Bahn 2000 Cost Overruns and Revised Project
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe parliament discussed the significant cost overruns for the "Bahn 2000" (Rail 2000) project. Initially approved with a budget of 5.4 billion francs, the estimated costs had risen to 10.7 billion francs. The government acknowledged these projected cost increases, attributing them to changing framework conditions, increased demands, and planning errors. The Federal Department of Transport was compelled to cap the project's costs at 8 billion francs, requiring the railway company to present a revised core project within this budget, focusing on essential elements of the original concept to ensure realization despite these challenges.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 36quater Antrag, Art. 20 Absatz, Art. 36quater Abs. 1; Bahn 2000 Cost Overruns and Revised Project: Initially approved with a budget of 5.4 billion francs, the estimated costs had risen to 10.7 billion francs. The government acknowledged these projected cost increases, attributing them to changing framework conditions, increased demands, and planning errors. The Federal Department of Transport was compelled to cap the project's costs at 8 billion francs, requiring the railway company to present a revised core project within this budget, focusing on essential elements of the original concept to ensure realization despite these challenges.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis article is cited in relation to the proposed introduction of a performance or consumption-based levy, which was adopted.
Volltext
17. März 1993 N 453 Oeffentlicher Verkehr. Dringliche Interpellationen
Ingress, Ziff. l Einleitung #ST# 93.3050
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Dringliche Interpellation Wyss William
Kostenüberschreitung
Préambule, eh. l introduction
Proposition de la commission Konzept «Bahn 2000»
Adhérer au projet du Conseil fédéral Interpellation urgente Wyss William
«Rail 2000».
Angenommen -Adopté Dépassement des coûts
Art. 36quater
Antrag der Kommission
Abs.1
.... eine leistungs-oder verbrauchsabhängige Abgabe....
/Abs. 2,3
Wortlaut der Interpellation vom 1. März 1993
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Am 6. Dezember 1987 hat das Schweizervolk in einer Referen-
dumsabstimmung den Bundesbeschluss zum Konzept
Art. 36quater «Bahn 2000» inklusive der vier Neubaustrecken gutgeheis-
Proposition de la commission sen. Vorgängig genehmigten die eidgenössischen Räte einen
AI.1 Rahmenkredit von 5,4 Milliarden Franken (Preisbasis 1985).
.... redevance liée, soit aux prestations, soit à la consomma- In den letzten Wochen erklärten die SBB, dass heute nunmehr
tion. La redevance.... von 10,7 Milliarden Franken für das gleiche Konzept ausge-
Al. 2,3 gangen werden müsse. Angesichts der heutigen Bundesfi-
Adhérer au projet du Conseil fédéral nanzlage gefährdet die massive Kostensteigerung die Reali-
sierung des Konzepts «Bahn 2000».
Angenommen -Adopté Der Vorsteher des Eidgenössischen Verkehrs- und Energie-
wirtschaftsdepartementes sah sich deshalb gezwungen, die
Ziff. Il Kosten für das Konzept «Bahn 2000» auf 8 Milliarden Franken
Antrag der Kommission zu plafonieren. Erwies die SBB an, das ganze Konzept (Ange-
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates bot, Betrieb, Rollmaterial, Bauten) zu überprüfen und ein Kern-
projekt vorzulegen, das den Betrag von 8 Milliarden Franken
Ch.ll nicht übersteigt (8 Milliarden Franken = Kredit 1986 auf Preis-
Proposition de la commission basis 1985 von 5,4 Milliarden Franken plus aufgelaufene
Adhérer au projet du Conseil fédéral Teuerung bis Ende 1992).
Ist der Bundesrat bereit, das Parlament über die Ursachen der
Angenommen -Adopté Kostensteigerungen und die Konzeptüberarbeitung umfas-
send zu informieren?
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Ist der Bundesrat nicht auch der Auffassung, dass der Bundes-
beschluss vom 19. Dezember 1986 betreffend das Konzept
Für Annahme des Entwurfes 79 Stimmen
«Bahn 2000» (SR 742.100) nicht mehr vollständig eingehalten
Dagegen 29 Stimmen
werden kann und deshalb revidiert und dem Parlament zur er-
neuten Beratung vorgelegt werden muss?
Herczog: Es sind jetzt verschiedene Abstimmungen relativ
rasch durchgeführt worden. Ich möchte Sie bitten, eine Ab-
stimmung zu wiederholen bzw. auf eine Abstimmung zurück- Texte de l'interpellation du 1er mars 1993
zukommen, nämlich zum Bundesbeschluss A. Dort haben wir Le 6 décembre 1987, lors d'un scrutin référendaire, le peuple
bezüglich Referendumspflicht ein kleines Tohuwabohu pro- suisse a approuvé l'arrêté fédéral concernant le projet
duziert. Ich glaube, im Bundesbeschluss B war die Abstim- «Rail 2000», y compris la construction de quatre nouveaux
mung korrekt und kam auch richtig heraus. tronçons. Préalablement, les Chambres fédérales avaient voté
Es ist materiell falsch, wie es jetzt beim Bundesbeschluss A un crédit-cadre de 5,4 milliards de francs (prix de 1985).
herausgekommen ist Ich bitte Sie, meinem Rückkommens- Il y a peu, les CFF ont déclaré qu'il fallait désormais prévoir la
antrag zuzustimmen, damit wir über Artikel 20 Absatz 3 noch- somme de 10,7 milliards de francs pour ce même projet. Etant
mals abstimmen können. donné la situation actuelle des finances fédérales, cette aug-
mentation massive des coûts compromet sérieusement la réa-
Präsident: Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Rückkom- lisation de «Rail 2000».
men nach der Gesamtabstimmung laut Reglement nicht mehr En conséquence, le chef du Département fédéral des trans-
möglich ist. Aber weil wir ja als Parlament über unser Regle- ports, des communications et de l'énergie s'est vu contraint de
ment selber entscheiden, bin ich einverstanden, den Ord- plafonner les coûts globaux à 8 milliards de francs. Il a égale-
nungsantrag anzunehmen. (Heiterkeit) ment demandé aux CFF de réexaminer l'ensemble du projet
(offre, exploitation, matériel roulant, constructions) et de pré-
Stucky: Ich bitte Sie nun wirklich, das Reglement anzuwen- senter un projet de base qui ne dépasse pas ce montant
den; denn ein Reglement ist für alle Fälle geschaffen worden (8 milliards de francs - crédit de 1986 sur la base du prix de
und kann nicht aus der augenblicklichen Stimmung des Rates 1985, soit 5,4 milliards de francs, plus le renchérissement ac-
heraus einfach ad hoc geändert werden; sonst hat es gar kei- cumulé jusqu'à la fin de 1992).
nen Sinn, ein Reglement zu machen. Le Conseil fédéral est-il disposé à informer en détail le Parle-
Es ist etwas Pech, Herr Herczog: Ich hätte Ihnen auch noch ment sur les causes de cette augmentation des coûts et sur la
zugestimmt, wenn es um die Sache gegangen wäre. Aber da révision du projet?
müssen wir uns schon an das Reglement halten, das wir ein- Le Conseil fédéral n'est-il pas lui aussi d'avis que l'arrêté fédé-
mal akzeptiert haben; wir können das nicht einfach ad hoc auf- ral du 19 décembre 1986 concernant le projet «Rail 2000»
heben. (RS 742.100) ne peut plus être complètement respecté, et qu'il
faut donc le réviser, puis le soumettre à nouveau au Parle-
Präsident: Dura lex est lex! Wir gehen somit zum nächsten ment?
Geschäft über.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Binder, Bortoluzzi, Daepp,
Fischer-Hägglingen, Hari, Jäggi Paul, Maurer, Müller, Neuen-
An den Ständerat-Au Conseil des Etats schwander, Schwab, Vetterli, Wanner, Zölch (13)
Transports publics. Interpellations urgentes 454 N 17 mars 1993
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Jagd- und Vogelschutzgesetz sowie das Gewässerschutzge-
Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht setz bekannt. Bekannt war auch das Umweltschutzgesetz,
eine schriftliche Antwort nicht aber dessen Verordnungen (Lärmschutz, Bodenschutz,
Störfall). Dadurch wurden die Kosten für Umweltauflagen mas-
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates siv unterschätzt. Erst rechtskräftige Entscheide werden defini-
vom 15. März 1993 tiv festlegen, welche Umweltschutzmassnahmen zwingend
Rapport écrit du Conseil fédéral verwirklicht werden müssen.
du 15 mars 1993 Würden sämtliche geforderten Massnahmen realisiert, dann
Tatsächlich rechnen die SBB in ihrem Standbericht vom Au- erhöhten sich die Baukosten der Neubaustrecke Mattstetten-
gust 1992 mit Infrastrukturkosten zur Verwirklichung des Kon- Rothrist auf 2,2 Milliarden Franken. Zurückgerechnet auf die
zepts «Bahn 2000» in der Grössenordnung von 10,7 Milliarden Basispreise ergäbe dies annähernd eine reale Verdoppelung
Franken, während der bewilligte Kredit, umgerechnet in heu- der Kosten. Ein grosser Teil dieser Massnahmen ist aber nicht
tige Kaufkraft, rund 8 Milliarden Franken beträgt. Hinzu kom- nur durch den Umweltschutz bedingt, sondern auch auf zu-
men weitere, nicht im Kredit enthaltene Kosten aus den or- nehmende Begehrlichkeiten der vom Bau der Linie betroffe-
dentlichen Investitionen sowie das Rollmaterial. Effektive Ko- nen Kantone und anderer Interessenkreise zurückzuführen.
stenüberschreitungen sind indessen noch nicht eingetreten. Wie hoch die Anteile an den Mehrkosten sind, kann nicht exakt
Bis heute ist nämlich lediglich 1 Prozent der Bauten erstellt rekonstruiert werden. Schliesslich ist es erwiesen, dass auch
worden, 4 Prozent befinden sich im Bau, und weitere 4 Pro- verfahrensmässige Verzögerungen zu geplanten Mehrkosten
zent können nächstens in Angriff genommen werden. Der geführt haben.
grosse Rest von 91 Prozent der Bauten befindet sich im Plan- Das Beispiel des Zusammenwirkens und der Ueberschnei-
genehmigungsverfahren, in der Planung oder erst im Stu- dung von verschiedenen Ursachen der Mehrkosten bei der
dium. Man muss somit im vorliegenden Zusammenhang von Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist kann stellvertretend für
«geplanten» Kostenüberschreitungen sprechen. einen grossen Teil der Vorhaben im Konzept «Bahn 2000» ver-
Die Ursachen für die massive Zunahme der geplanten Kosten allgemeinert werden. Es zeigt, dass die verschiedenen Ursa-
können im Grunde genommen in drei Kategorien eingeordnet chen der Erhöhung der geplanten Baukosten nicht restlos iso-
werden: veränderte Rahmenbedingungen, zunehmende Be- liert werden können. Das ist aber gar nicht nötig. Wesentlich
gehrlichkeiten und Planungsfehler. Eine quantitative Auftei- ist, dass Massnahmen zur Verhinderung dieser drohenden
lung der Mehrkosten auf diese drei Kategorien ist jedoch nicht Kostenüberschreitungen ergriffen werden.
möglich, weil sich die einzelnen Teilprojekte in unterschiedli- Nachdem die SBB im Herbst 1990 erstmals über mögliche Ko-
chen Planungszuständen befinden und sich die erwähnten stenüberschreitungen orientiert haben, hat das Eidgenössi-
Ursachen der Mehrkosten teilweise überschneiden. sche Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement (EVED)
Anhand des Beispiels der Neubaustrecke Mattstetten-Roth- umgehend gehandelt. Die SBB wurden bereits am 8. Novem-
rist sollen diese Schwierigkeiten illustriert werden: Im ber 1990 beauftragt, sämtliche Möglichkeiten zur Kostenre-
Jahr 1986 rechneten die SBB mit Projektkosten von 773 Millio- duktion aufzuzeigen. Die Resultate dieser Arbeiten waren er-
nen Franken. Ende 1992 bezifferten die SBB im Auflagepro- nüchternd: Die von den SBB vorgesehenen Massnahmen hät-
jekt die Gesamtkosten auf fast 1,5 Milliarden Franken, ein- ten mit einer Einsparung von rund 1,5 Milliarden Franken
schliesslich 222 Millionen Franken für Umweltschutzmass- keine substantielle Verbesserung gebracht, und die Rentabili-
nahmen. Die SBB glauben, damit ein Projekt zu haben, das tät, seinerzeit eine Basis der parlamentarischen Beschlüsse,
den geltenden Umweltschutzbestimmungen gerecht wird. wäre nicht mehr gesichert gewesen.
Demgegenüber würde die Realisierung der von den Kantonen Deshalb hat das EVED erneut rasch und verantwortungsbe-
und Regionen, vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Land- wusst gehandelt und von den SBB eine Beschränkung auf das
schaft (Buwal) und von anderen Bundesstellen sowie von vie- für die Verwirklichung der ursprünglichen Konzeptidee Not-
len Einsprechern zusätzlich verlangten Umweltauflagen wei- wendige verlangt. Für zusätzliche Begehrlichkeiten sind Zu-
tere rund 700 Millionen Franken kosten. satzkredite zu verlangen. Es geht letztlich um unsere Steuer-
Darin enthalten sind Mehrkosten von rund 220 Millionen Fran- gelder.
ken für den Munibergtunnel, für dessen Notwendigkeit Ge- In diesem Sinne hat das EVED den SBB den Auftrag erteilt, ein
wässer- und Landschaftsschutzgründe angeführt werden, Konzept auszuarbeiten, das sich im Rahmen des bewilligten
und 175 Millionen Franken für den Oesch-Oenz-Tunnel, der in Kredites von 5,4 Milliarden Franken plus aufgelaufene Teue-
erster Linie aus Gründen des Landschaftsschutzes gefordert rung (zu heutigen Preisen rund 8 Milliarden Franken) realisie-
wird. Während im Auflageprojekt für die rund 45 Kilometer ren lässt Die Ergebnisse dieser Neuorientierung wurden von
lange Neubaustrecke 10,7 Kilometer Tunnel vorgesehen sind, den SBB auf Ende Juni in Aussicht gestellt.
würde sich der Tunnelanteil durch den Bau dieser zusätzli- Mit diesem Vorgehen sind die SBB gezwungen, auf alles
chen Tunnel auf 21,5 Kilometer, auf fast 50 Prozent der Wünschbare zu verzichten und nur das absolut Notwendige
Streckenlänge, erhöhen. zu planen und zu realisieren; das Projekt muss auf den Kern
Aus Gründen des Gewässerschutzes wird ein Verzicht auf Her- des in der Botschaft von 1985 Versprochenen zurückgeführt
bizideinsatz gefordert, was Mehrkosten von 95 Millionen Fran- werden:
ken für die notwendigen Ersatzmassnahmen bedeuten - Stundentakt mit Verdichtung zum Halbstundentakt bei
würde. Für die ebenfalls geforderte Revitalisierung der Ober- Bedarf.
flächengewässer rechnet man mit zusätzlichen Aufwendun- - Möglichst viele Anschlussspinnen in möglichst vielen Kno-
gen von 3,5 Millionen Franken und für den Transport von Aus- ten.
hubmaterial zu weiter entfernten Deponien infolge eines ver- Aus übergeordneter verkehrspolitischer und gesamtwirt-
langten Verzichts auf eine neue Deponie mit solchen von über schaftlicher Sicht hat das EVED den SBB ferner folgende Wün-
30 Millionen Franken. sche übermittelt:
Die SBB sehen den Bau von Wildquerungen vor, welche auf - Die Suisse romande darf nicht benachteiligt werden.
insgesamt 15 Millionen Franken veranschlagt sind. Die zu- So ist die Jurasüdfuss-Linie der Mittelland-Linie fahrzeitmäs-
ständigen Stellen erachten auf dem betreffenden Abschnitt al- sig gleichzustellen.
lerdings mindestens zwei zusätzliche solche Bauwerke als un- - Den Kapazitätsanforderungen für den Alpenstransit-Zulauf-
umgänglich und verlangen zudem Aenderungen bei den be- verkehr ist Rechnung zu tragen.
reits geplanten Wildquerungen, so dass mit 40 Millionen Fran- - Die Anforderungen der Einbindung der Schweiz in das euro-
ken Mehrkosten gerechnet werden muss. päische Hochgeschwindigkeitsnetz sind auf den betroffenen
Diese Beispiele könnten vermehrt werden. Sie veranschauli- Linien zu erfüllen.
chen die zurzeit bestehenden Schwierigkeiten insbesondere - Die Wirtschaftlichkeit des Konzepts ist mit entsprechenden
bei der Umsetzung der Umweltschutzgesetzgebung. Anläss- Rechnungen zu belegen.
lich der Beratung der Vorlage «Bahn 2000» waren zwar das Gestützt auf die Planungsergebnisse wird dann zu überprüfen
Natur- und Heimatschutzgesetz, das Forstpolizeigesetz, das sein, ob allenfalls der Bundesbeschluss geändert werden und
17. März 1993 N 455 Oeffentlicher Verkehr. Dringliche Interpellationen
das Parlament über eine entsprechende Vorlage mit Referen- - Le Conseil fédéral est-il disposé à faire en sorte que l'on soit
dumsmöglichkeit befinden muss. entièrement et rapidement fixé sur les conséquences à atten-
In jedem Fall wird der Bundesrat jedoch die eidgenössischen dre pour la planification de la NLFA et pour les coûts?
Räte auf dem laufenden halten.
Schriftliche Begründung
Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen
eine schriftliche Antwort
#ST# 93.3104 Développement par écrit
Les auteurs renoncent au développement et demandent
Dringliche Interpellation une réponse écrite.
der grünen Fraktion
Krise und Zukunft Sprecherin-Porte-parole: Robert
des öffentlichen Verkehrs
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Interpellation urgente vom 15. März 1993
du groupe écologiste Die SBB rechnen in ihrem Standbericht vom August 1992 mit
Crise et avenir Infrastrukturkosten zur Verwirklichung des Konzepts
des transports publics «Bahn 2000» in der Grössenordnung von 10,7 Millionen Fran-
ken, während der bewilligte Kredit, umgerechnet in heutige
Kaufkraft, rund 8 Millionen Franken beträgt Hinzu kommen
weitere, nicht im Kredit enthaltene Kosten aus den ordentlichen
Investitionen sowie das Rollmaterial. Effektive Kostenüber-
Wortlaut der Interpellation vom 2. März 1993 schreitungen sind indessen nicht eingetreten. Bis heute sind
Die zunehmenden Schwierigkeiten bei der Finanzierung des rund 10 Prozent der Bauten erstellt worden, im Bau oder bau-
Schienenverkehrs in der Schweiz geben zu grosser Besorgnis reif. Der grosse Rest von rund 90 Prozent der Bauten befindet
Anlass, und das kürzlich veröffentlichte Grünbuch der sich im Plangenehmigungsverfahren, in der Planung oder erst
«Groupe de réflexion» über die Zukunft der SBB hat diese im Studium. Man musssomit im vorliegenden Zusammenhang
Sorge zusätzlich verstärkt Die «Bahn 2000» ist so, wie sie das von «geplanten» Kostenüberschreitungen sprechen.
Volk beschlossen hat, aus Kostengründen nicht realisierbar, Das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepar-
was insbesondere die ländlichen Gegenden und den Regio- tement (EVED) hat deshalb verantwortungsbewusst gehan-
nalverkehr betrifft Zweifellos hat das Planungs- und Finanz- delt und von den SBB eine Beschränkung auf das für die Ver-
fiasko bei der «Bahn 2000» auch Auswirkungen auf die Neat wirklichung der ursprünglichen Konzeptidee Notwendige ver-
Ein zusätzlicher Grund zur Beunruhigung ist, dass gemäss Fi- langt Für zusätzliche Begehrlichkeiten sind Zusatzkredite zu
nanzplanung bei einem Ausgabenwachstum des Gesamtbun- verlangen. Es geht letztlich um unsere Steuergelder.
deshaushaltes bis 1995 um 6,3 Prozent die Ausgaben für den In diesem Sinne hat das EVED den SBB den Auftrag erteilt, ein
öffentlichen Verkehr mit 5,9 Prozent unterdurchschnittlich zu- Konzept auszuarbeiten, das sich im Rahmen des bewilligten
nehmen, während die Strassenausgaben mit 10,9 Prozent Kredits von 5,4 Milliarden Franken plus aufgelaufene Teue-
überdurchschnittlich zulegen. rung (zu heutigen Preisen rund 8 Milliarden Franken) realisie-
Der Bundesrat wird deshalb gebeten, die folgenden Fragen zu ren lässt Die Ergebnisse dieser Neuorientierung wurden von
beantworten: den SBB auf Ende Juni in Aussicht gestellt.
- Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass angesichts dessen, Mit diesem Vorgehen sind die SBB gezwungen, auf alles
was von der vom Volk beschlossenen «Bahn 2000» noch üb- Wünschbare zu verzichten und nur das absolut Notwendige
rigbleibt, eine neue Volksabstimmung nötig ist? zu planen und zu realisieren; das Projekt muss auf den Kern
- Wer trägt die Verantwortung für das «Bahn 2000»-Debakel, des in der Botschaft von 1985 Versprochenen zurückgeführt
und ist der Bundesrat bereit, die Verantwortlichkeiten abzu- werden:
klären? -Stundentakt mit Verdichtung zum Halbstundentakt bei
- Ist der Bundesrat bereit, bezüglich der Auswirkungen auf die Bedarf.
Neat-Planung und die Baukosten rasch und umfassend für - Möglichst viele Anschlussspinnen in möglichst vielen
Klarheit zu sorgen? Knoten.
Aus übergeordneter verkehrspolitischer und gesamtwirt-
Texte de l'interpellation du 2 mars 1993 schaftlicher Sicht sind des weiteren die folgenden Rahmen-
Les difficultés croissantes que nous avons à financer les trans- bedingungen zu berücksichtigen:
ports par le rail suscitent une inquiétude qui a été renforcée - Die Suisse romande darf nicht benachteiligt werden. So ist
par la récente publication du livre vert du groupe dit «de ré- die Jurasüdfuss-Linie der Mittelland-Linie fahrzeitmässig
flexion» sur l'avenir des CFF. Des considérations d'ordre finan- gleichzustellen.
cier empêchent de réaliser le programme «Rail 2000» tel qu'il a - Den Kapazitätsanforderungen für den Alpentransit-Zulauf-
été accepté par le peuple et ce, au détriment en particulier des verkehr ist Rechnung zu tragen.
zones rurales et du trafic régional. La mauvaise planification - Die Anforderungen der Einbindung der Schweiz in das euro-
du projet «Rail 2000» et le désastre financier qui s'annonce ont päische Hochgeschwindigkeitsnetz sind auf den betroffenen
aussi des conséquences sur la NLFA. Une cause d'inquiétude Linien zu erfüllen.
supplémentaire est le fait que, selon la planification financière, - Die Wirtschaftlichkeit des Konzeptes ist zu belegen.
les dépenses consenties pour les transports publics augmen- Gestützt auf die Planungsergebnisse wird dann zu überprüfen
teront de 5,9 pour cent seulement jusqu'en 1995, ce qui est in- sein, ob allenfalls der Bundesbeschluss geändert werden und
férieur à l'augmentation moyenne de 6,3 pour cent des dépen- das Parlament über eine entsprechende Vorlage mit Referen-
ses inscrites au budget de la Confédération, alors que les dé- dumsmöglichkeit befinden muss. Der Bundesrat wird die eid-
penses pour les routes augmenteront de 10,9 pour cent, ce genössischen Räte in jedem Fall auf dem laufenden halten.
qui est nettement supérieur à la moyenne précitée. Die Ursachen für die massive Zunahme der geplanten Kosten
Le Conseil fédéral est invité à répondre aux questions sui- können im Grunde genommen in drei Kategorien eingeordnet
vantes: werden: veränderte Rahmenbedingungen, zunehmende Be-
- Est-il également d'avis qu'une nouvelle votation populaire gehrlichkeiten und Planungsfehler. Eine quantitative Auftei-
s'impose, vu ce qui reste encore du projet «Rail 2000» accepté lung der Mehrkosten auf diese drei Kategorien ist jedoch nicht
par le peuple? möglich, weil sich die einzelnen Teilprojekte in unterschiedli-
- Qui est responsable de la débâcle dudit projet? Le Conseil chen Planungszuständen befinden und sich die erwähnten
fédéral est-il prêt à déterminer les responsabilités? Ursachen der Mehrkosten teilweise überschneiden.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Dringliche Interpellation Wyss William Kostenüberschreitung Konzept "Bahn 2000"
Interpellation urgente Wyss William "Rail 2000". Dépassement des coûts
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1993
Année
Anno
Band I
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 13
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3050
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 17.03.1993 - 15:00
Date
Data
Seite 453-455
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