Federal Council Postulate on Modernizing Swiss Neutrality
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Council acknowledged that global political changes, particularly the Gulf War and European integration, necessitated a re-evaluation of Switzerland's traditional neutrality. The motion proposed redefining neutrality as a basis for an independent peace policy, encompassing environmental protection, poverty reduction, democratization, and the advancement of women's rights, while also emphasizing cooperative efforts with other neutral and non-aligned nations. The Federal Council agreed to transform the motion into a postulate, indicating its willingness to further explore a modernized concept of neutrality that aligns with contemporary international challenges and promotes peace-building.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 102 Ziff. 8 der Bundesverfassung; Federal Council Postulate on Modernizing Swiss Neutrality: The motion proposed redefining neutrality as a basis for an independent peace policy, encompassing environmental protection, poverty reduction, democratization, and the advancement of women's rights, while also emphasizing cooperative efforts with other neutral and non-aligned nations. The Federal Council agreed to transform the motion into a postulate, indicating its willingness to further explore a modernized concept of neutrality that aligns with contemporary international challenges and promotes peace-building.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the basis for the Federal Council's responsibility for foreign policy, which is relevant to the motion's subject matter.
Volltext
21. Juni 1991 N 1323 Motion Baerlocher
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Konzept, welches eine unabhängige Friedenspolitik fördert
Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht und Neutralitätspolitik statt Einschränkung auf klassisches
eine schriftliche Antwort. (damit auf kriegerische Auseinandersetzungen beschränktes)
Neutralitätsrecht ermöglicht. Dieses Konzept sollte daher in
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates folgende Richtung gehen:
vom 17. Aprili'991 - Neutralität als Grundlage für eine unabhängige Friedenspo-
Rapport écrit du Conseil fédéral litik unter Berücksichtigung einer globalen Umweltpolitik, Be-
du 17 avril 1991 kämpfung der weltweiten Verarmungsprozesse, Demokrati-
Gemäss Artikel 102 Ziffer 8 der Bundesverfassung gehört die sierung und Bekämpfung der Frauenunterdrückung durch
Leitung der Aussenpolitik der Schweiz zu den Aufgaben des Abbau patriarchaler Strukturen.
Bundesrates. Er hat jedoch die traditionelle Beteiligung des - Neutralitätspolitische Mitgestaltung der gesellschaftlichen
Parlamentes an der aussenpolitischen Meinungsbildung im- Aussenbeziehungen in Richtung ausgewogener Interdepen-
mer begrüsst. Ganz besonders schätzt der Bundesrat das En- denzen.
gagement der Parlamentarierinnen und Parlamentarier unter - Kooperatives Vorgehen der Schweiz mit anderen Neutralen
den heutigen Umständen, die sich als sehr günstig erweisen, und Nichtblockgebundenen.
um eine neue internationale Ordnung und damit die Respek- - Kollektive Friedenserhaltung eingeschränkt auf das Peace-
tierung des Rechts zu erlangen. keeping-Prinzip der Uno und Bemühungen der schweizeri-
Es liegt in der Natur seiner Aufgaben, dass der Bundesrat stän- schen Aussenpolitik zur entsprechenden Fortentwicklung des
dig seine Politik zu überprüfen hat. Von besonderer Notwen- Uno-Völkerrechts mit einer expliziten Rechtsgrundlage in der
digkeit ist dies - wie das seit Ausbruch der Kuwait-Krise der Uno-Charta.
Fall ist-, wenn die internationale Lage durch schnelle Wechsel - Die rechtliche Anpassung der Neutralität müsste flankiert
gekennzeichnet ist. So stützt sich der Bundesrat laufend auf werden durch eine intensive Mitwirkung an der Förderung be-
die Expertisen von Spezialisten der Aussenpolitik. Vertreter stehender und dem Aufbau neuer Institutionen einer koopera-
der verschiedenen Departemente beraten sich regelmässig tiven Existenzsicherungspolitik.
mit Experten im In- und Ausland, auf internationalen Konferen-
zen oder Seminarien. Texte de la motion du 7 mars 1991
Die Vorschläge der Motion sollten deshalb ebenfalls im Kon- A la lumière de divers événements politiques, notamment la
text der Departemente geprüft werden, kann doch die Ausar- guerre dans le Golfe et le processus d'intégration euro-
beitung einer neuen Nahost-Aussenpolitik nicht an aussenste- péenne, il s'est révélé que notre conception traditionnelle de la
hende Experten delegiert werden, seien diese noch so kom- neutralité était remise en cause. Dans son rapport sur la politi-
petent. que de sécurité, le Conseil fédéral laisse entendre que notre
Der Bundesrat legt Wert auf die Feststellung, dass er ent- neutralité soulève de nombreuses questions.
schlossen ist, sich entschieden für die Beseitigung der Ursa- De ce fait, le Conseil fédéral est chargé de donner une nou-
chen der Spannungen und Konflikte zu engagieren, die in der velle définition de la neutralité destinée à remplacer celle du
Region aufgetreten sind. In diesem Sinne hat er auch der Er- 26 novembre 1954, qui est dépassée à l'heure actuelle. Cette
nennung von Botschafter Brunner zum Sondervertreter des nouvelle optique de la neutralité devrait permettre de promou-
Uno-Generalsekretärs für den Nahen Osten gerne zuge- voir une politique de paix indépendante et de mettre en oeuvre
stimmt. Er ist allerdings überzeugt, dass die Probleme im Na- une politique de neutralité remplaçant le droit de la neutralité
hen Osten vor allem von den dortigen Völkern gelöst werden classique (qui ne porte que sur les conflits armés). Elle devrait
müssen. Die Schweiz kann wohl dazu beitragen, einen Dialog donc se caractériser comme suit:
in Gang zu setzen oder einen Streitfall auf friedlichem Wege zu - La neutralité servira de base à une politique de paix indépen-
lösen. Es würde aber leicht als Einmischung empfunden, woll- dante tenant compte d'une politique globale de l'environne-
ten wir unsere Prinzipien und unsere Wertvorstellungen in die- ment, combattant les phénomènes d'appauvrissement dans
ser Region durchsetzen. le monde entier, favorisant la démocratisation et luttant contre
la soumission des femmes en supprimant les structures pa-
Schriftliche Erklärung des Bundesrates triarcales;
Déclaration écrite du Conseil fédéral - Notre politique de neutralité contribuera à modeler les rela-
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- tions extérieures de notre société en vue d'établir des interdé-
deln. pendances équilibrées;
- La Suisse agira de concert avec d'autres Etats neutres ou
Ueberwiesen als Postulat- Transmis comme postulat non alignés;
- Notre pays oeuvrera en faveur du maintien de la paix collec-
tive en appliquant strictement le principe du «peace keeping»
de l'ONU, et sa politique étrangère visera à faire progresser le
droit international de l'ONU; à cet égard, une base juridique
#ST# 91.3056 explicite figurera dans la Charte de l'ONU;
- L'adaptation juridique de notre définition de la neutralité
Motion Baerlocher s'accompagnera d'efforts intenses destinés à promouvoir ou
Konzept für eine friedenspolitische à créer des institutions chargées de mener une politique de
sécurité collective.
Neuorientierung der Neutralität
Redéfinition de la neutralité Mitunterzeichner-Cosignataires: Bär, Bodenmann, Carobbio,
Grendelmeier, Haering Binder, Haller, Leuenberger-Solo-
thurn, Leutenegger Oberholzer, Maeder, Meier-Glattfelden,
Meier Samuel, Pitteloud, Rechsteiner, Stocker, Thür, Vollmer,
Weder-Basel, Zbinden Hans (18)
Wortlaut der Motion vom 7. März 1991
Verschiedene politische Ereignisse der letzten Zeit machen Schriftliche Begründung - Développement par écrit
deutlich, dass sich das bisher definierte Konzept der Neutrali- Die Diskussion um Ueberflugrechte für amerikanische und bri-
tät in einer Krise befindet: Golfkrieg und europäische Integra- tische Militärflugzeuge, die Kriegsmaterialexporte in kriegfüh-
tion. Auch im Bericht des Bundesrates zur Sicherheitspolitik rende Staaten und der Antrag des Bundesrates, 130 Millionen
wird die Neutralität zur offenen Frage erklärt. Franken Hilfsgelder an die Frontstaaten zu bezahlen, bestäti-
Der Bundesrat wird daher gebeten, zur Ablösung der veralte- gen die grundlegenden Aenderungen der schweizerischen
ten Neutralitätskonzeption vom 26. November 1954 ein Kon- Neutralitätspolitik. Die nach wie vor gültige offizielle Neutrali-
zept zu einer Neuorientierung der Neutralität vorzulegen. Ein tätskonzeption der Schweiz aus dem Jahre 1954 kann nicht
Motion Auer 1324 N 21 juin 1991
mehr zur Begründung für die aktuelle Politik des Bundesrates #ST# 90.807
herangezogen werden.
Bereits die Diskussionen um europäische Integration zeigten
auf, dass die Neutralitätspolitik einer vertieften Diskussion un- Motion Auer
terzogen werden und aktuellen weltpolitischen Herausforde- Impulsprogramm zur Förderung
rungen angepasst werden sollte, gerade in Berücksichtigung des akademischen Nachwuchses
auch der Entwicklung im Golfkrieg nach dem Waffenstillstand.
Die Neutralität als flexible Konzeption müsste zu einem Instru-
Mesures propres à assurer
ment der Friedensgestaltung fortentwickelt werden. Neutrali- la relève universitaire
tätsrecht kann sich in Anbetracht der heutigen Kriegsführung
nicht mehr am klassischen Kriegsrecht des 19. Jahrhunderts
orientieren. Friedenserhaltung und Konfliktverhütung müss-
ten heute die Grundkonzeption der Neutralität ausmachen,
wie sie geläufig im Begriff der Neo-Neutralität verstanden wird. Wortlaut der Motion vom 4. Oktober 1990
Hierin könnte sich die Schweiz aus ihrer klassischen Politik Der Bundesrat wird beauftragt, ein Impulsprogramm zur För-
des Abseitsstehen, welche heute ja allgemein als nicht mehr derung des akademischen Nachwuchses zu schaffen. In Zu-
haltbar verstanden wird, durch ein kooperatives Vorgehen der sammenarbeit mit den Hochschulen und deren Träger soll der
Neutralen für den Frieden befreien. Die Schweiz müsste inten- Bund ein auf sechs bis acht Jahre befristetes Programm schaf-
siver an der Förderung und dem Aufbau neuer Institutionen ei- fen, welches die bereits bestehenden Fördernngsmassnah-
ner kooperativen Existenzsicherungspolitik mitwirken, wie sie men des Schweizerischen Nationalfonds verstärkt und er-
beispielsweise die Uno durch die Schaffung einer Behörde für gänzt. Mit neuen Stellen an den Hochschulen sollen die best-
die Konflikt-Früherkennung und -Prävention (Office for Re- qualifizierten Nachwuchsforscher und -lehrerzur Fortsetzung
search and Collection of Information) auf der Grundlage einer einer Hochschulausbildung nach dem Doktorat (auf Habilitati-
umfassenden Neudefinition des Sicherheitsbegriffs beim Ge- onsniveau) angehalten und u. a. deren Teilnahme an interna-
neralsekretariat errichtet hat. Die Schweiz sollte im Rahmen tionalen Graduiertenkollegien gefördert werden. Ferner sollen
der Diskussion um ein neues KSZE-Mandat die Gelegenheit auch neue Doktorandenstellen geschaffen werden, um die
benutzen, durch eine konstruktive Politik einer kooperativen Rekrutierungsbasis der Nachwuchskandidaten entscheidend
Konfliktabschätzung, -Verhütung und friedlichen Streitbeile- zu erweitern.
gung zum Durchbruch zu verhelfen. Eine zentrale Aufgabe exi-
stiert schliesslich auch im Abrüstungsprozess. Texte de la motion du 4 octobre 1990
Die Schweiz könnte auf der Grundlage einer neuen Neutrali- Le Conseil fédéral est chargé d'élaborer un train de mesures
tätspolitik in verschiedenen Bereichen, wie Forschung, Gute propres à assurer la relève universitaire. En collaboration avec
Dienste und Vermittlung Wesentliches beitragen. Vorausset- les universités et les collectivités responsables, la Confédéra-
zung wäre allerdings, dass auch die gesellschaftlichen Aus- tion est appelée à lancer un programme limité à six ou huit ans,
senbeziehungen der Schweiz neutralitätspolitisch mitgestaltet qui renforce et complète les mesures d'encouragement du
würden. Fonds national suisse. Grâce à la création de nouveaux postes
dans les universités, les jeunes chercheurs et enseignants
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates hautement qualifiés doivent être incités à poursuivre une for-
vom 8. Mai 1991 mation universitaire après le doctorat (au niveau de l'habilita-
Rapport écrit du Conseil fédéral tion) et à participer notamment à des colloques postgrade. En
du 8 mai 1991 outre, il convient également de créer des postes pour des can-
Der Bundesrat hat schon mehrfach zum Ausdruck gebracht, didats au doctorat, afin d'élargir considérablement la base de
dass Aenderungen im internationalen Umfeld und im aussen- recrutement.
politischen Verhalten anderer Staaten unvermeidliche Rück-
wirkungen auf die schweizerische Neutralität und die Defini- Mitunterzeichner - Cosignataires: Burckhardt, Cincera, Ep-
tion unserer Aussenpolitik haben. Gegenwärtig beeinflussen penberger Susi, Fischer-Seengen, Giger, Loretan, Scherrer,
vor allem die europäische Integration, die politischen Verän- Spalti, Stucky, Zwingli (10)
derungen in Mittelosteuropa sowie die Erstarkung des Sank-
tionensystems der Vereinten Nationen die Bedeutung der Schriftliche Begründung - Développement par écrit
schweizerischen Neutralität. Angesichts dieser Herausforde- In den Planungsperioden 1992-1995 und 1996-2000 der
rungen hält der Bundesrat eine grundsätzliche Klärung der Schweizer Hochschulen werden altersbedingt insgesamt
Frage des zukünftigen Stellenwertes der dauernden Neutrali- 500-600 Professorenrücktritte erfolgen. Diese Rücktrittswelle
tät für die Schweiz, für Europa und die Welt für erforderlich. stellt die Schweizer Hochschulen vor sehr schwierige Pro-
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegen- bleme, falls das Potential qualifizierter Schweizer Kandidaten
heiten hat daher im März 1991 eine Studiengruppe verwal- innert nützlicher Frist nicht gezielt erhöht werden kann. Da die
tungsexterner und verwaltungsinterner Personen mit einer umliegenden Länder vor gleichen Problemen stehen, kann in
vertieften Analyse der verschiedenen mit der Neutralität und vielen Disziplinen kaum noch auf zusätzliche ausländische
der Führung unserer Aussenpolitik verbundenen Aspekte be- Professoren gezählt werden.
auftragt. Diese Studiengruppe wird ihre Erkenntnisse noch im
Verlaufe dieses Jahres dem Bundesrat zur Kenntnis bringen. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
In der Folge wird der Bundesrat dem Parlament einen Bericht vom 18. März 1991
über die Neutralität vorlegen. Darin wird er auch auf die in die- Rapport écrit du Conseil fédéral
sem Vorstoss aufgeworfenen Fragen eingehen. du 18 mars 1991
1. Es besteht kein Zweifel, dass die Förderung des akademi-
Schriftliche Erklärung des Bundesrates schen Nachwuchses ein zentrales Anliegen unserer For-
Déclaration écrite du Conseil fédéral schungs- und Hochschulpolitik bilden muss. Allein zwischen
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- 1992-1995 treten etwa 270 Professoren an unseren Hoch-
deln. schulen in den Ruhestand. Eine konsequente Nachwuchsför-
derung ist deshalb unerlässlich.
Ueberwiesen als Postulat- Transmis comme postulat 2. Die Bundesbehörden haben im Rahmen ihrer Zuständig-
keit schon bisher diesem Aspekt ihre grosse Aufmerksamkeit
geschenkt. Wir erinnern insbesondere an die von den eidge-
nössischen Räten 1990 beschlossenen Sondermassnahmen
zugunsten der universitären Weiterbildung sowie zur Förde-
rung der internationalen Zusammenarbeit im Bereiche der
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Baerlocher Konzept für eine friedenspolitische Neuorientierung der Neutralität
Motion Baerlocher Redéfinition de la neutralité
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1991
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 91.3056
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 21.06.1991 - 08:00
Date
Data
Seite 1323-1324
Page
Pagina
Ref. No 20 020 034
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