Media Law Implementation and Financial Viability Challenges
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis case concerns the implementation of a new radio and television law, focusing on difficulties faced by private media providers and the role of the national broadcaster. The court acknowledged that while the law aimed to foster competition, private entities struggled financially, exemplified by the failure of a business channel project. The court also addressed concerns about the financial sustainability of local media and the national broadcaster's provision of international programming. The court's reasoning centered on the need for sufficient financial backing for media initiatives, the challenges of balancing public service mandates with market competition, and the government's efforts to adapt existing frameworks like the SRG concession to support the law's goals, while also noting that private sector engagement had been insufficient in some areas.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 93 al. 1 LTF; Media Law Implementation and Financial Viability Challenges: The court acknowledged that while the law aimed to foster competition, private entities struggled financially, exemplified by the failure of a business channel project. The court also addressed concerns about the financial sustainability of local media and the national broadcaster's provision of international programming. The court's reasoning centered on the need for sufficient financial backing for media initiatives, the challenges of balancing public service mandates with market competition, and the government's efforts to adapt existing frameworks like the SRG concession to support the law's goals, while also noting that private sector engagement had been insufficient in some areas.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertUsed to declare the appeal inadmissible because it was against an interlocutory decision.
Volltext
Interpellation Mühlemann 72 N 2 mars 1993
#ST# 92.3246 nanzieller Art leisten kann. Schweizer Radio International ist
ein wichtiges Instrument, es ist erfolgreich. Aber hier wurden
Interpellation Mühlemann im Budgetbereich auch Kürzungen vorgenommen. Ist es
möglich, Schweizer Radio International zu einem Schweizer
Umsetzung des Radio- und Fernseh- Fernsehen International umzugestalten? Es ist ja jetzt dort ein
gesetzes in der Medienpraxis bedeutender Vertreter der SRG in führender Funktion tätig.
Loi sur la radio et la TV. Wird es gelingen, hier nicht einfach als Untermieter bei 3Sat
Difficultés d'application oder anderen Sendern aufzutreten, sondern ein eigenständi-
ges Instrument der Schweiz im Ausland zu schaffen?
Diskussion - Discussion Das alles, Herr Bundespräsident, sind Fragen, die mitten in ei-
nem Prozess stehen. Wir unterstützen Sie sehr gerne, weil wir
Siehe Jahrgang 1992, Seite 2215 - Voir année 1992, page 2215 Ihren Willen spüren, hier das Beste aus dem Gesetz zu
machen.
Meine Frage ist einfach: Wo stehen wir, Herr Bundes-
präsident?
Leuenberger Ernst: Ich bin angehalten worden, leise zu spre-
Mühlemann: Wir haben seinerzeit bei der Behandlung des chen. In grosser Sorge trete ich hier ans Rednerpult, wenn es
Radio- und Fernsehgesetzes ein Kooperationsmodell ent- darum geht, etwas zu unternehmen, was zwar offenbar der
wickelt, das in der schweizerischen Medienszene zu einer Bundesrat wünscht, was aber die Radio- und Fernsehgebüh-
Wettbewerbssituation führen sollte. Wir stellen heute fest, Herr renzahler in der Schweiz zahlen sollten.
Bundespräsident, dass Sie mit viel Energie darangehen, die Es erfüllt mich mit Sorge, wenn der Bundesrat auf die Frage
praktische Umsetzung vorzunehmen. Wir stellen aber auch von Herrn Mühlemann, was denn da auf diesem sogenannten
fest, dass es nicht in allen Teilen so gemacht wird, wie der Ge- vierten Kanal geschehe, antwortet: «Denkbar ist die Veranstal-
setzgeber es eigentlich wollte. Vor allem sind die Vertragspart- tung eines attraktiven Mantelprogrammes durch die SRG, das
ner oft nicht mit gleich langen Spiessen ausgerüstet, so dass Sendeplätze für Dritte offenlässt.» Fügen Sie hier noch bei,
es schwierig wird, dieses Kooperationsmodell in der Praxis zu und seien Sie sehr ehrlich: «Denkbar ist die Veranstaltung ei-
handhaben. nes sehr teuren und attraktiven Mantelprogrammes.» Dann
Es sei auch zuzugeben, dass sich die privaten Anbieter, vor al- sind Sie genau bei der Problematik, die vorhin bei der Motion
lem die Wirtschaft, zu wenig engagieren. Es ist bedauerlich, Spielmann im Zusammenhang mit den PTT-Betrieben disku-
dass seinerzeit beim vielversprechenden Projekt Business tiert worden ist.
Channel wegen ungenügender Unterstützung durch die pri- Es besteht hier offenbar die Meinung, dass der Bundesrat,
vate Wirtschaft der Konkurs eingeläutet werden musste - aus- auch nach dem Business-Channel-Flop, der Meinung ist:
gerechnet in einer Domäne, wo die Wirtschaft höchstes Inter- Wenn Private offenbar finanziell grosse Mühe haben, hier ei-
esse gehabt hätte, eine eigene Stimme im elektronischen genständige Programme anzubieten, dann verdonnern wir
Aetherzu besitzen. die SRG dazu, dass sie aus ihrem Gebührenaufkommen für
Nun stellen wir heute fest, dass im Dreiebenenmodell die Ent- Private attraktive Rahmenbedingungen schafft! Ich denke,
wicklung weitergegangen ist. Im Bereich der lokalen Ebene diese Ueberlegungen könnten zu ganz fatalen Schlüssen füh-
haben sich die vielen Lokalradios mehr oder weniger am Le- ren, wenn man davon ausgeht, was mit Business Channel
ben gehalten. Es sind erfreulicherweise auch einzelne lokale passiert ist.
TV-Stationen entstanden. Das Hauptproblem besteht bei die- Selbst wenn Sie, Herr Bundespräsident, dann die Meinung
sen privaten Institutionen im Bereich der finanziellen Basis, vertreten, mit 7 oder mit 10 Millionen Franken jährlich sei die-
der Sicherstellung des Ueberlebens. ses Mantelprogramm zu finanzieren, muss ich Ihnen einfach
Herr Bundespräsident, wie weit sind wir hier mit diesem Notin- sagen: Ich habe bisher Fachleute über dieses Gebiet reden
strument des Gebührensplittings? Es ist ja ein Versuch, einen gehört. Sie haben allesamt und übereinstimmend gesagt: Das
Teil dieser Kosten zu übernehmen, durch Unterstützung aus ist mit diesem Betrag nicht möglich; es braucht ein Vielfaches
dem Hörer- oder dem Zuschauerkreis. Ich stelle aber fest, dieses Betrages.
dass die Verordnung natürlich relativ wenig grosszügig ange- Ich kann diese Antwort so nicht stehenlassen; es geht nicht an,
legt ist Was hierfliesst, sind mehr oder weniger Almosen, die wenn man einfach hingeht und sagt: Die sollen das halt dann
einmal mehr diesen Lokalradios das Sterben und das Leben finanzieren, um Dritten Sendeplätze offenzulassen. Das war
nicht so richtig erlauben. Ich möchte Sie fragen: Wie weit geht im Zusammenhang mit dem von Herrn Mühlemann zitierten
man in der Existenzsicherung dieser wichtigen Stationen? Vertragsmodell nie, aber auch gar nie die Meinung!
Das schwierigste Problem ist auf der nationalen Ebene zu fin- Wir haben damals immerhin daran gedacht, dass sich ver-
den. Natürlich sind erfreuliche Versuche da. Das neue Projekt schiedene Partner zusammenraufen, und nicht dass der Bun-
Teil TV ist offenbar im Grundansatz richtig, aber auch da ist die desrat hingeht und die Rahmenbedingungen von Anfang an
Finanzierung keineswegs gesichert, das Projekt steht auf so einseitig festsetzt.
wackeligen Füssen. Jetzt kommt das zweite: Wenn's dann ums Bezahlen geht -
Wir haben im Bereich der SRG ein Mantelprogramm S plus, ei- und das ist nicht böser Wille, sondern das sind Sachzwänge -,
nen Versuch im deutschsprachigen Raum, die vierte Sender- kann der Bund nicht gross mithalten. Das ist die Antwort auf
kette privaten Anbietern anzubieten, wobei die SRG natürlich die Frage: Was tut denn der Bund, um die internationale Fern-
nicht allergrösste Lust empfindet, irgendwelche Leute ins Nest sehpräsenz zu fördern? Wir werden vermutlich hier die Bud-
aufzunehmen und zu fördern, die dann zur Konkurrenz getzahlen 1993 hören und die Budgetkürzungsübungen, die
werden. dort diskutiert und vorgenommen worden sind.
Ich glaube, dass es im Augenblick gar nichts anderes gibt. Wir kennen das andere Beispiel, bei welchem wir grosse Er-
Aber ich möchte schon fragen, Herr Bundespräsident: Sind fahrungen haben, bei Schweizer Radio International, wo man
die Eisheiligen der SRG willens, dieses Problem echt kon- à l'unanimité- nehme ich an - ins Gesetz geschrieben hat, der
struktivanzugehen? Haben hier verschiedenste private Anbie- Bund müsse die Hälfte von Schweizer Radio International fi-
ter tatsächlich eine reelle Chance, ein freies Programm zu ent- nanzieren. Und siehe da: Was geschieht später? Eine Spar-
wickeln, so dass der Medienwettbewerb spielt, den wir alle übung im Parlament, und schon sind diese hälftige Finanzie-
wünschen? rung und jede Entwicklungsmöglichkeitweg.
Schliesslich bleibt uns die internationale Ebene. Das ist heute Ich mache hier keine moralischen Vorwürfe, sondern ich sage
sehr wichtig. Die Schweiz muss im Ausland ihre Stimme erhe- bloss: Man kann zwar als einziges europäisches Land die Ge-
ben können, unsere Probleme zeigen können. Wir stehen in bührenzahler im Inland dafür zahlen lassen, dass sich die
einer Image-Situation, die das dringend notwendig macht. Wir Schweiz im Ausland präsentieren kann und will. Aber auf die
haben im Gesetz vorgesehen, dass der Bund Unterstützung fi- Dauer geht das nicht! Wenn man schon ins Gesetz schrieb,
2. März 1993 N 73 Interpellation Mühlemann
mindestens die Hälfte sei vom Bund zu finanzieren, dann war Parlament haben im Rahmen der Beratung zum neuen Radio-
man eigentlich der Meinung, der Bund werde, wenn er diese und Fernsehgesetz etwas mehr Unternehmung verlangt, und
internationale Präsenz schon so stark wünscht, mittelfristig das haben wir jetzt zu vollziehen. Die neue SRG-Konzession
zum uralten Zustand zurückkehren und wie alle europäischen geht ja in diese Richtung. Die SRG muss jetzt hier selbst han-
Länder diesen Auslandfunk schlicht und einfach selber bezah- deln, denn wir können und wollen ihr nicht befehlen. Da
len, wie sich das für jedes zivilisierte Land gehört. möchte ich auch die Damen und Herren, die in der SRG vertre-
Wenn man mit ganz grossen Projekten Medienpolitik machen ten sind, namentlich Herrn Leuenberger Ernst, bitten, dafür zu
will, soll man sich bitte auch einen Augenblick darum küm- sorgen, dass diesem Gesetz, das Sie mittragen, Rechnung
mern, wer das wie finanzieren soll. Die Privaten jedenfalls sind getragen wird.
durch das Experiment Business Channel abgeschreckt wor- Wie Sie wissen, wird privaten Veranstaltern auf dem neuen,
den. Das jetzt den Schweizer Gebührenzahlern anlasten zu vierten Fernsehkanal der Zugang zum Markt eröffnet. Ich
wollen, ist ein Weg, der nicht zum Ziel führt. hoffe, dass sich hier viele interessieren und mitmachen; nicht
nur immer fordern, fordern und nochmals fordern, sondern
Bundespräsident Ogi: Herr Mühlemann hat drei Fragen ge- jetzt, da die Möglichkeit gegeben ist, diese Chance auch
stellt. Ich werde ihm drei Antworten geben. packen.
Wenn man jetzt den beiden Rednern, Herrn Mühlemann und Der Bundesrat hat in der Zwischenzeit den Anliegen von Herrn
Herrn Leuenberger Ernst, zugehört hat, würde man eigentlich Mühlemann Rechnung getragen. Er hat nämlich der SRG die
nicht glauben, dass die beiden Herren an der Geburt des Konzession für S plus mit der Auflage gegeben, dass ein eige-
neuen Radio- und Fernsehgesetzes mitbeteiligt waren. nes Profil und eine eigene Direktion geschaffen werden. Der
Sie haben feststellen können, wie die Meinungen schon wie- Bundesrat hat, Herr Leuenberger Ernst, der SRG diese Kon-
der, nach kurzer Dauer, total auseinandergehen. Und in dieser zession gegeben und nicht einem Privaten wie Ringier und
etwas schwierigen Situation sage ich zunächst Herrn Leuen- auch nicht dem «Tages-Anzeiger» oder der «NZZ». Ich möchte
berger Ernst: Man kann die «Bahn 2000» nicht mit der SRG ver- festhalten, dass das nicht selbstverständlich ist
gleichen. Und das S plus wurde im Rahmen des Radio- und Ich möchte Sie im Dialog mit Herrn Hess nicht stören, ganz
Fernsehgesetzes geschaffen; wenn man es will, kann man es und gar nicht, aber ich möchte noch etwas sagen zu diesem
auch finanzieren. Dann kann man auch Möglichkeiten finden, S plus. Der Bundesrat hat sich auch Gedanken gemacht, wie
dass derjenige, der Gebühren zahlt - Sie und ich -, das dann dieses S plus aussehen könnte. Zuerst einmal wollte der Bun-
nicht finanzieren muss. Ich werde noch auf einige Ausführun- desrat nicht schon wieder ein Fernsehen aus Leutschen-
gen, die Sie hierzu gemacht haben, eintreten. bach - ich sage nicht Zürich, sondern Leutschenbach -; als
Zu Ihrer ersten Frage, Herr Mühlemann: Die vom Radio- und Solothurner und als Thurgauer werden Sie das auch begrei-
Fernsehgesetz vorgesehene Liberalisierung von Radio und fen. Das ist der Grund für diese Direktunterstellung, und das ist
Fernsehen muss jetzt in die Praxis umgesetzt werden. Da bin der Grund, weshalb wir den Direktor von S plus dem General-
ich schon ein wenig enttäuscht - ich muss das sagen -, dass direktor der SRG unterstellen wollen und nicht dem Direktor
hier die Wirtschaft nicht so mitmacht, wie Sie das hier am Pult aus Leutschenbach.
gesagt haben. Vielleicht könnten Sie auch Einfluss nehmen, Wir wollen ein gesamtschweizerisches S plus, also eines, das
dass man uns jetzt nicht ein zweites Mal im Regen stehen auch Solothurn und Thurgau berücksichtigt. Wir wollen ein
lässt, nachdem man das gefordert, nachdem man mir ver- Fernsehen, das auch die anderen Sprachkulturen im Auge be-
schiedene Modelle vorgetragen hat, nachdem die Kommis- hält und eine publizistische Konkurrenz ist zum Zürcher Fern-
sion mit Ihrer Unterstützung und auch jener von Herrn Leuen- sehen - das hat der Bundesrat ganz bewusst so gewollt -, in-
berger Ernst die Möglichkeit geschaffen hat. dem es vielleicht sogar eine abweichende journalistische
Uns liegt viel daran, dass diese Umsetzung jetzt gelingt. Des- Mentalität entwickelt. Das haben nicht alle begriffen.
halb haben wir in diesem neuen Gesetz, das Sie, aber auch Ich bitte Sie, Herr Leuenberger Ernst, dafür zu sorgen, dass
Herr Leuenberger Ernst, mitgeprägt haben, diese Unterstüt- diejenigen, die etwas langsam lesen wie ich, das begreifen
zungsmöglichkeiten vorgesehen, und deshalb erwartet der und nicht mehr Opposition machen. Geben Sie dieser SRG für
Bundesrat, dass wir etwas besser unterstützt werden. Wir ha- dieses S plus genügend Mittel. Sie haben sie dank den Be-
ben immerhin - das hat man vergessen - die Werbezeiten schlüssen des Bundesrates bekommen. Mit 5,6 oder 10 Millio-
stark erhöht und das Sponsoring eingeführt. Das gibt neue nen Franken können Sie S plus nicht abspeisen. Dann würden
Möglichkeiten, und davon wird nicht nur die SRG, sondern Sie verhindern, dass S plus erfolgreich ist. Das braucht viel-
werden auch Lokalradios und das Lokalfernsehen profitieren leicht 20 oder 30 Millionen Franken, um Ihnen eine Grössen-
können. ordnung zu geben, und damit Sie den Mut haben, hier zu die-
Dann gibt es auch noch das Gebührensplitting. Darauf warten ser publizistischen Alternative ja zu sagen.
Sie ja schon seit langer Zeit, Herr Mühlemann. Aber nur in wirt- Zu Ihrer dritten Frage: die Fernsehpräsenz der Schweiz im
schaftlich schwächeren Gebieten werden wir dieses Gebüh- Ausland. Diese Präsenz ist sehr wichtig. Ein eigentliches
rensplitting einführen können. Die Kriterien kennen Sie, ich «Schweizer Fernsehen International», das, was man in den
brauche sie hier nicht noch einmal zu erwähnen, sie sind jetzt siebziger Jahren, vielleicht zu Beginn der achtziger Jahre
bekannt; die Einzelheiten des Verfahrens auch. Im Hinblick auf noch als Wunschtraum vorsieh sah, ist heute wohl aus Kosten-
die Ausrichtung des Gebührensplittings - um Ihre Frage ganz gründen nicht mehr möglich; es kommt nicht in Frage. Des-
klar und konkret beantworten zu können - können die Lokalra- halb ist es auch nicht möglich, das mit einer privaten Träger-
dios bereits ab April dieses Jahres die Gesuche bei uns einrei- schaft zu finanzieren. Wir haben hier gewisse Erfahrungen;
chen. Wir gehen davon aus, dass an die berücksichtigten Ver- Herr Mühlemann hat sie angesprochen.
anstalter bereits auf Mitte Jahr - bei uns geht die Sache sehr Daher machen wir bei bestehenden internationalen Program-
rasch, Herr Mühlemann - die ersten Splitting-Anteile ausbe- men mit Das Parlament, Sie, hat im Budget 1993 über 2,3 Mil-
zahlt werden können. Ich würde sagen: Freude herrscht, und lionen Franken für das Engagement der SRG bei 3Sat, bei
Hoffnung ist vorhanden. TV5, bei RaiSat und bei CNN vorgesehen und somit beschlos-
Dieser Topf aber für die Lokalradios, der zuerst noch gefüllt sen. Für ein Engagement beim deutsch-französischen Kabel-
werden muss, wird dann mit den neuen Radio- und Fernseh- programm Arte fehlt derzeit noch das nötige Geld.
gebühren gefüllt. Da rufe ich Herrn Leuenberger Ernst noch- Zusammenfassend kann ich Ihnen sagen: Es hat sich einiges
mals in Erinnerung, dass wir auch hier wiederum die Gebüh- getan seit der Inkraftsetzung des neuen Radio- und Fernseh-
ren recht kräftig erhöht haben. Es geht also nicht darum, zuviel gesetzes, aber nicht überall ist das Engagement stark genug.
zum Sterben und zuwenig zum Leben zu geben, wie Sie das Bei der SRG ist in bezug auf Neuerungen etwas Zurückhal-
so schön formuliert haben, Herr Mühlemann. tung festzustellen; bei den privaten Unternehmen, die gefor-
Zu Ihrer zweiten Frage: Der Liberalisierungsgedanke soll-wie dert und gefordert haben, ist das Engagement auch nicht so
gesagt - nicht toter Buchstabe bleiben. Dafür hat der Bundes- zu spüren, wie das nötig wäre. Ich hoffe, dass wir dank der
rat auch bei der Ausgestaltung der neuen SRG-Konzession heutigen Debatte und dank den klaren Worten, die beide Her-
gesorgt, die nicht allen Leuten gepasst hat Aber auch Sie als ren hier formuliert haben, diesen Neuerungen einen neuen Im-
Postulat Loeb François 74 N 2 mars 1993
puls geben, der dringend notwendig ist, damit wir nicht zu spät In diesem Zusammenhang habe ich etwas Mühe, die Interpel-
sind. lation Aubry zu verstehen. Die Frage hat beim Entscheid des
Hier ist eine ungeheure Entwicklung im Gange, und wir sollten Bundesrates vom 18. November über die Gebührenerhöhung
diese Entwicklung nicht verschlafen. überhaupt keine Rolle gespielt.
Es geht hier um zwei verschiedene Themen: Es geht einerseits
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- um die Erhöhung der Radio- und Fernsehgebühren - diese
tes befriedigt. Gebühren haben Radio und Fernsehen dringend nötig -, an-
derseits geht es um die neue Zeitschrift des Westschweizer
Fernsehens, das hier unternehmerisch gehandelt hat. Wir ha-
ben im Rahmen der jüngsten Strukturreform derSRG-Sie ha-
ben das mit dem neuen Radio- und Fernsehgesetz bestätigt -
#ST# 92.3368 vermehrtes unternehmerisches Handeln und Denken verlangt
und auch gefordert Jedes Medium der SRG soll eine selb-
Interpellation Aubry ständige Betriebseinheit bilden und über einen eigenen unter-
Erhöhung der Radio- nehmerischen Ermessensspielraum verfügen. Das wurde im
und Fernsehgebühren Rahmen des Radio- und Fernsehgesetzes ganz klar von der
und neues Magazin «Hublot» Mehrheit gefordert; Sie können das in den Protokollen nach-
lesen.
Hausses des taxes Deshalb soll das Westschweizer Fernsehen auch mit einer ex-
de la radio et de la télévision ternen Publikation hier Marketing betreiben können. Es soll
et parution du magazine «Hublot» sich gegenüber der grossen Konkurrenz, die heute gerade in
diesem Bereich besteht, wenigstens in der Schweiz, Frau Au-
Diskussion - Discussion bry, durchsetzen können. «Hublot» stellt einen neuen Kommu-
nikationskanal zwischen den Sponsoren, die wir dringend
Siehe Jahrgang 1992, Seite 2788-Voir année 1992, page 2788 suchen und die Ihr Parteikollege Mühlemann von uns oder
von der SRG gefordert hat, damit man diese Kooperations-
möglichkeiten mit ihnen realisieren kann.
Irgendwie braucht es diesen Kommunikationskanal zwischen
den möglichen Sponsoren - zwischen denjenigen, die bereit
M™ Aubry: Ceci intéresse uniquement les Romands et pas les sind zu unterstützen - und der SRG und natürlich auch dem
Suisses alémaniques. Cette interpellation avait deux points Publikum. So gesehen ist «Hublot» auch keine Konkurrenz zu
bien précis. Le premier est tombé, c'était la hausse des rede- übrigen Presseerzeugnissen. Ich kann Ihnen sagen: Die Fi-
vances télévision et radio qui a déjà été décidée par le Conseil nanzierung dieses Kommunikationskanals erfolgt aus den ei-
fédéral. Nous n'y reviendrons donc pas, même si nous la dé- genen Werbeeinnahmen, die dieses Organ, dieser Kommuni-
plorons. kationskanal, erzielt. Die Zeitschrift ist also selbsttragend. Das
Le deuxième point concerne le magazine «Hublot». Ce maga- neue Magazin steht somit in keinem Zusammenhang mit der
zine cause de nombreux soucis à la presse quotidienne. Il a Erhöhung der Empfangsgebühren.
été distribué à 760 000 exemplaires dans toutes les boîtes aux Es ist bei der SRG, bei den PTT, bei den SBB immer wieder das
lettres de Suisse romande gratuitement. Et ce qui dérange gleiche. Bei den Budgets, bei den Rechnungen verlangt man
c'est justement la gratuité à un moment où la presse écrite su- von uns unternehmerisches Handeln. Wir gehen dann hin -
bit un net recul de la publicité. Je vous rappellerai une chose mit A-Post - zu diesen Unternehmungen und sagen ihnen:
importante: en ce moment les petits journaux en Suisse ro- «Unternehmerisch handeln, bitte. Man erwartet von Ihnen,
mande ont perdu le 22,2 pour cent de leur publicité, et leur pa- dass.... usw.» Und wenn sie dann etwas unternehmen, eben
rution est mise en péril. Or, nous avons besoin de journaux ré- unternehmerisch handeln, dann wird immer wieder kritisiert
gionaux, nous avons besoin de diversité dans la presse, mais Ich glaube, wir sollten hier etwas Grosszügigkeit entwickeln;
nous n'avons pas besoin d'une concurrence déloyale gratuite wir sollten nicht die Lust am Scheitern entwickeln, sondern wir
de la télévision. De tous côtés, on la trouve inadmissible. Et la sollten die Lust am Reüssieren, am Erfolg, entwickeln.
télévision va publier deux fois, peut-être trois fois par an ce ma-
gazine qui, jugé par une certaine presse, ne semble pas d'un Präsident: Die Interpellantin ist von der Antwort des Bundes-
niveau très élevé. Selon des statistiques fiables, la télévision a rates nicht befriedigt.
déjà capté régulièrement 4 pour cent du total de la manne pu-
blicitaire et les journaux ont vu leur part de publicité descendre
de 37 à 32 pour cent. En janvier, la presse quotidienne a cons-
taté une réduction de 12 pour cent des annonces par rapport
au mois de janvier précédent.
On a parlé dans la réponse du Conseil fédéral de marketing,
mais est-ce réellement une image de marque que ces photo-
graphies rapidement sous-titrées du magazine «Hublot»? A #ST# 92.3571
mes yeux, elle n'est pas très élevée, aux yeux des spécialistes,
non plus. Je pense que, comme marketing, la télévision ro- Postulat Loeb François
mande est fort bien servie puisque toute la journée elle passe Mehrsprachige Sendungen
sur le petit écran pour se faire valoir. an Radio und Fernsehen
Je vous demande, Monsieur le Président de la Confédération,
de faire appliquer, parce que ceci est quand même assez ur- Radio et télévision.
gent, le cahier des charges de la télévision suisse romande Emissions plurilingues
afin d'éviter, avec la presse écrite, une concurrence que nous
appellerons déloyale.
Bundespräsident Ogi: Wenn ich jetzt das wieder höre und
auch die Diskussion von vorhin etwas analysiere, habe ich Wortlaut des Postulates vom 18. Dezember 1992
manchmal schon den Eindruck: Wir haben irgendwie in den Der Bundesrat wird gebeten, möglichst rasch dafür zu sorgen,
letzten Jahren eine Lust am Scheitern entwickelt, eine Verliebt- dass die SRG in den deutschsprachigen Programmen regel-
heit ins Scheitern, anstatt eine Verliebtheit in den Erfolg. Ich mässig mehrsprachige Sendungen, an denen gleichzeitig
möchte grundsätzlich sagen: Man muss in den Erfolg verliebt mehrere Landessprachen beteiligt sind, am Radio und Fern-
sein und nicht ins Scheitern. sehen durchführt.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Mühlemann Umsetzung des Radio- und Fernsehgesetzes in der Medienpraxis
Interpellation Mühlemann Loi sur la radio et la TV. Difficultés d'application
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1993
Année
Anno
Band I
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 02
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3246
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 02.03.1993 - 08:00
Date
Data
Seite 72-74
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Ref. No 20 022 336
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