Switzerland's Relations with GDR and Federal Council's Rejection of Parliamentary Motion
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe parliamentary motion requested a comprehensive report on Switzerland's relationship with the former German Democratic Republic (GDR), detailing its recognition, political and economic ties, and intelligence/espionage activities, as well as the involved persons and organizations. The motion argued that the GDR, like Nazi Germany, was an unjust state that violated human rights and engaged in extensive espionage. The Federal Council rejected the motion, stating that while the GDR's espionage and human rights violations were acknowledged, the scale and threat did not equate to Nazi Germany's impact. They also cited insufficient and primarily intelligence-sourced information, and suggested that historical research on the matter should be left to independent historians, refusing to commission an official history.
Legislator-Regeste
KI-generiertSwitzerland's Relations with GDR and Federal Council's Rejection of Parliamentary Motion: Le Conseil fédéral est invité à demander l'élaboration, à l'inten- schen Staaten in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
Postulat (Eisenring-)Oehler 2494 N 13 décembre 1991
Punkt 3-Point 3 Zwar haben verschiedene Spionageprozesse der letzten Jahr-
Abgelehnt - Rejeté zehnte fallweise einiges über unerlaubte Tätigkeiten von
DDR-Agenten in der Schweiz erkennen lassen. Auch sind wie-
derholt mit Diplomatenpass ausgestattete DDR-Funktionäre
zu personae non gratae erklärt und abgeschoben worden. Die
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Informationen über die Hintergründe blieben aber immer parti-
kulär. Was bekannt wurde, stellt insgesamt nur die Spitze
Postulat (Eisenring-) Oehler des Eisberges dar. Es drängt sich heute daher zwingend das
Bericht über Verhältnis Postulat auf- und Rücksichten sind jetzt keine mehr zu neh-
zur ehemaligen DDR men -, dass über diesen Teil unserer staatlichen Existenz in
bezug auf die persönlichen und sachlichen Beziehungen zwi-
Rapport sur les relations schen der Schweiz und der DDR Klarheit geschaffen wird.
de la Suisse avec l'ex-RDA Als Vorbild und Geltungsbereich dieser Auslegeordnung mag
der aufschlussreiche Bericht über die nationalsozialistischen
Umtriebe in der Schweiz dienen. Die Jahrzehnte dauernden, il-
legalen, aber um so intensiveren Urntriebe der DDR in der
Schweiz, allenfalls auch stellvertretend für andere Länder des
Wortlaut des Postulates vom 22. März 1991 damaligen Ostblocks lanciert, liegen nämlich auf gleichem Ni-
Der Bundesrat wird eingeladen, zuhanden von Parlament und veau wie die früheren Nazi-Aktivitäten. Es mögen zwar ge-
Volk die Ausarbeitung eines umfassenden Berichtes über das wisse Unterschiede bestehen, zersetzend und schädigend
Verhältnis der Schweiz zur ehemaligen Deutschen Demokrati- waren sie aber allesamt Und Helfer und Helfershelfer sind
schen Republik DDR, die sich heute in allen Facetten als Un- auch bezüglich der DDR auszumachen.
rechtsstaat erweist, zu veranlassen. Insbesondere ist Auf- Die umfassende Offenlegung und Bearbeitung des Themas
schluss über den Weg zur völkerrechtlichen Anerkennung der Schweiz/DDR liegt insbesondere auch in der Richtung der
DDR, über die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen Wahrung der Menschenrechtskonvention und der KSZE-
und in diesem Zusammenhang über die Nachrichten- und Schlussakte, denn nur konkrete Sach- und Personenvorga-
Spionagetätigkeit der DDR in der Schweiz sowie über die da- ben lassen nämlich abschliessende Beurteilungen zu. Die ge-
mit befassten Personen und Organisationen in der Schweiz • forderte Berichterstattung ordnet sich daher in den grösseren
und in der DDR zu geben. Rahmen unserer staatlichen Ordnung ein und dient ferner der
künftigen Aufarbeitung der jüngeren Schweizer Geschichte
Texte du postulat du 22 mars 1991 bezüglich der Gestaltung ihres Verhältnisses zu den europäi-
Le Conseil fédéral est invité à demander l'élaboration, à l'inten- schen Staaten in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.
tion du parlement et du peuple, d'un rapport comprenant tous
les aspects des relations de la suisse avec l'ancienne Républi- Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
que démocratique allemande (RDA) qui, à l'heure actuelle, se vom 29. Mai 1991
révèle être en tous points un Etat non fondé sur le droit Ce rap- Rapport écrit du Conseil fédéral
port portera notamment sur la voie qui a mené à la reconnais- du 29 mai 1991
sance de la RDA sur le plan du droit international, les relations Es ist bekannt, dass die ehemalige Deutsche Demokratische
politiques et économiques et, dans ce contexte, les activités Republik in der Auslandspionage aktv gewesen ist und die
de renseignement et d'espionnage de la RDA dans notre pays Menschenrechte im Inland in zum Teil massiver Weise nicht
ainsi que les personnes et organisations concernées en beachtet hat Insofern ist der Vergleich mit den Umtrieben
Suisse et en RDA Nazi-Deutschlands nicht von der Hand zu weisen. Vom Um-
fang und von der Bedrohung als solcher her können die bei-
Mitunterzeichner-Cosignataires: Keine -Aucun den Fälle jedoch nicht miteinander verglichen werden. Da-
mals handelte es sich um Versuche einer grossen europäi-
Schriftliche Begründung - Développement par écrit schen Macht, unser Land in ein von ihr kontrolliertes Europa
Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches und des Na- politisch und wirtschaftlich einzuordnen. Im Falle der DDR gin-
tionalsozialismus verlangte 1945 das Parlament einen umfas- gen die illegalen Umtriebe sowohl quantitativ als auch qualita-
senden Bericht über die nationalsozialistischen Umtriebe und tiv nie so weit Dieser Staat war auch kein europäischer Macht-
Kontakte in der Schweiz. Dieser inzwischen zu historischem faktor, und er hat auch keinen Krieg vom Zaune gerissen. Die
Wert gelangte Bericht vermittelte in der Folge Einsicht in die Notwendigkeit, analog zum damaligen Bericht des Bundesra-
Unzahl von Tätigkeiten von Personen, die die Schweiz ernst- tes über die Aktivitäten des Dritten Reiches nun einen Bericht
halt bedrohten und die das Land selbst existentiellen Gefah- über diejenigen der DDR zu publizieren, sieht der Bundesrat
ren ausgesetzt hätten. nicht als gegeben an.
Was in den letzten zwölf Monaten hinsichtlich der Entwicklung Im übrigen ist die Quellenlage noch sehr unübersichtlich, und
und der Vorgänge in der DDR über die bisherige Kenntnis hin- die meisten Informationen stammen aus nachrichtendienstli-
aus zu erfahren ist, bestätigt auf der ganzen Linie, dass es sich chen Quellen, die nicht in öffentlichen Berichten aufgedeckt
bei der DDR wie beim Nazi-Deutschland um einen eigentli- werden können. Der Bundesrat verweist hier auch auf seine
chen Unrechtsstaat gehandelt hat. Auch die DDR verletzte alle Antwort auf die Einfache Anfrage Frey Walter vom 23. Januar
und damit auch die bescheidensten Menschenrechte auf ge- 1991 (Nr. 91.1008) über ehemalige Sitasi-Mitarbeiter in der
meinste und zum grossen Teil auf nicht wiedergutzuma- Schweiz.
chende Weise. Achtung der Souveränität der freien Staaten Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die Beziehungen der
hat niemals bestanden. Schweiz zur ehemaligen DDR interessanten Stoff für Historiker
Insbesondere hat sich in der letzten Zeit auch erhärtet, dass darstellen. Die entsprechenden Arbeiten, die sich vor allem
die DDR nicht allein in der benachbarten Bundesrepublik, son- auch auf ausländische Archivquellen stützen müssten, müs-
dern auch in anderen Staaten nachrichtendienstlich ausseror- sen sowohl vom Zeitpunkt als auch von der Einzelthematik her
dentlich intensiv tätig war. Bisher bereits bekannte Akten wi- den Geschichtswissenschaftlern völlig unabhängig überlas-
derspiegeln die umfassende wissenschaftlich, wirtschaftlich sen werden. Der Bundesrat möchte hier keine offizielle Ge-
und vor allem auch persönlich ausgerichtete DDR-Nachfor- schichtsschreibung in Auftrag geben.
schung und -Spionagetätigkeit im Ausland. Es besteht Grund
zur Annahme, dass in den Stasi-Akten auch Dossiers über die Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Schweiz sowie über Personen in der Schweiz liegen, deren In- Déclaration écrite du Conseil fédéral
halt sich auf Angaben von in der Schweiz domizilierten Perso- Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.
nen abstützt Hier sind u.a Klärungen über die Aktivitäten der
DDR-Vertretungen in unserem Land unerlässlich. Abgelehnt - Rejeté
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat (Eisenring-) Oehler Bericht über Verhältnis zur ehemaligen DDR
Postulat (Eisenring-) Rapport sur les relations de la Suisse avec l'ex-RDA
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1991
Année
Anno
Band V
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 91.3110
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 13.12.1991 - 08:00
Date
Data
Seite 2494-2494
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Ref. No 20 020 735
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