Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 91-3395 KI-generiert

Switzerland's Nuclear Education Policy: Enrollment Trends and Future Needs

Geschäftsnummer VPB 91-3395
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The court considered the situation regarding the declining interest and enrollment in nuclear physics and nuclear engineering programs in Switzerland, noting that this decline could lead to a difficult energy policy situation and foreign dependence. The court’s reasoning was that a strong educational foundation in classical engineering, physics, and chemistry is sufficient, and specialized nuclear technology courses are available at higher levels. While acknowledging a past decrease in students, the court stated that recent numbers show a potential upward trend, and current enrollment and available positions suggest that Switzerland can secure sufficient personnel, potentially through a mix of domestic and foreign experts. The court also indicated a commitment to maintaining educational offerings and encouraging cantons and the energy industry to support the field.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 73 vor, Art. 73 que, Art. 100 RAI, Art. 73 IVG, Art. 100 IW; Switzerland's Nuclear Education Policy: Enrollment Trends and Future Needs: The court’s reasoning was that a strong educational foundation in classical engineering, physics, and chemistry is sufficient, and specialized nuclear technology courses are available at higher levels. While acknowledging a past decrease in students, the court stated that recent numbers show a potential upward trend, and current enrollment and available positions suggest that Switzerland can secure sufficient personnel, potentially through a mix of domestic and foreign experts. The court also indicated a commitment to maintaining educational offerings and encouraging cantons and the energy industry to support the field.

Schlagwörter

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Hochschulbildung Bildungsbedarf Energiepolitik laufender Zins Personalpolitik Strahlenschutz

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
Art. 73 vor
Der Bundesrat teilt die Meinung des Interpellanten, wonach La LAI prévoit en son article 73 que l'assurance alloue des sub-
Art. 73 que
Der Bundesrat teilt die Meinung des Interpellanten, wonach La LAI prévoit en son article 73 que l'assurance alloue des sub-
Art. 100 RAI
L'article 100 RAI précise que l'ate-
Art. 73 IVG
This article of the Federal Act on Invalid Insurance (IVG) was cited in relation to the conditions for insurance contributions towards institutions and workshops for rehabilitation measures.
Art. 100 IW
This article of the Ordinance on Invalid Insurance (IW) was cited regarding the criteria for protected workshops, specifically concerning the proportion of disabled individuals employed.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 73 IVG

This article of the Federal Act on Invalid Insurance (IVG) was cited in relation to the conditions for insurance contributions towards institutions and workshops for rehabilitation measures.

Art. 100 IW

This article of the Ordinance on Invalid Insurance (IW) was cited regarding the criteria for protected workshops, specifically concerning the proportion of disabled individuals employed.

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Volltext

20. März 1992 N 637 Interpellation Neuenschwander

Schutzwürdigkeit des Bruststillens-sowohl in bezug auf Indu- Die EG erarbeitet zurzeit ebenfalls eine Export-Direktive für Ba-

strieländer wie die Schweiz als auch in bezug auf Drittweltlän- bymilch. Als bedeutender Babymilchproduzent und -expor-

der-nicht gerecht. teur müsste unser Land seine diesbezüglichen Exportbestim-

Die WHA-Resolution 39.28 klärt den WHO-Kodex und erwei- mungen ebenfalls neu und strenger regeln.

tert ihn nicht, noch macht sie ihn obligatorisch (Antwort des

Bundesrates, Punkt 3). Die WHO überwacht die Einhaltung Schriftliche Erklärung des Bundesrates

des Kodexes nicht von sich aus, sondern legt der WHA alle vom 9. März 1992

zwei Jahre einen Bericht vor. Darin berichtet sie über die von Déclaration écrite du Conseil fédéral

den einzelnen Ländern gemeldeten und unternommenen du 9 mars 1992

Schritte zur Verwirklichung des Kodexes bzw. zu seiner Ueber- Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.

führung in nationale Gesetzgebungen (dito, Punkt 4).

Zurzeit stagnieren die Stillraten in den meisten Ländern, in wel- Ueberwiesen - Transmis

chen sie während der letzten zehn Jahren zugenommen ha-

ben, und in verschiedenen Staaten (Grossbritannien, Schwe-

den, Vereinigte Staaten) gehen sie zurück. Die WHO erwartet

von den Firmen, dass sie Gratis- und Billiglieferungen an Spi- 91.3395

täler und Entbindungsstationen bis Ende 1992 einstellen. Im

#ST#

letzten Jahr zeigte die WHO ein noch stärkeres Engagement

zugunsten des Stillens: Innocenti-Erklärung, 10-Jahres-Jubi- Interpellation Neuenschwander

läum des Kodexes und - in Zusammenarbeit mit Unicef - die Bildungsrückstand

«Baby friendly hospitalo-Initiative. Hingegen sind mir keinerlei im Bereich Nuklearphysik

Aeusserungen seitens der WHO bekannt, welche die Bemü- und Kerntechnik

hungen der Firmen zur Einhaltung des Kodexes als genügend

anerkennen würden (dito, Punkt 4). Physique et génie nucléaires.

Artikel 6.6 des WHO-Kodexes sagt bezüglich Schenkungen Recul de l'enseignement

und Niedrigpreisverkäufen weder etwas von Bestellungen sei- et de la recherche

tens der Spitäler noch von beschränkten Quantitäten, noch

von einer Bestimmung zugunsten Minderbemittelter (dito,

Punkt 5).

Kodexverletzungen durch 21 Firmen in 80 Ländern sind be-

legt. Das Internationale Aktionsnetzwerk Babynahrung Wortlaut der Interpellation vom 5. Dezember 1991

(IBFNAN) hat Recherchen von mit Gesundheitsfragen be- An den schweizerischen Hochschulen und Höheren Techni-

schäftigten Gruppen und Einzelpersonen aus aller Welt zu- schen Lehranstalten haben das Angebot an Studienfächern

sammengetragen und die Ergebnisse veröffentlicht (Breaking und - in Wechselwirkung - die Zahl der Studenten mit Fach-

thè Rules; State of thè Code by Company/by Country-1991). richtung Nuklearphysik und Kerntechnik drastisch abgenom-

Nestlé, die grossie Babynahrungs-Herstellerin, nimmt auf der men. Die Bildungslücke kann unser Land in eine schwierige

schwarzen Liste, auf der mit Wander und Galactina auch noch energiepolitische Situation bringen.

zwei andere Schweizer Firmen figurieren, den Spitzenplatz Ich ersuche daher den Bundesrat um Stellungnahme zu fol-

ein. Von diesen Firmenpraktiken sind auch schweizerische genden Fragen:

Hilfswerke und ihre Partnerorganisationen betroffen. 1. Wie beurteilt der Bundesrat den gegenwärtigen Stand von

Die Empfehlungen des WHO-Kodexes werden auch in der Lehre, Forschung und praktischer Ausbildung auf dem Gebiet

Schweiz verletzt, z B.: der Nuklearwissenschaft in der Schweiz?

- Herstellerfirmen wenden sich mit ihrer Werbung direkt an die 2. Hat der Bundesrat Kenntnis vom Rückgang der Anzahl von

allgemeine Oeffentlichkeit (Art 5.1 ). Studienanfängern an den Universitäten und an den Höheren

-Auf Packungen finden sich Abbildungen von Babies und Technischen Lehranstalten in den Bereichen Nuklearphysik

Ausdrücke wie «humanisiert». Es fehlen Warnungen vor Ge- und Kerntechnik?

sundheitsgefahren einer falschen Anwendung. «Mütterbera- 3. Ist die Vermutung richtig, wonach der Mangel an einheimi-

tungs»-Telefonnummern auf den Packungen erlauben den schen Fachleuten im Nuklearbereich unser Land nach Ablauf

Firmen direkten Kontakt mit den Müttern (Art 9.2,5.5 und 8.1). des Moratoriums, abgesehen vom energiepolitischen Aspekt,

- Sowohl am Verkaufsort wie per Post werden Mütter mit Gra- auch bildungsmässig und technisch dem Ausland ausliefern

tismustern bedient (Art. 5.2 und 5.3). wird?

- Gratislieferungen an Spitäler (Art 6.6 und 6.7) 4. Bestehen für den Bund Möglichkeiten, um die durch die jah-

- Information an medizinisches Personal beschränkt sich relange politische Verfemung der Kernenergie verunsicherte

nicht auf wissenschaftliche und faktische Daten (Art. 7.2). Jugend wieder vermehrt zur Ergreifung eines - beruflich zu-

- Firmen laden Kinderärzte und anderes medizinisches Per- kunftsträchtigen - Studiums im Bereich Nukleartechnik und

sonal zu teuren Essen ein, um sie dazu zu bringen, ihr Produkt Sicherheit zu ermuntern?

zu empfehlen (Art 7.3).

Damit geht eine Täuschung des Konsumenten und der Konsu- Texte de l'interpellation du 5 décembre 1991

mentin einher. Da Muttermilch auch in der Schweiz Durchfall- Dans les universités, les écoles polytechniques et les écoles

erkrankungen und Infektionen der Atemwege verhindern so- techniques supérieures en Suisse, l'offre de branche d'étu-

wie Krebs- und Diabetes-Wahrscheinlichkeit verringern hilft, des, et partant le nombre d'étudiants spécialisés en physique

gerät jedes das Stillen unterminierende Verhalten in den Ver- et technologie nucléaires, ont fortement diminué. Cette lacune

dacht der Gesundheitsschädigung (Antwort des Bundesrates, dans le domaine de la formation peut conduire notre pays vers

Punkt 5). une situation précaire en ce qui concerne la politique énergéti-

Nicht einmal der gegenüber dem WHO-Kodex sehr schwache que. Le Conseil fédéral est prié à ce sujet de répondre aux

«Verhaltenskodex der Hersteller über die Vermarktung von questions suivantes:

Muttermilch-Ersatzpräparaten» wird von den Firmen eingehal- 1. Comment juge-t-il l'état actuel de l'enseignement, de la re-

ten, wenn beispielsweise in Apotheken Babymilchpulver- cherche, et la formation pratique dans le domaine des scien-

Muster oder beim Spitalaustritt Bestellkarten für solche abge- ces nucléaires?

geben werden. 2. Est-il au courant du recul du nombre de nouveaux étudiants

Aufgrund einer kürzlich erlassenen EG-Direktive sind die EG- dans les universités et les écoles techniques supérieures, en

Staaten daran, nationale Gesetze über den Vertrieb von Baby- ce qui concerne les branches de la physique et de latechnolo-

nahrung vorzubereiten. Auch die Schweiz sollte - und der Zeit- gie nucléaires?

punkt dafür ist günstig - ihren Kodex zum Schutz des Stillens 3. Est-il raisonnable de penser que le manque de spécialistes

verschärfen. suisses dans le domaine nucléaire mettra notre pays, même

Interpellation Neuenschwander 638 N 20 mars 1992

après l'échéance du moratoire sur l'énergie nucléaire, à la sen Berufszweig beigetragen haben. Jüngere im Gebiet der

merci de l'étranger en matière d'enseignement et de technolo- Nuklearwissenschaften ausgebildete Fachleute sind zudem

gie dans ce domaine, et ceci quelle que soit notre politique zunehmend in andere Tätigkeitsgebiete abgewandert. Durch

énergétique? die in den letzten Jahren angespannte Arbeitsmarktlage und

4. La Confédération dispose-t-elle de moyens pour inciter plus den generellen Mangel an hochqualifizierten technisch orien-

de jeunes - découragés par toutes les années de politique tierten Fachleuten in der Schweizer Wirtschaft wurde dieser

anti-nucléaire - à entreprendre des études dans le secteur nu- Trend beschleunigt Die in der Schweiz zurückgegangene

cléaire, d'ailleurs porteur d'avenir? kerntechnische Industrietätigkeit hat ebenfalls zur Abwande-

rung beigetragen.

Mitunterzeichner-Cosignataires: Allenspach, Aregger, Baum- Die wichtigsten Interessenten für die Rekrutierung von Perso-

berger, Berger, Bezzola, Binder, Bircher Peter, Blatter, Blo- nal aus dem Bereich Nuklearwissenschaften sind die schwei-

cher, Bonny, Borer Roland, Bortoluzzi, Bühler Simeon, Bürgi, zerischen Kernkraftwerke, die Aufsichtsbehörde (Hauptabtei-

Cavadini Adriano, Chevallaz, Cincera, Columberg, Daepp, lung für die Sicherheit der Kernanlagen beim Bundesamt für

Dettling, Dreher, Eymann Christoph, Fehr, Fischer-Hägglin- Energiewirtschaft (HSK)), die Industrie und die in der Kern-

gen, Fischer-Seengen, Fischer-Sursee, Frey Walter, Fritschi technik tätigen Gruppen des Paul Scherrer Instituts (PSI). Die

Oscar, Früh, Giezendanner, Giger, Gysin, Hari, Hegetschwei- Rekrutierung konzentriert sich auf folgende Berufsgruppen:

ler, Hess Otto, Hildbrand, Iten Joseph, Jenni Peter, Keller An- - Physiker, Ingenieure und weitere Hochschulabsolventen für

ton, Kern, Kühne, Loeb François, Luder, Mamie, Mauch Rolf, wissenschaftliche Tätigkeiten und für das höhere Kader.

Maurer, Miesch, Moser, Müller, Raggenbass, Reimann Maxi- - HTL-Absolventen vorwiegend für die Leitung des Betriebes

milian, Rohrbasser, Rutishauser, Rychen, Savary, Scheideg- nuklearer Anlagen und für Entwicklungs- oder Bauprojekte,

ger, Scherrer Jürg, Schmidhalter, Schmied Walter, Schwab, z. B. im Rahmen der Nachrüstung der Kernkraftwerke.

Seiler Hanspeter, Spoerry, Steinemann, Stucky, Tschuppert - Handwerker für das Betriebs- und Unterhaltspersonal an nu-

Karl, Vetterli, Wanner, Wyss, Zölch (69) klearen Anlagen.

Im einzelnen werden die aufgeworfenen Fragen wie folgt be-

Schriftliche Begründung - Développement par écrit antwortet:

An den Hochschulen und an den Höheren Technischen Lehr- 1. Die Ausbildung auf dem Gebiet der Nuklearwissenschaften

anstalten unseres Landes ist das Interesse der Studienanfän- konzentriert sich in der Schweiz auf den Schulratsbereich

ger an einer Laufbahn auf den Gebieten Nuklearphysik und (ETH Zürich, ETH Lausanne und PSI Villigen). Daneben führen

Kerntechnik annähernd auf Null gesunken; an der ETH Zürich die HTL Genf, Windisch und Winterthur kerntechnische Kurse

lässt sich beispielsweise die Zahl der Diplomanden nuklear- im Rahmen ihrer Ingenieurausbildung durch. Das PSI führt zu-

wissenschaftlicher Richtung in den letzten Jahren beinahe an dem im Auftrag des Verbandes der Schweizerischen Elektrizi-

einer Hand abzählen. Der Grund dürfte darin liegen, dass die tätswerke und der HSK eine Reaktorschule für die Grundaus-

jungen Leute der politisch motivierten Verketzerung der Kern- bildung von Reaktoroperateuren und bietet Reaktorpraktika

energie erlegen sind und sich vor einem Studium in den ent- an. Seit 1985 ermöglicht der Bundesrat die Berufsanerken-

sprechenden Fachrichtungen trotz glänzenden Berufschan- nung für Reaktoroperateure; die entsprechenden Prüfungen

cen im In- und Ausland scheuen. Auf diese Weise öffnet sich - werden vom Biga organisiert.

und dies ausgerechnet auf einem zukunftsträchtigen Feld der Voraussetzung für die Heranbildung von wissenschaftlichen

Technologie-ein Bildungsloch, das später schmerzhaft spür- und technischen Fachkräften für das Gebiet der Kerntechnik

bar wird und das nicht über Nacht zugeschüttet werden kann. ist eine solide Grundausbildung in den klassischen Fachge-

Die Schweiz, deren wichtigster «Rohstoff» - neben der intak- bieten Ingenieurwissenschaften, Physik und Chemie. Diese

ten Arbeitsmoral und dem Qualitätsdenken - im Bildungspo- Grundausbildung wird an den Hochschulen heute in ausrei-

tential ihres Volkes besteht, droht infolge des Ausfalls von nu- chendem Masse vermittelt In den höheren Semestern werden

kleartechnischem Know-how auf einem wichtigen Gebiet in vor allem an der ETH Zürich aber auch an der ETH Lausanne

eine totale Auslandabhängigkeit zu verfallen, wie sie in der kerntechnische Studiengänge und Promotionsarbeiten orga-

Frage der künftigen Energieversorgung ohnehin in Aussicht nisiert Für das Gebiet der Radiochemie bietet die Universität

steht. Das Fehlen schweizerischer Fachkräfte wird nach Ab- Bern an der philosophisch-naturwissenschaftlichen Fakultät

lauf der vom Volke beschlossenen zehnjährigen Denkpause ebenfalls Studiengänge und Promotionsarbeiten an. Für die

so oder so den Beizug ausländischer Spezialisten erfordern. praxisorientierte Spezialisierung in Nuklearwissenschaften

Dies gilt selbst dann, wenn sich das Volk dannzumal für einen führt das PSI entsprechende Aus- und Weiterbildungsveran-

endgültigen Verzicht auf die Kernenergie entscheiden sollte; staltungen durch.

gerne wird nämlich übersehen, dass auch das Abschalten ei- 2. Erfreulicherweise zeichnet sich zurzeit kein weiterer Rück-

nes KKW nicht durch eine Schalterdrehung erfolgt, sondern ei- gang der Studierenden ab, die sich für die Nuklearwissen-

nen mehrjährigen hochspezialisierten Prozess darstellt schaften interessieren. Der Trend bei den Studentenzahlen

Der Interpellant ist sich darüber klar, dass der Entschluss zum zeigt im heutigen Zeitpunkt eher nach oben, er muss sich aber

Einstieg in ein nuklearorientiertes Studium bei den jungen im Verlauf der nächsten Jahre noch bestätigen.

Leuten vorab durch sachliche Information von Fachseite, teil- In Zahlen ausgedrückt, sieht die Situation wie folgt aus: Im

weise auch im Rahmen der politischen Auseinandersetzun- Hochschulbereich wurden in den siebziger Jahren 10 bis

gen, gefördert werden muss. Doch kommt zweifellos auch 15 Studenten pro Jahrgang auf dem Gebiet der Nuklearwis-

dem Bund, nicht zuletzt aus volkswirtschaftlichen Erwägun- senschaften ausgebildet Im Verlauf der achtziger Jahre sank

gen, ein Teil dieser Bildungsverantwortung zu. diese Zahl auf 2 bis 5 Studenten pro Jahrgang. Im Winterse-

mester 1991/92 hatten sich an der ETH jedoch 9 Studenten für

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates die Vertiefungsrichtung Kerntechnik eingeschrieben.

vom 12. Februar 1992 Die HTL bildeten in den siebziger Jahren 50 bis 60 Studenten

Rapport écrit du Conseil fédéral pro Jahr in Nuklearwissenschaften aus. In den achtziger Jah-

du 12 février 1992 ren sank diese Zahl auf 20 bis 25; heute sind es rund 30 Stu-

Der Bundesrat ist sich bewusst, dass die Zahl der Studieren- denten.

den im Bereich der Nuklearwissenschaften (Nuklearphysik, 3. Heute kann in der Schweiz noch genügend Fachpersonal

Radiochemie und Kerntechnik) an den schweizerischen für den sicheren Umgang mit der Kerntechnik gefunden wer-

Hochschulen und an den Höheren Technischen Lehranstal- den. Kernkraftwerkbetreiber, HSK, Industrie und Forschungs-

ten (HTL) seit den siebziger Jahren zurückgegangen ist Die stellen stützen sich dabei sowohl auf schweizerische als auch

Abnahme des Lehrangebots ist vorwiegend auf den Rück- auf ausländische Fachkräfte ab. Die HSK hat zudem durch

gang des Interesses an kerntechnischen Berufen bei den Stu- ihre internationalen Abkommen mit gleichartigen Institutionen

dierenden zurückzuführen, wozu ohne Zweifel auch die Ver- im Ausland (z. B. Nuclear Regulatory Commission (NRC) in

schlechterung der Akzeptanz der Kernenergie in unserer Ge- den USA) den für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben notwendi-

sellschaft und die damit verbundene unsichere Zukunft für die- gen Erfahrungsaustausch gesichert Durch Auftragsvergabe,

20. März 1992 N 639 Interpellation Theubet

insbesondere auch ans PSI, werden die Kenntnisse auf dem #ST# 91.3428

neuesten Stand von Wissenschaft und Technik gehalten.

Was den zukünftigen Bedarf anbetrifft, gilt es festzuhalten, Interpellation Theubet

dass aufgrund vermehrter Altersrücktritte in den kommenden

zehn Jahren im Nuklearbereich in der Schweiz mit einer gewis- Invalidenversicherung.

sen personellen Ablösung zu rechnen ist. In diesem Sinne ist Grosszügigere Réglemente

der Nachwuchsbedarf mittelfristig zunehmend. Assurance-invalidité.

Unter der Annahme, dass sich die genannten Interessenten

Assouplissement du Règlement (RAI)

zusätzlich zu den schweizerischen auch weiterhin auf auslän-

dische Fachkräfte und Institutionen abstützen können, sieht

der Bundesrat aus heutiger Sicht auch in der Zukunft keinen

Mangelan Personal im Nuklearbereich für die Bewältigung an-

stehender Aufgaben. Eine gute Mischung von schweizeri-

schen und ausländischen Fachleuten ist für den internationa- Wortlaut der Interpellation vom 13. Dezember 1991

len Erfahrungsaustausch wichtig und erwünscht; sie gibt für Das Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG) sieht

unser Land zu keinen Bedenken Anlass. in Artikel 73 vor, dass die Versicherung Beiträge an die Errich-

Diese Ausführungen lassen sich - wenn auch nur aufgrund tung von öffentlichen Anstalten und Werkstätten gewährt, die in

von Schätzungen - mit Zahlen belegen: Im Bereich der Kern- «wesentlichem Umfang» Eingliederungsmassnahmen durch-

technik sind in der Schweiz etwa 200 Akademiker beschäftigt. führen. Artikel 100 der Verordnung über die Invalidenversiche-

Unter der Annahme, dass die Beschäftigungsdauer rund rung (IW) bestimmt, dass die geschützte Werkstätte «dauernd

20 Jahre beträgt, benötigt man 10 Hochschulabsolventen überwiegend Invalide» beschäftigen muss; diese Formulie-

jährlich. Falls die Hälfte aus den genannten Gründen im Aus- rung wird in Ziffer 1 des Rundschreibens des Bundesamtes für

land rekrutiert wird, genügen die unter Frage 2 aufgeführten Sozialversicherung (BSV) über die Betriebsbeiträge an Werk-

Absolventenzahlen für den Restbedarf. stätten für die Dauerbeschäftigung Invalider wiederaufgenom-

Aehnliches ergibt sich für die rund 250 im Fachbereich be- men. Das Gesetz ist also weniger streng als die zwei anderen

schäftigten HTL-Absolventen. Unter gleichen Annahmen wie Texte.

für die Akademiker beträgt der jährliche Bedarf 10 bis 15 aus- Nun erweist es sich aberinderPraxisalssehrpositiv, Strukturen

gebildete Spezialisten. Dafür würde die Zahl der in der anzubieten, die es erlauben, unter dem gleichen Dach ge-

Schweiz ausgebildeten Studenten gemäss Frage 2 ebenfalls schützte Werkstätten und Werkstätten für die Beschäftigung

genügen. Arbeitsloser zusammenzufassen. In den kleineren Kantonen,

4. Zur Verstärkung der Nachwuchsförderung hat das PSI in in denen es nur eine beschränkte Zahl von betroffenen Perso-

den letzten drei Jahren die Zusammenarbeit mit den Hoch- nen gibt, ist eine solche Lösung überdies wirtschaftlich interes-

schulen im Bereich Kerntechnik ausgebaut Mit der Aufrecht- sant.

erhaltung bestehender und Schaffung neuer attraktiver For- Ist der Bundesrat bereit, seine Weisungen und die des BSV im

schungsprogramme und Forschungseinrichtungen, die so- Sinne einer Lockerung zu ändern, die es erlauben würde, ge-

wohl Zukunfts- als auch Gegenwartsbezug aufweisen, wird schützte Werkstätten und Werkstätten für die Beschäftigung

versucht, vermehrt Studenten anzuziehen und diese für die Er- Arbeitsloser zusammenzufassen?

greifung einer Laufbahn auf dem Gebiet der Kerntechnik zu

motivieren. Texte de l'interpellation du 13 décembre 1991

Der Bundesrat teilt die Meinung des Interpellanten, wonach La LAI prévoit en son article 73 que l'assurance alloue des sub-

der Nachwuchsförderung eine wichtige Rolle zukommt, damit ventions pour la construction d'établissements et d'ateliers

der heutige Bestand an Fachleuten auch in der Zukunft für die publics qui appliquent des mesures de réadaptation «dans

Schweiz erhalten werden kann. Auch für den Fall eines Aus- une proportion importante». L'article 100 RAI précise que l'ate-

stiegs aus der Kernenergie müsste über die kommenden Jahr- lier protégé doit occuper «à demeure et en majorité des invali-

zehnte zur Lösung kerntechnischer Aufgaben der Grossteil des», notion qui est reprise au chiffre 1, de la circulaire de

des heutigen Bestandes erhalten werden können. Der Bun- l'OFAS sur les subventions aux frais d'exploitation des ateliers

desrat wird sich dafür einsetzen, dass das Angebot an Ausbil- d'occupation permanente pour invalides. La loi est donc

dungsmöglichkeiten auch in den kommenden Jahren im bis- moins rigide que les deux autres textes.

herigen Umfang aufrechterhalten werden kann. Or, en pratique, il s'avère très positif d'offrir une structure pou-

Der Bundesrat wird die Kantone dazu ermuntern, an ihren HTL vant réunir ateliers protégés et ateliers d'occupation de chô-

die Förderung dieses Gebietes in der bisherigen Weise beizu- meurs sous le même toit Dans les petits cantons, où les per-

behalten, und er wird darüber hinaus versuchen, die Energie- sonnes concernées sont en nombre limité, une telle possibilité

wirtschaft zur Unterstützung dieses Förderungskonzeptes ge- est en outre économiquement intéressante.

winnen zu können. Le Conseil fédéral est-il disposé à modifier ses directives et

celles de l'OFAS dans le sens d'un assouplissement permet-

Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tant la réunion des ateliers protégés et des ateliers d'occupa-

tes teilweise befriedigt. tion de chômeurs?

Mitunterzeichner - Cosignataires: Cotti, Darbellay, Deiss, Du-

cret, Epiney, Gobet, Zwahlen (7)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

L'auteur renonce au développement et demande une

réponse écrite.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

vom 27. Januar 1992

Rapport écrit du Conseil fédéral

du 27 janvier 1992

Un atelier peut, sans autre, accueillir aussi bien des invalides

que des chômeurs.

Toutefois, pour être admis comme atelier pour invalides au

sens de l'article 100 RAI et bénéficier des subventions de l'Ai, il

doit, comme le précise le règlement, avoir un taux de participa-

tion dû à l'invalidité égal ou supérieur à 50 pour cent. Nous pré-

cisons également que l'OFAS ne subventionne que les cas Al.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Neuenschwander Bildungsrückstand im Bereich Nuklearphysik und

Kerntechnik

Interpellation Neuenschwander Physique et génie nucléaires. Recul de l'enseignement et de

la recherche

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1992

Année

Anno

Band II

Volume

Volume

Session Frühjahrssession

Session Session de printemps

Sessione Sessione primaverile

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 12

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 91.3395

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 20.03.1992 - 08:00

Date

Data

Seite 637-639

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Ref. No 20 021 079

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