Switzerland's Postulate on Turkey Ceasefire Observers
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Federal Council proposed converting a motion requesting the deployment of observers and offering mediation for a ceasefire in Turkey into a postulate. The Council reasoned that while Switzerland has consistently advocated for human rights in Turkey and offered its good offices, a unilateral deployment of observers would likely be rejected, and mediation requires the consent of both conflict parties, which is currently lacking as one side views the other as a terrorist organization.
Legislator-Regeste
KI-generiertMotion Fankhauser; Switzerland's Postulate on Turkey Ceasefire Observers: The Council reasoned that while Switzerland has consistently advocated for human rights in Turkey and offered its good offices, a unilateral deployment of observers would likely be rejected, and mediation requires the consent of both conflict parties, which is currently lacking as one side views the other as a terrorist organization.
Schlagwörter
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KI-generiertThe motion was converted into a postulate by the Federal Council.
Volltext
18. Dezember 1992 N 2735 Motion Fankhauser
Proposition de la commission Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
La Commission des affaires juridiques propose de ne pas don- vom 28. Oktober 1992
ner suite à la demande d'amnistie. Rapport écrit du Conseil fédéral
du 28 octobre 1992
Angenommen - Adopté Einsatz von Beobachtern zur Wahrung der Menschenrechte:
Anlässlich des KSZE-Folgetreffens in Helsinki vom 30. März
1992 gab die Leiterin der schweizerischen Delegation, Frau
Botschafterin Marianne von Grünigen folgende Erklärung ab:
«Wir sind zutiefst beunruhigt über die jüngsten Ereignisse im
Südosten der Türkei und verurteilen sowohl das Vorgehen der
Sicherheitskräfte gegen unbewaffnete Zivilisten als auch die
von der Kurdischen Arbeiterpartei PKK verübten Terroran-
schläge gegen unbeteiligte Dritte Die KSZE muss auch in
92.3336 dieser Region die weitere Entwicklung sorgfältig verfolgen.
Sollte sich die Lage im Südosten der Türkei nicht verbessern,
#ST#
schlagen wir die Prüfung der Möglichkeit vor, eine KSZE-
Motion Fankhauser Berichterstattermission dorthin zu entsenden.»
Einhaltung der Menschenrechte Dieser Vorschlag wurde aber von der grossen Mehrheit der
in der Türkei. übrigen Teilnehmerstaaten nicht unterstützt
Gute Dienste der Schweiz Es sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass
Beobachtermissionen in dem von der Schweiz im Rahmen der
Respect des droits de l'homme KSZE vorgeschlagenen Sinne in aller Regel nur in einem multi-
en Turquie. lateralen Kontext durchgeführt werden, d. h., dass deren Zu-
Bons offices de la Suisse sammensetzung international ist und diese durch eine interna-
tionale Organisation wie zum Beispiel die Uno oder die KSZE
veranlasst werden. Eine von der Schweiz ausgehende und
ausschliesslich aus Schweizern zusammengesetzte Mission
hätte ohne Zweifel auch weniger Chancen, akzeptiert zu wer-
Wortlaut der Motion vom 1. September 1992 den als die nicht unterstützte multilaterale KSZE-Mission.
Der Bundesrat wird gebeten, Die Schweiz hat in den letzten Jahren regelmässig und auf ho-
-den Einsatz von Beobachtern und Beobachterinnen zur her und höchster Ebene zur Menschenrechtssituation in der
Wahrung der Menschenrechte in der Türkei zu veranlassen; Türkei Stellung genommen und die türkischen Behörden wie-
und derholt eindringlich dazu aufgefordert, die Menschenrechte
- seine Guten Dienste zugunsten der Aufnahme von Verhand- besser zu respektieren.
lungen zwischen den Konfliktparteien für einen Waffenstill- So hat beispielsweise Bundespräsident Arnold Koller anläss-
stand anzubieten. lich seines Treffens mit dem türkischen Präsidenten Oezal im
Juni 1990 in Ankara mitgeteilt, dass der Bundesrat die Ver-
Texte de la motion du 1er septembre 1992 schlechterung der Situation in den kurdischen Provinzen, die
Le Conseil fédéral est prié Ausdehnung des Ausnahmezustandes in der Region sowie
- d'envoyer des observateurs en Turquie dans le but de contri- den Entscheid der türkischen Behörden, gewisse Bestimmun-
buer au respect des droits de l'homme dans ce pays; gen der Europäischen Menschenrechtskonvention vorläufig
- d'offrir ses bons offices afin que des négociations puissent ausser Kraft zu setzen, mit Besorgnis zur Kenntnis genommen
avoir lieu entre les parties en conflit et qu'un cessez-le-feu soit hat.
décrété. Anlässlich des Ministertreffens der OECD im Mai 1990 in Paris
hat weiter Bundesrat René Felber seinem türkischen Kollegen
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bäumlin, Béguelin, gegenüber die Besorgnis des Bundesrates über die Men-
Bircher Silvio, Blatter, Bodenmann, Brügger Cyrill, Brunner schenrechtslage in der Türkei zum Ausdruck gebracht Der
Christiane, Bundi, Caccia, Carobbio, Couchepin, Danuser, Bundesrat hat überdies in seiner Antwort auf das Postulat
Darbellay, de Dardel, Diener, Dünki, Duvoisin, von Feiten, «Asylgesetz und Entwicklungszusammenarbeit» der zuständi-
Goll, Grendelmeier, Gross Andreas, Guinand, Haering Binder, gen nationalrätlichen Kommission vom 11. Juni 1990 eine Er-
Herczog, Hollenstein, Hubacher, Jeanprêtre, Jori, Leuba, klärung in diesem Sinne abgegeben, ebenso in der Antwort
Mauch Ursula, Meier Hans, Meyer Theo, Perey, Rechsteiner, auf die Motion «Asylgesetz - Lage in der Türkei und in Kurdi-
Ruffy, Rychen, Schmid Peter, Seiler Rolf, Sieber, Steiger, Thür, stan» der Kommissionsminderheit. Er hielt dabei auch fest,
Tschopp, Wanner, Weder Hansjürg, Zisyadis, Zwygart (47) dass das EDA seinen Einsatz zugunsten der Menschenrechte
in der Türkei intensivieren und die Direktion für Entwicklungs-
Schriftliche Begründung - Développement par écrit zusammenarbeit und humanitäre Hilfe (DEH) überprüfen
Aus verschiedenen Alarmmeldungen der kurdischtürkischen werde, ob das Entwicklungsprogramm im Osten der Türkei
Menschenrechtsvereine wie auch aus Zeitungsmeldungen ist nicht erweitert werden könnte. In der Zwischenzeit sind diese
ersichtlich, dass die bürgerkriegsähnliche Situation in der Tür- Programme tatsächlich wesentlich verstärkt worden, und zwar
kei eskaliert Ich selber konnte anlässlich einer Privatreise in vor allem auf dem Gebiet des Forstwesens und der Aus-
der Osttürkei in der Zeit vom 5. bis 11. August 1992 Kenntnis bildung.
nehmen von mehr als hundert «mysteriösen» Morden, von In der Folge des erwähnten Gesprächs vom Mai 1990 bot der
Exekutionen von kritischen Journalisten auf offener Strasse offizielle Arbeitsbesuch von Bundesrat René Felber vom 5.
und vom Vertreiben ganzer Dorfbevölkerungen. und 6. April 1991 in Ankara eine weitere Gelegenheit, nach-
Zur Durchsetzung der Menschenrechte scheint eine Hilfe von drücklich auf die Menschenrechtssituation und die schwierige
aussen unerlässlich. Der Einsatz von Beobachtern und Beob- Lage der Kurden in der Türkei hinzuweisen.
achterinnen, wie in Helsinki im März 1992 im Rahmen des Die interne Lage in der Türkei, insbesondere die Menschen-
KSZE-Folgetreffens bereits durch die Schweiz angeregt, ist rechtssituation, war auch Gegenstand der Gespräche, die
eine der friedlichen Massnahmen, die zur Entspannung der Staatssekretär Jakob Kellenberger am 9. September 1992 in
Krisensituation beitragen kann. Ankara mit Aussenminister Hikmet Cetin und Staatssekretär
Die Eskalation des Konfliktes nimmt ein sehr bedrohliches OzdemSanberk geführt hatte. J. Kellenberger erinnerte in die-
Ausmass an. Die Angst vor Repression und der Krieg treiben sem Zusammenhang daran, dass die Schweiz und die Türkei
unzählige Leute in die Flucht. Die Schweiz wäre gut beraten, durch ihre Mitgliedschaft im Europarat und der KSZE der glei-
sich für die Lösung des Konfliktes einzusetzen, bevor sie eine chen Wertegemeinschaft angehören. Dies legitimiere beson-
grössere Zahl von Schutzsuchenden aufnehmen muss. ders das schweizerische Interesse an der Menschenrechtssi-
Motion Eymann Christoph 2736 N 18 décembre 1992
tuation und das Bestehen der Schweiz auf strikte Einhaltung Texte de la motion du 3 juin 1992
der Menschenrechte. Er unterstrich ebenfalls, dass die Le Conseil fédéral est chargé de rattacher la Suisse du mieux
Schweiz jede Form der Gewaltanwendung verurteile, insbe- qu'il pourra au réseau - toujours plus dense de coopération
sondere, wenn deren Opfer die Zivilbevölkerung ist Diese Ver- des polices d'Europe en proposant le plus tôt possible aux ins-
urteilung schliesst auch jede Art von Terrorismus ein, Inbegrif- tances de la Communauté et à celles de l'AELE d'implanter à
fen Gewalttaten, die sich gegen eine demokratisch gewählte Baie une Ecole européenne des cadres de la police.
Regierung richten.
Staatssekretär Kellenberger hat im weiteren die Hoffnung zum
Ausdruck gebracht, die Türkei möge zwei wichtige Gesetzes- Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Bezzola, Borer
vorlagen im Bereich der Menschenrechte (Gesetz über die Roland, Borradori, Cincera, Comby, Dreher, Eggly, Fischer-
Strafprozessordnung, welches Inhaftierten einen besseren Seengen, Friderici Charles, Fritschi Oscar, Giezendanner,
Schutz gewährt, sowie die gesetzlichen Bestimmungen, wel- Gros Jean-Michel, Guinand, Gysin, Keller Rudolf, Kern, Leu
che die Kompetenzen des Ministers für Menschenrechte fest- Josef, Leuba, Maspoli, Mauch Rolf, Miesch, Müller, Marbel,
legen) sobald als möglich in Kraft setzen. Schliesslich hat Philipona, Reimann Maximilian, Sandoz, Scheurer Rémy,
Staatssekretär Kellenberger die Türkei erneut zum Beitritt zu Stamm Luzi, Steinemann, Verterli, Wick, Wyss Paul (33)
den zwei Zusatzprotokollen zu den Genfer Konventionen ein-
geladen.
Der Bundesrat wird auch weiterhin nicht zögern, seinen Stand- Schriftliche Begründung - Développement par écrit
punkt in diesen Fragen am geeigneten Ort unmissverständ- Durch die fortschreitende europäische Integration gerät die
lich darzulegen. Schweiz in den Bereichen «Innere Sicherheit» und «Internatio-
Gute Dienste: nale polizeiliche Zusammenarbeit» in eine sachlich nicht zu
Gute Dienste einer Drittpartei zwischen zwei Streitparteien, rechtfertigende Aussenseiterrolle. Es steht zu befürchten,
beispielsweise zur Ermöglichung eines Waffenstillstands, las- dass der Schweiz als Nicht-EG-Mitglied durch zunehmende
sen sich nur unter den folgenden Voraussetzungen leisten: Isolierung in diesen Bereichen angesichts der Kriminalitäts-
- Einverständnis beider Streitparteien, die andere Partei über- entwicklung schwerwiegende Probleme erwachsen werden.
haupt als Verhandlungspartner zu akzeptieren; Es ist europaweit unbestritten, dass es für eine wirkungsvolle
- Bereitschaft beider Seiten, das Ziel Guter Dienste, hier also polizeiliche Zusammenarbeit eines institutionalisierten Infor-
einen Waffenstillstand, grundsätzlich zu akzeptieren; mationsaustausches ebenso wie einer gemeinsamen Fortbil-
- Bereitschaft beider Seiten, die Drittpartei aktiv um die Lei- dung für hohe und höchste Kader sowie einer gemeinsamen
stung Guter Dienste anzugeben; solche Dienste können von Aus- und Weiterbildung von Spezialisten verschiedenster
Dritten nicht aufgedrängt werden. Richtung bedarf. Aus verschiedenen Gründen konnte eine Po-
Im vorliegenden Konflikt ist heute keine der drei Voraussetzun- lizeiakademie, die in dieser Richtung wirken würde, bisher
gen auch nur annähernd erfüllt: nicht eingerichtet werden. Hier bestünde für die Schweiz eine
- In der Sicht der türkischen Regierung handelt es sich bei der ausgezeichnete Möglichkeit, nicht nur ein längst erwünschtes
PKK um eine reine «Terroristenorganisation», die als Sicher- Signal des Willens zur engen Zusammenarbeit im europäi-
heitsrisiko beseitigt werden muss, und nicht um eine verhand- schen Rahmen zu geben, sondern auch einen konkreten Bei-
lungswürdige Gegenpartei. trag an den Aufbau Europas im Bereich der inneren Sicherheit
- Die PKK ihrerseits hat sich ausdrücklich dem bewaffneten zu leisten.
Kampf gegen den türkischen Staat verschrieben. Ein bereits im Frühjahr 1991 von der Kantonspolizei Basel-
- Keine der beiden Seiten hat sich um die Leistung Guter Stadt ausgearbeitetes Projekt einer Europäischen Polizeifüh-
Dienste durch eine Drittpartei bemüht rungsakademie in der Schweiz hat die Unterstützung der Kon-
Der Bundesrat würde ein Gesuch um die Leistung Guter ferenz der kantonalen Justiz-und Polizeidirektoren, der Verei-
Dienste aber selbstverständlich in positivem Sinn prüfen. nigung der städtischen Polizeidirektoren, der Konferenz der
Kantonalen Polizeikommandanten der Schweiz, der Schwei-
Schriftliche Erklärung des Bundesrates zerischen Vereinigung städtischer Polizeichefs sowie des
Déclaration écrite du Conseil fédéral Schweizerischen Polizei-Institutes Neuenburg gefunden und
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- ist von zahlreichen Vertretern ausländischer Polizeibehörden
wandeln. in exploratorischen Gesprächen lebhaft begrüsst worden. Die
von der Schweiz als Beitrag an diese europäische Koopera-
Ueberwiesen als Postulat- Transmis comme postulat tion zu übernehmenden Kosten von jährlich knapp einer Mil-
lion Franken sind vergleichsweise bescheiden.
Die derzeitige Unmöglichkeit, in den für Fragen der inneren
Sicherheit und polizeilichen Zusammenarbeit zuständigen
Gremien der EG-Staaten (Trevi-Kooperation) mitzuwirken
bzw. dem Schengener Uebereinkommen vom 19. Juni 1990
beizutreten, unterstreicht die Isolierung der Schweiz in die-
#ST# 92.3196 sem Bereich. Diese hat in erster Linie für uns, indirekt aber
auch für unsere Partnerländer negative Auswirkungen. Die
Motion Eymann Christoph Schweiz wird die notwendig daraus folgenden Informations-
Europäische Polizeiführungsakademie defizite mit den entsprechenden Konsequenzen zu spüren
bekommen. Der Maastrichter Vertrag über eine europäische
in Basel Union verschärft diese Entwicklung für Nicht-EG-Mitglieder
Implantation à Baie d'une Ecole noch.
européenne des cadres de la police Die Einrichtung einer Schweizerischen Polizeiführungs-
akademie böte aus heutiger Sicht die einzige Möglichkeit,
der Schweiz - ohne EG-Mitgliedschaft - im Bereich der inne-
ren Sicherheit und polizeilichen Zusammenarbeit zu einem
institutionalisierten und regelmässigen Erfahrungs- und In-
Wortlaut der Motion vom 3. Juni 1992 formationsaustausch auf hoher und höchster Ebene zu ver-
Der Bundesrat wird beauftragt, die Schweiz in das dichter wer- helfen. Basel, sowohl an der EG-Aussen- wie auch an einer
dende Netz der europäischen polizeilichen Zusammenarbeit EG-Binnengrenze gelegen, wo sich europaweite Verkehrsträ-
so gut als möglich einzubinden, indem er raschmöglichst den ger treffen und wo die notwendigen Infrastrukturen zur Verfü-
entsprechenden Instanzen der EG und Efta-Staaten anbietet, gung stehen, bietet sich - sowohl unter fachlichen als auch
in Basel eine Europäische Polizeiführungsakademie einzu- unter geographischen Gesichtspunkten -- als idealer Stand-
richten. ort an.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Fankhauser Einhaltung der Menschenrechte in der Türkei. Gute Dienste der
Schweiz
Motion Fankhauser Respect des droits de l'homme en Turquie. Bons offices de la Suisse
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1992
Année
Anno
Band VI
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3336
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 18.12.1992 - 08:00
Date
Data
Seite 2735-2736
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Pagina
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