Telecommunications Deregulation Motion Accepted as Postulate
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court addressed a motion proposing further deregulation in the telecommunications sector, specifically advocating for loosened network monopolies, separation of postal and telecommunications services, and flexible labor conditions to enhance competitiveness. The government acknowledged the need for further deregulation due to technological advancements and European trends, but proposed to treat the motion as a postulate to avoid prejudging solutions and to ensure the inclusion of rural areas. One member expressed concern that this would endanger the universal service obligation and potentially lead to privatization benefiting private entities while leaving less profitable services, like postal services and mountain region coverage, to the state or taxpayers. Ultimately, the motion was accepted as a postulate, allowing the government to investigate further without being bound to specific solutions.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 66 Abs. 1 BGG; Telecommunications Deregulation Motion Accepted as Postulate: The government acknowledged the need for further deregulation due to technological advancements and European trends, but proposed to treat the motion as a postulate to avoid prejudging solutions and to ensure the inclusion of rural areas. One member expressed concern that this would endanger the universal service obligation and potentially lead to privatization benefiting private entities while leaving less profitable services, like postal services and mountain region coverage, to the state or taxpayers. Ultimately, the motion was accepted as a postulate, allowing the government to investigate further without being bound to specific solutions.
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KI-generiertThis provision likely pertains to the costs awarded in the proceedings, as indicated by its citation in the context of the final decision on how the case should be handled.
Volltext
Motion Rhinow 192 9 mars 1994
Diese Besorgnis, nicht irgendwelche Kritik im Nachgang zum #ST# 93.3156
Urnengang vom 28. November des vergangenen Jahres, bil-
det die Basis meiner Interpellation. Das Ziel meines Vorstos- Motion Rhinow
ses besteht darin, für zukünftige Vorlagen Lehren zu ziehen.
Dabei ist im Interesse einer verstärkten Bürgernähe auch vor Deregulierung
dem Einbezug von Zusätzen zu Abstimmungsfragen, etwa im Fernmeldewesen
Klammerbemerkungen, nicht zurückzuschrecken, wenn dies Déréglementation
zu einer besseren Verständlichkeit führt und das Ziel der un- du secteur des télécommunications
verfälschten Stimmabgabe dadurch nicht beeinträchtigt wird.
In diesem Sinne bitte ich den Herrn Bundeskanzler um Beant-
wortung der beiden gestellten Fragen.
Couchepin François, chancelier de la Confédération: II y a Wortlaut der Motion vom 18. März 1993
une dizaine d'années que le Conseil fédéral a confirmé une Der Bundesrat wird eingeladen, den eidgenössischen Räten
pratique, très ancienne, selon laquelle les questions posées eine Vorlage über weitere Schritte zur Deregulierung im Fern-
sur le bulletin de vote utilisé lors des votations fédérales doi- meldesektor zu unterbreiten. Insbesondere soll das Monopol
vent reprendre textuellement les titres officiels des lois et arrê- im Bereich der Fernmeldenetze weiter gelockert werden. Die
tés fédéraux, tels qu'ils ont été adoptés par les Chambres fédé- zuverlässige Versorgung aller Landesteile, auch der Berg-
rales, ou le titre officiel des initiatives populaires publiées dans regionen, mit Fernmeldediensten ist sicherzustellen. Zudem
la Feuille fédérale. Il s'agit donc de bien choisir les titres au sollen durch eine Trennung von Post und Telekommunikation
moment de l'élaboration du projet d'acte législatif, à la limite sowie eine Neuregelung der Arbeitsverhältnisse des Perso-
lors de l'examen des textes législatifs par les Commissions de nals flexible Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es
rédaction des Chambres fédérales. C'est là vraiment que le ti- dem Fernmeldesektor erlauben, zukünftig wettbewerbsfähig
tre doit être définitivement arrêté. zu bleiben.
Sur les questions posées plus précisément, à propos notam-
ment de la votation du mois de novembre, les Chambres ont
entièrement remanié la proposition du Conseil fédéral qui por- Texte de la motion du 18 mars 1993
tait sur le nouveau régime financier. Elles l'ont scindé en plu- Le Conseil fédéral est chargé de présenter aux Chambres un
sieurs objets et ces objets portaient des titres que les Cham- projet contenant de nouvelles mesures visant à déréglementer
bres ont choisis elles-mêmes. Le Conseil fédéral n'a donc pas le secteur des télécommunications. Il continuera à démono-
à juger du travail du Parlement poliser le secteur des réseaux de télécommunications. Il ga-
En ce qui concerne la préparation des documents, la Chancel- rantira également que toutes les régions du pays, y compris
lerie, sur mandat du Conseil fédéral, a attiré l'attention des dé- les régions de montagne, aient accès aux services de télécom-
partements sur ce que souhaite aujourd'hui l'interpellation munications. Il créera en outre, en séparant le secteur de la
pour que, de leur côté, les offices et les départements choisis- poste de celui des télécommunications et en réaménageant le
sent avec un soin tout particulier les titres des actes législatifs à statut du personnel, des conditions-cadres plus souples qui
soumettre aux Chambres, précisément parce que ces titres permettront au secteur des télécommunications de rester
vont être maintenus, sauf modification au sein du Parlement, concurrentiel.
jusques et y compris au moment de la votation. Dans le cas où
le Parlement établit lui-même le document qui doit être soumis Mitunterzeichner-Cosignataires: Beerli, Bisig, Bühler Robert,
à votation, le Conseil fédéral fera également tout ce qui est en Büttiker, Flückiger, Loretan, Martin Jacques, Petitpierre, Rhy-
son pouvoir pour proposer et tenter de faire accepter par le ner, Ruesch, Schiesser, Schoch (12)
Parlement des formulations qui soient compréhensibles par le
plus grand nombre de citoyens et de citoyennes. Mais la déli- Rhinow René (R, BL): Am 21. Juni 1991 ist das neue Fernmel-
bération d'aujourd'hui vous montre que le Conseil fédéral degesetz des Bundes von den Räten verabschiedet worden,
n'est pas toujours suivi par le Parlement! und am 1. Mai 1992 ist es in Kraft getreten. Die neuen Regelun-
Enfin, je voudrais ajouter que nous nous sommes quand gen sollen den gewaltigen technologischen, volkswirtschaftli-
même permis ces derniers jours une petite liberté avec ce prin- chen und ordnungspolitischen Veränderungen im Bereich der
cipe, en ce sens que, afin de clarifier les choses pour la vota- Telekommunikation und der Informatik Rechnung tragen. Die
tion du 12 juin prochain, nous avons ajouté au titre officiel, Arbeit an diesen Regelungen war vom Bemühen geleitet, eine
entre parenthèses, les mots «casques bleus» de façon que les Abstimmung mit Entwicklungen im europäischen Umfeld
citoyens sachent sur quoi ils vont voter. ebenso herbeizuführen, wie die spezifisch schweizerischen
Gegebenheiten zu berücksichtigen.
Schiesser Fritz (R, GL): Ich nehme gerne zur Kenntnis, was So wurden etwa Monopole im Bereich der Netze und der
der Herr Bundeskanzler ausgeführt hat Die Zukunft wird zei- Sprachdienste nach wie vor beibehalten, während Dienstlei-
gen, ob ich von der Antwort befriedigt sein kann oder nicht stungen im Bereich der erweiterten Dienste - also ohne Tele-
fon- und Nachrichtenübermittlung, ohne Bearbeitung - dem
Wettbewerb geöffnet wurden. Die Grunddienste werden nur
von den PTT-Betrieben angeboten; diese können aber auch
bei den erweiterten Diensten am Markt teilnehmen. Liberali-
siert wurden die Endgeräte, d. h. die Teilnehmerausrüstun-
gen, die von jedermann angeboten werden können. Im Rah-
men des Netzmonopols ist die Garantie für den Zugang der
Benutzer und der Anbieter privater Dienste zunächst einge-
schlossen. Schliesslich wurde eine weitgehende Trennung
von hoheitlichen Funktionen, welche dem neuen Bundesamt
für Kommunikation (Bakom) obliegen, und den betrieblichen
Funktionen der PTT vorgenommen.
Mit dem neuen Gesetz, so jung es ist, sind wir auf halbem Weg
stehengeblieben. Dies zeigen sowohl die weitere Entfesse-
lung der Telekommunikation in weiter globalisierten Märkten
als auch die Entwicklung in unserem europäischen Umfeld
Richtung Deregulierung und Privatisierung. Der Revisionsbe-
darf wird aber zusätzlich durch die ersten Erfahrungen mit
dem neuen Gesetz belegt, sind doch inzwischen so ziemlich
9. März 1994 193 Motion Rhinow
alle Beteiligten bereits der Auffassung, dass ein weiterer Ogi Adolf, Bundesrat: Der Bundesrat wird mit der Motion Rhi-
Schritt zur Öffnung unabdingbar und vor allem auch dringlich now eingeladen, eine Vorlage über weitere Deregulierungs-
ist. schritte im Fernmeldesektor zu unterbreiten. Zu den Kernfor-
Die Fernmeldeindustrie weist darauf hin, dass heute immer derungen gehören eine Lockerung des Netzmonopols und
noch unter 10 Prozent der PTT-Dienstleistungen dem Wettbe- eine Trennung von Post und Telekommunikation.
werb ausgesetzt sind, dieser also immer noch die Ausnahme Der Bundesrat hat in seiner Antwort vom 7. Juni 1993 auf eine
darstellt und nicht zur Regel geworden ist. Damit bleibt der ein- gleichlautende Motion im Nationalrat ausgeführt, dass der
heimischen Fernmeldeindustrie faktisch eine Weiterentwick- Handlungsraum und der Handlungsbedarf bestünden und
lung verwehrt. dass einschlägige Abklärungen eingeleitet worden seien.
Die PTT ihrerseits beklagen den fehlenden unternehmeri- Der Bundesrat ist bereit, die Motion als Postulat entgegenzu-
schen Handlungsspielraum. Der Generaldirektor Telecom nehmen, um keine Lösungen zu präjudizieren und um die
PTT verlangt eine Entpolitisierung der PTT. Diese würde sich Rand-und Berggebiete nicht zu vernachlässigen. Uns scheint
nicht gegen die notwendige Auflösung des Netzmonopols der Weg des Postulates der richtige zu sein. Ich möchte das
wenden, sondern die europaweit eingeleitete Deregulierung begründen.
unterstützen. Übrigens - als Klammerbemerkung beigefügt - Tatsächlich - da stimme ich Herrn Rhinow zu - haben sich seit
sind das bemerkenswerte Worte der PTT-Führung, denn vor- der Erarbeitung des Fernmeldegesetzes die wirtschaftlichen
her sah man es anders. Während der Beratungen zum inzwi- und technologischen Voraussetzungen im Fernmeldebereich
schen geltenden Fernmeldegesetz sperrten sich die PTT wie erneut mit hoher Dynamik verändert. Die Bedeutung der Tele-
auch der Bundesrat noch vehement gegen diese Öffnung. kommunikation nimmt ununterbrochen zu. Wenn wir die Ziele
Auch der Direktor des Bakom stellte fest, die Liberalisierung unserer Telekommunikationspolitik erreichen wollen, so brau-
werde mit dem Fernmeldegesetz noch nicht in dem Ausmass chen wir eine starke Telekommunikation und ein massge-
ermöglicht, wie sie aufgrund der absehbaren Entwicklung schneidertes regulatorisches Umfeld.
wünschbar, wenn nicht notwendig werden wird. Da sich der Das Fernmeldegesetz ist ein wichtiger Schritt zur Marktöff-
Druck auf unsere Fernmeldeordnung aufgrund der wirtschaft- nung. Deshalb ist es nicht, wie Herr Rhinow gesagt hat, ein
lichen und technologischen Bedingungen enorm verstärkt Gesetz, das jung ist, aber stehengeblieben ist. Die Arbeiten
hat, kommt der Direktor des Bakom zum Schluss, der Bund sind bei uns nicht stehengeblieben. Wir haben versucht, uns
werde darauf mit einer weiteren, mit dem Ausland abgestimm- im Rahmen des Gesetzes dieser Entwicklung anzupassen.
ten Entflechtung und Öffnung unseres Fernmeldemarktes ant- Das Fernmeldegesetz brachte die Öffnung vor allem in den
worten müssen. Bereichen Teilnehmeranlagen und Erweiterte Dienste. Hier er-
Von ordnungspolitischer Seite wird schliesslich mit Recht dar- folgt eine markante Liberalisierung. Bei den Diensten ist die Li-
auf hingewiesen, dass die Wettbewerbsfähigkeit und Revitali- beralisierung nicht ganz vollständig, das stimmt, da der Tele-
sierung des Wirtschaftsstandorts Schweiz unabdingbar einen fondienst immer noch im PTT-Monopol ist; das war auch so
weiteren Deregulierungsschub notwendig machen würden. gewollt.
Die vorliegende Motion will genau diese weiteren Schritte in Die Öffnung, die das Fernmeldegesetz gebracht hat, bedeutet
die Wege leiten mit dem Ziel, Deregulierung und Liberalisie- zwar einen Meilenstein, aber-da bin ich mit Herrn Rhinow ein-
rung in diesem Bereich voranzutreiben und Rahmenbedin- verstanden - wir dürfen mit dem Erreichten noch nicht zufrie-
gungen zu schaffen, die den technischen Fortschritt ermögli- den sein. Erstens verlangen neue technische Möglichkeiten
chen und die Attraktivität des Kommunikationsstandorts eine Anpassung, und zweitens marschiert Europa in Richtung
Schweiz im internationalen Wettbewerb zu erhalten und zu weiterer Liberalisierungen.
verbessern vermögen. Nun können wir das Modell von Europa aber nicht tel quel
Dabei geht es, kurz gefasst, um folgende Anliegen: Einmal sol- übernehmen. Eine überlegte-ich betone: überlegte-, schritt-
len die Fernmeldegrunddienste aus dem Monopol entlassen weise und auf die Rand- und Berggebiete ausgerichtete und
werden, sie sind dem Wettbewerb zu öffnen. Namentlich sol- abgestimmte weitere Öffnung ist durchaus möglich. Aber sie
len auch Telefondienste von Konkurrenten angeboten werden muss wohlüberlegt sein und darf die Wettbewerbsfähigkeit
können. Es ist übrigens heute schon, aus praktischen Grün- des Wirtschaftsstandortes Schweiz nicht aufs Spiel setzen. Wir
den, kaum noch möglich, bei digitaler Nachrichtenübermitt- dürfen - das möchte ich Ihnen hier in Erinnerung rufen - die
lung das Telefon von anderen Diensten zu unterscheiden. Von flächendeckende Versorgung in diesem Land nicht vernach-
ausschlaggebender Bedeutung ist zudem der Umstand, dass lässigen.
derEU-Telefonmarktab1998liberalisiertwird. Bei einer Weiterentwicklung des Fernmeldegesetzes stehen
Sodann ist das Netzmonopol aufzugeben. Potentielle Anbie- die Themen Monopolschutz beim Telefon und bei den Fern-
ter von Netzkapazitäten müssen Zugang zu den Märkten er- meldenetzen im Zentrum. Zweifellos bleibt aber die flächen-
halten, damit die vorhandene Infrastruktur und das Know-how deckende Grundversorgung - ich kann diesen Punkt nicht ge-
wirtschaftlich optimal verwertet werden können. nügend unterstreichen: die flächendeckende Grundversor-
Schliesslich ist der Telecom PTT mehr unternehmerischer gung - auch für die Kantone Glarus, Luzern, Wallis usw. als
Handlungsspielraum zu gewähren, was u. a. bedeutet, sie von Herzstück bestehen. Daran wollen und dürfen wir, nicht zuletzt
den Quersubventionen an die Postdienste zu befreien und aus aufgrund Ihres Auftrages, nicht rütteln.
der multiplen politischen Aufsichtsmaschinerie zugunsten ei- In einem marktwirtschaftlichen Umfeld müssen aber bezüg-
ner klaren Kompetenzausscheidung zu entlassen. lich Grundversorgung verschiedene Fragen neu gestellt wer-
Das Endziel dürfte wohl in der Privatisierung liegen, doch sol- den. Sie betreffen vor allem den Umfang, die Anbieter, die Fi-
len zuerst konkretere Schritte wie die institutionelle Trennung nanzierung und die Kontrolle. Eine weitere Liberalisierung soll
von «P» und «T» eingeleitet werden. auch die Leistungsfähigkeit der PTT-Betriebe nicht gefährden,
Dieser Deregulierungsschub im Fernmeldebereich muss und im Gegenteil: Es ist für die schweizerische Volkswirtschaft ent-
darf nicht zur Folge haben, dass die verschiedenen Landes- scheidend, dass eine wettbewerbsfähige Telecom PTT am
teile der Schweiz nicht mehr mit einem Grundangebot von Markt flexibel agieren und ihre Kräfte gezielt einsetzen kann.
Fernmeldediensten ausreichend versorgt werden. Doch not- Deshalb laufen auch die Arbeiten an einem neuen Unterneh-
wendige Versorgungspflichten sind nicht auf ein Monopol mensstatut der PTT, dem sogenannten Organisationsgesetz,
angewiesen, sondern sie können und sollen auf andere auf Hochtouren.
Weise erfüllt werden. Es ist also zweifellos richtig und wichtig, Wer die Öffnung will, muss sich auch der neuen regulatori-
diese Ziele in Stufen zu erreichen, Übergangsfristen vorzu- schen Aufgaben bewusst sein, die eine liberalisierte Telekom-
sehen, damit sich die Industrie und die PTT organisieren munikation verlangt Denken wir nur etwa an faire Wettbe-
können. werbsbedingungen oder eben an die flächendeckende Ver-
Angesichts der gewaltigen Änderungen - auch seit Inkrafttre- sorgung. Die notwendigen Arbeiten sind inzwischen ener-
ten des Fernmeldegesetzes - und der Tatsache, dass die gisch - das darf ich sagen - angepackt worden; diejenigen
Richtung unbestritten ist, bitte ich Sie also, die Motion zu über- Damen und Herren der Sektionen der Geschäftsprüfungs-
weisen. kommissionen und der Finanzkommissionen, die vor zwanzig
Motion Rhinow 194 9 mars 1994
Tagen am Seminar der PTTauf dem Chaumont teilgenommen rentierenden Seite. Der Starke hilft dem Schwachen. Dann
haben, wissen das. Ich glaube, die Orientierung war umfas- kam diese etwas unglückselige Deregulierung. Bei dieser
send, die Arbeiten wurden dargestellt, die Informationen wur- Frage muss man aufpassen, dass man nicht einfach das, was
den als gut befunden, wobei es um viele Probleme ging, die rentiert, den Privaten gibt und das, was nicht rentiert, dem
wir noch lösen müssen. Staat belassi
Zudem ist auch das Bakom, das Bundesamt für Kommunika- Wenn man die PTT in Post- und Fernmeldedienste auftrennt,
tion, daran, weitere Liberalisierungsschritte vorzubereiten. Die muss man sich schon fragen: Wer zahlt denn für die Postdien-
Studien wurden mit den besten Fachleuten aus dem In- und ste? Die Fernmeldedienste rentieren -je mehr sie privatisiert
Ausland erarbeitet, so dass die Schweiz im Fernmeldesektor werden, desto mehr rentieren sie, aber nicht für den Bund,
den internationalen Anschluss nicht verpasst, aber die natio- sondern für die Privaten -; aber der Bund bzw. die PTT müss-
nale Aufgabe auch nicht vernachlässigt Der Bundesrat wird ten einfach die Belastungen für die Grundversorgung, wie
noch diesen Sommer über die Abklärungen orientieren und Herr Bundesrat Ogi richtig gesagt hat, selber übernehmen. So
wird, gestützt auf diese Vorarbeiten, die Vorbereitung für eine einfach kann man das nicht machen! Vor allem die entlegenen
Vernehmlassung an die Hand nehmen. Das Ganze mündet Berggebiete leiden darunter. Damit wird eine zentrale Aufgabe
schliesslich in eine Botschaft zur Revision des «jungen» Fern- des Staates gefährdet, nämlich die Aufgabe, für eine dezentra-
meldegesetzes. lisierte Bevölkerungsstruktur und Besiedelung zu sorgen.
Sie sehen, die Zeichen der Zeit sind erkannt, wir machen Nä- Ich habe also grösste Bedenken dagegen, dass man diese
gel mit Köpfen. Dabei gehen wir nicht ungestüm Richtung Li- beiden Seiten dermassen radikal auseinandernimmt Wie soll
beralisierung, d. h., wir müssen schrittweise und gut überlegt es dann weitergehen? Herr Rhinow hat zwar in seiner Motion
vorgehen, abgestimmt mit dem Ausland, abgestimmt aber an die Berggebiete gedacht, aber nur gerade mit Bezug auf
auch mit den vier Kulturen in unserem Land, mit den 26 Kanto- die Fernmeldedienste. Das ist nur ein Teil der Aufgabe, welche
nen. Abgestimmt milden PTT, mit dem Stichwort TOP, Totalre- die PTT bis jetzt lösten. An die Postdienste hat er nicht ge-
vision des Organisationsgesetzes PTT, bei der die in der Mo- dacht, an die Postautos, die alle Dörfer erschliessen und mit
tion geforderte Trennung von Post und Telecom auch noch denen dafür gesorgt wird, dass die Dörfer überhaupt bewohnt
genauestens überprüft werden muss, und abgestimmt auch bleiben und dass die Schweiz noch die Schweiz bleibt und
auf die speziellen schweizerischen Verhältnisse. Damit ist nicht zu einer «Agglomeration» von entvölkerten Tälern wird.
auch klar, dass die flächendeckende Versorgung im Zentrum Wer sorgt dann dafür, wer soll das bezahlen?
der Revision stehen muss. Alle Teile unseres Landes müssen Ich kann mir vorstellen, dass man sagt, die PTT sollten das be-
gut mit Telecom-Leistungen versorgt sein. Daran führt kein Li- zahlen. Aber sie haben ja kein Geld; sie bekommen kein Geld
beralisierungsweg vorbei. mehr aus diesem Mischgeschäft Dann müsste der Bund die
Der Bundesrat weiss, dass der Telecom-Markt weiter geöffnet Finanzierung übernehmen. Gut, wenn Sie dafür sorgen! Aber
werden muss, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- dann müssen Sie diese Aufgabe nicht nur auf die Fernmelde-
standortes Schweiz aufrechtzuerhalten. Der Bundesrat prüft dienste ausdehnen, sondern auf die ganze Grundversorgung
aber auch, wo die Grenzen dieser Liberalisierung zu ziehen mit Post- und mit Fernmeldediensten. Gerade jetzt sind wir mit
sind. Wir sperren uns nicht dagegen, der Handlungsbedarf ist dieser Frage in der Kommission für Verkehr und Fernmelde-
vorhanden und erkannt Die Abklärungen laufen auf Hochtou- wesen sehr stark konfrontiert. Es geht darum, die Postauto-
ren. Mit der Überweisung der Motion würden Sie jedoch die dienste im Sinne dieser Deregulierung irgendwie abzukop-
Lösungen präjudizieren und uns - ich darf das sagen - unnö- peln. Die Kantone - oder wer auch immer - sollten dann die
tige Fesseln anlegen. Kosten übernehmen. So kann das nicht gehen!
Der Bundesrat beantragt daher, die Motion als Postulat zu Ich könnte mir hingegen vorstellen, dass die PTT den Gewinn,
überweisen. den sie dank ihrer Vorzugsstellung noch immer haben - selbst
wenn es kein Monopol mehr ist-, wie im bisherigen Rahmen
Rhinow René (R, BL): Freude herrscht nur bedingt, Herr Bun- verwenden, nämlich um die Postautodienste zu subventionie-
desrat; (Heiterkeit) ich danke Ihnen, dass Sie im Grunde ge- ren. Oder ich kann mir vorstellen, dass der Bund diese Auf-
nommen alles gesagt haben, was für die Überweisung der gabe selbst übernimmt. Dann müssen Sie aber, Herr Rhinow,
Motion spricht. Die Motion selbst sagt ja, es seien Schritte ein- dafür sorgen, dass er das auch tut. Im Moment sieht es beim
zuleiten. In meiner Begründung habe ich gesagt, dass dies Bund bezüglich der finanziellen Situation und des Willens
gestuft vor sich gehen muss, abgestimmt auf die internatio- nicht so aus!
nale Entwicklung. In der Motion steht auch -was Sie mit Recht Ich bin also froh, dass Herr Bundesrat Ogi bereits auf diese
unterstrichen haben, Herr Bundesrat -, die zuverlässige Ver- Problematik hingewiesen hat und dass er den Vorstoss nur als
sorgung aller Landesteile, auch der Bergregionen, mittels Postulat entgegennehmen will. Aus den erwähnten Gründen
Fernmeldediensten sei sicherzustellen. Das ist auch mir ein stimme ich auch dem Postulat nicht zu. Aber ich akzeptiere es,
Anliegen. wenn Sie es überweisen. Ich hoffe da auf eine grosse Schub-
Ich habe ein wenig den Eindruck, der Bundesrat beantrage die lade beim Bundesrat!
Umwandlung von Motionen in Postulate manchmal fast aus
Prinzip, weil er befürchtet, irgendwo dann unter grösserem Überwiesen als Postulat-Transmis comme postulat
Handlungsdruck zu stehen als mit Postulaten, die - wie wir
wissen - normalerweise in die riesige Schublade gelangen,
wo sie ruhen.
Ich bin aber, um die Katze aus dem Sack zu lassen, mit der
Umwandlung in ein Postulat einverstanden, aber nur deshalb,
weil ich Ihnen glaube, Herr Bundesrat, dass Sie den Hand-
lungsbedarf ernst nehmen und uns bald eine Vorlage unter-
breiten werden.
Cavelty Luregn Mathias (C, GR): Ich bin Herrn Rhinow sehr
dankbar dafür, dass er das Problem zur Sprache bringt und
dass er mir Gelegenheit gibt, eine Gegenmeinung zu vertreten
oder mindestens Wasser in den Wein zu giessen. Dies aus fol-
genden Gründen: Bisher waren die PTT- wie die Abkürzung
schon sagt - eine Einheit, die Post- und Fernmeldedienste
umfasst Sie teilten Gutes und Schlechtes, was zu sogenann-
ten Quersubventionierungen führte. War dies so schlecht? Ich
glaube nicht Es war wie in einer Familie oder auch in einem
Unternehmen. Die gut rentierende Seite hilft der weniger gut
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Rhinow Deregulierung im Fernmeldewesen
Motion Rhinow Déréglementation du secteur des télécommunications
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1994
Année
Anno
Band I
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 08
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3156
Numéro d'objet
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Datum 09.03.1994 - 15:00
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