Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 92-437 KI-generiert

Swiss Parliament Rejects Initiative to Classify Animals as Separate Legal Category

Geschäftsnummer VPB 92-437
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

This parliamentary initiative sought to change Swiss law to classify animals as a distinct category rather than mere property. Proponents argued that the traditional Roman law concept of animals as "things" no longer reflected societal values or the inherent worth of living beings. However, a majority of the commission concluded that legal reforms could not alter human attitudes, and concerns were raised about the practical and financial implications of specific proposals, such as regulations for animal custody in divorce cases or compensation for veterinary care. Ultimately, the commission decided not to proceed with the initiative, acknowledging that while animals are legally treated as property, the public's perception and the existing animal welfare laws suggest a greater responsibility towards them.

Legislator-Regeste

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Art. 68 GRN, Art. 68 RCN, Art. 93 Absatz, Art. 24novies Absatz, Art. 93 al. 1 BV, Art. 21 bis LREC; Swiss Parliament Rejects Initiative to Classify Animals as Separate Legal Category: Proponents argued that the traditional Roman law concept of animals as "things" no longer reflected societal values or the inherent worth of living beings. However, a majority of the commission concluded that legal reforms could not alter human attitudes, and concerns were raised about the practical and financial implications of specific proposals, such as regulations for animal custody in divorce cases or compensation for veterinary care. Ultimately, the commission decided not to proceed with the initiative, acknowledging that while animals are legally treated as property, the public's perception and the existing animal welfare laws suggest a greater responsibility towards them.

Schlagwörter

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Parlamentsrecht Römisches Recht Veterinärrecht Sondergut öffentliches Eigentum Haushaltsordnung
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 93 al. 1 BV

Cited as the basis for submitting the parliamentary initiative.

Art. 21 bis LREC

Cited as the basis for submitting the parliamentary initiative.

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Volltext

17. Dezember 1993 N 2511 Parlamentarische Initiative. «Tier keine Sache»

La commission reconnaît que l'exécution des peines privati- - le propriétaire ou le détenteur se voie rembourser, en cas de

ves de liberté pour les objecteurs de conscience connaît des blessures infligées à des animaux, les frais de guérison corres-

régimes différents selon les cantons puisque certains d'entre pondant aux circonstances;

eux ont officiellement suspendu leur exécution dans l'attente - les dispositions s'appliquant aux animaux trouvés soient sé-

de l'entrée en vigueur de la loi sur le service civil. Dès lors seule parées de celles qui régissent les objets trouvés;

l'adoption de cette nouvelle législation, avec des dispositions - les dispositions concernant l'attribution des animaux do-

transitoires précises, permettra d'éviter les difficultés que nous mestiques de la famille soient fixées, en cas de succession,

connaissons actuellement. soient recueillis en lieu sûr;

- le fait de blesser ou de tuer un animal intentionnellement ou

Antrag der Kommission par imprudence ou négligence figure dans le code pénal, non

Die Kommission beantragt mit 16 zu 3 Stimmen bei 2 Enthal- plus comme dommage à la propriété, mais à titre d'infraction

tungen, von der Petition Kenntnis zu nehmen, ihr aber keine distincte, punie sur plainte, comme la loi le prévoit actuelle-

Folge zu geben. ment pour les dommages à la propriété.

Proposition de la commission Herr Etique unterbreitet im Namen der Kommission den fol-

La commission propose, par 16 voix contre 3 et avec 2 absten- genden schriftlichen Bericht:

tions, de prendre connaissance de la pétition sans y donner

suite. Wir unterbreiten Ihnen gemäss Artikel 21ter des Geschäftsver-

kehrsgesetzes den Bericht der vorprüfenden Kommission

Angenommen -Adopté über die von Herrn Loeb François am 24. August 1992 einge-

reichte Initiative.

Die Initiative verlangt in der Form der allgemeinen Anregung

die Aenderung des schweizerischen Rechts, um das Tier-ge-

mäss Tierschutzgesetz - in der eidgenössischen Gesetzge-

#ST# 92.437 bung nicht mehr als Sache, sondern als eigene Kategorie zu

behandeln.

Parlamentarische Initiative Die Kommission hat den Initianten am 25. Juni 1993 angehört.

(Loeb François)

Begründung der Initiative (Zusammenfassung)

«Tier keine Sache» Der Initiant äusserte vor der Kommission seine Ueberzeu-

Initiative parlementaire gung, dass die auf der römisch-rechtlichen Tradition basie-

(Loeb François) rende Rechtsauffassung, das Tier sei eine Sache, in der Bevöl-

«L'animal, être vivant» kerung als überholt gelte (laut Meldung einer auflagenstarken

Zeitung der Deutschschweiz trifft das tatsächlich zu). Die Aen-

Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN derung des Rechtstatus der Tiere komme deshalb nicht nur

den Anliegen der Tierschützer entgegen, sondern widerspie-

gele auch die Tatsache, dass die sachrechtliche Einstufung

von Tieren weder unserer Empfindung noch unseren Ge-

wohnheiten entspreche. Eine Aenderung des Rechts sei not-

Wortlaut der Initiative vom 24. August 1992 wendig, weil ein Tier nicht nur einen Vermögenswert darstelle.

Gestütztauf Artikel 93 Absatz 1 der Bundesverfassung und auf Dass den Tieren «ein nicht ohne weiteres zu ersetzender ei-

Artikel 21 bis des GVG verlange ich mit einer parlamentari- genständiger Wert zuzuerkennen» sei, ist bereits vom Bundes-

schen Initiative in Form einer allgemeinen Anregung die Aen- gericht festgehalten worden.

derung des schweizerischen Rechts, um das Tier (gemäss In einem Entscheid vom 2. August 1989 wird ausgeführt;

Tierschutzgesetz) in der eidgenössischen Gesetzgebung «Zwar werden Tiere von der Rechtsordnung nach wie vor als

nicht mehr als Sache, sondern als eigene Kategorie zu be- Sachen behandelt. Die Grundeinstellung des Menschen zum

handeln. Tier hat sich jedoch mit der Zeit im Sinne einer Mitverantwor-

Zu prüfen ist, inwiefern als Folge einer solchen Aenderung si- tung für dieses Lebewesen zum sogenannten 'ethischen Tier-

chergestellt werden kann, dass schutz' entwickelt, welcher weiter geht als der Schutz lebloser

- bei Verletzung von Tieren dem Eigentümer bzw. Besitzer die Dinge und welcher das Tier als lebendes und fühlendes We-

den Umständen entsprechenden Heilungskosten zugespro- sen, als Mitgeschöpf anerkennt, dessen Achtung und Wert-

chen werden; schätzung für den durch seinen Geist überlegenen Menschen

- die Regeln über den Fund von Tieren von den Regeln über ein moralisches Postulat darstellt.» (BGE 115 IV 248ff., 254)

den Fund von Sachen getrennt werden; Dem Initianten geht es nicht um eine Vermenschlichung des

-bei Trennung und Scheidung die Regeln für die Zu- Tieres, sondern um die Schaffung einer logischen rechtlichen

sprechung der zur Familie gehörenden Haustiere festgelegt Zwischenkategorie für das Tier zwischen Sache und Mensch.

werden; Er hält es für eine wichtige Aufgabe der Politik, das Recht wei-

- bei Nachlässen die Unterbringung von Nachlasstieren terzubilden und neue Entwicklungen zu berücksichtigen. Es

sichergestellt wird; geht nicht um eine grundsätzliche Aenderung des Rechts,

- im Strafgesetzbuch anstelle der bisher als Sachbeschädi- sondern nur um eine Anpassung an unser Verhältnis Tieren

gung auf Antrag zu erfolgenden Strafen für das vorsätzliche gegenüber, das sich im Laufe der letzten Jahre entwickelt und

bzw. fahrlässige Verletzen und Töten eines Tieres dieser Tat- sensibilisiert hat Diese Anpassung würde zu keinen neuen

bestand unabhängig, aber weiterhin als Antragsdelikt auf- Regeln, sondern lediglich zu einer anderen Art der Behand-

geführt wird. lung vor Gericht führen.

Texte de l'initiative du 24 août 1992 Erwägungen der Kommission

Me fondant sur l'article 93 alinéa premier de la constitution et Die Kommission erinnert an die gegebene Verfassungsgrund-

sur l'article 21 bis de la LREC, je requiers, par la voie d'une ini- lage: Artikel 24novies Absatz 3 der Bundesverfassung enthält

tiative parlementaire sous laforme d'une demande conçue en die Bestimmung, dass die Würde der Kreatur zu achten ist; Ar-

termes généraux, que le droit suisse soit modifié afin que l'ani- tikel 25bis erklärt die Gesetzgebung über den Tierschutz zur

mal (aux termes de la loi fédérale sur la protection des ani- Bundessache. Bundesverfassung und Tierschutzgesetzge-

maux), traité comme une chose dans la législation fédérale, bung gehen von einer Grundeinstellung des Menschen zum

soit désormais considéré comme une catégorie à part. Tier aus, die von Mitverantwortung geprägt ist; durch das zi-

Il convient d'examiner dans quelle mesure on pourra assurer tierte Bundesgerichtsurteil wird diese Mitverantwortung bestä-

que, à la suite d'une telle modification, tigt und gefestigt.

Initiative parlementaire. «L'animal, être vivant» 2512 N 17 décembre 1993

1. Die Kommissionsmehrheit nimmt den Standpunkt ein, dass maux), traité comme une chose dans la législation fédérale,

dort, wo der Respekt des Menschen gegenüber dem Tier soit désormais considéré comme une catégorie à part

fehle, dieser auch nicht durch gesetzliche Regelungen zu ge- La commission a entendu l'auteur de l'initiative le 25 juin 1993.

winnen sei. Gesetzesrevisionen vermöchten die menschliche

Haltung nicht zu verändern. Développement de l'auteur de l'initiative (résumé)

Nicht nur zwischen Stadt und Land, sondern auch zwischen L'auteur de l'initiative a exposé devant la commission que la

den Landesteilen wird ein Mentalitätsunterschied ausge- population considère comme dépassée la conception légale

macht Die deutsche und österreichische Gesetzgebung mö- reposant sur le droit romain selon laquelle l'animal est un objet

gen zwar Bestimmungen enthalten, wie der Initiant sie vor- (ce qui se vérifie d'après l'article d'un quotidien suisse aléma-

schlägt; diese würden jedoch dem «lateinischen Geist» wider- nique à grand tirage). La modification du statut juridique des

sprechen, von einem «certain romantisme germanique» zeu- animaux ne répond donc pas uniquement aux exigences des

gen und seien deshalb in der schweizerischen Gesetzgebung organisations de protection des animaux, mais découle égale-

fehl am Platz. ment du fait que l'assimilation des animaux à des objets ne

Die Kommissionsmehrheit wehrt sich vor allem gegen eine Re- correspond ni à notre sensibilité ni à nos habitudes. Une modi-

gelung für die Zusprechung der Tiere bei Trennung oder fication du droit s'impose, car un animal ne représente pas uni-

Scheidung sowie gegen das Sicherstellen der Unterbringung quement une valeur patrimoniale.

im Fall des Todes ihres Besitzers. Eine solche Regelung sei Un arrêt du Tribunal fédéral du 2 août 1989 spécifie: «L'ordre ju-

generell weder tunlich noch finanziell zu verantworten. Umset- ridique continuera certes de traiter les animaux comme des ob-

zung und Anwendung wären zu kostspielig. Zum eigentlichen jets. L'attitude fondamentale de l'homme envers l'animal s'est

Tierschutz leiste dieser Vorschlag keinen Beitrag. toutefois développée dans le sens d'une responsabilité par-

Bedenken werden auch gegen die Anregung, die das Haft- tielle vers une'protection des animaux éthique', laquelle va au-

pflichtrecht betrifft, laut, nämlich dass bei Verletzung von Tie- delà de la protection d'objets sans vie, et laquelle reconnaît

ren die den Umständen entsprechenden Heilungskosten zu l'animal, être vivant et doué de sensibilité, comme une créature

entschädigen seien: Die Kommissionsmehrheit befürchtet, dont le respect et l'estime représente un postulat moral pour

hier könnten die Beträge ins Absurde steigen. Ein weiteres Ar- l'homme à l'intelligence supérieure. »(ATF 115 IV 248ss., 254)

gument, das aus der Sicht der Kommissionsmehrheit gegen II ne s'agit pas, pour l'auteur de l'initiative, d'humaniser les ani-

die Initiative spricht, ist die Schwierigkeit, die Auswirkungen maux, mais de créer en toute logique une catégorie intermé-

der Vorschläge auf andere Gesetze abzuschätzen. diaire légale pour l'animal entre l'objet et l'homme. Selon lui,

2. Nach Auffassung der Kommissionsminderheit gründet viel poursuivre la formation du droit en tenant compte des derniers

Leid, das den Tieren zugefügt wird, in der Tatsache, dass sie développements compte parmi l'une des principales tâches

rechtlich als Ware gelten und von vielen nach wie vor als see- de la politique. Il ne s'agit pas là d'une modification fondamen-

lenlose Wesen betrachtet werden. Dem Respekt vor dem Le- tale du droit, mais d'une adaptation des animaux à notre éthi-

bewesen gebühre ein wichtiger Platz und dieser Respekt ge- que qui s'est développée et sensibilisée au cours de ces der-

biete, die vom Initianten aufgedeckten Lücken zu schliessen. nières années. Cette adaptation ne conduirait pas à l'édiction

Den Tieren sei ein moralischer Eigenwert zuzuerkennen, der de nouvelles règles, mais à un autre type de traitement devant

zu achten sei. Es sei deshalb an der Zeit, sich vom Sachbegriff les tribunaux.

abzuwenden. Diese Forderung ist auch von der Gesellschaft

der Schweizer Tierärzte erhoben worden. Einerseits gilt das Considérations de la commission

Tier als Ware, andererseits gibt es eine Bundesgesetzgebung La commission rappelle la base constitutionnelle donnée:

über den Tierschutz: Hier gelte es einen einheitlichen und logi- l'article 24novies alinéa 3 de la constitution contient une pres-

scheren Nenner zu finden. cription selon laquelle il doit être tenu compte de la dignité de

Die Erfüllung der vorgeschlagenen Aenderungen würde zu ei- la créature; l'article 25bis définit la législation sur la protection

ner Besserstellung des Tieres führen. Sicher: der Schutz des des animaux comme étant du ressort de la Confédération. La

Menschen steht vor dem Schutz des Tieres, hier sind sich Constitution fédérale et la législation en matière de protection

Mehrheit und Minderheit einig. Die Minderheit nimmt aber den des animaux se fondent sur une attitude fondamentale de

Standpunkt ein, dass vom Tierschutzgesetz eine neue Tier- l'homme envers les animaux faisant appel à un sentiment de

ethik ausgehe, die die Tiere um ihrer eigenen Würde achte; so responsabilité collective, qui vient renforcer l'arrêt cité du Tri-

seien Tiere weder als Mensch noch als Sache zu behandeln, bunal fédéral.

sondern, wie der Initiant es verlange, gemäss ihrer Würde 1. La majorité de la commission défend le point de vue que

nach einer selbständigen, ihren eigenen Bedürfnissen ent- des dispositions légales ne sont guère susceptibles de pallier

sprechenden Kategorie. Sie verbindet mit dem Vorstoss zu- le manque de respect de l'homme à l'égard des animaux. Les

dem die Hoffnung, dass sich daraus eine Weiterentwicklung révisions des lois ne peuvent guère modifier le comportement

des Tierschutzgedankens ergeben könnte. Erinnert wird humain.

auch an das Gedankengut Albert Schweitzers und Franz' von On peut en outre distinguer une différence de mentalité non

Assisi. seulement entre ville et campagne, mais aussi entre les diffé-

Die Konsequenzen auf die Folgegesetzgebung hängen davon rentes parties de la Suisse. Les législations allemande et autri-

ab, welcher Inhalt dieser eigenen, dritten Kategorie gegeben chienne peuvent bien contenir des dispositions semblables à

werde. Auch was die Haftpflicht betrifft, gehe es lediglich celles que propose l'auteur de l'initiative; celles-ci iraient néan-

darum, dass für diejenigen Heilungskosten aufzukommen ist, moins à rencontre de l'«esprit latin», témoigneraient d'un «cer-

die ein vernünftiger Tierhalter in der betreffenden Situation auf- tain romantisme germanique» et n'auraient donc pas leur

bringen würde. place dans le droit suisse.

Die Mehrheit der Kommission beantragt mit 8 zu 6 Stimmen, La majorité de la commission s'oppose avant tout à une régle-

der Initiative sei keine Folge zu geben. Die Minderheit der mentation pour l'attribution des animaux en cas de séparation

Kommission beantragt, der Initiative sei Folge zu geben. ou de divorce, ou encore à la garantie d'une place d'accueil en

cas de décès de leur propriétaire. Une réglementation n'est

M. Etique présente au nom de la commission le rapport écrit guère opportune, notamment sur le plan financier. Sa mise en

suivant: oeuvre et son application se révéleraient trop coûteuses. Cette

proposition n'apporte aucune contribution à la protection des

Nous vous soumettons, en vertu de l'article 21 ter de la loi sur animaux

les rapports entre les conseils, le rapport de la commission II conviendrait également de réfléchir à la suggestion concer-

chargée de l'examen préalable de l'initiative déposée le nant la responsabilité civile selon laquelle, lors de blessures

24 août 1992 par M. Loeb François. infligées à un animal, des frais de guérison correspondant aux

L'initiative requiert, sous forme d'une demande conçue en ter- circonstances devraient être remboursés. La majorité de la

mes généraux, une modification du droit suisse afin que l'ani- commission craint que les dédommagements atteignent des

mal (aux termes de la loi fédérale sur la protection des ani- montants absurdes.

17. Dezember 1993 N 2513 Parlamentarische Initiative. «Tier keine Sache»

La majorité de la commission considère enfin la difficulté d'es- das Nichtzusprechen von Heilungskosten für einen Bastard-

timer les effets des propositions sur d'autres lois comme un ar- hund, der angefahren wird und keinen Sachwert darstellt -

gument supplémentaire en défaveur de l'initiative. das sind nur zwei kleine Beispiele für die heutige Sachbe-

2. De l'avis de la minorité de la commission, les nombreuses zeichnung des Tiers in unserem Recht.

souffrances infligées aux animaux reposent sur le fait que Einziger Inhalt meiner Initiative - sie hat die Form der allgemei-

ceux-ci sont considérés comme des objets par la loi et comme nen Anregung, um der Kommission möglichst grossen Spiel-

des êtres dépourvus de sensibilité par beaucoup de person- raum zu lassen - ist es, für das Tier zwischen «Sache» und

nes. Une grande place doit être accordée au respect des êtres «Mensch» eine eigene Kategorie zu schaffen. Dies kann, wie

vivants, lequel exige de combler les manques découverts par das z. B. in der Rechtsetzung unserer Nachbarländer Oester-

l'auteur de l'initiative. Il convient de reconnaître aux animaux reich und Deutschland bereits geschehen ist, einfach erfol-

une valeur morale propre à laquelle on doit veiller. Il est donc gen, indem festgehalten wird, dass das Tier keine Sache ist,

temps de se détourner de la notion d'objet concernant les ani- dass aber überall dort, wo keine speziellen Bestimmungen be-

maux. Cette exigence a aussi été formulée par la Société des stehen, das Sachrecht angewandt wird. Unsere Nachbarlän-

vétérinaires suisses. D'une part, l'animal est considéré der haben damit gute Erfahrungen gemacht

comme une marchandise, il existe d'autre part une législation Persönlich verstehe ich daher nicht, dass die chemische Indu-

fédérale sur la protection des animaux: il y a lieu de trouver en strie empfindlich reagiert, hat doch die neue Bestimmung in

la matière un dénominateur commun plus logique et plus uni- unseren Nachbarländern keine negativen Folgen für die Indu-

taire. strie gezeitigt

La réalisation des modifications proposées conduirait à une Im Zeitalter des freien Warenverkehrs - als Sache fallen Tiere

amélioration du statut des animaux. La protection des êtres voll unter den Begriff der Ware - können wir uns, indem das

humains prime bien évidemment sur celle des animaux, la ma- Tier nicht mehr als Sache bezeichnet wird, Freiräume unserer

jorité et la minorité de la commission s'accordent sur ce point. Rechtsetzung bewahren, die grosse Bedeutung erlangen

La minorité préconise néanmoins que la loi fédérale sur la pro- könnten.

tection des animaux repose sur une nouvelle éthique qui pré- Es geht in meiner Initiative nicht um eine Vermenschlichung

serve la dignité des animaux. Ainsi, il ne faut traiter son animal des Tiers und auch nicht um eine Verschärfung der Tierschutz-

ni comme un être humain ni comme un objet, mais, comme le gesetzgebung, sondern einzig und allein um die Schaffung ei-

demande l'auteur de l'initiative, selon sa dignité, en le classant ner Zwischenkategorie zwischen Mensch und unbelebter Sa-

dans une catégorie autonome, qui corresponde à ces be- che, zur Schaffung der Kategorie Tier, und zwar des Wirbel-

soins. La minorité de la commission lie l'intervention à l'espé- tiers. Es geht um das Anpassen unseres Rechts, um ein An-

rance que celle-ci puisse donner naissance à une nouvelle passen an die heutige Zeit, um ein ethisches Anliegen.

évolution de la notion de protection des animaux. Elle rappelle Die Kommission hat mit 8 zu 6 Stimmen bei einigen Enthaltun-

également à ce propos la pensée d'Albert Schweitzer et de gen knapp empfohlen, der Initiative keine Folge zu geben, und

Saint-François d'Assise. zwar vor allem, weil sie das Problem als nicht dringlich be-

Les conséquences sur la suite de la législation dépendent de trachtet und weil die Folgen auf weitere Gesetze «nicht abseh-

quel objet sera donné à cette troisième catégorie. S'agissant bar» seien.

de la responsabilité civile, le montant des frais de guérison doit In der Zwischenzeit hat jedoch die GPK des Ständerates einen

correspondre à ceux qu'un éleveur réclamerait dans la même Bericht über Vollzugsprobleme im Tierschutz veröffentlicht, in

situation. dem sie sich nach eingehender Prüfung meiner These an-

La majorité de la commission propose, par 8 voix contre 6, de schliesst und zum selben Schluss kommt. Ich zitiere den

ne pas donner suite à l'initiative. La minorité de la commission Punkt 22 des Berichts «Das Tier keine Sache»: «Falls der parla-

propose de donner suite à l'initiative. mentarischen Initiative Loeb François im Nationalrat keine

Folge gegeben wird, sollte der Bundesrat prüfen, wie den

Antrag der Kommission Grundsätzen der Tierethik rechtlich Gestalt verliehen werden

Mehrheit kann.» So weit die GPK des Ständerates.

Der Initiative keine Folge geben Wir befinden uns im Vorprüfungsverfahren meiner parlamen-

Minderheit tarischen Initiative. Ich bitte Sie, dieser Folge zu geben, damit

(Leemann, Brügger, Gardiol, Robert, Ruffy) unsere Kommission für Rechtsfragen das Problem intensiv

Der Initiative Folge geben studieren und entscheiden kann, ob die Frage weiterverfolgt

werden soll -wie es die GPK des Ständerates bereits zum Aus-

Proposition de la commission druck gebracht hat. Da meine Initiative eine allgemeine Anre-

Majorité gung und kein ausformulierter Text ist, vergeben wir uns mit

Ne pas donner suite à l'initiative unserer Bereitschaft, die Angelegenheit zu studieren, nichts.

Minorité Die Kommission für Rechtsfragen ist frei, sie zu studieren und

(Leemann, Brügger, Gardiol, Robert, Ruffy) uns Vorschläge zu unterbreiten, die wir dann hier im Rat noch

Donner suite à l'initiative einmal behandeln können.

Wenn Sie mit der GPK des Ständerates und mir einiggehen,

Präsidentin: In den vergangenen Wochen sind von der So- dass das Tier keine Sache, kein Stuhl, kein Tisch, kein blosser

ciété vaudoise pour la protection des animaux und von weiten Gegenstand ist, geben Sie der Initiative Folge, damit sie weiter

Kreisen aus der Westschweiz gegen 10 000 Unterschriften ein- geprüft werden kann.

getroffen. Die Unterzeichnenden ersuchen den Nationalrat

ausdrücklich, der Initiative Folge zu geben. Abstimmung - Vote

Für den Antrag der Minderheit

Loeb François: Keinem von uns würde es wohl in den Sinn (Folge geben) 78 Stimmen

kommen, ein Tier als Sache, also als Gegenstand, zu bezeich- Für den Antrag der Mehrheit

nen, wie einen Stuhl oder einen Tisch. Ein Tier ist für uns ein (keine Folge geben) 44 Stimmen

Lebewesen, keine Sache - das ist wohl für alle klar -, aber

auch kein menschliches Lebewesen. In unserem Recht hinge-

gen wird das Tier formell als Sache bezeichnet und behandelt,

obwohl unser Land in der Rechtsetzung ein hochentwickeltes

Tierschutzrecht hat, was zu begrüssen ist.

Meine Initiative bringt keine Verstärkung des Tierschutzes,

sondern den logischen Nachvollzug dessen, was wir in der

Tierschutzgesetzgebung bereits tun. Das Tier kann keine Sa-

che sein, und trotzdem bezeichnen wir das Tier als Sache. Ein

Tier als Fundsache fünf Jahre aufbewahren zu müssen oder

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Parlamentarische Initiative (Loeb François) «Tier keine Sache»

Initiative parlementaire (Loeb François) «L'animal, être vivant»

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1993

Année

Anno

Band V

Volume

Volume

Session Wintersession

Session Session d'hiver

Sessione Sessione invernale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 15

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 92.437

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 17.12.1993 - 08:00

Date

Data

Seite 2511-2513

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Ref. No 20 023 506

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