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VPB 92-3587 KI-generiert

Swiss Federal Council on Sudan: Limited Intervention Options, Focus on Humanitarian Aid

Geschäftsnummer VPB 92-3587
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum

Legislator-Zusammenfassung

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The Swiss Federal Council, while concerned about the conflict in Sudan, noted the limited options available for external intervention. Despite acknowledging reports of human rights abuses and significant loss of life due to the conflict and famine, the Council indicated that humanitarian aid remained the primary focus. They also mentioned that international pressure had led to some concessions from the Sudanese government regarding aid corridors and that diplomatic efforts were ongoing, though the situation was complex and a peaceful resolution was not yet in sight.

Legislator-Regeste

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Art. 9 Bundesverfassung; Swiss Federal Council on Sudan: Limited Intervention Options, Focus on Humanitarian Aid: Despite acknowledging reports of human rights abuses and significant loss of life due to the conflict and famine, the Council indicated that humanitarian aid remained the primary focus. They also mentioned that international pressure had led to some concessions from the Sudanese government regarding aid corridors and that diplomatic efforts were ongoing, though the situation was complex and a peaceful resolution was not yet in sight.

Schlagwörter

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Menschenrechte Flüchtling Entwicklungszusammenarbeit Recht auf Leben humanitäre Gründe Nichtregierungsorganisationen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 9 Bundesverfassung
The court referred to this article when discussing the potential modification of cantonal prerogatives in cross-border relations.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 9 Bundesverfassung

The court referred to this article when discussing the potential modification of cantonal prerogatives in cross-border relations.

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Volltext

Interpellation Misteli 846 N 29 avril 1993

M. Cotti, conseiller fédéral: La réponse du Conseil fédéral du Sans pressions internationales, il ne reste guère d'espoir de

mois de janvier n'exigerait pas en soi d'observation supplé- résoudre ce conflit.

mentaire. Je pourrais dire moi-même que la proposition de Le Conseil fédéral est-il disposé à:

M. Zisyadis est plutôt dépourvue de créativité. Et de toute ma- 1. faire tout son possible, avec la communauté internationale,

nière, Monsieur Zisyadis, si vous aviez été, que sais-je, il y a dix pour obtenir un arrêt immédiat des opérations guerrières au

ans, quelque part sur la Place Rouge, pour demander la sup- Soudan par l'entremise des Nations Unies et de l'Organisation

pression des grands honneurs militaires qui étaient d'une très de l'unité africaine (OUA), et susciter l'engagement d'observa-

grande envergure (du point de vue esthétique), vous seriez teurs internationaux chargés de la surveillance du cessez-le-

plus crédible aujourd'hui. feu;

2. intervenir auprès du Fonds monétaire international (FMI) et

Abstimmung - Vote de la Banque mondiale en vue d'une suspension de tous les

Für Ueberweisung des Postulates Minderheit paiements au gouvernement soudanais jusqu'au cessez-le-

Dagegen offensichtliche Mehrheit feu et jusqu'à ce que les droits de l'homme soient intégrale-

ment respectés dans l'ensemble du territoire soudanais;

3. renoncer à toute remise de dette au Soudan au titre du cré-

dit alloué dans le cadre des festivités du 700e anniversaire de

la Confédération, jusqu'à ce que les minorités non islamiques

disposent d'un statut négocié sur le plan international et re-

#ST# 92.3587 connu par elles;

4. fournir des informations complètes sur les actions menées

Interpellation Misteli et envisagées par la Suisse ou avec une participation suisse

durant les dix dernières années, en faveur du gouvernement

Konflikt im Sudan du Soudan ou d'entreprises privées de ce pays, dans les do-

Conflit au Soudan maines de l'aide au développement, de l'aide alimentaire, des

crédits bancaires, des crédits mixtes, de la garantie des ris-

ques à l'exportation (GRE), de l'aide à la balance des paie-

ments, du rééchelonnement et de la remise de dettes?

Wortlaut der Interpellation vom 18. Dezember 1992 Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Baumann, Bäumlin,

Im Schatten der Ereignisse in Ex-Jugoslawien und in Somalia Bonny, Bühlmann, Carobbio, Daepp, Darbellay, Diener, Dor-

weiten sich im Sudan unter der islamischen Regierung die Re- mann, Engler, Fasel, von Feiten, Gardiol, Giger, Goll, Gon-

pressionen gegen die nichtislamische Bevölkerung zu einem seth, Gross Andreas, Grossenbacher, Guinand, Haering Bin-

weiteren Genozid aus. In Kämpfen, in den durch den Bürger- der, Hafner Rudolf, Heberlein, Hollenstein, Jäggi Paul, Jean-

krieg verursachten Hungersnöten, auf der Flucht vor dem prêtre, Leuenberger Ernst, Maeder, Meier Hans, Meyer Theo,

Krieg, durch Vertreibung der Flüchtlinge aus den Lagern um Nabholz, Rebeaud, Rechsteiner, Robert, Ruffy, Scheidegger,

Khartum in die Wüste und in den von der Regierung geschür- Schmid Peter, Sieber, Stamm Judith, Steiger, Thür, Tschopp,

ten Stammesfehden haben in neuneinhalb Jahren eineinhalb Wanner, Weder Hansjürg, Wiederkehr, Ziegler Jean, Zölch,

Millionen Menschen ihr Leben verloren. Zwahlen (48)

Ohne internationalen Druck besteht kaum mehr Hoffnung auf

eine Beilegung des Konfliktes. Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Ist der Bundesrat bereit: Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht

1. gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft alles in eine schriftliche Antwort.

seinem Ermessen Mögliche zu tun, um im Sudan eine sofor-

tige Einstellung der Kriegshandlungen unter Vermittlung der Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

Vereinten Nationen und der Organisation der afrikanischen vom 27. Januar 1993

Einheit (OAU) zu erreichen und den Einsatz von internationa- Rapport écrit du Conseil fédéral

len Beobachterinnen und Beobachtern zur Ueberwachung du 27 janvier 1993

des Waffenstillstandes zu unterstützen; Der Bundesrat ist besorgt über die Lage im Sudan. Die Situa-

2. sich im Internationalen Währungsfonds (IWF) und in der tion im flächenmässig grössten Land Afrikas wird deshalb ge-

Weltbank für die Sistierung jeglicher Zahlungen an die suda- nau verfolgt. Im Gegensatz zu einer Reihe von Ländern auf

nesische Regierung bis zu einem Waffenstillstand und der vol- dem afrikanischen Kontinent scheint im Sudan weder eine

len Respektierung der Menschenrechte im ganzen Sudan ein- friedliche Lösung des Bürgerkrieges in Sicht, noch gibt es An-

zusetzen; zeichen, dass sich die Menschenrechtssituation in diesem

3. jegliche Schuldenstreichung aus dem 700-Jahr-Feier-Kre- Lande verbessert hätte. Dieser Situation ist die internationale

dit der Schweiz an den Sudan abzulehnen, bis die nichtislami- Staatengemeinschaft mit einer gewissen Ohnmacht gegen-

schen Minderheiten unter einem international ausgehandel- übergestellt Für die Schweiz und andere Geberländer steht

ten und von ihnen anerkannten Statut leben können; nach wie vor die humanitäre Hilfe an die betroffene Bevölke-

4. vollumfänglich über die in den letzten zehn Jahren geleiste- rung im Vordergrund.

ten und beabsichtigten Entwicklungs- und Nahrungsmittel- Erfreulicherweise gibt es doch Anzeichen, dass ein gewisser

hilfen, Bankenkredite, Mischkredite, Exportrisikogarantien Druck von aussen erfolgreich sein kann. Die Mitte Dezember

(ERG), Zahlungsbilanzhilfen, Umschuldungen und Schulden- 1992 verabschiedete Resolution der Uno-Generalversamm-

streichungen der Schweiz oder mit Beteiligung der Schweiz lung betreffend die Menschenrechtslage im Sudan, verbun-

an die Regierung oder an private Unternehmen des Sudans zu den möglicherweise mit verstärktem politischem Druck der in-

informieren? ternationalen Gemeinschaft auf den Sudan, haben die Regie-

rung in Khartum offenbar dazu gebracht, in Nairobi der Uno

Texfe de l'interpellation du 18 décembre 1992 gegenüber bedeutende Konzessionen zu machen. Neue Kor-

Loin des événements de l'ex-Yougoslavie et de la Somalie, un ridore auf dem Land, den Nilarmen und in der Luft sind zugun-

autre génocide se développe au Soudan du fait de la répres- sten von Hilfstransporten von Khartum und vom Süden aus

sion qu'exercé le gouvernement islamique de ce pays contre bewilligt worden. Die USA haben vergangenen Dezember un-

les populations d'autres religions. En neuf ans et demi, un mil- missverständlich durch ihren für Afrika zuständigen Vertreter

lion et demi de personnes ont perdu la vie du fait des combats, im Staatsdepartement, Herman Cohen, der Regierung in

des famines causées par la guerre civile, de l'exode généré Khartum zu verstehen gegeben, dass die krassen Verletzun-

par la guerre, de l'expulsion vers le désert des réfugiés abrités gen der Menschenrechte aufzuhören hätten und eine ge-

dans les camps de la périphérie de Khartoum et des luttes tri- rechte Lösung mit den Rebellen im Süden zu suchen sei, und

bales attisées par le gouvernement damit, den Bürgerkrieg zu beenden.

29. April 1993 N 847 Interpellation Misteli

Anlässlich seiner Dienstreise nach Khartum vergangenen De- Frau Misteli: Ich habe das Wort nicht verlangt, weil ich mich

zember hat der schweizerische, für den Sudan zuständige von der Antwort nicht befriedigt erkläre, sondern weil ich mich

Botschafter (mit Sitz in Kairo) seinen Gesprächspartnern ein- kurz zur aktuellen Situation im Sudan äussern möchte.

mal mehr die Besorgnis des Bundesrates über die Menschen- Einige Stichworte zur aktuellen Situation: Seit Anfang März ist

rechtssituation ausgedrückt. ein Waffenstillstand zwischen der islamisch-fundamentalisti-

Nachstehend die Antworten auf die vier gestellten Fragen: schen Regierung und der «Sudan People Liberation Army»

1. Der Bundesrat unterstützt alle internationalen Bemühun- (SPLA), welche vorwiegend aus dem animistischen und christ-

gen zur Einstellung der Kriegshandlungen. Falls die Verein- lichen Süden kommt, in Kraft Letzten Montag hat in der nige-

ten Nationen oder die Organisation der afrikanischen Einheit rianischen Stadt Abuja die zweite Runde der sudanesischen

(OAU) eine friedenserhaltende Operation für den Sudan Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und der

schaffen, wird der Bundesrat zu gegebener Zeit prüfen, ob SPLA unter dem Vorsitz des nigerianischen Vizepräsidenten

und in welcher Form die Schweiz im Rahmen ihrer personel- begonnen. Im Konflikt scheint also - entgegen der noch in der

len und budgetären Möglichkeiten ihre Unterstützung ge- Antwort des Bundesrates aufgeführten Ohnmacht - ein Hoff-

währen soll. nungsschimmer zur Beendigung des Bürgerkrieges zu beste-

2. Da der Sudan beim Internationalen Währungsfonds (IWF) hen. Allerdings hat die erste Verhandlungsrunde vor einem

seit bald zehn Jahren beträchtliche Zahlungsrückstände auf- Jahr keine konkreten Schritte gebracht.

weist, gewährt der IWF diesem Land keine neuen Kredite und Wir wissen alle aus Erfahrung im langwierigen Verhandlungs-

leistet seit den achtziger Jahren auch keine Zahlungen mehr. prozess um den Krieg im vormaligen Jugoslawien, dass Ver-

Unter diesen Umständen und mangels fehlender wirtschaftli- handlungen keineswegs schon ein Ende des Leids für die be-

cher Rahmenbedingungen wird die Weltbank ihrerseits kaum troffene zivile Bevölkerung bedeuten. Im Gegenteil, in dieser

neue Kredite an den Sudan sprechen. Sollte sich diese Situa- Pattsituation ist es sehr wichtig, dass die internationale Ge-

tion wider Erwarten ändern, würde auch hier das Konzept meinschaft ihren Druck auf die sudanesische Regierung auf-

«good governance» zur Anwendung kommen, eine Voraus- rechterhält, damit sich die Hoffnung nicht zum zweiten Mal zer-

setzung, die der Sudan im heutigen Zeitpunkt nicht erfüllt, schlägt. Die Bereitschaft der Regierung des Sudans zu Ver-

weshalb die Schweiz der Vergabe neuer Kredit nicht zustim- handlungen kam nur zustande, weil der Sudankonflikt in den

men könnte. USA im Senat, in England im Oberhaus, in Deutschland im

3. Bei den Entschuldungsmassnahmen des Bundes kommt Bundestag behandelt und debattiert worden war und weil die

u. a das Konzept «good governance» zur Anwendung. Aus Uno schärfer eingegriffen hat Auch kirchliche Kreise sind sehr

dieser Perspektive erachtet der Bundesrat zurzeit die Einlei- engagiert. Sie sehen: Wir sind in guter Gesellschaft.

tung von Entschuldungsverhandlungen als nicht opportun. Im Sudan nützt Kabinettspolitik nicht viel, hingegen der öffent-

4. Im Rahmen des Club de Paris sind 1980, 1982, 1983 und liche Druck der internationalen Gemeinschaft, zu welchem

1984 zwischen der Schweiz und dem Sudan vier Umschul- auch der Besuch des Papstes im letzten Februar beigetragen

dungsabkommen von 16, 21, 55 bzw. 17 Millionen Franken hat. Aufgrund dieses Druckes können sich Hilfswerke wieder

vereinbart worden. Die ersten beiden Abkommen sind Ende freier im Land bewegen und haben Zugang zu Flüchtlingsla-

1992 ausgelaufen, und es sind keine nennenswerten Zahlun- gern in der Wüste um Khartum, den sie bis jetzt nicht hatten.

gen erfolgt. Eine weitere Umschuldung kann erst erfolgen, Die SPLA und der New Sudan Council of Churches fordert so-

wenn der Sudan ein Arrangement mit dem IWF findet und sich genannte freie Zonen, also entmilitarisierte Zonen zur Wieder-

wieder in das internationale Finanzsystem eingliedert. Die ansiedlung der zum grössten Teil geflüchteten Bevölkerung,

Ausstände gegenüber der Schweiz betrugen per Ende 1992 und sogenannte freie Durchgangskorridore, damit hu-

rund 83 Millionen Franken. manitäre Hilfe - in einer ersten Phase vor allem Nahrungs-

Die Exportrisikogarantie (ERG) ist für den Sudan wegen mittelhilfe-von Kenia und Uganda aus geleistet werden kann.

der ausbleibenden Zahlungen seit Jahren vollständig ge- Entgegen der Antwort des Bundesrates war dies nach unse-

schlossen. ren Kenntnissen bis heute nur auf dem Luftweg möglich.

Zahlungsbilanzhilfen der Schweiz an den Sudan erfolgten in Ich möchte den Bundesrat bitten, die Entwicklung aufmerk-

zwei Abkommen (von 1981 und 1983) in der Höhe von 12 bzw. sam zu verfolgen und, falls die Probleme hinsichtlich humani-

10 Millionen Franken für die Finanzierung der Importe prioritä- tärer Hilfe weiter bestehenbleiben oder sich erneut einstellen,

rer Güter und einem von 1984 über 10 Millionen Franken als sofort öffentlich bei der Regierung zu intervenieren.

Kofinanzierung, mit der Weltbank (IDA), eines Sektorpro- Die Einhaltung der Menschenrechte ist ebenfalls überhaupt

gramms zur Rehabilitation des Agrarsektors. Solange sich die noch nicht garantiert. Am 12. März 1993 hat die Menschen-

politische Situation und der Status gegenüber den Bretton- rechtskommission der Uno eine Resolution verabschiedet, die

Woods-lnstitutionen nicht verbessert, sind weitere Zahlungs- die Schweiz unterschrieben hat, in der der Sudan aufs schärf-

bilanzhilfen nicht spruchreif. ste verurteilt wird.

Im Rahmen der Rohstoff-Exporterlösdefizitkompensation Zum Schluss habe ich eine Anfrage an den Bundesrat bzw.

(Schweizer Stabex) wurde Ende 1988 ein Abkommen über eine Bitte, welche ich hier als Ueberbringerin der im Sudan en-

3,5 Millionen Franken (Defizite der Jahre 1986/87) zur Kofinan- gagierten Kreise weitergeben möchte: Eine der Hauptursa-

zierung des «Flood Emergency Program» der Weltbank unter- chen des Konflikts war die Forderung des Südens nach einem

zeichnet. Die seither aufgelaufenen Defizite sind bisher nicht Autonomiestatut. Inzwischen wird in politischen Gruppierun-

kompensiert worden, da der Sudan Ende 1992 die für uns an- gen um die SPLA, inklusive der SPLA selbst, die Möglichkeit

gesichts der politischen Situation im Sudan einzig vertretbare einer Konföderation mit dem islamischen Sudan diskutiert.

Verwendung der Mittel im humanitären Bereich (wir schlugen Wäre die Schweiz bereit, ein Seminar über föderalistische Lö-

Unterstützung über verschiedene internationale und schwei- sungen im Sudan zu unterstützen, ähnlich wie dasjenige, wel-

zerische Hilfswerke vor) abgelehnt hat. ches der Bund (DEH), die Hilfswerke und die Pro Helvetia 1985

Im Rahmen der Handelsförderung wurde 1984 via das Centre in Sri Lanka unterstützt haben? Selbstverständlich müssten

de commerce international (CCI) in Genf technische Assistenz weitere Abklärungen getroffen werden, aber vielleicht wäre

im Textilsektor (Baumwollgarnexport) gewährt; Gesamtbetrag dies ein kleiner Schweizer Beitrag, ein Anlass zur Hoffnung, et-

1,2 Millionen US-Dollar. Diese Aktion wurde 1989 abgeschlos- was der vom Bundesrat in seiner Antwort aufgeführten Ohn-

sen, und weitere Massnahmen sind nicht geplant macht der internationalen Staatengemeinschaft gegenüber

Die Schweiz leistete in der Zeitspanne von 1984 bis 1992 hu- dem Konflikt im Sudan entgegensetzen zu können. Dies wäre

manitäre Hilfe an den Sudan im Betrage von insgesamt eine Konkretisierung der vom Bundesrat in Punkt 1 der Ant-

58,3 Millionen Franken, aufgeteilt in Barbeiträge an schweize- wort manifestierten Bereitschaft, den Friedensprozess im Rah-

rische und internationale Partnerorganisationen über 30,4 Mil- men seiner Möglichkeiten zu unterstützen.

lionen Franken, Aktionen des Schweizerischen Katastrophen- Ich danke dem Bundesrat für seine ausführliche Antwort

hilfekorps über 6,9 Millionen Franken und Nahrungsmittelhilfe

über 21 Millionen Franken. Bundesrat Cotti: Ich habe der Antwort des Bundesrates nichts

hinzuzufügen, ausser der Tatsache, die Sie schon erwähnt ha-

Motion Epiney 848 N 29 avril 1993

ben, nämlich dass inzwischen, im Frühjahr dieses Jahres, die Für diese Reaktionen habe ich durchaus ein gewisses Ver-

Menschenrechtskommission der Uno ein weiteres Mal die ständnis. Mittlerweile ist allerdings wieder ein bisschen Was-

schweren Menschenrechtsverletzungen im Sudan ausseror- ser den Rhein hinuntergeflossen, die Zeit hat einige Wogen

dentlich streng verurteilt hat. Diese Resolution wurde von der geglättet.

Schweiz natürlich voll und ganz unterstützt. Die vorliegende Motion unseres Kollegen Epiney gehört mei-

Lieber Ihre interessante Idee werde ich mit meinen Mitarbei- ner Meinung nach zu dieser Gruppe von Vorstössen. Herr Epi-

tern diskutieren; ich nehme diesen Vorschlag gerne zur Prü- ney verlangt vom Bundesrat, alle geeigneten Massnahmenzu

fung entgegen. ergreifen, um das Recht der einzelnen Bevölkerungsgruppen

auf Eigenständigkeit festzuschreiben. Konkret soll Artikel 9

der Bundesverfassung so geändert werden, dass er den

Grenzkantonen ermöglicht, «ihre Beziehungen zu den auslän-

#ST# 92.3501 dischen Nachbarn zu verstärken und in vermehrtem Mass Ab-

kommen zu schliessen, die zu ihrem wirtschaftlichen Auf-

Motion Epiney schwung erforderlich sind». So steht es in der Motion.

In seiner Stellungnahme vom 17. Februar 1993 lehnt der Bun-

Recht der Minderheiten desrat eine Aenderung von Artikel 9 der Bundesverfassung

auf das Anderssein ab. Ich möchte Sie bitten, das zur Kenntnis zu nehmen.

Droit à la différence des minorités Offenbar sollen die Kantone wie bis anhin nur eine subsidiäre,

begrenzte Vertragsabschlusskompetenz behalten. Der Bund

Diskussion - Discussion hat die ehrenhafte und ehrenwerte Pflicht, dafür zu sorgen,

dass kantonale Verträge nichts enthalten, was dem Bundes-

Siehe Seite 562 hiervor - Voir page 562 ci-devant zweck oder den Rechten anderer Kantone zuwiderläuft. Insbe-

sondere sollen solche Verträge nicht die Führung einer kohä-

renten Aussenpolitik der Schweiz behindern; so äussert sich

der Bundesrat Er lehnt Punkt 1 der Motion Epiney im Prinzip

ab.

M. Epiney: Les Démocrates suisses (M. Steffen) ont contesté Mit Blick auf die Motion Epiney erklärt der Bundesrat klar und

la transformation de ma motion en postulat, alors que ce unmissverständlich, dass die verlangte Aenderung des Arti-

même Parlement vient d'accepter la motion Mühlemann qui kels 9 der Bundesverfassung die Nichtgrenzkantone benach-

va dans le même sens, et que le Conseil des Etats a non seule- teiligen könnte, weil sie nicht dieselben Möglichkeiten der

ment accepté le postulat Onken, mais a encore accepté la mo- grenznachbarlichen Zusammenarbeit haben wie die Grenz-

tion Rhinow il y a deux jours. kantone. Ich möchte dem Bundesrat dafür danken, dass er

La Suisse est née et a survécu grâce à son attachement au sich zur notwendigen Wahrung der Interessen, besonders der

droit aux différences de ses membres. Les spécificités canto- wirtschaftlichen Interessen aller, einsetzt Wir dürfen die

nales découlant des différentes sensibilités constituent indubi- Grenzkantone nicht bevorzugen; wir haben jetzt schon Bin-

tablement la richesse de ce pays et le terreau du fédéralisme. nenkantone, die - insbesondere was die ganze Grenzgänger-

Depuis une quinzaine d'années, malheureusement, la Confé- politik anbetrifft-benachteiligt sind.

dération s'est arrogé, à notre goût, trop de droits et de compé- Im zweiten Punkt seiner Motion verlangt Herr Kollege Epiney,

tences que les cantons pouvaient assurément assumer avec es sei mittels Verfassungsänderungen eine bessere Gewähr-

la même efficacité. Des lois uniformes, très souvent des dispo- leistung der Rechte der Minderheiten und ihrer legitimen An-

sitions de détail, ont été élaborées sur le plan fédéral au mépris sprüche zu erreichen. Hier nimmt der Bundesrat in einem

des principes de subsidiarité notamment. L'autogoal du wichtigen Teil seiner Begründung wie folgt Stellung: «Der

6 décembre 1992 a exacerbé ce malaise contre l'ingérence tu- Schutz der Rechte der Minderheiten darf insbesondere nicht

télaire de la Confédération, et les cantons romands, sous la über dem Mehrheitsprinzip stehen, sollen nicht die Bande ge-

houlette bâloise en particulier, ont senti, à leur tour, la néces- schwächt werden, die die verschiedenen Teile des Landes zu-

sité de pouvoir s'ouvrir davantage à l'Europe par le biais d'une sammenhalten.»

politique frontalière active. Le mouvement est en marche. Il Im dritten Punkt verlangt die Motion Epiney vom Bund, er solle

s'inscrit, par ailleurs, parfaitement dans la philosophie du die Bemühungen jener Kantone mit allen geeigneten Mitteln

Traité sur l'Espace économique européen. unterstützen, die das «Europa der Regionen» fördern wollen.

Notre pays, bricolé autour de communautés d'intérêts divers, Diese Forderung deckt sich mehr oder weniger mit jener der

devra, dans le futur, renforcer la cohésion nationale par le res- Motion Mühlemann, die am Dienstag dieser Woche zur De-

pect des différences, mais aussi assurer l'ouverture sur le batte stand.

monde de ses membres. Dans sa réponse circonstanciée le Ich möchte nicht alle meine Argumente wiederholen, die ich

Conseil fédéral a reconnu le bien-fondé de nos préoccupa- damals gegen die Motion Mühlemann vorbrachte. Nur kurz:

tions et nous avons pu nous déclarer d'accord avec la transfor- Das Ziel des «Europas der Regionen» sind grenzüberschrei-

mation en postulat La protection du droit des minorités, tant tende Grossregionen, und zwar im Umfang - ich habe damals

sur le plan intérieur, par une régénération du fédéralisme, que ein Beispiel angegeben - eines Gebietes Savoyen/Burgund/

sur le plan extérieur, par une modification de l'article 9 de la Welschland. Bei anhaltendem Integrationsprozess müsste

constitution étendant les prérogatives des cantons en matière analog mit dem Auseinanderbrechen der Eidgenossenschaft

de relations transfrontalières, mérite une attention particulière längs der Sprachgrenzen gerechnet werden.

de la part du Conseil fédéral. Zum Punkt 3 hält der Bundesrat fest, dass die Grenzkantone

Je le remercie par avance d'examiner cet aspect dans le cadre ihren Handlungsspielraum bezüglich grenzüberschreitender

des prochaines mesures de revitalisation, mesures qui de- Zusammenarbeit noch gar nicht voll ausgeschöpft hätten. Ich

vront à la fois nous placer sur l'orbite de l'eurocompatibilité et frage hier ganz konkret Herrn Bundesrat Cotti, da sich der

insuffler une bouffée d'air dans notre économie, et en parti- Bundesrat kritisch zu den Forderungen 1 und 2 der Motion ge-

culier l'économie des cantons frontaliers touchés par la äussert hat: Wie kommt es, dass der Bundesrat bereit ist, die

récession. Motion in der Form des Postulates entgegenzunehmen?

Warum lehnt er aufgrund seiner eigenen Beurteilung und sei-

Steffen: Wir alle sind uns einig, dass ein Teil der parlamentari- ner Stellungnahme diese Motion nicht auch als Postulat ab?

schen Vorstösse, die kurz nach dem 6. Dezember 1992 in aller Wenn Ihnen daran gelegen ist, dass Grenz- und Binnenkan-

Eile eingereicht wurden, einer persönlichen Stimmung der Be- tone nicht auseinandertriften, d. h., dass der Bund der eidge-

troffenheit entsprungen sind. Vor allem Vertreter der EWR- nössischen Stände nicht erheblich geschwächt wird - wie das

Befürworter aus Kantonen, die dem EWR zugestimmt haben, der Bundesrat sagt -, müssen Sie meinem Antrag folgen und

sahen sich gedrängt, mit parlamentarischen Vorstössen aktiv auch eine Ueberweisung der vorliegenden Motion als Postulat

zu werden. ablehnen.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Misteli Konflikt im Sudan

Interpellation Misteli Conflit au Soudan

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1993

Année

Anno

Band II

Volume

Volume

Session Aprilsession

Session Session d'avril

Sessione Sessione di aprile

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 06

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 92.3587

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 29.04.1993 - 08:00

Date

Data

Seite 846-848

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