Refugee Status and Migration Law Framework
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court discussed the legal status of "violence refugees" and the need for improved coordination and international cooperation in migration policy. The government acknowledged existing efforts in organizational coordination and a commitment to international regulations, but stated it was not yet prepared to draft a comprehensive migration law. The court agreed to allow the government more time, ultimately approving the motion as a postulate, recognizing the current legal framework had weaknesses regarding the temporary admission and equitable distribution of these refugees, and that the related concept of return assistance needed broader consideration.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 14a Absatz, Art. 14a Abs. 5 Anag; Refugee Status and Migration Law Framework: The government acknowledged existing efforts in organizational coordination and a commitment to international regulations, but stated it was not yet prepared to draft a comprehensive migration law. The court agreed to allow the government more time, ultimately approving the motion as a postulate, recognizing the current legal framework had weaknesses regarding the temporary admission and equitable distribution of these refugees, and that the related concept of return assistance needed broader consideration.
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KI-generiertCited as the legal basis for granting temporary admission to nationals from the former Yugoslavia, highlighting a specific provision used in practice for the situation of 'Gewaltflüchtlinge'.
Volltext
7. Juni 1993 N 1049 Asylpolitik. Initiativen und persönliche Vorstösse
Der Bundesrat ist bereits tätig: Es wurde nicht nur eine bes- 1. die vorläufige Aufnahme von Gewaltflüchtlingen (Flücht-
sere organisatorische Koordination zwischen dem Bundes- linge aus Kriegsgebieten) in der Schweiz und
amt für Ausländerfragen und dem Bundesamt für Flüchtlinge 2. die Rückkehrhilfe geregelt werden.
verwirklicht; der Bundesrat will auch anstehende internatio-
nale Regelungen berücksichtigen, also Migration nicht nur lo- Texte de la motion du 7 octobre 1992
kal und national angehen, sondern auch international auf eu- Le Conseil fédéral est invité à soumettre à l'Assemblée fédé-
ropäischer Ebene. rale un projet de révision de la loi sur l'asile et tout autre acte
Gegenüber der Motionärin erklärte Bundesrat Koller vor dem législatif qui règlent:
Ständerat, dass er weder auf nationaler noch internationaler 1. la prise en charge provisoire par la Suisse des réfugiés de la
Ebene so weit sei, einen verbindlichen Auftrag zur Schaffung violence (réfugiés provenant de territoires en guerre);
eines Migrationsgesetzes erfüllen zu können. Dies wurde übri- 2. les moyens défavoriser leur rapatriement.
gens auch von den Herren der Verwaltung gegenüber unserer
nationalrätlichen Kommission bestätigt. Frau Zölch unterbreitet im Namen der Kommission den fol-
Es stehen Aenderungen des Anag bevor, und der dringliche genden schriftlichen Bericht:
Bundesbeschluss im Asylbereich muss ins ordentliche Recht
übergeführt werden. Der Bundesrat ist sicher bereit, ein Migra- Erwägungen der Kommission
tionsgesetz parallel zu internationalen Anstrengungen zu Die Staatspolitische Kommission behandelte die Motion an ih-
schaffen, und ich glaube, wir müssen ihm als Rat hierzu die rer Sitzung vom 2S./26. Februar 1993 und kam zu folgenden
notwendige Zeit gewähren. Schlüssen.
Es gibt einen vernünftigen Weg, dem Bundesrat den nötigen Bei den Gewaltflüchtlingen handelt es sich um Personen, wel-
Spielraum zu verschaffen: Sie folgen dem Vorschlag des Bun- che die Voraussetzung des Flüchtlingsbegriffs der Flücht-
desrates und meinem Antrag, überweisen die Motion des lingskonvention und des Asylgesetzes nicht erfüllen, weil sie
Ständerates (Simmen) als Postulat und überweisen zudem nicht individuell verfolgt werden, aber aus berechtigter Furcht
das Postulat der Staatspolitischen Kommission (Leitlinien für vor Unruhen, Bürgerkriegen usw. aus ihrer Heimat fliehen. Mit
ein Migrationsgesetz). der Motion wird der Bundesrat aufgefordert, die rechtliche
Noch eine persönliche Zwischenbemerkung: Für einmal Stellung der Gewaltflüchtlinge zu klären und festzulegen. Ihre
möchte ich jetzt Mitglied der CVP-Fraktion sein. Dann könnte Aufenthaltsbewilligung wird heute durch das Bundesgesetz
ich damit rechnen, dass Sie, Herr Bundesrat Koller, Ihre über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (Anag) und
gleichlautende Auffassung mit Vehemenz vertreten würden. nicht durch das Asylgesetz geregelt. Der Bundesrat hat erst-
Ich bitte Sie, dem Bundesrat zu folgen und meinen Antrag zu mals im Dezember 1991 Staatsbürgern aus dem ehemaligen
unterstützen. Jugoslawien gestützt auf Artikel 14a Absatz 5 Anag vorläufige
Aufnahme gewährt. Diese und weitere Aufnahmeaktionen ha-
Bundesrat Koller: Ich habe Ihnen schon letzte Woche die Pla- ben gezeigt, dass die heutige rechtliche Konzeption gewisse
nung meines Departements bekanntgegeben. Wir sind gehal- Schwachstellen aufweist Insbesondere fehlt dem Bundesrat
ten, den dringlichen Bundesbeschluss über das Asylverfahren die Kompetenz, die vorläufig kollektiv aufgenommenen Aus-
sofort ins ordentliche Recht überzuführen. Dafür ist bereits länder und Ausländerinnen gleichmässig auf die Kantone zu
eine Expertenkommission eingesetzt worden und am Werk. verteilen. Weitere Probleme ergeben sich bei der Abgeltung
Wir haben im Legislaturprogramm zugleich eine Revision des der Fürsorgeleistungen. Die vorläufige Aufnahme ist formell
Anag angekündigt, und ich habe Ihnen zugleich gesagt, dass nur eine Ersatzmassnahme für eine nicht vollziehbare Weg-
wir längerfristig eine Migrationspolitik und ein Migrationsge- weisung. Die Gewaltflüchtlinge kehren nach Beruhigung der
setz vorbereiten. Lage in ihrem Heimatland dorthin zurück. Der Begriff der Rück-
Wenn Sie hinter diesem Fahrplan des Bundesrates stehen, kehrhilfe steht deshalb in einem engen Zusammenhang mit
dann können Sie die Vorstösse sowohl als Postulat wie als Mo- dem Begriff des Gewaltflüchtlings und soll deshalb weiter ge-
tion überweisen. fasst werden. Die Rückkehrhilfe soll nicht nur rein administrati-
ver Natur, sondern für die Schweiz eine Verpflichtung sein, auf
Motion 92.3049 internationaler Ebene darauf hinzuwirken, dass sich die Zu-
stände im Heimatland wenn immer möglich verbessern.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit 78 Stimmen M™ Zölch présente au nom de la commission le rapport écrit
Für den Antrag der Minderheit 12 Stimmen suivant:
Postulat 93.3043 Considérations de la commission
Ueberwiesen - Transmis La Commission des institutions ppppolitique a examiné la mo-
tion lors de ses séances des 25 et 26 février 1993. Elle est par-
venue aux conclusions suivantes.
Par réfugiés de la violence, on entend des personnes ne rem-
plissant pas les conditions requises au sens de la Convention
sur le statut des réfugiés et de la loi sur l'asile, du fait qu'elles
#ST# 92.3301 ne sont pas poursuivies à titre individuel, mais fuient parce
q'elles éprouvent des craintes justifiées à l'égard de troubles,
Motion des Ständerates guerres civiles, etc. Par le biais de cette motion, le Conseil fé-
(SPK-SR 91.309/91.310) déral est invité à définir et à fixer le statut légal des réfugiés de
Status der Gewaltflüchtlinge la violence. L'autorisation de séjour de ceux-ci est actuelle-
ment réglementée par la loi fédérale sur le séjour et l'établisse-
Motion du Conseil des Etats ment des étrangers (LSEE) et non pas par la loi sur l'asile. Le
(CIP-CE 91.309/91.310) Conseil fédéral a ordonné pour la première fois, en décembre
Statut des réfugiés de la violence 1991, l'admission collective provisoire de ressortissants de
l'ex-Yougoslavie en vertu de l'article 14a alinéa 5 LSEE. Cette
mesure et d'autres admissions ultérieures ont démontré que
notre conception actuelle du droit dans ce domaine présente
des points faibles. En particulier, le Conseil fédéral n'a pas la
Wortlaut der Motion vom 7. Oktober 1992 compétence de répartir de manière équitable entre les can-
Der Bundesrat wird beauftragt, den eidgenössischen Räten ei- tons les personnes étrangères admises à titre collectif et provi-
nen Entwurf für eine Revision des Asylgesetzes und allfälliger soire. L'indemnisation des frais d'assistance soulève d'autres
weiterer Erlasse zu unterbreiten, in welcher: problèmes. En effet, l'admission provisoire ne constitue for-
Postulat Fankhauser 1050 N 7iuin1993
mellement qu'une mesure subsidiaire, applicable en cas d'im- Schriftliche Begründung - Développement par écrit
possibilité de l'exécution du renvoi. Les réfugiés de la violence MehrereOrganisationen, u. a die Gewerkschaften, haben ver-
regagnent leur pays d'origine une fois le calme revenu. La no- schiedentlich auf die unhaltbare Situation der «versteckten»
tion d'aide lors du rapatriement est donc étroitement liée à Kinder von Saisonniers in der Schweiz hingewiesen.
celle de réfugié de la violence et elle peut être prise dans un Eine Aussprache der kantonalen Erziehungsdirektoren mit
sens plus large. L'aide lors du rapatriement ne doit pas consti- dem Vorsteher des EJPD im Herbst 1990 verlief ohne für die
tuer une mesure purement administrative, mais une obligation Oeffentlichkeit sichtbare Ergebnisse.
pour la Suisse d'oeuvrer sur le plan international en vue Das Verbot des Familiennachzuges, Grund für einen Vorbe-
d'améliorer, autant que possible, la situation dans le pays halt bei der Unterzeichnung der Uno-Kinderrechtscharta, wird
d'origine des réfugiés. höchstwahrscheinlich bei der Neuregelung der Personenfrei-
zügigkeit in den EWR- oder EG-Verhandlungen fallen. Um so
Antrag der Kommission mehr drängt sich eine humanitäre Lösung auf für die bereits
Aus den dargelegten Gründen beantragt die Kommission op- anwesenden, ohne legale Anwesenheitsregelung und oft vom
positionslos, die Motion zu überweisen. Schulbesuch abgehaltenen Kinder von Saisonniers.
Proposition de la commission Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Au vu des motifs exposés ci-dessus, la commission demande, vom 10. Juni 1991
sans opposition, de transmettre la motion. Rapport écrit du Conseil fédéral
du 10iuin 1991
Frau Heberlein, Berichterstatterin: Wir kommen damit zum Wie der Bundesrat in seiner Stellungnahme zur Motion Fank-
letzten Vorstoss dieser asylpolitischen Debatte. Der schriftli- hauser vom 19. September 1990 über die Revision des Aus-
che Bericht der Kommission enthält die Gründe, weshalb in ländergesetzes (N 90.697) ausführte, steht der Familiennach-
der bevorstehenden Revision des Asylgesetzes der Status der zug von Saisonniers in einem engen Zusammenhang mit der
Gewaltflüchtlinge respektive der Kriegsvertriebenen geregelt künftigen Gestaltung der Beziehungen, insbesondere des
werden muss - ich möchte das Wort Flüchtlinge vermeiden, freien Personenverkehrs, zwischen der Schweiz und der EG/
weil wir dies wieder mit dem Asylverfahren koppeln. Weil der Efta Dies gilt auch mit Bezug auf das vorliegende Postulat Zu-
Status heute nicht existiert, gibt es ganz unterschiedliche Re- dem muss vermieden werden, dass Saisonniers mit illegal an-
gelungen für die heute zum Beispiel aus Ex-Jugoslawien Ver- wesenden Kindern generell eine Jahresbewilligung erhalten
triebenen. Je nach dem, unter welchen Beschluss des Bun- und damit gegenüber Saisonniers, die ohne ihre Kinder einge-
desrates sie fallen, werden sie zu verschiedenen Bedingun- reist sind, bevorzugt behandelt werden. Die Erteilung von Jah-
gen aufgenommen, können hier bleiben; auch die finanziellen resbewilligungen an Saisonniers, welche die Voraussetzun-
Regelungen sind unterschiedlich. Das Verständnis der Kan- gen für eine Umwandlung der Saison- in eine Jahresbewilli-
tone und Gemeinden, aber vor allem der Betroffenen, welche gung nicht erfüllen, kann deshalb vorläufig nur in Härtefällen in
hier sind und je nach dem Status, unter den sie fallen, eine völ- Betracht gezogen werden.
lig andere Behandlung erhalten, ist für diese «Nichtregelung»
begreiflicherweise klein. Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Ebenso wichtig wie die Aufnahme dieses Status ist die Reali- Déclaration écrite du Conseil fédéral
sierung der Rückkehrhilfe, wie sie vom Bundesamt für Flücht- Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.
linge in die Wege geleitet wurde.
Die Staatspolitische Kommission beantragt Ihnen daher ein- Frau Fankhauser: Das Schicksal der sogenannt «versteckten
stimmig, diese Motion zu überweisen. Kinder» kann uns nicht gleichgültig lassen. Die beste Lösung
für das Problem ist die sofortige Abschaffung des Saisonnier-
Ueberwiesen - Transmis statuts. Das in Europa einzigartige Verbot für Arbeitnehmer
und Arbeitnehmerinnen, mit ihrer Familie zusammenzuleben,
verstösst gegen das Gebot der Menschenwürde und gegen
dieEMRK.
Der Bundesrat hat die Abschaffung des Saisonnierstatuts in
Aussicht gestellt Es drängt sich deshalb auf, ab sofort und für
die ganze Uebergangsperiode Massnahmen zu treffen, die
die soziale und schulische Integration dieser Kinder er-
#ST# 91.3128 leichtern.
Ich wollte mit meinem Postulat nichts Unmögliches. Im Rah-
Postulat Fankhauser men der damaligen Jubiläumsfeierlichkeiten wäre eine huma-
Amnestie nitäre Geste ein Zeichen der Mitmenschlichkeit gewesen und
das Korrigieren von offensichtlichem Unrecht; ein wohltuen-
für «versteckte» Saisonnierkinder der «coup de coeur» wäre uns sehr gut angestanden.
Enfants de saisonniers. Das Jubiläumsprogramm ist ohne Ueberraschungen abge-
Statut légal laufen, der Alltag hat uns wieder, das Problem der versteckten
Kinder ist in seiner ganzen Wirkung und Virulenz geblieben.
Die Rechte der Kinder aber sollen und müssen Priorität be-
kommen. Pragmatische Lösungen sind inzwischen, wie ich
gehört habe, ins Auge gefasst worden. Weitere werden oder
Wortlaut des Postulates vom 3. Mai 1991 müssen folgen; eine Ratifizierung der Konvention für die
Der Bundesrat wird eingeladen, als humanitäre Geste im Rah- Rechte der Kindersteht bevor.
men des 700-Jahre-Jubiläums der Eidgenossenschaft die An- Deshalb kann ich - in der Hoffnung, das Problem werde bald
wesenheit der bis heute in die Schweiz eingereisten, ohne Sta- auf rechtlichem Weg gelöst-, mein Postulat zurückziehen.
tut lebenden Kinder von Saisonniers zu legalisieren.
Zurückgezogen - Retiré
Texte du postulat du 3 mai 1991
Le Conseil fédéral est invité à faire un geste humanitaire dans
le cadre du 700e anniversaire de la Confédération et à légali-
ser la présence des enfants de saisonniers sans statut légal,
entrés en Suisse jusqu'à ce jour.
Mitunterzeichner-Cosignataires: Keine -Aucun
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion des Ständerates (SPK-SR 91.309/91.310) Status der Gewaltflüchtlinge
Motion du Conseil des Etats (CIP-CE 91.309/91.310) Statut des réfugiés de la violence
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1993
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3301
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 07.06.1993 - 14:30
Date
Data
Seite 1049-1050
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Ref. No 20 022 796
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