Election Challenges and Member Incompatibilities Dismissed
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe National Council reviewed election challenges and incompatibilities. A complaint regarding alleged election manipulation due to property rights allocation was dismissed as both untimely and lacking merit, as neither the constitution nor law permits global challenges based on vague assertions unrelated to the voting process. Additionally, the council addressed incompatibilities for elected members, specifically noting that a member serving as an instructor officer must resign from federal service within four months, and a pastor must also resign their parish position, although limited pastoral and charitable activities remain permissible.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 18 klar, Art. 2 Roland, Art. 75 un, Art. 75 tel, Art. 68 GRN, Art. 68 RCN; Election Challenges and Member Incompatibilities Dismissed: A complaint regarding alleged election manipulation due to property rights allocation was dismissed as both untimely and lacking merit, as neither the constitution nor law permits global challenges based on vague assertions unrelated to the voting process. Additionally, the council addressed incompatibilities for elected members, specifically noting that a member serving as an instructor officer must resign from federal service within four months, and a pastor must also resign their parish position, although limited pastoral and charitable activities remain permissible.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThe Provisional Bureau prepared the verification of credentials in accordance with this article.
This article sets the deadline for certain elected officials to resign from their federal positions if those positions are incompatible with their parliamentary mandate.
This article defines incompatibilities between certain federal positions and a mandate as a National Councillor.
Cited in the dispositive to impose costs on the appellant.
Volltext
Vérification des pouvoirs et prestation de serment 2066 N 25 novembre 1991
Dialogfähigkeit, unsere Fähigkeit, das andere Argument in verletzt hat. Dies ist zu verneinen. Die Beschwerde wurde tat-
das eigene Urteil mit einzubeziehen. Der Bundesrat hat seinen sächlich verspätet erhoben. Selbst wenn die Beschwerde
Meinungsbildungsprozess nicht besonders rasant, zuletzt rechtzeitig erhoben worden wäre, könnte den Rechtsbegeh-
aber dafür brisant abgeschlossen. Nun sind die eidgenössi- ren des Rekurrenten, insbesondere wegen Fehlens eines ad-
schen Räte daran, zuhanden des Stimmvolkes die Vorgabe äquaten Kausalzusammenhangs (Voraussetzung eines we-
zur Verfügung zu stellen. sentlichen Einflusses der behaupteten Unregelmässigkeiten
Von den Stimmberechtigten fordern wir unerhört viel. Der de- auf das Wahlergebnis), keine Folge gegeben werden. Verfas-
mokratische Dialog, die echte Auseinandersetzung - und sung und Gesetz lassen keine globale Anfechtung von Wahl-
nicht Demagogie oder Polemik - sind die einzig zumutbaren ergebnissen zu, die mit Pauschalbehauptungen begründet
Entscheidungsgrundlagen, die dem Anspruch der demokrati- werden könnten, die mit dem Wahlgang in keinem unmittelba-
schen Streitkultur gerecht werden und den fairen Entscheid ren Zusammenhang stehen.
herbeiführen können. Die Stimmberechtigten brauchen dazu Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
verlässliche Informationen. Je geringer die Informationen 4. Unvereinbarkeiten
sind, um so grösser wird die irrationale Reaktion sein. Wieweit 4.1. Nationalrat Roland Borer, Solothurn, ist gegenwärtig In-
unser Volk den Mut zum europäischen Aufbruch aufbringen struktionsoffizier des ËMD. Diese Tätigkeit ist gemäss Arti-
wird, muss sich weisen. kel 77 Bundesverfassung mit dem Mandat eines Nationalrates
Lange ist es her, seit die Schweiz mit der Gründung des Roten nicht vereinbar. Nationalrat Borer hat sich entschlossen, inner-
Kreuzes internationale Massstäbe gesetzt hat Die nicht mehr halb der ihm zur Verfügung stehenden Frist von vier Monaten
wegzudenkende, weltweit tätige Organisation ist seinerzeit seit Antritt des Nationalratsmandates (Art 18 Abs. 2 des Bun-
von einer armen Schweiz gegründet worden. Vergessen wir desgesetzes über die politischen Rechte; SR 161.1) aus dem
nicht: Niemand ist so reich, dass er nicht durch eine falsche Bundesdienst auszuscheiden.
Entscheidung arm werden könnte. 4.2. Nationalrat Ernst Sieber, Zürich, ist Pfarrer in Zürich-Alt-
An Aufgaben wird es uns nicht fehlen. Kurt Tuchojsky schrieb stetten. Nationalrat Sieber hat auf Ende Februar 1992 auf sein
einmal vor Wahlen: «Alle vier Jahre tun sie, als ob sie täten.» Pfarramt verzichtet Das provisorische Büro vertritt die Auffas-
Ein anderer Zeitgenosse meinte: «Alle treten dem Staat als sung, dass auch eine allfällige Tätigkeit als Verweser nach
Fordernde entgegen; das ist die letzte Gemeinsamkeit» Na- dem 24. März 1992 ausgeschlossen ist. Demgegenüber steht
türlich gelten derart spöttische Worte nicht für unseren Rat nach Meinung des provisorischen Büros der weiteren Aus-
Umgekehrt sind wir politisch dermassen unterschiedlich ge- übung von Seelsorgeaufgaben, wie der Beendigung einer ka-
färbt, wie das eine Demokratie auszeichnet Trotzdem: Ge- techetischen Tätigkeit, homiletischen Aktivitäten in Ausnah-
meinsam brauchen wir gleichwohl nicht unausstehlich zu mefällen, ausnahmsweisen Aufträgen der Landeskirche an
sein. ehemals aktive Pfarrer sowie rein pastoralen und karitativen
Ich wünsche uns allen Erfolg und auch etwas Lust an der Ar- Tätigkeiten nichts entgegen.
beit. (Beifall) 4.3. Nationalrat Joseph Zisyadis, Waadt, ist Pfarrer, hat aber
kein Pfarramt inné, sondern arbeitet als Parteisekretär. Es be-
steht also keine Unvereinbarkeit.
Mme Nabholz et M. Ducret présentent au nom du Bureau
#ST# 91.068 provisoire le rapport écrit suivant:
Wahlprüfung und Vereidigung 1. Le Bureau provisoire, lors de sa séance du 22 novembre
Vérification des pouvoirs 1991, a préparé la vérification des pouvoirs conformément à
l'article 2 du Règlement du Conseil national.
et prestation de serment 2. Le rapport du Conseil fédéral du 13 novembre 1991 et les
Bericht des Bundesrates vom 13. November 1991 (BBIIV 671) procès-verbaux cantonaux ne donnent lieu à aucune contes-
Rapport du Conseil fédéral du 13 novembre 1991 (FF IV 656) tation.
3. Recours
Par lettre du 17 octobre 1991, Martin Künzler, Bülach, a déposé
un recours touchant les élections du 20 octobre 1991 au
Conseil national, estimant que le scrutin avait été faussé unila-
Wahlprüfung -Vérification des pouvoirs téralement, en faveur des partis «bourgeois», par une «cession
inconstitutionnelle de droits de jouissance de biens-fonds»
Frau Nabholz und Herr Ducret unterbreiten im Namen des (traduction de la Chancellerie fédérale) accordée par l'Etat
provisorischen Büros den folgenden schriftlichen Bericht: Künzler a exigé le report des élections au Conseil national à
une date où l'égalité de traitement de tous les partis serait ga-
1. Das provisorische Büro hat an seiner Sitzung vom 22. No- rantie.
vember 1991 gemäss Artikel 2 des Geschäftsreglementes des Par décision no 3501 du 9 octobre 1991, le Conseil d'Etat du
Nationalrates die Wahlprüfung vorbereitet canton de Zurich a déclaré le recours du 29 septembre 1991 ir-
2. Der Bericht des Bundesrates vom 13. November 1991 und recevable en raison de son dépôt tard if.
die Wahlprotokolle der Kantone geben zu keinen Einwendun- Le Conseil national doit, en tant qu'instance de recours, exa-
gen Anlass. miner si la décision du gouvernement zurichois viole le droit
3. Beschwerden fédéral. Tel n'est pas le cas. Le recours a effectivement été dé-
Mit Eingabe vom 17 Oktober 1991 reichte Herr Martin Künz- posé à temps, il aurait dû être écarté. Ni la constitution ni la loi
ler, Bülach, Wahlbeschwerde gegen die Nationalratswahlen n'autorisent une contestation globale des résultats d'élections
vom 20. Oktober 1991 ein, da das Wahlergebnis durch «nicht qui se fonderait sur des prétentions générales sans rapport di-
verfassungskonforme Vergabe von Nutzungsrechten an rect avec le scrutin.
Grundstücken» von selten des Staates einseitig zugunsten .Le recours doit être rejeté.
der bürgerlichen Parteien verfälscht werde. Künzler verlangte 4. Incompatibilités
die Verschiebung der Nationalratswahlen auf einen Zeit- 4.1. M. Roland Borer, conseiller national, Soleure, est présen-
punkt, in dem die rechtsgleiche Behandlung aller Parteien tement officier instructeur du DMF. Cette activité est, au terme
gewährleistet sei. de l'article 77 de la Constitution fédérale, incompatible avec le
Auf seine Beschwerde vom 29. September 1991 an die Regie- mandat de conseiller national. M. Borer, conseiller national, a
rung des Kantons Zürich trat diese am 9. Oktober 1991 nicht décidé de quitter le service de la Confédération dans le délai
ein, weil verspätet erhoben. légal de quatre mois qui court à partir de son entrée au Conseil
Der Nationalrat als Beschwerdeinstanz hat zu prüfen, ob die national (art. 18, al. 2 de la loi fédérale sur les droits politiques;
Zürcher Kantonsregierung mit ihrem Entscheid Bundesrecht RS 161.1).
25. November 1991 N 2067 Wahlprüfung und Vereidigung
4.2. M. Ernst Sieber, conseiller national, Zurich, est pasteur à vember 1991 und die Wahlprotokolle der Kantone geprüft. Sie
Altstetten; il a renoncé à cette charge pour fin février 1992. Le geben zu keinen Einwendungen Anlass.
Bureau provisoire est d'avis qu'une éventuelle activité en tant Mit einer am 17 Oktober 1991 an den Nationalrat als Rekursin-
que remplaçant est également exclue après le 24 mars 1992. stanz eingereichten Wahlbeschwerde rügt Herr Martin Künzler
En revanche, de l'avis du Bureau provisoire, rien ne s'oppose aus Bülach, das Wahlergebnis werde durch «nicht verfas-
à l'exercice d'une activité englobant l'assistance spirituelle, sungskonforme Vergabe von Nutzungsrechten an Grund-
l'achèvement d'une action catéchétique, des homélies occa- stücken» von seilen des Staates einseitig zugunsten bürgerli-
sionnelles, des mandats exceptionnels de l'Eglise nationale, cher Parteien verfälscht. Die Prüfung dieser Beschwerde
ainsi que des actions purement pastorales et caritatives. durch das provisorische Büro ergab, dass der erstinstanzliche
4.3. M. Joseph Zisyadis, conseiller national, Vaud, est pasteur Entscheid des Zürcher Regierungsrates, der die Beschwerde
sans en exercer la charge; il est secrétaire de parti. Il n'y a donc abgewiesen hat, weder in formeller noch in materieller Hin-
pas incompatibilité. sicht zu beanstanden ist Abgesehen davon, dass die Wahlbe-
schwerde verspätet erhoben worden ist, muss festgestellt wer-
Antrag des Büros den, dass sie auch materiell nicht begründet wäre. Dass ein
Das provisorische Büro beantragt: Bürger mit einer bestimmten politischen Richtung oder mit
1. diesen Bericht zur Kenntnis zu nehmen; konkreten politischen Entscheidungen nicht einverstanden
2. die Beschwerdevon Martin Künzler, Bülach, abzuweisen; ist, stellt noch keinen Beschwerdegrund dar.
3. die Ergebnisse der Nationalratswahlen 1991 für alle Kan- Es besteht auch sachlich kein Zusammenhang zwischen die-
tone zu validieren. sem Nichteinverstandensein und dem Wahlprozedere. Das
provisorische Büro beantragt Ihnen daher, die Beschwerde
Proposition du Bureau abzuweisen.
Le Bureau provisoire propose: Wir haben uns ferner in drei Fällen gewählter Ratsmitglieder
1. d'approuver le présent rapport; mit der Frage der Unvereinbarkeit befassen müssen. Diesbe-
2. de rejeter le recours de Martin Künzler, à Bülach; züglich wird auf den schriftlichen Bericht verwiesen. Ergän-
3. de valider les résultats des élections de 1991 au Conseil na- zend möchten wir beifügen, dass das Bundesgesetz über die
tional pour tous les cantons. politischen Rechte in Artikel 18 klar regelt, dass Bundesbe-
amte oder Personen des geistlichen Standes innert vier Mona-
Hubacher, Alterspräsident: Es wurde ein provisorisches Büro ten nach Eintritt in den Nationalrat aus ihrem Amte auszuschei-
gebildet, dem folgende Ratsmitglieder angehören: Frau Nab- den haben. Es besteht kein Ermessensspielraum des Rates,
holz, die Herren Carobbio, Ducret, Fischer-Sursee, Philipona, eine Verlängerung dieser Frist vorzusehen. Die Ratsmitglieder
Schmid Peter, Seiler Hanspeter und Vollmer. Gemäss Artikel 2 Roland Borer und Ernst Sieber haben daher bis zum 25. März
des Geschäftsreglementes des Nationalrates hat das proviso- 1992 auf ihre gemäss Verfassung als unvereinbar erklärten
rische Büro unter anderem die Aufgabe, die Wahlprüfung vor- Aemterzu verzichten, was von beiden zugesichert worden ist.
zubereiten. Was Herrn Ernst Sieber betrifft, verweise ich auf den Bericht.
Dort ist klargestellt, dass es möglich sein soll, auch nach dem
Frau Nabholz, Berichterstatterin: Nach dem Bundesgesetz Ausscheiden aus dem Pfarramt in Ausnahmefällen vereinzelt
vom 17. Dezember 1976 über die politischen Rechte befindet Predigten zu halten, und dass die soziale und karitative Tätig-
der Nationalrat in seiner konstituierenden Sitzung über die keit von Herrn Sieber mit seinem Amt als Nationalrat nicht un-
Gültigkeit der Wahlen. Er entscheidet bei der Validierung auch vereinbar ist
über Wahlbeschwerden und allfällige Unvereinbarkeiten. Die Das provisorische Büro empfiehlt Ihnen daher einstimmig, die
Vorbereitung dieser Wahlprüfung obliegt dem provisorischen im schriftlichen Bericht gestellten Anträge gutzuheissen.
Büro, in dessen Namen ich sprechen darf.
Das provisorische Büro hat am 22. November 1991 getagt und M. Ducret, rapporteur: Le Bureau provisoire, réuni sous la pré-
Ihnen einen schriftlichen Bericht unterbreitet Ich möchte die- sidence de notre jeune doyen d'âge, M. Helmut Hubacher,
sen Bericht nur in wenigen Punkten mündlich ergänzen und vous propose de valider les élections pour tous les cantons.
einige Probleme aufgreifen, auf die wir bei der Vorbereitung Outre le cas de M. Roland Borer, élu sur la liste du Parti des au-
der Wahlprüfung gestossen sind. tomobilistes du canton de Soleure, officier-instructeur au Dé-
Die massive zahlenmässige Zunahme an Kandidatinnen und partement militaire fédéral, qui quittera ses fonctions au début
Kandidaten, an Listen, Listenverbindungen und Unterlisten- de l'an prochain, le Bureau provisoire a été amené à s'occuper
verbindungen sowie die Differenzierung postalischer Beförde- de la situation du pasteur Ernst Sieber, de Zurich, élu sur la
rungskategorien haben bei der Abwicklung der Nationalrats- liste du Parti évangélique populaire.
wahlen zu praktischen Schwierigkeiten geführt So konnten in L'article 75 de la Constitution fédérale, en sa teneur actuelle,
fünf Kantonen die Wahlresultate zunächst nicht richtig publi- dispose qu'«est éligible comme membre du Conseil national
ziert werden, und es war eine zweite Publikation nötig. Würden tout citoyen suisse laïque et ayant droit de voter» ou, en d'au-
Beschwerdeführer sämtliche Möglichkeiten, die ihnen offen- tres termes, que nul ne peut être simultanément conseiller na-
stehen, ausschöpfen, könnten sie mit ihren Beschwerden so- tional et ecclésiastique. Comme le relève M. Jean-François
gar die rechtzeitige Eröffnung der neuen Legislatur verhin- Aubert, professeur et ancien collègue, dans son Traité de droit
dern. Die in Vorbereitung stehende Revision des Bundesge- constitutionnel suisse, voilà une des règles qui expriment l'at-
setzes über die politischen Rechte wird uns darum Gelegen- mosphère d'anticléricalisme d'où est issue notre constitution!
heit geben, diesen Gegebenheiten Rechnung zu tragen und L'état d'ecclésiastique procède, dans la religion catholique,
Fristen, Rechtsmittel und Bedürfnisse wieder aufeinander ab- de l'ordination, et dans la religion protestante, de la consécra-
zustimmen. tion. En voyant dans l'article 75 un cas d'incompatibilité plutôt
Bereits im Jahre 1979 hatte sich das provisorische Büro mit que d'inéligibilité, la pratique traite inégalement les ecclésiasti-
dem Wahlverfahren im Kanton Genf zu befassen. In diesem ques romains et réformés. Les protestants seuls peuvent vrai-
Kanton werden für die Nationalrats- und die Ständeratswahlen ment choisir et préférer l'honneur de la députation à leur état
kombinierte Wahlzettel, die sich nicht voneinander trennen d'ecclésiastique. Les catholiques ne pourraient le faire sans
lassen, verwendet Diese Form der Liste schafft offensichtlich encourir des conséquences au plan de l'exercice de leur mi-
Unklarheiten. Wir erlauben uns daher, an das Votum von Natio- nistère. Autrement dit, l'article 75 tel qu'il a toujours été inter-
nalrat Muheim als Berichterstatter des provisorischen Büros prété contient une règle d'incompatibilité pour les pasteurs et
von 1979 zu erinnern, und wiederholen den damals geäusser- d'inéligibilité pour les prêtres.
ten Wunsch, der Kanton Genf möge Vorkehrungen bezüglich Le pasteur Sieber prendra sa retraite à la fin février 1992. En ce
Gestaltung der Wahlzettel treffen, damit inskünftig Unklarhei- qui le concerne, il n'y aura donc plus d'incompatibilité au
ten und Unsicherheiten vermieden werden können. terme du délai légal de quatre mois prévu par l'article 18 de la
Wie Sie dem schriftlichen Bericht entnehmen können, hat das loi sur les droits politiques et qui s'applique d'ailleurs tant à
provisorische Büro den Bericht des Bundesrates vom 13. No- M. Sieber, pasteur, qu'à M. Borer, fonctionnaire fédéral. Le
Vérification des pouvoirs et prestation de serment 2068 N 25 novembre 1991
rapport écrit du Bureau provisoire indique les quelques cas où «Ich schwöre vor Gott, dem Allmächtigen, die Verfassung und
une activité du pasteur Sieber pourrait se poursuivre au-delà die Gesetze des Bundes treu und wahr zu halten; die Einheit,
du 24 mars de l'an prochain. Kraft und Ehre der schweizerischen Nation zu wahren; die
Le Bureau a constaté que l'augmentation massive du nombre Unabhängigkeit des Vaterlandes, die Freiheit und die Rechte
des candidatures, 2561 contre 2400 quatre ans plus tôt, des des Volkes und seiner Bürger zu schützen und zu schirmen
apparentements, 54 au lieu de 48, des sous-apparentements, und überhaupt alle mir übertragenen Pflichten gewissenhaft
31 au lieu de 17, ainsi que l'apparition de trois sous sous-appa- zu erfüllen, so wahr mir Gott helfe.»
rentements ont conduit à des difficultés pratiques considéra- «En présence de Dieu tout-puissant, je jure d'observer et de
bles. Les différentes catégories du courrier postal ont engen- maintenir fidèlement la Constitution et les lois fédérales, de
dré, elles aussi, des complications, ce qui n'est pas pour nous sauvegarder l'unité, l'honneur et l'indépendance de la patrie
étonner. Si les recourants faisaient usage de toutes les possi- suisse, de défendre la liberté et les droits du peuple et des ci-
bilités légales, l'ouverture de la nouvelle législature pourrait toyens, enfin, de remplir scrupuleusement les fonctions qui
être retardée. La révision de la loi fédérale sur les droits politi- m'ont été confiées, aussi vrai que je désire que Dieu m'as-
ques, qui est actuellement en préparation, donnera l'occasion siste.»
de prévoir une harmonisation des délais des voies de droit et
des exigences pratiques. Le Bureau provisoire ne peut qu'en- «Giuro innanzi a Dio Onnipotente di osservare e mantenere fe-
courager la Chancellerie dans cette voie. delmente e sinceramente la Costituzione e le leggi della Con-
.Le Bureau provisoire s'est également penché sur les difficultés federazione, di vegliare all'unità, alla forza ed all'onore della
rencontrées dans le canton de Genève, en raison du fait que Nazione svizzera, di difendere e proteggere l'indipendenza
les bulletins de vote portent les noms, à la fois des candidats della Patria, la libertà ed i diritti del Popolo e dei Cittadini, e in-
au Conseil national et de ceux au Conseil des Etats. Ainsi que somma di adempiere coscienziosamente tutte le funzioni a me
cela avait déjà été souligné en 1979, le Bureau tient à insister affidate, cosi come desidero che Iddio mi aiuti.»
sur la nécessité que les autorités genevoises, qui se disent
déjà conscientes du problème, trouvent une formule qui per- Herr Sauvant, Generalsekretär der Bundesversammlung, ver-
mette de concilier la tradition de l'estampille propre à ce can- liest die Gelübde formel in den drei Amtssprachen:
ton et l'objectif souhaité et souhaitable d'éviter, dans toute la M. Sauvant, secrétaire général de l'Assemblée fédérale, donne
mesure possible, de fâcheux risques de confusion. lecture de la formule de la promesse dans les trois langues offi-
En conclusion, je vous invite à adhérer aux trois conclusions cielles:
du Bureau provisoire qui figurent dans le rapport écrit «Ich gelobe, die Verfassung und die Gesetze des Bundes treu
und wahr zu halten; die Einheit, Kraft und Ehre der schweizeri-
Angenommen -Adopté schen Nation zu wahren; die Unabhängigkeit des Vaterlandes,
die Freiheit und die Rechte des Volkes und seiner Bürger zu
Sieber: Ich habe mein Amt als Pfarrer auf Ende Februar 1992 schützen und zu schirmen und überhaupt alle mir übertrage-
abgegeben. Ich werde nicht mehr verordneter Diener einer kan- nen Pflichten gewissenhaft zu erfüllen.»
tonal-zürcherischen Gemeinde sein. Ich habe auch dem ent- «Je promets d'observer et de maintenir fidèlement la Constitu-
sprochen, was das nationalrätliche Büro mir nahegelegt hat. tion et les lois fédérales, de sauvegarder l'unité, l'honneur et
Ein Amt kann man zwar ablegen, aber nicht die Berufung. Ich l'indépendance de la patrie suisse; de défendre la liberté et les
werde also weiterhin - das ist mir auch im Bericht zugesagt droits du peuple et des citoyens; enfin de remplir scrupuleuse-
worden - an der Basis, im sozialdiakonischen Bereich, arbei- ment les fonctions qui m'ont été confiées.»
ten, mit Blick auf die Armut in der Schweiz solidarisch mit den
Betroffenen wirken, und ich werde auch hier ihre Anliegen ver- «Prometto di osservare e mantenere fedelmente e sincera-
treten. mente la Constituzione e le leggi della Confederazione, di ve-
Zum anderen: Ich habe mein Amt abgelegt und frage Sie: gliare all'unità, alla forza ed all'onore della Nazione Svizzera,
Habe ich auch dann, wenn die Kirche mir keinen Auftrag er- di difendere e proteggere l'indipendenza della Patria, la libertà
teilt, die Möglichkeit, frei - nur gestützt auf das Neue Testa- ed i diritti del Popolo e dei Cittadini, e insomma di adempiere
ment-das Wort des Evangeliums zu verkündigen? Es müsste coscienziosamente tutte le funzioni a me affidate.»
meiner Meinung nach in diesem Bericht ergänzt sein, dass ich
die Möglichkeit habe, in unserem Land, in einem Land, das ein Hubacher, Alterspräsident: Gemäss Beschluss des Büros
Kreuz im Wappen hat, frei - nur gestützt auf das Neue Testa- werden Eid und Gelübde unter Namensaufruf abgelegt. Die
ment - das Wort der Gottesreichsbotschaft zu verkündigen. Ratsmitglieder sind gebeten, sich beim Aufruf ihres Namens
Eine Schlussbemerkung: Ich denke, dass die Unterscheidung zu erheben. Wenn sie den Eid leisten, erheben sie drei Finger
zwischen geistlichem und weltlichem Stand, von der Bibel her der rechten Hand und sagen, jedes in seiner Muttersprache:
gesehen, falsch ist, und ich hoffe, dass wir hier im Parlament «Ich schwöre es», «Je le jure», «Lo giuro». Wenn sie das Ge-
eines Tages auf diesen Punkt zurückkommen. lübde ablegen, sagen sie, jedes in seiner Sprache: «Ich ge-
Ich danke Ihnen für das Verständnis. lobe es», «Je le promets», «Lo prometto».
Hubacher, Alterspräsident: Das provisorische Büro hat - wie Folgende Ratsmitglieder werden vereidigt:
die Berichterstatter dargelegt haben - die Bundesverfassung Les membres du conseil suivants sont assermentés:
zu interpretieren und hat mit Herrn Sieber eine Vereinbarung Allenspach, Aregger, Aubry, Baumberger, Berger, Bezzola,
getroffen, dass er dieses Pfarramt nicht mehr ausüben kann, Binder, Bircher Peter, Blatter, Blocher, Bonny, Borei François,
aber pastorale Handlungen selbstverständlich zulässig sind. Borer Roland, Bortoluzzi, BrüggerCyrill, Bühler Simeon, Büh-
rer Gerald, Bundi, Bürgi, Caccia, Caspar, Cavadini Adriano,
Chevallaz, Cincera, Columberg, Comby, Cotti, Couchepin,
Vereidigung - Prestation de serment Daepp, Darbellay, David, Deiss, Dettling, Dormann, Dreher,
Ducret, Dünki, Eggenberger, Eggly, Engler, Epiney, Etique,
Hubacher, Alterspräsident: Ich ersuche die Ratsmitglieder Eymann Christoph, Fasel, Fehr, Fischer-Hägglingen, Fischer-
und die Besucher auf den Tribünen sich von den Sitzen zu er- Seengen, Fischer-Sursee, Frey Claude, Frey Walter, Friderici
heben. Ich bitte den Generalsekretär, die Eides- und die Ge- Charles, Fritschi Oscar, Früh, Giezendanner, Giger, Gobet,
lübdeformel zu verlesen. Gros Jean-Michel, Grossenbacher, Guinand, Gysin, Hafner
Rudolf, Hari, Heberlein, Hegetschweiler, Hess Otto, Hess Pe-
Herr Sauvant, Generalsekretär der Bundesversammlung, ver- ter, Hildbrand, Iten Joseph, Jaeger, Jäggi Paul, Jenni Peter,
liest die Eidesformel in den drei Amtssprachen: Jöri, Keller Anton, Keller Rudolf, Kern, Kühne, Leu Josef,
M. Sauvant, secrétaire général de l'Assemblée fédérale, donne Leuba, Loeb François, Luder, Maeder, Maitre, Marti Werner,
lecture de la formule du serment dans les trois langues officiel- Maspoli, Mauch Rolf, Maurer, Meier Hans, Meier Samuel,
les: Meyer Theo, Miesch, Moser, Mühlemann, Müller, Nabholz,
25. November 1991 2069 Wahlen
Narbel, Nebiker, Neuenschwander, Oehler, Perey, Philipona, der Schweiz ein Seminar über Demokratie, Föderalismus und
Pidoux, Pini, Poncet, Raggenbass, Rebeaud, Reimann Maxi- Parlamentarismus absolvieren. Sie verfolgen unsere Wahlen
milian, Rohrbasser, Ruckstuhl, Ruf, Rutishauser, Rychen, und Debatten, allerdings im Käfigturm, im Informationsraum.
Sandoz, Savary, Scheidegger, Scherrer Jürg, Scherrer Wer- Ich möchte ganz besonders dem jüngsten Alterspräsidenten
ner, Scheurer Rémy, Schmidhalter, Schwab, Segmüller, Seiler seit 1848, Herrn Helmut Hubacher, für seine Ansprache dan-
Hanspeter, Seiler Rolf, Spoerry, Stalder, Stamm Judith, Stef- ken. Es ist bemerkenswert, dass ausgerechnet Du, Helmut,
fen, Steinegger, Steinemann, Stucky, Suter, Theubet, Tschup- aus dem Halbkanton Basel-Stadt, die Legislaturperiode eröff-
pert Karl, Vetterli, Wanner, Wick, Wittenwiler, Wyss, Zisyadis, net hast und dass der andere Halbkanton, Basel-Landschaft,
Zölch, Züger, Zwahlen, Zwygart (142) den ersten Nationalratspräsidenten der neuen Legislaturperi-
ode stellen darf.
Folgende Ratsmitglieder legen das Gelübde ab: Unsere gemeinsame Herkunft aus der Nordwestschweiz
Les membres du conseil suivants font la promesse: dürfte ein deutliches Zeichen dafür sein, dass es langsam an
Aguet, Bär, Baumann, Bäumlin, Béguelin, Bircher Silvio, Bi- der Zeit wäre, dass unsere beiden Halbkantone die volle Mün-
schof, Bodenmann, Borradori, Brunner Christiane, Bühlmann, digkeit erhalten, wenn sie schon in der Lage sind, gleichzeitig
Camponovo, Carobbio, Danuser, de Dardel, Diener, Duvoisin, je einen ganzen Präsidenten zu stellen!
Fankhauser, von Feiten, Gardiol, Goll, Gonseth, Grendel- Ich danke Dir im Namen des Parlamentes für Deine Worte. Wir
meier, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Ursula, Haller, stimmen mit Dir darin überein, dass das Parlament nicht zum
Hämmerle, Herczog, Hollenstein, Hubacher, Jeanprêtre, Le- Randereignis der Politik werden darf. Es wird sich nun aber
dergerber, Leemann, Leuenberger Ernst, Leuenberger Moritz, auch zeigen müssen, ob sich die Parlamentsreform, die Du als
Mamie, Matthey, Mauch Ursula, Misteli, Rechsteiner, Robert, Präsident der vorberatenden Kommission wesentlich mitge-
Ruffy, Schmid Peter, Schmied Walter, Sieber, Spielmann, prägt hast, bewähren wird.
Stamm Luzi, Steiger, Strahm Rudolf, Thür, Tschäppät Alexan- Ganz herzlich danken möchte ich in dieser Stunde auch mei-
der, Tschopp, Vollmer, Weder Hansjürg, Wiederkehr, Ziegler nem Amtsvorgänger Ueli Bremi. Ich möchte ihn, seine Gattin
Jean (57) und seine Tochter auf der Tribüne herzlich begrüssen. Es war
ein Glücksfall, Ueli Bremi, dass ausgerechnet Du im Jubilä-
Das folgende Ratsmitglied ist abwesend - Est absent: umsjahr der Eidgenossenschaft Parlamentspräsident warst.
Schnider (1) Du hast als echter Freisinniger und Liberaler gehandelt und
entschieden. Du hast in Deinen zahlreichen Reden vieles kriti-
siert, aber nie destruktiv, sondern immer aufbauend. Du hast
unsere Vergangenheit nüchtern beurteilt Du hast aber Deinen
Stolz, Schweizer zu sein, nie verhehlt. Du hast damit auch das
Poly-Brass-Bläserquintett, Bern Selbstbewusstsein unserer Bevölkerung gestärkt. Du hast in
einer unverkrampften Art den Schweizerinnen und Schwei-
Georg Friedrich Händel Suite aus der «Wassermusik» zern gezeigt, dass wir uns nicht isolieren dürfen, dass wir uns
hin zu Europa öffnen sollen. Du hast damit zweifellos das Feld
für die kommenden Beratungen und Entscheidungen über die
Integration in Europa bestmöglich vorbereitet. Du hast be-
wusst auch das Verständnis in Europa für die Schweiz geför-
Hubacher, Alterspräsident: Ich danke in Ihrem Namen dem dert. Du hieltest mit allen Parlamentspräsidenten der europäi-
Poly-Brass-Quintettfürseine musikalischen Einlagen. (Beifall) schen Länder engen Kontakt. Kontakte, die intensiviert und
weiter gepflegt werden müssen. Danke für alles, und alles
Gute für Dich und Deine Familie!
Wahl des Präsidenten des Nationalrates 1991/1992 Lassen Sie mich zur Eröffnung dieser neuen Legislaturperiode
Election du Président du Conseil national 1991/1992 einen Politiker zitieren, der nicht nur bis vor einer Viertelstunde
der bisher einzige Baselbieter Nationalratspräsident gewesen
Hubacher, Alterspräsident: Als Nationalratspräsidenten war, sondern auch Aussagen von bleibendem Wert gemacht
schlagen Ihnen die Fraktionen den gegenwärtigen Vizepräsi- hatte. Ich spreche vom Baselbieter Emil Frey, Nationalratsprä-
denten, Herrn Hans-Rudolf Nebiker, vor. sident in der 10. Legislaturperiode, im Jahre 1876, und später
Bundesrat von 1891 bis 1897 Von Emil Frey ist folgendes Zitat
Ergebnis der Wahl - Résultat du scrutin aus einer Präsidialrede vor dem Nationalrat überliefert: «Si-
Ausgeteilte Wahlzettel - Bulletins délivrés 198 cher ist, dass die absolute Wirtschaftsfreiheit erst den mächti-
eingelangt-rentrés 198 gen Aufschwung von Industrie, Handel und Technik ermög-
leer-blancs 19 lichte. Aber die schrankenlose Freiheit hat auch zu gewaltigen
ungültig-nuls 3 wirtschaftlichen Gegensätzen geführt. Das bisherige System
gültig-valables 176 bedeutete doch nichts anderes als Krieg aller gegen alle. Es
absolutes Mehr-Majorité absolue 89 müssen wieder ethische Grundsätze zur Geltung kommen.
Die Passivität des Staates hat wirtschaftliche Uebelstände er-
Es wird gewählt - Est élu möglicht, deren Gewichtaufallen Volksklassen lastet.»
Herr Hans-Rudolf Nebiker mit 136 Stimmen Emil Frey war ein freisinniger Politiker. Er hat dies kurz nach
der im zweiten Anlauf angenommenen Totalrevision der Bun-
Ferner haben Stimmen erhalten-Ont en outre obtenu des voix desverfassung von 1874 gesagt. Ihm ging es bei seinen sozial-
Verschiedene-Divers 40 politischen Anliegen nicht um Klassenkampf und Revolution.
Ihm ging es um menschliche Kultur und Humanität. Der sozi-
Hubacher, Alterspräsident: Herr Nebiker, ich gratuliere Ihnen ale Ausgleich war für ihn auch eine unabdingbare Vorausset-
im Namen des Rates zu Ihrer Wahl und bitte Sie, mich von die- zung für einen demokratischen Staat.
sem schwierigen Amt abzulösen. (Beifall) Die Rede des seinerzeitigen Nationalratspräsidenten Emil
Frey wurde zu Beginn einer wichtigen politischen Periode der
Herr Nebiker übernimmt den Vorsitz Schweiz gehalten. In jener Zeit verstärkte sich nämlich das so-
M. Nebiker prend la présidence ziale Gewissen des liberalen Staates. Die Rede stand am An-
fang der entscheidenden Entwicklung in Richtung Wohlfahrts-
Präsident: Ich danke Ihnen für das Vertrauen, das Sie mir mit staat.
dieser Wahl entgegengebracht haben. Ich werde alles daran- Auch heute stehen wir wieder an einem wichtigen Anfang: am
setzen, dieses auch zu rechtfertigen. Anfang des Weges der Schweiz zur europäischen Integration.
Vorgängig möchte ich noch die ausländischen Parlamentarier Das ist ja gerade das Faszinierende an der Politik, dass man
begrüssen, Parlamentarier aus der Tschechoslowakei, die in immer wieder an einem Anfang steht. Langsam lässt sich das
Elections 2070 N 25 novembre 1991
Ziel des Weges zu Europa erkennen oder erhoffen. Wir stellen Wahl des Vizepräsidenten des Nationalrates 1991/1992
uns ein einiges, friedliches Europa aller Länder vor, ein Eu- Election du vice-président du Conseil national 1991/1992
ropa, das föderalistisch aufgebaut sein wird. Ein Europa, in
dem die historisch gewachsenen und gefestigten Gliedstaa- Präsident: Die Fraktionen schlagen Ihnen Herrn Paul Schmid-
ten möglichst viel an Selbständigkeit und Eigenarten bewah- haltervor.
ren können. Ein Europa, in dem den zentralen und gemeinsa-
men Strukturen nur das übertragen wird, was für die gemein- Ergebnis der Wahl - Résultat du scrutin
same Entwicklung und Zusammenarbeit der Staaten unterein- Ausgeteilte Wahlzettel-Bulletins délivrés 194
ander unbedingt notwendig ist Kurz: ein Europa, in das sich eingelangt-rentrés 191
auch unser Land, gleichberechtigt mit allen anderen europäi- leer-blancs 10
schen Staaten, einfügen kann. ungültig-nuls 1
Zu diesem Europa, das von der Europäischen Gemeinschaft gültig-valables 180
entscheidend mitgeprägt wird, gehört auch die Schweiz. Den absolutes Mehr-Majorité absolue 91
Weg dazu müssen wir noch finden.
Wir sind uns noch nicht einig, ob dieser direkt über die EG führt Es wird gewählt - Est élu
oder ob wir über die verschlungenen Pfade eines EWR-Vertra- Herr Paul Schmidhalter mit 114 Stimmen
ges eher ans Ziel kommen oder, schliesslich, ob wir auf einem
einsamen Wanderweg im Alleingang zum zukünftigen Europa Ferner haben Stimmen erhalten - Ont en outre obtenu des voix
gelangen sollen. Alle Wege haben ihre Vorteile, aber auch Ge- M. Vital Darbellay 19
fahren und Ungewissheiten. Wir müssen entscheiden. Wir als Frau Judith Stamm 17
Parlament müssen so vorentscheiden, dass sich die Stimm- Verschiedene-Divers 30
bürger von unseren Argumenten überzeugen lassen und uns
folgen können. Gerade diese Aufgabe, dieser wichtige politi- Präsident: Ich gratuliere Herrn Paul Schmidhalter zu seiner
sche Anfang, braucht eine sehr sorgfältige, intensive parla- glanzvollen Wahl und bitte ihn, auf dem Sessel des Vizepräsi-
mentarische Arbeit. denten Platz zu nehmen. (Beifall)
Für den direkten Weg zur EG, der steil und anstrengend ist,
dürfte uns die nötige Kraft fehlen. Die Mehrheit der Schweizer
Bevölkerung wird einem solchen Weg nicht zustimmen, auch Wahl der Stimmenzähler- Election des scrutateurs
wenn Meinungsumfragen anderes zu besagen scheinen. Der
Weg durch den Dschungel des EWR-Vertrages, den uns der Präsident: Die Wahlvorschläge der Fraktionen sind Ihnen
Bundesrat vorschlägt, wird auch mühsam sein. Es wird darauf ausgeteilt worden. Die ersten vier Namen auf der Liste betref-
ankommen, sich nicht im Unterholz der vielen Gesetzesbe- fen die Stimmenzähler, die vier weiteren Namen die Ersatz-
stimmungen zu verlieren, nicht im Kreis herumzuirren und stimmenzähler.
nicht blindlings gegen Bäume schweizerischer Dogmen zu
rennen. Wir sollten nicht nur die Schwierigkeiten sehen und Ergebnis der Wahl - Résultat du scrutin
über jede Wurzel stolpern, sondern auch stets das Ziel der Be- Ausgeteilte Wahlzettel - Bulletins délivrés 175
mühungen, die Integration und die Zusammenarbeit der eingelangt-rentrés 175
Schweiz mit Europa, im Auge behalten und dann nüchtern, leer-blancs 0
ohne Vorurteil, entscheiden. ungültig-nuls 0
Der dritte Weg schliesslich, man nennt ihn den Alleingang, gültig-valables 175
steht uns ebenfalls offen. Auch dieser Weg könnte ans Ziel füh- absolutes Mehr-Majorité absolue 88
ren. Er ist gewiss nicht der einfachste Weg. Es handelt sich
vielmehr um einen Bergpfad mit Entbehrungen und Anstren- Es werden gewählt - Sont élus
gungen, auch mit Gefahren. Er könnte sogar, statt ans Ziel, in Herr Ulrich Blatter mit 168 Stimmen
die Sackgasse einer Isolation führen. M. François Borei mit 156 Stimmen
Auf uns Parlamentarier warten also grosse Aufgaben. Ich Herr Hans-Rudolf Früh mit 170 Stimmen
hoffe, dass wir im Interesse unseres Landes kluge Entschei- HerrOttoHess mit165Stimmen
dungen fällen werden. Dazu gehört nicht nur das Vertreten der
eigenen Ueberzeugungen, sondern auch das Aufeinanderhö- Ferner haben Stimmen erhalten - Ont en outre obtenu des voix
ren, das Abwägen und die Bereitschaft, sich von besseren Ar- Verschiedene-Divers 11
gumenten überzeugen zu lassen.
Ich glaube, dass die Parlamentsreform mithelfen wird, die ge-
setzgeberischen Aufgaben effizient, kompetent und überzeu- Wahl der Ersatzstimmenzähler
gend zu erledigen. Das wegen der Entschädigungen der Par- Election des scrutateurs suppléants
lamentarier ergriffene Referendum soll uns nicht daran hin-
dern, gute Arbeit zu leisten. Es gibt eine Menge zu tun, nicht Ergebnis der Wahl - Résultat du scrutin
nur im Zusammenhang mit dem EWR-Vertrag. Ich denke auch Ausgeteilte Wahlzettel-Bulletins délivrés 175
an die anderen dringenden Vorhaben, wie die Bundesfinanz- eingelangt-rentrés 175
reform, das Sparen, die entscheidenden und dringenden leer-blancs 0
landwirtschaftlichen Vorlagen - auch hier stehen wir vor einem ungültig-nuls 0
Anfang -, die AHV-Revision und die Revision des Krankenver- gültig-valables 175
sicherungsgesetzes. Gefordert sind wir auch mit der Sicher-. absolutes Mehr-Majorité absolue 88
heitspolitik, mit der Armeereform.
Wir stehen als Parlament vor einer Vielzahl von faszinierenden Es werden gewählt- Sont élus
Aufgaben. Packen wir sie an! Ich weiss, dass ich auf Ihre Mitar- M. Fulvio Caccia mit 170 Stimmen
beit zählen kann, und danke Ihnen dafür schon im voraus be- Herr Theo Meyer mit 157 Stimmen
stens. (Beifall) M. André Perey mit 167 Stimmen
Herr Peter Schmid mit 143 Stimmen
Ferner haben Stimmen erhalten - Ont en outre obtenu des voix
Verschiedene-Divers 11
Präsident: Ich gratuliere den Stimmenzählern und Ersatzstim-
menzählern zu ihrer Wahl und wünsche ihnen eine erfolgrei-
che Tätigkeit. (Beifall)
25. November 1991 N 2071 SBB. Voranschlag 1992
Ordnungsantrag Dreher - Motion d'ordre Dreher M. Frey Claude, rapporteur: Le budget initial des PTT pré-
voyait, pour 1991, un bénéfice d'entreprise de 55 millions de
Dreher: Gemäss Artikel 49 des geltenden Geschäftsregle- francs. Ce petit bénéfice budgétaire devenait déficit, dès
mentes des Nationalrates tragen die Mitglieder im Rat eine l'adoption du premier supplément qui s'élevait à 204 millions
«schickliche Kleidung». In Ziffer 21.6 des Ihnen allen zugestell- de francs de crédits de fonctionnement, et à 15,7 millions pour
ten Vademecums wird die schickliche Kleidung unmissver- les crédits d'investissements.
ständlich so interpretiert, dass Herren Anzug, Krawatte oder Aujourd'hui, nous vous proposons d'adopter un supplément
Fliege - en français cravate ou papillon - zu tragen haben, um de quelque 192 millions de francs. Le déficit prévisible des
den Bekleidungsvorschriften zu genügen. comptes sera de quelque 300 millions de francs. L'essentiel
Ich stelle fest, dass einige Ratsmitglieder - die Herren Gross des crédits qui vous sont demandés aujourd'hui porte sur une
Andreas, Rechsteiner, Steiger und Zisyadis - der Meinung réadaptation des traitements et salaires, dont l'inflation avait
sind, diese Regeln gälten für sie nicht. été sous-estimée, porte aussi sur des dépenses des charges
Ich stelle daher - auch im Namen der einstimmigen Fraktion énergétiques supplémentaires pour quelque 10 millions et
der Auto-Partei-zuhanden des hierfür zuständigen Büros den pour des transformations et démolitions pour 8 millions de
Antrag, darüber nachzudenken, wie es diese Bekleidungsvor- francs. Quant aux crédits d'investissements, ils seront essen-
schriften in Zukunft durchsetzen möchte. tiellement destinés aux lignes d'abonnés du téléphone et aux
Meine Herren - um die Damen handelt es sich hier ausnahms- équipements de téléphonie.
weise einmal nicht -: Wir bemühen uns alle, in einem Aufzug A l'unanimité, la Commission des finances vous propose d'ap-
zu erscheinen, mit welchem wir den Respekt vor der Institution prouver ce supplément II au budget des PTT pour 1991.
dieses Hauses bezeugen. Ich glaube, wir sollten einmal ein
Exempel statuieren, damit hier nicht das «Tenü Berghütte» ein- Eintreten ist obligatorisch
reisst. L'entrée en matière est acquise de plein droit
Präsident: Das Büro wird nachdenken. (Heiterkeit) Damit ist Detailberatung - Discussion par articles
der Ordnungsantrag erledigt
Titel und Ingress, Art. 1-3
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
#ST# Ad 90.063
Titre et préambule, art. 1-3
PTT. Voranschlag 1991. Nachtrag II Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
PTT. Budget 1991. Supplément II
Angenommen -Adopté
Botschaft und Beschlussentwurf vom 23. Oktober 1991
Message et projet d'arrêté du 23 octobre 1991
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Bezug bei der Generaldirektion PTT,
Viktoriastrasse 21,3030 Bern Für Annahme des Entwurfes 103 Stimmen
S'obtiennent auprès de la Direction générale des PTT, (Einstimmigkeit)
Viktoriastrasse 21,3030 Berne
Kategorie IV, Art. 68 GRN - Catégorie IV, art 68 RCN
An den Ständerat-Au Conseil des Etats
Züger, Berichterstatter: Der Bundesrat unterbreitet uns mit
dem Nachtrag II zum Finanzvoranschlag 1991 der PTT-
Betriebe Kreditbegehren im Umfang von 191,9 Millionen Fran-
ken. Davon entfallen 101,4 Millionen Franken auf die Erfolgs- #ST# 91.055
rechnung und 90,5 Millionen Franken auf die Investitionen.
Sämtliche Kredite werden durch Einsparungen in anderen Ru- SBB. Voranschlag 1992
briken kompensiert Für die Aufteilung der Kreditbegehren CFF. Budget 1992
verweise ich Sie auf die Botschaft.
Zusammengefasst könnte man sagen: Bei der Erfolgsrech- Botschaft und Beschlussentwurf vom 23. Oktober 1991 (BBIIV 641)
nung wirken sich die höhere Teuerung und die internationale Message et projet d'arrêté du 23 octobre 1991 (FF IV 625)
Fernmeldeabrechnung aus, bei den Investitionen ist es zum Voranschlag 1992 und Mittelfristplan 1993-1997 der SBB
grössten Teil der Ausbau von Telefoneinrichtungen im Fern- vom 18. September 1991
meldebereich. Budget 1992 et plan à moyen terme 1993-1997 des CFF
du 18 septembre 1991
Wie bereits mit dem ersten Nachtragskreditbegehren ange-
Bezug bei der Generaldirektion SBB,
kündigt, wird der mit dem Voranschlag 1991 budgetierte Unter- Hochschulstrasse 6,3030 Bern
nehmensgewinn von 55 Millionen Franken nicht erreicht wer- S'obtiennent auprès de la Direction générale des CFF,
den. Die PTT-Betriebe haben daher unternehmerische Mass- Hochschulstrasse 6,3030 Berne
nahmen ergriffen, um die namhaften, zum Teil extern beding- Kategorie III, Art. 68 GRN - Catégorie III, art. 68 RCN
ten Kostensteigerungen durch Kompensation auf der Ausga-
ben- und Einnahmenseite aufzufangen. Im Vordergrund ste-
hen dabei der Verzicht auf zusätzliche Abschreibungen in der
Höhe von 160 Millionen Franken sowie, Einsparungen im Be-
reich Leistungen Dritter und im weiteren beim Fremdaufwand. Zwygart, Berichterstatter: Es ist der Schwanengesang des
Trotz dieser Massnahmen muss wegen der stark rückläufigen Präsidenten der Verkehrskommission zu diesem Geschäft
Nachfrageentwicklung im Postbereich und der zu gering ein- Künftig werden die Geschäftsprüfungs- und die Finanzkom-
geschätzten Teuerung mit einem Unternehmensverlust in der mission über den Voranschlag der SBB zu sprechen haben.
Grössenordnung von 300 Millionen Franken gerechnet wer- Die Verkehrskommission des Nationalrates hat am 5. Novem-
den. ber den Voranschlag der SBB für das Jahr 1992 eingehend ge-
Die Finanzkommission beantragt Ihnen einstimmig, den prüft An der Sitzung nahmen auch Bundesrat Ogi als Vorste-
Nachtrag II zum Finanzvoranschlag 1991 der PTT-Betriebe zu her des EVED und der Präsident der Generaldirektion der
genehmigen. SBB, Herr Hans Eisenring, teil.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Wahlprüfung und Vereidigung
Vérification des pouvoirs et prestation de serment
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1991
Année
Anno
Band V
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 01
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 91.068
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 25.11.1991 - 14:30
Date
Data
Seite 2066-2071
Page
Pagina
Ref. No 20 020 645
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