Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 91-417 KI-generiert

Parliamentary Speed Limit Initiative Rejected

Geschäftsnummer VPB 91-417
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

This parliamentary initiative sought to establish speed limits at the legislative level, proposing 130 km/h on highways, 100 km/h on other roads outside of built-up areas, and 50 km/h within built-up areas, along with specific lower limits for heavy vehicles and trailers. The initiative argued that previous speed limits (80/120 km/h) had led to increased aggression and non-compliance, and that lower limits were not justified by environmental concerns given the prevalence of catalytic converters. The court rejected the initiative, asserting that speed limits have a significant impact on environmental protection, fuel consumption, and road safety, and that the executive branch should retain the flexibility to adjust these limits based on technical considerations and evolving circumstances, rather than politicizing the issue through legislative fiat.

Legislator-Regeste

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Art. 68 RCN, Art. 32 SVG, Art. 68 GRN; Parliamentary Speed Limit Initiative Rejected: The initiative argued that previous speed limits (80/120 km/h) had led to increased aggression and non-compliance, and that lower limits were not justified by environmental concerns given the prevalence of catalytic converters. The court rejected the initiative, asserting that speed limits have a significant impact on environmental protection, fuel consumption, and road safety, and that the executive branch should retain the flexibility to adjust these limits based on technical considerations and evolving circumstances, rather than politicizing the issue through legislative fiat.

Schlagwörter

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parlamentarische Initiative Verkehrssicherheitsbedenken Geschwindigkeitsbusse umweltrechtliche Bedenken Transportrecht verschärfte Emissionsbegrenzung
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 32 SVG

The parliamentary initiative proposed a revision of Article 32 of the Road Traffic Act to set speed limits at the legislative level.

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Volltext

Initiatives parlementaires 612 N 20 mars 1992

#ST# 91.417 b. Sur les autres routes, la vitesse maximale autorisée hors

des localités est de 100 km/h.

Parlamentarische Initiative Pour les véhicules d'un poids total de plus de 3,5 tonnes et

pour les véhicules tirant une remorque, la vitesse maximale

(Scherrer Jürg)

autorisée est de 80 km/h.

Tempolimiten auf Gesetzesstufe c. Dans les localités, la vitesse maximale autorisée est de

Initiative parlementaire 50 km/h.

(Scherrer Jürg) Al. 4

Limitations de vitesse. Révision Sur les tronçons particulièrement dangereux, la vitesse maxi-

de la loi sur la circulation routière male autorisée peut être réduite si le danger ne peut être

écarté pard'autres moyens. Sur les routes qui s'y prêtent, la vi-

Kategorie V, Ait 68 GRN - Catégorie V, art 68 RCN tesse maximale autorisée peut être relevée si la circulation

s'en trouve facilitée.

Al. 5 (nouveau)

Les mesures visées au 4e alinéa doivent être autorisées par le

DFJP pour entrer en force.

Wortlaut der Initiative vom 19. Juni 1991 Herr Wanner unterbreitet im Namen der Kommission den fol-

Gestützt auf Artikel 21 bis des Geschäftsverkehrsgesetzes wird genden schriftlichen Bericht:

mit der folgenden parlamentarischen Initiative in der Form des

ausgearbeiteten Entwurfs die folgende Gesetzesänderung Begründung des Initianten

verlangt: Seit der Einführung von Tempo 80/120 hat sich die Verkehrs-

Bundesgesetz über den Strassenverkehr, Aenderung von Arti- disziplin auf den Strassen merklich verschlechtert Die Aggres-

kel 32: sivität nimmt laufend zu. Viele Verkehrsteilnehmer erachten

Abs. 1 diese Tempolimiten als zu tief angesetzt und missachten sie.

Unverändert Die Uebertretungsquote hat denn auch massiv zugenommen.

Abs. 2 Die Polizeiorgane sind nicht in der Lage, Tempo 80/120 durch-

Die Geschwindigkeit der Motorfahrzeuge wird auf allen Stras- zusetzen.

sen beschränkt Demgegenüber wurden die Geschwindigkeitslimiten von 100

Abs. 3 und 130 km/h vom grössten Teil der Verkehrsteilnehmer re-

a Auf richtungsgetrennten Autobahnen beträgt die Höchstge- spektiert Die Uebertretungsquote war relativ gering und das

schwindigkeit 130 km/h. Verkehrsklima im allgemeinen gut

Die Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Vor der Abstimmung zur Tempo-Initiative im Jahre 1989 versi-

Gesamtgewicht beträgt 80 km/h. cherte der Bundesrat, an den Tempolimiten 80/120 festzuhal-

Die Höchstgeschwindigkeit für Gesellschaftswagen beträgt ten. Dieses Versprechen hat viele Stimmbürger bewogen, zur

100km/h. Initiative ein Nein in die Urne zu legen. Bereits eineinhalb Jahre

Die Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge mit Anhänger be- später verfügte der Bundesrat Tempo 70/100 auf Autobahnen.

trägt 80 km/h. Wir müssen also feststellen, dass er wortbrüchig geworden ist

b. Auf den übrigen Strassen ausserhalb geschlossener Ort- Die Frage der Tempolimiten ist deshalb der Kompetenz des

schaften beträgt die Höchstgeschwindigkeit 100 km/h. Bundesrates zu entziehen und dem Parlament zu übertragen.

Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht sowie für Per Ende 1990 bestanden bereits 80 Prozent des schweizeri-

Fahrzeuge mit Anhänger beträgt die Höchstgeschwindigkeit schen Personenwagenbestandes aus Katalysator- (50 Pro-

80 km/h. zent) oder abgasentgifteten Fahrzeugen nach AGV82

c. In geschlossenen Ortschaften beträgt die Höchstgeschwin- (30 Prozent). Zusammen mit der obligatorischen jährlichen

digkeit 50 km/h. Abgaswartung hat der motorisierte Konsument damit einen

Abs. 4 enormen Beitrag an die Luftreinhaltung geleistet

Auf besonders gefährlichen Strecken kann die Höchstge- Bei Katalysator-Fahrzeugen ist zwischen 130, 120 bzw.

schwindigkeit herabgesetzt werden, wenn die Gefahr nicht an- 100 km/h praktisch kein Unterschied im Abgasverhalten fest-

derweitig beseitigt werden kann. Auf leistungsfähigen Stras- zustellen.

sen kann die Geschwindigkeit heraufgesetzt werden, wenn es Die Verkehrssicherheit kann nicht mit generellen Tempolimi-

der Verflüssigung des Verkehrs dient ten gehoben werden. Ein Indiz dafür sind die im Jahre 1990 er-

Abs. 5 (neu) neut gestiegenen Unfallzahlen, obwohl nach wie vor Tem-

Massnahmen nach Absatz 4 bedürfen zu ihrer Wirksamkeit po 80/120 Gültigkeit hatte. Die Sicherheit im Strassenverkehr

der Bewilligung des EJPD. ist, wenn überhaupt mit Tempolimiten, nur mit deren individu-

ellen Anpassung an Gefahrstellen zu heben. Dies ist im Initia-

Texte de l'initiative du 19 juin 1991 tivtext denn ausdrücklich vorgesehen.

Se fondant sur l'article 21 bis de la loi sur les rapports entre les

conseils, l'initiative parlementaire suivante, présentée sous la Stand der Arbeiten der eidgenössischen Räte und der Verwal-

forme d'un projet rédigé de toutes pièces, demande la révision tung

de la loi sur la circulation routière. Die Problematik der Tempolimiten und der gesetzgeberischen

Modification de l'article 32: Kompetenz in diesem Bereich war im Laufe der letzten zehn

Al. 1 Jahre Gegenstand zahlreicher Vorstösse im Parlament

Inchangé Am 4. Oktober 1984 reichten Nationalrat Oehler und Ständerat

Al. 2 Masoni je eine gleichlautende Motion ein. Die Motionen ver-

La vitesse des véhicules automobiles est limitée sur toutes les langten eine Revision des Artikels 32 des Strassenverkehrsge-

routes. setzes, mit dem Zweck, die Höchstgeschwindigkeiten auf den

Al. 3 Strassen in diesem Gesetz festzulegen.

a Sur les autoroutes à sens de circulation séparés, la vitesse Am 28. Oktober 1984 lehnte der Ständerat die Ueberweisung

maximale autorisée est de 130 km/h. der Motion Masoni mit 21 zu 14 Stimmen ab. Der Nationalrat

Pour les véhicules d'un poids total de plus de 3,5 tonnes, la vi- seinerseits sprach sich am 5. Juni 1986 mit 45 zu 25 Stimmen

tesse maximale autorisée est de 80 km/h. ebenfalls gegen die Ueberweisung der Motion Oehler aus.

Pour les autocars, la vitesse maximale autorisée est de Am 26. November 1989 verwarf eine Mehrheit des Volkes und

100km/h. der Stände die Volksinitiative «pro Tempo 130/100» und kam

Pour les véhicules tirant une remorque, la vitesse maximale damit der Empfehlung von Bundesrat und Parlament nach,

autorisée est de 80 km/h. die folgende Auffassung vertreten hatten: «Höhere Geschwin-

20. März 1992 N 613 Parlamentarische Initiativen

digkeiten bedeuten weniger Verkehrssicherheit und mehr des infractions. La police n'est pas en mesure de faire respec-

Schadstoffe in der Luft; sie widersprechen auch den Bestre- ter les limites de 80 et de 120 km/h.

bungen, Energie zu sparen. Es ist zudem wenig sinnvoll, Ge- En revanche, la plupart des automobilistes s'en tenaient aux li-

schwindigkeitslimiten in der Verfassung festzulegen. Eine An- mites de vitesse de 100 et de 130 km/h; autrement dit, il y avait

passung an veränderte Gegebenheiten würde dadurch er- assez peu d'infractions et les conducteurs, en règle générale,

schwert.» restaient courtois.

Am 14. Dezember 1989 reichte Nationalrat Fäh eine parlamen- Le Conseil fédéral avait affirmé avant la votation de 1989 sur

tarische Initiative in der Form der allgemeinen Anregung ein. l'initiative concernant les limitations de vitesse que les limites

Die Initiative verlangte, dass allgemeine Höchstgeschwindig- 80/120 seraient maintenues. Cette promesse avait incité de

keiten auf den Strassen auf Gesetzesebene festzusetzen sind. nombreux citoyens à rejeter l'initiative. Une année et demie

Am 21. März 1991 entschied der Nationalrat bei einem Stim- plus tard, le Conseil fédéral fixait à 70/100 la vitesse maximale

menverhältnis von 45 zu 45 mit Stichentscheid des Präsiden- autorisée sur les autoroutes. Nous constatons qu'il n'a pas

ten, der parlamentarischen Initiative Fäh keine Folgezugeben. tenu parole. Il faut donc lui retirer la compétence de fixer les vi-

Am 21. Juni 1991 reichte Nationalrat Frey Walter eine gleich- tesses maximales pour l'attribuer au Parlement

lautende parlamentarische Initiative wie Nationalrat Fäh ein. A la fin 1990, déjà 80 pour cent du parc automobile suisse

Im Rahmen der Neuverteilung der Aufgaben zwischen Bund comprenait des véhicules qui étaient équipés de catalyseurs

und Kantonen, welcher das Parlament am 22. März 1991 zu- (50 pour cent) ou qui répondaient aux exigences de l'ordon-

stimmte, wurde Artikel 32 SVG geändert: Dieser Artikel über- nance de 1982 sur les gaz d'échappement (30 pour cent).

trägt nun den Kantonen die Kompetenz, die Geschwindigkeit Avec et y compris le contrôle annuel des gaz d'échappement

auf Nationalstrassenabschnitten hinab- oder hinaufzusetzen; le consommateur motorisé a apporté une contribution énorme

für eine solche Massnahme braucht es die Bewilligung des au titre de mesures anti-pollution atmosphérique.

Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements. Bisher Qu'il roule à 100, 120 ou 130 km/h, un véhicule équipé d'un

wurden die Höchstgeschwindigkeiten auf Nationalstrassen catalyseur émet pratiquement autant de gaz d'échappement

vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement festge- Ce n'est pas en abaissant systématiquement les vitesses

setzt. maximales que l'on améliorera la sécurité routière (en effet, on

a pu constater une recrudescence des accidents de la route

Erwägungen der Kommission en 1990, et ce bien que les vitesses maximales soient restées

Nach Auffassung der Kommission bezweckt die parlamentari- les mêmes, soit 80 et 120 km/h) ; si tant est que cela soit possi-

sche Initiative in erster Linie, die Kompetenz des Bundesrates ble par ce moyen, ce ne peut être qu'en limitant la vitesse cas

zur Festsetzung der Tempolimiten auf das Parlament zu ver- par cas, aux endroits dangereux, ce que prévoit expressément

schieben. Die Kommission bedauert, dass diese Frage erneut le texte de l'initiative.

vor das Parlament gebracht werden soll, obwohl sich der Na-

tionalrat vor weniger als einem halben Jahr, am 21. März 1991, Efaf des travaux de l'Assemblée fédérale et de l'administration

(mit einem zugegebenermassen knappen Resultat) weigerte, La problématique des limitations de vitesse et de la compé-

der parlamentarischen Initiative Fäh Folge zu geben. tence législative y relative, a fait l'objet de très nombreuses

Die Argumente über die Zweckmässigkeit einer solchen Revi- interventions au Parlement au cours de ces dix dernières an-

sion, die immer wieder vorgebracht worden sind, haben bis nées.

heute nichts an Bedeutung verloren. Die Kommission gibt in- Le 4 octobre 1984 M. le conseiller national Oehler et M. le

dessen zu, dass die vom Bundesrat im Sommer 1991 proviso- conseiller aux Etats Masoni déposaient, chacun, une motion

risch erlassenen Massnahmen im Bereich der Tempolimiten identique, demandant une révision de l'article 32 de la loi sur

zumindest beanstandet worden und auf ein gewisses Unver- la circulation routière afin d'y fixer les limitations de vitesse sur

ständnis bei der Bevölkerung gestossen sind. les routes.

Dies rechtfertigt jedoch keine Aenderung der heutigen Gesetz- Le 28 octobre 1984 le Conseil des Etats par 21 voix contre 14

gebung, wie sie mit der parlamentarischen Initiative Scherrer refusait de transmettre la motion Masoni. Le 5 juin 1986, par

Jürg angestrebt wird. Die Kompetenz, die Geschwindigkeiten 45 voix contre 25 le Conseil national en faisait de même pour la

auf Autobahnen und übrigen Strassen festzusetzen, ist tech- motion Oehler.

nisch begründet, woran festzuhalten ist Denn die Geschwin- Le 26 novembre 1989, une majorité du peuple et des cantons

digkeit hat einen wesentlichen Einfluss auf den Schutz der rejetait l'initiative populaire «pro vitesse 130/100» suivant ainsi

Umwelt, den Treibstoffverbrauch und die Verkehrssicherheit la recommandation du Conseil fédéral et du Parlement, les-

Auch ist es wünschenswert, dass der Bundesrat den nötigen quels estimaient que «des vitesses plus élevées nuisent à la

Handlungsspielraum beibehält, um in diesen verschiedenen sécurité du trafic, augmentent la pollution de l'air et sont

Bereichen ohne Verzögerug tätig werden zu können. Eine contraires aux efforts d'économies d'énergie. Il est en outre

Kompetenzverschiebung auf das Parlament würde zweifellos peu judicieux d'inscrire les limites de vitesse dans la constitu-

zu einer Verpolitisierung der Frage führen, und jede Aende- tion, car il serait plus difficile de les adapter à des situations

rung müsste, mit dem bekannten Aufwand, über eine Geset- nouvelles».

zesrevision erfolgen. Le 14 décembre 1989, M. le conseiller national Fäh déposait

Die Annahme der parlamentarischen Initiative Scherrer Jürg une initiative parlementaire, rédigée en terme généraux, qui

hätte die Wiedereinführung der Höchstgeschwindigkeiten demandait que les limitations générales de vitesse sur les rou-

130/100 km/h auf Autobahnen/übrigen Strassen ausserhalb tes soient réglées par les lois.

geschlossener Ortschaften zur Folge. Die geltende Regelung Le 21 mars 1991, par 45 voix contre 45, avec la voix prépondé-

hat sich indessen bewährt, und ihre positiven Auswirkungen rante du Président, le Conseil national refusait de donner suite

auf die Sicherheit im Strassenverkehr und die Umwelt sind à l'initiative parlementaire Fäh.

heute nicht mehr bestritten. Andererseits würde das Problem Dans le cadre de la nouvelle répartition des tâches entre la

des Verkehrsflusses, auch wenn man im Sinne der Initiative Confédération et les cantons acceptée par le Parlement le

handelte, nicht gelöst 22 mars 1991, l'article 32 de la loi sur la circulation routière a

été modifié. Il donne également la compétence aux cantons,

M. Wanner présente au nom de la commission le rapport écrit d'élever ou d'abaisser la vitesse sur des tronçons de routes

suivant: nationales. Une telle mesure est subordonnée à une autorisa-

tion du Département fédéral de justice et police. Jusqu'alors,

Développement de l'auteur de l'initiative les vitesses maximales sur les routes nationales étaient fixées

Depuis l'instauration des limites de vitesse de 80 et 120 km/h, par le Département de justice et police.

la discipline sur les routes s'est sensiblement dégradée.

L'agressivité des conducteurs augmente. De nombreux auto- Considérations de la commission

mobilistes considèrent ces limites comme trop basses et ne La commission estime que l'initiative vise avant tout à transfé-

les respectent donc pas, ce qui provoque une hausse massive rer la compétence de légiférer, en matière de limitations de vi-

Initiatives parlementaires 614 N 20 mars 1992

tesse, du Conseil fédéral au Parlement Malgré le refus du der Verfassung abgelehnt! Es waren aber immerhin 38 Pro-

Conseil national, du 21 mars 1991 (acquis de justesse il est zent der Stimmbürger, die zu Tempo 100/130 ja gesagt haben

vrai), de donner suite à l'initiative parlementaire Fan, la com- - diese wurden dann natürlich zu Verlierern deklariert, wäh-

mission regrette que moins de six mois plus tard, cette ques- rend bei der am gleichen Tag stattfindenden Abstimmung die

tion soit à nouveau amenée devant le Parlement Armeegegner faktisch zu Siegern umfunktioniert wurden; aber

En effet les considérations émises à maintes reprises, quant à diese Bemerkung nur am Rand.

l'opportunité d'une telle révision, gardent aujourd'hui encore Meine parlamentarische Initiative will die Tempolimiten, wie

toute leur valeur. La commission reconnaît cependant, que les sie vor dem angeblichen Waldsterben gegolten haben, auf

mesures temporaires de limitation de vitesse sur les autorou- Gesetzesstufe festlegen, d. h. innerorts Tempo 50, ausserorts

tes, prises par le Conseil fédéral durant l'été 1991, ont eu des eine generelle Höchstgeschwindigkeit von Tempo 100 und

effets pour le moins contestés, tout en provoquant une cer- auf den Autobahnen Tempo 130. Die einzelnen Kantone oder

taine incompréhension au sein de la population. Gemeinden sollen die Möglichkeit haben, von diesen Tempo-

Ceci ne justifie pas une révision de la législation actuelle, telle limiten abzuweichen, wenn es sich im Interesse des Verkehrs-

qu'elle est prévue par l'initiative Scherrer Jürg. flusses oder der Verkehrssicherheit als nötig erweist

La compétence de fixer les vitesses sur les autoroutes et les Solange der Bundesrat dauernd irgendwelchen Interessen-

autres routes est d'ordre technique et elle doit le rester. Car la gruppen nachgibt - indem er einmal die Tempolimiten herab-

limitation de vitesse a une influence considérable sur la protec- setzt, dann die Herabsetzung wieder aufhebt -, beweist er,

tion de l'environnement, la consommation de carburants et la dass er mit der ihm übertragenen Kompetenz nicht umzuge-

sécurité. hen weiss. Also muss das Parlament, das die Oberaufsicht

Aussi il est souhaitable que le Conseil fédéral puisse garder la über die bundesrätlichen Aktivitäten hat, jetzt beschliessen,

liberté d'action nécessaire qui lui permette d'agir sans retard diese Tempolimiten auf Gesetzesstufe festzulegen. Ein Not-

dans ces différents domaines. Transférer cette compétence au recht aufgrund einer Energieknappheit wird immer möglich

Parlement politiserait immanquablement la question et toute sein; das ist bereits gesetzlich vorgesehen. Der Bundesrat

modification passerait par une révision de la loi, avec toutes kann also in Zeiten einer akuten Energieverknappung aus

les lourdeurs que l'on connaît Energiespargründen die Tempolimiten herabsetzen, genau

L'acceptation de l'initiative parlementaire Scherrer Jürg aurait gleich, wie er im Extremfall sogar den Privatverkehr verbieten

également pour conséquence de réintroduire les vitesses könnte.

maximales de 100/130 km/h sur les autoroutes et les autres Wenn bei den Tempolimiten eine Eurolex kommt - daran

routes, à l'extérieur des localités. zweifle ich natürlich; wir haben ja, Gott sei Dank, noch

La réglementation actuelle a fait ses preuves et son incidence Deutschland -, dann ist es ohne weiteres möglich, diese Tem-

positive sur la sécurité routière et l'environnement n'est aujour- polimiten der Europaregelung anzupassen. Dafür hat auch

d'hui plus contestée. D'autre part ce n'est pas en agissant de dieses Parlament noch genug Zeit.

la sorte que l'on améliorera la fluidité du trafic. Ich verzichte auf die Wiedergabe meiner Begründung, die ich

bereits schriftlich in der Initiative formuliert habe, und ich bitte

Antrag der Kommission Sie: Stehen Sie zu Ihrer politischen Meinung, vor allem die bür-

Mehrheit gerlichen Fraktionen, die am Anfang auch immer gesagt ha-

Der Initiative keine Folge geben ben, wenn sich die Tempolimiten nicht mehr rechtfertigen Hes-

Minderheit sen, seien sie aufzuheben bzw. wieder auf den alten Stand

(Giezendanner) festzusetzen. Ich erinnere daran: Das Waldsterben hat nicht

Der Initiative Folge geben stattgefunden! Die Rechtfertigung, dieser Initiative zuzustim-

men, ist gegeben.

Proposition de la commission

Majorité Abstimmung - Vote

Ne pas donner suite à l'initiative Für den Antrag der Mehrheit 101 Stimmen

Minorité Für den Antrag der Minderheit 19 Stimmen

(Giezendanner)

Donner suite à l'initiative

Scherrer Jürg: Tempo 80/120 wurde vom Bundesrat wegen

des angeblichen Waldsterbens verfügt Das Waldsterben ist

«aufgehoben», es hat nie stattgefunden; also müsste logi-

scherweise auch Tempo 80/120 aufgehoben werden. #ST# 91.422

Aber wie es eben so ist: Man hat einmal eine Verfügung erlas-

sen, man kann nicht zugeben, dass man einen Fehler ge- Parlamentarische Initiative

macht hat, und dann sucht man nach anderen Begründun- (Frey Walter)

gen. Es ist dann einfach die Sicherheit, die den Bundesrat an- Gesetzliche Bestimmungen

geblich dazu veranlasst, an Tempo 80/120 festzuhalten. Aber über Höchstgeschwindigkeiten

auch das Sicherheitsargument sticht nicht, denn andere euro-

päische Länder - also vergleichbare Länder, besonders Initiative parlementaire

Deutschland - haben eine gleiche oder sogar eine bessere (Frey Walter)

Entwicklung der Unfallzahlen als die Schweiz, ohne dass dort Limitations de vitesse.

dauernd an den Tempolimiten herumlaboriert wird. Compétence législative

Das Argument der Luftqualität, die durch Tempo 80/120 ver-

bessert würde, sticht ohnehin nicht mehr, denn mit immer Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art 68 RCN

mehr Katalysator-Fahrzeugen gibt es in bezug auf die Emis-

sion keine Unterschiede mehr zwischen Tempo 80/120 und

100/130. Zudem ist festzustellen, dass der Verkehr durch die

zu tiefen Tempolimiten heute gebremst wird. Die Kolonnen

nehmen zu, der Verkehr verdichtet sich, die Fahrweise wird Wortlaut der Initiative vom 21. Juni 1991

unruhiger und nervöser. Resultat: Treibstoffverbrauch und Allgemeine Höchstgeschwindigkeiten auf den Strassen sind

Luftbelastung steigen; das ist nachweisbar. auf Gesetzesebene festzusetzen.

Der Bundesrat sagt zwar, das Volk habe Tempo 80/120 zuge-

stimmt Das stimmt eben nicht Ich bitte den Bundesrat, jetzt Texte de l'initiative du 21 juin 1991

endlich einmal bei der Wahrheit zu bleiben. Das Volk hat nicht Les limitations générales de vitesse sur les routes suisses sont

Tempo 80/120 zugestimmt, sondern es hat Tempo 100/130 in fixées dans la législation.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Parlamentarische Initiative (Scherrer Jürg) Tempolimiten auf Gesetzesstufe

Initiative parlementaire (Scherrer Jürg) Limitations de vitesse. Révision de la loi sur la

circulation routière

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1992

Année

Anno

Band II

Volume

Volume

Session Frühjahrssession

Session Session de printemps

Sessione Sessione primaverile

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 12

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 91.417

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 20.03.1992 - 08:00

Date

Data

Seite 612-614

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Ref. No 20 021 044

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