Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 92-3020 KI-generiert

Swiss Citizens' Property Claims in Algeria Rejected

Geschäftsnummer VPB 92-3020
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The National Council debated a motion to compensate former Swiss citizens dispossessed of their property in Algeria in 1962, citing an estimated loss of 35 million francs and Algeria's consistent refusal to negotiate compensation. The motion also highlighted recent compensation agreements with the USSR and improved prospects with East Germany as reasons to create a legal basis for compensating Algerians. After a postponement to consider new elements, both the foreign policy committees and the Federal Council concluded no new information warranted reconsideration, leading to the motion's rejection by the Council of States.

Legislator-Regeste

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Art. 66 al. 1 LTF; Swiss Citizens' Property Claims in Algeria Rejected: The motion also highlighted recent compensation agreements with the USSR and improved prospects with East Germany as reasons to create a legal basis for compensating Algerians. After a postponement to consider new elements, both the foreign policy committees and the Federal Council concluded no new information warranted reconsideration, leading to the motion's rejection by the Council of States.

Schlagwörter

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ausländische Staatsangehörige Rückgabe verstaatlichten Eigentums Aussenpolitik Wiedererwägung Verfassungsbeschwerde im Ausland bestrittene Forderung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 66 al. 1 LTF

The dispositive orders the appellant to pay the costs of the proceedings.

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Volltext

3. Dezember 1992 1145 Postulat Gadient

Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble contient des éléments nouveaux qui pourraient être détermi-

Für Annahme des Entwurfes 32 Stimmen nants dans la prise de décision. Le 23 octobre 1992, la Com-

Dagegen 2 Stimmen mission de politique extérieure se saisit à nouveau de la ques-

tion. Elle constata conjointement avec la Commission de ges-

tion du Conseil des Etats qu'il n'existait pas de nouveaux élé-

An den Nationalrat-Au Conseil national ments qui justifieraient une reconsidération de sa proposition

antérieure du 24 janvier 1992 de rejeter la motion.

L'auteur de la motion a souligné les points suivants dans son

développement:

- les biens et intérêts suisses en Algérie touchés par des natio-

nalisations et mesures analogues lors du processus d'indé-

pendance en 1962 représentent, selon les calculs de l'Asso-

Motion des Nationalrates

#ST#

ciation des Suisses spoliés d'Algérie et d'Outre-mer (AS-

(Houmard) SAOM), un montant de 35 millions de francs (valeur 1962);

Entschädigung - depuis 1980, les autorités fédérales font état d'un veto algé-

der ehemaligen Algerienschweizer rien répété et systématique à toute négociation d'indemnisa-

tion;

Motion du Conseil national - comme il n'apparaît pas possible, dans un avenir prévisible,

(Houmard) de conclure avec l'Algérie un accord d'indemnisation, une me-

Indemnisation sure s'impose pour indemniser ces Suisses dépossédés;

des anciens Suisses d'Algérie - un premier accord d'indemnisation a pu être paraphé avec

l'URSS au début de ce mois et les perspectives dans les négo-

ciations avec la RDA ont considérablement changé. Le mo-

Siehe Seite 148 hiervor - Voir page 148 ci-devant ment est dès lors venu de créer la base légale pour un dédom-

magement des spoliés d'Algérie par la Confédération.

L'avis du Conseil fédéral a été donné le 11 juin 1990, puis réex-

primé en substance le 18 septembre 1991, en séance plénière

lors du traitement de la motion (B01991 N1515).

Herr Cavelty unterbreitet im Namen der Kommission den fol-

genden schriftlichen Bericht: Antrag der Kommission

Die einstimmige Kommission beantragt Ablehnung der Mo-

Am 18. September 1991 überwies der Nationalrat mit 28 zu tion gemäss ihrem ursprünglichen Bericht vom 24. Januar

27 Stimmen die von Nationalrat Houmard am 21. März 1990 1992.

eingereichte Motion.

Am 10. März 1992 beschloss der Ständerat auf Antrag von Proposition de la commission

Herrn Petitpierre, der sich auf neu aufgetauchte Elemente be- La commission propose à l'unanimité de rejeter la motion

zog, die den Entscheid massgeblich beeinflussen könnten, conformément aux conclusions de son premier rapport du

die Verschiebung der Beratung dieser Motion auf einen späte- 24 janvier 1992.

ren Zeitpunkt Am 23. Oktober 1992 befasste sich die Aussen-

politische Kommission erneut mit der Vorlage. Sie stellte zu- Angenommen -Adopté

sammen mit der ständerätlichen Geschäftsprüfungskommis-

sion fest, dass keine neuen Elemente vorliegen, die eine Wie-

dererwägung ihres ursprünglichen Antrages vom 24. Januar

1992 auf Ablehnung der Motion gerechtfertigt hätte.

Der Motionär wies in seiner Begründung auf folgendes hin: #ST# 92.3020

- Das von den algerischen Massnahmen im Jahre 1962 betrof-

fene Vermögen von Schweizern beliefe sich nach Berechnun- Postulat Gadient

gen der Vereinigung der in Algerien oder Uebersee geschä- Verbesserte Stellung der

digten Schweizer (ASSAOM) auf 35 Millionen Schweizerfran- Botschaftsangehörigen

ken (Wert 1962);

- Algerien weigere sich seit 1980 systematisch, über Entschä- Améliorer le statut du personnel

digungen zu verhandeln; des ambassades et consulats de Suisse

- ein Entschädigungsvertrag mit Algerien sei in absehbarer

Zeit unwahrscheinlich. Deshalb sollten Massnahmen ergriffen

werden, um die Algerienschweizer zu entschädigen;

-er wies auf die Paraphierung Anfang März 1990 eines Ent-

schädigungsvertrages mit der UdSSR sowie auf die Verbesse- Wortlaut des Postulates vom 30. Januar 1992

rung des Verhandlungsklimas mit der DDR hin. Deshalb sei Nach heutiger Regelung haben die Angehörigen unserer Bot-

nun auch für den Bund der Moment gekommen, die rechtli- schaften und Konsulate je nach Einsatzzonen Anspruch auf

chen Grundlagen zur Entschädigung der Algerienschweizer bezahlte Reisen in die Schweiz. Verschiedene Kriterien ergän-

zu schaffen. zen und modifizieren diese grundsätzliche Regelung im Ein-

Die Stellungnahme des Bundesrates vom 11. Juni 1990 wurde zelfall. Auf eine bezahlte Ferienreise im Zeitraum von einem

im Plenum anlässlich der Behandlung der Motion am 18. Sep- bis zwei Jahren hat grundsätzlich z. B. Anspruch, wer mehr als

tember 1991 in ihrer Essenz noch einmal wiederholt (AB 1991 2000 Kilometer entfernt oder in Uebersee stationiert ist Sogar

N 1515). der Besuch der Botschafterkonferenz muss als Ferienreise an-

gerechnet werden. Bei der zeitlichen Berechnung wird zudem

M. Cavelty présente au nom de la commission le rapport écrit nicht berücksichtigt, obdie Residenzstadt von der Swissair an-

suivant: geflogen wird, die einen Rabatt auf den Flugscheinen ge-

währt Wer nicht in den Genuss dieser Ermässigung kommt,

Le 18 septembre 1991, le Conseil national a adopté, par bezahlt die Differenz selber. Diese Regelung vermag unter

28 voix contre 27, la motion déposée le 21 mars 1990 par den heutigen Voraussetzungen nicht mehr zu befriedigen.

M. Houmard, conseiller national. Die Aufgaben unserer diplomatischen und konsularischen

Le 10 mars 1992, le Conseil des Etats décida, sur proposition Vertretungen im Ausland haben stark zugenommen. Insbe-

de M. Petitpierre, de reporter le débat à une date ultérieure, en sondere der Umbruch in den mittel- und osteuropäischen

raison des motifs invoqués portant sur le fait que le dossier Staaten und den GUS-Staaten und die europäische Entwick-

Postulat Gadient 1146 3 décembre 1992

lung schaffen neue aussenpolitische und aussenwirtschaftli- wandelt und sind weiterhin fortlaufender Veränderung unter-

che Voraussetzungen. Je länger, je mehr sind ganzheitliche worfen. Die entsprechenden Führungsstrukturen, insbeson-

und kontinuierliche Information und Instruktion nötig. Die welt- dere auch ein lückenloses Informationssystem, und der Kon-

weite Vernetzung unserer Aussenbeziehungen erfordert vor takt der Peripherie mit dem Zentrum mussten ausgebaut und

allem zwischen EDA und unseren Diplomaten vermehrte Kon- angepasst werden. Herr Bundespräsident Felber hat diese

takte. Die Gewährung des Stimm- und Wahlrechts an die Aus- Aufgaben zielstrebig und erfolgreich angepackt Die konstruk-

landschweizer verlangt vermehrte Kontaktnahme mit der Hei- tive Atmosphäre im EDA ist spürbar.

mat und entsprechende politische Information. Diese Aufga- Dabei spielen der persönliche Kontakt und das Gespräch auf

ben sollten im politischen Bereich vermehrtauch die Botschaf- Fachebene mit dem Zentrum - für dieses gleich wie für die

ten wahrnehmen. Aussenposten - eine entscheidende Rolle. Die Vertreter auf

Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, ob den Angehöri- den Aussenposten und deren Familien müssen aber auch die

gen unserer Botschaften und Konsulate nicht in jedem Fall Möglichkeit zu familiärer und gesellschaftlicher Kontaktnahme

mindestens einmal pro Jahr eine Reise in die Schweiz auf Ko- und zum Besuch in der Heimat haben, zumal die Familien aus

sten des Bundes zu ermöglichen ist, wobei auch den Ehegat- schulischen und anderen Gründen oftmals zum Getrenntle-

ten das gleiche Recht einzuräumen wäre. Auch sind weitere ben gezwungen sind und der Aufenthalt weitab vom heimatli-

Massnahmen zu prüfen, welche eine der erwähnten Entwick- chen Domizil für alle betroffenen Angehörigen mannigfache

lung und Mehrbeanspruchung Rechnung tragende Informa- Probleme schafft

tion und Dokumentation, unter Einbezug regelmässiger Kon- In gewissen Ländern ist der mehrjährige Verbleib auch mit

sultationen, sichern. physischen Strapazen verbunden. Das heutige System der

Stationierung und die Regelung des Aufenthaltes und der

Texte du postulat du 30 janvier 1992 Heimatbesuche sind verbesserungsfähig. Es gibt einige be-

La réglementation en vigueur autorise les voyages payés en vorzugte Plätze, auf die sich das diplomatische Interesse

Suisse des membres du personnel des ambassades et consu- konzentriert und die schon infolge der politischen Konstella-

lats suisses en fonction des lieux d'affectation. Les cas particu- tion viel attraktiver sind als andere. Wer das Privileg hat, dort

liers obéissent à divers critères qui complètent et modifient ces zu residieren, hat in der Regel weit weniger Probleme als ins-

principes de base. Un voyage de vacances payé est par exem- besondere der in geographisch und politisch entfernten und

ple accordé, tous les un à deux ans, à quiconque est en poste zudem meist schlechter verbundenen Regionen Tätige. Aber

outre-mer ou à plus de 2000 kilomètres de la Suisse. La partici- auch dieser muss Anspruch auf regelmässigen persönlichen

pation à la conférence des ambassadeurs est même comptée Kontakt haben.

comme voyage de vacances. On ne tient pas compte du fait Ich habe im Postulat einige Hinweise auf die in dieser Hinsicht

que la ville de résidence est ou non desservie par Swissair, unbefriedigende Situation gegeben. Um die Härten des Un-

compagnie qui offre un rabais sur les titres de transport Qui- gleichgewichtes zu mildern, muss ein besserer Ausgleich ge-

conque ne peut bénéficier de cette réduction paie lui-même la funden werden. Der ausgeweitete Aufgabenkreis bedingt ver-

différence. Dans la situation actuelle, cette réglementation ne mehrte gegenseitige Information, Dokumentation und Konsul-

satisfait donc plus. tation. Dabei soll auch der familiäre Bereich eine bessere

Le volume des tâches dévolues à nos représentations diplo- Rücksichtnahme erfahren.

matiques et consulaires s'est fortement accru. Des éléments Mein Vorstoss fällt zwar in finanzieller Hinsicht in ein wenig

économiques et politiques nouveaux sont apparus dans le günstiges Umfeld. Indessen ist das Anliegen schon so lange

contexte des relations extérieures, du fait de l'évolution des aktuell, dass sich Massnahmen selbst dann aufdrängen,

Etats de l'Europe orientale et centrale, de la CEI et de l'Europe. wenn sie mit Kostenfolgen verbunden sind. Diese halten sich

Un flot continu d'informations et d'instructions complètes jedoch in annehmbaren Grenzen.

s'impose chaque jour davantage. Nos relations extérieures Ich möchte abschliessend noch klar zum Ausdruck bringen,

avec le monde entier exigent la multiplication des contacts dass ich hier keineswegs als Lobbyist der Diplomatie und ihrer

entre nos diplomates et le DFAE. L'octroi du droit de vote à nos Familien auftrete. Ich habe in den vergangenen Jahren oft-

concitoyens à l'étranger et leur éligibilité réclament des mals Gelegenheit zu Botschaftsbesuchen auch in sehr ent-

contacts plus étroits avec la patrie et une information politique fernten Ländern gehabt und die angedeuteten Härten und Un-

plus substantielle. Ces tâches devraient être davantage délé- zulänglichkeiten im selber gesuchten Gespräch festgestellt

guées aux ambassades. Eine Korrektur drängt sich auf. In diesem Sinne versteht sich

Le Conseil fédéral est invité à étudier la possibilité d'accorder mein Postulat

aux membres du personnel de nos ambassades et consulats

au moins un voyage annuel payé en Suisse, leurs conjoints M. Felber, président de la Confédération: Je serai très bref. Je

bénéficiant du même droit D'autres mesures doivent égale- tiens, moi aussi, à remercier M. Gadient de sa proposition.

ment être envisagées, à même d'assurer l'information et la do- Elle répond effectivement à un voeu et à des demandes qui

cumentation rendues nécessaires par les évolutions citées ont été exprimés plusieurs fois, de plus en plus régulièrement

et l'augmentation du volume des tâches; il conviendra d'in- depuis ces dernières années, par une partie du personnel di-

clure dans ces mesures supplémentaires des consultations plomatique et consulaire du Département fédéral des affaires

régulières. étrangères.

Nous avons, jusqu'à présent, des périodicités dans ces voya-

ges. On nous demande de réduire ces périodicités de manière

Mitunterzeichner - Cosignataires: Coutau, Flückiger, Frick, à ce que chacun puisse, si possible une fois par an au moins,

Kündig, Meier Josi, Seiler Bernhard, Simmen, Weber Monika venir en Suisse avec sa famille. Outre l'aspect de la santé qui

(8) est réel dans certains pays, conditionné par une forte détério-

ration des qualités de vie dans beaucoup de pays de la pla-

Gadient: Unsere Botschaften und Konsulate leisten dem nète, dans des postes à l'étranger, ce qui est important, vous

Lande in weltweiter Funktion unverzichtbare Dienste, die lei- l'avez souligné, c'est l'échange régulier d'informations entre

der oft wenig Beachtung und Anerkennung finden. Es scheint les représentants de la Suisse à l'étranger, la centrale à Berne,

mir daher angezeigt, bei dieser Gelegenheit vorweg all jenen l'ensemble des départements fédéraux et aussi les milieux pri-

zu danken, die solche Dienste jahraus, jahrein im Interesse un- vés, y compris, naturellement, les milieux économiques. J'ai

seres Landes mit grossem Einsatz und hohem Verantwor- personnellement constaté que nos diplomates, nos consuls,

tungsbewusstsein erbringen. lorsqu'ils viennent en vacances en Suisse, n'oublient jamais

Wir verfügen über ein umsichtig Selektioniertes und qualifizier- de renseigner la centrale, de venir y chercher des informations

tes diplomatisches und konsularisches Korps, das Vertrauen et de faire des visites privées qui correspondent à leur travail et

verdient Dabei haben die einschlägigen Arbeiten in den letz- à leur devoir à l'étranger.

ten Jahren stark zugenommen. Das aussenpolitische und das Evidemment, une diminution de l'espace entre deux voyages

aussenwirtschaftliche Umfeld haben sich grundlegend ge- payés va entraîner des frais supplémentaires. Cependant, le

3. Dezember 1992 1147 Interpellation Onken

Conseil fédéral est d'avis que nous devons examiner ce pro- 3. Comment le Conseil fédéral entend-il répondre à ses obli-

blème d'une manière sérieuse et nous vous proposons d'ac- gations en matière d'aide humanitaire et de coopération tech-

cepter le postulat nique? Quelles priorités envisage-t-il dans le cadre d'un ren-

forcement de ses engagements?

Ueberwiesen - Transmis 4. Dans le cadre des mesures suisses, ne conviendrait-il pas

de s'appuyer davantage sur l'Espagne, voire le Portugal, et de

renforcer la coopération avec ces pays qui entretiennent des

liens traditionnels particulièrement étroits avec les pays

#ST# 92.3262 d'Amérique centrale?

Interpellation Onken Mitunterzeichner - Cosignataires: Cavelty, Collier, Iten An-

Zur aktuellen Situation dréas, Meier Josi, Petitpierre, Piller, Plattner, Rhinow, Roth,

und zu den schweizerischen Schiesser, Simmen, Weber Monika (12)

Hilfeleistungen in Zentralamerika Onken: Mit meinem Vorstoss möchte ich versuchen, die

Aide suisse en Amérique centrale Aufmerksamkeit auf eine Weltgegend zu lenken, in der sich

sehr vieles bewegt - und zwar vieles, das zu Hoffnung Anlass

gibt -, die aber gleichwohl immer mehr in den Windschatten

des öffentlichen Interesses gerät, ja sogar in das Abseits. Un-

ser Interesse ist von Mittel- und Osteuropa absorbiert. Wir ha-

Wortlaut der Interpellation vom 18. Juni 1992 ben heute morgen lange darüber gesprochen, und es ist ver-

Angesichts der hartnäckigen, fortbestehenden, sich noch ver- ständlich, denn mit diesen Ländern verbinden uns geschichtli-

schärfenden Not in den afrikanischen Ländern und im Nahen che und kulturelle Bande. Und es gibt natürlich auch wirt-

Osten, vor allem aber durch den jähen Umbruch in Mittel- und schaftliche Interessen an den dort entstehenden neuen Märk-

Osteuropa mit seiner neuen Herausforderung an die Solidari- ten. Allenfalls erschüttern uns noch - vorübergehend wenig-

tät der Welt ist Zentralamerika aus dem Blickpunkt gerückt und stens und punktuell - die Not in einzelnen afrikanischen Län-

in den Windschatten des öffentlichen Interesses geraten. dern, die explosiven Konflikte im Nahen Osten, das Schicksal

Gleichwohl bleiben unsere solidarische Anteilnahme, humani- des kurdischen Volkes. Aber damit ist unsere Aufmerksamkeit,

täre Hilfe und technische Zusammenarbeit auch in und mit so scheint es, absorbiert und die Kapazität zur Solidarität, die

den zentralamerikanischen Ländern weiterhin ein dringendes anerkanntermassen beschränkt ist, erschöpft Die Kräfte sind

Gebot. Dies gilt um so mehr, als sich gerade jetzt in verschie- allesamt schon gebunden. Was soll uns da also noch Zentral-

denen Ländern Zentralamerikas eine Wende ereignet, die zu amerika?

neuer Hoffnung Anlass gibt Dennoch: Auch dort ist unsere verstehende und verständnis-

Ich frage deshalb: volle Anteilnahme gefragt Auch dort gibt es Länder, die den

1. Wie beurteilt der Bundesrat die aktuelle Situation in Zentral- Weg aus der Diktaktur in die Demokratie, aus verheerenden

amerika? Teilt er die Auffassung, dass sich gerade jetzt und in Bürgerkriegen in eine einigermassen stabile politische Ord-

den nächsten Jahren Chancen eröffnen, verschiedene kriegs- nung, aus der wirtschaftlichen Ausbeutung in eine soziale

und krisengeschüttelte Länder zu mehr politischer Stabilität Marktwirtschaft, aus der Verelendung weiter Teile der Bevölke-

und grösserer Wohlfahrt für die Bevölkerung zu führen? rung zu einer gewissen Prosperität suchen, einer Prosperität,

2. Welchen konkreten Beitrag kann die Schweiz leisten, um an deralle einigermassen gerecht Anteil haben können. Auch

den gesellschaftlichen Intégrations- und Demokratisierungs- dort braucht es deshalb das solidarische Engagement der

prozess zu stärken? Schweiz, die Begleitung und Ermutigung dieser Reformpro-

3. Wie gedenkt der Bundesrat seine Verpflichtungen zur hu- zesse, die geduldige, projektorientierte Entwicklungszusam-

manitären Hilfe und technischen Zusammenarbeit wahrzu- menarbeit, auch die humanitäre Hilfe durch unser Land, das in

nehmen? Welche Prioritäten eines verstärkten Engagements diesen Ländern sehr angesehen ist, das einen hohen Stellen-

beabsichtigt er zu setzen? wert geniesst und dem sehr viel Sympathie entgegengebracht

4. Böte sich bei den Massnahmen der Schweiz nicht eine stär- wird.

kere Anlehnung und Zusammenarbeit mit Spanien und viel- Ich meine auch, dass die Voraussetzung dazu zurzeit günstig

leicht auch mit Portugal an, die traditionellerweise über eine ist In El Salvador hat der Friedensvertrag zwischen der Regie-

besonders intensive Beziehung zu den zentralamerikani- rung und der Befreiungsbewegung Farabundo Marti wie-

schen Ländern verfügen? derum ein Zeichen gesetzt, hat den Bürgerkrieg in diesem

Land beendet.

Texte de l'interpellation du 18 juin 1992 Auch in Guatemala, das noch von einem Bürgerkrieg erschüt-

Eu égard à la situation de détresse permanente, qui souvent tert wird, sind Verhandlungen begonnen worden, die zu Hoff-

va s'aggravant, dont souffrent les pays africains et du Proche- nung Anlass geben. Die Entspannung zwischen West und

Orient, et du fait surtout des brusques changements en Eu- Ost, das Ende des bipolaren Systems, hat auch in diesem Teil

rope centrale et orientale qui lancent de nouveaux défis à la der Welt neue Bewegung, Annäherung und Verständigung

solidarité internationale, l'Amérique centrale a quitté le devant gebracht, eine Bewegung, die vor kurzem noch gar nicht

de la scène pour se réfugier à l'arrière-plan des préoccupa- denkbar gewesen wäre.

tions de l'opinion publique. Es kommt dazu, dass sich diese Länder auch wirtschaftlich im

Notre solidarité, notre aide humanitaire et notre coopération Umbruch befinden, dass sie versuchen, ihre rückständigen

technique restent toutefois indispensables aux pays d'Améri- Strukturen mit einer vergleichsweise liberalen, angebotsorien-

que centrale, d'autant que ces derniers connaissent actuelle- tierten Wirtschaftspolitik zu erneuern und zu stärken. Dieser

ment des changements qui autorisent de nouveaux espoirs. Prozess braucht allerdings einen langen Atem, denn der Weg

Je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions sui- aus den traditionell agrarischen Verhältnissen und aus den

vantes: oligarchisch geprägten Strukturen der Vergangenheit- mit all

1. Comment juge-t-il la situation actuelle en Amérique cen- ihren Defiziten und den schreienden Ungerechtigkeiten - hin

trale? Est-il également d'avis que, maintenant déjà et ces pro- jetzt zu grösserer wirtschaftlicher Leistungskraft und zu einer

chaines années, de nouvelles perspectives s'ouvrent qui per- breiter abgestützten und sozial gerechteren Teilhabe ist in der

mettront à des pays en guerre ou en crise de parvenir à une Tat noch sehr lang. Vor allem ist er eine gefährliche Gratwan-

plus grande stabilité politique et d'améliorer le bien-être de derung zwischen sozial brisanten Konflikten einerseits, die im-

leur population? mer wieder aufkeimen, die immer wieder entstehen, und der

2. Quelle peut être la contribution concrète de la Suisse au ren- Möglichkeit des Rückfalls in repressive diktatoriale Machtsy-

forcement de l'intégration sociale et du processus de démo- steme anderseits.

cratisation? Aber der politische und der wirtschaftliche Reformprozess las-

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Postulat Gadient Verbesserte Stellung der Botschaftsangehörigen

Postulat Gadient Améliorer le statut du personnel des ambassades et consulats de Suisse

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1992

Année

Anno

Band VI

Volume

Volume

Session Wintersession

Session Session d'hiver

Sessione Sessione invernale

Rat Ständerat

Conseil Conseil des Etats

Consiglio Consiglio degli Stati

Sitzung 04

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 92.3020

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 03.12.1992 - 08:00

Date

Data

Seite 1145-1147

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Ref. No 20 022 246

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