Petition for General Service Obligation Moot due to Pending Legislation
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe parliamentary motion proposed replacing mandatory military service with a general service obligation, allowing individuals to choose between military service, civil service, or other community service. The court, however, noted that a similar parliamentary initiative was already being processed, which would fulfill the petition's objective of establishing a genuine civil service. Therefore, the court decided to take note of the petition but not to proceed further, as its core aim was already being addressed.
Legislator-Regeste
KI-generiertPetition for General Service Obligation Moot due to Pending Legislation: Der Nationalrat hat diese Initiative angenommen, die Kommis- conscience fondée sur des convictions personnelles.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
Motion Rhinow 970 27 novembre 1991
Antrag der Kommission Proposition de la commission
Die Kommission beantragt, die Petition zur Kenntnis zu neh- La commission propose de classer la pétition, son but étant
men, ihr aber keine Folge zu geben. réalisé.
Proposition de la commission Küchler, Berichterstatter: Auch diese Petition wurde von der
La commission propose de prendre acte de la pétition sans lui Kommission am 5. November 1991 behandelt. Hier liegt eben-
donner suite. falls ein schriftlicher Bericht vor, den Sie zur Kenntnis nehmen
konnten. Mit der Zustimmung zur Zivildienst-lnitiative haben
Küchler, Berichterstatter: Die Kommission hat sich mit der Pe- wir das Anliegen der Petition erfüllt. Sie kann abgeschrieben
tition Beck Friedrich am 5. November 1991 befasst Sie hat ei- werden.
nen schriftlichen Bericht ausgearbeitet, der Ihnen zugestellt
worden ist Die Kommission beantragt, die Petition zur Kennt- Angenommen -Adopté
nis zu nehmen, ihr aber keine Folge zu geben.
Angenommen -Adopté
#ST# 91.3143
Motion Rhinow
88.268
Gemeinschaftsdienste
Petition Beratungsstellen für Militärdienstverweigerer Service communautaire
und Zivildienst Schweiz
Für die Entkriminalisierung und die
Entpsychiatrisierung der Militärdienstverweigerer
Pétition Bureaux-conseils pour les
objecteurs et le Service civil Wortlaut der Motion vom 4. Juni 1991
Pour la décriminalisation et la dépsychiatrisation Ich ersuche den Bundesrat, den eidgenössischen Räten eine
de l'objection de conscience Vorlage zur Revision der Bundesverfassung mit folgender Ziel-
setzung zu unterbreiten:
1. Jeder Schweizer leistet Dienst in der Armee oder in einem
anderen (zivilen) Gemeinschaftsdienst
Herr Küchler unterbreitet im Namen der Kommission den fol- 2. Verfassung und Gesetz regeln die Aufträge der verschiede-
genden schriftlichen Bericht: nen Dienste.
3. Die freie Wahl zwischen gleichwertigen Diensten ist grund-
1. Die Beratungsstellen für Militärverweigerer haben am sätzlich gewährleistet. Das Gesetz sichert die notwendigen Mi-
28. September 1988 Bundesrat und Parlament eine Petition nimalbestände für die einzelnen Dienste und regelt die Dienst-
eingereicht, die nach ihren Angaben von 5100 Personen un- verweigerung aus Gewissensgründen.
terschrieben ist Sie verlangen, dassdie Bundesversammlung
und der Bundesrat das Problem der Militärdienstverweige- Texte de la motion du 4 juin 1991
rung neu, umfassend und grundsätzlich angehen und auf die Je prie le Conseil fédéral de soumettre aux Chambres un pro-
Einführung eines echten Zivildienstes hinwirken sollen. Nur jet de révision de la Constitution fédérale visant les buts sui-
durch die Anerkennung der Dienstverweigerung als Men- vants:
schenrecht könne der Glaubens- und Gewissensfreiheit 1. Tout Suisse accomplit un service communautaire, militaire
Nachdruck verschafft und verhindert werden, dass Dienst- ou civil.
pflichtige zunehmend aus psychischen Gründen vom Militär- 2. Les tâches des organes compétents sont fixées dans la
dienst befreit werden müssten. constitution et dans la loi.
2. Mit der parlamentarischen Initiative 91.408, Zivildienst, wird 3. Le principe de libre choix entre des services équivalents est
das Anliegen der Petition erfüllt. garanti. La loi fixe les effectifs minimaux et règle l'objection de
Der Nationalrat hat diese Initiative angenommen, die Kommis- conscience fondée sur des convictions personnelles.
sion des Ständerates beantragt ebenfalls Zustimmung.
Mitunterzeichner-Cosignataires: Béguin, Ducret, Hänsenber-
M. Küchler présente au nom de la commission le rapport écrit ger, Iten Andreas, Jagmetti, Meier Josi, Onken, Piller, Roth,
suivant: Schiesser, Schoch, Simmen, Weber Monika, Zimmerli (14)
1. Les services-conseils pour objecteurs ont adressé le Rhinow: Der Bericht 90 des Bundesrates über die schweizeri-
28 septembre 1988 une pétition au Conseil fédéral et à l'As- sche Sicherheitspolitik im Wandel vermittelt eine eindrückli-
semblée fédérale. Cette requête a été, au dire des pétitionnai- che Uebersicht über die existentiellen Gefährdungen der
res, signée par 5100 personnes. Les signataires demandent Schweiz: Wir stehen vor globalen Herausforderungen bisher
au gouvernement et parlement fédéraux de réexaminer à fond unbekannten Ausmasses. Sie umfassen ein ganzes Bündel
le problème du refus de servir dans l'armée et d'instituer un zusammenhängender Probleme. Diese ergeben sich auf-
vrai service civil. Seule la reconnaissance du refus de servir en grund demographischer, ökologischer und wirtschaftlicher
tant que droit fondamental peut redonner à la liberté de cons- Entwicklungen, der Möglichkeit natur- und zivilisationsbeding-
cience et de croyance le statut qu'elle mérite et éviter qu'un ter Katastrophen, aber auch machtpolitischer Veränderungen
nombre croissant d'objecteurs de conscience cherchent à inner- und ausserhalb Europas. Für die Schweiz bedeutet
être libérés pour des motifs psychiatriques. dies, dass wir Antworten auf alle Gefährdungen zu finden ha-
2. Les exigences formulées par la pétition sont satisfaites avec ben. Anders formuliert: Die Sicherung unserer Existenz, des
l'initiative parlementaire 91.408, Service civil. Lebens unserer Bevölkerung unter menschenwürdigen Be-
Le Conseil national a accepté cette initiative et la commission dingungen, ist nicht mehr ausschliesslich eine Aufgabe der
du Conseil des Etats recommande également son approba- Landesverteidigung mit bewaffneten Streitkräften, ist nicht nur
tion. Wahrung unserer Unabhängigkeit, sondern bedarf zusätzlich
anderer Instrumente. Diesen anderen Instrumenten kommt
Antrag der Kommission ein zunehmend stärkeres Gewicht zu.
Die Kommission beantragt, die Petition als erfüllt abzuschrei- Die anderen Instrumente der allgemeinen Existenzsicherung
ben. sind ebenfalls teilweise auf die Mitwirkung der Bevölkerung
27. November 1991 971 Motion Rhinow
nach dem Milizprinzip angewiesen - gewiss: nicht nur. Einmal In Ziffer 3 wird die freie Wahl zwischen den Diensten grund-
werden heute - immer noch, Gott sei Dank! - Funktionen frei- sätzlich vorgesehen. Die Wahlmöglichkeit drängt sich auf, weil
willig erfüllt, die von grosser gesellschaftlicher Bedeutung das in der Gesellschaft vorhandene Potential an Fachwissen,
sind. Ich denke etwa an Betreuungsaufgaben innerhalb der aber auch an individueller Motivation optimal ausgeschöpft
Familie oder im Rahmen der Nachbarschaftshilfe. Andere werden soll. Allerdings wird diese Wahlmöglichkeit auf zweifa-
Funktionen übernimmt der Staat mit professionellen Kräften, che Weise begrenzt: einmal bezieht sie sich nur auf gleichwer-
zum Beispiel im Rahmen des Gesundheitswesens. Aber die tige Dienste, was sich aus Gründen der Gleichbehandlung al-
Bereitschaft zur freiwilligen und bedingungslosen Solidarität ler Dienstpflichtigen aufdrängt. Zum ändern müssen die not-
nimmt in unserer Gesellschaft ab, und die staatliche Aufga- wendigen Minimalbestände für die einzelnen Dienste gesetz-
benerfüllung stösst an ihre Grenzen. Mit beiden allein vermö- lich bestimmt und gesichert werden. Dies gilt - das möchte ich
gen wir die im Rahmen der Existenzsicherung auf uns zukom- auch unterstreichen - nicht nur für die Armee, sondern für alle
menden Probleme nicht zu meistern. Dienste, weil ja alle Dienste, wenn wir sie ernst nehmen, in der
Hier setzt nun die Idee der obligatorischen Gemeinschafts- Lage sein müssen, ihre verfassungsmässigen Aufträge erfül-
dienste ein. Gemeinschaftsdienste werden vorgesehen, wo len zu können.
existentielle Gefährdungen für unser Land den obligatori- Wenn auch das Problem der Dienstverweigerung aus Gewis-
schen Beizug von Teilen der Bevölkerung im Rahmen des Mi- sensgründen mit dieser Wahlfreiheit weitgehend gelöst sein
lizprinzips erfordern. Die individuelle Dienstpflicht, die sich dürfte, soll das Gesetz für allfällig verbleibende Fälle - ich
heute ausschliesslich auf Armee und Zivilschutz bezieht, wird könnte mir vorstellen, dass sie nicht nur bei der Armee vor-
auf diejenigen Gemeinschaftsdienste ausgeweitet, die für un- kommen - eine Lösung vorsehen.
sere Existenzsicherung unabdingbar sind oder sein werden. Meine Motion steht nicht unter der primären Zielsetzung, ei-
Welche Dienste stehen im Vordergrund? Es ist und bleibt ein- nen weiteren Vorschlag für die Lösung der Dienstverweige-
mal die Armee, freilich eine reformierte, auf ein neues Leitbild rung zu unterbreiten. Das haben wir vorhin getan. Im Gegen-
ausgerichtete Armee. Es ist aber auch ein Dienst im Bereich teil: Die Optik ist gerade umgekehrt. Es geht um die Gewährlei-
des Gesundheits- und Sozialwesens. Gerade im Sektor der stung der notwendigen Funktionen für unsere Existenzsiche-
Betreuung älterer, insbesondere kranker Menschen steht uns rung, und zwar mit Hilfe des Milizprinzips. Dabei sind zweifel-
ein wahrhafter Notstand bevor. Weitsichtige Mediziner verlan- los verschiedene Abklärungen nötig. Herr Bundesrat Villiger
gen heute schon einen obligatorischen Zivildienst, weil bis im hat in letzter Zeit mehrfach erwähnt, er sei bereit, diese Frage
Jahre 2020 das Pflegepersonal in der Alterspflege verdreifacht ernsthaft an die Hand zu nehmen, und zwar nicht erst in einer
werden müsste. Dabei fehlen uns heute schon viele, viele Pfle- fernen Zukunft, sondern jetzt.
gevollstellen. Weitere Dienste werden im Bereiche der Ent- UnterdieserVoraussetzung wäre ich auch bereit, die Motion in
wicklungshilfe, der auswärtigen Friedenssicherung, der Kata- ein Postulat umzuwandeln.
strophenbewältigung und des Umweltschutzes erforderlich
sein. Bundesrat Villiger: Es handelt sich hier um eine Idee, die in
Die Motion knüpft an verschiedene Vorstösse und Vorschläge letzter Zeit häufig diskutiert wird, um eine interessante Idee.
an, die in der Oeffentlichkeit bereits vorgestellt und diskutiert Ganz neu ist sie nicht, indem Ihre Präsidentin schon seinerzeit
worden sind oder seither bekanntwurden. Ich nenne als Bei- anlässlich der Totalrevision der Bundesverfassung diese Idee
spiel den Bericht der Arbeitsgruppe Armeereform, die von ei- eingebracht hat Es gibt leider auch Ideen, Frau Präsidentin,
nem geschätzten Ratskollegen geleitet wurde. Ich weiss um die zu früh kommen. Jetzt müssen wir schauen, dass sie recht-
seine sprichwörtliche Bescheidenheit, so dass ich den Namen zeitig kommen.
hier nicht nennen muss. Die Kommission empfiehlt dem Bun- Es ist ein interessanter Denkansatz, den zu verfolgen sich
desrat, ein Gesamtkonzept der Gemeinschaftsdienste erarbei- lohnt. Ich meine aber trotzdem, dass noch recht viele Grund-
ten zu lassen und die allgemeine Wehrpflicht durch eine allge- satzfragen offen sind und einer vertieften Prüfung bedürfen.
meine Dienstpflicht zu ersetzen. Viele massgebliche Rahmenbedingungen und Einzelfaktoren
Die Arbeitsgruppe Napf schlägt ebenfalls eine allgemeine sind starken Veränderungen unterworfen. Das erschwert
Dienstpflicht zugunsten der Gemeinschaft vor. Sie hat ihre diese Prüfung. Es stellen sich vorab einige grundsätzliche Fra-
Vorstellungen in einem neuen Verfassungsartikel sowie in ei- gen. Herr Rhinow hat es angedeutet.
ner ausführlichen und ausgezeichneten Dokumentation kon- Eine grundsätzliche Frage ist, ob z. B. der liberale Staat seine
kretisiert. Der ursprüngliche Plan, diesem Konzept mit einer Bürger zu irgendwelchen Dienstleistungen verpflichten soll
Verfassungsinitiative zum Durchbruch zu verhelfen, wird nun oder ob er das auf den äussersten Fall beschränken soll, wo
scheinbar in Wiedererwägung gezogen, offenbar nicht zuletzt es um den Einsatz des Lebens für das Gemeinwesen geht. Es
auch wegen des vorliegenden Vorstosses. gilt hier zu bedenken, dass ein solcher Ansatz ja ein ganz klein
Auch die Schweizerische Offiziersgesellschaft plädiert in ih- bisschen einen totalitaristischen Einschlag hat. Wir werden
rem Positionspapier über Sicherheit und Frieden für eine all- wahrscheinlich sehen, dass, wenn so etwas zur Realisierung
gemeine Dienstpflicht. Neben der Armee sollen Einsatzmög- kommt, der Widerstand grosser sein wird, als es jetzt scheint,
lichkeiten in den übrigen Bereichen der Sicherheitspolitik oder wo er noch in der Ideenphase ist. Herr Rhinow hat das erkannt
im sozialen Bereich geschaffen werden. und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er eine gewisse
Ich erwähne ferner den Bericht «Schweiz morgen» der vom Grenze dort setzen will, wo es um für die Existenz eines Staa-
Bundesrat eingesetzten Expertenkommission sowie die tes wichtige Dienstleistungen geht.
Gruppe «Zukunft Schweiz», die ihre von rund 100 Persönlich- Es ist auch zu klären, welcher Bedarf hier wirklich besteht;
keiten aus Politik, Wirtschaft und Armee unterzeichneten The- denn die Ideen, was alles unter diese Dienstpflicht fallen sollte,
sen kürzlich der Oeffentlichkeit vorgestellt hat. Beide Gremien fangen irgendwo bei der Feuerwehr und beim Gesundheits-
setzen sich entschieden für die Idee der Gemeinschaftsdien- wesen an und gehen bis zur Entwickungshilfe und anderen
ste ein. Vorstellungen. Es stellt sich auch die Frage, ob und wieweit die
Konkret zur Ausgestaltung meiner Motion: Frauen obligatorisch verpflichtet werden müssen.
Sie hält in Ziffer 1 den Grundsatz der allgemeinen Dienstpflicht Das sind alles Dinge, die überprüft werden müssen. Ausländi-
fest. In Ziffer 2, auf die ich grossen Wert lege, wird klar verlangt, sche Beispiele zeigen bis jetzt, dass der Bedarf wahrschein-
dass die Gemeinschaftsdienste in Verfassung und Gesetz ge- lich auch überschätzt werden kann. Andererseits hat Herr Rhi-
regelt werden müssen. Eine allgemeine Dienstpflicht für ir- now zu Recht darauf hingewiesen, dass der Bedarf in der
gendwelche Aufgaben in einem irgendwie gearteten öffentli- nächsten Zeit aus demographischen oder ökologischen
chen Intéressais! rechtsstaatlich unhaltbar und auch unserem Gründen natürlich auch anwachsen könnte.
Freiheitsverständnis fremd. Es kommen, wie erwähnt, nur Es stellt sich für mich auch hier, Herr Rhinow, die Frage nach
Dienste in Frage, die für unsere Existenzsicherung unabding- der Sicherung der Bestände für die Armee. Sie haben gesagt,
bar sind. Ich meine, dass Verfassung und Gesetz diese Sie würden gerne eine Art freie Wahl mit gewissen Grenzen se-
Dienste klar zu bezeichnen und ihre Aufträge zu formulieren hen. Ich glaube, dass man auch hier die freie Wahl ausschlies-
haben. sen müsste, um die Armeebestände zu sichern.
Postulat Ziegler Oswald 972 27 novembre 1991
Ich weiss natürlich, dass ein Hintergrund dieser Diskussion #ST# 91.3358
der Gedanke ist, dass durch die sicherheitspolitischen Um-
stände die Bedeutung der Armee eher kleiner geworden sei. Postulat Ziegler Oswald
Es sind die anderen im sicherheitspolitischen Bericht erwähn-
ten Risiken, die an Bedeutung zugenommen haben. Deshalb Rüstungs- und Unterhaltsbetriebe
ist eine gewisse Zurückstufung der Armee-vielleicht auch be- des Bundes. Arbeitsplätze
standesmässig - zu Lasten von anderen Dienstleistungen ge- Entreprises fédérales d'armement.
rechtfertigt.
Postes de travail
Ich muss Ihnen sagen, dass ich, wenn ich die sicherheitspoliti-
sche Lage heute beurteile, zunehmend wieder etwas pessimi-
stischer bin als noch vor einem halben oder einem Jahr. Die
Veränderung der Risiken ist offensichtlich; es ist auch offen-
sichtlich, dass sich die Aufgaben der Armeen verändern wer-
den. Das können Sie im Ausland verfolgen. Die Armeen wer- Wortlaut des Postulates vom 3. Oktober 1991
den nicht mehr reine Verteidigungsinstrumente, sondern sie Armeereform und Sparmassnahmen des Bundes führen zu ei-
werden multifunktionale Instrumente eines Krisenmanage- nem Abbau von EMD-Arbeitsplätzen, insbesondere in den Rü-
ments sein. Ich bin aber nicht so sicher, ob die Bedeutung die- stungs- und Unterhaltsbetrieben. Diese für die betroffenen Re-
ser Instrumente nicht wieder zunehmen könnte. gionen sehr beunruhigende Situation verlangt dringend eine
Es gab eine Zeit, wo man sagte, dass wahrscheinlich die Ge- Zu ku nftsperspektive.
walt zwischen Menschen abnehmen und - ich rede jetzt nicht 1. Der Bundesrat wird deshalb ersucht, bis Mitte 1992 ein Kon-
mehr von machtpolitischen Gefahren; ich erinnere mich, dass zeptvorzulegen und insbesondere aufzuzeigen,
Herr Iten beim sicherheitspolitischen Bericht auf dieses Pro- a welche Massnahmen er ergreift, um selber in den betroffe-
blem hingewiesen hat - durch ökologische Risiken ersetzt nen Regionen Ersatzarbeits- und Ersatzausbildungsplätze zu
werde. Das ist richtig. Ich bin aber leider eher der Meinung, schaffen unter Einbezug von PTT und SBB (Bundesarbeits-
dass wir wahrscheinlich mit dem Gewaltphänomen in Zukunft plätze),
wieder vermehrt werden rechnen müssen. Nicht zuletzt wegen b. was er unternimmt, um in den betroffenen Regionen die
ökologischen Katastrophen, die ganze Völker betreffen könn- Schaffung von neuen Arbeits- und Ausbildungsplätzen durch
ten. Dritte zu fördern,
Ich fürchte, dass ein Planet mit 10 Milliarden Menschen ein ge- c. wie er die freiwerdenden Produktionsstätten des Bundes im
waltiges Spannungspotential enthalten wird, das ohne ein ge- Sinne der Arbeitsplatzerhaltung in den betroffenen Regionen
wisses - auch militärisches - Krisenmanagement kaum zu re- zu nutzen gedenkt
geln sein wird. Ich möchte eigentlich nicht in einem Lande le- 2. Der Bundesrat wird ersucht, nötigenfalls die erforderlichen
ben, das kein solches Instrument mehr hat. Rechtsgrundlagen zu schaffen oder deren Erlass zu beantra-
Ich meine, dass alle diese Fragen einer gründlichen und um- gen, damit
fassenden Prüfung bedürfen; es wäre falsch, hier übereilt vor- a die Rüstungs- und Unterhaltsbetriebe des Bundes verstärkt
zugehen. Ich beabsichtige deshalb, hier eine Studienkommis- im angrenzenden privaten Bereich tätig sein können,
sion einzusetzen, d. h. ich werde dem Bundesrat beantragen, b. den Rüstungs- und Unterhaltsbetrieben des Bundes neue
sie einzusetzen; denn es ist kein Problem des EMD, es ist ein Zusammenarbeitsformen mit Dritten ermöglicht werden,
Problem des ganzen Staates, von dem verschiedene Aktivi- c. die freiwerdenden Produktionsstätten der Rüstungs- und
tätsfelder betroffen sind. Ich werde dem Bundesrat beantra- Unterhaltsbetriebe des Bundes Dritten zur Verfügung gestellt
gen, eine Studienkommission einzusetzen, die sich aus Ver- werden können.
tretern der Verwaltung, der Parteien und der interessierten
Kreise zusammensetzt. Und dieser Kommission würde es ob- Texte du postulat du 3 octobre 1991
liegen, zu prüfen, ob und wie gegebenenfalls die allgemeine La réforme de l'armée et les mesures d'économie de la Confé-
Wehrpflicht und die Zivilschutzpflicht durch die allgemeine dération entraînent une réduction des emplois du DMF, no-
Dienstpflicht abgelöst werden könnten und sollten. tamment dans les entreprises d'armement et d'entretien. Il
Sofern das Volk der Regelung des Zivildienstes auf Verfas- s'impose de trouver une solution à cette situation très préoc-
sungsstufe zustimmt - wie Sie das vorhin beschlossen ha- cupante pour les régions concernées.
ben -, könnte diese Kommission dies in aller Ruhe und Solidi- 1. Le Conseil fédéral est donc invité à présenter un projet avant
tät tun. Ich werde das so bald als möglich einleiten. Dann l'été 1992 et à indiquer notamment:
könnte die zweite und vielleicht endgültige Stufe sehr seriös a) quelles mesures il prend pour remplacer lui-même les em-
vorbereitet werden. plois et les possibilités de formation dans les régions concer-
Ich beantrage Ihnen in diesem Sinn, die Motion von Herrn Rhi- nées, PTT et CFF compris (emplois fédéraux);
now in ein Postulat umzuwandeln. Der Bundesrat ist bereit, b) ce qu'il entreprend pour promouvoir la création par des
dieses Postulat entgegenzunehmen. tiers de nouveaux emplois et de nouvelles possibilités de for-
mation dans les régions concernées;
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat c) à quelle utilisation il compte affecter les locaux de produc-
tion libérés par la Confédération en vue de maintenir l'emploi
dans les régions concernées.
2. Le Conseil fédéral est également invité le cas échéant à
créer ou à proposer qu'on édicté les bases juridiques permet-
tant:
a) que les entreprises d'armement et d'entretien de la Confé-
dération puissent obtenir davantage de mandats dans les do-
maines avoisinants du secteur privé;
b) qu'elles coopèrent avec des tiers sous une nouvelle forme;
c) que leurs locaux puissent être mis à la disposition de tiers.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bühler, Cavelty, Cottier, Da-
nioth, Delalay, Hänsenberger, Iten Andreas, Jelmini, Küchler,
Kündig, Lauber, Masoni, Meier Josi, Reichmuth, Rhyner,
Schallberger, Schiesser, Schmid Carlo, Zimmerli . (19)
Ziegler Oswald: Am 3. Oktober 1991 habe ich - zusammen
mit zahlreichen Mitunterzeichnern - den Bundesrat ersucht,
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Rhinow Gemeinschaftsdienste
Motion Rhinow Service communautaire
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1991
Année
Anno
Band V
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 03
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 91.3143
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 27.11.1991 - 08:00
Date
Data
Seite 970-972
Page
Pagina
Ref. No 20 020 818
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung.
Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale.
Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.