SBB 1994 Budget Approval
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe case concerns the 1994 budget for the Swiss Federal Railways (SBB). The court debated the proposed budget, focusing on financial constraints, proposed service reductions in regional transport, and personnel cutbacks. The core issue was balancing the need for fiscal responsibility and modernization with maintaining essential public services and employment. Ultimately, the court approved the budget, acknowledging the financial challenges but also the efforts made to rationalize operations and stabilize deficits, while also noting concerns about the long-term sustainability of services and the potential impact on regional accessibility.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 68 GRN-Catégorie, Art. 68 GRN, Art. 68 RCN, Art. 68 GRN - Catégorie III, art. 68 RCN; SBB 1994 Budget Approval: The court debated the proposed budget, focusing on financial constraints, proposed service reductions in regional transport, and personnel cutbacks. The core issue was balancing the need for fiscal responsibility and modernization with maintaining essential public services and employment. Ultimately, the court approved the budget, acknowledging the financial challenges but also the efforts made to rationalize operations and stabilize deficits, while also noting concerns about the long-term sustainability of services and the potential impact on regional accessibility.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited in the header and as the basis for the parliamentary decision process.
Volltext
CFF. Budget 1994 2422 N 15 décembre 1993
#ST# 93.059 #ST# 93.071
PTT. Voranschlag 1993. SBB. Voranschlag 1994
Nachtrag II CFF. Budget 1994
PTT. Budget 1993.
Botschaft und Beschlussentwurf vom 20. Oktober 1993 (BBIII11360)
Supplément II Message et projet d'arrêté du 20 octobre 1993 (FF III 1287)
Botschaft und Beschlussentwurf vom 20. Oktober 1993 Voranschlag 1994 und Mittelfristplan 1995-1999 der SBB
Message et projet d'arrêté du 20 octobre 1993 vom 23. September 1993
Budget 1994 et plan à moyen terme 1995-1999 des CFF
Bezug bei der Generaldirektion PTT, du 23 septembre 1993
Viktoriastrasse 21,3030 Bern
S'obtiennent auprès de la Direction générale des PTT, Bezug bei der Generaldirektion SBB,
Viktoriastrasse 21,3030 Berne Hochschulstrasse 6,3030 Bern
S'obtiennent auprès de la Direction générale des CFF,
Beschluss des Ständerates vom 1. Dezember 1993 Hochschulstrasse 6,3030 Berne
Décision du Conseil des Etats du 1 er décembre 1993
Beschluss des Ständerates vom 1. Dezember 1993
Kategorie III, Art 68 GRN-Catégorie III, art 68RCN Décision du Conseil des Etats du 1 er décembre 1993
Kategorie III, Art 68 GRN - Catégorie III, art. 68 RCN
M. Borei François, rapporteur: Les crédits demandés dans le
supplément II au budget des PTT 1993 seront entièrement
Antrag Stalder
compensés par des réductions de dépenses, de sorte que
Rückweisung an den Bundesrat
le bénéfice budgétisé à 107 millions de francs pourra être
mit dem Auftrag, ein Budget ohne massive und einseitige Kür-
maintenu.
zungen im Personalbereich und im Bereich Regionalverkehr
Votre commission vous recommande à l'unanimité d'approu-
vorzulegen.
ver ce supplément.
Züger, Berichterstatter: Hier kann man es wirklich einmal kurz Proposition Stalder
machen. Es gibt keine Probleme mit diesem Nachtrag II. Ob- Renvoi au Conseil fédéral
wohl er 84 Millionen Franken umfasst, kann der budgetierte avec mandat de présenter un budget sans réductions massi-
Gewinn von 107 Millionen Franken trotzdem eingehalten ves et unilatérales dans les domaines du personnel et du trafic
werden. régional.
Die Finanzkommission empfiehlt Ihnen einstimmig Zustim-
mung. Leuenberger Ernst, Berichterstatter: Namens der Finanzkom-
mission beantrage ich Ihnen, dem Bundesbeschluss über den
Bundesbeschluss über den Nachtrag II zum Finanzvoran- Voranschlag der SBB für das Jahr 1994 zuzustimmen.
schlag 1993 der PTT-Betriebe Um gleich alle Unklarheiten zu beseitigen, mache ich Sie dar-
Arrêté fédéral concernant le supplément II au budget fi- auf aufmerksam, dass Sie, wenn Sie sich genau an die Zahlen
nancier de l'Entreprise des PTT pour 1993 halten wollen, auf der ausgeteilten Fahne die Kolonne «Be-
schlüsse des Ständerates» nehmen müssen. Das steht jetzt
Eintreten ist obligatorisch nämlich zur Diskussion und liegt als Kommissionsantrag vor,
L'entrée en matière est acquise de plein droit während die Zahlen, die als Antrag der Finanzkommission des
Nationalrates aufgeführt sind, durch die heutigen Beschlüsse
Detailberatung - Discussion par articles zum Budget der Eidgenossenschaft hinfällig geworden sind.
Das zur Erläuterung.
Titel und Ingress, Art. 1-3 Bei dieser SBB-Budgetdebatte werden höchstwahrscheinlich
Antrag der Kommission die Fragen im Zentrum stehen: Wie ist es zu bewerkstelligen,
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates dass die Zuwachsraten der Bundesleistungen an die Bundes-
bahnen nicht zu stark wachsen? Wie ist es zu bewerkstelligen,
Titre et préambule, art. 1-3 dass die Bundesbahnen nicht zuviel Bundesgelder bean-
Proposition de la commission spruchen?
Adhérer à la décision du Conseil des Etats Sie kennen die Zahlen bereits aus dem Voranschlag des Bun-
des. Sie figurieren dort im Budget des Verkehrs- und Energie-
Angenommen -Adopté wirtschaftsdepartementes. Sie kennen die Kernzahl im Voran-
schlag 1994: 725 Millionen Franken Abgeltung für den regio-
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble nalen Personenverkehr, 105 Millionen Franken Abgeltung für
Für Annahme des Entwurfes 95 Stimmen den Huckepackverkehr, 1,42 Milliarden Franken als Beitrag
(Einstimmigkeit) an die Infrastruktur-Erfolgsrechnung der SBB, nicht zu reden
vom budgetierten Fehlbetrag, der bekanntlich auf neue Rech-
nung vorgetragen wird, der aber eines Tages in einer Sanie-
An den Bundesrat-Au Conseil fédéral rungsübung seitens des Auftraggebers Bund in Ordnung ge-
bracht werden muss.
Mir scheint wichtig, dass wir uns etwas mit diesen Zahlen be-
schäftigen, weil ich vermute, dass wir in eine Regionalver-
kehrsdebatte eintreten, ob wir uns das wünschen oder nicht.
Denn das ist ja, an Aktualitätskriterien gemessen, das, was
den Leuten im Lande herum unter den Nägeln brennt, und da
muss ich Sie darauf aufmerksam machen, dass wir im Bun-
desbeschluss über den Voranschlag der SBB auch beantra-
gen, es sei vom Mittelfristplan Kenntnis zu nehmen.
Wenn ich vorhin gesagt habe, dass im Budget 1994 ein Betrag
von 725 Millionen Franken als Abgeltung für den regionalen
Personenverkehr vorgesehen ist, so ist dazu zu bemerken,
dass dieser Betrag genau dem Vorjahresbetrag entspricht,
15. Dezember 1993 2423 SBB. Voranschlag 1994
dem Betrag im Budget 1993; d. h., dass der Betrag nominell M. Comby, rapporteur: J'aurais pu vous parler, cet après-midi,
gleich bleibt, real aber natürlich einen gewissen Rückgang du «Combirail», mais je renonce à le faire, afin de ne point en-
verkörpert, den die SBB irgendwie auffangen müssen. freindre les dispositions en matière d'incompatibilité.
Wichtig und von Bedeutung ist, dass diese Zahlen in der Fi- Le budget des CFF pour 1994 s'inscrit dans un contexte de
nanzplanung sukzessive zurückgehen. Für 1995 sind 700 Mil- restrictions financières qui s'imposent, compte tenu de la crise
lionen Franken eingesetzt, also gegenüber 1994 minus 25 Mil- économique qui continue à sévir et de l'impérieuse nécessité
lionen Franken. Für 1996 sind 688 Millionen Franken einge- de rationaliser la régie fédérale.
setzt, also abermals eine Reduktion um 22 Millionen Franken. Pour la première fois depuis ces dernières années, la crois-
In diesen finanzplanerischen Vorgaben des Bundesrates lie- sance annuelle de la charge de la Confédération, y compris le
gen recht eigentlich die Richtlinien, die die Bundesbahnen déficit prévu, sera nettement inférieure à 10 pour cent; elle
dazu geführt haben, etwelche Ueberlegungen punkto Regio- sera de quelque 3 pour cent en 1994. Il s'agit donc d'un revire-
nalverkehr anzustellen, und diese Vorgaben sind denn auch ment de tendance qui découle précisément des mesures qui
so, dass selbst der Bundesrat in seiner Botschaft zugibt, sie ont été prises en matière de rationalisation et de gestion plus
gingen bis an den Rand des Tragbaren. Die Reaktionen in den rigoureuses. Les charges globales ascendent à environ
Regionen, bei Teilen des Publikums, aber auch beim Personal 6,7 milliards de francs. Elles ne subissent aucune augmenta-
zeigen, dass hier ein ganz schmerzhafter Eingriff vorgenom- tion par rapport au budget 1993, pour les raisons déjà évo-
men wird. quées. Par exemple, les CFF envisagent pour 1994 un effectif
Immerhin darf ich hier daran erinnern, dass bei unseren Bera- de 36 600 agents, soit une diminution de plus de 1500 postes
tungen des Budgets des Verkehrs- und Energiewirtschaftsde- par rapport au budget 1993. Les postes libérés ne seront pas
partementes aus der Mitte dieses Rates der Versuch unter- repourvus.
nommen worden ist, diese Abgeltungsbeiträge zu erhöhen. Quant aux produits, ils sont estimés à près de 6,5 milliards de
Sie kennen die Resultate dieser Abstimmungen - ganz abge- francs, soit un déficit supputé de 233 millions de francs, légè-
sehen davon, dass eigentlich niemand in diesem Haus, nie- rement inférieur au déficit des CFF pour cette année.
mand in diesem Saal so recht weiss, woher das Geld zu neh- Les investissements des CFF en 1994 seront de 2207 millions
men wäre, um diese zusätzlichen Mittel bereitzustellen. de francs, dont 85 millions de francs sont pris en charge par
Damit ich zu etwas Erfreulicherem komme, möchte ich im- des tiers. Sur les investissements nets restants, 96 millions de
merhin festhalten, dass der Bundesrat damit einverstanden francs concernent des utilisations commerciales et des acqui-
war, dass die Infrastrukturbeiträge des Bundes sukzessive sitions de terrains, 376 millions de francs des investissements
etwas ansteigen sollen, um damit den SBB die Möglichkeit à la charge des crédits d'engagement de «Rail 2000» et du cor-
zu geben, ihre Einrichtungen, ihr Netz- im wesentlichen aus ridor de ferroutage. Les investissements ordinaires sont pla-
dem letzten Jahrhundert oder vom Anfang dieses Jahrhun- fonnés à 1650 millions de francs.
derts - ein bisschen zu modernisieren, ein bisschen up to Dans son message, page 13, le Conseil fédéral note avec rai-
date zu bringen und damit letztlich auch die Produktivität zu son: «L'évolution de la technique nous a conduits à un point
erhöhen. où il n'est plus judicieux de réaliser tout ce qui est faisable
Allerdings ist in der Finanzkommission dargestellt worden, techniquement. Il en va de même des investissements pour la
dass die Investitionsfolgekosten dieser bitter nötigen Investi- protection de l'environnement (notamment la lutte contre le
tionen teilweise recht hoch, recht beträchtlich sind, so dass bruit).» Evidemment, étant donné les difficultés financières de
von einem Rendement mindestens kurzfristig nicht zu reden la Confédération et des CFF, il ne faut pas s'aventurer dans
ist. des investissements de luxe. On n'en a pas les moyens.
Es ist in der Finanzkommission auch festgestellt worden, dass Permettez-moi d'attirer brièvement votre attention sur les sec-
bedeutende Aufgaben auf die SBB zukommen. Es liegen teurs indemnisés par la Confédération, à savoir le transport ré-
Schätzungen vor, dass die SBB allein beim Lärmschutz Mass- gional des voyageurs, le ferroutage et les infrastructures.
nahmen treffen müssten, die gut und gerne 3 Milliarden Fran- Tout d'abord, le transport régional des voyageurs. Le Conseil
ken und mehr kosten würden, eine Investition, die derzeit den fédéral a demandé aux CFF de chercher des solutions permet-
Bundesbahnen schlicht nicht möglich ist. Wie wir vor kurzem tant de plafonner le montant des indemnités allouées au trans-
erfahren haben, ist es auch dem Bund nicht möglich, hier port régional des voyageurs. La direction des CFF a proposé
diese Gelder einfach so bereitzustellen. une série de mesures dans ce sens, afin de limiter le montant à
Zur ganzen Personalpolitik ist zu bemerken, dass auch die 725 millions de francs pour 1994. Cet objectif pourra être at-
Bundesbahnen ihren Personalbestand sukzessive reduzieren teint par des rationalisations, par le remplacement de lignes
wollen. Es ist hier schon früher anerkannt worden, dass diese ferroviaires par des services routiers et par certaines modifica-
Personalabbaumassnahmen sozialverträglich gestaltet wer- tions de l'offre. Seuls les trains faiblement fréquentés seront
den sollen. Aber die 1563 Stellen, die abgebaut werden, feh- touchés. Sans sourciller, le Conseil fédéral déclare qu'il sou-
len halt der Volkswirtschaft. Auch wenn hier aus einer betriebs- tient la voie empruntée par les CFF.
wirtschaftlichen und aus einer finanzpolitischen Sicht der A titre personnel, je demande à M. Ogi, président de la Confé-
Dinge dieser Abbau als notwendig eingestuft wird, so ist doch dération, d'être attentif aux besoins des régions périphéri-
festzuhalten: Volkswirtschaftlich gesehen fehlen diese Arbeits- ques, en recherchant avec les autorités cantonales et régiona-
plätze. Die bereits bei anderer Gelegenheit dargestellten Ar- les les meilleures solutions possibles. Qu'en est-il de la ligne
beitslosenzahlen in diesem Land zeigen es ganz deutlich. du Tonkin, par exemple? Je pourrais évidemment poser des
Immerhin ist festzuhalten, dass sich die SBB-Leitung bemüht, questions qui concernent d'autres régions.
von zwei natürlichen Abgängen eine Person zu ersetzen, um Ensuite, le ferroutage. La nécessité de développer le ferrou-
nicht die Rekrutierung am Arbeitsmarkt überhaupt aufzuge- tage s'inscrit dans le cadre de l'Accord sur le transit qui a été
ben und um zu vermeiden, dass die SBB mit der Zeit in ihrem signé avec la Communauté européenne. En 1994, l'indemnité
Personalkörper eine sehr ungünstige Altersstruktur erhalten. pour le ferroutage atteindra 105 millions de francs. Ce montant
Ich beantrage Ihnen namens der Finanzkommission, dem comprend 13 millions de francs destinés à couvrir les coûts
SBB-Voranschlag zuzustimmen, den Beschlussentwurf gut- consécutifs au corridor de ferroutage au Saint-Gothard.
zuheissen. Ich weise noch einmal darauf hin, dass die Detail- Enfin, les infrastructures. Comme l'a relevé fort pertinemment
zahlen im Beschluss des Ständerates auf der Fahne exakt ent- le rapporteur de langue allemande, la prestation au titre de
halten sind. l'infrastructure de la part de la Confédération s'élève à
Ich möchte zum Mittelfristplan 1995-1999 bemerken, dass Ih- 1420 millions de francs pour l'année prochaine. Etant donné
nen die Finanzkommission fast einstimmig - mit nur einer Ge- la situation financière difficile des CFF, il n'est pas possible
genstimme - beantragt, Kenntnis zu nehmen. Sie hat den gan- d'exiger, l'année prochaine, une contribution aux coûts d'in-
zen Beschluss genehmigt, allerdings mit dem ganz klaren Hin- frastructure de la part des CFF, comme cela a d'ailleurs été le
weis darauf, dass selbstverständlich der neue Leistungsauf- cas les années précédentes.
trag, der zu schaffen sein wird, vorbehalten werden muss. En ce qui concerne le transit alpin, les CFF ont reçu le mandat
Ich bitte um Zustimmung. de planifier et de construire une nouvelle ligne ferroviaire de
CFF. Budget 1994 2424 N 15 décembre 1993
125 kilomètres de longueur entre Arth-Goldau et Lugano. Le Budget nicht. Das Budget reduziert diese Fragen auf den blan-
BLS a reçu un mandat similaire pour le Loetschberg-Simplon. ken Franken. Darf wirklich nur der Franken allein entscheiden,
La Commission des finances souhaite que le Conseil fédéral was wir von einem Dienstleistungsbetrieb wie den SBB erwar-
respecte la décision du peuple et réalise simultanément les ten dürfen?
deux projets. Je souhaite, pour ma part, que des garanties Das Schweizervolk verwarf die Gesamtverkehrskonzeption
soient données afin que le Loetschberg-Simplon, qui inté- (GVK), ebenso die Kleeblatt-Initiativen. Aber es hiess
resse en particulier le canton de Berne, mais aussi toute la «Bahn 2000» und die Neat gut. Gerade diese beiden Ent-
Suisse romande, ne soit pas sacrifié sur l'autel de l'assainisse- scheide sind ja für die Zukunft der Bahnen von unschätzbarer
ment des finances de la Confédération. Wichtigkeit Sie sind der Beweis dafür, dass die Schweiz und
En conclusion, au nom de la quasi-unanimité de la Commis- Europa die Bahnen brauchen.
sion des finances, 21 voix contre 1, je vous invite à approuver Gerade bei «Bahn 2000» versprach man den Randregionen
l'arrêté fédéral concernant le budget des CFF pour l'année eine solide Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr. Wie
1994 en prenant également acte du plan à moyen terme des passen die mit dem Budget 1994 präsentierten Einschränkun-
Chemins de fer fédéraux pour les années 1995 à 1999. gen des Regionalverkehrs, die Ausdünnung des Stundentak-
En ce qui concerne le dépliant que vous avez reçu au sujet de tes, die Aufhebung der Spätverbindungen sowie die Umstel-
cet arrêté fédéral, je redis, à l'instar de M. Leuenberger Ernst, lungen auf Busbetrieb, die in der Regel eine Verschlechterung
qu'il faudra corriger les chiffres à la suite de la décision que der Reisezeiten bringen, in dieses Bild?
vous avez prise en début d'après-midi d'accorder une com- Das vorliegende Budget bestimmt, welches Leistungsange-
pensation au renchérissement de 1,7 pour cent sans plafon- bot der Benutzer des öffentlichen Verkehrs zu erwarten hat,
nement. wie viele Dienstleistungen mit wieviel Personal angeboten
werden sollen. Im Grundsatz ist das richtig. Aber dürfte man
Stalder: Es mag etwas seltsam anmuten, dass ein ehemals im nicht von einem Dienstleistungsbetrieb etwas mehr flexible In-
Betriebsdienst tätiger Eisenbahner die Rückweisung des dividualität erwarten? Ist diese unbezahlbar geworden? Sind
SBB-Budgetsfürdie Fraktion der Schweizer Demokraten und die Fragen der Umweltbelastung, der Lebensqualität wegen
der Lega dei Ticinesi vertritt. Eine kritische Beurteilung des vor- der knappen Kassen nicht mehr wichtig? Es ist wirklich fatal,
liegenden SBB-Budgets drängt sich gebieterisch auf. Die im dass heute nur des Geldes wegen Entscheidungen getroffen
Budget 1994 untergebrachten Teilaspekte wie Leistungsab- werden, die sich mit Bestimmtheit schon morgen als falsch er-
bau, Personalabbau und Betriebsumstellungen sind dermas- weisen werden.
sen einschneidend für den Betrieb der SBB, dass sie niemals Unserer Meinung nach hätte man sich auf Sparpotential wie
nur in ein Budget verpackt vom Parlament so beschlossen Straffung von Betrieb und Verwaltung, eventuell auf Rückstel-
werden dürfen. lungen von Investitionen beschränken müssen. Die im vorlie-
Vorweg darf festgestellt werden, dass der finanzielle Rahmen genden Budget vorgesehenen Einschränkungen des Ver-
als durchaus praktikabel anerkannt werden kann. Aber einmal kehrsangebotes dürfen niemals in Kauf genommen werden.
mehr steckt der Teufel im Detail. Unsere Fraktion empfindet es Ist es nicht äusserst fragwürdig, Anlagen und Wagenpark zu
als Mangel, dass nur ein Budget, eben ein Sparbudget, vorge- modernisieren, wenn gleichzeitig der Zubringerdienst zu den
legt wird. Dieses Sparbudget beinhaltet für die SBB ganz ein- grossen Linien, der Regionalverkehr, eingeschränkt, ja ver-
schneidende betriebliche Massnahmen: nachlässigt wird?
1. Reduktion der Leistungen der SBB im Regionalverkehr: Die vorliegenden Zahlen des Budgets beweisen eindeutig,
Entgegen den vor der Abstimmung über «Bahn 2000» explizit dass es sich gegenwärtig nur um einen vorübergehenden fi-
abgegebenen Versprechungen, dass das Mindestangebot an nanziellen Engpass, also eindeutig um eine Durststrecke,
Verkehrsleistungen auch in den Randregionen zugesichert handeln kann. Es sollte mit allen Mitteln versucht werden,
sei, fordert der Bundesrat im vorgegebenen Rahmen des Bud- diese schwierige Lage ohne einschneidende betriebliche Ein-
gets 1994 für den Regionalverkehr einen einschneidenden Ab- schränkungen und Fehlentscheidungen zu überbrücken.
bau dieser Leistungen. Gerade weil der Regionalverkehr eine Wenn sich die Wirtschaft erholt, sollte uns um die Zukunft der
der wichtigsten Stützen des Zubringerdienstes für die grossen SBB mit möglichst breit gefächertem Angebot nicht bange
Schnellzuglinien darstellt, kann niemals verstanden werden, sein. Dass im öffentlichen Verkehr das Angebot immer vor der
dass dieses Angebot dermassen eingeschränkt und vernach- Nachfrage kommen muss, darf auch in der heutigen, schwieri-
lässigt werden soll. Kann man garantieren, dass sich dies gen Situation nicht vergessen werden. Darum darf für eine er-
nicht direkt auf die Frequenzen der Schnellzüge auswirken folgreiche Zukunft der SBB das Rezept heute niemals Lei-
wird? stungsabbau heissen. Gerade diesen Leistungsabbau gilt es
2. Abbau beim Zugpersonal: Natürlich kommt man, wenn zu verhindern. Dieser ist das Gegenteil von dem, was als För-
man wirklich sparen will, nicht darum herum, Personal abzu- derung des öffentlichen Verkehrs bezeichnet werden kann.
bauen. Warum aber die rasante Entwicklung? In Personalkrei- Die Fraktion der Schweizer Demokraten und der Lega dei Tici-
sen wird vor allem das Tempo des Abbaus schlecht verstan- nesi bittet Sie, die dargelegten Gründe zu würdigen und den
den. Zudem muss auf den Umstand aufmerksam gemacht Voranschlag der SBB an den Bundesrat zurückzuweisen, mit
werden, dass die Aufhebung der Zugbegleitung sehr schwer- dem Auftrag, ein Budget vorzulegen, das diesem Unterneh-
wiegende Folgen mit sich bringen wird. Fehlende Hilfelei- men eine gesicherte Zukunft und dem öffentlichen Verkehrs-
stung in den Zügen, fehlende Vermittlung von Sicherheitsge- angebot den gebührenden Stellenwert garantiert.
fühl, vermehrtes Schwarzfahren und Vandalismus werden die
Folgen dieser Massnahme sein. Meier Hans: Die grüne Fraktion wird den Antrag Stalder auf
3. Betriebsumstellungen von der Schiene auf die Strasse: Rückweisung unterstützen. Auch wir wollen ein SBB-Budget
Punktuell mag dies richtig sein. Ausser bei Abschnitten auf der ohne massive Kürzungen im Personalbereich und im Bereich
Gotthardlinie hegen wir grosse Zweifel, ob der Preis für den Regionalverkehr.
Benutzer nicht zu hoch ausfällt Diese Umstellungen bringen Letzte Woche stand in den Zeitungen: «Die Sorge um den Re-
nicht nur Vorteile, besonders dann nicht, wenn grosse Reise- gionalverkehr prägte die ständerätliche Debatte um das SBB-
zeitverlängerungen in Kauf genommen werden müssen. Stö- Budget» Im Ständerat wurde von Rosskur gesprochen, sor-
rend ist, dass die Fahrbahnkosten der Strasse nicht berück- genvoll vor schwerwiegenden Fehlern gewarnt. Es wurde ge-
sichtigt werden. klagt, die Einsparungen stünden in keinem Verhältnis zum re-
Die Bundesbahnen gehören dem Schweizervolk! So lautet ein gionalpolitischen Schaden. Den SBB warf man vor, sie näh-
altbekannter Slogan. Wieviel Bahn wollen wir? Wieviel Bahn men die notwendigen Investitionen nicht vor, um die Attraktivi-
brauchen wir? Was erwarten wir vom öffentlichen Verkehr? tät der Regionallinien zu erhalten. Am Schluss aber stimmte
Welche Aufgaben sind durch den öffentlichen Verkehr zu lö- der gleiche Ständerat mit 28 zu 0 Stimmen dem Budget 1994
sen? Mehrmals habe ich in der Kommission für Verkehr und der SBB zu und nahm ohne Protest Kenntnis vom Mittelfrist-
Fernmeldewesen (KVF) diese Fragen aufgeworfen. plan 1995-1999, der einen Kahlschlag für den Regionalver-
Antworten auf all diese gestellten Fragen gibt das vorgelegte kehr der SBB beinhaltet.
15. Dezember 1993 2425 SBB. Voranschlag 1994
All das ist höchst unehrlich. Nicht die SBB-Generaldirektion, willigungen erteilt. Die Schweiz brauchte deren 130000,
sondern wir Politiker, Bundesrat und Parlament, bestimmen Deutschland deren 200 000, das ist klar. Was wurde gemacht?
die Verkehrspolitik. Im Abstimmungskampf um die Neat Meines Wissens wurde das Kontingent auf 230 000 erhöht,
wurde von einer Renaissance der Eisenbahn gesprochen. Der d. h., dass noch mehr ausländische Lastwagen in die Schweiz
Befürchtung von uns Grünen, der Alpentransit gehe auf Ko- einfahren können. Mit dieser Kontingentserhöhung wird nicht
sten des Regionalverkehrs, wurde damals heftig widerspro- der Schweizer Lastwagen konkurrenziert, sondern der Bahn-
chen. Ein Jahr später wird aber aus finanziellen Gründen der verkehr, vor allem im Grenzbereich. Wir haben schon oft in die-
Regionalverkehr massiv eingeschränkt. Die Grossprojekte sem Saal vom Kabotageverbot gesprochen - das ist der
sind eben Trumpf. Der Regionalverkehr hingegen wird durch Transport innerhalb der Grenzen des Binnenverkehrs -; der
unpopuläre Massnahmen von der Schiene wieder auf die Bundesrat will oder muss bekanntlich im Zuge der Oeffnung
Strasse verjagt. Fahrplanausdünnungen, unbediente Statio- nach Europa dieses Verbot fallenlassen. Lastwagen aus der
nen, Schliessungen von WC und Wartesälen, die Einführung EU sollen künftig innerhalb unserer Landesgrenzen erlaubte
von kundenfeindlichen Billettautomaten verärgern die Stamm- Transporte ausführen können. Mich stört es eigentlich wenig;
kundschaft immer mehr. Durch die Umstellung von fünf wei- ich habe vorgesorgt: Ich wie auch viele Kollegen sind Besitzer
teren Strecken auf Busbetrieb und durch die Angebotskürzun- von Transportunternehmungen im europäischen Raum. Aber
gen in der Fläche werden wohl einige Millionen eingespart. die Bahnen?
Und das soll dann unsere Bundeskasse retten. Die SBB werden durch die Aufhebung des Kabotageverbotes
Gleichzeitig aber werden den SBB Milliarden Franken zum ihren Einzelwagen-Ladungsverkehr komplett vergessen müs-
Bau der Neat zur Verfügung gestellt. Dieses Geld müssen die sen - es ist im Budget angetönt -, komplett vergessen müs-
SBB dann verzinsen und schliesslich zurückbezahlen. Der sen! Die Strukturen im Güterbereich der Bahnen werden sich
Strick zur Strangulierung der SBB ist also bereits geknüpft. vollständig ändern. Wer von Ihnen glaubt, dass die SBB in Zu-
Heute schon wird der halbe Ertrag aus dem Güterverkehr von kunft vielleicht wieder einen Infrastrukturbeitrag leisten wer-
den SBB für Zinsen aufgewendet. Nach Fertigstellung des Alp- den, der ist ganz einfach auf dem Holzweg. Der Fehlbetrag
transits wird der Güterertrag nicht einmal mehr für die Zinsen wird durch solche politische Entscheide inskünftig noch hö-
ausreichen. Als Hohn empfinde ich den Satz auf Seite 8 des her, das ist nicht zu umgehen.
Mittelfristplanes: «Der Wettbewerbsvorsprung des in der Ver- Ein weiteres Beispiel, das dem Bericht des Groupe de réfle-
gangenheit im Vergleich zum öffentlichen Verkehr stark be- xion hundertprozentig zuwiderläuft, ist das leidige Thema See-
günstigten Individualverkehrs.... soll wettgemacht werden.» talbahn. Ich werde mich nicht mehr im Detail dazu äussern.
Ja, wenn Sie es nur tun würden! Auf alle Fälle tun Sie es mit Tatsache ist aber, dass dieses «Hobbybähnli» das Bahndefizit
dem Budget 1994 nicht. Weiter steht dort: «Grossprojekte wie in Zukunft um weitere 40 bis 60 Millionen Franken erhöhen
'Bahn 2000' und Alptransit, welche vom Volk gutgeheissen wird. Das trifft die unternehmerische Führung der SBB nicht,
wurden, zeugen von einem verkehrspolitischen Umdenken.» denn dieser Entscheid wurde von den Politikern in diesem
Sicher, das Schweizervolk hat den Grossprojekten zuge- Rat-zwar nicht in diesem Saal, sondern in Genf-gefällt. Aber
stimmt, weil es den öffentlichen Verkehr fördern will, aber si- sie haben offenbar nicht gerechnet; sie wissen nicht, was das
cher nicht, damit der Regionalverkehr wieder auf die Strasse kostet.
gejagt wird. Vergessen wir die «Nationalbahnen» nicht, Zofingen-Aarau,
Herr Bundespräsident, einst sagten Sie, die SBB seien zwei das lustige «Nationalbähnli» - in unserer Region spricht man
Paar Schuhe pro Kopf der Bevölkerung wert Auch betonten nur vom «Loretan-Bummler» -: Die eingefahrenen Verluste
Sie immer wieder, die Stunde der Wahrheit für den öffentlichen werden immer höher und höher und die Frequenz wird nicht
Verkehr werde kommen. SBB-Direktionspräsident Weibel hat höher. Das stört aber die wenigsten Politiker, denn sie leiden
uns in der Kommission trocken und bündig erklärt, das Regio- immer noch unter dem «grünen Bahnsyndrom». Auch in die-
nalverkehrsangebot werde durch den Bundesrat bestimmt. sem Bereich hat der Groupe de réflexion Klartext gesprochen.
Aber es wird nicht nur durch den Bundesrat, sondern auch Das waren gescheite Leute, die diesen Bericht verfasst haben,
durch das Parlament bestimmt! nur hören wir alle nicht auf diese Gruppe, obwohl die SBB da-
725 Millionen Franken sind für die Abgeltung der gemeinwirt- durch schon bald nicht mehr tragbar sein werden. Sie wissen
schaftlichen Leistungen im Regionalverkehrs vorgesehen - alles besser als die Groupe de réflexion, und dieser Bericht hat
keine Erhöhung seit dem letzten Jahr. Ich habe das bekämpft keinen Wert mehr.
und um eine Erhöhung ersucht. Sie wurde abgelehnt. Ein Wort noch zum Cargo Domizil: Ein hoher Verkehrsfach-
Herr Bundespräsident, wir Grünen sind enttäuscht, dass die mann der Bahn sagte kürzlich: Der Stückgutverkehr Cargo
Landesregierung keine Anstrengungen unternimmt, dem Par- Domizil befindet sich im freien Fall. Was wird getan? Man sucht
lament ein SBB-Budget vorzulegen, das auch den Regional- nach neuen Konzepten, man holt sich einen frühzeitig pensio-
verkehrgebührend berücksichtigt Umweltentlastung ist eben nierten Strassentransportunternehmer und glaubt, mit einer
nicht zum Nulltarif erhältlich. neuen Führungsstruktur das Glück für die Zukunft gepachtet
Mit der Rückweisung des SBB-Budgets an den Bundesrat ge- zu haben. Man hat leider immer noch nicht erkannt, dass
ben wir diesem nochmals die Chance, etwas für die Umwelt Stückgut kein Gut für die Bahn ist. Sie können sich erinnern: In
und den Regionalverkehr zu tun. Sollten Sie die Rückweisung diesem Jahr hat man sogar mit Rabatten von 50 Prozent ope-
ablehnen, wird die grüne Fraktion das Budget ablehnen. riert, um mehr Güter auf die Bahn zu bringen. Eine vergebliche
Liebesmühe.
Giezendanner: Dass wir heute den Voranschlag der SBB be- Ich freue mich schon, wenn Sie in zwei Jahren das Protokoll
handeln, ist reine Makulatur. Gut, es gibt einige Gründe: Herr der heutigen Sitzung lesen. Falls Sie dann den Mut nicht auf-
Stalder konnte wieder einmal sprechen, Herr Meier Hans hatte bringen, meine Worte zum Stückgutverkehr zu lesen, werde
etwas gemeinsam mit mir, der CVP-Sprecher wird kommen ich gerne aus dem Amtlichen Bulletin zitieren. Cargo Domizil
und sich wieder höflich bedanken beim Generaldirektor und wird auch mit versteckten Quersubventionen - ich denke an
beim SBB-Personal, der LdU-Vertreter wird von den Perron- Lagerhäuser usw. - Schiffbruch erleiden. Seien Sie doch ehr-
kanten sprechen, und ein sympathischer, aber praxisfremder lich: Das Cargo Domizil ist kein volkswirtschaftlicher Auftrag,
Professor wird seine Analyse betreffend Neat verteidigen. es ist lediglich das Steckenpferd einiger verkehrsfremder Poli-
Dieser Voranschlag bedeutet aber viel mehr. Er bedeutet die tiker und Verwaltungsräte der SBB!
Zukunft des Verkehrs, er bedeutet die Zukunft des volkswirt- Ich bin sehr erstaunt, dass sich die Freunde des Personenre-
schaftlichen Auftrags an die Bahn im Güter- oder Personenbe- gionalverkehrs nicht wehren -doch, Herr Meier Hans hat's ge-
reich. Dieses Parlament hat noch nicht erkannt, dass unter tan, auch Herr Stalder hat's getan, zu Recht -; sie merken
dem Jahr vom Bundesrat und vom National- und Ständerat nicht, dass durch den staatlich subventionierten Stückgutver-
bahnfeindlich politisiert wird. Erlauben Sie mir, einige Bei- kehr das Geld wegfliesst, dahin fliesst das Geld nämlich.
spiele zu nennen: Sie haben es natürlich vernommen: Der SBB-kritische Auto-
Im Strassenverkehr mit Deutschland herrscht Bewilligungs- parteiler Giezendanner wird in den kommenden Tagen mit
pflicht Gegenseitig wurden im vergangenen Jahr 200 000 Be- dem Bau eines Containerterminals beginnen. Das passt doch
CFF. Budget 1994 2426 N 15 décembre 1993
nicht ins Bild, werden Sie sagen. Doch, es passt ins Bild. sind. Eine neue Expertise - sie wurde bereits von Herrn Marti
Uebrigens in eigener Sache: Hier möchte ich Herrn Bundes- Werner angesprochen - zeigt auf, dass die Bahnpreise
präsident Ogi und Herrn Generaldirektor Weibel ein Kompli- 20 bis 50 Prozent höher sein müssten, wenn sie der Kosten-
ment machen. Ich kriege innerhalb von fünf Monaten eine wahrheit entsprechen sollten. Nun sind auf der anderen Seite
Baubewilligung. Das sollte die Unternehmer in diesem Land die ungedeckten Kosten des Strassenverkehrs allen Abwiege-
motivieren, wieder etwas zu unternehmen. Und es zeigt, dass lungen von rechter Seite zum Trotz noch wesentlich höher. Sie
wir unternehmerisch denkende Beamte in diesem Land ha- wären nochmals höher, wenn auch die schwierig zu beziffern-
ben, die am gleichen Strick ziehen, wenn sie nicht von den Po- den Schäden an der Umwelt und an der Gesellschaft berück-
litikern behindert werden. Das ist die Tatsache: Wir behindern sichtigt würden. Diese Konkurrenzsituation mit dem Strassen-
diese Leute! verkehr erlaubt es den SBB nicht, auf der Einnahmenseite et-
Ich betrachte die SBB als absolut sinnvolles und umwelt- was Wesentliches zu verbessern. Die Kritik muss sich also im
freundliches Transportmittel mit Zukunft - wenn sich dieses wesentlichen an das Parlament selber, allenfalls an den Bun-
Parlament zurückhält. Bahn wie Strasse machen nur Sinn, desrat, aber weniger an die SBB richten.
wenn sie wesensgerecht eingesetzt werden. Die Bahn wurde Unsere Fraktion will, dass die SBB und der öffentliche Verkehr
in den letzten Jahren durch den unrealistischen grünen Trend insgesamt ihren hohen Leistungsstandard erhalten können.
aber vergöttert. Man hat nicht mehr nach den eigentlichen Be- Dieses Ziel ist überhaupt nicht zur Diskussion gestellt. Wenn
dürfnissen gefragt, man hat sich nur noch dem Trend der grü- wir nächstes Jahr über den Leistungsauftrag diskutieren müs-
nen Kollegen angeschlossen. Das Resultat dieser verfehlten sen, wenn wir über die Lenkungsabgaben im Zusammenhang
Politik liegt in Form dieses Voranschlages vor Ihnen: 233 Mil- mit dem Strassenverkehr diskutieren, so müssen wir uns end-
lionen Franken aus dem Operationellen Bereich, 1420 Millio- lich dazu durchringen, zu handeln, damit wir der Kostenwahr-
nen Franken an Infrastrukturkosten und 725 Millionen Fran- heit näher kommen. Solange das ausstehend ist, bleibt gar
ken Abgeltung für den öffentlichen Verkehr; 2378 Millionen nichts anderes übrig, als dass der Bund seinen immer noch
Franken sind das, bei einem 7-Milliarden-Franken-Defizit in wachsenden SBB-Beitrag übernimmt.
diesem Land. Können Sie das in diesem Rat verantworten? Ich Ich bitte Sie daher im Namen der SP-Fraktion, dem SBB-Vor-
bin gespannt, wie Sie abstimmen werden. anschlag 1994 zuzustimmen.
Es gäbe ein ganz einfaches Rezept, wie wir das Ergebnis korri-
gieren könnten: M. Béguelin: Le groupe socialiste vous invite à entrer en ma-
1. Dieses Parlament beschliesst noch heute abend ein ange- tière et à accepter le budget des CFF pour 1994, mais sans au-
messenes Ruhegeld für den Verwaltungsrat der SBB, damit cun enthousiasme.
sich die Mehrheit dieser fragwürdigen Verkehrsstrategen zu- Je me bornerai à trois brèves remarques, exclusivement sur le
rückzieht. Ein neuer Verwaltungsrat wird gewählt, Leute die et- thème politique délicat des rapports Confédération/cantons,
was verstehen, verwalten inskünftig unsere Bahnen. essentiels pour l'avenir des CFF et pour la préparation du nou-
2. Dieses Parlament beschliesst, sich während fünf Jahren veau contrat d'entreprise.
nicht mehr in die Belange der Bundesbahnen einzumischen Premièrement, les CFF prévoient de supprimer 4000 emplois
und der Geschäftsführung endlich das volle Vertrauen zu jusqu'en 1999, par le biais des départs naturels non rempla-
schenken und sie kompetent nach marktwirtschaftlichen cés. Les PTT veulent aussi supprimer quelques milliers d'em-
Grundsätzen führen zu lassen. plois durant la même période. Et l'administration centrale de la
3. Der Bericht der Groupe de réflexion wird ernst genommen, Confédération veut également supprimer des emplois: doua-
und es wird danach gehandelt, sonst verkommt dieser hoch- nes, Département militaire fédéral, etc. Au-delà de la question
wertige Bericht zum Papiertiger. de la politique du non-emploi ainsi pratiquée par la Confédéra-
Beim BAV sind hochkarätige, flexible Unternehmer, die etwas tion, se pose la question de la coordination de ces suppres-
tun wollen, wenn sie nicht behindert werden. Die Zusammen- sions d'emplois entre régies fédérales et départements, en
arbeit zwischen den SBB und dem BAV könnte zu einem er- particulier en ce qui concerne les régions décentralisées. En
freulichen Resultat führen - vorausgesetzt, die paar profilie- effet, les mesures de rationalisation fédérales, aux CFF en par-
rungssüchtigen Möchtegernverkehrsstrategen aus diesem ticulier, avec la suppression des petits dépôts régionaux,
Rat halten sich zurück! Die Bedürfnisse der Bevölkerung wür- agents de trains, mécaniciens, marchandises, etc., aboutis-
den voll abgedeckt, und die Bundeskasse würde entlastet. sent à concentrer les emplois dans les grands centres. C'est
Suchen wir den Fehler in diesen leeren Reihen, dann wird es une évolution qui, avec ses effets cumulés, n'est pas saine
bei den SBB besser! pour le fédéralisme et qui va pénaliser de nombreux cantons.
Ils vont perdre des centaines d'emplois fédéraux, et il faut
Frau Leemann: Der Voranschlag 1994 der SBB gibt uns An- au moins coordonner cette évolution afin d'en éviter le coût
lass zu einer gewissen, eher bescheidenen Befriedigung, social.
gleichzeitig aber auch zur Besorgnis. Mit Befriedigung stellen Deuxièmement, ma remarque concerne la répartition des in-
wir fest, dass nun doch offenbar eine Trendwende erreicht vestissements ferroviaires entre régions. Pour le budget 1994
werden konnte, dass das weitere massive Ansteigen der Ko- des investissements ordinaires, la Suisse occidentale est en
sten und der Fehlbeträge gebremst worden ist Natürlich, und retard; mais il y a beaucoup plus préoccupant. On entend des
das ist ein Grund zur Besorgnis, sind stabilisierte und sich bruits persistants et répétitifs qui contestent des investisse-
gleichzeitig akkumulierende Fehlbeträge noch keine Lösung ments touchant la Suisse occidentale, à travers «Rail 2000»
auf die Dauer. Früher oder später werden sie abzuschreiben amaigri et la nouvelle transversale alpine du Loetschberg.
sein. Monsieur le Président de la Confédération, nous savons que
Ein zweiter Grund zur Besorgnis ist die Tatsache, dass die vous êtes sensible à ce problème. Si nous vous rappelons de
Sparmassnahmen der SBB auf alle Fälle eine recht heikle veiller à une répartition fédéraliste des investissements ferro-
Gratwanderung darstellen. Natürlich begrüssen alle von uns viaires, c'est pour appuyer les efforts que vous faites et que
echte Rationalisierungen und Effizienzsteigerungen. Die er- vous ferez dans ce sens.
griffenen Massnahmen kommen allerdings, wenn ich mich Enfin, troisièmement, à propos du trafic régional, la politique
vorsichtig ausdrücken will, gefährlich nahe an einen substan- suivie par les CFF inquiète beaucoup les cantons. Les cantons
tiellen Leistungsabbau, den wir nicht mehr akzeptieren constatent que toutes les mesures prévues dans ce domaine
könnten. par les CFF aboutissent finalement à augmenter à terme, dans
Den Personalabbau wird unsere Fraktion so lange mittragen, deux ou cinq ans, leurs charges en matière de trafic régional,
als er sozialverträglich durchgeführt wird. Wir können hoffent- malgré toutes les promesses de compensation qui leur sont
lich darauf vertrauen, dass das auf diese Weise geschehen faites par ailleurs dans le cadre de la révision de la loi fédérale
wird. Zur Personalfrage ebenso wie zur Regionalverkehrs- sur les chemins de fer, attendue pour l'année prochaine. Il ne
frage wird sich Herr Béguelin noch äussern. faudrait pas que cette inquiétude des cantons se transforme
Die Hauptfrage, die ich hier glaube stellen zu müssen, ist dieje- en méfiance systématique. Nous avons besoin de rapports de
nige nach dem Preis, den wir für die Mobilität zu zahlen bereit confiance entre Confédération et cantons pour résoudre la dé-
15. Dezember 1993 N 2427 SBB. Voranschlag 1994
licate question du trafic régional. Tout doit être fait par les CFF das sei noch einmal ganz deutlich unterstrichen - von den
pour reconquérir cette confiance à travers un dialogue ouvert, SBB selber geschrieben. Bei der nächsten Auflage dürfte das
en toute transparence et en pleine égalité de traitement entre kaum mehr der Fall sein. Uns stellt sich deshalb die Frage, wer
les cantons. das neue Leitbild formuliert. Wir haben Zweifel, dass das Bun-
Nous vous recommandons d'entrer en matière et d'accepter desamt für Verkehr befähigt ist, eine brauchbare Lösung zu er-
le budget des CFF pour 1994. arbeiten; das gehört auch nicht unbedingt zu seinen Aufga-
ben. Aber wer macht es dann? Warum nicht gleich die Groupe
Aregger: Vor einem Jahr beantragten wir Rückweisung, aller- de réflexion, die ja profunde Vorarbeit geleistet hat?
dings aus gegenteiligen Gründen wie soeben Herr Kollega Zum Schluss erkundigen wir uns nach der künftigen SBB-
Stalder. Heute empfehle ich Ihnen namens der FDP-Fraktion Struktur, nach einem tragbaren Finanzierungsmodell, nach
Zustimmung zum SBB-Budget. dem Schicksal des verzinslichen Bundesguthabens. Die aktu-
Da die Gesamtbelastung des Bundeshaushaltes durch die elle deutsche Bahnreform wirft solche Fragen auf. Sollen die
SBB zwar weiter zunimmt, muss es für unsere veränderte Hal- SBB eine gemischtwirtschaftliche AG werden? Eine AG, die
tung Gründe geben. Es gibt solche Gründe, und ich will Ihnen selber entscheiden und schneller handel kann und bei der das
einige nennen: Prinzip gilt: Wer bestellt, bezahlt.
1. Es sind positive Resultate der neuen Unternehmungsfüh- Sie sehen, die Eisenbahnpolitik ist nicht nur in der Schweiz,
rung sichtbar, und erste verpflichtende Zielformulierungen lie- sondern in allen Industrieländern in Bewegung geraten. Auch
gen vor. wir können uns den unaufhaltsamen Entwicklungen nicht ent-
2. Die Zuwachskurve der Bundesleistungen zeigt sich so deut- ziehen, und sowenig wie andere Länder können wir uns auf
lich abgeflacht, dass von einer Wende, von einem Trendbruch die Dauer eine allzu teure Bahn auf Kosten des Staatshaushal-
gesprochen werden kann. tes leisten.
3. Die Fehlbeträge lassen sich vorläufig stabilisieren, und die
Abgeltungen für den Regionalverkehr werden gar nominal Stucky: Seit Erlass des Aktienrechts verlangen wir von jeder
auf 725 Millionen Franken plafoniert, einzig die Huckepack- privaten Unternehmung eine transparente Rechnungslegung
und die Infrastrukturbeiträge des Bundes erhöhen sich. und, sofern es sich um einen Konzern handelt, auch eine Kon-
Besonders zu beachten ist die Tatsache, dass die Stabilisie- zernrechnung, die transparent ist. Die Unternehmungen ha-
rung erreicht werden soll, obwohl die Zielvorgaben auf der ben innerhalb einer Uebergangsfrist die Erfordernisse zu erfül-
Einnahmenseite deutlich zurückgenommen werden müssen. len, sie haben sie auch erfüllt, und sie haben zudem im Hin-
Es ist in der Tat die Einsicht herangereift, dass der Modal split blick auf ihre Finanzierung internationale Standards der Rech-
der Gesamtverkehrsleistung - die Anteile Schiene/Strasse - nungslegung angenommen, die einen klaren Blick in die
weder von der Nachfrage- noch von der Angebotsseite her we- Rechnung erlauben. Offenbar ist das ganz anders bei den Re-
sentlich verändert werden kann. Beim Güterverkehr stellen wir giebetrieben. Man kann sich fragen: Warum diese Differenz?
sogar einen dramatischen Einbruch fest, der nicht nur kon- Ich will Ihnen ein Beispiel geben: Es ist behauptet worden,
junkturbedingte Ursachen hat. Veränderungen im Modal split dass die SBB über die Firma Castelletti, die ihnen zu 100 Pro-
lassen sich nur durch massive gesetzgeberische Eingriffe zent gehört, 50 Lastwagen anschaffen wollen. Ich habe das
oder durch investitionsmässige Quantensprünge, wie den Budget zur Hand genommen, aber Sie fahnden vergebens
TGV, erzielen. Weder im Budgetjahr noch mittelfristig sind darin. Ich weiss also nicht, ob die Behauptung stimmt Ich
aber solche Massnahmen zu erwarten. stelle deshalb die Frage, ob es so ist.
Die SBB beabsichtigen im kommenden Jahr auch keine Tarif- Aber das Problem ist natürlich genereller. Wir sollten die Ober-
erhöhungen, da sie mit Recht eine negative Reaktion des aufsicht ausüben, haben aber die Details, und zwar wesentli-
Marktes erwarten würden. Damit ist klar gesagt, dass die Sta- che Details, nicht. Wir haben zum Beispiel keine klare Darstel-
bilisierung oder gar eine Verbesserung des Betriebsergebnis- lung der Spartenrechnung: Was wird bei der Personenbeför-
ses nicht durch Mehreinnahmen, sondern nur durch Rationali- derung verdient? Was kostet sie? Was erzielt man beim Wa-
sierungen erreicht werden können. Die Teuerung ist also voll genladungsverkehr usw.? Und die Sache wird noch komple-
durch Einsparungen aufzufangen. xer dadurch, dass die SBB mehr und mehr ihre Tätigkeit in AG
1994 helfen zwar die sinkenden Zinssätze zu einem günstige- verlegt (Cargo Domizil AG, die Firma Castelletti habe ich er-
ren Budget, doch wirkt dieser Entlastungsschritt eben nur wähnt, die Hupac SA usw.), und darüber erhalten wir keine An-
einmal. gaben. Wir befinden uns damit in einem Dilemma, das nur da-
In seiner Botschaft wünscht der Bundesrat für die SBB-Füh- durch lösbar ist, dass die SBB - und dafür plädiere ich mit
rung die nötige politische Rückenstärkung bei harten Ent- Nachdruck - eine verbesserte Rechnungsstellung und auch
scheiden. Sie können auf unsere Rückenstärkung zählen. ein besseres, klareres, transparenteres Budget vorlegen.
Bei der Rationalisierung stehen denn auch harte Entscheide Ich möchte Sie, Herr Bundespräsident, bitten, dass die SBB
an. Es ist ein natürlicher Stellenabbau vorgesehen, der auch hinter die Bücher gehen und uns diese transparenter vor-
die zentralen Dienste nicht ausnimmt. Angesichts der bedenk- legen.
lichen Kosten- und Ertragszahlen gewisser Zugsleistungen ist
ein Abbau von Fixkosten unerlässlich. Wir müssen für Korrek- Frey Walter: Es ist dankbar anzuerkennen - das wird auch von
turen im Angebot und für ganze oder teilweise Umstellungen der SVP-Fraktion gewürdigt-, dass die SBB-Verantwortlichen
auf Busbetrieb offen sein. Wir fordern aber verbindliches Zah- und ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in jüngster Zeit er-
lenmaterial, transparente Entscheidungskriterien und überall hebliche Anstrengungen unternommen haben, um die Fehl-
die konsequente Anwendung der gleichen Kriterien. Ausnah- beträge nicht unkontrolliert anwachsen zu lassen; so schreibt
men können nur bei einer Kostenüberwälzung auf die Bestel- es auch der Bundesrat in seiner Botschaft.
lerschaft akzeptiert werden. Trotzdem gibt die finanzielle Situation der Bundesbahnen
Wir begrüssen die Gründung der Cargo Domizil AG, und wir nach wie vor zu grosser Sorge Anlass. Ein Hoffnungsschim-
unterstützen auch die Absicht, alle Investitionen auf ihre Ratio- mer ist, dass die kontinuierliche, drastische Dynamik der Ver-
nalisierungseffekte hin zu untersuchen und in der Priorität ent- schlechterung der Betriebsergebnisse im kommenden Jahr
sprechend nach vorne oder zurückzustufen. etwas gebremst werden kann. Das für 1993 budgetierte Defizit
Offen sind für uns noch einige Fragen, die auch im Mittelfrist- von 234 Millionen Franken sollte effektiv nicht überschritten
plan nicht beantwortet werden. Das Eisenbahngesetz zählt werden, und es sollte auch im nächsten Jahr auf dieser Höhe
nicht dazu, da es ja beim Parlament liegt. Dafür vermissen wir stabilisiert werden können.
aber immer noch einen Bericht über den aktuellen Stand bei Anerkennenswert ist vor allem, dass die unheilvolle finanzielle
der «Bahn 2000». Wann erhalten wir den Bericht über eine all- Entwicklung der erbrachten Bundesleistungen im Trend trotz
fällige Etappierung dieses Projektes, aus dem hervorgeht, was schlechter Konjunktur gebrochen werden kann. Im Vergleich
überhaupt noch gebaut werden soll? zum Budget 1993 steigen die Bundesbeiträge von 2408 Millio-
Aehnlich steht es in bezug auf die Ablösung des überholten nen auf 2483 Million Franken oder um 3,1 Prozent, während
Leistungsauftrags. Der Leistungsauftrag 1987 wurde damals - die jeweilige Zunahme der Bundesbelastung in den Vorjahren
CFF. Budget 1994 2428 N 15 décembre 1993
deutlich über 10 Prozent lag. Mit anderen Worten: Die Schere kamen. Aber das geht doch nicht Wir haben das «Lärmschutz-
zwischen Aufwand und Ertrag öffnet sich weiter, aber nicht gesetz», und das müssen doch auch die SBB einhalten; denn
mehr so stark. In Zahlen: Die Bundesbelastung stieg von Lärmschutz ist letztendlich auch Menschenschutz. Die Lärm-
1356 Millionen Franken im Jahre 1988 auf 2408 Millionen gepeinigten würden also mit uns das Hinauszögern der
Franken im Voranschlag 1993; im Budget 1994 steigt sie «nur» Schutzarbeiten nicht verstehen. Trauer herrschte sonst, Herr
noch auf 2483 Millionen Franken oder auf täglich 6,8 Millionen Bundespräsident
Franken, die der Steuerzahler aufbringen muss. Die Mitglieder der LdU/EVP-Fraktion stimmen dem Budget zu.
Das Auseinanderklaffen zwischen Aufwand und Ertrag macht Es ist uns klar, dass bei den heutigen Rahmenbedingungen
deutlich, dass mit dem bestehenden Leistungsauftrag das die SBB nicht wettbewerbsfähig sein können. Daher müssen
Grundproblem der SBB-Misere nicht mehr gemeistert werden die Weichen neu gestellt werden, die Pläne liegen ja vor.
kann. Der Mittelaufwanddeckungsgrad ohne Infrastrukturlei- Wir sind auch hier bereit, dafür einzutreten, dass vermehrt
stungen des Bundes von 1420 Millionen Franken sinkt gegen- marktwirtschaftliche Bedingungen geschaffen werden. Die
über dem Vorjahr um 1,1 Prozent auf 75,3 Prozent. SBB sollen nach unserer Auffassung Aufgaben auslagern, die
Zu dieser Ausgangssituation kommen noch die Grossinvesti- spezialisierte Unternehmen kostengünstiger erfüllen können.
tionen «Bahn 2000» und Neat Es ist ein Teufelskreis: Ohne In- Wir hätten auch nichts dagegen, wenn der Regionalverkehr
vestitionen keine Wettbewerbsfähigkeit der Bahnen, mit Inve- ganz oder teilweise durch Privatbahnen erfolgen würde. Hier
stitionen: erhöhter Verlust für den Bund. sind allerdings die Kantone mit entsprechendem Finanzaus-
Es reicht nicht, wenn die SBB-Geschäftsleitung im Mittelfrist- gleich miteinzubeziehen.
plan ihre Absichten sauber transparent macht Denken Sie an Wir meinen, die SBB sollten sich auf die Aufgaben beschrän-
den unseligen Seetalbahn-Entscheid des Parlaments. Alle ken, bei denen sie stark sind.
Entscheidungsträger dieser verpolitisierten Unternehmung - Unsere Fraktion stimmt dem Beschlussentwurf zu. Wir danken
die Geschäftsleitung, der Verwaltungsrat, das BAV, das EVED, bei dieser Gelegenheit den Bähnierinnen und Bähnlern und
der Bundesrat und das Parlament - müssen rasch auf der Ba- der ganzen Belegschaft für ihre Tätigkeit
sis der Erkenntnisse der Groupe de réflexion grundsätzliche
Entscheide fällen, auch wenn sie politisch weh tun, damit die On. Borradori: Un esame del preventivo delle Ferrovie fede-
Geschäftsleitung der SBB und ihre Mitarbeiter und Mitarbeite- rali svizzere (FFS) non può prescindere - almeno per quanto
rinnen wissen, wohin der Zug in Zukunft fährt. mi riguarda - da quanto sta awenendo attualmente in Ticino.
Die SVP-Fraktion stimmt in diesem Sinn dem Voranschlag Nel mio Cantone, l'intenzione delle FFS di abolire il deposito
1994 zu und nimmt - auch in diesem Sinn - Kenntnis vom Mit- macchinisti di Biasca, prospettando nel contempo un massic-
telfristplan 1995-1999. cio trasferimento di personale da Bellinzona a Chiasso, sta su-
scitando perplessità e preoccupazione in vaste fasce della po-
Weder Hansjürg: Auch ich stelle ein fortlaufendes Interesse an polazione.
diesem Geschäft fest, was mich allerdings nach dem Votum Occorre infatti ricordare che le zone di Bellinzona e Biasca
des Herrn Giezendanner nicht wundert hanno sempre rivestito e rivestono tuttora un ruolo di assoluta
Die gesamte Bundesbelastung durch das SBB-Budget beläuft importanza nell'ambito dei trasporti ferroviari per il Cantone Ti-
sich auf etwa 2,5 Milliarden Franken. Herr Meier Hans hat ge- cino e per la linea del Gottardo, al punto che questo ruolo ha
sagt, der Strick zur Strangulierung der SBB sei bereits ge- coinciso con la creazione in loco di importanti infrastrutture di
knüpft Recht hat er. Aber der Strick wird schon lange Jahre sostegno, quali ad esempio le officine per le riparazioni e il de-
geknüpft. Die SBB schieben nämlich eine Schuldenlast von posito delle locomotive.
15 Milliarden Franken vor sich her, seit Jahren, und es kom- Attorno a queste strutture si è nel tempo costituita una forte
men immer wieder neue Schulden dazu. Das muss ordentlich presenza nella zona di funzionari FFS e delle rispettive fami-
verzinst werden, mit rund 700 Millionen Franken im kommen- glie. I ferrovieri rappresentano pertanto per il Bellinzonese e
den Jahr. Darum plädiere ich -wie unser Kommissionspräsi- per la Riviera una componente vitale, sia storica che econo-
dent ausgeführt hat-für einen Sanierungsplan. Es geht doch mica
nicht, dass die SBB gegenüber der Konkurrenz ständig I trasferimenti prospettati, se realizzati, metterebbero in serie
700 Millionen Franken auf dem Buckel haben und somit difficoltà molte famiglie, in particolare quelle dei giovani mac-
gleichsam in ein 100-Meter-Rennen mit etwa 50 Metern Rück- chinisti che si vedrebbero costretti a spostare, di punto in
stand am Start gehen. bianco e contro la loro volontà, il centro della loro vita e dei loro
Nicht nurfinanziell bereiten uns die SBB nicht nur Freude, son- interessi. Non va infatti dimenticato che molti di loro in quella
dern auch gewisse Sorgen. Wir erleben auch Freude, sicher, regione hanno costruito una casa e hanno investito per il loro
Herr Bundespräsident. Aber wir erleben eine Verschlechte- futuro.
rung des Angebotes im Regionalverkehr, der Fahrplan wird II trasferimento del personale delle locomotive potrebbe inol-
verdünnt Wir erleben unbediente Stationen, wir erleben - in tre preludere ad altre partenze, quali quelle del personale del
meinem Fall trifft es zu - eine Erschwerung des Velotranspor- treno, il che aggraverebbe ulteriormente la già precaria situa-
tes, wir erleben auch einen Abbau der Sicherheit im Zugver- zione locale, se appena si considera l'attuale altissimo tasso
kehr durch unbegleitete Züge. di disoccupazione. Questo sarebbe quindi un grave colpo per
Mit einer solchen Politik, mit der wir die Kunden verunsichern tutta la regione, anche da un profilo strettamente economico.
und quasi wieder auf den vierrädrigen Untersatz verbannen, I prospettati trasferimenti interessano e preoccupano un co-
leisten wir den SBB und unserer Umwelt keinen Dienst spicuo numero di cittadini. Non mi è dunque possibile parlare
Sorgen macht uns, Herr Bundespräsident, auch der drohende di questo preventivo facendo finta di niente, chiudendo gli oc-
Personalabbau. Da wende ich mich jetzt an Herrn Direktor chi di fronte a questa realtà Non va infatti dimenticato che non
Weibel: Sie haben der Oeffentlichkeit versprochen, dass der siamo solo di fronte a semplici trasferimenti, ma anche a possi-
Personalabbau ohne Entlassungen über die Bühne geht Wir bili riduzioni massicce di personale, con tutte le conseguenze
nehmen Sie an dieser Stelle beim Wort und hoffen, dass das facilmente intuibili per l'economia generale dell'intero Can-
zutrifft; denn es wäre ungefähr das Allerletzte, wenn wir - bei tone.
solchen Summen, die uns die SBB kosten - auch noch Le recentissime ulteriori informazioni concernenti i licenzia-
versuchten, das Budget auf dem Buckel des Personals zu menti, i trasferimenti e la riorganizzazione generale in Ticino
sanieren. dei servizi delle Ferrovie federali svizzere non ci consentono
Von besonderer Dringlichkeit ist an vielen Orten der Lärm- purtroppo di dormire sonni tranquilli.
schutz; der Aufwand dafür dürfte sich - gemäss Zeitungsbe- Un altro tema che concerne da vicino il mio Cantone, e che lo
richten - in den nächsten Jahren in Milliardenhöhe bewegen. preoccupa, è quello relativo alla prevista sostituzione del servi-
Herr Bundespräsident Ogi soll beschlossen haben, die Sanie- zio ferroviario Bellinzona-Airolo. Una prima constatazione al
rungsfrist um 15 Jahre zu erstrecken. Mit dieser Erstreckung proposito è che il progetto recentemente sottoposto all'atten-
sind wir nicht einverstanden. Wir bitten Sie, am ursprünglichen zione del Consiglio di Stato ticinese si discosta in parecchi
Termin festzuhalten. Ich weiss nicht, wie Sie auf die 15 Jahre punti da quanto era stato elaborato a suo tempo dal gruppo di
15. Dezember 1993 2429 SBB. Voranschlag 1994
lavoro misto Cantone/FFS. Tutto ciò - va sottolineato - non die gesamte unternehmungspolitische Aufgabenerfüllung, so
permette di mantenere la qualità del servizio. Se è innegabile wie sie die SBB heute anpacken, vorbehaltlos annehmen. Wir
che un servizio sostitutivo rappresenta una misura atta a razio- meinen nämlich, dass die Budgetdefizite in unserer Volkswirt-
nalizzare le prestazioni e deve dunque assicurare necessaria- schaft mit den entsprechenden Grundlagen gewachsen sind
mente in primo luogo un risparmio sui conti di esercizio delle und dass sich die SBB, ob ihnen das passt oder nicht, an die
FFS, è altrettanto vero che la nuova offerta di trasporto deve Rahmenbedingungen zu halten haben. Das bedeutet für uns,
garantire una qualità di servizio almeno equivalente alla prece- dass es nicht mehr angängig ist, dass die SBB - sie haben es
dente. selberfestgestellt-die Tarife erhöhen, um die Defizite abzutra-
Questo è quanto stabilito nelle direttive emanate dal Diparti- gen, weil der Markt letztlich die allfälligen weiteren Preiserhö-
mento federale dei trasporti, delle comunicazioni e dell'ener- hungen schlicht nicht mehr vorbehaltlos entgegennehmen
gia e questo è quanto chiede il mio Cantone. Niente di più, wird. Dementsprechend hat die Generaldirektion die Schluss-
niente di meno. folgerungen gezogen.
La soluzione dei vari problemi connessi al raggiungimento di Das bedeutet für uns aber auch, dass sich die SBB als Auftrag-
questo obiettivo non potrà però in nessun modo essere de- nehmer in unserem Land mit den volkswirtschaftlichen Gege-
mandata al Cantone e ai Comuni, ragione per cui le FFS dov- benheiten in diesem Land abzufinden haben und in diesem
ranno impegnarsi in modo particolare ed in prima persona Sinne nicht einheimische Anbieter gegen ausländische
Questo impegno non deve evidentemente limitarsi alla discus- Staatsunternehmen und subventionierte «Läden» ausspielen
sione di possibili soluzioni tecniche, come purtroppo sembra sollen. Ich glaube, dass Herr Weibel ganz genau weiss, was
essere attualmente il caso, ma deve anche comprendere l'atti- ich in diesem Zusammenhang meine. Ich möchte aber gleich
vazione di tutti i mezzi finanziari necessari per concretizzare le beifügen, dass sich diese Zusammenarbeit zwischen den
modifiche richieste. SBB und der schweizerischen Volkswirtschaft und den ent-
Per tutti i dubbi, le perplessità e i motivi poc'anzi menzionati, a sprechenden Unternehmen sehr gut eingespielt hat.
nome del gruppo dei Democratici Svizzeri/Lega dei Ticinesi, vi Ich glaube nun, dass wir vor diesem Hintergrund gut beraten
invito a sostenere la proposta di rinvio, avanzata dal nostro col- sind, aufgrund der Entscheidungen bzw. der Vorschläge der
lega Stalder. Groupe de réflexion einmal genauer anzusehen, was hier vor
sich geht, damit wir die Entscheidungen und die Grundlagen
Oehler: Für Bundespräsident Ogi und den Präsidenten der miteinander erarbeiten können. Wenn wir das sagen, dann
Generaldirektion der SBB muss es eigenartig tönen zu hören, auch, weil wir glauben, dass die SBB gut beraten sind, wenn
was jeweils der eine und der andere Parlamentarier sagen: sie im Zusammenhang mit der Förderung des öffentlichen
Der eine hält bereits den Strick für die Strangulierung der SBB Verkehrs und den Forderungen uns gegenüber auch mit ein-
bereit, der andere meint, man dürfe kein Defizit machen und beziehen, was beispielsweise auf der fiskalischen Seite von ei-
keinen Personalabbau vornehmen, verlangt aber im gleichen nem anderen Departement den Schweizer Bürgern zugemu-
Zug, man müsse die Aufgaben, die Zivilunternehmen besser tet wird.
lösen könnten, diesen übergeben, müsse das Personal aber Wir meinen, Herr Bundespräsident Ogi, dass es richtig ist,
behalten, dürfe ihm auf jeden Fall sicher nicht kündigen. Ein wenn der Schweizer Arbeitnehmer und wenn wir als Steuer-
Ratsmitglied, Herr Giezendanner, meint sogar, die CVP-Frak- zahler in unserem Staat die Fahrkosten auf irgendeine Art und
tion werde für die erbrachten Leistungen dann erst noch höf- Weise auf unserer Steuerberechnung in Abzug bringen kön-
lich danken. Herr Stalder will den Voranschlag zurückweisen, nen. Wir glauben aber, dass es falsch ist, wenn der gleiche
weil er meint, dass man auf diese Art und Weise die Aufgaben Bundesrat von uns verlangt, dass wir nur noch das General-
nächstes Jahr besser lösen könnte. Und ein weiterer Redner abonnement oder die Preise für den öffentlichen Verkehr von
meint, man könnte mit einem transparenteren Rechnungswe- den Steuern abziehen können, weil wir meinen, dass es für ei-
sen die Aufgaben der SBB besser lösen. nen Zürcher wie auch für einen Berner oder einen Basler einfa-
Wir von der CVP-Fraktion glauben, dass die SBB tief in Proble- cher ist, den öffentlichen Verkehr zu nutzen, als für all jene, wel-
men stecken. Wir von der CVP-Fraktion glauben aber auch, che in den Randregionen wohnen.
dass wir alle aufgerufen sind, unseren Beitrag zu erbringen, Wir meinen, Herr Bundespräsident Ogi, dass die SBB auf
damit die SBB ihre Probleme lösen können. In diesem Sinne diese Art und Weise etwas für die Förderung des öffentlichen
danke ich Ihnen, Herr Giezendanner, wenn Sie Ihren Chauf- Regionalverkehrs tun können, ohne dass es die SBB etwas
feuren, die auf der N 1 von Zürich nach Bern fahren, beibrin- kostet. Wir meinen, dass es zumutbar ist, wenn man die öffent-
gen, dass wir ihnen höflich danken würden, wenn sie nicht auf lichen Verkehrsmittel benutzt und 25 bis 30 Minuten braucht,
der rechten Spur vorbeibrummten und auf der falschen Seite um am Arbeitsplatz einzutreffen. Wir meinen aber, dass es
überholten. Das wäre auch im Dienst des Verkehrs. dann unzumutbar ist, wenn man 35 bzw. 40 oder 60 Minuten
Wir von der CVP-Fraktion wissen, dass wir mit dem vorgeleg- braucht. Wenn jener Benutzer des öffentlichen Verkehrs fiska-
ten Budgetdefizit von 233 Millionen Franken letztlich nicht den lisch gleich behandelt wird wie jener, der in Bern oder Basel
gesamten Fehlbetrag, den uns die SBB im kommenden Jahr wohnt, dann ist hier eine Ungleichheit geschaffen. Wir glau-
verursachen werden, verabschieden. Herr Leuenberger Ernst ben, Herr Bundespräsident Ogi, dass wir hier, vor allem wenn
hat es mit Einzelpositionen dargelegt. Wenn unsere Fraktion wir wissen, woher Sie kommen, eingesehen haben, dass die
dennoch und mit Ueberzeugung dem Budget zustimmt, so Benutzer des öffentlichen Verkehrs und die Arbeitnehmer in
macht sie das nicht aus Freude oder vorbehaltlos, sondern wir den Regionen mit offenen Augen zusehen werden, was mit ih-
glauben, dass auf dem Weg zur Besserung, den die SBB nun nen passiert.
eingeschlagen haben, noch ein weiterer Schritt zu tun ist. Das Wenn Sie die Zusammensetzung unserer Fraktion betrachten,
bedeutet für uns, dass die SBB-Generaldirektion zusammen dann sehen Sie, Herr Bundespräsident - dies auch an die
mit dem Personal in den Zügen und auf den Stationen ihren Adresse der SBB-Generaldirektion -, dass wir sehr grossen
Beitrag leisten kann und leisten wird, damit das Verhältnis zwi- Wert darauf legen, dass in allen Bereichen des Regionalver-
schen der Bevölkerung bzw. den Kunden der SBB und der Lei- kehrs auf die Regionen Rücksicht genommen wird, in denen
tung bzw. den Mitarbeitern dieses Unternehmens noch besser ein grosser Teil der schweizerischen Bevölkerung heute
wird. wohnt und weiter wohnen will. Und wir sind uns bewusst, dass
Die Frage, ob diese Beziehungen in den vergangenen Jahren hier eine Aufteilung zwischen dem Schienenverkehr und dem
besser geworden sind, haben wir gestellt. Wir möchten sie anderen öffentlichen Verkehr gemacht werden muss, ebenso
auch gleich beantworten. Wir sind der Meinung und der wie wir uns der Tatsache bewusst sind, dass hier Kantone und
Ueberzeugung, dass sich diese Beziehungen verbessert ha- Gemeinden mittun müssen und dass wir nicht alle Lasten den
ben, weil die SBB angesichts der neuen wirtschaftlichen Um- SBB aufbürden dürfen. Ebensogut wissen wir, dass wir am An-
gebung festgestellt haben, dass man die Probleme auf eine fang einer neuartigen Problemlösung sind und dass diese
andere Art und Weise anzugehen und gemeinsam zu lösen Probleme, die während Jahrzehnten aufgelaufen sind, nicht
hat. innerhalb einer einzigen Budgetperiode bzw. einer Planungs-
Wenn wir dem Budget zustimmen, heisst das nicht, dass wir periode gelöst werden können.
CFF. Budget 1994 2430 N 15 décembre 1993
Aus diesem Grund, Herr Stalder, sind wir von der CVF-Fraktion rection générale des CFF à poursuivre sur cette bonne voie de
der Meinung, dass es uns nichts nützt, wenn wir das Budget la rationalisation plutôt que de faire des réprimandes, des criti-
zurückweisen, ohne dass wir die Probleme all jener, welche ques ou des objections à la politique de reprise en main qui a
die SBB benützen wollen, ebenfalls lösen. Die SBB hätten es marqué les derniers mois des CFF.
ganz einfach, wenn wir das Budget mit Ihren Bedingungen zu- J'aimerais très amicalement dire à M. Giezendanner qui a cité
rückwiesen: Sie könnten nämlich all jene Bedingungen erfül- toute une série d'exemples privés tout à l'heure: même si on
len und ein profitables Unternehmen machen. Aber wir wären n'était pas très nombreux dans cette salle, il ne faudrait quand
vermutlich in diesem Rat die ersten, welche dann schreien und même pas prendre le Conseil national pour une chambre de
heulen würden, wenn die Regionen ausgehungert würden. commerce!
Und hierzu bietet unsere Fraktion keine Hand. J'aimerais également relever les remarques pertinentes qui
In diesem Sinne möchten wir Ihnen beantragen, das SBB- ont été faites par plusieurs de nos collègues et dire, par exem-
Budget, wie es von der Generaldirektion vorgelegt wurde und ple, à l'instar de M. Béguelin, qu'il faut, à l'avenir, être plus at-
von Herrn Bundespräsident Ogi vertreten wird, anzunehmen. tentif encore à une répartition fédéraliste des investissements
ferroviaires et surtout tenter le maximum pour renouer un dia-
Leuenberger Ernst, Berichterstatter: Es liegt ein Antrag Stal- logue avec les cantons et les régions afin de trouver des solu-
der auf Rückweisung vor, der zwar der Kommission nicht vor- tions en gardant le souci d'une gestion rigoureuse des che-
gelegen hat; aber die Kommission hat sich nach den letztjähri- mins de fer, comme l'ont relevé M. Aregger ou M. Stucky.
gen Erfahrungen auch darüber unterhalten, was für Rückwei- A la suite du rapporteur de langue allemande, je vous invite, au
sungsanträge dieses Jahr etwa kommen könnten, und sie ist nom de la Commission des finances, qui a accepté par 21 voix
insofern nicht gänzlich unvorbereitet. Vielleicht darf ich folgen- contre 1 le budget des CFF pour 1994, de rejeter la proposition
des sagen, um Herrn Stalder den vollen Respekt zu erweisen, de renvoi qui a été défendue par M. Stalder et par plusieurs
der einem Eisenbahner in diesem Saal gebührt: «Wes das autres, à approuver le budget des CFF pour 1994 ainsi que de
Herz voll ist, des geht der Mund über», das war das Motto Ihrer prendre connaissance du plan à moyen terme 1995-1999.
Ausführungen, und Sie haben uns alle sicher sehr beein-
druckt. Frey Walter: Ich lasse mich von einem offensichtlich ermüde-
Allein, wir müssen von der Tatsache ausgehen, dass letztes ten Kommissionssprecher nicht gerne der Zahlenjongliererei
Jahr ein Rückweisungsantrag eingereicht wurde - Herr Areg- verdächtigen. Die Zahlen - das habe ich ausdrücklich er-
ger hat es erwähnt-, der verlangte, die Bundesbeiträge müss- wähnt - basieren auf dem Voranschlag der SBB, der in der
ten tiefer werden. Und dieses Jahr wird ein Rückweisungsan- Zwischenzeit wegen des Teuerungsausgleichs für das Perso-
trag eingereicht, mit dem verlangt wird, die Bundesbeiträge an nal abgeändert wurde. Ich habe diese Zahlen übernommen
die SBB dürften ruhig etwas höher sein. Als langjähriger Mit- und habe die Vergleiche auf der Basis dieser Zahlen gemacht,
arbeiter dieses Unternehmens, Herr Stalder, wissen Sie also nicht Aepfel mit Birnen verglichen. Wenn Sie mit mir den
selbst: Unter solchen Rahmenbedingungen könnte der Teufel Streit suchen, Herr Leuenberger Ernst, können Sie ihn haben.
selbst - oder der liebe Gott, je nach «point de vue» - nicht wirt-
schaften.
Wir müssen uns als Politisierende davor hüten, jährlich mit sol- Leuenberger Ernst, Berichterstatter: «Ich bin so müde noch
chen Interventionen mal hüst, mal hott der Unternehmenslei- nicht», wie Goethe sagte, Herr Frey Walter; aber die Zahlen,
tung ins Handwerk zu pfuschen. Von daher haben Sie sicher auch wenn sie in diesem Buch stehen, sind trotzdem überholtl
auch ein gewisses Verständnis, dass ich dafür plädieren
muss, Ihr Antrag sei abzulehnen, weil er letztlich mal «Schock- Bundespräsident Ogi: Ich habe Herrn Oehler etwas zu ent-
therapie kalt», mal «Schocktherapie warm bis lauwarm» be- gegnen, der zum Budget der SBB gesagt hat, dass es in unse-
deutet und das Unternehmen so nicht führbar ist. ren Ohren eigenartig tönen müsse - eigenartig deshalb, weil
Im übrigen darf ich daran erinnern, dass dieser Rat vor weni- letztes Jahr ein Antrag für ein Budget vorlag, das den Bund
gen Tagen einen Antrag Meier Hans abgelehnt hat, der genau weniger belasten sollte. Wir haben das im Rahmen des Mögli-
in Ihrem Sinne verlangt hat, man möge den Abgeltungsbetrag chen versucht Die SBB haben gute Arbeit geleistet; sie haben
von 725 Millionen Franken für den Regionalverkehr um 25 Mil- nicht gewartet. Aber jetzt liegt in diesem Jahr ein Antrag vor,
lionen auf 750 Millionen Franken aufstocken. Ich habe das der sagt, dass die Belastung für den Bund in bezug auf das
Protokoll nachgesehen. Unsere Vorsitzende hat nicht einmal Budget der SBB für 1994 nicht hoch genug sei.
auszählen lassen, sondern festgestellt - hélas! -, dass dieser Diese Hüst-und-Hott-Politik können wir nicht betreiben. Es
Antrag mit offensichtlicher Mehrheit abgelehnt ist Ich bitte da- wird auch nicht möglich sein, dass das Parlament die SBB füh-
her um Verständnis, dass es nicht geht, diesen Rückwei- ren kann. Zu unterschiedlich sind die Interessen, und zu diver-
sungsantrag anzunehmen. Bitte, Herr Stalder, ich sage es gierend sind die Beurteilungen, die je nach Ort, je nach Re-
noch einmal: Nehmen Sie das als Respektbezeugung an ei- gion, je nach Bedeutung der SBB an diesem Ort berücksich-
nen Eisenbahner, der seine Sache gemacht hat! tigt werden. Ich kritisiere das nicht, sondern ich stelle lediglich
Darf ich Herrn Frey Walter, der uns da so martialisch Rechnun- fest, dass die SBB möglichst viel Handlungsspielraum haben
gen vorgetragen hat, daran erinnern, dass ich deutlich gesagt müssen und dass es wohl nie gelingen wird, was das Budget
habe, wir müssten jetzt von den Ständeratszahlen ausgehen; und die Rechnung betrifft, eine vollständige Zustimmung zu
Ihre Zahlen waren falsch. Und wenn ich mit Engelszungen re- bekommen. Damit müssen wir wohl leben, das ist die Realität
dete, meine Worte drängen nicht in ihr verstocktes Herz ein, Wir versuchen, Ihre Anliegen aufzunehmen, wir versuchen, sie
kann ich da nur feststellen. umzusetzen. Aber wenn wir das tun, können Sie nicht verlan-
Wir haben nach den Beschlüssen von heute nachmittag ein gen, dass wir schon im nächsten Jahr wieder gegenteilige Kor-
SBB-Defizit von 204 Millionen Franken und nicht von 233 Mil- rekturen einführen.
lionen Franken; wenn wir schon Zahlen jonglieren wollen, Die beiden Berichterstatter haben eigentlich über die SBB al-
dann bitte richtig. les gesagt; sie haben ausführlich berichtet, sie haben richtig
Ich bitte Sie, den Rückweisungsantrag abzulehnen und dem berichtet Ich möchte im Sinne einer Zusammenfassung und
Bundesbeschluss zuzustimmen. der Beantwortung der gestellten Fragen folgendes sagen: Ge-
mäss der Botschaft zum Voranschlag 1994 steigt die Bundes-
M. Comby, rapporteur: A la suite de M. Leuenberger Ernst, je belastung gegenüber 1993 noch um 75 Millionen Franken.
dirai que nous partageons un certain nombre de craintes qui Wenn wir jetzt die Teuerung - da muss ich Herrn Leuenberger
ont été émises par plusieurs d'entre vous concernant le trafic Ernst gegenüber Herrn Frey Walter recht geben - mit 1,7 Pro-
régional des voyageurs. Toutefois, il faut bien être conscient zent und nicht, wie in der Botschaft vorgesehen, mit 2,5 Pro-
de la difficulté de la situation financière des CFF et c'est la rai- zent einbeziehen, dann beträgt die Zusatzbelastung - Sie ha-
son pour laquelle nous avons incité les CFF à agir dans la ben dem in der Finanzkommission und in diesem Rat zuge-
bonne direction. Il faut constater aujourd'hui que des déci- stimmt - noch 32 Millionen Franken. Das sind also nicht ein-
sions positives ont été prises et il faut plutôt encourager la Di- mal 3 Prozent. Im Vergleich dazu waren es im letzten Jahr im-
15. Dezember 1993 2431 SBB. Voranschlag 1994
merhin 10 Prozent Ich glaube, das ist eine Leistung, die zu- sen, die dahin geht, dass eine Aufrechterhaltung von einigen
handen des Protokolls anerkennend erwähnt werden darf. Zugspaaren in den Stosszeiten vorgesehen wird. Der übrige
Auch die Ausgaben für den Regionalverkehr wurden von Ih- Verkehr wird auf den Bus umgestellt. Der Kanton Wallis betei-
nen kritisiert. Ich darf Ihnen in Erinnerung rufen, dass die Ab- ligt sich finanziell an diesem Angebot - auch Herr Bundesrat
geltungen für den Regionalverkehr zwischen 1990 und 1993 Stich hat heute morgen gesagt: Wer bestellt, muss halt auch
um 32 Prozent zugenommen haben. Sie müssen doch einge- bezahlen -, so dass die SBB bzw. der Bund trotzdem den vol-
stehen, dass dieses Wachstum so nicht mehr weitergehen len Rationalisierungserfolg realisieren können.
konnte. Die Teuerung hat in dieser Zeit 13,5 Prozent betragen. Die SBB, Herr Comby, betrachten diese Vereinbarung als rich-
Irgendwie musste dieses Stoppsignal einmal kommen, tungsweisend, zeigt sie doch, was mit einer partnerschaftli-
konnte man diese Expansion nicht weiter anwachsen lassen. chen Haltung, welche auch die Finanzen betrifft, erreicht wer-
Der Durchschnittserlös der Regionalzüge der SBB - eine wei- den kann. Vielleicht wird diese Lösung auch Schule machen,
tere Zahl zum Nachdenken - beträgt heute pro Kilometer un- wenn weitere Probleme angegangen werden, deren Lösung
gefähr 7 Franken, und die Durchschnittskosten pro Kilometer auf uns wartet
im Regionalverkehr betragen 21 Franken. Auch diese Zahlen Zur zweiten Frage, die Herr Comby gestellt hat: Wie geht es
müssen doch, nach den Hausaufgaben, die Sie uns übertra- weiter mit dem Huckepackkorridor? Dazu darf ich grundsätz-
gen haben, dazu führen, dass wir den Kurs diesbezüglich kor- lich einmal sagen, dass der Huckepackkorridor Gotthard
rigieren müssen. nächstes Jahr bereits zur Verfügung stehen wird. Dafür hat der
Die durchschnittliche Auslastung beim Regionalverkehr-eine Bundesrat rechtzeitig, im Oktober 1989, die nötigen Kredite
dritte Zahl, die ich Ihnen mit auf den Abendweg geben bewilligt. Die Arbeiten wurden zügig in Angriff genommen,
möchte - liegt bei 17 Prozent. Man kann doch nicht immer for- und der Huckepackkorridor wird im nächsten Jahr am Gott-
dern, vermehrt Züge einzusetzen! Dazu müssen wir feststel- hard zur Verfügung stehen, so, wie wir das auch im Transitver-
len, dass der Gebrauch, die Belegung dieser Züge nicht dem trag in Aussicht gestellt haben.
entspricht, was Sie immer wieder sagen. Es sind nackte Zah- In bezug auf den Lötschberg-Huckepack - ich unterscheide
len, die die Wahrheit, die Tatsachen aufzeigen und die uns zwischen Huckepack und dem Basistunnel - haben Sie das
nachdenklich stimmen müssen. Das hat mit der Sicherheit, die Budget meines Departementes genehmigt Sie haben dabei
Sie immer wieder ansprechen, nichts zu tun, weil der Regio- auch gesehen, dass wir die Absenkung im Lötschbergtunnel
nalverkehr nicht in der Gegend von Zürich stattfindet, sondern vornehmen wollen. Wir haben die Debatte abgewartet. Der
anderswo; darum muss er auch anderswo beurteilt werden Bundesrat hat die nötigen Kredite bereits vor etwa anderthalb
dürfen. Monaten bewilligt. Wir werden sie jetzt, nach der Bereinigung
Bei aller Kritik darf sich der Bund auch nicht aus der Verantwor- des Budgets, freigeben, so dass sich die BLS sofort an das Ab-
tung stehlen, er muss für den Regionalverkehr die nötigen Mit- senken dieses Geleises im Lötschberg an die Arbeit machen
tel bereitstellen. Aber er muss einen angepassten Regional- kann, damit dann der Transport von vier Meter hohen Lastwa-
verkehr organisieren dürfen; er muss ihn dort, wo ergebraucht gen, die wir durch den Gotthard nicht transportieren können,
wird, entsprechend der Belegung organisieren. Aber dort, wo ab 1996/97 möglich sein wird. Ich habe heute noch einmal mit
er nicht gebraucht wird, dort, wo die Züge weiterhin leer her- den Vertretern Italiens gesprochen. Wir haben die Zustim-
umfahren, können wir diesen Regionalverkehr nicht so rollen mung, dass diese Absenkung auch auf italienischer Seite,
lassen, vor allem wenn wir die Zahlen - 7 Franken Einnahmen südlich von Domodossola, vorgenommen wird, so dass auf
pro Kilometer, 14 Franken ungedeckter Aufwand pro Kilome- der Lötschberg-Simplon-Route diese vier Meter hohen Last-
ter - in Betracht ziehen. wagen transitiert werden können, so, wie wir das im Transitver-
Ich glaube, dass wir uns mit diesem Trendbruch wieder in die trag in Aussicht gestellt haben.
normale Richtung begeben. Ich möchte Sie daran erinnern, In bezug auf die Neat, den Basistunnel, möchte ich doch ge-
dass Sie die Budgethoheit haben, dass Sie sagen, wieviel Mit- genüber Herrn Comby festhalten, dass die Neat eine Investi-
tel Sie für die SBB und für den öffentlichen Verkehr einsetzen, tion von ganz hohem volkswirtschaftlichem Nutzen ist und Ar-
und wir haben uns dann entsprechend einzurichten. Sie ha- beitsplätze schafft Sie haben selbst gesehen, was die Regie-
ben die Frage noch nie beantwortet, aber spätestens, wenn rungschefs am letzten Freitag und Samstag in Brüssel be-
der Bericht der Groupe de réflexion vorgelegt wird, müssen schlossen haben. Sie haben beschlossen, dass - nicht zu-
Sie sagen, wieviel Ihnen heute der öffentliche Verkehr wert ist. letzt, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen - Werte geschaf-
Wieviel darf er kosten, wieviel allenfalls nicht? fen werden sollen, im Bereich der Verkehrsinfrastruktur, im Be-
Herr Stalder hat gefragt: Wieviel Bahn wollen Sie? Wieviel reich derTelekommunikation und im Bereich der Energieinfra-
Bahn brauchen Sie? Ich muss Ihnen sagen: Da besteht natür- struktur. Es ist deshalb wichtig, dass wir mit dieser Verunsiche-
lich ein Unterschied. Man kann nicht in einem Atemzug fragen, rung, die wir in bezug auf die Realisierung der Neat geschaffen
wieviel Bahn Sie wollen und wieviel Bahn Sie brauchen. Alle haben, aufhören und uns zügig an die Arbeit machen.
wollen möglichst jede halbe Stunde eine Bahn. Das können In bezug auf das weitere Vorgehen möchte ich lediglich sa-
wir uns nicht leisten. Wir müssen uns darauf konzentrieren, gen, dass die Bahnen nun ein Vorprojekt für jede Achse erar-
wieviel Bahn wir schliesslich brauchen und wieviel Bahn be- beiten. Ein Bauprogramm wird erstellt, welches den zeitlichen
nützt wird. Deshalb ist die Straffung des Angebots der SBB Ablauf der Planung, der Plangenehmigung und der Bauaus-
notwendig. Wenn Herr Stalder gesagt hat, es werde in bezug führung und deren gegenseitige Abhängigkeiten festhält. Ziel
auf den Wagenpark, auf das Rollmaterial wenig gemacht, der Bauprogramme ist es, eine kostenoptimale Abfolge der
dann muss ich sagen, er hat wohl die letzte Bestellung der Bauwerke zu erreichen, so dass einzelne Abschnitte oder das
SBB nicht beachtet, eine Bestellung, die überall gewürdigt gesamte Bauwerk erst erstellt werden, wenn sie aus bau- und
wurde, auch aus Gründen der Arbeitsbeschaffung. bahnbetrieblichen Gründen fertig sein müssen. Es wird sicher
Ich möchte Sie bitten, den Antrag Stalder abzulehnen. Herr in verschiedenen Schritten vorgegangen werden müssen,
Leuenberger Ernst hat die Gründe für die Ablehnung klar dar- d. h., es sollen abgeschlossene Bauabschnitte, die unabhän-
gelegt. Aber ich möchte Ihnen als Zusatzbegründung sagen: gig in Betrieb genommen werden können, angestrebt werden.
Der Regionalverkehr hat uns 1991/92 1,1 Milliarden Franken Solche Bauetappen können vom Bundesrat anlässlich der
gekostet, er hat uns Erträge von 355 Millionen Franken einge- Vorprojektentscheide dann auch angeordnet werden.
bracht, er weist ein Defizit von 745 Millionen Franken auf. Ich In der Botschaft zum Alpentransitbeschluss wurde die lang-
glaube, wenn Sie diese Zahlen etwas analysieren, dann wer- fristige Wirtschaftlichkeit aufgrund plausibler Annahmen aus-
den Sie auch sagen müssen, dass es so nicht weitergehen gewiesen. Der gegenwärtige Pessimismus bezüglich des
kann. Konjunkturverlaufes ist nicht gerechtfertigt Alle Prognosen
Es wurden verschiedene Fragen gestellt Ich möchte sie kurz wurden auch in diesem schwierigen Jahr von den Tatsachen
beantworten. Herr Comby hat zu Tonkin, das ist die Linie zwi- überrollt. Wir können ja nicht nur für dieses Jahrhundert
schen Monthey und St-Gingolph, eine Frage gestellt. Ich bauen - wie ich das schon gesagt habe - und wie eine Frucht-
möchte festhalten, dass die SBB es versucht und auch erreicht saftfabrik die Produktion anheben oder reduzieren, sondern
haben, mit dem Kanton Wallis eine Vereinbarung abzuschlies- wir haben die Pflicht und die Schuldigkeit, für die Jahre 2015,
OFF. Budget 1994 2432 N 15 décembre 1993
2020, 2030 zu bauen. Aus dieser Verantwortung heraus müs- Die Zuwachsraten für die kommenden Jahre: Im Voranschlag
sen wir hier die Arbeiten vorantreiben. Wir werden einmal be- 1994 sind es 3 Prozent, im Mittelfristplan 1995-1999 sind es
straft für das, was wir getan haben; aber wir werden auch be- 4,6 Prozent, und in der Rechnung 1992 waren es noch 5,7 Pro-
straft für das, was wir nicht tun. Deshalb müssen wir uns jetzt zent Das sind vernünftige Massstäbe, das ist ein vernünftiger
ohne Wenn und Aber an die Arbeit machen. Rahmen, den wir uns gegeben haben. Es wäre nun an Ihnen,
Ich möchte noch kurz etwas zu Herrn Aregger sagen: Der Be- uns zu helfen und im Rahmen dieser Zielsetzung, die Sie letzt-
richt «Bahn 2000» wird Anfang 1994 vorliegen, wie wir das im- endlich von uns gefordert haben, mit uns auf den Weg zu ge-
mer gesagt haben, und dann ans Parlament weitergeleitet hen. Zwingen Sie uns nicht, praktisch jedes Jahr eine Hüst-
werden. und-Hott-Politik durchzuführen, die uns nicht weiterbringt, die
Leistungsauftrag 1987: Anfang 1994 geht ein politisches Leit- uns bremst
bild der SBB in die Vernehmlassung, nachher wird auch das Wir müssen modernisieren, wir müssen die grossen Aufgaben
Parlament dazu Stellung nehmen müssen. Es ist eine Art politi- angehen, und wir sollten aufhören, in einem sogenannten
sche Richtschnur, deren Ausrichtung Sie genehmigen müs- Kleinkrieg alles immer wieder in Frage zu stellen. Ich habe an-
sen. Da kommt dann die Stunde der Wahrheit, wo Sie die lässlich meines Besuches in Spanien festgestellt, dass man an
Frage beantworten müssen: Was dürfen diese SBB kosten, uns zweifelt Wir sollten mit unserem Verhalten darauf hinwir-
«es bitzeli meh oder es bitzeli weniger»? In bezug auf die künf- ken, dass diese Zweifel ausgeräumt werden können. Gegen
tige SBB-Struktur möchte ich sagen: Die Stossrichtung geht in aussen stärken wir unsere Position nicht, wenn im Ausland im-
die Richtung, wie sie die Groupe de réflexion gewiesen hat Sie mer wieder die Frage auftaucht, ob die Schweiz schliesslich
wird im Leitbild auch berücksichtigt werden, d. h., sie wird dort bereit sei, das, was sie auf das Papier gebracht hat, zu realisie-
ausgestaltet werden müssen. Ich kann Ihnen sagen, Herr ren, oder ob sie es nur schreibe und es dann nicht realisiere.
Aregger, die SBB sind an der Arbeit, sie warten nicht Im we- Ich bin dafür, dass wir rasch, klar und deutlich Signale geben
sentlichen geht es um eine klare Trennung von Infrastruktur und realisieren. Helfen Sie miti
und Geschäftsbereichen. Die Teileinheiten sollen wie Profit-
center geführt werden. Vermehrte Transparenz, wie das Ihr
Nachbar, Herr Stucky, gewünscht hat, werden wir anstreben. Ordnungsantrag - Motion d'ordre
Es ist auch die Zielsetzung des Departementes, des Bundes-
rates und die Zielsetzung der SBB, hier eine Verbesserung zu Frau Diener: Ich möchte hier schnell die Debatte über den
erreichen. SBB-Voranschlag unterbrechen und Ihnen einen Ordnungs-
In bezug auf die 50 LKW, die die Firma Castelletti gekauft oder antrag beliebt machen.
bestellt haben soll, kann ich Ihnen heute keine Antwort geben; Wir haben anschliessend die Teiländerung des Bundesgeset-
ich weiss es auch nicht Sie werden aber von uns schriftlich zes über die politischen Rechte traktandiert, ein sehr wichtiges
Näheres erfahren, damit Sie das genau wissen. Geschäft Die politischen Rechte - das haben wir gestern
In bezug auf die Fragen, die Herr Weder Hansjürg bezüglich schon gesehen - bewegen unsere Gemüter, wir brauchen
Lärmschutz gestellt hat, bin ich dankbar, dass ich hier korri- eine breite politische Diskussion dazu; wir hatten in der Frak-
gierend sagen kann: Es stimmt nicht, dass die Frist um 15 tion nicht die Gelegenheit, darüber zu sprechen, weil die Zu-
Jahre verlängert worden ist, das «isch Chabis». Es ist so, satzanträge erst nach den Diskussionen in den Fraktionen ein-
dass wir abgemacht haben, dass innerhalb von zwei Jahren getroffen sind.
Lösungen erarbeitet werden sollen, und zwar sind hier drei Ich beantrage Ihnen darum, dass wir heute nicht mehr mit den
Departemente gefordert - es sind das Finanzdepartement, politischen Rechten beginnen und morgen ohne Zeitdruck
das Departement des Innern und mein Departement Wir eine Gesamtdebatte führen.
suchen nach machbaren, effizienten Lösungen. Es stimmt, Ich möchte Ihnen in Anbetracht der späten Stunde beliebt ma-
Herr Weder Hansjürg, dass die Kosten für bestehende chen, heute nach der SBB-Debatte die Sitzung zu schliessen.
Strecken Milliardenhöhe erreichen würden, wenn wir jetzt al-
les so ausführen müssten, wie das heute von der Lärm- Ruckstuhl: Dieser Ordnungsantrag passt eigentlich nahtlos
schutzverordnung vorgesehen ist Für Neubauten haben wir in das System, mit dem Kalender zu politisieren. Er ist ein Mu-
die Kosten eingeplant Für die bestehenden Strecken haben sterbeispiel dafür, wie wir dieses Geschäft immer wieder an
wir die Kosten nicht eingeplant, und bevor wir 8 oder 10 Me- den Rand traktandieren; das verhielt sich in der Kommission
ter hohe Bauten links und rechts jeder Eisenbahnstrecke schon so, und wir stellen es auch heute wieder fest Sie haben
bauen, wollen wir herausfinden, ob es nicht noch andere die Fahne samt Zusatzanträgen seit letztem Donnerstag auf
Wege gibt. Auch das Rollmaterial kann verbessert werden. dem Pult und hätten gestern nachmittag Gelegenheit gehabt,
Wir sind an der Arbeit; wir haben im Bundesrat beschlossen, eine Fraktionssitzung abzuhalten.
dass wir uns zwei Jahre Zeit geben, um nach vernünftigen Ich beantrage, die Traktandenliste einzuhalten.
«Fingerspitzengefühl-Lösungen» zu suchen.
In bezug auf die Ausführungen, die Herr Borradori gemacht
Abstimmung - Vote
hat, habe ich schon etwas gestaunt Er kritisiert die Rationali-
Für den Ordnungsantrag Diener 47 Stimmen
sierungsmassnahmen der SBB im Kanton Tessin. Die Vertre-
Dagegen 43 Stimmen
ter der Lega dei Ticinesi kritisieren sehr oft die öffentlichen Ver-
waltungen und die Bürokratie, nicht nur auf kantonaler, son-
dern auch auf eidgenössischer Ebene. Jetzt kommt man plötz-
lich von der anderen Seite und findet, dass wir diese Rationali- Bundesbeschluss über den Voranschlag
sierungsmassnahmen und den Abbau der Bürokratie nicht der Schweizerischen Bundesbahnen für das Jahr 1994
vornehmen sollten. Auch hier wäre ich froh, wenn man uns sa- Arrêté fédéral concernant le budget
gen würde, was eigentlich richtig ist Aber das wird man wohl des Chemins de fer fédéraux pour 1994
in diesem Rat nie hören.
Herr Oehler hat vieles «gemeint», und er hat gesagt, man sei Eintreten ist obligatorisch
sich vieler Dinge bewusst Wir sind uns auch bewusst, und wir L'entrée en matière est acquise de plein droit
dürfen nicht nur «meinen», sondern wir müssen realisieren.
Wir müssen davon ausgehen - das ist das Credo -, dass wir Le président: M. Stalder a retiré sa proposition de renvoi au
die SBB und ihre Leistungen in ihrer guten Substanz erhalten Conseil fédéral.
und massvoll ausbauen wollen. Das können wir nur tun, wenn
die SBB finanzierbar bleiben. Finanzierbar bleiben sie, wenn Detailberatung - Discussion par articles
sie überall, wo es möglich ist, vernünftig - das Wort «vernünf-
tig» muss uns leiten - rationalisieren können, wobei kommer- Titel und Ingress, Art. 1-4
zielle Chancen genutzt werden sollen, z. B. mit Verträgen, um Antrag der Kommission
die Kapazitäten der Bahnhöfe noch besser zu nutzen. Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
15. Dezember 1993 N 2433 SBB. Voranschlag 1994
Titre et préambule, art. 1-4
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen -Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes 74 Stimmen
Dagegen 6 Stimmen
An den Bundesrat-Au Conseil fédéral
Schluss der Sitzung um 21.00 Uhr
La séance est levée à 21 h 00
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
SBB. Voranschlag 1994
CFF. Budget 1994
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1993
Année
Anno
Band V
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 12
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.071
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 15.12.1993 - 15:00
Date
Data
Seite 2422-2433
Page
Pagina
Ref. No 20 023 496
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