Federal Court Jurisdiction Over Cantonal Liability Cases
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe canton of Glarus enacted a new state liability law that allows the Federal Court to hear cases involving disputes where high cantonal authorities might be implicated. The Federal Court noted potential issues with reviewing first-instance decisions given ongoing legal reforms aimed at reducing its workload, but found no substantive problems. The Federal Assembly approved this delegation of competence, following a precedent set by other cantons, deeming the cantonal need to have such high-level liability cases reviewed by the Federal Court sufficient justification for the approval.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 72 eh, Art. 74 Antrag, Art. 74 MSchG, Art. 12 Absatz, Art. 21 Absatz, Art. 114bis Absatz; Federal Court Jurisdiction Over Cantonal Liability Cases: The Federal Court noted potential issues with reviewing first-instance decisions given ongoing legal reforms aimed at reducing its workload, but found no substantive problems. The Federal Assembly approved this delegation of competence, following a precedent set by other cantons, deeming the cantonal need to have such high-level liability cases reviewed by the Federal Court sufficient justification for the approval.
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KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis provision allows cantons to assign jurisdiction to the Federal Supreme Court for cantonal administrative disputes, subject to federal approval.
Volltext
4. Juni 1992 387 Glarus. Kompetenzzuweisung an das Bundesgericht
lieh, und es ist nicht die Zuständigkeit des Departementes ge- fugt, Administrativstreitigkeiten, die in ihren Bereich fallen,
geben. dem Bundesgericht zuzuweisen.
Wir beantragen Zustimmung. Mit Schreiben vom 25. Juni 1991 ersuchte der Regierungsrat
des Kantons Glarus um die Genehmigung dieser Vorschrift
Angenommen -Adopté 3. Das Bundesgericht hat in einer Stellungnahme zur vorlie-
genden Kompetenzzuweisung daraufhingewiesen, dasseine
Art. 72 Ziff. 1-5 Ueberprüfung erstinstanzlicher Verfügungen im Lichte der
Antrag der Kommission OG-Revision und der angestrebten Entlastung des Bundesge-
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates richts als fraglich erscheinen mag. Materiell sollten sich indes-
sen diesbezüglich keine Probleme ergeben.
Art. 72 eh. 1-5 4. Die eidgenössischen Räte haben in den letzten Jahren ähn-
Proposition de la commission liche Kompetenzzuweisungen an das Bundesgericht geneh-
Adhérer à la décision du Conseil national migt (z. B. Kanton Solothurn im Jahre 1980, Kantone Zug,
Thurgau und Wallis im Jahre 1981, Kanton Schaffhausen im
Frau Meier Josi, Berichterstatterin: In Artikel 72 beantragt die Jahre 1986, Kanton Freiburg im Jahre 1987, Kantone Tessin,
Kommission Zustimmung zu den vom Nationalrat vorgenom- Neuenburg und Solothurn im Jahre 1990). Sie sind dabei da-
menen drei Streichungen in den Ziffern 1-3. Die ursprünglich von ausgegangen, dass für diese Genehmigung ein genügen-
vom Bundesrat vorgeschlagenen Aenderungen sind durch des Bedürfnis des Kantons vorhanden sein muss, gewisse
die inzwischen erfolgte Revision des Organisationsgesetzes Fälle nicht einer kantonalen Behörde zuzuweisen - so z. B.
überflüssig geworden. Fälle, in denen Magistratspersonen in den Streit verwickelt
Bei den Aenderungen von Artikel 22a und Artikel 47 des Edel- sind und die kantonale Behörde dann gewissermassen in ei-
metallkontrollgesetzes (unter Ziffer 4 auf Seite 21 der Fahne in gener Sache entscheiden müsste. Die Kompetenzzuweisun-
deutscher Sprache) sind Aenderungen im französischen Text gen wurden bisher nicht davon anhängig gemacht, dass in
angesprochen. Wir beantragen hier nach Rücksprache mit un- den betroffenen Streitigkeiten zuerst eine kantonale Rechts-
seren welschen Kollegen Zustimmung. mittelinstanz entscheidet Da Haftungsfälle im Zusammen-
Bei Ziffer 5 auf Seite 22 der Fahne beantragen wir Ihnen eben- hang mit dem Verhalten oberster Behörden ziemlich selten
falls Zustimmung. Es geht hier um eine redaktionelle Frage sind, drängt sich trotz der grossen Geschäftslast des Bundes-
(Ersatz des Ausdrucks «Fabrik- und Handelsmarken» durch gerichts keine Aenderung der Genehmigungspraxis auf. Das
«Marken»). Bedürfnis, Haftungsstreitigkeiten vom Bundesgericht über-
prüfen zu lassen, in die oberste kantonale Behörden ver-
Angenommen -Adopté wickelt sein könnten, ist als ausreichend für eine Kompetenz-
zuweisung zu betrachten.
Art. 74
Antrag der Kommission M. Zimmerli présente au nom de la commission le rapport
(Betrifft nur den französischen Text) écrit suivant:
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil national 1. Le 5 mai 1991, la Landsgemeinde du canton de Claris a voté
une nouvelle loi sur la responsabilité de l'Etat, des membres
Frau Meier Josi, Berichterstatterin: In Artikel 74 MSchG bean- de ses autorités et des fonctionnaires (loi sur la responsabilité
tragen wir ebenfalls Zustimmung zum klareren Text Es betrifft de l'Etat).
nur die französische Version. Cette loi prévoit, aux articles 12, alinéa 3, et 21, alinéas 2 et 3,
une attribution de compétence au Tribunal fédéral de connaî-
Angenommen -Adopté tre des contestations en matière de responsabilité, dans les-
quelles des autorités cantonales supérieures pourraient être
impliquées.
An den Nationalrat-Au Conseil national 2. L'article 114bis, alinéa 4, de la Constitution fédérale prévoit
que les cantons ont le droit, sous réserve d'approbation par
l'Assemblée fédérale, d'attribuer à la Cour administrative fédé-
92.004 rale la connaissance de différends administratifs en matière
cantonale.
#ST#
Le Conseil d'Etat a demandé cette autorisation par lettre du
Kanton Glarus. 25 juin 1991.
Kompetenzzuweisung an das Bundesgericht 3. Dans son avis sur la présente attribution de compétence, le
Canton de Claris. Attribution Tribunal fédéral fait remarquer qu'au regard de la révision de
de compétence au Tribunal fédéral l'OJ et des allégements envisagés du Tribunal fédéral, un
réexamen des décisions de première instance pouvait appa-
Botschaft und Beschlussentwurfvom 15. Januar 1992 (BBII677) raître problématique. Quant au fond, il n'y aurait pourtant rien à
Message et projet d'arrêté du 15 janvier 1992 (FF I 667) objecter à cette attribution.
4. Les Chambres fédérales ont approuvé de telles délégations
de compétence pour plusieurs cantons: Soleure (1980), Zoug,
Thurgovie et Valais (1981), Schaffhouse (1986), Fribourg
(1987), Tessin, Neuchâtel et Soleure (1990). Ils ont subor-
Herr Zimmerli unterbreitet im Namen der Kommission folgen- donné cette approbation à l'existence d'un motif suffisant de la
den schriftlichen Bericht: part du canton pour ne pas attribuer certains cas aune autorité
cantonale, par exemple lorsque des magistrats cantonaux
1. Am 5. Mai 1991 hat die Landsgemeinde des Kantons Glarus sont mêlés à une affaire, si bien que l'autorité cantonale serait
ein neues Gesetz über die Haftung der Gemeinwesen, der Be- en quelque sorte juge et partie. Les attributions de compéten-
hördemitglieder und der Beamten (Staatshaftungsgesetz) ver- ces faites jusqu'ici ne dépendaient pas de la décision d'une
abschiedet instance cantonale de recours dans les contestations concer-
Dieses sieht in Artikel 12 Absatz 3 und in Artikel 21 Absatz 2 nées. Les cas de responsabilité en rapport avec le comporte-
und 3 eine Kompetenzzuweisung an das Bundesgericht für ment des autorités suprêmes étant plutôt rares, une modifica-
Haftungsstreitigkeiten vor, in die oberste kantonale Behörden tion de la procédure d'approbation ne s'impose pas, malgré
verwickelt werden könnten. l'importante charge de travail du Tribunal fédéral. La nécessité
2. Nach Artikel 114bis Absatz 4 der Bundesverfassung sind de soumettre à la Cour fédérale des litiges touchant la respon-
die Kantone mit Genehmigung der Bundesversammlung be- sabilité, dans lesquels les plus hautes instances cantonales
Droit international privé et procédure civile internationale 388 4 juin 1992
pourraient être impliquées, est jugée suffisante pour une telle lage zwischen dem völkerrechtlich nach wie vor gültigen Vor-
attribution de compétence. behalt und der innerstaatlichen Lösung, die umfassender ist
Der Vorbehalt der Statusklage im Minderjährigenschutz-
Antrag der Kommission Abkommen ermöglicht es dem Scheidungsrichter, seine Zu-
Die Kommission für Rechtsfragen beantragt, dem Bundesbe- ständigkeit für Massnahmen zum Schütze der Person oder
schluss über die Genehmigung einer Kompetenzzuweisung des Vermögens eines Minderjährigen selbst dann zu bejahen,
des Kantons Glarus an das Bundesgericht zuzustimmen. wenn die Schweiz weder Aufenthalts- noch Heimatstaat des
Minderjährigen ist
Proposition de la commission Der grosse Nachteil dieser Zuständigkeitsordnung liegt darin,
La Commission des affaires juridiques propose d'approuver dass die übrigen Vertragsstaaten nicht verpflichtet sind, diese
l'arrêté fédéral concernant l'approbation d'une attribution de Massnahmen anzuerkennen. Der Grundsatz der Entschei-
compétence au Tribunal fédéral par le canton de Glaris. dungseinheit im Trennungs- und Scheidungsverfahren ist für
internationale Fälle durch das IPRG bereits durchbrochen
Zimmerli, Berichterstatter: Es geht um eine routinemässige worden. Der Scheidungsrichter hat für die Unterhaltspflicht
Kompetenzzuweisung an das Bundesgericht im Zusammen- der Ehegatten und die Wirkungen des Kindesverhältnisses
hang mit dem Erlass eines neuen Staatshaftungsrechts des Sonderanknüpfungen zu beachten. Ich verweise auf die Arti-
Kantons Glarus. kel 62 folgende des IPRG.
Ich möchte aus Zeitgründen auf den schriftlichen Bericht ver- Es lässt sich daher sachlogisch kaum begründen, weshalb
weisen und beantrage Ihnen Zustimmung. der Einheitsgrundsatz im Bereich der Kinderschutzmassnah-
men weiterhin beachtet werden sollte, zumal daraus sich erge-
Angenommen -Adopté bende Entscheide im Ausland in der Regel nicht anerkannt
werden.
Die Schweiz hat sich bei den Haager Unterhaltsübereinkom-
An den Nationalrat-Au Conseil national men aus dem Jahre 1973 vorbehalten, diese auf Unterhalts-
pflichten zwischen Verwandten in der Seitenlinie sowie zwi-
schen Verschwägerten nicht anzuwenden. Man wollte da-
durch ein Geltendmachen von Unterhaltsansprüchen verhin-
dern, die über den engen Rahmen des Zivilgesetzbuches hin-
#ST# 92.023 ausgehen.
Die Frage des auf die Verwandtenunterstützung anzuwenden-
Internationales Privat- den Rechts ist im neuen IPRG nicht geregelt Durch den Rück-
und Zivil prozessrecht. Abkommen zug des Vorbehalts im Rechtsanwendungsübereinkommen
Droit international privé et procédure untersteht dieser Bereich klaren Kollisionsregeln. Massge-
civile internationale. Conventions bend wäre dann das am gewöhnlichen Aufenthalt des Unter-
haltsberechtigten geltende innerstaatliche Recht Weist ein
Botschaft und Beschlussentwurf vom 19. Februar 1992 (BBII11182) Sachverhalt jedoch eine überwiegende Verknüpfung mit der
Message et projet d'arrêté du 19 février 1992 (FF II 1174) Schweiz auf, nämlich dann, wenn sowohl der Berechtigte als
auch der Verpflichtete Schweizerbürger sind und der Ver-
pflichtete in der Schweiz seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat,
so bleibt dank eines anderen Vorbehaltes, der natürlich zu be-
achten ist, die Anwendung des materiellen schweizerischen
Antrag der Kommission Rechts gewährleistet Damit lässt sich wirkungsvoll verhin-
Eintreten dern, dass in der Schweiz für Schweizerbürger weiter ge-
Proposition de la commission hende Verwandtenunterstützungspflichten gelten, als sie das
Entrer en matière innerstaatliche Recht vorsieht
Gesamthaft betrachtet haben die Rückzüge der Vorbehalte
Zimmerli, Berichterstatter: Die Botschaft des Bundesrates keine gewichtigen direkten Auswirkungen. Die Bereinigung
über den Rückzug von vier Vorbehalten in vier multilateralen drängt sich aber auf, um Unklarheiten und Lücken zu beseiti-
Staatsverträgen ist als Folgearbeit zum Bundesgesetz vom gen und um eine Konsistenz des IPRG mit der Aussenfront
18. Dezember 1987 über das internationale Privatrecht (IPRG) herzustellen. Damit tragen wir zur Rechtssicherheit bei. Das
zu betrachten. Dieses Gesetz ist bekanntlich am 1. Januar sind in aller Kürze die Gründe, die für diese Vorlage sprechen.
1989 in Kraft getreten. Die Kommission für Rechtsfragen hat einstimmig beschlos-
Der Bundesrat hat die Auswirkungen des neuen IPRG auf sen, dem Entwurf zum Bundesbeschluss betreffend den
sämtliche multilaterale Uebereinkommen geprüft und ist zum Rückzug von vier Vorbehalten in vier multilateralen Staatsver-
Schluss gekommen, dass insgesamt vier Vorbehalte in vier In- trägen zuzustimmen. Ich beantrage Ihnen dies ebenfalls.
strumenten zurückgezogen werden sollten. Es handelt sich
dabei um das New Yorker Uebereinkommen aus dem Jah- Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
re 1958 über die Anerkennung und Vollstreckung von auslän- Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière
dischen Schiedssprüchen; dann um das Haager Ueberein-
kommen aus dem Jahre 1961 über die Zuständigkeit der Be- Titel und Ingress, Art. 1-4
hörden und das anzuwendende Recht auf dem Gebiet des Antrag der Kommission
Schutzes von Minderjährigen und um die beiden Haager Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Uebereinkommen aus dem Jahre 1973 betreffend Unterhalts-
pflichten: das eine über das anzuwendende Recht, das an- Titre et préambule, art. 1-4
dere über die Anerkennung und Vollstreckung von Unterhalts- Proposition de la commission
entscheidungen mit den erwähnten Vorbehalten. Adhérer au projet du Conseil fédéral
Kurz zum Inhaltlichen: Der zum New Yorker Schiedsüberein-
kommen angebrachte Vorbehalt der Gegenseitigkeit bewirkt, Angenommen -Adopté
dass das Uebereinkommen nur für solche Schiedsprüche an-
zuwenden ist, die in einem Vertragsstaat ergangen sind und Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
vom Recht eines solchen beherrscht werden. Das IPRG ver- Für Annahme des Entwurfes 22 Stimmen
weist jedoch für alle ausländischen Schiedssprüche, unab- (Einstimmigkeit)
hängig davon, in welchem Staat sie ergangen sind, für deren
Anerkennung und Vollstreckung auf das New Yorker Ueber-
einkommen. Es besteht also eine widersprüchliche Rechts- An den Nationalrat-Au Conseil national
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Kanton Glarus. Kompetenzzuweisung an das Bundesgericht
Canton de Claris. Attribution de compétence au Tribunal fédéral
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1992
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 04
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.004
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 04.06.1992 - 08:00
Date
Data
Seite 387-388
Page
Pagina
Ref. No 20 021 407
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