Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 93-3203 KI-generiert

NLFA Alignment in Schwyz: Viaduct Controversy and Commitment Concerns

Geschäftsnummer VPB 93-3203
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

This interpellation concerns the alignment of the New Railway Alpine Transit (NLFA) in the canton of Schwyz, Switzerland. The canton's political bodies and population had been assured that the NLFA would bypass populated areas, but a new plan involving a high viaduct was proposed, causing disappointment and concern about environmental impact and traffic disruptions. The questions posed to the Federal Council revolve around upholding these prior commitments, ensuring the circumvention of urban areas, specifically tunneling under the Muota valley, maintaining the Arth-Goldau junction as planned, and considering an underground route for freight traffic to protect the local environment. The Federal Council responded that while commitments are taken seriously, the planning process is ongoing and decisions on specific alignments, considering environmental and cost factors, will be made later.

Legislator-Regeste

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NLFA Alignment in Schwyz: Viaduct Controversy and Commitment Concerns: The canton's political bodies and population had been assured that the NLFA would bypass populated areas, but a new plan involving a high viaduct was proposed, causing disappointment and concern about environmental impact and traffic disruptions. The questions posed to the Federal Council revolve around upholding these prior commitments, ensuring the circumvention of urban areas, specifically tunneling under the Muota valley, maintaining the Arth-Goldau junction as planned, and considering an underground route for freight traffic to protect the local environment. The Federal Council responded that while commitments are taken seriously, the planning process is ongoing and decisions on specific alignments, considering environmental and cost factors, will be made later.

Schlagwörter

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Störung des Eisenbahnverkehrs Städtebau Stadtregion Landverkehr Strassenbau Grenzgänger
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Volltext

NLFA. Interpellations 472 14 juin 1993

#ST# 93.3203 Se fondant sur cette assurance non équivoque, les milieux po-

litiques déterminants du canton s'étaient engagés en faveur

Interpellation Frick du projet; lors de la votation, la population l'avait accepté. La

déception causée par le choix d'un tracé défavorable du point

Neat-Linienführung im Kanton Schwyz de vue de l'écologie et qui comporte de sérieux inconvénients

Tracé de la NLFA dans le canton de Schwyz pour le trafic, est d'autant plus profonde.

Je pose donc les questions suivantes au Conseil fédéral:

1. Est-il disposé à tenir les engagements qu'il a pris dans le

message sur le projet de NLFA envers le canton de Schwyz et

sa population?

2. Veille-t-il à ce que les agglomérations du canton soient

Wortlaut der Interpellation vom 27. April 1993 contournées comme le prévoyait le message?

Die Art und Weise, wie die Neat im Kanton Schwyz realisiert 3. Tout particulièrement, percera-t-on un tunnel sous la vallée

werden soll, hat Behörden und Bevölkerung verunsichert und de la Muota?

enttäuscht Die vorgesehene Linienführung im Räume 4. La bifurcation de la ligne actuelle du Saint-Gothard et par

Schwyz/Brunnen und Arth-Goldau, sowie der Anschluss des conséquent le raccordement à celle de la NLFA se feront-ils à

Bahnknotens Arth-Goldau an die Neat widersprechen den Arth-Goldau comme prévu dans le message? Arth-Goldau est

rechtlichen und politischen Zusagen, welche dem Kanton le seul endroit de Suisse centrale où il sera possible de passer

Schwyz und seiner Bevölkerung gemacht wurden. Mit der Bot- des lignes ferroviaires existantes à celle de la NLFA

schaft zur Neat-Vorlage wurde zugesichert (S. 37): «Die Neu- 5. Le Conseil fédéral est-il également d'avis qu'il n'est pas ad-

baustrecke zweigt im Raum Arth-Goldau von der bestehenden missible, du point de vue écologique, de construire une ligne

Gotthardlinie ab. Gemäss .... führt sie durch den rund 7 km qui traverse la zone habitée d'Arth-Goldau à ciel ouvert? Est-il

langen Urmibergtunnel auf den Talboden der Muota Diesen prêt à construire une ligne souterraine pour le transport des

unterquert sie östlich von Ingenbohl parallel zur National- marchandises, comme le demandent les autorités cantona-

strasse N 4 in einem im Tagbau zu erstellenden Tunnel. Darauf les, et à prévoir un raccordement à ciel ouvert pour le trafic des

folgt der gut 12 km lange Axentunnel. Damit können die Sied- voyageurs à Arth-Goldau?

lungsräume von Steinen, Schwyz und Brunnen umfahren 6. Quels emplois l'exploitation de la NLFA créera-t-elle dans le

werden.» canton de Schwyz?

Gestützt auf diese klare Zusicherung haben sich die massge-

benden politischen Kreise des Kantons Schwyz für die Neat Mitunterzeichner-Cosignataires: Bisig

eingesetzt, und in der Volksabstimmung haben die Stimmbür- (1)

gerinnen und Stimmbürger sie angenommen. Um so grösser Frick: Ich reichte meine Interpellation am 27. April 1993 ein,

ist die Enttäuschung, dass für die Realisierung eine Linienfüh- als aus der Planung für die Neat-Linienführung im Kanton

rung gewählt werden soll, welche sowohl für die Oekologie die Schwyz sichtbar wurde, dass deren Realisierung grössere po-

schlechtere Lösung darstellt als auch verkehrsmässig Nach- litische und auch finanzielle Probleme mit sich bringt als bei

teile bringt Ich frage den Bundesrat deshalb an: der Volksabstimmung vor 9 Monaten angenommen.

1. Ist er bereit, die Zusicherungen einzulösen, welche er mit In den letzten Wochen hat sich diese Problematik ausgeweitet

der Neat-Vorlage dem Kanton Schwyz und seiner Bevölke- und ist gesamtschweizerisch zum politischen Thema gewor-

rung gemacht hat? den, was für Herrn Kollega BloetzerAnlass war, seine Interpel-

2. Sorgt er dafür, dass entsprechend seiner Botschaft die lation dringlich einzureichen. Zwei Probleme sind es, welche

Siedlungsräume im Kanton Schwyz umfahren werden? die Ursachen für eine gewisse politische Unruhe in der

3. Wird im besonderen der Talboden der Muota in einem Tun- Schweiz sind, und es sind für die Interpellation Bloetzer und

nel unterquert? für meine Interpellation praktisch die gleichen.

4. Werden nun die Abzweigung von der bisherigen Gotthardli- Zum ersten befürchten wir, dass der Kostenrahmen von knapp

nie und damit der Anschluss an die Neat-Linie wie in der Bot- 15 Milliarden Franken gemäss Stand 1991 kaum eingehalten

schaft in Arth-Goldau hergestellt? Arth-Goldau ist der einzige werden kann. Die Aeusserungen aus dem Bundesrat klingen

Ort, wo in der Innerschweiz von den bestehenden Eisenbahn- disharmonisch. Der unerschütterliche und heute etwas heftige

linien auf die Neat umgestiegen werden kann. Optimismus des Bundespräsidenten passt schlecht zum Pes-

5. Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass eine offene Linienfüh- simismus unseres Finanzministers. Genährt wird diese Skep-

rung durch den Siedlungsraum Arth-Goldau ökologisch nicht sis durch die Erfahrungen mit der «Bahn 2000», deren Kosten

zumutbar ist? Ist er bereit, die von den kantonalen Behörden seit 1987 von 5,4 Milliarden Franken auf mindestens 15 Milliar-

verlangte unterirdische Führung des Güterverkehrs zu ver- den explodiert sind (Quelle: «Neue Zürcher Zeitung» vom

wirklichen und für den Personenverkehr einen oberirdischen 1. Juni 1993). Wer gibt uns Gewähr, dass Gleiches oder Aehn-

Anschluss in Arth-Goldau herzustellen? liches nicht auch bei der Neat passieren kann? Zum zweiten

6. Welche positiven Auswirkungen auf das Arbeitsplatzange- kommen die technischen Probleme hinzu, welche bisher

bot sind im Kanton Schwyz durch den Betrieb der Neat zu er- offenbar unterschätzt wurden, die Probleme der langen Tun-

warten? nels-die rund 90 Kilometer vom Zugersee bis Biasca sollen ja

fast ausnahmslos unterirdisch geführt werden. Die tunnel-

Texte de l'interpellation du 27 avril 1993 feindliche Geologie der Pioramulde und beim Tavetscher Zwi-

La façon dont on prévoit de construire la NLFA sur le territoire schenmassiv tragen das ihre bei. Auch diese Fragen können

schwyzois inquiète et déçoit les autorités et la population. Le zu einer Verteuerung führen.

tracé prévu dans la région de Schwyz/Brunnen et Arth-Gold- Sie haben diese Probleme heute als «Nadelstiche» qualifiziert,

au, ainsi que le raccordement au noeud ferroviaire de cette Herr Bundespräsident; aber ich frage mich, ob es blosse «Na-

dernière localité à la NLFA sont contraires aux garanties juridi- delstiche» sind. Lassen Sie mich jedenfalls sagen: Wir sind be-

ques données au canton de Schwyz et aux promesses qui lui sorgt, unsere Sorgen sind noch immer begründet, und insbe-

ont été faites sur le plan politique. Dans le message concer- sondere sind die Indizien, die diese Sorgen nähren, keines-

nant le projet de NLFA, on avait donné l'assurance suivante: wegs entkräftet

«Le nouvel itinéraire quittera la ligne actuelle du Saint-Gothard Man kann diesen Problemen in zwei Richtungen auswei-

dans la région d'Arth-Goldau Il traversera le tunnel de l'Ur- chen - ich sage bewusst «ausweichen», nicht «lösen» -: zum

miberg, long de quelque 7 km, et débouchera au bas de la val- ersten, indem wir auf eine der beiden Nord-Süd-Achsen, auf

lée de la Muota, qu'il franchira à l'Est d'Ingenbohl, parallèle- Gotthard oder Lötschberg, verzichten. Das hat beispielsweise

ment à la route nationale N 4, dans un tunnel qu'il faudra cons- Bundesrat Stich angeregt, indem er von einem Verzicht auf

truire à ciel ouvert De là suivront les 12 kmdutunneldel'Axen. den Lötschberg sprach, was begreiflicherweise vor allem die

On évitera ainsi les zones urbanisées de Steinen, de Schwyz Kollegen westlich der Reuss verunsichert und in der West-

et de Brunnen.» (Message, FF 1990 II 1050, ch. 211.11.) schweiz Gegenreaktionen ausgelöst hat, wo man nun auf ei-

14. Juni 1993 473 Neat Interpellationen

nen sofortigen Bau der Lötschberglinie drängt. In ihren Stel- heute die bestehende Gotthardlinie durchführt, so, wie dies in

lungnahmen drängen Interessenvertreter aus der West- Arth-Goldau der Fall ist. Darum muss die Neat bei Goldau in

schweiz- nicht hier im Parlament, aber in der politischen Oef- den Berg.

fentlichkeit - auf eine sofortige Realisierung der Lötschbergli- Das Begehren der Innerschweiz, die Linie in Goldau unterir-

nie, mit nur zweiter Priorität für die Gotthardlinie. disch im Berg zu führen und für die Personenzüge einen Halt

Anderseits kann dem Problem der hohen Kosten ausgewi- in Goldau zu ermöglichen, ist nicht übersetzt. Es ist begrün-

chen werden, indem entgegen dem bisherigen Projekt und det: erstens zur Erhaltung und Schonung unseres natürlichen

entgegen dem erklärten politischen Willen Abstriche an der Li- Lebensraumes und zweitens durch die berechtigten verkehrs-

nienführung gemacht und neue, billigere Lösungen vorge- politischen Interessen jener Landesteile, welche für die Neat

schlagen werden. Diesem Problem geht meine Interpellation ein besonderes Opfer bringen. Wir brauchen darum beides:

konkret nach. Das Vorgehen im Kanton Schwyz steht als Bei- Anschlüsse an die Welt in der Innerschweiz und Schutz des

spiel für weitere. Die Problematik geht weit tiefer als bloss die Lebensraumes. Das eine darf das andere nicht ausschliessen.

Berücksichtigung von lokalen oder regionalen Wünschen In diesem Sinne, Herr Bundespräsident, bitte ich Sie, auch die

beim Bau einer Eisenbahnlinie. Ich bin der Ueberzeugung, Fragen 4 bis 6 zu beantworten.

dass ein Baubeschluss für die Neat erst erfolgen darf, wenn

die Kosten für beide Linien klar errechnet sind, wenn wir wis- Bundespräsident Ogi: Wenn ich etwas heftig von «Nadelsti-

sen, wofür die Reserven gemäss dem vom Volk bewilligten chen» gesprochen habe, dann stehe ich dazu, weil diese «Na-

Projekt aufgebraucht sind. Es darf nicht sein, dass wir eine Li- delstiche», die in den letzten Tagen immer wieder vorgetragen

nie zum Bau freigeben und die andere weit hintanstellen. Das wurden, den Eindruck aufkommen lassen, dass dahinter eine

würde uns in grösste politische Probleme führen, weil weder ganz klare Absicht besteht. Darf ich Ihnen noch einmal in Erin-

die Kostenfolge geklärt noch die integrale Realisierung der nerung rufen, Herr Frick, dass die Probleme der Geologie in

Neat sichergestellt wäre. der Botschaft behandelt wurden? Auch die Risiken wurden be-

1. Was nun konkret die Probleme in meinem Kanton anbetrifft, handelt. Es ist durchaus denkbar, dass sich bei Piora und Ta-

so geht es zum ersten um die Frage, wieweit der Bund von kla- vetsch grössere Probleme ergeben. Aber es ist auch denkbar,

ren rechtlichen und politischen Zusicherungen abweichen dass sie uns weniger grosse Probleme aufgeben. Nachdem

darf, die er vor der Abstimmung im Jahre 1992 gemacht hat. auch Sie nicht in den Berg hineinschauen können, ist es etwas

Die Art und Weise nämlich, wie die Neat in meinem Kanton rea- fragwürdig, heute von den zusätzlich zur Botschaft erwähnten

lisiert werden soll, hat Behörden und Bevölkerung verunsi- Problemen zu sprechen.

chert und - gestatten Sie das Wort, Herr Bundespräsident - Auch die Probleme des Wassers werden in der Botschaft be-

auch enttäuscht. Mit der Botschaft zur Neat-Vorlage wurde handelt, die Probleme der Kosten ebenfalls. Es ist in der Bot-

nämlich auf Seite 37 zugesichert: «Die Neubaustrecke zweigt schaft auch festgehalten, warum wir die Netzvariante gewählt

im Raum Arth-Goldau von der bestehenden Gotthardlinie ab. haben: damit die Zufahrten im Mittelland auf ein Minimum re-

Gemäss dem Richtplan des Kantons Schwyz vom 21. Mai duziert werden können. Das war das ursprüngliche Konzept,

1986 führt sie durch den 7 km langen Urmibergtunnel auf den das war die Absicht, und das war auch das, was Sie behandelt

Talboden der Muoia. Diesen unterquert sie östlich von Ingen- und beschlossen haben.

bohl parallel zur Nationalstrasse N 4 in einem im Tagbau zu er- Die Neat wird-aufg rund der Teuerung-jedes Jahrteurer, das

stellenden Tunnel. Darauf folgt der gut 12 km lange Axentun- ist klar! Das möchte ich in aller Form sagen. Deshalb nennen

nel. Damit können die Siedlungsräume von Steinen, Schwyz wir immer ein Jahr, beispielsweise Planungsstand 1989/Preis-

und Brunnen umfahren werden.» stand 1991. Auch das möchte ich zuhanden des Protokolls

Inzwischen wollen die zuständigen Stellen des EVED davon und der Geschichte ganz klar festgehalten haben. Der Alpen-

nichts mehr wissen. Im Vordergrund steht plötzlich eine Hoch- transit-Beschluss wurde am 27. September 1992 vom Volk an-

variante: Ein 6 bis 8 Meter hoher Viadukt mit massiven Lärm- genommen und auf den 1. Dezember 1992 in Kraft gesetzt

einwirkungen soll nun den ganzen Talkessel Schwyz/Brunnen Das Konzept umfasst den Ausbau der Transitachsen Gotthard

zerschneiden und als total 10 bis 12 Meter hohes «Dyno- und Lötschberg-Simplon als Gesamtsystem, und das Warum

saurierband» die Landschaft zweiteilen. Die Zusicherung, ist ebenfalls in der Botschaft festgehalten. Diese sogenannte

dass die Siedlungsräume umfahren bzw. unterfahren werden Netzvariante wurde nicht zuletzt auch deshalb gewählt, damit

sollen, ist vergessen. Wer die Gegend kennt - Sie haben sie ja die Zugänge zur Neuen Eisenbahn-Alpentransversale ohne

alle anlässlich der 700-Jahr-Feier besucht und bewundert -, bedeutende Ausbauten auf dem übrigen Netz der SBB erfol-

kann diesen brutalen Eingriff nicht akzeptieren. Er ist ökolo- gen kann. Wenn wir eine sogenannte «Gotthard pur»-Lösung

gisch und als Schaden für das Landschaftsbild nicht tragbar. anstreben, wird das nach ersten Berechnungen teuer zu ste-

In der Zwischenzeit hat das Departement immerhin zugesi- hen kommen, weil dann die Zufahrten ab Basel bis Arth-

chert, beide Varianten gleichwertig zu prüfen, auf Druck der Goldau neu ausgebaut werden müssen und wir von der

politischen Kreise und der Regierung meines Kantons. Das «Bahn 2000», also der neuen Bahn Basel-Olten-Bern, nicht

Vorgehen, welches seitens der Bundesverwaltung gewählt mehr profitieren können. Das heisst, von Ölten nach Arth-

wurde, weist überdies auf ein bedenkliches Demokratiever- Goldau müsste dann sicher ein zusätzliches Trassee gebaut

ständnis hin. Wer nach gewonnener Abstimmung nicht mehr werden.

hält, was in der Abstimmungsbotschaft stand und was er ver- Die Neat-Planung ist voll im Gange. Zurzeit wird ein Varian-

sprochen hat, der schürt und nährt ein Misstrauen gegenüber tenvergleich durchgeführt, bevor die Neubauprojekte an die

dem Bund. Bahnen übergeben werden. Das habe ich hier auch schon

In diesem Zusammenhang bitte ich Sie, Herr Bundespräsi- einmal erklärt. Was den Gotthard betrifft, werden es die SBB

dent, die Fragen 1 bis 3 zu beantworten. übernehmen, was den Lötschberg anbelangt, die BLS. Es fin-

2. Es geht für uns um die Frage, wieweit aus Kostengründen det im Moment eine offene Planung im Rahmen einer defi-

eine Alpentransitlinie erstellt werden soll, welche die regiona- nierten Organisation statt, welche insbesondere die Kantone

len Anliegen und mit ihnen ökologische Anliegen negiert. Das einbezieht. Sie wissen, es sind neue Ansprüche angemeldet

gilt für mehrere Kantone. Wir können die Neat nicht an den An- worden, zum Beispiel im Kanton Tessin, wobei die Variante

liegen der Regionen vorbei bauen, sondern müssen die ökolo- einer Strecke von 63 Kilometern, die mit 52 Kilometern Tun-

gischen und verkehrspolitischen Bedürfnisse mit berücksich- nel versehen ist, nicht vom Staatsrat des Kantons Tessin,

tigen. Arth-Goldau ist der einzige Anschluss der Innerschweiz sondern von einer Ingenieurgemeinschaft stammt. Auch im

an die Neat. Wir brauchen ihn. Eine «schlanke» Neat, die nur Kanton Uri wurden die vier Varianten, die aufgrund der Bot-

die Zentren Mailand und Zürich verbindet, ist für uns nicht ak- schaft möglich waren, vom Kanton allesamt abgelehnt. Wenn

zeptabel. Darum drängen wir auf einen Anschluss Arth- Sie nun von einem «bedenklichen Demokratieverständnis»

Goldau für den Personenverkehr. Gleichzeitig sind die ökolo- reden, muss ich sagen, dass das auch für uns bedenklich ist;

gischen Anliegen zu beachten. Es steht ausserhalb des Zu- wenn immer mehr und mehr gefordert wird, müssen wir doch

mutbaren, eine Alpentransitlinie oberirdisch mitten durch eine daran denken, dass irgend jemand diese ganze «chose» ja

grössere Ueberbauung, ein grosses Dorf, zu legen, wo bereits auch bezahlen muss.

NLFA Interpellations 474 14 juin 1993

Vor kurzem haben sich die Kantone darüber geäussert, wel- Frick: Im heutigen Zeitpunkt bin ich von der Antwort des Bun-

cher Variante sie aus ihrer Sicht den Vorzug geben. Nach der desrates teilweise befriedigt Aber ich komme mir vor wie ein

Uebergabe der Projekte beginnt dann die eigentliche Vorpro- Bahnpassagier, der am Hauptbahnhof auf die Abfahrt des In-

jektierung; sie beginnt, nachdem die beiden Gesellschaften tercity-Zuges wartet und dem der Zugführer bedeutet: «Ich

die Projekte übernommen haben. Soweit sich SBB und Kan- sage dir heute noch nicht, wann erfährt» Der Zugführer weiss

ton nicht einig werden, wird eine zweite Variante vorgelegt. So- es zwar im Grunde genommen schon recht gut, und doch ver-

fern sie sich einig werden, wird eine Variante bearbeitet Wo tröstet er den Passagier auf später.

unterschiedliche Vorstellungen bleiben, werden also zwei Lini-

enführungsvarianten gleichwertig bearbeitet, und dann wer- M. Martin Jacques: Un article de presse remettant en question

den sie dem Bundesrat zur abschliessenden Entscheidung la construction de deux tunnels de base à travers les Alpes a

über die Linienführung vorgelegt Der Bundesrat hat dann zu créé un choc il y a quelque trois semaines dans le monde poli-

entscheiden, ob diese Varianten umweltverträglich sind oder tique, d'autant plus que cette suggestion venait d'un membre

nicht Es werden Bauprogramm, Bauetappen und zeitlicher du collège gouvernemental. La réponse du Conseil fédéral re-

Ablauf fixiert. met l'église au milieu du village, comme on dit en Pays de

Die SBB sind beauftragt, im Rahmen der Vorprojektierung eine Vaud. Il me semble tout de même utile dans cette situation

Basisvariante zu unterbreiten, welche den von den eidgenössi- pour le moins inhabituelle que notre conseil en parle.

schen Räten festgelegten Gesamtkredit, Preisstand 1991, Pla- En effet, dans une période difficile pour notre pays, alors que le

nungsstand 1989, enthält Die Basisvariante muss überdies pouvoir politique est régulièrement remis en cause par la po-

den Anforderungen des Bundesrechtes genügen, ich denke pulation, comment peut-on objectivement et froidement igno-

vor allem an den Umweltschutz. Der aktuelle Planungsstand rer une décision populaire parfaitement claire? Le Conseil fé-

erlaubt die Feststellung, dass der Auftrag erfüllbar ist. Ich muss déral s'est engagé vis-à-vis de l'Europe. Il s'est engagé vis-à-

Ihnen das sagen, nachdem ich seit drei Jahren nichts anderes vis de la Suisse occidentale dans son message et dans ses pri-

oder fast nichts anderes mache; ich befasse mich selbstver- ses de position avant la votation du mois de septembre 1992.

ständlich noch etwas mit Energie- und auch etwas mit Kommu- Le Parlement a cautionné cette position à une importante ma-

nikationsproblemen, aber ich konzentriere mich auf diese Pro- jorité.

blematik. Ich bin deshalb manchmal etwas überrascht, wie Remettre en question cette position serait considéré par notre

Leute, die keine Ingenieure eingesetzt haben, kommen und sa- population, comme par les Etats signataires de l'Accord de

gen können, es sei nicht möglich. So kann man alles in Frage transit, comme une preuve d'indécision. Ce que nous atten-

stellen. Der aktuelle Planungsstand erlaubt die Feststellung, dons aujourd'hui, Monsieur le Président de la Confédération,

dass der Auftrag erfüllbar ist Ich möchte das festhalten. c'est une réaffirmation claire de cette politique des deux

Zu Frage 1 : Der Bundesrat hält sich an die Alpentransit- tunnels.

Beschlüsse, die zugrundeliegenden Botschaften und die Aus- Durant la campagne, vous avez affirmé précisément: «Le pre-

führungserlasse. mier à être prêt sera mis en chantier.» Nous aimerions au-

Zu den Fragen 2 bis 5: Der Bundesrat beschäftigt sich zurzeit jourd'hui que vous confirmiez cette assertion, à savoir que sur

nicht mit der Frage der Linienführung. Das ist nicht Aufgabe la base de l'avant-projet définissant le tracé, les techniques de

des Bundesrates. Er wird sich bei der Genehmigung der Vor- construction et les coûts basés sur des soumissions, le pre-

projekte Ende 1994, Anfang 1995 damit auseinandersetzen mier qui sera prêt puisse effectivement commencer ces tra-

müssen. Der Bundesrat muss es daher ablehnen, vor dem vaux, que ce soit le Saint-Gothard ou le Loetschberg.

Entscheid irgendwelche Zusicherungen abzugeben. Alles zu Pour sa crédibilité internationale, pour relancer sa conjoncture

seinerzeit! économique, pour démontrer son esprit d'entreprendre, la

Aufgrund der Gespräche darf ich jedoch festhalten, dass Suisse en a besoin.

70 Prozent der Linienführung heute unbestritten sind. Auch

das hat man immer wieder grosszügig vergessen. Auf etwa M. Salvioni: M. Ogi a déclaré que le canton du Tessin n'a pas

30 Prozent der Streckenlänge werden in Absprache und in Zu- encore proposé officiellement des variantes pour le tracé de

sammenarbeit mit den Kantonen zwei alternative Linienfüh- référence, et c'est vrai. Mais M. Ogi sait, parce que le Conseil

rungen ausgearbeitet. Die Schonung der Siedlungsräume, d'Etat du canton du Tessin le lui a communiqué par lettre le

die Querung des Talbodens der Muota und die Optimierung 12 mai 1993, que le tracé de référence ne peut pas être ac-

des Anschlusses im Raum Arth-Goldau sind Gegenstand der cepté. Cela signifie qu'il faudra examiner la possibilité d'ac-

Vorprojektbearbeitung. Es gibt Leute, die jetzt schon ganz be- cepter l'une des deux variantes qui ont été proposées: celle

wusst sagen, das und das werde nicht gemacht; andere hel- pour le Sopraceneri qui contourne Bellinzone par l'est ou par

fen dann diesen Leuten, damit wirklich Nervosität und Unzu- l'ouest ou celle qui concerne le Sottoceneri, pas la variante qui

friedenheit entstehen. aboutit à Taverne, mais celle qui aboutit à Massagno.

Konkret darf ich sagen, dass die in der Botschaft beschriebene Je ne veux pas passer ici sous silence le fait que - je pense

Variante «Felderboden tief» nicht zuletzt wegen der Schwierig- qu'il ne faudrait pas éviter d'affronter la réalité - si le Conseil fé-

keiten mit dem Grundwasser - um ganz präzis zu sein - in déral et les CFF respectivement voulaient insister sur le tracé

Frage gestellt wird. Das dürfen wir nicht verschweigen. Sie de référence, le potentiel conflictuel qui s'en dégagerait dans

wird aber geprüft. Und vorgeschlagen wird nicht «Felderbo- la population tessinoise serait vraiment important et pourrait

den hoch», sondern «Felderboden halbhoch». Aber entschie- causer des problèmes sérieux qu'il vaudrait mieux éviter.

den ist noch nichts, Herr Frick. En ce qui concerne le canton du Tessin, il y a un autre pro-

Die Anliegen des Kantons Schwyz sind bekannt Es herrscht blème qui doit être résolu avant que la ligne soit définitivement

Einvernehmen bezüglich des weiteren Projektierungsablau- décidée, c'est la continuation de la ligne vers le sud, car le pro-

fes. Das ist so, das hat man mir von der sogenannten Behör- jet actuel du Conseil fédéral - le tracé de référence - s'arrête à

dendelegation so gemeldet Lugano. Evidemment, le taux d'occupation du territoire sur

Zu Frage 6: Ueber Auswirkungen auf das Arbeitsplatzangebot lequel doit passer la ligne de Lugano à Chiasso est extrême-

sind heute noch keine konkreten Aussagen möglich. ment important C'est une région fortement construite avec

Abschliessend bitte ich Sie, die gesamte Abwicklung zu se- une énorme densité de population, ce qui rendra la recherche

hen. Jetzt haben die Gemeinden die Möglichkeit, ihre Bedürf- d'une solution extrêmement difficile. C'est la raison pour la-

nisse einzubringen. Diese Bedürfnisse und diese Wünsche quelle, afin d'éviter un conflit qui pourrait à un certain moment

sind natürlich weitgehend und sehr fordernd. Irgendwie müs- devenir difficile - nous avons l'expérience de Rothrist-Matt-

sen wir das Ganze wohl auf ein gesundes, korrektes Mass zu- stetten, Monsieur le président de la Confédération, et j'espère

rückbinden. Aber das «bedenkliche Demokratieverständnis», et souhaite que la même expérience ne se répète pas au Tes-

das Sie angesprochen haben, muss ich zurückweisen. Wir sin -, il faut que toutes les variantes soient sérieusement exa-

versuchen auch nur, unsere Pflicht zu tun. Ich habe seinerzeit minées, il faut absolument que le Conseil fédéral et les Che-

im Vorfeld der Abstimmung persönlich in Arth-Goldau orien- mins de fer fédéraux respectivement acceptent de rechercher

tiert, und ich weiss genau, was ich gesagt habe. des solutions qui tiennent compte des problèmes de l'environ-

14. Juni 1993 475 Neat Interpellationen

nement. Par ailleurs, quand on a discuté des NLFA au sein de part des droits sur les carburants? N'oublions pas, en effet,

la Commission du Conseil national dans laquelle je me trou- que le peuple suisse a voté sur ces projets quant au principe

vais, le Conseil fédéral avait formellement promis qu'il adopte- tout d'abord, mais aussi quant à leur financement par les

rait les «flankierende Massnahmen» qui se révéleraient néces- droits sur les carburants ensuite. Si donc, le projet est remis en

saires à la protection des personnes habitant aux environs de question, c'est aussi le financement qui sera contesté, car il est

cette ligne de chemin de fer. évident qu'un équilibre, peut-être coûteux, a été établi et une

C'est la raison pour laquelle je veux insister ici, Monsieur le modification sensible des projets constituerait un détourne-

Président de la Confédération, et attirer votre attention sur les ment des droits sur les carburants qu'une partie des usagers

problèmes extrêmement délicats qui se posent aussi dans le de la route en Suisse ne sera pas prête à avaler sans réagir.

canton du Tessin. Je n'ai pas préparé une intervention person- Nous invitons donc le chef du Département fédéral des trans-

nelle puisqu'une interpellation et une interpellation urgente ports, des communications et de l'énergie à mettre tout en

ont été présentées par les représentants du canton de Schwyz oeuvre pour ne pas décevoir les citoyens qui ont apporté un

et du Valais respectivement. appui massif à ce projet - les transversales ferroviaires al-

pines - et pour ne pas priver notre pays d'un grand dessein à

Frau Beerli: Das Volk hat im letzten Jahr entschieden, dass un moment où la conjoncture s'accommoderait fort bien d'une

zwei Alpentransversalen gebaut werden sollen. Angesichts impulsion positive et dynamique.

der bekannten, schlechten Lage der Bundesfinanzen hat Herr

Bundesrat Stich im Alleingang ein Sparrezept eröffnet, das Danioth: Der Kanton Uri wollte sich eigentlich nicht mehr mel-

darin besteht, auf den Lötschbergtunnel zu verzichten. Bei al- den. Nachdem aber das Konzert der Kantone praktisch voll-

lem Respekt und bei allem Verständnis für die Sparwünsche: ständig ist, würde es nicht verstanden werden, wenn nicht ein

So einfach geht es doch nicht. Der Lötschberg ist eine von der Wort gesagt würde. Ich werde übermorgen im Zusammen-

ganzen Romandie gewünschte Verbindung zwischen dem hang mit der Alpen-Initiative und der Standesinitiative Uri viel-

Kanton Bern und dem Kanton Wallis und ist demzufolge auch leicht ein kleines Gefecht mit Herrn Bundespräsident Ogi aus-

staatspolitisch bedeutungsvoll. Der Lötschberg ist zudem Er- tragen. Ich möchte aber auch hier klar betonen, dass wir Urner

satz für den Rawil-Strassentunnel, was bedeutet, dass zwi- nicht dafür sind, dass die beiden Achsen gegeneinander aus-

schen 3 bis 4 Milliarden Franken aus Treibstoffzollgeldern an gespielt werden. Wir betrachten den Neat-Beschluss ebenfalls

seine Kosten bezahlt werden könnten. Die Bauzeit des Lötsch- als integralen Volksbeschluss, der zu vollziehen ist, und zwar

bergtunnels ist bedeutend geringer als die des Gotthardtun- vom gesamten Bundesrat. Es ist falsch, wenn man nun in der

nels. Der Tunnel ist viel kürzer, was naturgemäss mit sich Planungsphase beginnt, die einzelnen Achsen gegeneinan-

bringt, dass die Kosten tiefer sind. Zudem sind die geologi- der auszuspielen. Die Behörden und die Bevölkerung im Kan-

schen Verhältnisse unproblematischer. ton Uri sind ebenfalls verunsichert, nicht so sehr wegen des

Ein letztes und mirviel wichtiger erscheinendes Argument: Die Vorstosses von Herrn Kollege Bloetzer - wir nehmen das ge-

Kantone Wallis und Bern sind sich einig über die Linienfüh- lassen -, sondern wegen einer ähnlichen Situation, wie sie vorY

rung, und Volk und Regierung der beiden Kantone stehen voll Herrn Kollege Frick geschildert worden ist. Ich glaube, wir dür-

und ganz hinter diesem Projekt Auch die «Pro Frutigland», fen sagen - und wir anerkennen das und halten es dankbar

einst Oppositionsorganisation gegen die ursprünglichen Va- fest -: Die bisherige Planung hat nach dem 27. September

rianten, ist jetzt mit der Linienführung einverstanden, was mit letzten Jahres zu einer Kooperation zwischen den Planern der

sich bringen wird, dass man nicht mit langwierigen Oppositio- SBB und den Planungsinstanzen der lokalen Behörden ge-

nen wird rechnen müssen, die das Verfahren verlängern. führt, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, als man festgestellt

Es spricht demzufolge alles für den Lötschberg, und ich bitte hat, dass nun die Kosten tatsächlich grösser sind. Und zwar

Sie, nicht an diesem Projekt zu rütteln. sind sie nicht wegen zusätzlicher Wünsche grösser, Herr Bun-

despräsident, sondern einzig und allein aus der Tatsache her-

M. Delalay: Le projet des transversales ferroviaires à travers aus, dass nun die Planung konkretisiert wird, dass sich nun

les Alpes revient aujourd'hui au premier plan de l'actualité diese legitimen Ansprüche auf eine umweltgerechte Verwirkli-

après les déclarations de notre ministre des finances et après chung der Neat in der Detailplanung auswirken. Man sieht

toutes ces voix qui s'élèvent selon lesquelles un seul axe de- jetzt, dass der geplante Betrag nicht ausreicht.

vrait être construit ou tout au moins l'un après l'autre. Es ist bereits früher festgehalten worden, dass die Linienfüh-

Nous voulons bien admettre que les finances de la Confédéra- rung im Kanton Uri gemäss ursprünglichem Projekt des Bun-

tion, dans leur état actuel, ne permettent guère d'engager desrates dem Umweltschutzgesetz nicht entsprechen würde.

15 milliards de francs, et sans doute davantage encore, dans Was ist jetzt gemacht worden? Man zieht sich jetzt in Anbe-

ces ouvrages d'envergure européenne. Toutefois, il faut bien tracht der Kostensteigerung auf dieses ursprüngliche Projekt

admettre que les temps peuvent changer, pour les finances fé- zurück. Dass hier eine Missstimmung aufgekommen ist, wer-

dérales aussi, et prendre en compte le fait que cet argument den Sie verstehen.

économique, s'il peut à nos yeux expliquer certaines interven- Ich möchte jetzt nicht auf die Debatten zum Neat-Beschluss

tions, n'est pas à même de justifier les déclarations faites et le zurückkommen. Damals habe ich einen Antrag gestellt, man

débat ouvert quelques mois seulement après une consulta- möge doch diesen Vorbehalt der wirklich gesetzesbedingten,

tion populaire dont le résultat est clair et net, et ne peut laisser unvorhersehbaren Kosten aufnehmen. Leider ist er bekämpft

planer aucun doute. Je voudrais donc dire aujourd'hui deux worden und ist jetzt draussen. Ich glaube, das Parlament und

choses puisque le débat public trouve un écho dans notre auch der Bundesrat müssen sich irgendeinmal eingestehen,

conseil. L'une, tout d'abord, pour apporter un soutien total à dass gewisse unvermeidliche Mehrkosten aus dieser Projek-

l'appréciation de M. Ogi, président de la Confédération, selon tierung anfallen werden und dass wir diese Kosten auf den

laquelle l'arrêté sur le transit alpin fait partie intégrante de l'Ac- Tisch des Hauses legen müssen, in der festen Ueberzeugung:

cord sur le transit. Je me demande quelle crédibilité notre pays Wir wollen diese Neat verwirklichen, wir wollen aber eine Neat

pourrait bien encore avoir auprès de nos partenaires euro- verwirklichen, die umweltgerecht ist und die nicht auf Kosten

péens si le gouvernement suisse, au mépris de ses engage- des Lebensraumes der Anwohner geht, sondern auf Kosten

ments concernant le transit, cautionné d'ailleurs par les Cham- derer, die sie benützen. Ich glaube, in diesem Grundsatz und

bres, et sans considération pour la volonté populaire, remet en in dieser Erkenntnis werden wir uns - so hoffe ich - sehr wahr-

question des décisions prises démocratiquement et avec une scheinlich finden.

majorité des deux tiers des votants.

Deuxième et dernière observation: les deux transversales fer- Frick: Im Rahmen der Diskussion möchte ich zwei Gedanken

roviaires alpines ne forment pas seulement un tout sur le plan äussern.

technique, mais aussi en ce qui concerne le financement. 1. Herr Bundespräsident, bei den «Nadelstichen», die Sie

Comment est-il possible, sérieusement, d'envisager que l'on empfinden, sehen Sie uns als «Stupfer»; dem ist beileibe nicht

puisse dissocier les deux projets et continuer à penser que les so. Was uns beschäftigt, sind die sichtbaren Probleme: die zu-

travaux exécutés partiellement puissent être financés par une sätzlichen Kosten, die mit der Detailplanung der «Bahn 2000»

NLFA. Interpellations 47(5 14 juin 1993

in unseren Kantonen entstehen, wenn die Linienführung um- jetzt schon alles so gestalten, wie wir das vielleicht für wünsch-

weltgerecht sein soll. bar halten. Aber wir schreiben in der Botschaft immer wieder,

Wer die Variante «Verzicht Lötschberg» ins Spiel gebracht hat dass das System ergänzt werden kann. Deshalb ist die Bauka-

und hier «sticht», ist ein Mitglied Ihres Kollegiums, nicht unse- stenidee in diese Botschaft hineingeflossen und soll auch An-

res Kollegiums. Die Aeusserungen Ihres Kollegen, des Finanz- wendung finden.

ministers, haben uns erst recht stutzig gemacht Wir haben berechnet, ob es zwischen Lugano und Chiasso,

Wir wollen eine rasche, integrale Verwirklichung der Neat mit zwischen Bellinzona und Luino möglich ist Diese Fragen sind

Gotthard und Lötschberg. Was wir aber ebenso wollen, ist geklärt worden. Sie sind in Prüfung, und es ist denkbar, dass

eine klare Auskunft über die Kosten und über mögliche Ueber- der Ausgang Luino verbessert werden muss, um den Aus-

schreitungen in einem frühzeitigen Stadium. gang Lugano-Chiasso zu entlasten. Zum heutigen Zeitpunkt,

2. Sie haben uns vorgeworfen, wir würden neue Ansprüche für mit den heutigen Tonnagen, mit den heutigen Verkehrsströ-

die Linienführung stellen. Ich muss das zurückweisen. Wirfor- men, wäre die Uebernahme des Verkehrs von Lugano nach

dern nicht mehr und nicht weniger, als in der Botschaft schrift- Chiasso unter Einschränkung des Regionalverkehrs möglich.

lich zugesichert wurde; die Linienführung ist dort genau um- Zu den flankierenden Massnahmen möchte ich festhalten,

schrieben, und diese fordern wir. Gestützt auf diese klare Zusi- auch an die Adresse von Herrn Danioth, dass sich allerhand

cherung haben sich alle massgebenden politischen Kreise in getan hat Sie haben sich sehr schwergetan mit der Autobahn-

der Innerschweiz für die Neat eingesetzt, und die Stimmbürger vignette und der Schwerverkehrsabgabe. Sie haben das auf

haben das Neat-Projekt gestützt auf diese schriftliche Zusiche- 10 Jahre befristet. Das ist nun so auch beim Nationalrat durch-

rung angenommen. Um so grösser ist die Enttäuschung, dass gekommen. Nicht Sie, Herr Danioth, aber der Rat hat sich

für die Realisierung nun eine andere Linienführung gewählt schwergetan, den Worten sind nicht gleich Taten gefolgt Darf

werden soll. Heute kommen wir uns - gestatten Sie den Aus- ich Ihnen die Treibstoffzollerhöhung, die Autobahnvignette

druck - politisch schon ein bisschen verschaukelt vor, nach- und die Schwerverkehrsabgabe in Erinnerung rufen? Jetzt

dem wir uns für Ihr Projekt - für unser gemeinsames Projekt - kommt die CO2- oder die Energielenkungsabgabe. Das, was

gewehrt haben und heute ein anderes realisiert werden soll. Sie gefordert haben, ist jetzt auf dem Tisch, und wir werden se-

Daran ändert auch Sprachkosmetik nichts. Wenn Ihr Bundes- hen, ob Sie diese C02- oder Lenkungsabgabe akzeptieren

amt jetzt einen 6 bis 10 Meter hohen Viadukt als «halbhoch» werden. Ich habe bei der Schwerverkehrsabgabe und der Au-

statt als «hoch» bezeichnet, ist das reine Sprachkosmetik. Wer tobahnvignette doch den Eindruck bekommen, dass es eine

einmal aus 10 Metern hinuntergefallen ist, weiss, dass das gewisse Obergrenze gibt, die Sie akzeptieren.

weit mehr als halbhoch ist. Herr Salvioni, ich möchte Ihnen noch sagen, dass die Stras-

senverkehrsrechnung, die demnächst publiziert werden

Bundespräsident Ogi: Ich danke Ihnen für die interessante muss, zeigen wird, ob die Unterdeckung, von der Sie alle spre-

Diskussion. Zu den einzelnen Voten möchte ich in aller Kürze chen, bei der Strasse wirklich so gross ist, wie Sie das anneh-

folgendes sagen: men. Offensichtlich ist die Unterdeckung im Vergleich zur Ei-

Zu Herrn Martin Jacques: Es ist so, dass wir uns an die Be- senbahn nicht mehr so gross.

schlüsse Ihres Rates, an die Beschlüsse der Bundesversamm- In bezug auf die Aeusserungen von Frau Beerli: Wir sind in un-

lung halten. Diese Beschlüsse wurden vom Volk bestätigt, und serem Departement der Meinung, dass zum heutigen Zeit-

das ist für uns die Richtschnur unserer Arbeit Wir haben ganz punkt das Geld in die Arbeit investiert werden sollte, dass die

klar festgehalten, dass es eine Netzvariante ist. Wir haben Neat im richtigen Zeitpunkt kommt, in dieser wirtschaftlich

auch festgehalten, dass wir beide Tunnels in Angriff nehmen. schwierigen Zeit, und dass die Situation nicht nur in bezug auf

Ich sage hier zum dritten Mal, dass dasjenige Projekt, das zu- Lötschberg-Simplon wichtig ist, sondern auch für die ganze

erst bereit ist, zuerst gebaut werden kann. Das wird möglicher- Innerschweiz und den Kanton Tessin. Warum haben wir beide

weise eine Staffelung ergeben. Da ist bewusst auch etwas Kantone, das Wallis und das Tessin, berücksichtigen müs-

Wettbewerb drin, das sage ich Ihnen ganz offen, Herr Frick. sen? Es geschah nicht zuletzt aus den staatspolitischen

Man kann natürlich auch alles in Frage stellen. Ueberlegungen, die Sie in Ihren Ausführungen ganz klar und

Ich komme noch zu Ihren Bemerkungen, die ich nicht ohne deutlich vorgetragen haben.

Antwort lassen kann. Wir halten uns an die Botschaft, und In bezug auf die Bemerkungen von Herrn Delalay: Ich ver-

diese Botschaft wurde vom Volk bestätigt, und das macht uns hehle nicht, dass das Vertrauen in uns mit der Inangriffnahme

stark. HerrSalvioni, ich muss Ihnen sagen, ein solches Projekt der Neat steigt oder schwindet. Die Deutschen haben bereits

kann nicht gebaut werden, ohne dass es Konflikte gibt Das Fragen gestellt, und zwar schon, bevor ich vorletzte Woche in

müssen wir sagen. Ich weiss das, und ich gehe mit Engage- Bonn war. Sie haben gefragt: Was ist in der Schweiz los? Wird

ment und mit der Kraft eines Berglers an diese Arbeit Ich nicht gebaut? Es sind sofort zusätzliche Bedingungen gestellt

könnte die Hände verwerfen und sagen, das ist alles zu worden. Wir können nicht den 40-Tonnen-Korridor ablehnen

schwer. Das hat aber keinen Sinn. Wir brauchen in der heuti- und glauben, trotzdem keine Neat bauen zu müssen. Wir kön-

gen Zeit die Kraft, um all diese vorhandenen Schwierigkeiten nen nicht das Nachtfahrverbot aufrechterhalten und glauben,

zu überwinden. Da wird sich noch einiges an Konflikten zei- wir könnten den Nachtverkehr auf unseren Strassen ableh-

gen, und wenn man das weiss, ist man auch besser in der nen. Wir können nicht das Sonntagsfahrverbot aufrechterhal-

Lage, diese Problematik zu überwinden. An unserem guten ten und meinen, wir könnten im Gegenzug gar nichts tun. Da

Willen soll es nicht fehlen. In bezug auf die sogenannte 63/52- geht es - wie Herr Delalay gesagt hat - um Treu und Glauben.

Variante im Tessin (63 Kilometer lang, wovon 52 Kilometer Wir sind darauf eingegangen, und deshalb ist es taktisch in je-

Tunnel) habe ich klar gesagt, Herr Salvioni, dass das nicht die der Beziehung falsch, hier Fragezeichen zu setzen.

Variante des Kantons Tessin ist, sondern eine Variante, die von Zu den Finanzen: Herr Delalay hat gesagt, dass ein Viertel

einer Ingenieurgemeinschaft (Arbeitsgruppe Galfetti) erarbei- über den Treibstoffzoll finanziert wird. Ich erinnere daran, dass

tet wurde. Ich weiss, dass sich der Kanton Tessin, wenigstens beim Vereinatunnel kein Treibstoffzollgeld eingesetzt wird. Wir

der Staatsrat, mit dieser Variante auch nicht ganz einverstan- haben hier für die Neat 25 Prozent vorgesehen, das macht

den erklären kann. Ich warte nun auf die Vorschläge, die im 4 Milliarden Franken, das ist der Rawil-Ersatz. Tatsache ist,

Rahmen der Behördendelegation diskutiert wurden. Ich sehe dass der Autoverlad zwischen N 6 und N 9 sichergestellt wird.

die Schwierigkeiten, aber ich sehe auch Licht am Ende dieses Wenn Sie den Lötschberg streichen würden, gingen die 4 Mil-

Tunnels. liarden Franken verloren, weil für den Gotthard andere Relatio-

Betreffend Südanschluss Lugano oder Luino wissen wir seit nen gelten. Ich möchte das, was Herr Delalay gesagt hat, in al-

Anbeginn, dass es noch Schwierigkeiten geben wird. Ich ler Form bestätigen.

möchte Ihnen aber ein Wort in Erinnerung rufen, das in der Schliesslich noch zu Herrn Danioth -er hat mir «Rendezvous»

Botschaft immer wieder zu lesen ist, nämlich das Wort «Bauka- bei der Behandlung der Alpen-Initiative gegeben, ich halte

stensystem». Wir bauen diese Neat nicht aufgrund der Bedürf- mich deshalb kurz -: Man kann versuchen, eine Missstim-

nisse des Jahres 2030, sondern wir bauen die Neat aufgrund mung zu bereinigen, man kann sie jedoch auch fördern. Ich

der Bedürfnisse der Jahre 2010, 2020. Da können wir nicht sage nicht, dass Sie sie gefördert haben, vor allem Sie nicht

14. Juni 1993 S 477 Neat. Interpellationen

Bei den Mehrkosten und Ansprüchen, die natürlich in einer Art

und Weise gekommen sind, müssen Sie uns das Recht ge-

ben, sie zu prüfen. Wir können heute nicht umweltfeindlich

bauen, wir können nur noch umweltfreundlich bauen. Dafür

haben wir ein Buwal mit fast 500 Leuten; sie schauen uns ganz

genau auf die Finger, dass wir ja nicht umweltfeindlich bauen.

Ich möchte, dass Sie wissen, dass in bezug auf Raumplanung,

in bezug auf Umweltverträglichkeit usw. alle Instrumente vor-

handen sind, die verhindern, dass wir noch umweltfeindlich

bauen können. In diesem Sinne braucht es auch etwas mehr

Vertrauen in diesen Bund und in die Leute, die dieses Projekt

ausführen dürfen - ich sage ausdrücklich «dürfen», nicht müs-

sen, Herr Frick. Mehrkosten wird es natürlich geben. Lieber

diese Mehrkosten soll dann der Bundesrat- und allenfalls Sie,

wenn Kredit nötig wird -entscheiden können. Wenn Sie diese

Mehrkosten beschliessen, kann man zu ihnen stehen. Bei Be-

ginn der Realisierung sollte man jedoch nicht schon von den

Mehrkosten sprechen; l'appétit vierten mangeant. Zu neuem

Appetit sollten wir jetzt nicht noch aufrufen.

Zu Herrn Frick sollte ich eigentlich nichts mehr sagen. Mit den

«Nadelstichen» habe ich nicht Sie gemeint, sondern diejeni-

gen, die uns jetzt systematisch einen Stich nach dem anderen

versetzt haben. Ich muss annehmen, dass hier irgend jemand

dahintersteckt, der das wie ein Polizist koordiniert; verschie-

dene Probleme werden auf den Tisch gelegt, es sind keine

neuen Probleme, es sind bekannte Probleme. Ich habe dieje-

nigen gemeint, die sich betroffen fühlen; ich formuliere das

einmal so.

Umweltfeindlich kann man nicht mehr bauen. Ich habe zur

Kenntnis genommen, dass Sie die rasche, integrale Lösung

wollen, Herr Frick, das hat mich gefreut. Auskunft ja, aber ich

möchte Sie auch bitten: Jede Auskunft zu ihrer Zeit. Ihr Bild mit

dem abfahrenden Zug ist nicht fair! Wir können Ihnen doch

nicht jetzt schon sagen, wie das Ganze aussieht, nachdem

man noch nicht einmal in die Vorprojektierungsphase einge-

stiegen ist. Auch Sie möchte ich bitten, etwas Vertrauen zu ha-

ben. Wir werden dem Problem der Durchquerung des Felder-

bodens ganz grosse Beachtung schenken, das können Sie

mir glauben. Schenken Sie uns auch etwas Vertrauen, und be-

ruhigen Sie diese Leute, weil noch gar nichts entschieden ist.

Neue Forderungen wurden gestellt, das stimmt: Auch im Kan-

ton Schwyz wurden neue Forderungen gestellt, das dürfen Sie

nicht vom Tisch wischen, und diese neuen Forderungen wer-

den wir auch prüfen. Das Ganze ist noch nicht einmal in der

Vorprojektierungsphase der Kantone und der Bahnen. Des-

halb ist die Diskussion auch zu früh. Wir werden sicher noch

einige Zeit haben und die Entwicklung der ganzen Projektrea-

lisierung miteinander - ich hoffe, mit etwas mehr Freude - be-

gleiten dürfen. Glauben wir an die Zukunft, glauben wir an die

Neat! Das wäre wichtig.

Schluss der Sitzung um 22.20 Uhr

La séance est levée à 22 h 20

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Frick Neat-Linienführung im Kanton Schwyz

Interpellation Frick Tracé de la NLFA dans le canton de Schwyz

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1993

Année

Anno

Band III

Volume

Volume

Session Sommersession

Session Session d'été

Sessione Sessione estiva

Rat Ständerat

Conseil Conseil des Etats

Consiglio Consiglio degli Stati

Sitzung 09

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 93.3203

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 14.06.1993 - 18:15

Date

Data

Seite 472-477

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Ref. No 20 023 067

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