Federal Council Rejects Price Freeze for Public Services
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Council rejected a motion to freeze prices for public services like the postal and railway systems, arguing that these prices have historically increased at a slower rate than the general inflation index, thus contributing to price moderation. The council explained that price stability relies on balancing supply and demand, and that while demand exceeding supply can lead to nominal price increases, public enterprises have not fueled inflation. They also noted that allowing prices to lag behind costs would increase deficits, shifting the burden to taxpayers and potentially hindering necessary investments, and that tariff setting for postal services falls exclusively under the Federal Council's authority.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 14 Abs. 1 Bst, Art. 14 al. 1 Bst. k PTT-Organisationsgesetz, Art. 3 SBB-Gesetz, Art. 9 Transportgesetz; Federal Council Rejects Price Freeze for Public Services: The council explained that price stability relies on balancing supply and demand, and that while demand exceeding supply can lead to nominal price increases, public enterprises have not fueled inflation. They also noted that allowing prices to lag behind costs would increase deficits, shifting the burden to taxpayers and potentially hindering necessary investments, and that tariff setting for postal services falls exclusively under the Federal Council's authority.
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KI-generiertCited to state that the Federal Council has exclusive competence to set PTT tariffs, thus excluding direct parliamentary involvement.
Cited to establish the independence of the SBB regarding its tariffs in the market economy.
Cited to establish the independence of the SBB regarding its tariffs in the market economy.
Volltext
Motion du groupe Adl/PEP 290 N 3 mars 1992
2. Gemäss den Angaben der SRG wurden vor ungefähr zehn Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Jahren auf den zweiten Radioprogrammen Vorträge übertra- vom 12. Februar 1992
gen, darunter auch Vorlesungen der Seniorenuniversität Preisstabilität ist dann gewährleistet, wenn sich Gesamtange-
Diese Art von Sendungen ist aufgegeben worden, weil die ra- bot und Gesamtnachfrage im Gleichgewicht entwickeln.
diophonische und damit passive Uebertragung von Vorträgen Uebersteigt hingegen die Nachfrage das Angebot, so können
nicht zweckmässig erschien. Für eine Uebertragung ausser- die übermässigen Ansprüche nur noch nominell und nicht
halb des Vortragssaals scheint ein Kassettenservice das ange- mehr real befriedigt werden. Daraus resultieren Preissteige-
messenste System zu sein. Ein solches funktioniert bereits für rungen. Die effektive Nachfrage in einer Volkswirtschaft ist von
bestimmte Seniorenkurse. Die SRG weist daneben auf die be- den Geldvorräten der Wirtschaftenden und deren Möglichkei-
stehenden Kontakte zwischen den zweiten Programmen und ten zur Kreditbeschaffung abhängig. Die Geldmenge und ins-
den Universitäten sowie auf die daraus resultierende Teil- besondere die monetäre Basis (Banknoten und Girogutha-
nahme von Referenten an Radiosendungen mit den gleichen ben) werden von der Nationalbank gesteuert, die mit der Ver-
Themen hin. stetigung des Geldmengenwachstums einen sinnvollen Pfad
zwischen Wachstum der Wirtschaft und Inflation zu steuern
Loeb François: Ich bin von der Antwort nicht befriedigt Und versucht. Die gegenwärtigen Inflationsraten zeigen, dass die-
zwar genau aus dem Grund, den Sie vorher genannt haben. ses Gleichgewicht noch nicht erreicht ist.
Sie haben nämlich gesagt, man sollte schauen, dass sich die Die Tarife sowohl der SBB als auch der PTT haben sich in den
Einschaltquoten der zweiten Senderketten erhöhen. Es geht vergangenen Jahren weit weniger stark erhöht als der Landes-
mir nur um diesen Punkt. index der Konsumentenpreise. Während der Landesindex zwi-
schen 1977 und 1990 um 52 Prozent stieg, nahmen der Preis-
index der Eisenbahnleistungen nur um 42 Prozent, die PTT-
Taxen gar nur um rund 4 Prozent zu. Beide Verkehrsbetriebe
haben somit in den letzten Jahren ihre Preise deutlich schwä-
cher erhöht, als es der allgemeinen Teuerung entsprechen
würde. Auch bei den übrigen staatlich festgelegten Preisen ist
eine gegenüber dem Landesindex deutlich weniger starke
#ST# 91.3333 Teuerung eingetreten. Soweit zum Tatbeständlichen.
Grundsätzlich darf nicht gefolgert werden, die Teuerung
Motion der LdU EVP-Fraktion werde übersteuert, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt Ta-
Teuerungsbekämpfung rife stärker erhöht werden als die allgemeine Teuerung. Die all-
und staatlich festgelegte Preise gemeine Teuerungsrate stellt einen Durchschnitt dar, der so-
wohl aus steigenden als auch fallenden Preisänderungen zu-
Motion du groupe Adl/PEP sammengesetzt ist Bei nicht kontinuierlichen Preisanpassun-
Blocage des prix et tarifs gen können sich deshalb Sprünge ergeben, die zwar höher
des services publics ausfallen als die kurzfristige Teuerungsrate, bei längerfristiger
Betrachtung aber immer noch unter der entsprechenden
Teuerung liegen. Die öffentlichen Betriebe haben, wie dar-
gelegt, in der Vergangenheit die Teuerung nicht angeheizt,
ihre Preise sind hinter der allgemeinen Teuerung zurück-
Wortlaut der Motion vom 2. Oktober 1991 geblieben.
Der Bundesrat wird ersucht, im Interesse der Teuerungsbe- Im Landesindex der Konsumentenpreise haben die Eisen-
kämpfung in den nächsten zwei Jahren beziehungsweise so- bahntarife ein Gewicht von 0,8 Prozent, Post-und Telefontarife
lange die Inflationsrate 3 Prozent übersteigt: zusammen ein solches von 1,8 Prozent und die Radio-/Fern-
a bei Bundesunternehmungen, auf die ein breiteres Publi- sehkonzessionsgebühren ein solches von 0,5 Prozent Eine
kum angewiesen ist (z. B. SBB, PTT),dafürzu sorgen, dass die 10prozentige Erhöhung aller dieser Tarife würde somit den
Preise beziehungsweise Tarife nicht erhöht werden; Landesindex der Konsumentenpreise bei sonst stabilen Prei-
b. bei von ihm festgelegten Preisen generell auf Erhöhungen sen um 0,3 Prozent steigern.
zu verzichten, sofern nennenswerte Auswirkungen auf das Bei den Verkehrsbetrieben fällt schliesslich ins Gewicht, dass
Preisniveau zu befürchten sind. eine ausbleibende Anpassung der Tarife bei steigenden Ko-
Mit einem solchen Verhalten kann der Bundesrat dazu beitra- sten das Unternehmensergebnis verschlechtert, soweit die
gen, das Aufkommen einer Inflationsmentalität - im Sinne der Kostensteigerungen nicht durch Erhöhung der Produktivität
Erwartung steigender Preise - zu verhindern. wettgemacht werden können. Werden die Tarife nicht ange-
passt, so steigen die Defizite (bzw. sinken die Gewinne der
Texte de la motion du 2 octobre 1991 PTT), was über den allgemeinen Bundeshaushalt sozialisiert
Le Conseil fédéral est chargé, pour lutter contre le renchérisse- wird. Anstelle beispielsweise der Verkehrsteilnehmer, die die
ment pendant les deux prochaines années, ou aussi long- von ihnen verursachten Kosten tragen sollten, wird die öffentli-
temps que le taux d'inflation dépassera 3 pour cent, de: che Hand, werden die Steuerzahler im allgemeinen herange-
a faire en sorte que les prix et tarifs des entreprises fédérales zogen. Bei einem Preisstopp wären im übrigen auch unterneh-
qui sont au service d'un large public (notamment CFF, PTT) ne mensinterne Investitionen zur Steigerung der Produktivität ge-
soient pas majorés; fährdet
b. renoncer d'une manière générale à augmenter les prix fixés Im übrigen ist darauf hinzuweisen, dass gemäss PTT-Organi-
par lui-même, s'il est à craindre qu'une hausse ait d'importan- sationsgesetz (SR 781.0; Art. 14 Abs. 1 Bst. k) der Bundesrat
tes répercussions sur le niveau des prix. die ausschliessliche Kompetenz zur Festsetzung der PTT-
Ainsi le Conseil fédéral peut-il contribuer à éviter l'apparition Taxen hat, eine direkte Mitsprache der eidgenössischen Räte
d'une mentalité inflationniste (l'attente d'une hausse des prix). deshalb ausgeschlossen ist. Bezüglich den SBB ist im SBB-
Gesetz (SR 742.31; Art. 3) sowie im Transportgesetz (SR
Sprecher - Porte-parole: Wiederkehr 742.40; Art. 9) die Unabhängigkeit der Unternehmung bezüg-
lich ihrer Tarife im marktwirtschaftlichen Bereich festgehalten.
Schriftliche Begründung Die Motion beschlägt Belange, welche im alleinigen Wirkungs-
Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen bereich des Bundesrates liegen.
eine schriftliche Antwort.
Rapport écrit du Conseil fédéral
Développement par écrit du 12 février 1992
Les auteurs renoncent au développement et demandent une La stabilité des prix est réalisée lorsque l'offre et la demande
réponse écrite. globale se développent tous deux au même rythme. Si par
3. März 1992 N 291 Motion der LdU/EVP-Fraktion
contre la demande dépasse l'offre, l'excès de demande ne mehr als drei Prozent beträgt - im Moment schwankt sie um
peut plus être satisfait qu'en termes nominaux et non réels. Il fünf Prozent herum -, bei Bundesunternehmen, auf die ein
en résulte des hausses de prix La demande effective dans une breiteres Publikum angewiesen ist (also PTT und SBB), dafür
économie donnée dépend des encaisses détenues par les sorgt, dass die Preise bzw. die Tarife nicht erhöht werden.
agents économiques et de leurs possibilités d'obtenir des cré- Zweitens verlangt unsere Motion, dass der Bundesrat bei von
dits. La masse monétaire et, en particulier, la base monétaire ihm festgelegten Preisen generell auf Erhöhungen verzichtet,
(billets de banque et dépôts à vue) sont contrôlées par la Ban- sofern sonst nennenswerte Auswirkungen auf das Preisniveau
que nationale, laquelle s'efforce de tracer une voie raisonna- zu befürchten sind. Mit einem solchen Verhalten könnte der
ble entre la croissance économique et l'inflation au moyen Bundesrat dazu beitragen, das Aufkommen einer Inflations-
d'une croissance régulière de l'émission de monnaie. Les taux mentalität - also dass sich die Leute einfach auf steigende
d'inflation enregistrés présentement montrent bien que cet Preise einstellen - zu verhindern.
équilibre n'est pas encore atteint Der Bundesrat lehnt die Motion ab. Unter anderem mit der Be-
Les tarifs des OFF, comme ceux des PTT, ont augmenté ces gründung, Preisstabilität sei dann gewährleistet, wenn sich
dernières années bien moins rapidement que l'indice des prix Gesamtangebot und Gesamtnachfrage im Gleichgewicht ent-
à la consommation. Alors que l'indice suisse augmentait de wickelten. Wenn hingegen die Nachfrage das Angebot über-
52 pour cent entre 1977 et 1990, l'indice du prix des presta- steige, so könnten die übermässigen Ansprüche nur noch no-
tions ferroviaires ne progressait que de 42 pour cent et celui minell und nicht mehr real befriedigt werden. Das stimmt na-
des tarifs PTT de 4 pour cent seulement. Les deux entreprises türlich, aber nur für einen Monopolbetrieb wie die SBB oder
de transport ont ainsi relevé leurs prix dans une mesure nette- die PTT. Wenn freie Konkurrenz herrschen würde, könnten
ment inférieure à celle du renchérissement en général. Mais diese Ansprüche eben auch real befriedigt werden. Wir hätten
également en ce qui concerne les autres prix administrés, fixés einen echten Wettbewerb, den wir bei den PTT und den SBB
par l'Etat, on a enregistré une hausse des prix moins rapide aber nicht haben.
que celle de l'indice des prix suisse. Voilà, en résumé, les faits Eine Freiburger Studie hat folgendes herausgefunden: Ein
tels qu'ils se présentent Ehepaar mit zwei Kindern - sie gehen zur Schule, brauchen
Fondamentalement, lorsqu'à un moment donné les tarifs pro- das Postauto, die Bahn, die jetzt auch wieder um 10 Prozent
gressent plus rapidement que révolution des prix en général, aufschlagen - würde eigentlich 24 Prozent Lohnerhöhung
il y a surcompensation du renchérissement. Le taux d'inflation brauchen, um gegenüber einem kinderlosen Ehepaar einen
général constitue en fait une moyenne qui résulte aussi bien Ausgleich zu haben, also nur damit die Auslagen aufgrund der
de variations des prix à la hausse qu'à la baisse. Lors d'adap- zwei Kinder wieder ausgeglichen würden. Es macht für das
tations irrégulières, il peut y avoir des sauts qui dépasseront le breite Publikum einiges aus, ob die Tarife jetzt um 10 Prozent -
renchérissement à court terme, mais qui, à plus longue also weit über die Teuerungsrate hinaus - steigen oder nicht
échéance, se révéleront inférieurs à l'évolution générale des Der Bundesrat hätte es in der Hand, die Inflationsmentalität zu
prix. Par le passé, les entreprises publiques n'ont pas, comme brechen, indem er sagt: Die Preise für das breitere Publikum
on l'a montré, attisé le renchérissement général, leurs hausses halten wir während zweier Jahre, bzw. solange die Teuerungs-
de prix sont restées bien en retrait du renchérissement. rate 3 Prozent übersteigt, auf demselben Niveau. Nachher -
Dans l'indice suisse des prix à la consommation, les tarifs des das würde unsere Motion gestatten - könnten die Preise wie-
chemins de fer ont un poids de 0,8 pour cent, les tarifs postaux der angehoben werden, aber sachte und «süferlig», Herr Bun-
et téléphoniques un poids de 1,8 alors que les concessions ra- desrat
dio/TV en ont un de 0,5. Une augmentation de 10 pour cent de Sie werden mir antworten: Die leere Bundeskasse verträgt das
tous ces tarifs n'entraîne qu'une hausse de l'indice suisse des nicht. Sie werden mir antworten: Wenn nicht das Publikum,
prix à la consommation de 0,3 pour cent, pour autant que les das diese Dienstleistungen beanspruchen will, dafür bezahlt,
autres prix restent inchangés. muss die Differenz mit allgemeinen Steuermitteln beglichen
En ce qui concerne les entreprises de transport, il importe de werden; das ist selbstverständlich richtig. Aber mir geht es ge-
constater que la renonciation aune hausse des tarifs se traduit rade darum, dass von den Preissteigerungen bei diesen breit
par une détérioration du résultat d'entreprise, si la hausse des gesetzten Dienstleistungen nicht wiederum diejenigen Bevöl-
coûts n'a pas pu être compensée par une augmentation de la kerungskreise am meisten betroffen sind, die ohnehin nicht
productivité. Si les tarifs ne sont pas adaptés, les déficits aug- auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Und den Willen zum
mentent (ou, dans le cas des PTT, le bénéfice diminue), les- Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr fördern Sie mit den
quels sont mis à la charge de la communauté par le biais du Tarifsteigerungen auch nicht.
budget général de la Confédération. Au lieu que ce soit les
usagers des transports qui supportent les coûts qu'ils occa- Bundesrat Ogi: Die Motion verlangt ein Einfrieren der staatlich
sionnent, ce sont les contribuables dans leur ensemble qui beeinflussten Preise, besonders bei SBB und PTT; dadurch
sont appelés à les couvrir. En cas de blocage des prix, les in- könnten die Teuerung und eine Inflationsmentalität gedämpft
vestissements propres à l'entreprise visant à une augmenta- werden. Das ist - auf einen kurzen Nenner gebracht - die
tion de la productivité se trouveraient menacés. Stossrichtung dieser Motion.
Par ailleurs, il convient de rappeler que d'après la loi sur l'orga- Zuerst etwas Grundsätzliches-nicht zuletzt aufgrund dessen,
nisation des PTT (RS 781.0; art. 14, al. 1,let. k) le Conseil fédé- was Herr Wiederkehr jetzt gesagt hat, aber auch aufgrund des-
ral a la compétence exclusive de fixer les tarifs des PTT, un sen, was im Vorfeld dieser Diskussion von Seiten der National-
droit de regard direct des Chambres fédérales est par consé- bank gesagt wurde -: Weder SBB-Preise noch PTT-Preise ha-
quent exclu. Pour ce qui est des CFF, la loi sur les Chemins de ben in der Vergangenheit die Teuerung angeheizt. Wenn man
fer fédéraux (RS 742.31 ; art. 3) ainsi que la loi sur le transport das so behauptet, ist das nicht richtig. Ich möchte die Gele-
public (RS 742.40; art. 9) affirment l'indépendance de l'entre- genheit nutzen, um das klarzustellen. Im Gegenteil, die Preise
prise en ce qui concerne les tarifs des prestations commercia- sind in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren bei den SBB und
les. La motion touche à des domaines qui relèvent de la com- den PTT immer unter der Teuerung geblieben und haben da-
pétence exclusive du Conseil fédéral. mit sogar zur Teuerungsdämpfung beigetragen.
Ich gestehe durchaus ein: Dieser Vorstoss ist sympathisch.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Aber wir müssen uns fragen - und da haben wir eine Verant-
Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen. wortung, Herr Wiederkehr -: Was geschieht, wenn wir diese
Preise einfrieren? Nun haben Sie bereits gesagt, was ich sa-
Déclaration écrite du Conseil fédéral gen werde - aber ich werde Ihnen auch sagen, warum.
Le Conseil fédéral propose de rejeter la motion. Herr Wiederkehr, die Unternehmensrechnung würde sich
noch mehr verschlechtern, und die Defizite würden noch mehr
Wiederkehr: Unsere Motion verlangt erstens, dass der Bun- steigen. Ich sage Ihnen das, weil wir hier- der Bundesrat und
desrat im Interesse der Teuerungsbekämpfung in den näch- Sie als Parlament - auch die Finanzverantwortung tragen. Des
sten zwei Jahren, beziehungsweise solange die Inflationsrate weiteren würde die SBB-Rechnung den Bundeshaushalt noch
Motion Béguelin 292 N 3 mars 1992
stärker belasten, und die PTT könnten weniger abliefern. Die In einem allgemeinen Teil die Grundsätze, dass:
PTT haben in den letzten Jahren - mit Ausnahme des letzten - die Schweiz ihren Anteil am alpenquerenden Transitverkehr
und möglicherweise des laufenden Jahres- dem Bund einige im Rahmen der folgenden drei Punkte übernimmt;
Milliarden Franken abgeliefert Das ist wohl auch eine Medaille - der Verkehr die Lebensgrundlagen im Alpenraum nicht zer-
wert. Aber die Situation hat sich bei den PTT stark geändert. stören darf;
Die Rechnung schliesst in diesem Jahr mit rund 292 Millionen - das Gesamtverkehrsvolumen dementsprechend angepasst
Franken Defizit ab. Sie wissen, dass beispielsweise die PTT werden muss;
schon heute viele gemeinwirtschaftliche Leistungen überneh- -der gesamte Transitgüterverkehr schon in den nächsten
men. Denken Sie an den Postautodienst, er hat uns im letzten Jahren auf die Bahn verlagert wird.
Jahr etwa 120 Millionen Franken gekostet; denken Sie auch In einem Teil Transitbahnverkehr:
an die Verbilligung der Zeitungstaxen, diese belastet die PTT - Massnahmen zur systematischen Ausschöpfung der Reser-
mit etwa 200 bis 250 Millionen Franken. Es sind gemeinwirt- ven des vorhandenen Eisenbahnnetzes;
schaftliche Leistungen, die sehr ins Gewicht fallen. - Massnahmen zur qualitativen Verbesserung des Bahnange-
Sie haben vor einer Stunde beispielsweise eine Motion des botes;
Ständerates als Postulat überwiesen, wo es darum geht, dass - Verzicht auf Ausbaugeschwindigkeiten von über 200 km/h
man das Problem der gemeinwirtschaftlichen Leistungen an- für Bahnen im Alpenraum;
geht Ist es richtig, dass die PTT diese Leistungen überneh- - Regelung eines Baubeschlusses für die Neat bzw. die Grün-
men sollen, auch in Zukunft, nachdem man ihnen jetzt das dung einer entsprechenden Trägerorganisation.
Monopol im Rahmen des Fernmeldegesetzes wegnimmt? In einem Teil Transitstrassenverkehr:
Die PTT leisten heute schon sehr viel. Deshalb muss man sich - Festhalten an der Gewichtslimite und am Sonntags- und
schon überlegen -jetzt, nachdem das neue Fernmeldegesetz Nachtfahrverbotfür Nutzfahrzeuge;
am 1. Mai 1992 in Kraft tritt-, ob man diesen Karren noch wei- - Verzicht auf den Ausbau bestehender und den Bau neuer
ter beladen darf. Ist es richtig, dass anstelle der Benutzer nun Strassentransitachsen.
die öffentliche Hand die zusätzlichen Kosten übernehmen
soll? Das ist eine Grundsatzfrage. Sie sind der Meinung: ja, Texte de la motion du 20 juin 1990
das sei durchaus eine Möglichkeit. Es gibt aber andere Leute, Le Conseil fédéral est chargé de soumettre au Parlement une
die sagen: Das ist nicht in Ordnung; derjenige, der viel fährt, loi sur le trafic de transit réglant de manière globale la politique
soll auch mehr bezahlen. Das gilt nicht nur für den Strassenbe- du transit par rail et par route à travers la Suisse.
reich, sondern auch für den öffentlichen Verkehr. Schliesslich Cette loi comprendra notamment, dans une partie générale,
fehlen den Unternehmungen dann auch die Mittel für Rationa- les principes suivants:
lisierungsinvestitionen; Sie stellen damit quasi ein Bein in - la Suisse prend en charge le transit à travers les Alpes sous
Frage. Wir müssen aber investieren, um einigermassen mit réserve des points ci-après;
dem Ausland - auch im Eisenbahnbereich - Schritt halten zu - le trafic ne doit pas détruire les bases existentielles dans l'es-
können. pace alpin;
Der Bundesrat achtet darauf, die Preise nicht übermässig an- - le volume global du trafic doit être adapté en conséquence;
steigen zu lassen. Das ist auch seine Aufgabe; er wacht dar- - l'ensemble du transit des marchandises doit se faire sur rail
über. Der Bundesrat trägt bei den PTT und bei der SRG auch dès ces prochaines années.
die Verantwortung. Er ist zuständig für die Tariffragen und Dans une partie réservée au transit ferroviaire:
eben nicht das Parlament Es liegt also nicht am Parlament, - mesures visant à l'exploitation systématique des réserves
hier direkte Vorschriften zu machen, wenn Sie diese Regelung existantes du réseau ferroviaire;
auch weiterhin aufrechterhalten wollen. - amélioration qualitative de l'offre de transports ferroviaires;
In diesem Sinne bitte ich Sie, diese Motion abzulehnen. Herr - rejet de toute mesure visant à atteindre une vitesse de plus
Wiederkehr, wir wollen kein volkswirtschaftliches Seminar de 200 km/h dans l'espace alpin;
durchführen. Es ist aber wichtig, dass SBB und PTT in einem - réglementation de la construction des nouvelles lignes ferro-
sich verschärfenden Wettbewerb über gleich lange Spiesse viaires à travers les Alpes (NLFA); le cas échéant, fondation
verfügen und bezüglich Tarifgestaltung nicht zu eng gehalten d'une organisation chargée de cette construction.
werden. Ich bin mit Ihnen einverstanden: Die Mobilität ist zu Dans une partie réservée au trafic routier:
billig. Aber Ihre Lösung führt nicht zum Erfolg. - maintien de la limite de poids et de l'interdiction de rouler la
Ich bitte Sie deshalb, diese Motion abzulehnen. nuit et le dimanche pour les poids lourds;
- rejet de toute mesure visant à développer les artères de tran-
Abstimmung - Vote sit ou à en construire de nouvelles.
Für Ueberweisung der Motion 17 Stimmen
Dagegen 84 Stimmen
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Ammann, Bäumlin
Ursula, Bircher Silvio, Bodenmann, Borei François, Braun-
schweig, Brügger Cyrill, Bundi, Carobbio, Danuser, Diener,
Eggenberger Georges, Gardiol, Haering Binder, Hafner Ru-
dolf, Hafner Ursula, Haller, Hubacher, Jeanpretre, Lanz, Le-
dergerber, Leuenberger Ernst, Leuenberger Moritz, Leuteneg-
ger Oberholzer, Longet, Mauch Ursula, Meizoz, Ott, Pitteloud,
#ST# 90.592 Rechsteiner, Reimann Fritz, Schmid Peter, Stappung, Ulrich,
Vollmer, Zbinden Hans, Züger, Zwygart (39)
Motion Béguelin
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Bundesgesetz über den Transitverkehr La nouvelle ligne ferroviaire à travers les Alpes (NLFA) ne sau-
Loi sur le trafic de transit rait suffire pour résoudre tous les problèmes liés au transit, ni
pendant la période qui nous sépare de sa réalisaiton, ni dans
l'avenir plus lointain. Sans mesures d'appoint, la NLFA risque
de devenir un investissement à fonds perdu grevant lourde-
ment les ressources de la Confédération et des chemins de
Wortlaut der Motion vom 20. Juni 1990 fer. Pour une grande partie de la population, la NLFA, qui ne
Der Bundesrat wird eingeladen, dem Parlament ein Bundes- peut manquer d'avoir des répercussions sur l'environnement,
gesetz über den Transitverkehr vorzulegen, das die gesamte n'est acceptable que si elle est intégrée dans une politique du
Transitpolitik der Schweiz auf Strasse und Schiene regelt Das trafic de transit respectueuse de l'homme et de l'environne-
Gesetz soll insbesondere enthalten: ment
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion der LdU EVP-Fraktion Teuerungsbekämpfung und staatlich festgelegte Preise
Motion du groupe Adl/PEP Blocage des prix et tarifs des services publics
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1992
Année
Anno
Band II
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 02
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 91.3333
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 03.03.1992 - 08:00
Date
Data
Seite 290-292
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Pagina
Ref. No 20 020 983
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