Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 92-453 KI-generiert

Constitutional Amendment for Internalizing Traffic Accident External Costs

Geschäftsnummer VPB 92-453
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

This parliamentary initiative proposed amending the constitution to allow for contributions to cover the external costs of traffic accidents not borne by the perpetrators. The initiative argued that significant external costs, estimated at 1.5 billion Swiss Francs in 1988 and rising, were shifted to the general public through subsidies, insurance premiums, and societal burdens. The court supported this by referencing studies quantifying these costs and the principle that traffic should cover its full expenses, suggesting that these costs should be internalized by accident perpetrators, potentially through fuel taxes.

Legislator-Regeste

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Art. 68 GRN, Art. 68 RCN, Art. 36ter Absatz, Art. 36ter au, Art. 36ter BV, Art. 36ter Abs. 1 Bst. g BV; Constitutional Amendment for Internalizing Traffic Accident External Costs: The initiative argued that significant external costs, estimated at 1.5 billion Swiss Francs in 1988 and rising, were shifted to the general public through subsidies, insurance premiums, and societal burdens. The court supported this by referencing studies quantifying these costs and the principle that traffic should cover its full expenses, suggesting that these costs should be internalized by accident perpetrators, potentially through fuel taxes.

Schlagwörter

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Verkehrsunfall Verfassungsinitiative verfassungsmässiger Grundsatz Unkosten Versicherungsprämien Gesetzesänderung
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 36ter Abs. 1 Bst. g BV

This provision was used to establish the legal basis for channeling funds from fuel taxes towards covering the external costs of traffic accidents.

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Volltext

16. Juni 1994 1149 Parlamentarische Initiative. Kosten von Verkehrsunfällen

Namentliche Gesamtabstimmung #ST# 92.453

Vote sur l'ensemble, par appel nominal

Parlamentarische Initiative

Für Annahme des Entwurfes stimmen -Acceptent le projet: (Gonseth)

Bär, Baumberger, Bäumlin, Bircher Peter, Bischof, Boden-

mann, Borradori, Bühler Simeon, Bühlmann, Bürgi, Caccia, Externe Kosten

Camponovo, Carobbio, Caspar-Mutter, Cavadini Adriano, von Verkehrsunfällen

Chevallaz, Columberg, Comby, Daepp, Danuser, Deiss, Dett- Initiative parlementaire

ling, Dormann, Dreher, Ducret, Dünki, Duvoisin, Eggenberger, (Gonseth)

Eggly, Engler, Epiney, Fankhauser, Fasel, Fehr, von Feiten, Fi- Coûts externes

scher-Seengen, Fritschi Oscar, Giger, Goll, Gonseth, Grendel-

des accidents de la circulation

meier, Gros Jean-Michel, Gross Andreas, Grossenbacher,

Haering Binder, Hafner Ursula, Hari, Heberlein, Herczog, Hess Kategorie IV, Art. 68 GRN - Catégorie IV, art 68 RCN

Otto, Hildbrand, Hollenstein, Jäggi Paul, Jöri, Keller Anton,

Kern, Kühne, Ledergerber, Leemann, Lepori Bonetti, Leuen-

berger Ernst, Leuenberger Moritz, Loeb François, Maeder,

Marti Werner, Meyer Theo, Misteli, Nabholz, Nebiker, Oehler,

Pini, Poncet, Raggenbass, Rechsteiner, Reimann Maximilian, Wortlaut der Initiative vom 18. Dezember 1992

Ruckstuhl, Ruffy, Rutishauser, Scheurer Rémy, Schmid Peter, Artikel 36ter Absatz 1 der Bundesverfassung wird durch einen

Schmidhalter, Schnider, Schweingruber, Seiler Hanspeter, neuen Buchstaben g erweitert, welcher festlegt, dass Beiträge

Sieber, Spoerry, Stalder, Steiger Hans, Steiner Rudolf, Strahm an die Kosten der Verkehrs Unfälle ausgerichtet werden, wel-

Rudolf, Theubet, Thür, Verterli, Vollmer, Weder Hansjürg, che nicht durch die Verursacher von Verkehrsunfällen selbst

Weyeneth, Wick, WyssWilliam, Zbinden, Züger, Zwygart (101) gedeckt sind.

Dagegen stimmen - Rejettent le projet: Texte de l'initiative du 18 décembre 1992

Bortoluzzi, Diener, Fischer-Hägglingen, Frey Claude, Frey L'article 36ter alinéa 1er de la Constitution fédérale est com-

Walter, Friderici Charles, Giezendanner, Jenni Peter, Leuba, plété par une lettre g prévoyant le versement de contributions

Mamie, Moser, Ostermann, Schmied Walter, Stamm Judith, aux coûts des accidents de la circulation, lorsque ces coûts ne

Steinemann (15) sont pas couverts par les personnes ayant causé ces acci-

dents.

Der Stimme enthalten sich - S'abstiennent:

Allenspach, Eymann Christoph, Graber, Mauch Rolf, Meier

Hans (5) Wanner Christian (R, SO) unterbreitet im Namen der Kommis-

sion für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) den folgenden

/Abwesend sind - Sonf absents: schriftlichen Bericht:

Aguet, Aregger, Aubry, Baumann, Béguelin, Berger, Bezzola,

Binder, Blatter, Blocher, Bonny, Borei François, Borer Roland, Am 18. Dezember 1992 reichte Nationalrätin Gonseth eine

BrüggerCyrill, Brunner Christiane, BührerGerold, Bundi, Cin- parlamentarische Initiative in der Form der allgemeinen Anre-

cera, Couchepin, Darbellay, de Dardel, David, Fischer-Sursee, gung ein.

Früh, Gobet, Gysin, Hafner Rudolf, Hämmerle, Hegetschwei- Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Natio-

ler, Hess Peter, Hubacher, Iten Joseph, Jaeger, Jeanprêtre, nalrates, welcher dieses Geschäft zur Prüfung zugewiesen

Keller Rudolf, Leu Josef, Maitre, Maspoli, Matthey, Mauch Ur- wurde, gab am 17. August 1993 der Initiantin Gelegenheit,

sula, Maurer, Meier Samuel, Miesch, Mühlemann, Müller, Nar- sich zu ihrem Vorstoss zu äussern.

bel, Neuenschwander, Perey, Philipona, Pidoux, Rebeaud,

Robert, Rohrbasser, Ruf, Rychen, Sandoz, Savary, Scherrer Begründung der Initiantin (Zusammenfassung)

Jürg, Scherrer Werner, Schwab, Segmüller, Seiler Rolf, Spiel- Mit meiner Initiative will ich erreichen, dass die externen Ko-

mann, Stamm Luzi, Steffen, Steinegger, Stucky, Suter, sten der Verkehrsunfälle internalisiert werden. Wer Auto fährt,

Tschäppät Alexander, Tschopp, Tschuppert Karl, Wanner, lässt andere mitbezahlen - das ist eine allgemein anerkannte

Wiederkehr, Wittenwiler, Wyss Paul, Ziegler Jean, Zisyadis, Tatsache. Nach wie vor gestritten wird über die Höhe der Ge-

Zwahlen (78) samtkosten des motorisierten Verkehrs und über die externen,

also über die nicht von den Verursachern selbst gedeckten

Präsidentin, stimmt nicht-Présidente, ne vote pas: Kosten. In der Vergangenheit hat der politische Wille gefehlt,

Haller (1) solche Kosten einzubeziehen, worauf man sich bis heute mit

dem Erstellen von Studien und Gegenstudien begnügte.

Abschreibung - Classement Der Schlussbericht vom April 1991 zur Studie «Soziale Ko-

sten von Verkehrsunfällen in der Schweiz», welche im Auftrag

Antrag des Bundesrates des Dienstes für Gesamtverkehrsfragen erstellt wurde, gibt

Abschreiben der parlamentarischen Vorstösse nun Auskunft über die enormen, auf die Allgemeinheit über-

gemäss Brief an die eidgenössischen Räte wälzten Kosten der Verkehrsunfälle. Nach dieser Studie ha-

Proposition du Conseil fédéral ben sich 1988 im Strassenverkehr 493 000 Unfälle ereignet

Classer les interventions parlementaires Dabei wurden 963 Personen getötet und 110000 Personen

selon lettre aux Chambres fédérales verletzt. In diesen Zahlen ist auch die sogenannte «Dunkelzif-

fer» enthalten.

Angenommen -Adopté Die Berechnungen ergeben, dass diese Strassenverkehrsun-

fälle Schäden von 5,3 Milliarden Franken verursachen. Davon

werden knapp 1,5 Milliarden Franken oder fast 30 Prozent

An den Ständerat-Au Conseil des Etats nicht von den Verursachern der Verkehrsunfälle selbst ge-

deckt Bezüglich dieser Unterdeckung unterscheiden sich

Personen- und Güterverkehr kaum. Aus der Sicht der Ver-

kehrsträger werden fast 0,8 Milliarden Franken oder rund

15 Prozent der Gesamtkosten auf die Allgemeinheit abge-

wälzt

Die jährlichen Kosten sind seit dieser Studie noch weiter an-

gestiegen. Die neuesten Zahlen vom Juli 1993 sprechen von

6,6 Milliarden Franken sozialen Kosten bei Strassenverkehrs-

Initiative parlementaire. Coûts externes des accidents 1150 N 16 juin 1994

Unfällen für das Jahr 1991; dies bedeutet einen Anstieg von Fahren den zweckgebundenen Treibstoffzollzuschlag mög-

1,3 Milliarden Franken in drei Jahren, obwohl die Zahl der Un- lichst gering zu halten.

fälle zurückgegangen ist

Von den Kosten, welche nicht durch die Unfallverursacher Erwägungen der Kommission

selbst getragen werden, müssen die öffentlichen Haushalte In einer eingehenden Diskussion hielt die Kommission dazu

in Form von Subventionen an die Spitäler, von Justiz- und folgendes fest:

Polizeikosten einen beträchtlichen Anteil übernehmen. Zu- Die Kommissionsmehrheit stimmt den Erwägungen der In-

dem tragen einerseits die unschuldigen Unfallopfer oder de- itiantin grundsätzlich zu und begrüsst die Initiative als Möglich-

ren Angehörige einen grossen Teil dieser nicht gedeckten keit, einen ersten Schritt Richtung Kostenwahrheit zu machen.

Kosten und anderseits die Mitglieder von Personenversiche- Die Allgemeinheit würde von den durch Unfälle entstandenen

rungen, denen durch Verkehrsunfälle höhere Prämien ange- Kosten entlastet, indem diese den Verursachern selber über-

lastet werden. bunden werden. Wie diese Internalisierung der externen Ko-

Zu den in derStrassenrechnung ausgewiesenen Kosten kom- sten umzusetzen ist, wird Gegenstand der Detailprüfung bei

men sodann externe Kosten, welche sozialisiert, also auf die der Ausarbeitung einer konkreten Vorlage sein müssen.

Allgemeinheit abgewälzt werden, hinzu, wie z. B. für Luftver- Die Kommissionsminderheit vertritt demgegenüber die Auf-

schmutzung, Lärm, Bodenverbrauch, Verlust von intakten Na- fassung, dass die Bevölkerung nicht bereit wäre, eine noch-

turlandschaften, Zerschneiden von Lebensräumen, Schäden malige Verteuerung des Benzins in Kauf zu nehmen, um so

an Gebäuden und Kulturgütern, Energieverschleiss usw. weniger, als dies im besonderen auch die Randregionen über-

Nach dem Prinzip, wonach der Verkehr seine vollen Kosten mässig belasten würde. Sodann müsste auch die Wettbe-

selbst übernehmen muss, ist es notwendig, dass zukünftig werbsfähigkeit der Schweiz leiden, da letztlich die Wirtschaft

diese externen Kosten der Verkehrsunfälle von den Verursa- die zusätzlichen Kosten eines solchen Treibstoffzollzuschlags

chern selbst übernommen werden und die Allgemeinheit da- zu übernehmen hätte.

mit entlastet wird. Nur wenn die Preise für die Inanspruch-

nahme von Verkehrsmitteln deren gesamte Kosten widerspie- Wanner Christian (R, SO) présente au nom de la Commission

geln, ist von den Verbrauchern ein volkswirtschaftliches Ver- des transports et des télécommunications (CTT) le rapport

halten zu erwarten. Die externen Kosten sollen deshalb den écrit suivant:

Verursachern über die Treibstoffzölle angelastet werden.

Artikel 36ter der Bundesverfassung zählt im Zusammenhang Le 18 décembre 1993, M™Gonseth, conseillère nationale, a

mit dem Strassenverkehr aus Treibstoffzollerträgen zu finan- déposé une initiative parlementaire sous la forme d'une de-

zierende Aufgaben im einzelnen unter den Buchstaben a bis f mande conçue en termes généraux

auf. Das Treibstoffzollgesetz sorgt für die Umsetzung. Mit die- La Commission des transports et des télécommunications du

sen Bundesverfassungsartikeln wird der Teufelskreis der en- Conseil national, qui a été chargée de l'examen de cet objet, a

gen Zweckbindung des Treibstoffzollgesetzes nur für den entendu l'auteur de l'initiative le 17 août 1993.

Strassenbau gebrochen, indem die Einnahmen aus Umwelt-

schutz- und Landschaftsschutzmassnahmen z. B. für Lärm- Développement de l'auteur de l'initiative (résumé)

schutz verwendet werden können. Mon initiative vise à internaliser les coûts externes des acci-

Mit meiner parlamentarischen Initiative will ich, dass dieser Ar- dents de la circulation. Personne n'ignore que la collectivité

tikel 36ter durch Buchstabe g derart erweitert wird, dass die doit participer aux frais occasionnés par les automobilistes.

externen Kosten von Strassenverkehrsunfällen zweckgebun- Une controverse subsiste quant au montant des coûts glo-

den aus dieser Kasse der Allgemeinheit rückvergütet werden baux entraînés par le trafic des véhicules à moteur ainsi que

können. Die externen Unfallkosten von 1,5 Milliarden Franken sur les coûts externes, soit les coûts non couverts par les fau-

ergäben eine zweckgebundene Benzinverteuerung über den teurs d'accidents. La volonté politique d'internaliser ces coûts

Zollzuschlag von 20 Rappen pro Liter. Trotz der kürzlich er- a fait défaut jusqu'ici, tandis que l'on se contentait d'effectuer

folgten Benzinverteuerung hat die Schweiz nach Luxemburg des études contradictoires. Le rapport final d'avril 1991 intitulé

und England noch immer das billigste Benzin in Europa Eine «Coûts sociaux des accidents de la circulation en Suisse», ré-

weitere Erhöhung ist deshalb auch im internationalen Ver- digé sur mandat du Service d'étude des transports, met en évi-

gleich zumutbar. dence les coûts énormes que les accidents de la circulation

Wozu die zusätzlichen Treibstoffzollgelder verwendet werden, entraînent pour la collectivité. Selon ce rapport, 493 000 acci-

müsste nach Annahme meiner Initiative im Treibstoffzollge- dents de la circulation routière se sont produits en 1988, cau-

setz detailliert geregelt werden. Die Ecoplan-Studie gibt klar sant 963 morts et 110000 blessés. Ces chiffres tiennent

Auskunft darüber, wo die externen Kosten anfallen, wohin compte des cas échappant aux statistiques.

demnach auch die entsprechenden Gelder zurückfliessen D'après les estimations, ces accidents ont entraîné des coûts

sollten. Ich denke da vor allem an unsere Sozialversicherun- totalisant 5,3 milliards de francs, dont 1,5 milliards de francs,

gen, also Krankenkassen, Unfallversicherungen, Taggeldver- soit près de 30 pour cent, ne sont pas couverts par les auteurs

sicherungen, AHV und IV. Ein weiterer Schritt Richtung Ko- des accidents. Ce découvert concerne aussi bien le trafic des

stenwahrheit wäre, wenn die Kosten von den Verursachern marchandises que celui des personnes, à part sensiblement

selbst und nicht mehr von den Prämien der Allgemeinheit be- égales. De cedécouvert, près de 0,8 milliard defrancs, soit envi-

glichen würden. ron 15 pour cent du coût total, sont reportés sur la collectivité.

Die Abstimmungsanalyse derTreibstoffzollzulage hat gezeigt, Les coûts annuels ont cependant poursuivi leur progression

dass das Volk bereit ist, gerechtfertigte Benzinpreiserhöhun- depuis la publication de cette étude. Les chiffres les plus ré-

gen in Kauf zu nehmen. Es wäre auch möglich, die Gelder für cents de juillet 1993 se montent à 6,6 milliards de francs de

die SBB zu verwenden, da diese verkehrssicherer sind. Eine coûts sociaux pour les accidents de la circulation en 1991, ce

weitere, vielleicht etwas utopische Möglichkeit wäre die Unter- qui équivaut à une augmentation de 1,3 milliards de francs en

stützung eines Frauenprojektes; die Männer verursachen l'espace de 3 ans malgré le recul du nombre des accidents.

rund 73 Prozent aller Unfälle, also wesentlich mehr als Frauen Sur l'ensemble des coûts non couverts par les fauteurs d'acci-

mit knapp 23 Prozent dents, une part considérable est supportée par les finances

Nebst der Internalisierung der externen Unfallkosten verfolge publiques sous forme de subventions aux hôpitaux et de

ich mit meiner Initiative noch das Ziel, den Blutzoll auf unseren contribution aux frais de justice et de police. Les victimes inno-

Strassen zu verringern. Die Zahl der Verkehrstoten und -ver- centes des accidents ou leurs proches supportent eux-

letzten ist unwahrscheinlich hoch und bedeutet unermessli- mêmes une part importante du découvert, de même que l'en-

ches Leid für die Betroffenen und deren Angehörige. Die semble des affiliés aux assurances de personnes, qui doivent

Suva-Statistik zeigt, dass der Freizeitverkehr mehr schwere verser des cotisations plus élevées en conséquence des acci-

und tödliche Unfälle zur Folge hat als die gesamte Arbeitstätig- dents.

keit Die Strassenverkehrsteilnehmer haben es mit der Über- Aux coûts des accidents de la route s'ajoutent des coûts exter-

wälzung der Kosten selbst in der Hand, durch vorsichtiges nes socialisés, c'est-à-dire supportés par la collectivité, entrai-

16. Juni 1994 N 1151 Parlamentarische Initiative. Kosten von Verkehrsunfällen

nés notamment par la pollution de l'air, le bruit, l'érosion, la dé- mêmes. La mise en oeuvre de l'internalisation des coûts exter-

gradation de paysages préservés jusqu'ici et d'espaces vi- nes devrait être réglée en détail au cours de l'élaboration d'un

taux, les atteintes aux édifices historiques et biens culturels, projet de loi.

l'épuisement des réserves énergétiques, etc. La minorité de la commission estime par contre que la popula-

En vertu du principe selon lequel le trafic doit couvrir pleine- tion ne serait pas disposée à accepter une nouvelle hausse du

ment ses coûts, les coûts externes des accidents de la circula- prix de l'essence, ceci d'autant plus qu'une telle mesure pèse-

tion doivent à l'avenir être pris en charge par les acteurs des rait trop lourdement sur les régions périphériques. Elle se ré-

accidents, à la décharge de la collectivité. Ces coûts seront percuterait sur la compétitivité de la Suisse, car les nouveaux

donc imputés aux personnes responsables des accidents par coûts devraient être supportés en définitive par l'économie.

le biais des taxes sur les carburants. Les usagers n'adopteront

un comportement solidaire que lorsque les prix découlant de Antrag der Kommission

l'utilisation de véhicules couvriront leurs coûts globaux. Die Kommission beantragt mit 10 zu 8 Stimmen (bei

L'article 36ter de la Constitution fédérale énumère en détail 2 Enthaltungen):

aux lettres a à f les tâches en rapport avec la circulation rou- Mehrheit

tière financées à l'aide du produit des taxes sur les carburants. Der Initiative Folge geben

La loi fédérale concernant l'utilisation du produit des droits Minderheit

d'entrée sur les carburants règle la mise en oeuvre de cette (Bezzola, Binder, Cavadini Adriano, Fischer-Seengen, Gie-

mesure. L'insertion de l'article 36ter a permis de rompre le cer- zendanner, Giger, Schmied Walter, Seiler Hanspeter)

cle vicieux de l'affectation exclusive de la taxe sur les carbu- Der Initiative keine Folge geben

rants à la construction des routes, dans la mesure où les recet-

tes destinées à des mesures de protection de l'environnement Proposition de la commission

et du paysage peuvent également servir par exemple à la pro- La commission propose par 10 voix contre 8 (avec 2 abstenti-

tection contre le bruit. Mon initiative devrait permettre une ex- ons):

tension de l'article 36ter au moyen de la lettre g, de telle sorte Majorité

qu'une part de ces ressources de la Confédération soient af- Donner suite à l'initiative

fectées spécialement à la couverture des coûts externes des Minorité

accidents de la route. Les coûts externes des accidents de (Bezzola, Binder, Cavadini Adriano, Fischer-Seengen, Gie-

1,5 milliards de francs nécessiteraient une hausse du prix de zendanner, Giger, Schmied Walter, Seiler Hanspeter)

l'essence de 20 centimes le litre. En dépit des augmentations Ne pas donner suite à l'initiative

récentes, le prix de l'essence en Suisse reste le plus avanta-

geux d'Europe après le Luxembourg et l'Angleterre, c'est Bircher Peter (C, AG), Berichterstatter: Sie haben zu dieser

pourquoi une majoration supplémentaire serait également parlamentarischen Initiative den Bericht der Kommission er-

possible compte tenu de la situation des pays voisins. halten. Ich beschränke mich auf sieben Schwerpunkte bzw.

En cas d'aboutissement de mon initiative, la loi concernant Erwägungen:

l'utilisation du produit des droits d'entrée sur les carburants 1. Mit eindrücklicher Regelmässigkeit stellt die Suva fest, dass

devrait régler en détail l'usage des recettes supplémentaires der Freizeitverkehr in der Schweiz mehr schwere und tödliche

afférentes aux taxes sur les carburants. L'étude réalisée par Unfälle verursacht als die gesamte Arbeitstätigkeit

Ecoplan indique clairement les secteurs touchés par les coûts 2. Dass im ganzen Verkehrs- und Umweltbereich das Verursa-

externes, lesquels devraient bénéficier d'une répartition en cherprinzip vermehrt und konsequent zum Tragen kommen

conséquence des contributions. Je pense avant tout à nos as- soll, ist unbestritten.

surances sociales, soit les caisses-maladie, les assurances- 3. Man redet seit Jahren von Kostenwahrheit im Verkehr und

accidents, les assurances d'indemnités journalières, l'AVS et von den sogenannten externen Kosten. Immer wieder werden

l'Ai. On pourrait réaliser un pas de plus vers la réalité des coûts die Berechnung und deren Grundlagen angezweifelt. Soge-

si ceux-ci étaient couverts par les auteurs des accidents eux- nannte externe, zu Lasten der Allgemeinheit anfallende Ko-

mêmes et non plus par les primes de la collectivité. L'analyse stensind in der Tat schwer bezifferbar bei Lärm, Luftbelastung,

de la votation concernant l'introduction d'une surtaxe sur les Klimaveränderungen, Gebäudeerschütterungen usw. Hinge-

carburants a montré que le peuple était disposé à accepter gen sind Unfallkosten recht differenziert und genau beziffer-

des hausses justifiées du prix de l'essence. Les contributions bar, auch wenn selbstverständlich viel, ja unermessliches

pourraient également être versées aux CFF dans le but de pro- menschliches Leid und grossie Tragödien durch Unfälle verur-

mouvoir un moyen de transport présentant moins de risques. sacht werden, die materiell gar nicht erfassbar sind.

Une autre possibilité, peut-être plus utopique, serait aussi en- 4. Die Studie des EVED, welche bereits 1991 veröffentlicht

visageable, à savoir un soutien à un projet en faveur des fem- wurde und auf die sich die Initiantin im wesentlichen beruft,

mes; en effet, les hommes causent beaucoup plus d'acci- aber auch verschiedene weitere Publikationen beziffern die

dents (73 pour cent) que les femmes (23 pour cent). Outre Unfallkosten auf der Strasse auf 5,4 Milliarden Franken, wobei

l'internalisation, mon initiative s'efforce de réduire le lourd tri- 1,5 Milliarden Franken nicht gedeckt seien.

but en vies humaines payé actuellement sur les routes. Le Wer deckt denn diese 1,5 Milliarden Franken? Mindestens die

nombre des victimes des accidents de la circulation atteint des Hälfte - so wird ausgeführt - tragen die unschuldigen Unfall-

proportions démesurées; il s'accompagne de souffrances infi- opfer oder deren Angehörige. Weiter bleiben Produktions-

nies pour bien des personnes touchées et leurs proches. La und Erwerbsausfälle nicht gedeckt, und der schwierigste Be-

statistique de la CNA montre que la circulation fériée cause reich sind die immateriellen Schäden; das ist Tatsache. Aber

plus d'accidents graves et mortels que l'activité profession- auch wir alle, die Allgemeinheit, zahlen über die Spitalsubven-

nelle dans son ensemble. Avec le transfert des coûts, il ne tien- tionen, die Krankenkassen und die Versicherungsprämien.

drait qu'aux usagers de la circulation routière de maintenir, en 5. Vergleich Schiene/Strasse: Auf eine Kurzform gebracht wird

adoptant une conduite en conséquence, un montant réduit de festgestellt, dass im Vergleich Strasse/Schiene die externen

la surtaxe sur les carburants à affectation spéciale. Kosten bei Verkehrsunfällen folgendes Bild ergeben: für die

Strasse pro Personenkilometer 1,4 Rappen, für die Schiene

Considérations de la commission 0,4 Rappen. Tonnengüterkilometer - noch ein drastischeres

Lors d'une discussion approfondie, la commission a fait les Bild -: Strasse 1,3 Rappen, Schiene 0,1 Rappen. Die Bahn

constatations suivantes: schneidet da also äusserst gut ab.

La majorité de la commission approuve sur le fond les consi- 6. Nicht nur von Kosten reden, auch vom Nutzen, wird immer

dérations de l'auteur de l'initiative, laquelle permettrait de réali- wieder eingewendet Der enorme Nutzen - Mobilität, Produkti-

ser un premier pas vers une réalité des coûts dans le domaine vität, Verkehr als Schmiermittel der Wirtschaft usw. - kommt

des accidents de circulation. La collectivité serait par consé- grossenteils den Verkehrsteilnehmern direkt zu. Der Nutzen ist

quent déchargée des coûts des accidents, dans la mesure où also schon weitgehend internalisiert, hingegen ein wesentli-

ceux-ci seraient pris en charge par les responsables eux- cher Kostenanteil nicht

Initiative parlementaire. Coûts externes des accidents 1152 N 16 juin 1994

7. Auch bei - glücklicherweise - sich zurückbildenden Unfall- nenwagen sind auch die HauptverursacherderTodesfälle, ge-

zahlen bleiben die ungedeckten Kosten hoch. Das wurde folgt von den Nutzfahrzeugen.

kürzlich wieder festgestellt, und es wurde darauf verwiesen, Die sozialen Kosten dieser Strassenverkehrsunfälle beliefen

dass höhere Steuern und Versicherungsprämien eine Folge sich 1988 auf 5,742 Milliarden Franken. Diese Zahl istgemäss

davon seien. Studie generell abgesichert Für 64 Prozent all dieser Kosten

Nun zusammengefasst die weiteren Überlegungen der Kom- sind wiederum Personenwagen verantwortlich. 12 Prozent

mission: Die Mehrheit ist der Meinung, dass die erwähnten werden durch die Nutzfahrzeuge, 11 Prozent durch die Kate-

Feststellungen gewichtig seien und ein erster Schritt zur Ko- gorie Mofa/Fahrrad verursacht. Die externen Kosten betrugen

stenwahrheit im Verkehr getan werden müsse. Sie stimmt 1988 1,48 Milliarden Franken, das sind rund 30 Prozent der

grundsätzlich den Erwägungen der Initiantin zu. Die Allge- Unfallkosten, welche nicht von den Verursachern selbst ge-

meinheit würde von Kosten entlastet, die den Verursachern zu- deckt, sondern auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Ob-

gewiesen werden müssten. Die Umsetzung der Internalisie- wohl die Zahl der Unfälle in den Jahren seit 1988 leicht zurück-

rung müsste allerdings noch im Detail geprüft werden. gegangen ist, sind die sozialen Kosten gestiegen. 1991 betru-

Die Minderheit vertrat die Auffassung, eine weitere Belastung gen sie bereits 6,6 Milliarden Franken, das ist ein Anstieg von

des Verkehrs sei nicht opportun. Diese müsste zwangsläufig 1,3 Milliarden in nur drei Jahren.

und am praktikabelsten über den Benzinpreis geschehen; es Wo schlagen nun diese externen Kosten zu Buche? Der

wurde von 20 Rappen pro Liter gesprochen. Hier könne nicht grösste Teil, nämlich 55,7 Prozent, betrifft Produktionsaus-

schon wieder eine Erhöhung in die Wege geleitet werden. Be- fälle, welche über Taggelder, Invalidenleistungen, Hinterlas-

nachteiligt, so wurde weiter erwähnt, wären bei höherer Bela- senenleistungen der AHV abgegolten werden. Mit 14,8 Pro-

stung des Verkehrs vor allem die Bergregionen und abgele- zent respektive 13,3 Prozent folgen die externen immateriellen

gene Gebiete, wo viele auf das Auto als Transportmittel ange- und die medizinischen Heilungskosten. 14,9 Prozent machen

wiesen seien und auch der Güterverkehr vermehrt auf der zusammen die externen administrativen Kosten aus. Die exter-

Strasse stattfinden müsse. Die Belastung der Wirtschaft sei nen Kosten werden also vorwiegend im Bereich von Sozialver-

nicht akzeptabel; damit wäre eine Verminderung der Wettbe- sicherungen auf die Allgemeinheit überwälzt und tragen dort

werbsfähigkeit, auch international, Tatsache. zu den beklagten Kosten- und Prämiensteigerungen bei.

Mit 10 zu 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen sprach sich die Kom- Zurück zu meiner Initiative: Bis heute fehlt eine Verfassungs-

mission dafür aus, der Initiative Folge zu geben. grundlage, damit die externen Kosten von Verkehrsunfällen

auf die Verursacher selbst abgewälzt werden können; diese

Béguelin Michel (S, VD), rapporteur: Vous avez reçu un rap- Lücke möchte ich nun schliessen.

port écrit très complet sur l'initiative parlementaire Gonseth re- Artikel 36ter der Bundesverfassung zählt im Zusammenhang

lative aux coûts externes des accidents de la circulation. mit dem Strassenverkehr die aus Treibstoffzollerträgen zu fi-

Je dois dire deux mots à propos du délai dans lequel cette ini- nanzierenden Aufgaben im einzelnen unter den Buchstaben a

tiative parlementaire est traitée en plénum. L'initiative a été dis- bis f auf. Das Teibstoffzollgesetz sorgt für die Umsetzung. Mit

cutée par la Commission des transports et des télécommuni- meiner parlamentarischen Initiative soll Artikel 36ter BV durch

cations le 17 août 1993 et elle a déjà été déplacée trois fois eine neue Litera g erweitert werden, damit auch die externen

dans l'ordre du jour des sessions pour cause de surcharge. Unfallkosten zweckgebunden aus dieser Kasse der Allge-

Maintenant, nous devons obligatoirement la traiter, faute de meinheit zurückvergütet werden. Die externen Unfallkosten

quoi nous ne respecterions pas le délai d'une année pour le von 1,5 Milliarden Franken würden eine zweckgebundene

traitement des initiatives parlementaires. Benzinverteuerung über den Zollzuschlag von zirka 20 Rap-

Bien sûr, durant cet intervalle, le Département fédéral des pen notwendig machen.

transports, des communications et de l'énergie a publié en no- Wofür sollen nun diese Gelder aus dem Treibstoffzollzuschlag

vembre 1993 son premier rapport sur la vérité des coûts. Et verwendet werden? Im Detail müsste das nach Annahme mei-

après la décision du peuple du 20 février 1994 sur la taxe poids ner Initiative im Treibstoffzollgesetz geregelt werden. Ich bin

lourd à la prestation, ce même département de M. Ogi prépare aber der Meinung, dass das Geld dahin zurückfliessen

pour la fin de l'année des propositions politiques concrètes. müsste, wo die externen Kosten zu Buche schlagen. Darüber

Donc, notre Conseil aura l'occasion d'approfondir l'ensemble gibt die Ecoplan-Studie Auskunft Es müsste vor allem in die

de la problématique de la vérité des coûts. Sozialversicherungen zurückfliessen, also Krankenkassen,

Je reviens à l'initiative parlementaire Gonseth. Le 17 août Unfallversicherungen, AHV und IV.

1993, parlO voix contre 8 et avec 2 abstentions, votre commis- Sie alle wissen, dass das Problem der steigenden Kranken-

sion a décidé de lui donner suite. La majorité de la commission kassen- und Unfallversicherungsprämien sowie das unge-

a estimé que l'initiative représentait un bon premier pas vers la wisse Schicksal der AHV/IVder Bevölkerung unter den Nägeln

vérité des coûts. La minorité de la commission mettait en évi- brennen. Ich meine, um so mehr ist es auch ein sozialpoliti-

dence les conséquences négatives de l'augmentation des sches Anliegen, dass die Prämien dieser Versicherungen für

coûts de transport sur l'économie, en particulier dans les ré- die Allgemeinheit von den externen Kosten entlastet werden,

gions périphériques. indem sie von den Verursachern selbst übernommen werden.

Je répète que la commission, par 10 voix contre 8 et avec Wir wären der Kostenwahrheit im Verkehr, aber auch im Ge-

2 abstentions, vous demande de donner suite à l'initiative. sundheitswesen und bei den Sozialversicherungen ein Stück

näher.

Gonseth Ruth (G, BL): Wer Auto fährt, lässt andere mitbezah- Natürlich gäbe es auch weitere Möglichkeiten, um das Geld zu

len. Das ist heute eine Binsenwahrheit Kostenwahrheit im Ver- verwenden, beispielsweise für die Mutterschaftsversicherung.

kehr gilt allgemein als zentrales Erfordernis einer ökologisch Ich komme darauf, weil Frauen viel weniger Unfälle verursa-

und volkswirtschaftlich orientierten Verkehrspolitik. Meine par- chen, aber dennoch bei den Prämien und den externen Ko-

lamentarische Initiative ist ein Schritt in Richtung Kostenwahr- sten gleich belastet werden wie die Männer. Männliche Perso-

heit. Ich will die notwendige Verfassungsgrundlage schaffen, nenwagenlenker waren 1991 für 77 Prozent der Unfälle verant-

damit die externen Kosten von Verkehrsunfällen auf die Verur- wortlich, Lenkerinnen dagegen nur für 23. Zumindest möchte

sacher überwälzt werden können. Diese Kosten sind längst ich Sie bitten, diese Tatsache bei Ihren nächsten Diskussionen

präzise bekannt Sie wurden in einer Studie von Ecoplan für und Entscheiden über Rechte und Pflichten bei der Gleichstel-

das Jahr 1988 detailliert und zuverlässig errechnet. lung auch zu bedenken.

Zur Erinnerung einige Ergebnisse aus dieser Studie: 1988 er- Leider bleibt mir nicht die Zeit, noch andere Argumente zu

eigneten sich im Strassenverkehr493 000 Unfälle. Dabei wur- bringen. Ich möchte Sie bitten, diesen ersten Schritt in Rich-

den 963 Personen getötet und 119000 Personen verletzt In tung Kostenwahrheit bei Verkehrsunfällen zu unterstützen.

diesen Zahlen sind auch die sogenannten Dunkelziffern ent-

halten. Bei der Zuordnung der Unfälle und Opfer auf unfallver- Giger Titus (R, SG), Sprecher der Minderheit: Im Namen einer

ursachende Kategorien wird der grösste Teil der Unfälle, näm- starken Kommissionsminderheit bitte ich Sie, der Initiative

lich 59 Prozent, durch Personenwagen verursacht Die Perso- keine Folge zu geben.

16. Juni 1994 N 1153 Parlamentarische Initiative. Kosten von Verkehrsunfällen

Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen hat die Ar- leingang der Schweiz ab, da diese Frage auf europäischer

beiten aufgenommen, um einen Gegenvorschlag zur parla- Ebene kein Thema war. An dieser Situation hat sich in den ver-

mentarischen Initiative Bundi betreffend Kostenwahrheit im gangenen neun Jahren nichts geändert

Verkehr zu erarbeiten. Die Kommission wird die Frage noch Aus diesen Überlegungen und angesichts der tatsächlichen

vor den Sommerferien behandeln. Situation bitte ich Sie, der Initiative Gonseth keine Folge zu

Es ist richtig, dass das Problem der Kostenwahrheit im Verkehr geben.

umfassend angegangen wird, dass Transparenz geschaffen

und - gestützt darauf - die entsprechenden Massnahmen ge- Persönliche Erklärung - Déclaration personnelle

troffen werden. Im Lichte dieser Entwicklung ist es nicht sinn-

Giezendanner Ulrich (A, AG) : Ich habe nur zwei Zahlen zu kor-

voll, Teilbereiche herauszubrechen und Präjudizien zu schaf-

rigieren, die tendenziös sind:

fen, kurz bevor dieser Problemkreis umfassend abgehandelt

1. Frau Gonseth hat von 435 000 Verkehrsunfällen im Jahre

wird. Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen hat im

1993 gesprochen. Laut Statistischem Jahrbuch waren es

August 1993 mit 10 zu 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen der par-

schon 1991 nur 77 922. Das kann also nicht stimmen.

lamentarischen Initiative Gonseth zugestimmt.

2. Herr Bircher hat von 1,4 Rappen Strassen- und 0,4 Rappen

Es stellt sich die Frage, warum nur externe Unfallkosten des

Bahnkosten pro Personenkilometer gesprochen. Das kann

Strassenverkehrs durch eine Sonderfinanzierung gedeckt

nicht stimmen, weil die Seetalbahn-Unfälle ganz klar der

werden sollen. Solche externe Kosten entstehen in hohem

Strasse und nicht der Bahn angelastet wurden.

Mass auch bei Sportunfällen, z. B. bei Ski- und Fussballunfäl-

len usw. Warum werden diese Kosten beispielsweise nicht

den Skiliftbetreibern oder anderen Sportunternehmungen an- Persönliche Erklärung - Déclaration personnelle

gelastet? Das ist doch die Frage. Diese ungleiche Behandlung Gonseth Ruth (G, BL): Herr Giezendanner, Sie haben mir

ist für uns nicht tragbar. nicht ganz zugehört Ich habe das genau aus der Ecoplan-Stu-

Warum diese Haltung, obwohl die Internalisierung der ausge- die zitiert; dort steht ganz genau, dass in dieser Zahl auch die

wiesenen Kosten - besser die Kostenfairness - an sich unbe- Dunkelziffer Inbegriffen ist. Diese Dunkelziffer schlägt eben

stritten ist? Es geht nicht in erster Linie um die Internalisierung auch zu Buche; viele Leute melden sich zwar nicht bei der Poli-

der Kosten, sondern es geht entweder um eine Entnahme von zei, aber später beim Arzt oder im Spital, und das macht eben

Geldern aus der Treibstoffzollkasse für einen speziellen Zweck diese externen Kosten aus.

oder um eine Treibstoffzollerhöhung. Im März 1993 haben wir

der Erhöhung des Treibstoffzolls zugestimmt. Von einer wei- Namentliche Abstimmung - Vote par appel nominal

teren Erhöhung ist bereits die Rede, man spricht ja von

25 Rappen pro Liter. Am 20. Februar dieses Jahres haben wir Für den Antrag der Minderheit (keine Folge geben) stimmen:

der Erhöhung der Schwerverkehrsabgabe und der Autobahn- Votent pour la proposition de la minorité (ne pas donner suite):

vignette zugestimmt. Allenspach, Aregger, Baumberger, Bonny, Borradori, Borto-

Eine nochmalige Treibstoffzollerhöhung würde viele Kreise luzzi, Bühler Simeon, BührerGerold, Bürgi, Camponovo, Che-

und vor allem diejenigen Regionen treffen, die durch den öf- vallaz, Comby, Daepp, Deiss, Dettling, Dreher, Ducret, Eggly,

fentlichen Verkehr sehr schlecht erschlossen sind. Würde man Eymann Christoph, Fischer-Hägglingen, Fischer-Seengen, Fi-

den Treibstoffpreis nicht erhöhen, hätte dies z. B. zur Folge, scher-Sursee, Frey Claude, Frey Walter, Friderici Charles, Frit-

dass Mittel für die Fertigstellung der Nationalstrassen fehlen schi Oscar, Früh, Giezendanner, Giger, Graber, Gros Jean-

würden. Die Neat wird bekanntlich zum Teil ebenfalls aus die- Michel, Hari, Heberlein, Hess Otto, Hildbrand, Iten Joseph,

ser Kasse finanziert. Jäggi Paul, Jenni Peter, Kern, Kühne, Lepori Bonetti, Leu Jo-

Der Initiative darf vor allem aus folgenden Gründen keine sef, Leuba, Loeb François, Mamie, Mauch Rolf, Miesch, Mo-

Folge gegeben werden: Am 20. Februar 1994 hat der Souve- ser, Nebiker, Oehler, Philipona, Poncet, Raggenbass, Rei-

rän einem Kompetenzartikel zur Einführung einer verbrauchs- mann Maximilian, Rutishauser, Scheurer Rémy, Schmidhalter,

und leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe zuge- Schmied Walter, Schweingruber, Seiler Hanspeter, Spoerry,

stimmt Damit liegen verfassungsmässige Grundlagen zur An- Steinemann, Steiner Rudolf, Tschuppert Karl, Verterli, Wanner,

lastung aller externen Kosten des Güterverkehrs vor. Die Ar- Weyeneth, Wittenwiler, Wyss Paul (69)

beiten für die konkrete Ausgestaltung dieser Abgaben sind

also in vollem Gange. Mit einem Entwurf zu einem Bundesge-

setz darf im nächsten Jahr gerechnet werden. Das Parlament Für den Antrag der Mehrheit (Folge geben) stimmen:

hat in der Frühjahrssession 1994 zwei Motionen überwiesen, Votent pour la proposition de la majorité (donner suite):

welche die rasche Einführung einer Verbrauchs- oder lei- Bär, Bäumlin, Béguelin, Bircher Peter, Bischof, Blatter, Bühl-

stungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe verlangen. Wie mann, Caccia, Carobbio, Caspar-Hutter, Danuser, Diener,

ich erfahren habe, beantragt das EVED dem Bundesrat, diese Dormann, Dünki, Eggenberger, Engler, Fankhauser, Fasel,

Motion anzunehmen. von Feiten, Goll, Gonseth, Cross Andreas, Grossenbacher,

Vor diesem Hintergrund ist es nicht sinnvoll, einen Teilbereich Haering Binder, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Herczog, Hess

der externen Kosten separat zu behandeln. Dies führt zu Dop- Peter, Hollenstein, Jöri, Ledergerber, Leemann, Leuenberger

pelspurigkeiten und zu einer Verzettelung der politischen Ernst, Leuenberger Moritz, Maeder, Marti Werner, Meier Hans,

Energien, was dem Anliegen der Initiantin sicher auch nicht Meyer Theo, Misteli, Ostermann, Pini, Rechsteiner, Robert,

entspricht Eine Ergänzung von Artikel 36ter der Bundesver- Ruckstuhl, Ruffy, Schmid Peter, Sieber, Stalder, Stamm Ju-

fassung, wie sie Frau Gonseth vorschlägt, führt auch dazu, dith, Steiger Hans, Strahm Rudolf, Thür, Vollmer, Weder Hans-

dass rund 650 Millionen Franken -das sind die gesamten ex- jürg, Wick, Zbinden, Züger, Zwygart (58)

ternen Unfallkosten des Strassenverkehrs 1988 - zu Lasten

anderer durch Treibstoffzollgelder finanzierter Projekte gehen Der Stimme enthalten sich-S'abstiennent:

würden. Dass dabei weitere Arbeitsplätze abgebaut würden, Columberg (1)

leuchtet jedermann ein.

Der Vorschlag von Frau Gonseth bringt nur mehr Ausgaben, Abwesend sind - Sont absents:

aber nicht mehr Einnahmen. Einsparungen auf der Ausgaben- Aguet, Aubry, Baumann, Berger, Bezzola, Binder, Blocher, Bo-

seite wären beim Nationalstrassenbau oder beim kombinier- denmann, Borei François, Borer Roland, Brügger Cyrill, Brun-

ten Verkehr sowie der Neat vorzunehmen. Die Initiative passt ner Christiane, Bundi, Cavadini Adriano, Cincera, Couchepin,

unter dem Aspekt «mehr Ausgaben, aber nicht mehr Einnah- Darbellay, de Dardel, David, Duvoisin, Epiney, Fehr, Gobet,

men» zudem schlecht zur gegenwärtigen prekären Situation Grendelmeier, Gysin, Hämmerle, Hegetschweiler, Hubacher,

der Bundesfinanzen. Jaeger, Jeanprêtre, Keller Anton, Keller Rudolf, Maitre, Mas-

Die Anlastung der externen Kosten wurde schon einmal im poli, Matthey, Mauch Ursula, Maurer, Meier Samuel, Mühle-

Parlament vorgeschlagen, so 1985 bei der Behandlung der mann, Müller, Nabholz, Narbel, Neuenschwander, Perey, Pi-

Autobahnvignette. Damals sah das Parlament von einem Al- doux, Rebeaud, Rohrbasser, Ruf, Rychen, Sandoz, Savary,

Initiative parlementaire. Coûts externes des accidents 1154 N 16 juin 1994

Scherrer Jürg, Scherrer Werner, Schnider, Schwab, Segmül-

ler, Seiler Rolf, Spielmann, Stamm Luzi, Steffen, Steinegger,

Stucky, Suter, Theubet, Tschäppät Alexander, Tschopp, Wie-

derkehr, Wyss William, Ziegler Jean, Zisyadis, Zwahlen (71 )

Präsidentin, stimmt nicht-Présidente, ne vote pas:

Haller (1)

Schluss der Sitzung um 17.50 Uhr

La séance est levée à 17 h 50

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Parlamentarische Initiative (Gonseth) Externe Kosten von Verkehrsunfällen

Initiative parlementaire (Gonseth) Coûts externes des accidents de la circulation

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1994

Année

Anno

Band II

Volume

Volume

Session Sommersession

Session Session d'été

Sessione Sessione estiva

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 15

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 92.453

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 16.06.1994 - 15:00

Date

Data

Seite 1149-1154

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Ref. No 20 024 156

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