tschäppät Alexander) Troupes suisses en faveur
d'opérations de maintien de la paix
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1993
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 09
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3248
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 10.06.1993 - 08:00
Date
Data
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