Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 91-3178 KI-generiert

Switzerland: Asylum and Migration Policy Reforms

Geschäftsnummer VPB 91-3178
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Swiss Federal Assembly considered proposals related to asylum policy. One proposal, a motion (91.3178), urged the Federal Council to join the European Agreement on First Asylum Countries to prevent multiple asylum claims. The Assembly ultimately decided to transmit this motion, agreeing with the Federal Council's intent to ratify the agreement swiftly, while acknowledging concerns about data protection and parliamentary oversight, which led to a related postulat (93.3042) being issued. Another initiative involved a postulat (93.3031) to strengthen border controls to deter illegal entries and smuggling, which was rejected. Finally, a motion (92.3049) and a postulat (93.3049) called for the development of a comprehensive migration law, the transmission of which was supported to signal a need for a reevaluation of the country's foreign and asylum policy.

Legislator-Regeste

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Art. 108 al. 1 let. a LTF; Switzerland: Asylum and Migration Policy Reforms: One proposal, a motion (91.3178), urged the Federal Council to join the European Agreement on First Asylum Countries to prevent multiple asylum claims. The Assembly ultimately decided to transmit this motion, agreeing with the Federal Council's intent to ratify the agreement swiftly, while acknowledging concerns about data protection and parliamentary oversight, which led to a related postulat (93.3042) being issued. Another initiative involved a postulat (93.3031) to strengthen border controls to deter illegal entries and smuggling, which was rejected. Finally, a motion (92.3049) and a postulat (93.3049) called for the development of a comprehensive migration law, the transmission of which was supported to signal a need for a reevaluation of the country's foreign and asylum policy.

Schlagwörter

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Asylpolitik Rechtsreform illegale Zuwanderung parlamentarische Initiative Einreise Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 al. 1 let. a LTF

The appeal was declared inadmissible as it was against a non-final decision.

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Volltext

7. Juni 1993 N 1045 Asylpolitik. Initiativen und persönliche Vorstösse

#ST# 93.3031 93.3042

Postulat SPK-NR 92.303 Postulat SPK-NR 91.3178

(Minderheit Seiler Hanspeter) Europäisches Erstasylabkommen.

Verstärkung der Grenzkontrollen Anpassungen

Postulat CIP-CN 92.303 der schweizerischen Gesetzgebung

(minorité Seiler Hanspeter) Postulat CIP-CN 91.3178

Intensification des contrôles à la frontière Accord européen sur les pays

de premier asile.

Adaptation de la législation suisse

Wortlaut des Postulates vom 22. Januar 1993

Der Bundesrat wird aufgefordert, die Grenzkontrollen zu ver-

stärken, um die illegale Einreise von Asylbewerbern zu er-

schweren und die Tätigkeit von Schlepperorganisationen zu Wortlaut des Postulates vom 26. Februar 1993

unterbinden. Der Bundesrat wird beauftragt, alle Aenderungen in der Ge-

setzgebung (insbesondere im Bereich des Datenschutzes)

fexfe du postulat du 22 janvier 1993 vorzubereiten, die bei einer Ratifikation des europäischen

Le Conseil fédéral est invité à intensifier les contrôles à la fron- Erstasylabkommens vorausgesetzt werden müssen.

tière afin de rendre plus difficile l'entrée illégale des requérants

d'asile et d'enrayer l'activité des filières de passeurs. Texte du postulat du 26 février 1993

Le Conseil fédéral est chargé d'entreprendre toutes les modifi-

Mitunterzeichner - Cosignataires: Aubry, Borer Roland, Fi- cations de la législation et particulièrement dans le domaine

scher-Seengen, Schmied Walter, Steffen (5) de la protection des données, qu'il y a lieu de considérer

comme condition à la ratification de l'Accord européen sur les

Präsident: Nachdem Sie den Minderheitsantrag zu Ziffer 1 pays de premier asile.

der Initiative abgelehnt haben, entfälltauch dieses Postulat.

Frau Zölch unterbreitet im Namen der Kommission den fol-

Abgelehnt-Rejeté genden schriftlichen Bericht:

Der Ständerat hat am 3. Oktober 1991 beschlossen, die von

Ständerat Huber am 17. Juni 1991 eingereichte Motion sei zu

#ST# 91.3178 überweisen.

Die Motion (91.3178, Beitritt der Schweiz zum europäischen

Erstasylabkommen) beauftragt den Bundesrat, alle Anstren-

Motion des Ständerates gungen zu unternehmen, damit die Schweiz dem Ueberein-

(Huber) kommen vom 15. Juni 1990 über die Bestimmung des zustän-

Beitritt der Schweiz digen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat der

zum europäischen Erstasylabkommen Europäischen Gemeinschaft gestellten Asylantrages (Dubli-

Motion du Conseil des Etats ner Abkommen) beitreten kann, und den Ratifikationsprozess

(Huber) in die Wege zu leiten.

Schon während den Vertragsverhandlungen innerhalb der EG

Adhésion de la Suisse à l'Accord bekundeten die Schweiz und andere europäische Nicht-Mit-

européen sur les pays de premier asile gliedstaaten ihr Interesse, in den Geltungsbereich der Rege-

lungen dieses Abkommens einbezogen zu werden. In der

Folge entstand ein Vertragstext für ein Parallelabkommen, der

von den EG-Ministern am 12. Juni 1992 als Verhandlungs-

grundlage für Nicht-EG-Staaten gutgeheissen wurde. Das

Wortlaut der Motion vom 3. Oktober 1991 Parallelabkommen stimmt in seinen materiellen Bestimmun-

Wie den Medien entnommen werden kann, haben nun alle gen mit denjenigen des Dubliner Abkommens vollständig

EG-Länder das Erstasylabkommen unterzeichnet, dessen Ziel überein. Die Beitrittsverhandlungen können erst beginnen, so-

es ist, Mehrfachasylbegehren zu verhindern. bald alle EG-Staaten das Erstasylabkommen ratifiziert haben.

Der Bundesrat wird eingeladen, alle Anstrengungen zu unter- Der Bundesrat beschloss am 25. November 1992 die Auf-

nehmen, damit die Schweiz diesem Abkommen beitreten nahme von Vertragsverhandlungen.

kann, und den Ratifikationsprozess in die Wege zu leiten.

Erwägungen der Kommission

Texfe de la motion du 3 octobre 1991 Die Kommission behandelte die Motion an ihrer Sitzung vom

Comme nous l'apprennent les médias, tous les Etats mem- 2S./26. Februar 1993 und führte zu diesem Thema Anhörun-

bres de la CE ont signé à ce jour l'Accord sur les pays de pre- gen mit Experten durch.

mier asile, dont l'objectif est d'empêcher qu'un requérant Ziel und Zweck des Abkommens ist es, die innereuropäische

d'asile ne dépose des demandes dans plusieurs pays simulta- Weiterwanderung einzudämmen, zu gewährleisten, dass je-

nément. des Asylgesuch von einem Staat geprüft wird und Menschen

Le Conseil fédéral est invité à tout entreprendre pour que la nicht von einem Staat zum ändern abgeschoben werden kön-

Suisse puisse adhérer à cet accord et à préparer la ratification. nen. Die Vermeidung von Mehrfachasylgesuchen führt zudem

zu einer Entlastung der zuständigen Stellen ohne Verschlech-

terung der Rechtsstellung des Asylbewerbers. Das Abkom-

men ist ein Schritt in Richtung Verminderung der missbräuchli-

chen Inanspruchnahme des Asylrechts.

Aus den dargelegten Gründen beantragt die Kommissions-

mehrheit, die Motion zu überweisen und damit den Bundesrat

in seiner bereits geäusserten Absicht zu unterstützen, das Ab-

kommen so rasch als möglich zu ratifizieren.

Die Kommissionsminderheit beantragt, die Motion in ein Po-

Politique d'asile. Initiatives et interventions personnelles 1046 N 7 juin 1993

stulat umzuwandeln. Mit der Ueberweisung eines Postulates tion des données. La commission a par conséquent décidé de

werde signalisiert, dass man nicht grundsätzlich gegen das transmettre un postulat (93.3042) invitant le Conseil fédéral à

Abkommen sei. Zurzeit seien aber noch zu viele Fragen offen, préparer toutes les modifications de la législation, en particu-

um eindeutig Stellung zu nehmen. Zu diesen Fragen gehören lier dans le domaine de la protection des données, exigées par

unter anderem die Auswirkungen des Abkommens auf die la ratification de l'accord.

Souveränität der Schweiz, die fehlende Garantie für eine su-

pranationale Ueberwachungsinstanz, die Frage, ob das Ab- Antrag der Kommission

kommen durch das Parlament genehmigt werden soll und ob Die Kommission beantragt mit 10 zu 3 Stimmen bei 9 Ent-

eine Referendumsmöglichkeit besteht haltungen, das Postulat 93.3042 zu überweisen.

Das Abkommen verlangt den Austausch von personenbezo- Mit 14 zu 7 Stimmen bei 2 Enthaltungen beantragt sie:

genen Daten, was zur Folge hat, dass zwangsläufig Fragen Mehrheit

des Datenschutzes angesprochen sind. Deshalb beschloss Ueberweisung der Motion 91.3178

die Kommission ein Postulat (93.3042) zu überweisen, das Minderheit

den Bundesrat beauftragt, alleAenderungen in der Gesetzge- (Fankhauser, Borei François, Caspar-Mutter, Eggenberger,

bung, insbesondere im Bereich des Datenschutzes, vorzube- Gross Andreas, Meier Samuel, Tschäppät Alexander)

reiten, die bei einer Ratifikation des Abkommens vorausge- Ueberweisung der Motion 91.3178 als Postulat

setztwerden müssen.

Proposition de la commission

MmeZölch présente au nom de la commission le rapport écrit La commission propose, par 10 voix contre 3 et avec 9 abs-

suivant: tentions, de transmettre le postulat 93.3042.

Par 14 voix contre 7 et avec 2 abstentions, elle propose:

Le Conseil des Etats a décidé, le 3 octobre 1991, de transmet- Majorité

tre la motion déposée le 17 juin 1991 par M. Huber, conseiller Transmettre la motion 91.3178

aux Etats. Minorité

Cette motion (91.3178, Adhésion de la Suisse à l'Accord euro- (Fankhauser, Borei François, Caspar-Hutter, Eggenberger,

péen sur les pays de premier asile) invite le Conseil fédéral à Gross Andreas, Meier Samuel, Tschäppät Alexander)

multiplier ses efforts afin de permettre à la Suisse d'adhérer à Transmettre la motion 91.3178 comme postulat

la convention du 15 juin 1990 relative à la détermination de

l'Etat responsable de l'examen d'une demande d'asile pré- M. Borei François, rapporteur: Je reviendrai sur un point de

sentée dans l'un des Etats membres des Communautés euro- détail. La motion a été acceptée par le Conseil fédéral lors du

péennes (Accord de Dublin) et de préparer la procédure de ra- débat au Conseil des Etats déjà. Votre commission vous re-

tification. commande également de l'accepter. La minorité Fankhauser

Déjà au cours des négociations de la convention à l'intérieur s'inquiète au sujet d'un certain nombre de points et propose

de la CE, la Suisse ainsi que d'autres Etats non membres ont donc de la transformer en postulat.

manifesté leur désir d'être intégrés dans le champ d'applica- Parmi les sujets d'inquiétude de la minorité figure la question

tion des réglementations afférentes à cet accord. Par la suite, de savoir si le Parlement débattra ou non de la ratification de

le texte d'un accord parallèle a été rédigé et adopté, le 12 juin cet accord. Je peux rassurer la minorité sur ce point Le

1992, par les ministres de la CE, comme base de négociation Conseil fédéral accepte la motion. Il a toujours été très rigou-

avec les Etats non membres de la CE. Les dispositions maté- reux dans le domaine des motions: lorsqu'il s'agit du domaine

rielles de cet accord parallèle concordent en tous points avec législatif délégué au Conseil fédéral, ce dernier a toujours re-

celles de l'Accord de Dublin. Les négociations en vue d'une fusé la forme de la motion disant que ce domaine était de sa

adhésion ne pourront débuter qu'après la ratification de l'Ac- compétence, qu'un postulat pouvait lui être éventuellement

cord européen sur les pays de premier asile par l'ensemble proposé, mais qu'il n'était pas question d'accepter la forme de

des pays de la CE. la motion. Dès lors que le Conseil fédéral accepte la motion,

Le Conseil fédéral a décidé, le 25 novembre 1992, l'ouverture c'est qu'implicitement il accepte que ce ne soit pas du do-

de négociations en vue d'une adhésion à l'accord. maine législatif délégué, et que le Parlement aura donc à trai-

ter de la ratification de cet accord.

Considérations de la commission

La commission a examiné la motion lors de ses séances des Frau Fankhauser, Sprecherin der Minderheit: Das Ueberein-

25 et 26 février 1993 et a procédé à l'audition d'experts à ce kommen zum Erstasylabkommen beinhaltet sehr problemati-

sujet. sche Bestimmungen und ist aus unserer Sicht nur unter ganz

L'accord vise à contenir l'avance des migrations à l'intérieur bestimmten Bedingungen akzeptabel. Die Chancen auf Asyl-

de l'Europe, à garantir que chaque demande d'asile soit erteilung müssen bestehen bleiben und dürfen nicht ge-

examinée par un Etat et que les requérants ne soient pas re- schmälert werden.

foulés d'un Etat à l'autre. L'impossibilité de déposer plusieurs Ich möchte doch zuerst vom Bundesrat hören, dass dieses

demandes d'asile permet en outre de décharger les instances Erstasylabkommen tatsächlich ein Staatsvertrag ist und dem

compétentes sans pour autant porter atteinte au statut juridi- Parlament unterbreitet wird. Ich habe gehört, was uns Herr Bo-

que du requérant. L'accord représente une étape vers une di- rei François gesagt hat. Aber es war in der Kommission nicht

minution des abus en matière de recours au droit d'asile. klar, wie weit wir noch die Kompetenz haben, darüber endgül-

Pour les raisons exposées ci-dessus, la majorité de la commis- tig zu entscheiden.

sion propose de transmettre la motion et de soutenir le Conseil Die Bedingungen, die wir erfüllt haben wollen, bevor wir uns

fédéral dans ses intentions, déjà exprimées, de ratifier l'accord definitiv für dieses Erstasylabkommen entscheiden können,

dans les plus brefs délais. sind folgende:

La minorité de la commission propose de transformer la mo- Erste Bedingung: Die Frage des Datenschutzes. Die Kommis-

tion en postulat. La transmission d'un postulat signalerait que sion hat in ihrer Mehrheit bereits erkannt und mit einem Po-

l'on n'est en principe pas opposé à l'accord. Cependant, de stulat illustriert, dass die Datenschutzbestimmungen intern,

trop nombreuses questions restent en suspens pour prendre also für die Schweiz, noch verbessert werden müssen. Die ak-

position de manière définie. Parmi ces questions se trouvent tuelle, erneuerte Gesetzgebung genügt nicht; es wird ein inter-

notamment les effets de l'accord sur la souveraineté de la nationales Zusatzabkommen notwendig sein. Die Daten-

Suisse, le manque de garanties relatives à la création d'une schutzbestimmungen, wie sie jetzt zwischen den Staaten be-

autorité de surveillance supranationale, le problème de stehen, sind zu unsicher. Die Daten dürfen nur von den Asyl-

l'adoption de l'accord par le Parlement et celui de la possibilité behörden mit Entscheidfunktion und nicht von Polizeiorganen

de déposer un référendum. benützt werden.

L'accord prévoit l'échange de données personnelles, ce qui Zweite Bedingung: Der Minimalstandard für die Anwendung.

pose nécessairement des problèmes au niveau de la protec- Es geht um die Rückweisung durch die Schweiz in das Erst-

7. Juni 1993 N 1047 Asylpolitik. Initiativen und persönliche Vorstösse

asylland. Hier trägt die Schweiz eine grosse Verantwortung. #ST# 92.3049

Es muss absolut sichergestellt werden, dass im entsprechen-

den Land ein Asylverfahren besteht. Dieses Asylverfahren hat Motion des Ständerates

den Conclusions des Exekutivkomitees des UNHCR zu ent-

sprechen.

(Simmen)

Dritte Bedingung: Die Zusammenarbeit mit dem UNHCR Migrationsgesetz

muss sichergestellt werden. Motion du Conseil des Etats

Vierte Bedingung: Die parlamentarische Kontrolle. Nachträgli- (Simmen)

che Aenderungen des Abkommens müssen dem Parlament Loi sur les migrations

vorgelegt werden, weil bestimmte sogenannte Conclusions

faktisch den Stellenwert von neuen Staatsverträgen haben.

Fünfte Bedingung: Eine oberste Gerichtsinstanz. Es muss -

und dafür muss sich die Schweiz einsetzen - ein supranatio-

nales Konsultativ- und Entscheidungsgremium geschaffen Wortlaut der Motion vom 7. Oktober 1992

werden, das bezüglich der materiellen Anwendung der Genfer Der Bundesrat wird beauftragt, rasch ein Migrationsgesetz

Flüchtlingskonvention und bezüglich der Schutzgewährung auszuarbeiten, das die Grundlage darstellen soll für den Um-

für Gewaltflüchtlinge konsultiert werden kann; es soll auch gang mit Problemen, wie sie aus der weltweiten Völkerwande-

Streitfragen zwischen den Staaten im Zusammenhang mit der rung auch für die Schweiz entstehen.

Zuständigkeit entscheiden.

Die bisherige Entwicklung der Verschärfung des Asylrechts im Texfe de la motion du 7 octobre 1992

europäischen Raum kann nicht widerspruchslos hingenom- Le Conseil fédéral est chargé de présenter aux Chambres,

men werden. Das Gebot des Schutzes darf nicht der Verfüh- dans un proche délai, un projet de loi qui constituera la base

rung zur Abschottung unterliegen. permettant de mieux faire face aux problèmes que posent à la

Deshalb, und weil wir noch mitreden wollen, bitte ich Sie, den Suisse, comme à d'autres Etats, les vastes migrations de po-

Vorstoss anstatt als Motion in der Form des Postulats zu über- pulation.

weisen.

Bundesrat Koller: Ich möchte einfach noch einmal versuchen,

hier klar zu machen, was für ein eminentes Interesse die 93.3043

Schweiz hat, ein solches Parallelabkommen zur Dubliner Kon-

vention, also zum Erstasylabkommen, mit den EG-Staaten ab- Postulat SPK-NR 92.3049

zuschliessen. Leitlinien für ein Migrationsgesetz

Was wird die Folge sein, wenn uns das nicht gelingt? Dann

werden all jene, die in einem EG-Land ein Asylgesuch gestellt Postulat CIP-CN 92.3049

haben und dort abgewiesen worden sind, ihr Glück in der Lignes directrices

Schweiz versuchen. In einem anderen EG-Land können sie pour une loi sur les migrations

das ja nicht mehr, weil das Erstasylabkommen eben ein für alle

Mal die Zuständigkeit des ersten Landes festhält, mit der

Folge, dass es in einem zweiten Land, das die Dubliner Kon-

vention unterzeichnet hat, überhaupt kein Asylverfahren mehr

gibt Wenn wir nun als einziges Land im Herzen Europas da Wortlaut des Postulates vom 25. Februar 1993

nicht mitmachen könnten, würde die Schweiz selbstverständ- Der Bundesrat wird beauftragt, ein Migrationsgesetz auszuar-

lich zum Eldorado für untergetauchte Asylbewerber in den beiten, das die Zielsetzung und Grenzen der Einwanderungs-

EG-Ländern; die Folgen können Sie sich etwa vorstellen. politik enthält, eine umfassende Integrationspolitik um-

Das ist der Grund, weshalb ich seit einigen Jahren mit unendli- schreibt, die Grundlage bildet für die Förderung der Reintegra-

cher Geduld und Beharrlichkeit an die Türe der EG klopfe, mit tion und einen Beitrag liefert für die Beseitigung der Ursachen

der Bitte, uns wirklich Gelegenheit zu geben, diesem Erstasyl- von Wanderungsbewegungen.

abkommen auch beizutreten.

Frau Fankhauser, es ist ganz klar: Dieses Erstasylabkommen Texte du postulat du 25 février 1993

wird vor das Parlament kommen. Sie werden also alle Gele- Le Conseil fédéral est chargé d'élaborer une loi sur les migra-

genheit haben, zu diesem Erstasylabkommen Stellung zu tions, qui contient les buts et les limites de la politique d'immi-

nehmen. Wir werden uns auch um ein ausreichendes Daten- gration, une description exhaustive de la politique d'intégra-

schutzrecht bemühen. Ich glaube - entschuldigen Sie diesen tion, qui constitue la base d'une politique de réintégration et

Ausdruck -, wir sehen uns bei Philipp! wieder. Aber das ist qui apporte une contribution à la suppression des causes des

wirklich kein Grund, um dieses unheimlich wichtige Erstasyl- mouvements migratoires.

abkommen jetzt nicht mit der EG abzuschliessen.

Ich möchte Sie daher um Ueberweisung als Motion bitten. Frau Zölch unterbreitet im Namen der Kommission den fol-

genden schriftlichen Bericht:

Motion 91.3178

Die Staatspolitische Kommission des Nationalrates behan-

Abstimmung - Vote delte die Motion (92.3049, Migrationsgesetz) an ihrer Sitzung

Für den Antrag der Mehrheit 74 Stimmen vom 25.726. Februar 1993 und führte zu diesem Thema Anhö-

Für den Antrag der Minderheit 36 Stimmen rungen mit Experten durch.

Die Kommission kam zu folgenden Schlüssen:

Postulat 93.3042 Die schweizerische Ausländer- und Asylpolitik bedarf heute ei-

Ueberwiesen - Transmis ner gründlichen Anpassung. Die bestehenden Regelungen

genügen nicht mehr, um auf die Herausforderungen eines

wachsenden Migrationsdruckes zu antworten. Mit der Ueber-

weisung der Motion will die Kommissionsmehrheit ein Zei-

chen setzen und dem Willen Ausdruck geben, dass sie eine

Neukonzeption der Ausländer- und Asylpolitik befürwortet.

Die Kommissionsmehrheit ist sich bewusst, dass die Lösung

von komplexen Problemen nicht rasch erfolgen kann, son-

dern langwierige Gesetzgebungsarbeiten erfordert. Dies ist

mit ein Grund, weshalb man bereits heute einen verbindlichen

24-N

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion des Ständerates (Huber) Beitritt der Schweiz zum europäischen Erstasylabkommen

Motion du Conseil des Etats (Huber) Adhésion de la Suisse à l'Accord européen sur les

pays de premier asile

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1993

Année

Anno

Band III

Volume

Volume

Session Sommersession

Session Session d'été

Sessione Sessione estiva

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 06

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 91.3178

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 07.06.1993 - 14:30

Date

Data

Seite 1045-1047

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Ref. No 20 022 792

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