Swiss Recognition of Slovenia and Croatia Unduly Influenced by EC, Court Finds
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertSwitzerland's recognition of Slovenia and Croatia was driven by the European Community's actions rather than fulfilling all formal requirements for state recognition, as the court ultimately acknowledges the EC's influence as decisive. The court expresses concern that this alignment with the EC may have compromised Switzerland's foreign policy independence, advocating for more autonomous decision-making in international affairs, exemplified by Iceland's actions in similar recognition scenarios, and emphasizing the importance of rejecting border changes achieved through force.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 25 Absatz, Art. 25 Abs. 2 Geschäftsreglement; Swiss Recognition of Slovenia and Croatia Unduly Influenced by EC, Court Finds: The court expresses concern that this alignment with the EC may have compromised Switzerland's foreign policy independence, advocating for more autonomous decision-making in international affairs, exemplified by Iceland's actions in similar recognition scenarios, and emphasizing the importance of rejecting border changes achieved through force.
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KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
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KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis provision of the Rules of Procedure was cited as the basis for the Ständerat's recommendation to the Federal Council.
Volltext
28. Januar 1992 11 Empfehlung Schiesser
lion de les laisser séjourner chez nous 18 mois, totalement en und Kroatien. Als Erstunterzeichner muss ich offen gestehen,
dehors des contingents, alors qu'avant c'était limité à 4 mois. dass mich der Bundesrat in dieser Angelegenheit in verschie-
Cet élément est nouveau et important. Pourquoi ne pas les for- denen Phasen überrascht hat. In der Wintersession waren die
mer totalement chez nous? Parce que la différence de qualité Meinungsäusserungen aus dem EDA klar dahin zu interpretie-
de leurs outils de production et des nôtres est telle que s'ils ren, dass eine rasche völkerrechtliche Anerkennung ausge-
étaient totalement formés chez nous, ils ne pourraient prati- schlossen sei, Empfehlung des Ständerates hin oder her. Be-
quement plus s'adapter à leurs moyens de production, qui gründet wurde diese ablehnende Haltung unter anderem da-
sont totalement dépassés. mit, die Republik Kroatien erfülle eine der Voraussetzungen für
Voilà la réponse que je pouvais vous donner, Madame la Prési- die völkerrechtliche Anerkennung nicht, da sie nicht das ge-
dente. Je m'excuse d'avoir été aussi long et vous remercie de samte Staatsgebiet beherrsche. Weiter wurde die Befürchtung
bien vouloir entrer en matière et d'accepter le crédit que vous geäussert, eine Anerkennung der beiden Republiken führe zu
demande le Conseil fédéral. einer Eskalation der Auseinandersetzungen.
Ende Jahr kam Bewegung in die Sache. Treibende Kraft war
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen die BRD, und in deren Schlepptau folgten die übrigen EG-
Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière Staaten und die Schweiz. Zusammen mit der EG anerkannte
schliesslich die Schweiz die beiden Republiken. Die ursprüng-
Detailberatung - Discussion par articles lich gegen eine Anerkennung durch die Schweiz erhobenen
Einwände wurden über Bord geworfen, zählten nicht mehr.
Titel und Ingress, Art. 1-3 Nachträglich ist man versucht anzunehmen, dass die ur-
Antrag der Kommission sprünglichen Vorbehalte bloss vorgeschoben wurden, damit
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates man sich in dieser heiklen Frage nicht exponieren musste.
Auch im Moment der Anerkennung Kroatiens Mitte Januar be-
Titre et préambule, art. 1-3 herrschte dessen Regierung nicht das gesamte Staatsgebiet.
Proposition de la commission Massgebend für die Anerkennung der beiden Republiken
Adhérer à la décision du Conseil national durch die Schweiz - das ist die klare Schlussfolgerung - war
offenbar nicht der Umstand, dass alle Voraussetzungen für
Angenommen -Adopté eine völkerrechtliche Anerkennung vorlagen. Entscheidend
war vielmehr das Verhalten der Europäischen Gemeinschaft.
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Es ist sicher zu begrüssen, dass die Schweiz in solchen Fra-
Für Annahme des Entwurfes 40 Stimmen gen sich mit anderen Staaten abstimmt. Ich frage mich indes-
(Einstimmigkeit) sen: Hat die schweizerische Diplomatie in der Frage der Aner-
kennung Sloweniens und Kroatiens nicht schlicht und einfach
ihre Selbständigkeit aufgegeben? Nicht die selbständige Be-
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral urteilung der Lage bestimmte unser Handeln; unser Entscheid
war vielmehr auf das Verhalten der EG ausgerichtet Führen
wir - wage ich etwas überspitzt zu fragen - noch eine eigene
Aussenpolitik in derart wichtigen Fragen?
Dass dies ein Kleinstaat sehr wohl tun kann, hat uns die Repu-
#ST# 91.3392 blik Island vorgezeigt. Sowohl in der Anerkennung der balti-
schen Staaten als auch in der Anerkennung der Republiken
Empfehlung Schiesser Slowenien und Kroatien haben uns die Nordländer vorge-
Anerkennung der Republiken Slowenien macht, dass man auch unabhängig von den Grossen handeln
und Kroatien kann. Die historische Entwicklung hat den Isländern recht ge-
geben. Etwas mehr Mut zur eigenständigen Entscheidung, ak-
Recommandation Schiesser tiv, nicht reaktiv zu sein, das muss unsere Diplomatie wieder
Reconnaissance des Républiques de lernen.
Slovénie et de Croatie Noch eine Bemerkung zur heutigen Lage in Jugoslawien. Gott
sei Dank ist die nach der Anerkennungswelle befürchtete Es-
kalation ausgeblieben. Ich bin überzeugt, dass eine frühere
klare Intervention der freien Welt dort einiges Blutvergiessen
hätte verhindern können. Noch ist die Gefahr nicht gebannt
Wortlaut der Empfehlung vom 2. Dezember 1991 Deshalb dürfen wir keinen Zweifel daran lassen, dass die
Gestützt auf Artikel 25 Absatz 2 seines Geschäftsreglements Schweiz am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts keinerlei
empfiehlt der Ständerat dem Bundesrat, die beiden Republi- Grenzveränderungen, die durch Anwendung von Gewalt zu-
ken Slowenien und Kroatien allein oder in Abstimmung mit be- stande kommen, akzeptiert oder anerkennt.
freundeten und gleichgesinnten Staaten rasch völkerrechtlich Wer das Prinzip der Gewalt befürwortet, muss klar zur Kennt-
anzuerkennen und mit diesen beiden Staaten volle diplomati- nis nehmen, dass er vom ganzen freien Europa ausgeschlos-
sche Beziehungen aufzunehmen. sen bleibt. Nur eine kompromisslose Haltung in dieser Bezie-
hung vermag Hitzköpfe allenfalls dazu zu bringen, von wei-
Texte de la recommandation du 2 décembre 1991 terer Gewaltanwendung abzusehen. Wer sich dieser grundle-
S'appuyant sur l'article 25, alinéa 2, du règlement, le Conseil genden Maxime des Zusammenlebens der Völker dieser Erde
des Etats invite le Conseil fédéral à reconnaître rapidement, nicht beugen kann, hat mit entsprechenden Sanktionen der
selon le Droit international, les deux républiques de Slovénie freien Welt zu rechnen. Ich bitte Sie, Herr Bundespräsident,
et de Croatie, seul ou après entente avec d'autres Etats amis diesen Standpunkt gegenüber den zuständigen Stellen in Bel-
ou de même opinion, et d'établir avec ces deux pays des rela- grad mit aller Deutlichkeit auszudrücken.
tions diplomatiques complètes. Abschliessend danke ich trotz der hier geäusserten Kritik dem
Bundesrat, dass die Anerkennung der beiden Republiken
Mitunterzeichner- Cosignataires: Bisig, Bühler Robert, Gem- rasch ausgesprochen wurde und dass die Schweiz, nachdem
perli, Iten Andreas, Jagmetti, Küchler, Loretan, Rhinow, Rhy- sie einmal entschieden hat, eine klare Haltung eingenommen
ner, Ruesch, Schallberger, Schmid Carlo, Schoch, Schule, hat
Zimmerli (15)
M. Felber, président de la Confédération: Dans le domaine
Schiesser: Wohl noch selten hat der Bundesrat eine Empfeh- des reconnaissances, chacun va nous donner des leçons,
lung des Ständerates so rasch in die Tat umgesetzt wie im que nous sommes prêts à recevoir. Chacun portera un autre
Falle der Anerkennung der beiden Republiken von Slowenien jugement: tantôt c'est trop vite, tantôt c'est trop tard. C'est en
Conférence internationale du travail. 76e et 77e sessions 12 28 janvier 1992
général ce que je tire comme conclusion des innombrables #ST# 91.039
discours qu'on me tient à ce sujet
Je constate qu'il s'agissait d'une recommandation de Internationale Arbeitskonferenz.
M. Schiesser, Conseiller aux Etats, et d'un groupe de ses col-
76. und 77. Tagung
lègues. Nous l'avons reçue, mais le Conseil fédéral a décidé,
le 15 janvier, de reconnaître ces deux républiques. Nous Conférence internationale du travail.
l'avons fait en toute connaissance de cause et en parfaite 76e et 77e sessions
conscience. Personne ne m'a dit aujourd'hui que j'avais re-
connu trop vite les douze communautés des Etats indépen- Bericht, Botschaft und Beschlussentwurf vom 3. Juni 1991
dants, où il y a douze républiques, et pourtant, là, nous étions (BBIIII869)
Rapport, message et projet d'arrêté du 3 juin 1991
un peu en avance. (FF III 898)
Dès le mois d'octobre, nous avons déclaré clairement que la Beschluss des Nationalrates vom 24. September 1991
Suisse, qui était prête à reconnaître des Etats qui avaient déter- Décision du Conseil national du 24 septembre 1991
miné librement leur indépendance, ne le ferait dans un état de
crise comme celui dans lequel se trouvait la Croatie en particu-
lier qu'en même temps qu'un groupe significatif d'Etats. Or, au
mois de décembre, nous avions encore dans ce pays une dé-
légation internationale conduite par un Suisse qui tentait d'éta-
blir un rapport sur les droits de l'homme. Nous avions besoin, Antrag der Kommission
Communauté ou non, de connaître les derniers prolonge- Eintreten
ments des négociations à La Haye. Nous avions besoin de Proposition de la commission
connaître le rapport du président de la Cour du Conseil consti- Entrer en matière
tutionnel français, M. Badinter, qui était allé établir un rapport
sur les possibilités de reconnaissance. Dès le moment où M. Delalay, rapporteur: Le Conseil fédéral nous soumet un
nous avons obtenu ces renseignements, en même temps rapport présentant les conventions et les recommandations
que la Communauté et avant beaucoup de pays communau- adoptées lors des 76e et 77e sessions de la Conférence inter-
taires - qui se sont décidés après coup - le Conseil fédéral a nationale du travail. Ce rapport expose d'une part cinq
reconnu ces deux républiques. conventions présentées au Parlement pour qu'il en prenne
Telles sont les leçons à tirer de ces expériences. Nous devons connaissance et d'autre part trois conventions soumises à la
nous appuyer sur d'autres. Le risque est trop grand, si nous ratification par le Conseil fédéral avec l'autorisation des Cham-
nous engageons seuls, de nous faire attirer dans un groupe bres.
d'Etats qui sera jugé politiquement ensuite, ou alors d'attirer Voici en premier lieu une courte présentation des cinq conven-
sur les Etats que nous reconnaissons - et que nous ne pou- tions dont le Parlement doit prendre connaissance.
vons pas défendre - des incidents ou des représailles qui se- Convention No 169. Elle porte révision de normes antérieures
raient très douloureuses. Voilà pourquoi c'est au moment où de l'Organisation internationale du travail que la Suisse n'a
l'ensemble des Etats européens reconnaissait ces deux répu- pas ratifiées jusqu'ici. Cette convention vise avant tout les
bliques que nous l'avons fait Nous avions d'ailleurs rencontré Etats membres de l'OIT sur le territoire desquels vivent des
les présidents de ces républiques, qui connaissaient exacte- peuples indigènes et elle ne touche pas la Suisse. Notre politi-
ment notre point de vue. que dans le domaine des droits de l'homme suppose la ratifi-
cation et la mise en oeuvre d'instruments plus généraux de
Schiesser: Ich bin selbstverständlich damit einverstanden, l'organisation des Nations Unies avant d'entrer en matière sur
dass diese Empfehlung als erfüllt abgeschrieben wird. Ueber une convention aussi spécialisée.
die Praxis der Anerkennung werden wir vielleicht in anderen Convention No 170 et Recommandation No 177. Ces deux
Fällen Gelegenheit haben, den Meinungsaustausch fortzuset- documents visent à prévenir les maladies et les lésions profes-
zen. sionnelles dues aux produits chimiques ou à en réduire les in-
Ich nehme gerne zur Kenntnis, dass die Schweiz im Zusam- cidences. Si la Suisse est en mesure de s'associer aux objec-
mengang mit der EG die beiden Republiken anerkannt hat, tifs de cette convention, sa législation, essentiellement canto-
möchte aber doch die Eigenständigkeit unserer Aussenpolitik nale dans ce domaine, ne remplit pas toutes les conditions né-
hochhalten und betonen. cessaires à son application.
La Convention No 171 a pour but de protéger les travailleurs
Abgeschrieben - Classé des deux sexes qui accomplissent leur activité la nuit par des
mesures permettant de protéger leur santé, de faciliter l'exer-
cice de leurs responsabilités familiales et sociales, de leur as-
Präsidentin: Zum nächsten Geschäft heisse ich Herrn Bun- surer des chances de développement de carrière et de leur ac-
desrat Delamuraz ganz besonders herzlich willkommen. Es corder les compensations appropriées. Le Conseil fédéral, en
freut uns alle, dass er wieder gesund unter uns weilt Ich wün- parfait accord avec cette démarche, est prêt à accepter un
sche ihm viel Kraft und gute Gesundheit (Beifall) postulat du Conseil national le priant d'examiner les modifica-
tions législatives permettant d'éliminer les obstacles à la ratifi-
cation des Conventions No 170 et 171, s'agissant particulière-
ment de la protection contre les licenciements, des droits de la
participation et de la protection de la maternité.
Le protocole additionnel à la Convention No 89 porte sur
l'interdiction du travail de nuit des femmes dans l'industrie. Le
droit suisse en vigueur ne répond pas à toutes les exigences
de ce protocole. Sa ratification dépend de facteurs nationaux
autant qu'internationaux susceptibles d'influencer l'adapta-
tion des droits suisses et de nécessiter la prise en compte des
évolutions du droit communautaire. Cette convention est
contestée par plusieurs nations voisines de la Suisse, le débat
portant sur l'interdiction du travail de nuit des femmes, par rap-
port avec le principe de l'égalité des sexes.
Le Conseil fédéral doit examiner s'il entend dénoncer la
convention dans le délai légal, soit avant la fin février 1992, à
défaut de quoi nous serons engagés pour une nouvelle pé-
riode de dix ans. Les consultations ont été entreprises à l'initia-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Empfehlung Schiesser Anerkennung der Republiken Slowenien und Kroatien
Recommandation Schiesser Reconnaissance des Républiques de Slovénie et de Croatie
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1992
Année
Anno
Band I
Volume
Volume
Session Januarsession
Session Session de janvier
Sessione Sessione di gennaio
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 01
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 91.3392
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 28.01.1992 - 17:00
Date
Data
Seite 11-12
Page
Pagina
Ref. No 20 020 922
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