Asylum Policy Challenge
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court addressed the asylum policy of the country in response to a surge in asylum seekers and concerns about inefficient processing. The government argued that its "action program" aimed to increase decision-making capacity to around 47,000, which would help establish a deterrent effect through faster decisions, and that quota systems were incompatible with international conventions. The court questioned the feasibility and practicality of implementing a quota system without significantly enhanced border surveillance and potentially military support, while also noting that existing emergency powers under Article 9 of the law were largely being utilized. The court was asked to detail plans for enforcing accelerated procedures, designating more "safe countries," increasing reception facilities, strengthening border controls, and implementing development cooperation projects in asylum seekers' countries of origin.
Legislator-Regeste
KI-generiertAsylum Policy Challenge: The government argued that its "action program" aimed to increase decision-making capacity to around 47,000, which would help establish a deterrent effect through faster decisions, and that quota systems were incompatible with international conventions. The court questioned the feasibility and practicality of implementing a quota system without significantly enhanced border surveillance and potentially military support, while also noting that existing emergency powers under Article 9 of the law were largely being utilized. The court was asked to detail plans for enforcing accelerated procedures, designating more "safe countries," increasing reception facilities, strengthening border controls, and implementing development cooperation projects in asylum seekers' countries of origin.
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Interpellation Mühlemann 1028 N 10juin1991
Bundesrat Koller: Nur kurz zu drei Punkten. zu realisieren, um das Uebel an den Wurzeln anzupacken. Die
Herr Nationalrat Hess hat gesagt: Selbst wenn jetzt dieses neue Rekordzahl an Flüchtlingen sollte den Bundesrat zwin-
Jahr die Chance bestehe, 27 000 Entscheide zu fällen, bliebe gen, die abhaltende Wirkung gegenüber den Asylbewerbern
dann trotzdem noch eine Lücke, weil wir 50 000 Gesuche er- deutlich zu erhöhen, damit er nicht zum schwer durchsetzba-
warten würden. Mit dem Aktionsprogramm werden wir errei- ren Hilfsmittel notrechtlicher Massnahmen greifen muss.
chen, dass wir eine Entscheidkapazität von rund 47 000 Ent- Der Bundesrat wird deshalb eingeladen, folgende Fragen zu
scheiden realisieren können; denn etwa 10000 Entscheide beantworten:
werden uns die Entscheidvorbereitungen durch die Kantone 1. Wann gedenkt er das gesetzlich vorgeschriebene Be-
bringen, eine Möglichkeit, die wir mit dem AVB letztes Jahr neu schleunigungsverfahren bei Nichteintretensentscheiden wirk-
geschaffen haben. Für 10 000 werden wir zusätzlich Kapazität sam durchzusetzen?
im Rahmen eines Personalantrages schaffen müssen, den ich 2. Wann bezeichnet er weitere verfolgungssichere Staaten wie
dem Bundesrat bereits eingereicht habe. Ich glaube, damit beispielsweise Bulgarien, Rumänien oder Jugoslawien (ohne
sollten dann wirklich die Voraussetzungen erfüllt sein, dass die Provinz Kosovo)?
dissuasive Wirkung der raschen Entscheide wirkt, damit wir 3. Wann schafft er zusätzliche Empfangsstellen für Asylbewer-
mit unseren Zahlen wieder auf Grössenordnungen herunter- ber zur Entlastung der Standorte Basel, Chiasso, Genf und
kommen, die mit gewissen Nachbarländern auch einigermas- Kreuzungen?
sen vergleichbar sind. 4. Wann verstärkt er die Grenzkontrollen, um den illegalen
In bezug auf die Quotenregelung: Allen, die die Lösung des Uebertritt an der grünen Grenze zu erschweren und die Tätig-
Problems in diesen Quoten oder Kontingenten sehen, möchte keit der Schlepperorganisationen zu unterbinden?
ich einfach zu bedenken geben, dass das mit den Konventio- 5. Wann realisiert er Projekte zur Entwicklungszusammen-
nen nicht kompatibel ist. Ich hätte gerne, wenn mir jemand ein- arbeit in den Herkunftsländern von Asylbewerbern?
mal erklären würde, wie wir diese Quotenregelung rein prak-
tisch durchführen sollten; denn glauben Sie, dass jene Leute, Texte de l'interpellation du 27 novembre 1990
die über die Quote hinaus in unser Land kommen, aus unse- L'afflux de demandeurs d'asile a atteint, en octobre 1990, la
rem Land leichter wieder wegzuweisen sind als jene, gegen barre des 5000 requérants. A ce rythme, quelque 35 000 nou-
die ein negativer Asylentscheid besteht? Eine Quotenrege- veaux demandeurs devraient être entrés dans notre pays d'ici
lung könnten Sie wirklich nur realisieren, wenn Sie eine viel, afin 1990. La Suisse est en proie à cette situation critique, bien
viel intensivere Ueberwachung bereits an der Grenze hätten. que les Chambres fédérales aient procédé, lors de la session
Sie wissen, dafür brauchten wir viel mehr Grenzwächter. Die de juin 1990, à une révision sérieuse de la loi sur l'asile et que
finden wir nicht. Wer Quotenregelung sagt, muss also auch Ar- l'ordonnance y relative ait été adaptée en conséquence avec
mee-Einsatz, Unterstützung der Grenzwacht durch die Armee effet au 1 er octobre 1990.
sagen, nur damit wir uns wenigstens diesbezüglich einig sind. Jusqu'à présent, le Conseil fédéral n'a manifestement pas
Ein letzter Punkt: Wer immer wieder auf die Kompetenz des réussi à accélérer efficacement les mesures d'exécution et,
Bundesrates hinweist, Artikel 9 Notrecht, den möchte ich ein- plus particulièrement, à faire appliquer à brève échéance les
fach auch bitten, mir und dem Gesamtbundesrat zu sagen, décisions de non-entrée en matière. Ce n'est qu'à la suite
was wir unter diesem Titel tun sollen; denn dieser Artikel 9 ist d'une pression opiniâtre de l'extérieur que le Conseil fédéral a
meiner Meinung nach heute weitgehend eine Leerformel ge- fini par mettre la Pologne, la Hongrie et la Tchécoslovaquie sur
worden. Was im Rahmen der Konventionen und unserer Ver- la liste des pays dans lesquels il n'y a pas de persécutions et
fassung möglich ist, haben wir weitestgehend schon genutzt. vers lesquels les requérants peuvent être immédiatement re-
foulés, sans qu'une menace ne plane sur eux. Si nous voulons
éviter une crise politique dans notre pays, le Conseil fédéral
doit aussi renforcer les organes de contrôle à la frontière afin
d'enrayer l'activité des passeurs. Mais il importe aussi de réali-
#ST# 90.894 ser enfin des projets de coopération au développement dans
les pays d'origine des demandeurs d'asile afin d'attaquer le
Interpellation Mühlemann mal à la racine. Le nouveau chiffre record de demandeurs
Massnahmen d'asile devrait amener le Conseil fédéral à renforcer sensible-
für eine wirksame Asylpolitik ment l'effet dissuasif de la législation à l'égard des requérants
afin de ne pas devoir recourir aux mesures relevant du droit de
Application nécessité, qui sont difficiles à imposer.
de la politique d'asile C'est pourquoi je pose les questions suivantes au Conseil fé-
déral:
1. Quand compte-t-il faire appliquer efficacement la procédure
accélérée prescrite par la loi en cas de décisions de non-
entrée en matière?
Wortlaut der Interpellation vom 27. November 1990 2. Quand désignera-t-il de nouveaux pays exempts de persé-
Die Flut von Asylbewerbern erreichte im Oktober 1990 die Re- cutions tels que la Bulgarie, la Roumanie ou la Yougoslavie
kordmarke von 5000 Flüchtlingen. Es dürften deshalb bis (sans la province du Kosovo)?
Ende 1990 etwa 35 000 neue Asylbewerber in unser Land ein- 3. Quand créera-t-il des centres d'enregistrement supplémen-
reisen. Diese kritische Situation in der Asylpolitik ist entstan- taires pour les demandeurs d'asile afin de décharger ceux de
den, obwohl die eidgenössischen Räte in der Junisession Bàie, Chiasso, Genève et Kreuzungen?
1990 eine griffige Revision des Asylgesetzes vorgenommen 4. Quand renforcera-t-il les contrôles à la frontière afin d'empê-
haben und die entsprechende Verordnung auf den 1. Oktober cher les entrées illégales par des passages non surveillés et
1990 sinngemäss angepasst wurde. d'enrayer l'activité des organisations de passeurs?
Es gelang dem Bundesrat bis jetzt nicht, die Vollzugsmass- 5. Quand réalisera-t-il des projets de coopération au dévelop-
nahmen wirksam voranzutreiben und vor allem die Nichtein- pement dans les pays d'origine des demandeurs d'asile?
tretensentscheide kurzfristig durchzusetzen. Nur nach hart-
näckigem Druck von aussen hat der Bundesrat Polen, Ungarn Mitunterzeichner - Cosignataires: Bühler, Burckhardt, Bürgi,
und die Tschechoslowakei als verfolgungssichere Länder be- Couchepin, Dietrich, Dubois, Ducret, Dünki, Eppenberger
zeichnet, in welche die Flüchtlinge ohne Gefährdung sofort zu- Susi, Fäh, Fierz, Fischer-Seengen, Frey Claude, Frey Walter,
rückgewiesen werden können. Wenn wir eine innenpolitische Friderici, Gros, Hänggi, Kohler, Kühn, Loretan, Martin, Müller-
Krise vermeiden wollen, muss der Bundesrat auch die Grenz- Meilen, Müller-Wiliberg, Neuenschwander, Perey, Philipona,
wachtorgane verstärken, um der Schleppertätigkeit Einhalt zu Pidoux, Portmann, Revaclier, Rohrbasser, Rutishauser, Sa-
gebieten. Es gilt aber ebenso, Projekte der Entwicklungszu- vary-Vaud, Schnider, Steinegger, Wanner, Weber-Schwyz,
sammenarbeit in den Herkunftsländern von Asylanten endlich Wellauer, Widrig, Wyss William, Zwingli (40)
10. Juni 1991 1029 Interpellation Mühlemann
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Mühlemann: Die Asylpolitik ist eine Sisyphusarbeit. Herr Bun-
Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht desrat Koller kann den berühmten Stein des Sisyphus den
eine schriftliche Antwort. Berg hinaufrollen, soviel er will, er wird ihn nie nach oben brin-
gen. In diesem Sinne müssen wir Verständnis für seine wirk-
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates lich schwierige Aufgabe haben.
vom 15. Mai 1991 Wenn ich von der Antwort auf meine Interpellation trotzdem
Rapport écrit du Conseil fédéral nur teilweise befriedigt bin, hängt das damit zusammen, dass
du 15 mai 1991 die Antworten zwar alle in die richtige Richtung gehen, aber
1.12. Die mit Verabschiedung des dringlichen Bundesbe- meines Erachtens zu wenig entschlossen und zu wenig be-
schlusses neu geschaffene Möglichkeit zur Fällung von herztvorangetrieben werden.
Nichteintretensentscheiden soll auf der einen Seite die Be- Die Entwicklungszusammenarbeit in den Herkunftsländern
kämpfung individueller Missbrauchsfälle erlauben, auf der än- der Asylanten steht seit dem Jahre 1984 an. Ich habe damals
dern Seite das Asylverfahren insofern in grösserem Ausmass einen ersten Vorstoss gemacht. Wenn wir hier eine Stichpro-
entlasten, als Gesuche von Asylbewerbern, die aus sogenann- benkontrolle durchführen, stellen wir fest, dass ausserge-
ten Safe countries stammen oder solche, zu deren Behand- wöhnlich wenig geschehen ist. Das ist nicht die Aufgabe von
lung - vorab im Hinblick auf ein künftiges Erstasylabkommen Herrn Bundesrat Koller, sondern die Aufgabe des Departe-
- ein anderer Staat prädestiniert ist, ebenfalls durch Nichtein- mentes für auswärtige Angelegenheiten. Aber der Wechsel
tretensentscheide erledigt werden können. von der klassischen Entwicklungshilfe zur Entwicklungszu-
Die neue Bestimmung kommt seit Inkrafttreten bei Missbräu- sammenarbeit im Asylbereich scheint ausserordentliche gei-
chen konsequent zur Anwendung. stige Umstellbewegungen auszulösen. Wenn wir etwa in der
Nachdem der Bundesrat im Oktober 1990 eine erste Feststel- Türkei feststellen, dass bis jetzt praktisch keine richtigen Pro-
lung über verfolgungssichere Länder getroffen hat und dabei jekte zustande gekommen sind, hängt das nicht nur mit der
Ungarn, Polen und die CSFR als Safe countries bezeichnete, türkischen Regierung zusammen, sondern auch mit dem Wil-
hat er am 18. März 1991 eine entsprechende Feststellung für len unseres Landes, etwas zu tun.
Indien, Algerien und Bulgarien getroffen. Damit wurde der An- Wir können auch unsere Entwicklungszusammenarbeit in
wendungsbereich von Nichteintretensentscheiden erheblich Ost-Europa nur dann sinnvoll durchführen, wenn wir diese Zu-
erweitert. Dies schlägt sich auch in der Statistik nieder: Wäh- sammenarbeit mit dem Prinzip der verfolgungssicheren Län-
rend von Juli bis Dezember 1990 887 Nichteintretensent- der koppeln. Der Bundesrat hat hier Ansätze gemacht, aber
scheide gefällt wurden, beläuft sich deren Zahl für die ersten sie sind meines Erachtens zu wenig weit ausgedehnt worden.
vier Monate im Jahre 1991 auf 1420. Die Bundesrepublik Deutschland hat jetzt die Sowjetunion zu
Der Anwendungsbereich im Rahmen eines Erstasylabkom- einem Safe country erklärt. Was Deutschland kann, das kön-
mens, von welchem zahlenmässig am meisten zu erwarten ist, nen wir an sich auch. Wenn wir die osteuropäischen Länder
steht derzeit noch nicht zur Verfügung. Der Abschluss eines mit Milliardenkrediten aufzurüsten versuchen, dann müssen
solchen Abkommens kann frühestens auf Ende 1991/Anfang wir auch verlangen, dass die Menschen dort bleiben und die
1992 erwartet werden. Damit kann die Neuerung von Artikel 16 Aufbauarbeiten betreiben.
im Asylgesetz ihre Wirkung erst 1992 voll entfalten. Auch die Kontrolle an unseren Grenzen bringt eine mühselige
3. Die Empfangsstellen wurden per 1. Januar 1988 in Betrieb Triage zwischen Einwanderern und Flüchtlingen. Diese Triage
genommen. Zur Bewältigung der Zuwachsrate, welche bis kann nur erfolgen, wenn zuvorderst in den Empfangsstellen
Ende 1990 rund 50 Prozent pro Jahr betragen hat und im er- Menschen die Leitung übernehmen, die fähig sind, auch
sten Quartal des laufenden Jahres auf über 80 Prozent hoch- Nichteintretensanträge durchzusetzen. Wir haben im ersten
geschnellt ist, wurde den Transitzentren Goldswil, Arbedo, Quartal des Jahres 1991 fast 20 000 Einwanderer und Flücht-
Gorgier und Altstätten auch Empfangsstellenfunktion übertra- linge. Davon sind rund 15 Prozent, annähernd 3000, direkt zu-
gen. Im Planungskonzept 1991 ist die Vergrösserung der rückgewiesen worden. Das ist ein erster Ansatz, aberseinerzeit,
Empfangsstelle Basel und die Eröffnung weiterer Transitzen- voreinem Jahr, wurde uns eine wesentlich grössere Zahl in Aus-
tren vorgesehen. sicht gestellt. Das hängt damit zusammen, Herr Bundesrat,
4. Die Bewachung der grünen Grenze wird in den neuralgi- dass entgegen derVerordnungdieHilfswerke beigezogen wer-
schen Gebieten seit 1989 durch personelle Schwergewichts- den. Das führt zu einerVerzögerung. Die Triage muss unmittel-
bildung des Grenzwachtkorps verstärkt. Damit kann das Ri- bar durch einen verantwortlichen Leiter erfolgen können, der
siko für die Schlepper punktuell vergrössert und ihre Organi- hier entscheidet. Demzufolge muss auch die Zahl der Emp-
sation gestört werden. Eine verstärkte Bekämpfung der illega- fangsstellen vergrössert werden. Wenn wirdiese Triage sorgfäl-
len Grenzübertritte liesse sich mit zusätzlichem Grenzwacht- tig vornehmen wollen, kommen wir nicht darum herum, die
personal erreichen. Eine deutlich spürbare Bestandeserhö- Grenze gegen Schlepperorganisationen mehrzu überwachen.
hung ist jedoch wegen des ausgetrockneten Arbeitsmarktes Sie können dieses heisse Thema drehen, solange Sie wollen,
nicht realisierbar. Ein Versuch zur Verstärkung des Grenz- die Zahl der Grenzwächter ist nicht vermehrbar. Also brauchen
wachtkorps und der Grenzpolizeidienste mit Formationen der sie eine Unterstützung durch militärische Kräfte. Das braucht
Armee wurde im Rahmen der Uebung «Limes» im März dieses keine Totalmobilmachung. Wer, wie Bundesrat Koller und ich,
Jahres durchgeführt. Nach Auswertung der Ergebnisse wird in Grenzbrigaden militärisch aufgewachsen ist, weiss, -dass
über das weitere Vorgehen entschieden. man diese Probleme ganz einfach und schlicht lösen kann,
5. Die Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz ist ganz nämlich mit Neutralitätsschutzdienstübungen. Die Truppe
grundsätzlich auf Massnahmen zur Eindämmung der Migra- kann das, sie muss nicht ausgebildet werden. Es geht nicht
tion ausgerichtet. Kurzfristig spielt die humanitäre Hilfe eine darum, irgendwo und überall zu sein, sondern es geht darum,
vergleichbare Rolle, indem sie den Flüchtlingen die Möglich- an gewissen neuralgischen Stellen eindämmende Wirkung zu
keit gibt, im Erstaufnahmegebiet zu bleiben. erzielen. In dieser Beziehung kommen wir nicht darum herum,
Verschiedene Aktivitäten der Entwicklungszusammenarbeit auch dieses Mittel zu ergreifen. Ich glaube, dass der Bericht, der
erstrecken sich auf Projekte in Herkunftsländern von Asylbe- strategische Akzente setzt, sehr sinnvoll und sehr gescheit ist.
werbern, beispielsweise in Sri Lanka und Pakistan. In der Tür- Aber er hat in sich auch die Gefahr, dass er uns vom tatsächli-
kei sind neue Aktivitäten in Vorbereitung, insbesondere hin- chen Sofortprogramm ablenkt, von diesen Aktionen, die nicht
sichtlich der Intensivierung der Zusammenarbeit mit der «De- Reflexion bedeuten, sondern Tat und Handeln.
velopment Foundation of Turkey», hinsichtlich der Finanzie- Ich bitte Sie, Herr Bundesrat, im Sinne der Antworten, die Sie
rung eines Projektes der FAO auf dem Gebiet der Forstwirt- mir gegeben haben, noch tatkräftiger, noch konsequenter ein-
schaft im Rahmen von Dorfgenossenschaften sowie hinsicht- zugreifen, um eine innenpolitische Krise zu verhindern.
lich der Hilfeleistung bei der Berufsbildung und Unterstützung
von Handwerkern und Kleinunternehmern in Zusammenar- Bundesrat Koller: Nur kurz Antwort auf ein Problem, das Herr
beit mit der Weltbank und der BIZ. All diese Aktivitäten werden Mühlemann angesprochen hat, die Frage der Safe countries.
voraussichtlich im laufenden Jahr beginnen. Ich kann Ihnen versichern, dass wir die Lage in den betreffen-
Postulat Longet 1030 N 10juin1991
den Ländern ständig aufmerksam verfolgen. Aber es liegt na- noeuvre des délégués des oeuvres d'entraide dans les cen-
türlich in der Natur der Sache, dass wir nicht Länder als verfol- tres constitue un recul que rien ne justifie. La mesure unilaté-
gungssicher erklären können, wo nicht grundsätzlich-wenig- rale de l'administration ne peut que créer tension et méfiance.
stens bei kleinen und mittleren Ländern - eine befriedigende Rappelons enfin que, s'agissant de la présence des délégués
Menschenrechtssituation herrscht. Wir haben letzten Som- des oeuvres d'entraide au centre de Genève-Cointrin, le
mer, als wir den AVB erlassen haben, geglaubt, wir könnten Grand Conseil, en date du 29 novembre 1990, et le Conseil
demnächst alle osteuropäischen Länder als verfolgungssi- d'Etat genevois se sont prononcés pour le maintien de la prati-
cher erklären. Sie kennen die seitherige Entwicklung. Das war que actuelle.
in bezug auf einzelne osteuropäische Länder nicht möglich,
und wir haben jüngst mit Algerien erlebt, wie rasch eine Situa- Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
tion wieder umschlagen kann. Dass wir alle Möglichkeiten nut- vom 15. Mai 1991
zen, zeigt Ihnen vor allem das Beispiel von Indien. Indien ha- Rapport écrit du Conseil fédéral
ben wir bewusst als verfolgungssicher erklärt, obwohl wir wis- du 15 mai 1991
sen, dass in diesem riesigen Land in gewissen Provinzen die Lors de la mise en service des centres d'enregistrement en
Menschenrechtssituation nicht voll befriedigt. Aber in einem 1988, les oeuvres d'entraide ont eu la possibilité de se faire
so grossen Land - diesen Standpunkt vertreten wir - gibt es une idée du but et du fonctionnement de ces institutions fédé-
genügend innerstaatliche Ausweichmöglichkeiten, um das rales par une présence régulière de leurs représentants. Après
Land als verfolgungssicher erklären zu können. plusieurs années de fonctionnement durant lesquelles les ex-
périences faites ont pu être évaluées et prises en compte dans
la pratique, il est aujourd'hui possible de renoncer à la pré-
sence permanente de ces délégués, d'autant plus que, selon
l'article 15a de la loi sur l'asile, les organisations reconnues
#ST# 90.974 d'aide aux réfugiés envoient l'un de leurs représentants aux
auditions sur les motifs d'asile et que ces auditions ont égale-
Postulat Longet ment lieu au centre d'enregistrement. Vu leur rôle dans la pro-
Aufnahmezentren für Asylbewerber. cédure d'asile, les oeuvres d'entraide ont librement accès aux
Zugang für Delegierte der Hilfswerke centres d'enregistrement dans la mesure de ce qui est prévu
par la loi. Afin de renforcer la confiance entre les autorités fédé-
Centres d'enregistrement rales chargées des questions d'asile et les oeuvres d'entraide
pour requérants d'asile. reconnues, on examine à l'heure actuelle comment aménager
Accès des oeuvres d'entraide l'accès aux centres des représentants de l'Office central
suisse d'aide aux réfugiés dans le cadre de leurs activités de
coordination. Les autorités fédérales ont déjà communiqué à
TOSAR une proposition sur ce point.
Wortlaut des Postulates vom 14. Dezember 1990
Der Bundesrat wird ersucht, dafür zu sorgen, dass die Dele- Schriftliche Erklärung des Bundesrates
gierten der Hilfswerke auch in Zukunft freien Zugang zu den Déclaration écrite du Conseil fédéral
Aufnahmezentren für Asylbewerber haben. Le Conseil fédéral propose de rejeter le postulat.
Texte du postulat du 14 décembre 1990 M. Longet: II s'agit d'un point concret d'une chose que l'on
Le Conseil fédéral est prié de maintenir dans les centres peut considérer comme n'étant pas absolument essentielle
d'enregistrement pour requérants d'asile l'accès libre pour les mais qui a toute son importance, et dans laquelle notre inter-
délégués des oeuvres d'entraide. vention peut être décisive. La situation dans le domaine de
l'asile, nous l'avons encore redit cet après-midi, est déjà assez
Mitunterzeichner - Cosignataires: Burckhardt, Danuser, Dar- compliquée comme cela. Il ne faut pas la compliquer inutile-
bellay, Ducret, Fankhauser, Gardiol, Grassi, Grendelmeier, ment. La situation dans l'asile - cela aussi a été dit - nécessite
Gros, Guinand, Hafner Ursula, Keller, Petitpierre, Pini, Pitte- la collaboration de toutes les forces de bonne volonté, et non
loud.Ruffy, Schmid, Weder-Basel (18) pas l'exclusion. Or, l'Office fédéral pour les réfugiés s'est mis
en tête, dans cette situation compliquée et où on a besoin de la
Schriftliche Begründung - Développement par écrit collaboration de toutes les forces, de démanteler quelque
Depuis bientôt trois ans, les centres d'enregistrement pour re- chose qui donnait entière satisfaction, à savoir la présence des
quérants d'asile sont visités régulièrement par des délégués oeuvres d'entraide dans les centres d'enregistrement. Cela
des oeuvres d'entraide membres de l'Office suisse d'aide aux fonctionnait parfaitement. Il n'y avait pas de problème et voilà
réfugiés (OSAR), cela dans le cadre de procédures concrètes que dans un premier temps on a voulu tout simplement refuser
mais aussi indépendamment de celles-ci. la présence à des oeuvres d'entraide dans ces centres.
Le 17 septembre 1990, le Délégué aux réfugiés faisait connaî- Dans un deuxième temps, après de nombreux échanges de
tre par lettre à TOSAR sa décision de mettre unilatéralement fin lettres et de polémique, on a mis sur pied un soi-disant com-
à ces visites. Une rencontre entre les oeuvres d'entraide et promis-je dis soi-disant compromis parce que ce n'est nulle-
M. Koller, conseiller fédéral, n'a pas abouti à une décision ment un compromis. On a accordé aux oeuvres d'entraide
claire, M. Koller demandant cependant aux oeuvres d'en- non pas un collaborateur, mais deux collaborateurs pour tous
traide et à l'administration de trouver une solution satisfaisante les quatre centres, soit un demi-poste par centre, et on trouve
pour toutes les parties. Une nouvelle réunion est prévue pour normal que ces collaborateurs doivent passer la moitié de leur
janvier en vue d'évaluer la situation et les expériences faites temps à traverser le pays pour venir plus tard à l'endroit où on
avec la pratique des oeuvres d'entraide. les a appelés. Solution compliquée, solution hybride, qui ne
Les signataires du présent postulat ne comprennent pas pour permet plus cet accès direct et cette confiance qui devraient
quelles raisons on cherche à supprimer un fonctionnement régner. Décision ridicule, inefficace, bureaucratique, on exclut
qui a donné satisfaction. Il est important que la collaboration sans le dire des organisations que par ailleurs on prétend vou-
entre administration et oeuvres d'entraide ait lieu sur le terrain, loir associer de plein droit.
et qu'en particulier les centres d'enregistrement fonctionnent Faisons donc simplement: donnons satisfaction à une reven-
dans la transparence. La situation actuelle avait beaucoup dication légitime; permettons cet accès par des moyens de
contribué à créer la confiance et à rassurer l'opinion sur la ges- bon sens, c'est-à-dire veillons à maintenir la situation qui ré-
tion desdits centres. gnait jusqu'au début de cette année, à savoir que les oeuvres
Dans le dossier délicat entre tous de l'asile, il importe de ne d'entraide ont un accès quand cela est nécessaire, et quand
pas créer des problèmes là où il n'y en a pas, et dans le cas elles l'estiment nécessaire, par une personne au moins qui
particulier, la diminution de la présence et de la marge de ma- puisse aller voir ce qui se passe. C'est une question de
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Mühlemann Massnahmen für eine wirksame Asylpolitik
Interpellation Mühlemann Application de la politique d'asile
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1991
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.894
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 10.06.1991 - 14:30
Date
Data
Seite 1028-1030
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