Swiss Foreign Policy and Middle East Policy Motions
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court considered two motions related to foreign policy. The first motion requested a comprehensive program for Swiss peace and foreign policy for the decade, outlining priorities and resources. The government agreed to address this as a postulate, suggesting it was not a matter for a motion. The second motion called for the establishment of an expert group to develop a new Middle East policy, aiming for equal partnerships, promotion of women and children, and environmentally sound economic relations. The government responded that while they are committed to addressing regional tensions, such policy development is their responsibility and not to be delegated to external experts, though they would consider the motion as a postulate.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 29 Absatz, Art. 29 Abs. 1 GGR-NR; Swiss Foreign Policy and Middle East Policy Motions: The first motion requested a comprehensive program for Swiss peace and foreign policy for the decade, outlining priorities and resources. The government agreed to address this as a postulate, suggesting it was not a matter for a motion. The second motion called for the establishment of an expert group to develop a new Middle East policy, aiming for equal partnerships, promotion of women and children, and environmentally sound economic relations. The government responded that while they are committed to addressing regional tensions, such policy development is their responsibility and not to be delegated to external experts, though they would consider the motion as a postulate.
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KI-generiertThe provision was cited to explain that the submission of a report alone cannot be requested in the form of a motion, but rather requires the form of a postulate.
Volltext
Motion Bäumlin 1322 N 21 juin 1991
#ST# 91.3002 Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 8. Mai 1991
Rapport écrit du Conseil fédéral
Motion Ledergerber du 8 mai 1991
Programm für die schweizerische Der Bundesrat ist bereit, der Bundesversammlung einen Be-
Friedens- und Aussenpolitik richt über das aussenpolitische Konzept der Schweiz für die-
ses Jahrzehnt vorzulegen. Gemäss Artikel 29 Absatz 1 des
Rapport sur la politique suisse Geschäftsreglements des Nationalrates vom 4. Oktober 1974
étrangère et de paix ist die Erstattung eines Berichts allein keine Massnahme, die
in Form der Motion verlangt werden kann. Hierfür ist vielmehr
die Form des Postulats vorgesehen. Der Bundesrat ist bereit,
die Motion in Form eines Postulats entgegenzunehmen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Wortlaut der Motion vom 21. Januar 1991 Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat wird eingeladen, einen Bericht auszuarbeiten Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan-
und dem Parlament vorzulegen, worin er ein konsistentes und deln.
mutiges Programm für die schweizerische Friedens- und Aus-
senpolitik in diesem Jahrzehnt entwickelt und darlegt. Darin
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
sind die Prioritäten aus heutiger Sicht klar darzulegen und die
notwendigen und vorgesehenen personellen und finanziellen
Mittel zu beziffern.
Texte de la motion du 21 janvier 1991 #ST# 91.3013
Le Conseil fédéral est invité à présenter au Parlement, dans un
rapport, un programme étoffé, valable durant la décennie en Motion Bäumlin
cours, pour une politique étrangère courageuse, visant no- Schweizerisches Konzept
tamment à instaurer la paix. On y indiquera clairement les prio- für eine neue Nahost-Politik
rités qui s'imposent dans l'optique actuelle et on précisera,
chiffres à l'appui, le personnel et les moyens financiers requis. Nouvelle politique suisse
au Proche-Orient
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bodenmann, Brüg-
ger, Carobbio, Danuser, Eggenberger Georges, Haering Bin-
der, Hafner Ursula, Herczog, Hubacher, Jeanprêtre, Lanz,
Leemann, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Lon-
Wortlaut der Motion vom 23. Januar 1991
get, Meizoz, Meyer Theo, Pitteloud, Rechsteiner, Reimann
Die unterzeichnenden Parlamentarierinnen verlangen, dass
Fritz, Ruffy, Stappung, Vollmer, Zbinden Hans, Züger (26)
der Bundesrat so rasch als irgend möglich eine spezielle Ar-
beitsgruppe ausgewiesener Expertinnen (Arabistik, Friedens-
Schriftliche Begründung - Développement par écrit forschung usw.) einsetzt, die ein Konzept für eine neue Nah-
Der Bundesrat hat im Herbst 1990 dem Parlament seinen Be- ostpolitik erarbeitet. Diese Politik strebt an, die Länder sowie
richt zur schweizerischen Sicherheitspolitik vorgelegt. Darin alle Völker und Minderheiten dieser Region als gleichberech-
wird u. a. ausgeführt, dass in Zukunft der Konfliktprävention tigte Partner einzubeziehen, die Sache der Frauen, Kinder und
ein wesentlich höherer Stellenwert zuzumessen sei als der mi- Jugendlichen besonders zu fördern, die wirtschaftlichen Be-
litärischen Abschreckung und der Fähigkeit, Krieg zu führen. ziehungen ökologisch zu gestalten sowie schweizerischer-
Im zitierten Bericht findet sich sodann ein bemerkenswerter seits einen Beitrag an den Aufbau eines kulturell nichtdiskrimi-
Versuch, einen sicherheitspolitischen Auftrag für die Aussen- natorischen Bildungssystems in diesen Ländern zu leisten.
politik zu formulieren, nämlich: Diese neue Nahostpolitik nimmt sich die KSZE als Prozess
- Aktive Beteiligung der Schweiz am KSZE-Prozess; zum Vorbild. Verantwortlich für das Konzept ist der Gesamt-
- Konstruktive Mitwirkung an Abrüstungs- und Rüstungskon- bundesrat.
trollverhandlungen;
- Kreative Förderung von Methoden und Instrumenten zur Texte de la motion du 23 janvier 1991
friedlichen Beilegung von Streitigkeiten; Les députées soussignées chargent le Conseil fédéral d'insti-
- Engagement bei der Verifikation von Abrüstungs- und Rü- tuer le plus rapidement possible un groupe de travail composé
stungskontrollvereinbarungen; d'expert(e)s réputé(e)s (spécialistes du monde arabe, de la re-
- Erweiterung der traditionellen Guten Dienste; cherche sur la paix, etc.), groupe qui aura pour tâche d'élabo-
-Gezielte Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre rer une nouvelle politique sur le Proche-Orient. Cette politique
Hilfe unter Einschluss der Migrationsproblematik; s'efforcera d'intégrer dans les relations internationales les
-Aktive Teilnahme an internationalen Bestrebungen, die die pays ainsi que tous les peuples et minorités de cette région en
Umwelt schützen und als Grundlage der menschlichen Exi- tant que partenaires à part entière, de promouvoir spéciale-
stenz erhalten wollen; ment la cause des femmes, des enfants et des adolescents,
- Bemühungen um restriktive, international gültige Waffenex- d'introduire des principes écologiques dans les relations éco-
portbestimmungen und um die Nichtweiterverbreitung von nomiques, ainsi que de prévoir la fourniture par la Suisse
Massenvernichtungsmitteln. d'une contribution en vue de la mise en place d'un système de
Diese Absichtserklärungen, die mehr als jeder andere Teil der formation axé sur le respect des cultures.
Sicherheitspolitik auf die grösste Zustimmung in der Bevölke- Cette nouvelle politique sur le Proche-Orient s'inspirera du
rung stossen, bedürfen dringend der weiteren Konkretisie- processus de la CSCE. Le gouvernement dans son ensemble
rung und Ausgestaltung. Sie bleiben sonst toter Buchstabe sera responsable de cette politique.
wie einige schöne Aussagen des Sicherheitsberichts aus dem
Jahr 1973 (Friedens- und Konfliktforschung, stärkeres Enga- Mitunterzeichner -- Cosignataires: Antille, Bär, Daepp, Danu-
gement in der allgemeinen Friedenssicherung und Konfliktbe- ser, Diener, Dormann, Eppenberger Susi, Fankhauser, Gar-
wältigung usw.). Die vorliegende Motion verlangt nichts ande- diol, Grendelmeier, Haering Binder, Hafner Ursula, Haller,
res als die Umsetzung der unverbindlichen Aufträge an die Jeanprêtre, Leemann, Leutenegger Oberholzer, Mauch Ur-
Aussenpolitik in eine konsistente, wirksame und langfristige sula, Nabholz, Pitteloud, Segmüller, Spoerry, Stamm,
Politik. Stocker, Uchtenhagen, Ulrich, Zölch (26)
21. Juni 1991 N 1323 Motion Baerlocher
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Konzept, welches eine unabhängige Friedenspolitik fördert
Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht und Neutralitätspolitik statt Einschränkung auf klassisches
eine schriftliche Antwort. (damit auf kriegerische Auseinandersetzungen beschränktes)
Neutralitätsrecht ermöglicht. Dieses Konzept sollte daher in
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates folgende Richtung gehen:
vom 17. Aprili'991 - Neutralität als Grundlage für eine unabhängige Friedenspo-
Rapport écrit du Conseil fédéral litik unter Berücksichtigung einer globalen Umweltpolitik, Be-
du 17 avril 1991 kämpfung der weltweiten Verarmungsprozesse, Demokrati-
Gemäss Artikel 102 Ziffer 8 der Bundesverfassung gehört die sierung und Bekämpfung der Frauenunterdrückung durch
Leitung der Aussenpolitik der Schweiz zu den Aufgaben des Abbau patriarchaler Strukturen.
Bundesrates. Er hat jedoch die traditionelle Beteiligung des - Neutralitätspolitische Mitgestaltung der gesellschaftlichen
Parlamentes an der aussenpolitischen Meinungsbildung im- Aussenbeziehungen in Richtung ausgewogener Interdepen-
mer begrüsst. Ganz besonders schätzt der Bundesrat das En- denzen.
gagement der Parlamentarierinnen und Parlamentarier unter - Kooperatives Vorgehen der Schweiz mit anderen Neutralen
den heutigen Umständen, die sich als sehr günstig erweisen, und Nichtblockgebundenen.
um eine neue internationale Ordnung und damit die Respek- - Kollektive Friedenserhaltung eingeschränkt auf das Peace-
tierung des Rechts zu erlangen. keeping-Prinzip der Uno und Bemühungen der schweizeri-
Es liegt in der Natur seiner Aufgaben, dass der Bundesrat stän- schen Aussenpolitik zur entsprechenden Fortentwicklung des
dig seine Politik zu überprüfen hat. Von besonderer Notwen- Uno-Völkerrechts mit einer expliziten Rechtsgrundlage in der
digkeit ist dies - wie das seit Ausbruch der Kuwait-Krise der Uno-Charta.
Fall ist-, wenn die internationale Lage durch schnelle Wechsel - Die rechtliche Anpassung der Neutralität müsste flankiert
gekennzeichnet ist. So stützt sich der Bundesrat laufend auf werden durch eine intensive Mitwirkung an der Förderung be-
die Expertisen von Spezialisten der Aussenpolitik. Vertreter stehender und dem Aufbau neuer Institutionen einer koopera-
der verschiedenen Departemente beraten sich regelmässig tiven Existenzsicherungspolitik.
mit Experten im In- und Ausland, auf internationalen Konferen-
zen oder Seminarien. Texte de la motion du 7 mars 1991
Die Vorschläge der Motion sollten deshalb ebenfalls im Kon- A la lumière de divers événements politiques, notamment la
text der Departemente geprüft werden, kann doch die Ausar- guerre dans le Golfe et le processus d'intégration euro-
beitung einer neuen Nahost-Aussenpolitik nicht an aussenste- péenne, il s'est révélé que notre conception traditionnelle de la
hende Experten delegiert werden, seien diese noch so kom- neutralité était remise en cause. Dans son rapport sur la politi-
petent. que de sécurité, le Conseil fédéral laisse entendre que notre
Der Bundesrat legt Wert auf die Feststellung, dass er ent- neutralité soulève de nombreuses questions.
schlossen ist, sich entschieden für die Beseitigung der Ursa- De ce fait, le Conseil fédéral est chargé de donner une nou-
chen der Spannungen und Konflikte zu engagieren, die in der velle définition de la neutralité destinée à remplacer celle du
Region aufgetreten sind. In diesem Sinne hat er auch der Er- 26 novembre 1954, qui est dépassée à l'heure actuelle. Cette
nennung von Botschafter Brunner zum Sondervertreter des nouvelle optique de la neutralité devrait permettre de promou-
Uno-Generalsekretärs für den Nahen Osten gerne zuge- voir une politique de paix indépendante et de mettre en oeuvre
stimmt. Er ist allerdings überzeugt, dass die Probleme im Na- une politique de neutralité remplaçant le droit de la neutralité
hen Osten vor allem von den dortigen Völkern gelöst werden classique (qui ne porte que sur les conflits armés). Elle devrait
müssen. Die Schweiz kann wohl dazu beitragen, einen Dialog donc se caractériser comme suit:
in Gang zu setzen oder einen Streitfall auf friedlichem Wege zu - La neutralité servira de base à une politique de paix indépen-
lösen. Es würde aber leicht als Einmischung empfunden, woll- dante tenant compte d'une politique globale de l'environne-
ten wir unsere Prinzipien und unsere Wertvorstellungen in die- ment, combattant les phénomènes d'appauvrissement dans
ser Region durchsetzen. le monde entier, favorisant la démocratisation et luttant contre
la soumission des femmes en supprimant les structures pa-
Schriftliche Erklärung des Bundesrates triarcales;
Déclaration écrite du Conseil fédéral - Notre politique de neutralité contribuera à modeler les rela-
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- tions extérieures de notre société en vue d'établir des interdé-
deln. pendances équilibrées;
- La Suisse agira de concert avec d'autres Etats neutres ou
Ueberwiesen als Postulat- Transmis comme postulat non alignés;
- Notre pays oeuvrera en faveur du maintien de la paix collec-
tive en appliquant strictement le principe du «peace keeping»
de l'ONU, et sa politique étrangère visera à faire progresser le
droit international de l'ONU; à cet égard, une base juridique
#ST# 91.3056 explicite figurera dans la Charte de l'ONU;
- L'adaptation juridique de notre définition de la neutralité
Motion Baerlocher s'accompagnera d'efforts intenses destinés à promouvoir ou
Konzept für eine friedenspolitische à créer des institutions chargées de mener une politique de
sécurité collective.
Neuorientierung der Neutralität
Redéfinition de la neutralité Mitunterzeichner-Cosignataires: Bär, Bodenmann, Carobbio,
Grendelmeier, Haering Binder, Haller, Leuenberger-Solo-
thurn, Leutenegger Oberholzer, Maeder, Meier-Glattfelden,
Meier Samuel, Pitteloud, Rechsteiner, Stocker, Thür, Vollmer,
Weder-Basel, Zbinden Hans (18)
Wortlaut der Motion vom 7. März 1991
Verschiedene politische Ereignisse der letzten Zeit machen Schriftliche Begründung - Développement par écrit
deutlich, dass sich das bisher definierte Konzept der Neutrali- Die Diskussion um Ueberflugrechte für amerikanische und bri-
tät in einer Krise befindet: Golfkrieg und europäische Integra- tische Militärflugzeuge, die Kriegsmaterialexporte in kriegfüh-
tion. Auch im Bericht des Bundesrates zur Sicherheitspolitik rende Staaten und der Antrag des Bundesrates, 130 Millionen
wird die Neutralität zur offenen Frage erklärt. Franken Hilfsgelder an die Frontstaaten zu bezahlen, bestäti-
Der Bundesrat wird daher gebeten, zur Ablösung der veralte- gen die grundlegenden Aenderungen der schweizerischen
ten Neutralitätskonzeption vom 26. November 1954 ein Kon- Neutralitätspolitik. Die nach wie vor gültige offizielle Neutrali-
zept zu einer Neuorientierung der Neutralität vorzulegen. Ein tätskonzeption der Schweiz aus dem Jahre 1954 kann nicht
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Bäumlin Schweizerisches Konzept für eine neue Nahost-Politik
Motion Bäumlin Nouvelle politique suisse au Proche-Orient
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1991
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 91.3013
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 21.06.1991 - 08:00
Date
Data
Seite 1322-1323
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Ref. No 20 020 033
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