Baerlocher Motion on DDT Re-exportation
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis motion, introduced by Baerlocher, calls for amending the ordinance on hazardous substances to ban the import and processing of DDT for the purpose of re-exportation. The supporting argument highlights that DDT is a highly toxic pesticide with known environmental relevance, and while Swiss law currently allows its import for reprocessing and re-export, this practice contradicts international guidelines like the FAO Code of Conduct. The Federal Council, while acknowledging the concerns and agreeing to review the exception, ultimately proposed transforming the motion into a postulate, opting for an internationally harmonized approach through mechanisms like Prior Informed Consent (PIC) rather than unilateral national action.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 4 Absatz, Art. 4 Ab, Art. 13 mieden, Art. 3 que, Art. 12 LAI, Art. 4 Abs. 2 BV; Baerlocher Motion on DDT Re-exportation: The supporting argument highlights that DDT is a highly toxic pesticide with known environmental relevance, and while Swiss law currently allows its import for reprocessing and re-export, this practice contradicts international guidelines like the FAO Code of Conduct. The Federal Council, while acknowledging the concerns and agreeing to review the exception, ultimately proposed transforming the motion into a postulate, opting for an internationally harmonized approach through mechanisms like Prior Informed Consent (PIC) rather than unilateral national action.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the constitutional basis for achieving equality between men and women, which the motion aims to advance.
Volltext
4. Oktober 1991 1965 Motion Baerlocher
Texte de la motion du 20 juin 1991 #ST# 91.3250
Le Conseil fédéral est chargé de traiter en priorité les objets
inscrits au programme législatif du 26 février 1986 et de les réa- Motion Baerlocher
liser dans la législature 1991 -1995.
Verbot der Einfuhr
Mitunterzeichner-Cosignataires: Antille, Bär, Bäumlin, Danu- zur Weiterverarbeitung
ser, Déglise, Diener, Dormann, Fankhauser, Gardiol, Grendel- und Wiederausfuhr von DDT
meier, Grossenbacher, Haering Binder, Hafner Ursula, Haller, Interdictions d'importer
Jeanprêtre, Leemann, Leutenegger Oberholzer, Mauch Ur- et de traiter du DDT
sula, Nabholz, Paccolat, Pitteloud, Segmüller, Stamm, Uch-
tenhagen, Ulrich (25)
en vue de sa réexportation
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Am 7. Februar 1971 wurde den Schweizerinnen das Stimm-
und Wahlrecht gewährt, und am 14. Juni 1981 wurde die Wortlaut der Motion vom 21. Juni 1991
Gleichberechtigung von Frau und Mann in der Bundesverfas- Der Bundesrat wird gebeten, die Stoffverordnung dahinge-
sung verankert. Aus Anlass dieser beiden Jubiläen und des hend zu ändern, dass die Einfuhr von DDT und Weiterverarbei-
700jährigen Bestehens der Eidgenossenschaft wurde am 7.1 tung zwecks Wiederausfuhr verboten ist (Streichen der
8. Februar 1991 die erste Frauensession im Parlamentsge- Ziff. 2c, Anhang 3.1 der StoV und Ziff. 2 Abs. 3, Anhang 4.3
bäude durchgeführt. 200 Frauen aus allen Landesteilen, ver- StoV).
schiedenen Parteien, Generationen und Verbänden diskutier-
ten u. a. die noch pendenten Forderungen des Rechtset- Texte de la motion du 21 juin 1991
zungsprogramms. In allen Arbeitsgruppen wurde die priori- Le Conseil fédéral est chargé de modifier l'ordonnance sur les
tare Behandlung verlangt und die Präsidentin der vorbereiten- substances dangereuses pour l'environnement de manière à
den Kommission mit dem Einreichen einer entsprechenden interdire l'importation ainsi que le traitement du DDT en vue de
Motion beauftragt. le réexporter (biffer le ch. 2c de l'annexe 3.1 etlech. 2, al. 3, de
l'annexe 4.3 de l'ordonnance).
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 28. August 1991 Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Danuser, Haering
Rapport écrit du Conseil fédéral Binder, Herczog, Leuenberger-Solothurn, Leutenegger Ober-
du 28 août 1991 holzer, Meier-Glattfelden, Rechsteiner, Stocker, Ulrich, We-
Wie der vom Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann für der-Basel,Zbinden Hans, Züger (13)
die Frauensession vom 7./8. Februar 1991 aktualisierte An-
hang zum Rechtsetzungsprogramm «Gleiche Rechte für Frau Schriftliche Begründung - Développement par écrit
und Mann» aus dem Jahre 1986 zeigt, wurde in der auslaufen- In der Stoffverordnung ist das Herstellen, das Abgeben, Ein-
den Legislaturperiode die erste Phase der Umsetzung verwirk- führen und Verwenden von halogenierten organischen Verbin-
licht. Wichtige Rechtsbereiche wurden mit Artikel 4 Absatz 2 dungen verboten. Für DDT gilt die Ausnahme für das Einfüh-
BV in Uebereinstimmung gebracht, so vor allem das Stimm- ren und Weiterverarbeiten zur Wiederausfuhr (StoV An-
und Wahlrecht, das Bürgerrecht, das Ausländerrecht, das Be- hang 3.1, Ziff. 2c). Zudem darf DDT als Pflanzenbehandlungs-
amtenrecht und das Eherecht. mittel nur eingeführt werden, wenn es für die Abgabe oder die
Für die nächste Legislaturperiode sind unter anderem der Er- Ausfuhr verändert oder neu verpackt wird (StoV Anhang 4.3,
lass eines Bundesgesetzes zur Gleichstellung von Frau und Ziff. 2 Abs. 3).
Mann im Erwerbsleben, die Revision des Eheschliessungs- DDT ist heute als Pestizid in keinem OECD-Land mehr regi-
und -Scheidungsrechts sowie die Weiterführung der Revi- striert. DDT ist hochgiftig für Mensch und Tier, und seine Um-
sionsarbeiten auf dem Gebiet der Sozialversicherung, na- weltrelevanz ist schon lange bekannt. Gemäss dem FAO-Ver-
mentlich auch die Einführung einer Mutterschaftsversiche- haltenskodex für Pestizide sollte DDT nicht mehr verwendet
rung und gleicher Krankenkassenprämien für Frauen und werden. Zudem steht in diesem Verhaltenskodex auch, dass
Männer, vorgesehen. bei Exporten die gleichen Standards anzuwenden sind wie im
Die im Rechtsetzungsprogramm aufgeführten Gleichstel- Herkunftsland.
lungspostulate wurden bisher vor allem durch die Beseitigung Dass sich Schweizer Firmen auch heute noch nicht an diesen
formaler Ungleichheiten verwirklicht. Nach Ansicht des Bun- Kodex halten, zeigt das jüngste Beispiel der Firma Ciba-Geigy,
desrates kann die tatsächliche Gleichstellung von Frau und welche das Insektizid «Ultracid combi» mit dem Wirkstoff DDT
Mann in verschiedenen Bereichen nicht nur durch eine Anglei- nach Tansania verkauft hat. Die Firma hat gemäss der Stoffver-
chung der Stellung der Frau an diejenige des Mannes erfol- ordnung mit diesem Verkauf keine Schweizer Gesetze verletzt,
gen, sondern sie erfordert öfters auch neue, für Frauen und da das DDT in die Schweiz lediglich zur Weiterverarbeitung
Männer innovative Lösungen. Bei den noch anstehenden ge- eingeführt wurde und wieder ausgeführt wurde.
setzgeberischen Arbeiten ist die Zielsetzung von Artikel 4 Ab- Doch muss dieser Handel als eine Verletzung des FAO-Kode-
satz 2 BV klar und unbestritten; über die Mittel, die zu deren Er- xes angesehen werden. Ebenso müsste sich die genannte
reichung einzusetzen sind, besteht jedoch nicht von vornher- Firma gemäss ihren eigenen Richtlinien an diesen Kodex hal-
ein Konsens; die konkrete Umsetzung muss in jedem Einzel- ten.
fall entwickelt werden. Die Gleichstellung von Frau und Mann In der Schweiz sollte gemäss dem FAO-Kodex eine Weiterver-
ist nicht Selbstzweck, sondern auf die Schaffung gleicher Ent- arbeitung von DDT eigentlich nicht mehr zugelassen werden.
faltungsmöglichkeiten in der gesellschaftlichen Wirklichkeit Es wäre daher angebracht, wenn der Bundesrat die Stoffver-
angelegt. Ihre möglichst baldige Realisierung verlangt die Be- ordnung entsprechend abändern und somit zur Durchset-
rücksichtigung des Verfassungsauftrags in der gesamten ge- zung eines weltweiten Verbotes von DDT einiges beitragen
setzgeberischen Tätigkeit. Aus diesen Gründen beantragt der würde.
Bundesrat, den Vorstoss in ein Postulat umzuwandeln.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 28. August 1991
Déclaration écrite du Conseil fédéral Rapport écrit du Conseil fédéral
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- du 28 août 1991
deln. Die Firma Ciba-Geigy hat mit ihrer Lieferung von DDT nach
Tansania gegen keine Schweizer Bestimmungen verstossen.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat Da die Firma die Lieferung bei den zuständigen Schweizer Be-
67-N
Motion Borei 1966 4 octobre 1991
hörden gemeldet hat und das Produkt zudem vom zuständi- Mitunterzeichner-Cosignataires: Aguet, Béguelin, Bircher Sil-
gen Ministerium in Tansania bestellt worden ist, liegtauch kein vio, Bodenmann, Brügger, Bundi, Danuser, Eggenberger
Verstoss gegen den FAO-Verhaltenskodex vor. Georges, Fankhauser, Haering Binder, Hafner Ursula, Haller,
Wie der Bundesrat auch in seiner Antwort auf die Motion der Herczog, Jeanprêtre, Lanz, Leemann, Meizoz, Pitteloud, Rei-
grünen Fraktion (91.3191) darlegte, setzt er sich sehr für die mann Fritz, Ruffy, Stappung, Uchtenhagen, Vollmer, Züger
Verbesserung des Anwender- und Umweltschutzes in Ent- (24)
wicklungsländern ein. Er zieht dabei ein international harmoni-
siertes Vorgehen zur Lösung der Probleme punktuellen Ex- Schriftliche Begründung - Développement par écrit
portverboten und nationalen Alleingängen vor. Die Verwirkli- A l'heure actuelle, les infirmes congénitaux voient leurs frais
chung des von PAO, UNEP und OECD neulich beschlossenen médicaux, etc., liés à leur infirmité pris en charge par l'Ai
Grundsatzes der «vorherigen Zustimmung nach Inkenntnis- jusqu'à l'âge de 20 ans. Ensuite, ces frais doivent être pris en
setzung» (Prior Informed Consent, PIC) ist nach Ansicht des charge par les caisses-maladie. Cela correspond en général à
Bundesrates die bestmögliche Lösung des Problems. Ein No- une baisse de prestations, souvent en cours de traitement.
tifikationsverfahren soll sicherstellen, dass die Importländer Aux problèmes financiers s'ajoutent des problèmes humains
auf bestehende Einschränkungen und Verbote hingewiesen (changement de médecin, de type de traitement, etc.) doulou-
und über Gefahren für Mensch und Umwelt informiert werden. reux pour l'infirme et son entourage déjà suffisamment tou-
Damit soll ausgeschlossen werden, dass Käufe in Unkenntnis chés par l'infirmité elle-même. Il conviendrait de renoncer à ce
der Risiken, die von gewissen Stoffen ausgehen, getätigt wer- changement de statut au moment de la majorité, incompré-
den. Die Stoffe, für welche die beschriebenen Massnahmen hensible pour la plupart des intéressés, et dommageable pour
gelten, werden in einer Liste zusammengestellt (PIC-Liste: leur santé physique et psychique.
FAO/UNEP Panel of Experts' list of chemicals recommended
for prior informed consent procedure), die laufend nachge- Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
führt werden soll. Auf der aktuellen PIC-Liste figuriert auch vom 4. September 1991
DDT. Rapport écrit du Conseil fédéral
DDT ist persistent und akkumuliert sich in der Nahrungskette. du 4 septembre 1991
Sein Eingang in die Umwelt sollte wenn immer möglich ver- Le traitement des infirmités congénitales est réglé à l'article 13
mieden werden. Der Bundesrat ist bereit zu prüfen, ob die de la loi fédérale sur l'assurance-invalidité (LAI). Il est toutefois
1986 in der Stoffverordnung gewährte Ausnahme für das Ein- à noter que ces dispositions ont été adoptées à l'époque
führen und Weiterverarbeiten zur Wiederausfuhr nach wie vor parce qu'il n'était pas possible d'assurer les enfants auprès de
begründet ist. Sollte die Erfahrung mit dem PIC-Verfahren zei- l'assurance-maladie avant leur naissance. L'assurance-invali-
gen, dass keine begründbare Nachfrage nach DDT mehr be- dité assume donc sur ce point les tâches d'une assurance-
steht, wird er die Ausnahme aufheben. maladie élargie. Le texte de loi limite le droit aux assurés mi-
neurs. L'ordonnance concernant les infirmités congénitales
Schriftliche Erklärung des Bundesrates (QIC) contient des dispositions plus détaillées; elle stipule no-
Déclaration écrite du Conseil fédéral tamment à l'article 3 que le droit au traitement d'une infirmité
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- congénitale s'éteint à la fin du mois au cours duquel l'assuré a
deln. accompli sa vingtième année. Les prestations pour des mesu-
res qui sont encore nécessaires après ce délai doivent, selon
Ueberwiesen als Postulat-Transmis comme postulat le droit en vigueur, être prises en charge, soit en vertu de
l'article 12 LAI (droit aux mesures médicales), soit par l'assu-
rance-maladie.
L'Office fédéral des assurances sociales est conscient des
problèmes soulevés par la situation actuelle, et il recherche de
nouvelles possibilités. Des modifications de la réglementation
actuelle peuvent être envisagées dans le cadre de la qua-
91.3202 trième révision de la LAI prévue non pour le courant de la pro-
chaine législature, mais de celle d'après. Il ne faudra pas alors
#ST#
examiner l'article 13 déterminant ici de façon isolée; c'est plu-
Motion Borei tôt l'ensemble des quêtions de la réadaptation médicale dans
Geburtsgebrechen. Erweiterte l'Ai qui devra être revu globalement.
Kostenübernahme durch die IV
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Infirmités congénitales. Prise Déclaration écrite du Conseil fédéral
en charge par l'Ai des frais médicaux, Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en postu-
pharmaceutiques et hospitaliers sans lat.
limitation dans le temps
Ueberwiesen aïs Postulat-Transmis comme postulat
Wortlaut der Motion vom 19. Juni 1991
Der Bundesrat wird eingeladen, eine Aenderung des Bundes-
gesetzes über die Invalidenversicherung vorzuschlagen, wo-
nach die durch Geburtsgebrechen verursachten Kosten für
Arzt, Heilmittel und Pflege nicht nur bis zum Alter von 20 Jah-
ren, wie es heute der Fall ist, sondern ohne zeitliche Begren-
zung von der IV übernommen werden.
Texte de la motion du 19 juin 1991
Le Conseil fédéral est invité à modifier la loi sur l'assurance-
invalidité de manière à ce que, pour les infirmes congénitaux,
la couverture par cette assurance des frais médicaux, pharma-
ceutiques et hospitaliers en relation avec leur infirmité soit ga-
rantie sans limitation dans le temps, et non plus uniquement
jusqu'à l'âge de 20 ans comme jusqu'ici.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Baerlocher Verbot der Einfuhr zur Weiterverarbeitung und Wiederausfuhr von
DDT
Motion Baerlocher Interdictions d'importer et de traiter du DDT en vue de sa
réexportation
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1991
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 91.3250
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 04.10.1991 - 08:00
Date
Data
Seite 1965-1966
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Pagina
Ref. No 20 020 396
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