Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 91-3278 KI-generiert

Yugoslavia Conflict: Sanctions, Aid, and Intervention

Geschäftsnummer VPB 91-3278
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The court discussed the ongoing conflict in former Yugoslavia, focusing on the effectiveness of sanctions and the need for humanitarian aid. One speaker argued that sanctions were ineffective and often harmed civilians, drawing parallels to past embargoes. Others emphasized the need for greater international intervention, including military measures and the establishment of war crime tribunals, while also highlighting the importance of providing refuge and support to victims of the violence. The court acknowledged the severity of the situation, the widespread human rights abuses, and the complex geopolitical factors at play, ultimately agreeing to discuss the matter further.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 68 GRN-Catégorie, Art. 68RCN lung; Yugoslavia Conflict: Sanctions, Aid, and Intervention: Alors, je suis en train de m'interroger. A 500 kilomètres de chez traurige Notlage der Bevölkerung durch die Medien informiert.

Schlagwörter

KI-generiert
Kriegsopfer internationale Sanktion Menschenrechte Opferhilfe Entschädigung für ethnische Verfolgung Konfliktverhütung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
Art. 68 GRN-Catégorie
Art. 68RCN lung
KI-generiert

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Volltext

Guerre en ex-Yougoslavie. Interpellations 2708 N 17 décembre 1992

putation de pays humanitaire. C'est peut-être une maigre #ST# 91.3278

consolation, c'est une consolation tout de même.

Interpellation Ruckstuhl

On. Pini: Permettetemi - prima che io porterò alcune brevi

considerazioni in merito all'interpellanza che avevo presentato Sanktionen gegen Jugoslawien

10 scorso agosto - di esprimere all'on. Presidente della Confe- Sanctions à l'égard de la Yougoslavie

derazione in carica, René Felber, gli auguri, i saluti più affet-

tuosi e cari del comune che presiedo, Biasca, che conclude Diskussion - Discussion

domani il 700° dell'anno della Carta della sua libertà, che Lei,

on. Sig. Presidente della Confederazione, con molta sensibi- Siehe Jahrgang 1991, Seite 2518 - Voir année 1991, page 2518

lità ha aperto con un messaggio apprezzato dalla mia gente.

Ci sono alcuni Ticinesi oggi in questa casa, lo ho il dovere, on.

Sig. Presidente della Confederazione, al di là dei confronti e

degli scontri di parte, di portare il saluto della mia gente a Lei,

un saluto riconoscente, un saluto affettuoso, un augurio di Ruckstuhl: Ich habe bereits am 16. September 1991 eine In-

buona salute, Sig. Presidente, grato per quanto Lei ha fatto per terpellation zum Kriegsgeschehen in Jugoslawien einge-

11 mio comune e per il cantone del Ticino. reicht Sie können sich vorstellen, dass damals die Fragestel-

Vous savez, le temps passe. Le 26 août, quand j'ai présenté lung noch etwas anders war als heute. Es ging aber schon da-

cette interpellation, c'était le moment où Lord Carrington dé- mals darum, den Bundesrat zu fragen, welche Möglichkeiten

missionnait de sa fonction de médiateur en rapport avec le er sehe, bei diesem Krieg vermittelnd einzugreifen, allenfalls

drame dans l'ex-Yougoslavie, et la situation, objectivement, auch unter Mitwirkung der KSZE; es ging um die Frage von

n'était pas pareille à celle que vous et nous connaissons au- Wirtschaftssanktionen und darum, in welchem Masse wir den

jourd'hui, 17 décembre 1992. Entre-temps, il y a eu la victoire Flüchtlingen helfen könnten. Von der Grausamkeit dieses

de la violence, l'emprise de l'armée serbe et la faillite de la vo- Krieges, von der wir heute hören, war damals noch nicht die

lonté d'interposition européenne, soit du point de vue juridi- Rede.

que, soit du point de vue militaire. Wir müssen feststellen, dass wir vor einem Jahr oder längerer

Eh bien, je relance cette interpellation en émettant, si vous le Zeit kaum daran glauben konnten, dass je wieder einmal der-

permettez, un doute. Il n'est pas hamlétien. En ce moment, je art schreckliche Taten geschehen könnten, wie wir sie jetzt zur

ne partage pas les considérations fort sensibles de M. Ruffy, Kenntnis nehmen müssen. Trotzdem sah man aber schon bei

ancien président de l'Assemblée fédérale, selon lesquelles der Beantwortung der Interpellation im November des letzten

«nous devons mieux appliquer l'embargo». Je n'ai jamais cru Jahres, dass dieser Krieg länger dauern würde und dass wir in

à l'embargo. J'ai vu l'embargo contre l'Afrique du Sud. Il était diesem Parlament sicher noch einmal darüber zu sprechen

complètement détourné. A la fin, celles et ceux qui souffraient hätten.

étaient les citoyens de ce pays. J'ai vécu personnellement Nicht nur meine Interpellation, sondern verschiedene nachfol-

l'inutilité de l'embargo contre l'Irak, et je suis en train de vivre, gende Interpellationen haben uns die Möglichkeit dazu gege-

par personne interposée, par les témoignages provenant de la ben; und ich möchte - in Ergänzung zu den Fragen von da-

Bosnie-Herzégovine, la même histoire avec l'embargo contre mals und zu den Antworten des Bundesrates, aber auch in Er-

l'ex-Yougoslavie. gänzung zu dem, was heute gesagt worden ist ~ doch auch

Mesdames, Messieurs, l'aile, si vous voulez - mais il faut le darauf hinweisen, dass wir bei unseren Mitbürgern für auslän-

dire - parlementaire de l'Alliance atlantique, l'Union de l'Eu- dische Leute, die bei uns Zuflucht und Hilfe suchen, auf mehr

rope occidentale, dont j'ai pu suivre pendant deux jours les Verständnis stossen. Während in den letzten Jahren vor allem

débats comme observateur pour la Suisse «als Beobachter für negative Stimmen wegen der Ueberschwemmung durch Aus-

die Schweiz», avait peur de cet embargo. C'est tellement vrai länder und einem allzu largen Verhalten gegenüber Asylsu-

que l'ancien Premier ministre du gouvernement italien, M. Giu- chenden laut wurden, werden heute-wie wir feststellen müs-

lio Andreotti, dans un discours très nuancé comme à son habi- sen - auch andere Stimmen laut

tude, avait dit: «Attention! Premièrement, nous ne pouvons Ich darf Sie, Herr Bundespräsident, daran erinnern, dass -

pas faire la guerre contre les Serbes. Il s'agit de se jeter contre zwar nicht an Ihr Departement - Briefe von Bürgerinnen und

la quatrième force militaire du monde. Deuxièmement, il faut Bürgern, die Hilfe anboten, gesandt wurden. Ich möchte aus

maintenir l'embargo, mais attention, uniquement contrôler le einem dieser Briefe zitieren. Da hat eine Frau geschrieben:

couloir aérien et garder les côtes. Pas plus que cela» «Wir alle werden täglich über dieses Kriegsgeschehen und die

Alors, je suis en train de m'interroger. A 500 kilomètres de chez traurige Notlage der Bevölkerung durch die Medien informiert.

nous, Monsieur le Président de la Confédération, nous avons Was liegt näher, als helfen zu wollen? Aber wie?.... Ich würde

un des drames les plus violents et les plus malheureux que für Unterkunft, Kleidung und Ernährung aufkommen. Fragen

l'Europe ait vécus après la Deuxième Guerre mondiale. Cet wie Krankenversicherung, Aufenthaltsbewilligung usw. wären

éclatement civil, militaire, des droits de l'homme touche la zu klären.» Die Frau schreibt, sie wäre bereit, auch hier aktiv

Yougoslavie qui dénombre environ 30 millions d'habitants. Eh mitzuhelfen. Weiter schreibt sie: «In meiner Jugend und im Be-

bien, qu'a-t-on pu faire? Presque rien. rufsleben hatte ich Kontakt mit Menschen aus anderen Län-

Alors, Monsieur le Président de la Confédération, faisons quel- dern. Es ist mir bewusst, sollte ich wirklich die Möglichkeit er-

que chose, de sorte que ce pays, à 500 kilomètres de notre halten, Flüchtlinge aufnehmen zu können, dass nicht immer

pays, puisse relancer le discours pacifique, et faisons atten- alles reibungslos gehen wird. Angesichts der grossen Not ist

tion que l'embargo ne se transforme pas en une «guillotine hu- es mir aber einfach nicht wohl, nur passiv zuzuschauen. Es

manitaire» à l'égard des gens qui ne sont pas responsables de wäre mein Wunsch, im Rahmen meiner Möglichkeiten zu hel-

la guerre qu'il y a entre les pays de l'ancienne Yougoslavie. fen.» Soweit das Zitat aus dem Brief, der an den stellvertreten-

den Direktor des Bundesamtes für Flüchtlinge gesandt wor-

Präsident: Ich schlage Ihnen vor, dass wir die Interpellation den ist.

Ruckstuhl vom 16. September 1991, Sanktionen gegen Jugo- Ich weiss, dass verschiedene andere Bürger ebenfalls so

slawien, für welche Sie die Diskussion bereits beschlossen denken und an Parlamentarier gelangen. Ich bitte den Bun-

haben, auch noch zu diesen fünf Interpellationen nehmen. - desrat, solche Offerten soweit wie möglich ernst zu nehmen,

Sie sind mit dieser Abänderung der Traktandenliste einver- natürlich soweit sie nicht aus einer kurzen, momentanen

standen. Stimmung heraus entstanden sind, sondern - wie in diesem

Falle - von einer echten Bereitschaft zeugen, über längere

Zeit Menschen zu helfen. Wenn das möglich ist und wenn ich

diesen Leuten einen Weg zu unserer Verwaltung und den zu-

ständigen Stellen öffnen kann, dann hat meine Interpellation

ihren Zweck erfüllt.

17. Dezember 1992 N 2709 Krieg in Ex-Jugoslawien. Interpellationen

Frau Fankhauser: Ich spreche auch als Präsidentin der Ihnen, Herr Bundespräsident, auch für alle Anstrengungen

Schweizerischen Flüchtlingshilfe. In dieser Eigenschaft habe danken, die Sie im Bereich des diplomatischen Dienstes un-

ich zweimal zu danken: dem Bundesrat für die jetzt gezeigte ternommen haben. Wir konnten wiederholt Konferenzen in der

Oeffnung und der schweizerischen Bevölkerung für den Wil- Schweiz durchführen. Die letzte bedeutende war die erstma-

len, zu helfen, und für die Bereitschaft, Vertriebene und Opfer lige Zusammenkunft aller hohen Geistlichen aus dem Krisen-

des grauenvollen Völkermordes aufzunehmen. gebiet auf dem Wolfsberg. Das ist ein erster Ansatz gewesen,

Auf die Absichtserklärungen müssen aber Taten folgen, und den man unbedingt fortsetzen muss.

zwar sofort. Verzweifelte Appelle, wie z. B. derjenige einer Ich darf auch darauf hinweisen, dass unser Katastrophenhilfe-

muslimischen Organisation unter dem Dach des Roten Halb- korps verdienstvoll in Kroatien, in Slowenien, aber auch in

mondes, rufen uns zum raschen Handeln auf. Die Schweizeri- Bosnien tätig ist und versucht, Quartiere zu beschaffen, um

sche Flüchtlingshilfe wird über die Hilfswerke vor Ort Gruppen Flüchtlinge in der Nähe des Katastrophengebietes unterzu-

von Menschen nennen, die unverzüglich aufgenommen wer- bringen, von wo sie dann hoffentlich rascher wieder in ihre Hei-

den müssen. Viele Lager entlang der kroatisch-bosnischen matzurückkehren könnten.

Grenze sind hoffnungslos überlastet. Geschwächte Kinder, All das ist wahrscheinlich nicht genügend, und ich glaube,

Kranke, Gebrechliche, ältere Leute werden den Winter nicht man kann etwa im Bereich der Guten Dienste mehr ins Auge

überleben, wenn sie nicht sofort Schutz und ein bisschen zu- fassen. Vielleicht könnten wir unseren Botschafter in Belgrad

sätzliche menschliche Wärme bekommen. wiedereinsetzen, um dort eine diplomatische Dreiecksituation

Der Appell des Roten Halbmondes ist erschütternd. Wir sind zu schaffen (mit Belgrad, Athen und Tirana).

froh um jede Unterstützung der Hilfe vor Ort. Wir brauchen In diesem Zusammenhang ist die Aktion sehr lobend zu er-

auch für die Opfer der Gewalt weiterhin Aufnahmebereitschaft, wähnen, die Frau Haller mitunterstützt hat, nämlich die Schaf-

wohl wissend, dass wir leider nicht die ganze Not lindern kön- fung eines Tribunals für Kriegsverbrecher. Die Idee, im Euro-

nen; wohl wissend aber auch, dass unsere Möglichkeiten zu parat geboren, ist mittlerweile weltweit übernommen worden.

helfen bei weitem nicht ausgeschöpft sind. Auch der amerikanische Aussenminister beansprucht hier of-

Wir haben grosses Verständnis für die Verzweiflung der Bos- fenbar das Erstgeburtsrecht für sich. Es spielt keine Rolle, wer

nier und speziell der Bosnierinnen in unserem Land, weil sie Vater oder Mutter dieser Idee ist. Wesentlich wäre nur, dass

ihre wie unsere Ohnmacht in Anbetracht der Greueltaten spü- diese Idee auch realisiert wird, um klar zu sagen, dass wir die

ren müssen. Deshalb ist es auch wichtig, mit den Leuten, die Aggressivität ehemaliger kommunistischer Herrscher, seien

bei uns Schutz gefunden haben, die Zukunft gemeinsam als es Politiker oder Generäle, nicht länger unterstützen dürfen,

Herausforderung anzunehmen. Deshalb ist es auch wichtig, sondern mit allen Mitteln unterbinden müssen. Hier haben wir

die Funktion der verschiedenen Friedensbewegungen im ei- als Schweizer die moralische Kraft und den Willen aufzubrin-

genen Land anzuerkennen und diese Bewegungen tatkräftig gen, die Idee eines Tribunals für Kriegsverbrecher tatkräftig zu

zu unterstützen. Ich möchte dies aus zwei Gründen besonders unterstützen.

betonen: erstens, weil die Friedensbewegung allzu lange ob-

serviert wurde, und zweitens, weil z. B. in einzelnen Kantonen M. Eggly: Quelques réflexions dans ce débat au nom du

die Gemeinnützigkeit solcher Bewegungen nicht anerkannt groupe libéral. D'abord, pour dire que nous partageons l'hor-

wird, was schleunigst zu korrigieren ist. reur et la stupéfaction devant ce qui se passe dans l'ex-Yougo-

Ich weiss, dass viele Frauen auf der Tribüne laut aufschreien slavie et plus particulièrement en Bosnie. Nous avons aussi un

möchten ob dem grauenhaften Unrecht, das dem bosnischen sentiment d'humilité à l'idée que des hommes, et j'allais dire

Volk widerfährt. Wir nehmen, meine Damen, die Existenzangst n'importe quels hommes, puissent en arriver à commettre de

der Mitmenschen sehr ernst. Wir versuchen, das zu tun, was telles atrocités vis-à-vis d'autres hommes, vis-à-vis d'autres

zu tun ist. femmes, vis-à-vis d'enfants. Et je ne peux m'empêcher de pen-

Herr Bundespräsident, ich danke Ihnen, dass Sie uns dabei ser à la fameuse phrase de Beate Klarsfeld qui disait en parlant

helfen wollen. de l'Allemagne: «Je suis fille de Goethe, de Schiller et de

Beethoven, mais je suis aussi fille de Hitler, de Himmler et de

Mühlemann: Mit Zorn und Hilflosigkeit stehen wir einem Kon- Eichmann.» Et j'ai comme le sentiment en voyant que dans

flikt gegenüber, der sehr schwer zu lösen ist. Offenbar ist es cette vieille terre de civilisation, carrefour de plusieurs cultures,

nur möglich, allmählich in einer konzertierten Aktion Frieden il se passe des choses aussi innommables, dans cette Europe

zu stiften im Balkan, der schon oft von Krisen geschüttelt war. à nos portes, que de telles choses en effet pourraient arriver

Wir hatten Gelegenheit, im Europarat mit Lord Owen zu die- n'importe où, les circonstances historiques aidant, même

sem schwierigen Jugoslawienkonflikt eine lange Debatte zu chez nous. Cela, en effet, donne du relief et en même temps de

führen. Es zeigt sich, dass alle diplomatischen Aktivitäten bis l'actualité au débat que nous avons eu tout à l'heure sur les

anhin nichts gefruchtet haben, und doch sind sie notwendig; extrémismes et aussi auparavant sur le racisme.

denn dort, wo gesprochen wird, wird in der Regel weniger ge- Le drame des Balkans, c'est l'affrontement des influences et

schossen. des cultures. C'est aussi - il ne faut pas l'oublier même si les

Wir stellen auch fest, dass die wirtschaftlichen Sanktionen Serbes sont à juste titre montrés du doigt - la grande frustra-

zwar verfügt sind, aber Lücken aufweisen, die doch immer wie- tion historique des Serbes qui ont souvent été des combat-

der erlauben, das Kriegsgeschehen zu erneuern. tants et aussi souvent ensuite bernés par les négociations et le

Wir stellen vor allem fest, dass offenbar jetzt allmählich der résultat diplomatique qui en découlait. On assiste aussi à de

Punkt erreicht ist, wo militärische Massnahmen unumgänglich fausses solutions, à des problèmes terribles et brûlants, qui

werden. Es ist ausgeschlossen, dass in diesem verzahnten ont été apportées par des totalitarismes. Au lieu de déboucher

Bürgerkrieg terrestrische Angriffe möglich sind. Aber es ist sur de vraies solutions, l'effondrement de l'empire turc d'une

wahrscheinlich doch möglich, die Lufthoheit so zu kontrollie- part, l'effondrement de l'empire austro-hongrois d'autre part,

ren, dass kriegerische Aktionen nicht mehr so leicht durchge- ont laissé le champ au totalitarisme nazi et au totalitarisme

führt werden können wie heute. Vor allem müsste aber endlich communiste, et maintenant, voici tous les problèmes qui re-

erreicht werden, dass die beiden grossen Schlupflöcher im surgissent. Comment ne pas constater avec tristesse et avec

Bereich der Sanktionen gestopft werden : der Landzugang von une immense inquiétude l'impuissance de l'Europe.

Griechenland und der Donau-Weg über Rumänien, der vor al- Et on a donc envie de dire à la fois: «Vous voyez, tout peut arri-

lem auch aus der ehemaligen Sowjetunion mit Rohstoffen ali- ver en Europe, c'est une raison de garder dans nos pays occi-

mentiert wird. Ich denke etwa an Flugbenzin, aber auch Be- dentaux une défense nationale forte, mais aussi tout doit

triebsstoffe für Panzerfahrzeuge. Wenn es gelingt, diese concourir à vouloir et à espérer une structure politique, une

schweren militärischen Waffensysteme lahmzulegen, ist structure confédérale en Europe, qui à l'instar de ce qui se

schon sehr viel erreicht. passe en Suisse, puisse stabiliser ce continent et permettre à

Wir selber als Schweizer, als relativ neutrales kleines Land, ha- ces éléments divers de ne pas être antagonistes, mais com-

ben allen Grund, nach dem negativen Entscheid vom 6. De- plémentaires. »Comment ceux qui, notamment le 6 décembre,

zember in verstärktem Masse Solidarität zu zeigen. Wir dürfen ont voté contre le Traité sur l'Espace économique européen,

Guerre en ex-Yougoslavie. Interpellations 2710 N 17 décembre 1992

n'ont pas mis ce traité, comme ils ne devraient pas mettre ab- rungen an dieser Stelle wiederholen, damit sie nicht verges-

solument tout ce qui concerne l'Europe, dans la perspective sen gehen. Wir haben den Bundesrat gebeten:

de la paix et de la stabilité de ce continent? 1. sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln dafür

J'en arrive maintenant à la question humanitaire. Un nouveau einzusetzen, dass Frauen und Mädchen aus den Vergewalti-

concept apparaît, celui de l'action humanitaire militairement gungslagern unverzüglich freigelassen werden;

protégée. La Suisse ne peut pas être en pointe dans ce do- 2. sexuelle Folter öffentlich zu verurteilen und auf politischen

maine. Mais tout en reconnaissant les difficultés d'application und diplomatischen Wegen zu intervenieren, damit Vergewal-

et les précautions à prendre, je crois que nous devons soute- tigungen von der Uno zu Kriegsverbrechen erklärt und vor den

nir cette idée, malgré, encore une fois, les difficultés et les pré- Internationalen Gerichtshof gebracht werden;

cautions à prendre. Concernant la réunion d'une conférence 3. Vergewaltigung als Fluchtgrund anzuerkennen und die ra-

diplomatique pour inviter les Etats à s'engager davantage au sche, unbürokratische und kollektive Aufnahme von Frauen

respect des conventions humanitaires, Monsieur le Président und Kindern zu ermöglichen;

de la Confédération, vous nous avez annoncé cette initiative 4. darauf zu drängen, dass allfällige Untersuchungsdelegatio-

diplomatique de la Suisse. Nous vous disons bravo et nous nen, welche in die Kriegsgebiete entstand! werden, zu min-

vous en félicitons. destens der Hälfte aus Frauen zusammengesetzt sind;

Quant à soutenir la démarche de l'ONU, même si c'est compli- 5. jede Form der grausamen Zerstörung von Frauen und Kin-

qué, de traduire devant un tribunal des criminels, nous dern als nationalistisches Kriegsziel, wie sie beispielsweise in

croyons en effet que cette démarche n'est pas sans problème bevölkerungspolitischen Gesetzentwürfen ex-jugoslawischer

et sans difficulté, mais aussi qu'il faut en approuver le principe. Länder zum Ausdruck kommt, zu verurteilen.

Contribuer à toutes les solutions humanitaires sur place, je Auch wenn nicht alle diese Punkte in den eingereichten dring-

crois que c'est en effet la solution la meilleure qu'il faut tenter lichen Interpellationen enthalten sind, so ist es Ihnen, Herr

de rechercher, plutôt que de déraciner ces Bosniaques de leur Bundespräsident, heute vielleicht trotzdem möglich, zu die-

patrie et de les empêcher en somme de la sorte de concourir à sen Anliegen in unserem Frauenappell Stellung zu nehmen.

une solution politique. Donc, dans ce domaine nous soute-

nons le Conseil fédéral pour tout ce qu'il pourra faire à cet Frau Bühlmann: Wenn wir hier überhaupt eine Debatte über

égard. die Greuel des Krieges in Ex-Jugoslawien führen, dann nur,

Dans la concertation, nous pensons aussi qu'il faut que la weil vier Frauen gemeinsam eine dringliche Interpellation ein-

Suisse fasse sa part, toute sa part et peut-être mieux que sa gereicht haben, die mit 102 Unterschriften eingereicht wurde.

part dans l'accueil des réfugiés. Actuellement, nous faisons Das Ratsreglement sieht es nicht vor, dass vier Erstunterzeich-

déjà mieux que beaucoup d'autres pays, mais nous devons nerinnen sprechen werden. Deshalb bin ich erst jetzt an der

savoir quand nous accueillons en masse des réfugiés bosnia- Reihe. Ich werde mich auf einige Punkte der Antwort des Bun-

ques que nous sommes aussi les alliés objectifs des Serbes et desrates beschränken. Einen Teil der Antworten hat Frau Bar-

que nous risquons de concourir à ce que ces gens ne rentrent bara Haering Binder schon gegeben; wir haben uns abge-

pas chez eux Par conséquent, cela ne doit pas être la solution sprochen.

prioritaire. Mais quand il n'y a pas d'autre solution pour empê- Herr Bundespräsident, ich komme noch einmal auf die Zahl

cher des gens de mourir, alors nous sommes d'accord qu'il zurück, die der Bundesrat in seiner Antwort nennt, nämlich:

faut, en effet, courir le risque, ouvrir plus largement nos bras et 300 000 Jugoslawinnen und Jugoslawen würden sich bereits

accueillir en plus grand nombre. in unserem Lande befinden. Ich finde es bedenklich, dass Sie

Pour terminer, nous dirons qu'en effet il y a l'ouverture humani- in Ihrer Antwort nicht klipp und klar sagen, dass es sich dabei -

taire, l'ouverture politique et qu'à tous égards la Suisse doit abzüglich der 70 000 in direkter Folge des Krieges zu uns Ge-

être un pays ouvert et que, par conséquent, elle doit concourir kommenen - um Menschen handelt, die als sogenannte Gast-

à l'action humanitaire et à tous les efforts politiques par la arbeiter und Gastarbeiterinnen zu uns gerufen wurden, weil

Conférence de Genève et aussi autrement pour essayer de ve- der Schweizer Arbeitsmarkt sie brauchte. Sie waren auf

nir à bout de ce cauchemar. En effet, c'est un cauchemar en Schweizer Baustellen offenbar sehr geschätzte Arbeitskräfte,

lui-même pour ceux qui le vivent, mais c'est aussi - ne l'ou- denn die höchsten Zuwachsraten der letzten Jahre beim Sai-

blions pas - la poudrière des Balkans qui pourrait pour toute sonnierstatut wiesen die Jugoslawen auf. Die meisten von ih-

l'Europe, la Suisse y compris, réserver des lendemains aussi nen durchliefen die Jahre als Saisonniers, von den Familien

cauchemardesques. getrennt, in der Schweiz.

Dann kam der Krieg; Jugoslawien wurde als Nicht-mehr-

Frau Goll: Geschätzte Ausharrende und Zuhörende in diesem Rekrutierungsland bezeichnet, und die Visumspflicht wurde

Saal! Vergewaltigung wird in jedem Krieg als Waffe gegen eingeführt Die einzige Möglichkeit für die vom Krieg Betroffe-

Frauen eingesetzt Vergewaltigung ist auch alltäglicher Be- nen, in die Schweiz zu fliehen, blieb der Weg über hier lebende

standteil männlicher Machtausübung über Frauen. Heute pas- Familienangehörige. Dieser Weg ist aber - das weiss ich von

siert das im ehemaligen Jugoslawien auf eine äusserst konkreten Fällen - keineswegs so einfach und unbürokra-

schreckliche und schockierende Weise. Ich finde es zwar gut tisch, wie es in der Antwort auf unsere dringliche Interpellation

und wichtig, was der Bundespräsident am 9. Dezember 1992 steht Nur schon zu einem Visum zu kommen ist in den Kriegs-

vor der Vereinigten Bundesversammlung ausgeführt hat, was wirren ein Hindernislauf. Der Visumzwang sollte dringend ab-

er nochmals in der Interpellationsantwort wiederholt: dass der geschafft werden. Zudem müsste gerechtigkeitshalber auch

Bundesrat mit der vom Generalsekretär der Uno eingesetzten noch gesagt werden, dass für diese 70 000 bei ihren Familien-

Expertenkommission eng zusammenarbeiten will. Aber diese angehörigen untergebrachten Kriegsflüchtlinge die Familien-

Absichtserklärung, Herr Bundespräsident, reicht bei weitem angehörigen praktisch vollumfänglich aufkommen.

nicht aus. Da die Schweiz Depositärstaat der Genfer Konven- Vor zwei Tagen habe ich in der Zeitung gelesen, dass sich

tion und der Protokolle derselben ist, hat der Bundesrat näm- Bundesrat Koller gegen die private Unterbringung von Kriegs-

lich eine konkretere und eine ganz direkte Einflussmöglich- flüchtlingen bei Schweizer Familien ausgesprochen hat. Ist

keit: Die Schweizer Regierung kann bei der internationalen das im Sinne des Gesamtbundesrates oder die Meinung von

Untersuchungskommission vorstellig werden, damit diese Bundesrat Koller allein? Offenbar befürchtet Bundesrat Koller

Vergewaltigungen als Kriegsverbrechen endlich ernsthaft un- Konflikte, die kommen würden, wenn diese Leute längere Zeit

tersucht und geahndet werden. zusammenleben müssten - und das müssten sie aller Wahr-

Ich möchte meine Anfrage aus der Fragestunde vom letzten scheinlichkeit nach. Denn darüber dürfen wir uns nicht eine

Montag wiederholen, weil ich mit einer Antwort auf heute ver- einzige Illusion machen: Leute, die wir jetzt aufnehmen, ob pri-

tröstet worden bin. Meine Frage: Ist der Bundesrat bereit, und vat oder in Zentren, werden angesichts der äusserst dramati-

wenn ja, wann, in diesem Sinne konkret zu intervenieren? Aus- schen Lage in Ex-Jugoslawien nicht oder jedenfalls sehr lange

nahmslos alle Stände- und Nationalrätinnen haben sich an- nicht zurückkehren können.

lässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte in ei- Wir gehen also eine langfristige Verpflichtung ein, und Leute,

nem Appell an den Bundesrat gewandt Ich möchte die Forde- die hier leben, die diesen Schrecknissen entkommen sind,

17. Dezember 1992 N 2711 Krieg in Ex-Jugoslawien. Interpellationen

brauchen massive und intensive Betreuung. Ich würde aber rechtes und der Menschenrechte haltmacht und allen Verlet-

die Idee der privaten Unterbringung nicht einfach ablehnen. zungen Vorschub leistet. Wir haben nicht ethnische Säuberun-

Da haben wir Teile der Bevölkerung, die nach einer langen Zeit gen miterlebt; wir haben «nur» mitbekommen, wie tief diese

der Gleichgültigkeit diesem Krieg gegenüber jetzt bereit und Ideologie auf allen Seiten in den Köpfen sitzt, wie sie sich in die

entschlossen sind, zu helfen. Da gibt es Leute, die mehr tun Köpfe hineinfrisst und wie sie den gegenseitigen Hass schürt.

wollen, als ihre Trauer an einem Trauerzug auszudrücken und Ich erinnere mich, dass Lord Owen vor dem Europarat über

Geld zu schicken. Da gibt es Leute, die durch die Aufnahme Ex-Jugoslawien gesagt hat: «Jeder hat eine Landkarte, die

von Kriegsflüchtlingen konkret Solidarität üben wollen. Das ist ihm recht gibt» Das ist eine entmutigende Feststellung für die

doch ein gutes Zeichen in einer Zeit, in der uns Eigenschaften Zukunft dieses Landes, und es ist eine Feststellung, die leider

wie Solidarität, Mitleiden und Teilen vor lauter Streben nach wohl für weite Teile der Welt gilt. Es gibt nur einen Weg: Wir alle

materiellen Gütern abhanden gekommen zu sein schienen. müssen umdenken und uns dafür einsetzen, wo auch immer,

Das Zusammenleben mit Flüchtlingen könnte auch dafür sor- diesen Hass auf Andersartige und diese Ideologien von eth-

gen, dass die Flüchtlinge wieder ein menschliches Gesicht, nisch «reinen» Gebieten, in denen für multikulturelle Gesell-

eine individuelle Geschichte bekommen, die Mitleiden und schaften kein Raum ist, aus den Köpfen herauszubringen.

Engagement ermöglichen. Solange nämlich Flüchtlinge in Man hat uns von offiziellen Stellen bestätigt, dass die Schät-

Zentren untergebracht werden und nur mit Begriffen wie zungen von 30 000 bis 50 000 vergewaltigten Frauen «konser-

«Ströme», «Flut», «Zeitbombe» in Verbindung gebracht wer- vative» Schätzungen seien. Wir haben auch gehört, dass alle

den, ist das nicht möglich. Konfliktparteien daran beteiligt sind und dass selbst Uno-Sol-

Ich möchte noch auf einen Punkt zu sprechen kommen. Wir daten, wie das Gerücht auf verschiedenen Seiten läuft, mitbe-

haben in der Interpellation gebeten, die Uno zu stärken, auch teiligt sind. Wir haben auch und vor allem die Einsicht mitge-

finanziell mit einem Sonderkredit, so dass sie in den Gebieten nommen, dass die Gewalt die Daheimgebliebenen in ganz

Kosovo und Mazedonien Truppen stationieren kann, um dort Ex-Jugoslawien eingeholt hat.

den Ausbruch eines offenen Krieges zu verhindern. In Kosovo Die Gewalt hat im Alltag des ehemaligen Jugoslawien zu einer

brennt es. Der Krieg steht vor der Türe. Ich möchte den Bun- beispiellosen Brutalisierung geführt - man wagt nicht zu sa-

desrat dringend bitten, mehr zu tun und sich zu engagieren, gen: «Vertierung», man möchte nicht die Tiere beleidigen. Wir

damit die Uno sich jetzt nicht aus Kosovo zurückzieht - neuer- haben um so mehr den Mut dieser kleinen Gruppen von

dings ist nur noch von Truppen die Rede, die sie in Mazedo- Frauen und Männern bewundert, die sich unentwegt einset-

nien stationieren will. Wir denken, dass das etwas Prophylakti- zen, damit die Menschen in Ex-Jugoslawien noch eine Zukunft

sches wäre, das dringend getan werden müsste. haben.

Unsere Gruppe hat nach ihrer Rückkehr verschiedene Forde-

Frau Robert: Ich spreche für die grüne Fraktion. Ich spreche rungen an Behörden, Kirchen und Hilfswerke gerichtet Einige

aber auch für zwei Gruppen von Frauen, die letzte Woche in davon sind hier auch genannt worden; wir können sie alle un-

Belgrad und in Zagreb waren, weil sie es nicht mehr aushiel- terstützen. Wir sind ebenfalls mit sehr zwiespältigen Gefühlen

ten, all die schönen Reden im Westen zu hören und mitzuerle- nach Hause gekommen bezüglich der Wirkung der Sanktio-

ben, wie ständig Resolutionen gefasst werden, wie Waffenstill- nen, die immer die Falschen treffen, und bezüglich der Wir-

stände geschlossen werden und wie das alles überhaupt nicht kung des Embargos, das keine Lieferungen von Waffen, Ben-

greift und keine konkreten Taten zur Folge hat. Sie haben es zin usw. verhindert. Und wir sind sehr betroffen heimgekom-

nicht mehr ausgehalten, weil sie gehört haben, was in Ex- men, von unseren Besuchen bei Kirchenverantwortlichen. Ich

Jugoslawien passiert; weil sie von den grauenhaften Verge- habe mich wieder an ein Wort von Lord Owen vor dem Europa-

waltigungen von Tausenden von Frauen und sogar Kindern rat erinnert: «Die islamische Welt wird es Europa nie verzeihen,

gehört haben; weil sie gehört haben, dass die Zivilbevölke- dass es Bosnien im Stich gelassen hat.»

rung einmal mehr die grosse Leidtragende dieses Krieges ist Ernst Mühlemann, Herr Brigadier, was wir auch gelernt haben,

Sie haben aber auch gehört, dass es überall in Ex-Jugosla- ist, dass es für Bosnien heute wohl zu spät ist. Diese Kultur, die

wien kleine Gruppen gibt, die unter verzweifelten Bedingun- ein Modell für eine tolerante multikulturelle, multireligiöse Ge-

gen und mit dem Mute der Verzweiflung den Glauben auf- sellschaft war - sie ist am Ende, und sie ist wohl unwieder-

rechtzuerhalten suchen, dass es zwischen den einzelnen Be- bringlich am Ende.

völkerungsgruppen, zwischen den einzelnen Menschen noch Was jetzt gefragt ist, ist Vorbeugen für den Sandzak, für Maze-

Brücken geben muss. Brücken, auf denen nicht nur der Hass donien, für Kosovo.... Wir sind beunruhigt-und die Leute dort

und die Gewalt gedeihen, sondern die noch in eine Zukunft haben Angst, dass Kosovo vom Westen auch schon aufgege-

nach der Apokalypse hinüberführen können -wenn die Apo- ben worden ist Der Balkankrieg, wie ihn Jacques-Simon

kalypse dort endlich einmal zu Ende geht. Eggly hier erwähnt hat, steht nach der Befürchtung der Leute

Wir haben es alle erlebt: «Europa» kann das Hinterste und dort unten vor der Tür.

Letzte reglementieren; was es bis heute nicht konnte, ist, in Man hat uns auch gesagt, was Jacques-Simon Eggly ausge-

diesem Krieg auch nur die geringste Erleichterung für die Zivil- führt hat: «Der Westen hat nicht begriffen, dass der Zweite

bevölkerung zu schaffen, geschweige denn, diesen Wahnsinn Weltkrieg auf dem Balkan nicht zu Ende ist» Wenn man heute

zu stoppen. Europa und die ganze Weltgemeinschaft sind hilf- die Dokumente über die Nazigreuel während der Balkanokku-

los. pation liest - sie sind eben in Deutschland veröffentlicht wor-

Wir besuchten Flüchtlingslager und Spitäler und hatten Kon- den -, dann sieht man, wie viel hier vom Westen verdrängt wor-

takte mit Frauengruppen, die verzweifelt versuchen, den Op- den ist und dass dies das am wenigsten aufgearbeitete Kapitel

fern dieses Krieges zu helfen. Wir haben den Schweigemarsch des Zweiten Weltkrieges ist, wie «Die Zeit» schreibt

und Schweigedemonstrationen der «Frauen in Schwarz» mit- Ich danke allen, besonders unserer «Frauenfraktion», die für

gemacht und die Reaktionen der Bevölkerung miterlebt Wir die Frauen in Ex-Jugoslawien in unserer Abwesenheit Geld

haben mit den Oberhäuptern der Kirchen gesprochen, mit gesammelt hat. Wir haben mit vielen Gruppen Kontakte ge-

Vertretern der Schweizer Botschaft und des Schweizerischen knüpft, die dieses Geld ausserordentlich sinnvoll im Dienste

Katastrophenhilfekorps, mit Rotkreuzvertreterinnen und Men- der Menschen dort und nicht zuletzt auch im Dienste von Eu-

schenrechtlern, vor allem aber mit direkt betroffenen Opfern. ropa zu verwenden wissen.

Wir haben nicht die Kriegsgreuel gesehen; wir haben «nur» ge-

sehen, wie sie sich im Alltag auf die Opfer und auf die Täter Weder Hansjürg: Mit grosser Betroffenheit verfolgt die LdU/

auswirken. Wir haben eine unvorstellbare Tragödie erlebt und EVP-Fraktion die täglichen Medienberichte über den Krieg

Menschen getroffen, für die es das dritte Mal ist, dass sie die und den Völkermord im ehemaligen Jugoslawien. Die Situa-

gleiche Tragödie erleben: im Ersten Weltkrieg, im Zweiten tion der Bevölkerung wird immer verzweifelter, Sie haben das

Weltkrieg und heute wieder. soeben gehört. Der baldige Wintereinbruch wird die prekären

Dieser Krieg ist von einer unvorstellbaren Grausamkeit; das Lebensumstände noch wesentlich verschlimmern.

haben auch offizielle Stellen bestätigt. Er ist von einer Grau- Sie haben heute, Herr Bundespräsident Felber, den Tatbe-

samkeit, die vor keiner Verletzung des humanitären Völker- weis für die humanitäre Tradition unseres Landes angetreten,

Guerre en ex-Yougoslavie. Interpellations 2712 N 17 décembre 1992

indem Sie das Tor zur Schweiz für mehrere tausend weitere Haltung der EG, an der WEU und weiteren westlichen Institu-

Personen geöffnet haben. Wir sind Ihnen dafür zutiefst dank- tionen: Diese Vorwürfe sind in einem gewissen Sinne gedank-

bar. Aber - und da teilen wir die Auffassung einiger Vorredne- lich nachvollziehbar, aber sie sind meines Erachtens aus dem

rinnen und Vorredner -: Unser Boot ist nicht voll. Tausende Munde von Schweizern dennoch fragwürdig, jedenfalls so

von Menschen, die in Lagern unter menschenunwürdigen Be- lange, als wir selbst noch nicht all jene Initiativen ergriffen ha-

dingungen ausharren müssen, könnten zusätzlich freikom- ben, zu welchen wir die Möglichkeit haben.

men, wenn andere Länder sie aufnehmen würden. Tun wir deshalb - und tun auch Sie, Herr Bundespräsident Fel-

Was steht der Schweiz im Weg, mit einem weiter gehenden, ber, und der ganze Bundesrat-endlich etwas Tapferes!

guten Beispiel voranzugehen? Bei uns stehen Asylunterkünfte

leer, so dass die Unterbringung der Geretteten kein Problem M. Felber, président de la Confédération: Permettez-moi une

darstellen würde. Und die Reaktion der Schweizer Bevölke- fois encore d'affirmer que la tragédie qui se déroule à quel-

rung im Falle einer weiteren Aufnahme? fragen Sie sich wohl, ques kilomètres de nos frontières, en Yougoslavie, est un

Herr Bundespräsident. Wir gehen davon aus, dass die drame dont nous partageons tous une part de responsabilité

Schweizer Bevölkerung gegenüber Menschen, die der pour n'avoir probablement pas su mesurer assez tôt ce qui

schrecklichsten Not ausgesetzt sind, Mit-Leid empfindet und pouvait survenir dans un pays qui avait perdu le contrôle de

bereit wäre, ihnen Schutz und Schirm zu gewähren, und vor- ses dirigeants et qui passait à une histoire postcommuniste

behaltlos hinter weiter gehenden behördlichen Aktivitäten für devenue une véritable et atroce guerre.

eine Aufnahmeaktion stehen würde. Je vais tenter de compléter les réponses que nous avons don-

Im übrigen ist der Vorschlag von Herrn Ruckstuhl doch zu prü- nées par écrit et de vous faire part de ce que nous avons appris

fen. Wir laden Sie also ein, Herr Bundespräsident, noch weiter au cours des dernières semaines et plus particulièrement des

zu gehen und dieser Bevölkerung politisch und materiell zu- derniers jours. Tout d'abord, en ce qui concerne la brutalité,

sätzlich zu helfen, wobei ich gerne nochmals wiederhole, dass les atrocités et les horreurs que doivent subir les femmes mu-

wir Ihnen schon heute dankbar sind, dass wir dank Ihnen auch sulmanes de Bosnie-Herzégovine, je rappellerai avec quelle

international besser dastehen. violence nous les condamnons - nous l'avons fait ici publique-

Zum Schluss erlaube ich mir, ganz persönlich beiden Damen, ment, je l'ai répété à Stockholm devant la CSCE et hier lors de

die uns und damit unseren Rat in Jugoslawien letzte Woche la Conférence des ministres sur l'ex-Yougoslavie à Genève.

vertreten haben, herzlich zu danken. J'ai personnellement appris, à cette occasion, qu'un rapport

d'un groupe de médecins gynécologues venait d'être établi et

Baumberger: Die Fragen, welche in den verschiedenen Inter- qu'il soulignait l'atrocité de ces violences sexuelles qui sont

pellationen aufgeworfen worden sind, bedrängen auch die évidemment suivies très souvent de mutilations. Nous vivons

Mitglieder der CVP-Fraktion zutiefst Der Bundesrat hat ver- là des crimes qui ne peuvent pas être simplement pardonnes,

schiedentlich versucht, diese Fragen zu beantworten, und ich mais qui doivent être jugés.

glaube, wir müssen uns davor hüten, diese dem Grundsatz Je voudrais rappeler à ce sujet que la situation sur le plan juri-

nach positiv zu würdigenden Antworten zu zerreden. dique est très précise. Les viols sont considérés comme des

In diesem Sinne möchte ich vorweg Herrn Bundespräsident crimes de guerre par le droit international public. Par consé-

Felber und auch unseren Kolleginnen für die würdige und quent, on n'a pas besoin de les faire admettre comme crimes

klare Form jener Erklärungen danken, die in der letzten Woche de guerre, ils sont reconnus comme tels. Ce que nous n'avons

vorgetragen worden sind. pas, vous le savez, c'est une cour pénale internationale. Or,

Es werden so oder so mehr Fragen als Antworten bleiben, und rétablissement d'une cour pénale internationale est très diffi-

es bleibt auch für mich die Frage, die Frau Daepp an uns Män- cile, car il faut d'abord établir les règles du droit pénal, les rè-

ner gestellt hat Ich weiss keine Antwort darauf, aber ich kann gles juridiques qui serviront de fondement, à cette future juri-

nicht nur Frau Daepp, sondern auch allen Frauen aus Ex- diction, à cet organe judiciaire, pour pouvoir juger les crimi-

Jugoslawien und namentlich auch den Bosnierinnen versi- nels de guerre. Par conséquent, nous n'avons qu'une autre

chern, dass wir Parlamentarier, wir Männer-wohl eine gewal- solution: il faut soutenir la création d'un tribunal pénal interna-

tige Ueberzahl aller Männer, die von diesen tragischen Ereig- tional, qui sera créé dans le cadre de l'Organisation des Na-

nissen wissen - uns mit tiefster Abscheu vor dem Geschehe- tions Unies. C'est la solution définitive, cette instance existera,

nen abwenden und vor den Opfern verneigen. ce n'est pas la Cour internationale de justice de La Haye, c'est

Das Ende dieses schrecklichen Krieges ist mehr als überfällig; un tribunal pénal international. Il sera créé, les travaux sont en

es muss diesem Krieg Einhalt geboten werden. Eine diploma- route, mais on nous annonce déjà que cela va prendre deux

tische Initiative unseres Bundesrates im Hinblick auf eine Frie- ou trois ans. Par conséquent, la deuxième solution permettant

denskonferenz muss erfolgen. Sie gehört zu unserer humani- déjuger les crimes de guerre, les crimes contre l'humanité, qui

tären Tradition, zu unserer vielbeschworenen Verfügbarkeit für sont perpétrés en Yougoslavie exige la création d'un tribunal

eine echte Friedenspolitik. Dabei kann meines Erachtens ad hoc pour l'Europe qui pourrait être créé plus rapidement

überhaupt keine Rolle spielen, ob unser Entscheid vom 6. De- C'est la position que j'ai soutenue, au nom du Conseil fédéral,

zember die Voraussetzungen dafür verbessert oder ver- aussi bien à Stockholm qu'hier à Genève. Je puis vous annon-

schlechtert hat Und wenn die Schweiz allein wirklich nicht in- cer que, dans les deux instances, au Conseil des ministres de

itiativ werden kann, so gibt es noch den Rahmen der KSZE, la CSCE comme à la Conférence de Genève, la très large ma-

und es gibt noch weitere Verhandlungsrahmen. jorité des ministres qui se sont exprimés étaient favorables à

Wir Schweizer dürfen nicht so tun, als ob uns das alles recht ce type de solution. Nous avons donc l'espoir de voir se créer

wenig angehe und als ob mit der Aufnahme von Flüchtlingen rapidement un tribunal ad hoc. Pour cela, nous sommes déci-

unsere Aufgabe erledigt wäre. Abgesehen von schweizeri- dés, à travers mon département, à inviter un certain nombre

schen Beiträgen im Rahmen der Unprofor- ich und die CVP- d'experts qui pourraient jeter les bases nécessaires à la créa-

Fraktion hoffen, dass der Bundesrat diese Frage nicht nur, wie tion d'un tel tribunal.

er geschrieben hat, prüft, sondern dass er auch zu positiven A côté de cela, nous continuons de nous associer au groupe

Erkenntnissen gelangt - ist daran zu erinnern, dass Zehntau- d'experts des Nations Unies qui recueille tous les renseigne-

sende von Gastarbeitern aus Jugoslawien zu unserer wirt- ments, toutes les dénonciations, toutes les plaintes qui pro-

schaftlichen Entwicklung beigetragen haben. Wir sind daher viennent de Bosnie-Herzégovine ou de Croatie et qui permet-

nicht nur aus humanitären Ueberlegungen verpflichtet, der tent d'établir la liste des crimes commis et leur atrocité, de ma-

Bevölkerung in den betroffenen Gebieten Ex-Jugoslawiens nière à pouvoir aussi établir des normes pénales suffisantes.

mit allen uns zur Verfügung stehenden diplomatischen Mitteln Voilà, dans ce domaine, ce que nous sommes disposés à

zu helfen, sondern wir müssen bereits heute auch finanzielle faire.

und menschliche Hilfe für die hoffentlich bald anbrechende Il va de soi - et je réponds ici à Mme Daepp - que votre préoc-

Zeitperiode danach einrichten. Unsere Osteuropahilfe wird cupation de pouvoir faire entrer en Suisse, ou ailleurs en Eu-

eine weitere wesentliche Dimension erhalten. rope, les victimes de ces atrocités est parfaitement légitime. Je

Zuletzt eine Bemerkung zu gewissen Beanstandungen an der dois souligner ici que ce n'est pas une solution facile. Ces fern-

17. Dezember 1992 N 2713 Krieg in Ex-Jugoslawien. Interpellationen

mes qui ont subi une agression sexuelle, leurs enfants qui ont lui-ci, un risque de passage de ces armes en d'autres régions

souvent été maltraités, les enfants qui vont naître de ces agres- de la Yougoslavie. Nous prendrions une responsabilité

sions et de ces violences sexuelles - parce que c'est cela énorme. Cette proposition a été faite à la CSCE; elle a été reje-

l'épuration ethnique dont nous parlons et qui est particulière- tée par la majorité des ministres présents et de leurs déléga-

ment cynique: une femme musulmane violée est une femme tions.

qui ne peut plus réintégrer sa famille, nous le savons; c'est Cette discussion aeu lieu hier, à laconférence sur la Yougosla-

bien cela qui est voulu - ne peuvent pas être simplement em- vie, et la conclusion a été identique: il ne faut pas lever l'em-

menés dans un autre pays sans être accompagnés de soins bargo sur les armes vis-à-vis de la Bosnie. Nous prendrions

tout à fait particuliers. C'est aussi à cela que nous allons nous des risques beaucoup trop importants. Voilà sur ce point.

efforcer de penser pour trouver des solutions. Nous ne pou- Que reste-t-il à faire? Tout, bien sûr. Mais je crois que ce qu'il

vons pas accueillir ces femmes dans des camps. Il faut les ac- faut se rappeler, c'est que les efforts entrepris sous l'égide des

cueillir dans des endroits où elles peuvent être soignées physi- Nations Unies et la Conférence de Genève actuellement, dite

quement et psychiquement C'est une tâche de ceux qui les aussi Conférence de Londres où elle a pris naissance, c'est

recevront et que nous devrons partager avec d'autres pays. déjà une conférence diplomatique destinée à aboutir à la paix.

J'ai, au cours de ces trois jours du début de la semaine, à plu- C'est une conférence avec ses deux coprésidents, MM. Cyrus

sieurs reprises demandé aussi aux autres pays de partager Vance et Lord Owen, qui ont déjà mis au point un projet de

cette charge avec nous. constitution pour la Bosnie-Herzégovine, que certaines des

Nous allons maintenant, sur le plan des interventions futures, parties au conflit ont d'ores et déjà accepté. La négociation se

maintenir bien sûr notre aide humanitaire sur place. Il est vrai - poursuit avec l'autre partie. C'est une conférence qui surveille

plusieurs d'entre vous l'ont souligné - que nous sommes la mise en application de l'embargo décidé par les Nations

dans un dilemme assez cruel: d'une part, ouvrir trop grand les Unies. C'est une conférence qui appelle les chefs des parties

portes à des réfugiés, qui seront presque fatalement tous mu- au conflit à discuter avec les représentants des Etats membres

sulmans, c'est donner raison aux Serbes qui jouent le jeu que de cette conférence, et la conférence a décidé que la Suisse

vous connaissez, qui mènent cette guerre au nom de l'épura- en faisait désormais partie d'office. Sur la demande de Cyrus

tion ethnique. C'est aussi donner raison à certaines parties Vance, j'ai accepté de trouver à héberger en Suisse, en dehors

croates de l'ex-Yougoslavie, qui fonctionnent de la même ma- de Genève, les représentants des forces en présence et ceux

nière. C'est donc empêcher à terme ces réfugiés musulmans des politiques qui se livrent à cette guerre. C'est une tentative,

de retrouver leur territoire, leur village, leur maison et leur tra- une de plus, politique, diplomatique, engagée par les deux co-

vail. D'autre part, nous savons que nous ne pouvons pas sim- présidents, dont ils m'ont parlé lors de l'entretien que j'ai eu

plement les laisser se faire massacrer. Par conséquent, il faut avec eux le matin.

intensifier l'aide sur place; il faut souhaiter que cette aide hu- L'autre engagement des Nations Unies que nous devons sou-

manitaire puisse être protégée. tenir, c'est d'éviter absolument l'extension du conflit au reste

J'ai entendu hier les rapports du haut-commissaire des Na- de la Yougoslavie. Les zones dangereuses, vous les avez

tions Unies pour les réfugiés, Mme Ogata, et du président du citées: c'est la Voïvodine, la Macédoine, le Kosovo. Nos

Comité international de la Croix-Rouge, notre compatriote contacts nous permettent d'affirmer que s'il y a conflit au Ko-

M. Sommaruga Le Haut-Commissariat pour les réfugiés a sovo - il peut surgir demain - l'Albanie est prise dans le conflit,

300 employés qui travaillent actuellement en Yougoslavie. Le parce que ce sont ses concitoyens et des musulmans comme

CICR a 150 délégués. Ces 450 personnes risquent leur vie les Albanais. Si la Macédoine entre dans un conflit, c'est le ris-

tous les jours. Elles sont totalement désarmées et elles ne sont que d'éclatement d'un conflit international qui ne serait plus

pas protégées, si elles veulent remplir efficacement leur mis- confiné au territoire de l'ex-Yougoslavie. La Turquie menace

sion. Là aussi, il y a eu un appel au secours de la part de ces d'intervenir; elle l'a dit clairement à la CSCE, elle l'a répété hier

deux organisations qui s'efforcent encore de liquider, de fer- à Genève par la voix de son ministre des affaires étrangères. Si

mer les camps de prisonniers de guerre ou de prisonniers mili- la Turquie intervient, l'Iran n'est pas loin derrière. Et la Grèce,

taires. me direz-vous? Et la Bulgarie voisine? Ce peut être l'éclate-

J'aimerais rappeler que sur le plan de l'embargo, nous savons ment d'un conflit mondial, en tous les cas international, qui ne

pertinemment qu'un embargo et les sanctions qui le suivent serait plus limité à cette seule région du continent. Par consé-

sont subis par la population du pays qui est touché par l'em- quent, il faut absolument que des troupes des Nations Unies

bargo, y compris par la population qui est victime de la guerre, puissent être engagées préventivement, en Macédoine,

mais c'est une arme non militaire et non destructive qui est comme cela a déjà été décidé, mais également au Kosovo, à la

destinée à soulever les consciences, à soulever aussi les op- limite entre l'Albanie et le Kosovo par exemple - on m'en a

positions politiques à l'intérieur même de ces pays. L'opposi- également parlé hier - et il est possible qu'à cette occasion -

tion en Serbie est de plus en plus forte, il faut le constater, Lord Owen me le demandait- la Suisse fasse l'objet d'une de-

contre le pouvoir en place. Le moral de l'armée serbe, selon mande particulière de contribution à l'établissement de trou-

les renseignements qui nous sont fournis par les gens qui sont pes de prévention au Kosovo-Albanie, avec une éventuelle

sur place, est de plus en plus mauvais. Les soldats n'ont pas participation d'unités médicales spécialisées. De cela, nous

l'intention de poursuivre longtemps cette sale guerre. Les devons encore parler et attendre une demande formelle de la

sanctions sont un élément qui peut permettre à ces gens de se Conférence de Genève et des Nations Unies.

mobiliser davantage pour faire valoir politiquement leur refus Je l'ai dit: nous avons actuellement une conférence diplomati-

de la politique menée par les dirigeants serbes. Attendons que. Il ne sert à rien d'en convoquer une autre. Nous devons

encore ce qui va se passer lors des prochaines élections en au contraire appuyer tous les efforts entrepris par ses deux co-

Serbie. présidents pour arriver le plus vite possible à des solutions. Le

L'embargo a été durci par une décision et une résolution du Conseil fédéral - nous l'avons déclaré - a affirmé -je l'ai refait

Conseil de sécurité des Nations Unies du 16 novembre der- aussi à Stockholm et à Genève - que nous allons convoquer

nier; le Conseil fédéral, le 30 novembre dernier, a modifié ses une conférence ministérielle diplomatique sur le droit humani-

propres ordonnances, de manière à participer au durcisse- taire, et nous le faisons en notre qualité d'Etat dépositaire des

ment de cet embargo. Bien sûr, nous avons discuté, nous mi- Conventions de Genève. Cela est décidé. Les préparatifs vont

nistres de la CSCE, dans nos fameux déjeuners de travail - où démarrer dès le mois de janvier prochain. Nous avons eu l'oc-

l'on travaille beaucoup et l'on mange peu - de la levée de l'em- casion, hier encore, de nous entretenir de ce problème avec le

bargo pour la Bosnie, en particulier de l'embargo sur l'arme- président du CICR.

ment. Après avoir entendu les responsables des troupes de Voilà, il y aurait beaucoup de choses à dire, mais il faut bien

l'ONU hier à Genève, je considère que ce serait un crime que constater que notre impuissance est énorme et, encore une

de lever cet embargo et de livrer des armes sophistiquées, fois, qu'il est très difficile d'imaginer des solutions qui soient

modernes et puissantes, même à la partie qui souffre le plus, véritablement efficaces.

c'est-à-dire les musulmans bosniaques. Ce serait un prolon- Un dernier mot. J'aimerais que l'on mesure aussi que, dans

gement indiscutable du conflit, un risque d'extension de ce- l'ensemble de notre continent, après l'effondrement du totali-

Initiative parlementaire. Politique des droits de l'homme 2714 N 17 décembre 1992

tarisme communiste, certains événements se passent, mal. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bodenmann, Caspar-Hut-

J'ai, à Stockholm, entendu la première déclaration du ministre ter, Danuser, David, Eggenberger, von Feiten, Gross Andreas,

des affaires étrangères de Russie, M. Kozyrev, dont il a dit Haering Binder, Hafner Ursula, Haller, Hämmerle, Hubacher,

après qu'elle lui avait été imposée. Certes, mais il l'a quand Jori, Ledergerber, Leemann, Leuenberger Ernst, Rechsteiner,

même lue, on ne peut pas l'enlever de notre esprit Cette dé- Steiger, Strahm Rudolf, Tschäppät Alexander, Vollmer (21)

claration était une véritable menace. Il allait même jusqu'à dire

qu'en cas d'intervention en Yougoslavie les troupes de la Herr Rychen unterbreitet im Namen der Kommission den fol-

grande puissance qu'était restée la Russie interviendraient genden schriftlichen Bericht:

également, mais du côté des Serbes.

Nous ne pouvons pas ignorer cette menace. Au moment où Wir unterbreiten Ihnen hiermit gemäss Artikel 21ter des Ge-

nous constatons que les conservateurs et les traditionalistes schäftsverkehrsgesetzes den Bericht der Aussenpolitischen

en Union soviétique avancent, nous ne pouvons pas ignorer Kommission über die von Nationalrätin Bäumlin am 13. De-

cette menace. zember 1991 eingereichte parlamentarische Initiative.

On nous dit qu'il faudrait surveiller l'espace aérien. Oui, c'est Die Kommission hörte am 24. März 1992 die Initiantin an und

en effet l'un des voeux qui avaient été émis. Le secrétaire beschloss am gleichen Tag mit 15 zu 8 Stimmen, dem Natio-

d'Etat américain, M. Eagleburger, disait l'autre jour: «Je veux nalrat zu beantragen, der parlamentarischen Initiative Bäumlin

bien, mais je n'ai pas le courage de dire aux Français, aux Bri- sei keine Folge zu geben. Ein zusätzlicher Antrag um Ausset-

tanniques et aux Canadiens, qui sont les trois seules nations à zung des Kommissionsentscheids, um noch vorgängig Exper-

avoir des soldats prêts à être opérationnels sur place, je n'ai tenanhörungen durchzuführen, wurde mit 14 zu 8 Stimmen

pas le courage de leur dire de lancer leurs avions sur la Bos- bei einer Enthaltung abgewiesen.

nie-Herzégovine, sur la Serbie, et de se livrer à des combats

aériens, alors que moi je sais qu'aucun de mes pilotes, aucun Begründung der Initiantin

de mes appareils, ne risquera quoi que ce soit.» C'est une si- 1. Menschenrechtspolitik ist zu einem wichtigen Pfeiler der

tuation extrêmement délicate, et toutes ces questions sont schweizerischen Aussenpolitik geworden. Sie ist Ausdruck

malheureusement trop souvent sans réponse. der Solidaritätsmaxime und vermag - richtig betrieben - Kon-

Je vous remercie de votre attention et j'espère avoir contribué flikte abzubauen und dadurch den Frieden zu sichern; ange-

dans une certaine mesure à vous rassurer. Nous n'avons pas sichts der Ungewissen Entwicklungen in Osteuropa wird sie

dit notre dernier mot et nous essaierons de contribuer à alléger neue Betätigungsfelderfinden. Sie gewinnt auch zunehmend

et à abréger les souffrances des habitants de cette partie de an Bedeutung, wenn man die Ursachen von Flucht und

notre continent (Applaudissements) Zwangsmigration ernsthaft angehen will.

2. Die schweizerische Menschenrechtspolitik bedarf aus ver-

schiedenen Gründen der gesetzlichen Abstützung. Je grösser

#ST# 91.433 ihre praktische Bedeutung wird,

- desto wichtiger ist es, Ziele und Instrumente klar und trans-

Parlamentarische Initiative parent zu verankern ;

(Bäumlin) - desto ausgeprägter wird das Bedürfnis nach klarer Rege-

lung der Kompetenzen von Bundesrat, Verwaltung, Bundes-

Bundesgesetz zur Menschenrechtspolitik versammlung und weiteren Organen (z. B. der vorgeschlage-

Initiative parlementaire nen Kommission);

(Bäumlin) - desto grösser werden die finanziellen Aufwendungen für

Politique des droits de l'homme. Loi diesen Bereich und damit auch die Bedürfnisse nach einem

Rahmenkredit, dessen Verabschiedung der Bundesversamm-

Kategorie III, Art 68 GRN-Catégorie III, art 68RCN lung jeweils Gelegenheit gäbe, die Politik des Bundesrates zu

diskutieren.

3. Gemäss moderner Auffassung über das Legalitätsprinzip

ist es geboten, für wichtige Aufgaben von dauerhaftem Cha-

rakter sowie für die damit verbundenen Ausgaben (Rahmen-

Wortlaut der Initiative vom 13. Dezember 1991 kredite) eine gesetzliche Grundlage zu schaffen. Zudem soll-

Gestützt auf Artikel 21 bis des Geschäftsverkehrsgesetzes rei- ten die Ziele und Instrumente aus Gründen der demokrati-

che ich eine parlamentarische Initiative in Form der allgemei- schen Legitimierung nicht durch Bundesrat und Verwaltung,

nen Anregung ein: sondern durch den Gesetzgeber definiert werden. In dieser

Das Bundesgesetz vom 19. März 1976 über die internationale Beziehung sind mit dem Bundesgesetz über die internationale

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe wird um Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe sehr gute

einen dritten Teil zur internationalen Menschenrechtspolitik er- Erfahrungen gemacht worden.

weitert. 4. Folgende Materien müssten Inhalt eines Gesetzes über die

Die Ziele, Instrumente und Kompetenzen dieser Menschen- Menschenrechtspolitik der Schweiz sein:

rechtspolitik könnten allenfalls auch in einem separaten Erlass a Gegenstand, Grundsätze, Ziele und Formen der Men-

geregelt werden. schenrechtspolitik;

Der Bundesrat ernennt auf jeden Fall ein spezielles beraten- b. Finanzierung;

des Organ zur internationalen Menschenrechtspolitik. c. Vollzug (Kompetenzordnung).

5. Ob es besser ist, ein eigenes Gesetz zu schaffen oder aber

Texte de l'initiative du 13 décembre 1991 das Bundesgesetz über die internationale Entwicklungszu-

En vertu de l'article 21 bis de la loi sur les rapports entre les sammenarbeit und humanitäre Hilfe mit einem Kapitel über

conseils, je présente une initiative sous forme d'une demande die Menschenrechtspolitik zu ergänzen und damit im Sinne ei-

conçue en termes généraux: ner ganzheitlichen Konzeption zeitgemässer Solidaritätspoli-

La loi fédérale du 19 mars 1976 sur la coopération au dévelop- tik zu revidieren, sollte nach Durchführung von Hearings mit

pement et l'aide humanitaire internationales est complétée Fachleuten entschieden werden.

d'un troisième volet, concernant la politique des droits de

l'homme au plan international. Erwägungen der Kommission

Les buts et les instruments de cette politique, ainsi que la ré- Die Initiative wurde von der Kommission am 24. März 1992 un-

glementation des compétences, pourraient figurer dans des ter dem Vorsitz von Nationalrat Rychen ausführlich behandelt.

dispositions séparées. Die Initiative verlangt die Festlegung der Grundsätze (Ziele, In-

Le Conseil fédéral nomme un organe consultatif spécial en strumente, Kompetenzen, Finanzierung, Vollzug) der schwei-

matière de politique des droits de l'homme au plan inter- zerischen Menschenrechtspolitik entweder in einem neu zu

national. schaffenden Bundesgesetz oder in einem dritten Teil des Bun-

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Ruckstuhl Sanktionen gegen Jugoslawien

Interpellation Ruckstuhl Sanctions à l'égard de la Yougoslavie

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1992

Année

Anno

Band VI

Volume

Volume

Session Wintersession

Session Session d'hiver

Sessione Sessione invernale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 14

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 91.3278

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 17.12.1992 - 15:00

Date

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Seite 2708-2714

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