Government Compromise to Avoid International Disputes Over Real Estate Law
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe government recommended that a canton settle pending cases and refrain from enforcing court judgments against foreign-controlled real estate companies, which had been found to circumvent a law. This action was taken due to threats of retaliatory measures and arbitration from a foreign government citing an old treaty. The government justified its actions by arguing that the law in question conflicted with international treaty obligations, specifically an establishment and consular treaty with the foreign nation, which mandated equal treatment of foreigners and nationals. While acknowledging the action was not perfect, the government stated it was a necessary compromise to avoid negative international repercussions and potential lawsuits, and that future cases would be handled differently, possibly through the development of a new legal framework or the eventual application of European Economic Area law.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 113 Absatz, Art. 1 et 3 du Traité d'établissement; Government Compromise to Avoid International Disputes Over Real Estate Law: This action was taken due to threats of retaliatory measures and arbitration from a foreign government citing an old treaty. The government justified its actions by arguing that the law in question conflicted with international treaty obligations, specifically an establishment and consular treaty with the foreign nation, which mandated equal treatment of foreigners and nationals. While acknowledging the action was not perfect, the government stated it was a necessary compromise to avoid negative international repercussions and potential lawsuits, and that future cases would be handled differently, possibly through the development of a new legal framework or the eventual application of European Economic Area law.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the legal basis for requiring equal treatment between foreigners and nationals, which the 'lex Friedrich' violates.
Volltext
Interpellation urgente Gadient 478 12 juin 1992
Abschreibung - Classement vision oder die Aufhebung in Verbindung mit Ersatzmassnah-
men in Erwägung?
Antrag des Bundesrates Welche Ersatzmassnahmen bieten sich nötigenfalls aus der
Abschreiben der parlamentarischen Vorstösse Sicht des Bundesrates an?
gemäss Seite 88 der Beilage zum Bericht 3. Wie beurteilt der Bundesrat die präjudizielle Wirkung seines
Proposition du Conseil fédéral Vorgehens im Rahmen und ausserhalb des Bundesgesetzes?
Classer les interventions parlementaires
selon la page 85s. de l'annexe du rapport Texte de l'interpellation du 1er juin 1992
Ces dernières années, le canton des Grisons a systématique-
Angenommen -Adopté ment appliqué, avec le soutien actif de la Confédération, la lé-
gislation concernant l'acquisition d'immeubles par des per-
sonnes domiciliées à l'étranger. A cet effet, l'inspection canto-
Militärdepartement - Département militaire nale du registre foncier devait, en premier lieu, exiger, par le
biais des tribunaux, des renseignements sur les conditions de
Genehmigt - Approuvé financement et de participation des sociétés anonymes étran-
gères. Ensuite, elle devait faire constater, par la voie judiciaire,
Abschreibung - Classement le contournement de la lex Friedrich par les sociétés anony-
mes étrangères. Enfin, le canton des Grisons devait intenter
Antrag des Bundesrates une action civile en dissolution des sociétés anonymes qui
Abschreiben der parlamentarischen Vorstösse avaient enfreint la législation.
gemäss Seite 87 der Beilage zum Bericht C'est en 1991, lorsque les premiers jugements eurent été pro-
Proposition du Conseil fédéral noncés contre des sociétés immobilières en Haute-Engadine
Classer les interventions parlementaires contrôlées par l'Italie, que ce pays est intervenu pour la pre-
selon la page 85 de l'annexe du rapport mière fois auprès de la Suisse en déclarant que la lex Friedrich
était contraire à la Convention d'établissement et consulaire si-
Angenommen -Adopté gnée en 1868 par la Suisse et l'Italie.
Des mesures de rétorsion prises par l'Italie et l'annonce, par
ce pays, de sa volonté de faire appel à un tribunal d'arbitrage
Hier wird die Beratung dieses Geschäftes unterbrochen international ont incité le Conseil fédéral à recommander,
Le débat sur cet objet est interrompu dans une lettre, au gouvernement grison de régler les procé-
dures pendantes à l'amiable et de renoncer à exécuter les ju-
gements civils que le Tribunal fédéral avait prononcés contre
#ST# 92.3172 trois sociétés immobilières contrôlées par l'étranger.
Le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions sui-
Dringliche Interpellation Gadient vantes:
Aufhebung Lex Friedrich 1. Le Conseil fédéral est-il lui aussi d'avis que ces recomman-
dations sont discutables sous l'angle des principes régissant
Interpellation urgente Gadient un Etat de droit? Dans l'affirmative, comment les justifie-t-il?
Abrogation de la lex Friedrich 2. Ces recommandations donnent l'impression que des par-
ties essentielles de la lex Friedrich ne sont plus applicables. Le
Conseil fédéral a-t-il tout de même l'intention de maintenir
cette loi dans sa forme actuelle? Dans l'hypotèse contraire,
quelles dispositions entend-il réviser ou abroger, quitte à les
Wortlaut der Interpellation vom 1. Juni 1992 remplacer par des mesures de substitution?
Der Kanton Graubünden hat in den letzten Jahren die Gesetz- Aux yeux du Conseil fédéral, quelles mesures de substitution
gebung über den Grundstückerwerb durch Personen im Aus- sont envisageables?
land mit tatkräftiger Unterstützung des Bundes konsequent 3. Que pense le Conseil fédéral du précédent que ces recom-
durchgesetzt Hiezu musste das Grundbuchinspektorat als er- mandations créent en rapport avec ladite loi ou toute autre loi?
stes über die Gerichte Einsicht in die Finanzierungs- und Be-
teiligungsverhältnisse der ausländischen Aktiengesellschaf- Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
ten erzwingen. Als zweites hatte das Gundbuchinspektorat auf
gerichtlichem Weg die Umgehung der «Lex» durch die auslän- Gadient: Am 16. April 1992 kommentierte die «NZZ»: «Der Vor-
dischen Aktiengesellschaften feststellen zu lassen. Schliess- gang ist in den Augen des Normalbürgers erschütternd. So
lich musste der Kanton Graubünden Zivilklage auf Auflösung komplex die Umstände und die Beweggründe des Bundesra-
der widerrechtlichen Aktiengesellschaften führen. tes im einzelnen sein mögen - die Tatsache, dass die politi-
Nach Vorliegen erster Urteile gegen italienisch beherrschte sche Exekutive in den klaren und mehrfach bestätigten rechtli-
Immobiliengesellschaften im Oberengadin wurde Italien im chen Befund des obersten Gerichts bzw. in dessen Vollzug
Jahre 1991 erstmals bei der Schweiz vorstellig und erklärte, eingreift, ist gegeben und auch mit Hinweisen auf zuvor lange
die «Lex» verletze den italienisch-schweizerischen Niederlas- nicht angerufene internationale Abkommen nicht wegzupo-
sungs- und Konsularvertrag von 1868. lieren.»
Angesichts italienischer Retorsionsmassnahmen und der An- Sie sind im Besitze des Textes meiner Interpellation, zu deren
kündigung Italiens, ein internationales Schiedsgericht anzuru- Begründung ergänzend zu bemerken ist, dass der Kanton
fen, hat der Bundesrat mit einem Schreiben der Bündner Re- Graubünden wiederholt bundesseits dezidiert aufgefordert
gierung nahegelegt, die hängigen Verfahren durch Vergleiche worden ist, bei Umgehungstatbeständen Klagen einzurei-
zu erledigen und von der Vollstreckung der Zivilurteile des chen. Die Bundesbehörde fand im Kanton Graubünden-das
Bundesgerichts gegenüber drei ausländisch beherrschten ist heute auch gebührend zu beachten - offensichtlich mehr
Immobiliengesellschaften abzusehen. Gehör als andernorts. Seinerzeit wurde uns in der Kommis-
Der Bundesrat wird um folgende Auskünfte ersucht: sionsberatung der Lex Friedrich das Wallis genannt, wo im da-
1. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass sein Vorgehen maligen Zeitpunkt 20 000 Bewilligungen mit Auflagen erteilt
rechtsstaatlich bedenklich ist? Wenn ja, wie rechtfertigt er das- worden waren. Auf unsere Frage, wie die Ueberprüfung der
selbe? Einhaltung dieser Auflagen stattfinde, wurde uns in der Kom-
2. Das erwähnte Vorgehen bewirkt, dass die Lex Friedrich in mission gesagt: Ueberhaupt nicht, weil sich die Walliser Re-
wesentlichen Teilen als nicht mehr vollziehbar erscheint Ge- gierung ausserstande sehe, das dafür erforderliche Personal
denkt der Bundesrat, die «Lex» gleichwohl unverändert beste- zu mobilisieren, und weil ein stichprobeweises Vorgehen will-
henzulassen? In welchen Punkten zieht er andernfalls eine Re- kürlich wäre.
12. Juni 1992 479 Dringliche Interpellation Gadient
In bezug auf den Kanton Graubünden bestehen umfangreiche «Lex» seine Folgen haben. Gilt die gleiche Regelung - so ist zu
Dokumente, Gutachten und Schreiben des Bundesamtes für fragen - auch gegenüber Angehörigen anderer Staaten wie
Justiz, die den Kanton zur Durchsetzung der bezüglichen Ge- den Deutschen, den Oesterreichern, den Franzosen? Oder
setzgebung veranlassen, ihn dazu auffordern. So schrieb Pro- will man, gestützt auf ein in Staub versunkenes Vertragsdoku-
fessor Hans Ulrich Walder-Bohner, Gutachter des Bundes, am ment aus dem Jahre 1868, die Italiener als einzige auch weiter-
22. Februar 1985 in seinem Bericht: «Als Ausgangspunkt ist hin privilegiert behandeln?
festzuhalten, dass die zuständigen kantonalen Behörden bei Diese Frage sowie die Frage, was der Bundesrat nun mit der
Vorliegen der Voraussetzungen dazu verpflichtet sind, gegen «Lex» zu tun gedenkt, bilden Gegenstand meiner Interpella-
diese Personen vorzugehen, und die bezüglichen Fälle nicht tion, denn die «Lex» ist nach dieser Vorgehensweise in wesent-
durch aussergerichtlichen Vergleich erledigen dürfen. Ein der- lichen Teilen nicht mehr vollziehbar. Ein Zuwarten wäre auf alle
artiges Vorgehen ist bundesrechtswidrig.» Fälle nicht zu verantworten; vielmehr sind kurzfristige Mass-
Auch noch in neuester Zeit verlangte das Bundesamt für Justiz nahmen erforderlich und gefragt Gesetze sind hierzulande im
Abklärungen in verschiedenen Fällen. Selbst zu direkten Er- rechtsstaatlichen Verfahren und nicht auf dem politischen
mittlungen schritt das Bundesamt für Justiz; man tat dies aller- oder diplomatischen Weg zu revidieren und zu ändern.
dings im Einvernehmen mit den Behörden des Kantons. Kom- Es ist meines Erachtens von höchster Dringlichkeit, dass sich
plizierte und aufwendige Verfahren wurden konsequent der Bundesrat dieses Problems energisch und umgehend an-
durchgezogen, in vielen Fällen bis an das Bundesgericht. In nimmt, damit die für alle Betroffenen unerfreuliche Situation ra-
einem Pilotprozess vor Bundesgericht vor nicht allzu langer schestmöglich behoben und bereinigt werden kann.
Zeit, der Entscheid findet sich in BGE 115 II 401ff., gaben die
Richter in Lausanne dem Kanton Graubünden vollumfänglich M. Delamuraz, conseiller fédéral: Le Conseil fédéral a rédigé,
recht-dies, nachdem das Bundesgericht schon 1986 klar und très récemment puisque c'était le 20 mai, un rapport exhaustif
unzweideutig festgestellt hatte: «Mit Bezug auf den Bewilli- sur cette affaire à l'intention de la Commission de gestion du
gungsbeschluss steht jedoch fest, dass sich der Bundesge- Conseil national, rapport qui est naturellement à votre disposi-
setzgeber der möglichen Verletzung von internationalem tion auprès de la Centrale de documentation de l'Assemblée
Recht bewusst war und dies in Kauf genommen hat Das Bun- fédérale. Je ne reprendrai donc pas toute la matière de ce
desgericht ist daher nach Artikel 113 Absatz 3 Bundesverfas- rapport très complet et me bornerai à répondre, à la lumière
sung gehalten, diesen Erlass anzuwenden.» (BGE 112 I113) du rapport, aux questions très claires que vient de poser
Diese Praxis wurde bestätigt und sogar noch in einer Ver- M. Gadient, conseiller aux Etats.
nehmlassungvom 11. April 1991 seitens des Bundesamtes für En ce qui concerne tout d'abord le premier centre de réflexion
Justiz als massgeblich bezeichnet de l'interpellation, je voudrais répéter ce que je disais tout à
In der Antwort auf die parlamentarischen Vorstösse von Natio- l'heure à propos d'un tout autre débat, à savoir que le Conseil
nalrat Gianfranco Cotti hat der Bundesrat Ende 1990 geant- fédéral ne méconnaît pas le principe de la séparation des pou-
wortet, dass weder eine diesbezügliche Aenderung der Lex voirs - les plus cultivés de ses membres ont lu Montesquieu.
Friedrich notwendig noch eine Amnestie für die Engadiner Toutefois, l'ordre juridique suisse repose également sur un
Fälle opportun sei. principe d'une importance égale, celui du respect des obliga-
Ein Jahr später nun hat die Landesregierung ihre Haltung ge- tions internationales. A cet égard, nous sommes liés, vous le
ändert, nachdem Italien Retorsionsmassnahmen angeordnet savez, avec l'Italie par un traité d'établissement instituant
und ein Schiedsverfahren in Aussicht gestellt hat Die Frage l'égalité de traitement entre étrangers et nationaux; les arti-
der Konformität des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1983 cles 1 et 3, notamment, de ce traité fixent le principe de cette
über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Aus- égalité expressis verbis. Or, la lex Friedrich opère une discrimi-
land mit gewissen von der Schweiz abgeschlossenen Staats- nation fondée sur la nationalité puisque les Suisses à l'étran-
verträgen sei nicht neu, hat der Bundesrat der Bündner Regie- ger sont favorisés dans ce domaine par rapport aux étrangers
rung gegenüber erklärt, und der Bundesrat habe «seine dies- à l'étranger, et par conséquent les Suisses en Italie sont traités
bezüglichen Bedenken bereits in der Ausarbeitungsphase plus favorablement par la loi intérieure suisse que les Italiens
des Gesetzes vorgebracht Wenn sich der schweizerische Ge- en Italie, ou d'autres nationalités, ce qui est précisément con-
setzgeber» - so der Bundesrat wörtlich - «trotzdem ent- traire au principe défini et contenu dans ce traité d'établisse-
schloss, den bewilligungsfreien Erwerb von Grundstücken ment conclu avec l'Italie.
vom Recht auf Niederlassung in der Schweiz abhängig zu ma- Le conflit n'est d'ailleurs pas nouveau. Dans le but de vous ap-
chen und damit Ausländer gegenüber Auslandschweizern zu porter une réponse aujourd'hui -on ne savait pas très bien qui
diskriminieren, so geschah dies im Bewusstsein, dass eine vous répondrait, du Département de justice et police ou du
solche Regelung mit völkerrechtlichen Verpflichtungen der Département des affaires étrangères, on a élégamment résolu
Schweiz im Widerspruch steht» le problème en désignant le chef du Département de l'écono-
Soweit die bundesrätliche Stellungnahme, welche grosszügig mie publique - je me suis documenté sur la question et j'ai
über die Botschaft vom 19. November 1969 zur Verlängerung alors constaté que déjà en 1965, lorsque le Parlement débat-
des seinerzeitigen Bundesbeschlusses hinweggeht: Dort be- tait de la révision de la lex von Moos, cette dualité et cette
stätigte der Bundesrat ausdrücklich, dass die Auslandschwei- contradiction d'intérêts entre les exigences du droit interne et
zer in einer völkerrechtlich gerade noch vertretbaren Form von celles du droit international avaient été signalées. Le Conseil
der Bewilligungspflicht ausgenommen werden können. Und fédéral y voyait à l'époque déjà une source de conflit potentiel,
bei diesem Prinzip blieb es auch beim neuen Erlass zu Beginn ce qui s'est confirmé.
der achtziger Jahre. Dès lors, nous étions pris entre les revendications légitimes
Die Suspendierung der massgeblichen Bestimmungen des d'un Etat ami auquel nous lie ce traité et le texte de la loi natio-
Konsularvertrages hätte nach Meinung des EDA offenbar gra- nale. Dans ces étranges circonstances, le Conseil fédéral avait
vierende politische Folgen für die in Italien lebenden Ausland- pourtâche, dans l'exercice de ses compétences en matière de
schweizer. Es hat für mich wenig Sinn, in der aktuellen Situa- politique étrangère, de trouver pour les quelque 50 cas en sus-
tion das Geschehene jetzt hochzuspielen und anzuprangern. pens dans le canton des Grisons, une solution qui tienne
Wir müssen uns nach vorne orientieren. Der Bundesrat hat compte, autant que possible, de notre législation tout en étant
sich im Interessenkonflikt zwischen der nationalen Rechts- propre à écarter la menace d'une procédure internationale
staatlichkeit einerseits und der Durchsetzung völkerrechtli- dont l'issue aurait été douteuse mais vraisemblablement né-
cher Normen anderseits für letztere entschieden. Mit Blick auf gative et qui aurait eu ensuite une kyrielle de conséquences
das sich abzeichnende Schiedsverfahren, die Rechtsauffas- pour l'applicabilité dans le futur de la lex Friedrich. J'ajoute à
sung des Bundesrates und die Tatsache, dass in einem sol- ces risques très probablement déclenchés par une procédure
chen Verfahren der Bund und nicht der Kanton Graubünden internationale qu'il y a gros à parier que la Suisse aurait été en-
aufgetreten wäre, hat die Bündner Regierung unter dem Druck gagée dans une procédure de dommages et intérêts à la suite
der Verhältnisse eingeschwenkt. de sa condamnation par les instances internationales. Dans
Das Vorgehen wird ohne Zweifel innerhalb und ausserhalb der trois de ces quelque 50 cas, certes, la dissolution des sociétés
Interpellation urgente Loretan 480 12juin 1992
avait été prononcée par le haut Tribunal fédéral. Mais, il a paru tôt, lorsque le Conseil national examinera la réponse écrite
au Conseil fédéral qu'il n'y avait pas de raison objective, qu'il qu'il a donnée à l'interpellation du groupe socialiste de mars
n'y avait pas d'équité à vouloir traiter les trois sociétés dissou- 1992 relative à la libéralisation de la lex Friedrich, et qui, par les
tes plus mal que celles contre lesquelles les procédures d'en- hasards du calendrier, est traitée après votre interpellation,
quête et, probablement, de dissolution engagées se trou- Monsieur Gadient.
vaient par les effets du hasard à un stade moins avancé. Voilà Vous abordez un troisième point et le Conseil fédéral vous y
pourquoi il y a eu cette vue globale des choses par le Conseil répond, en précisant que la position qu'il a adoptée dans cette
fédéral. Cela, Monsieur Gadient - je devrais dire Maître Ga- affaire ne saurait avoir valeur de précédent. Le Conseil fédéral
dient - n'est pas d'une élégance absolument parfaite face à admet cependant que, si un cas présentait une étroite analo-
cet écheveau de contradictions dans le droit II me paraît que gie avec les cas grisons - de ce que nous avons pu opérer
le Conseil fédéral qui devait bien sortir de cette situation a comme comptage et comme analyse, il se révèle qu'il y en a
choisi la seule issue de secours possible. Elle n'est intellec- peu ou point, mais je ne veux pas éliminer ce risque, vous
tuellement et juridiquement pas parfaite. Elle a le mérite d'exis- l'avez vous-même évoqué tout à l'heure dans votre dévelop-
ter sans doute, de se rapprocher de l'équité, grand principe pement - il y aurait lieu d'examiner avec le canton en cause s'il
auquel nous nous référons le plus possible par rapport à tou- se justifierait d'appliquer, pour le régler, les modèles de
tes autres solutions. transactions suivies dans les Grisons. Toutefois, je ne veux
Je réponds maintenant au second point de votre interpella- prendre aucun engagement sur ce point en affirmant que le
tion, Monsieur Gadient: il y a lieu de relever que l'intention du traitement aussi élégant que possible qui a été trouvé consti-
Conseil fédéral, dès le début de cette affaire, n'a pas été en tue, maintenant déjà, une sorte de jurisprudence utilisable à
quelque sorte de vouloir abroger de fait la lex Friedrich mais de l'avenir. Ce serait tout à fait prématuré de ma part.
la mettre en harmonie, autant que possible, avec un certain Telle est la réponse, que j'espère aussi peu embarrassée que
nombre d'opérations de contournement - je les appellerai possible, que je pouvais donner à votre interpellation.
ainsi - qui remontaient les unes et les autres, sans exception, à
plus de 18 ans. La solution ainsi adoptée avec le gouverne- Gadient: Nicht der begrenzten Eleganz wegen, aber aus
ment des Grisons, qui a consisté à procéder à des acquisitions sachlichen Gründen kann ich mich nur teilweise befriedigt er-
d'actions nominatives ne donnant droit qu'à un seul logement klären. Das Unbehagen bleibt natürlich: Das Dilemma, in dem
de surface limitée, dans le dépôt d'actions nominatives, dans sich der Bundesrat befindet, ist offensichtlich. Ich danke fürdie
l'imputation de l'acquisition au contingent cantonal, dans l'as- bundesrätlichen Erläuterungen. In bezug auf das weitere Vor-
sentiment des communes qui étaient intéressées par ces éta- gehen bin ich jedoch überzeugt, dass ein akuter Handlungs-
blissements, respecte l'esprit de la loi. Enfin, la transaction bedarf besteht, dass keine Zeit zu verlieren ist, dass es in der
prévoit le versement au canton des Grisons par les sociétés Tat darum geht, möglichst bald eindeutige Voraussetzungen
d'une indemnité pour les dépenses encourues ainsi que le re- zu schaffen, damit die derzeitige unbefriedigende Situation in-
trait aux frais des intéressés des procédures engagées. Il n'a nert nützlicher Frist bereinigt werden kann.
jamais été question au cours des négociations diplomatiques
avec l'Italie de suspendre l'application de la lex Friedrich en fa-
veur des ressortissants de cet Etat Bien plus, en donnant son
appui aux différentes propositions de transaction, l'Italie a ac-
cepté et ipso facto que pour ses citoyens aussi la lex Friedrich #ST# 92.3180
demeure en vigueur. Celle-ci devra certes être adaptée dans le
cadre de l'accord sur l'Espace économique européen dont Dringliche Interpellation Loretan
l'entrée en vigueur devrait avoir pour effet d'éteindre définitive- Schweizer Pavillon an der
ment le conflit entre le droit national et le droit international. En Weltausstellung in Sevilla
effet, nous estimons que les citoyens des 19 Etats participant
à l'Espace économique européen ne pourront plus, dès l'en- Interpellation urgente Loretan
trée en vigueur de cet accord, invoquer les conventions d'éta- Pavillon suisse à l'exposition de
blissement dans ce domaine, telles qu'elles existent encore Séville
dans le droit positif d'aujourd'hui - dans l'hypothèse bien sûr
d'une ratification par la Suisse, Parlement puis peuple et can-
tons, du Traité sur l'Espace économique européen.
Si d'aventure malheureuse l'accord sur l'Espace économique
européen devait être finalement rejeté en Suisse, la contradic- Wortlaut der Interpellation vom 2. Juni 1992
tion entre le droit interne et le droit international continuerait In der Dezembersession 1990 bewilligten die eidgenössi-
d'exister, contrairement à la première hypothèse. Dans cette schen Räte einen Kredit von 28 Millionen Franken für die Betei-
perspective, il n'y aurait donc pas d'autre solution qu'une mo- ligung der Schweiz an der Weltausstellung «Expo 92» in Se-
dification de la lex Friedrich, parce que, à défaut de son adap- villa Die Ausstellung wurde am Ostermontag eröffnet; sie dau-
tation, la dénonciation des traités d'établissement, qui est cer- ert sechs Monate.
tes une possibilité théorique, qui aurait également pour avan- In den letzten Wochen ist in verschiedenen Tageszeitungen
tage de régler le conflit - quand on supprime les matières du (z. B. «Aargauer Tagblatt» vom 5. Mai 1992, «SonntagsZei-
conflit, il n'y a plus de conflit-serait toutefois lourde de consé- tung» vom 31. Mai 1992) von kritischen Stellungnahmen und
quences sur nos relations extérieures et elle ferait perdre à nos Kommentaren zum Aufbau und zum Gehalt des schwerge-
propres concitoyens le bénéfice important de ces conven- wichtig dem kulturellen Bereich gewidmeten Schweizer Bei-
tions, du moins pour nos concitoyens qui sont à l'extérieur. Il trages zur Weltausstellung 1992 berichtet worden. So soll das
faudrait donc y regarder à deux fois avant de se lancer dans Empfangspersonal T-Shirts mit dem Aufdruck «Suiza no exi-
une telle transformation. ste» tragen; dasselbe Leitmotiv soll sich im Informationsraum
Enfin, pour en finir avec le deuxième point de votre interpella- des Erdgeschosses finden. Gegenüber anderen Länderpavil-
tion, le Conseil fédéral rappelle qu'il a décidé l'année dernière lons falle der schweizerische geradezu ab, da er unser Land
du principe d'un programme complémentaire en matière de eher verulke, als die Leistungen seiner Bürger und Bürgerin-
droit foncier dans le secteur urbain. Des projets, qui concer- nen, seiner Wirtschaft und seiner Kultur klar und plastisch zur
nent notamment le droit de préemption en faveur des locatai- Darstellung zu bringen.
res et des collectivités publiques, devraient pouvoir être mis en Die geäusserte scharfe Kritik erheischt eine Stellungnahme
consultation cette année encore, et d'autres mesures - telles des Bundesrates zuhanden der eidgenössischen Räte und
que le prélèvement de plus-values, ou des plans d'affectation der Oeffentlichkeit, nachdem ein ansehnlicher Betrag aus öf-
des bâtiments - devront être élaborées d'ici l'été prochain. fentlichen Mitteln zum Aufbau und zum Betrieb des Schweizer
Dans une année environ cela devrait être fait Le Conseil fédé- Pavillons bereitgestellt worden ist. Meine Fragen an den Bun-
ral reviendra donc en détail, à ces occasions-là mais aussi plus desrat:
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Dringliche Interpellation Gadient Aufhebung Lex Friedrich
Interpellation urgente Gadient Abrogation de la lex Friedrich
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1992
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 08
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3172
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 12.06.1992 - 08:00
Date
Data
Seite 478-480
Page
Pagina
Ref. No 20 021 434
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung.
Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale.
Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.