Asylum Seeker Proposal Rejection
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court addressed a situation where a proposal aimed to reduce the influx of asylum seekers by making Switzerland less attractive, but it risked undermining integration efforts and labor market policies. The court reasoned that while private citizens and humanitarian organizations could offer support within existing laws, the cantons were responsible for housing and assisting asylum seekers during the procedure. The court ultimately proposed rejecting the motion, emphasizing that the federal government had taken steps to assist cantons and municipalities in managing the asylum seeker situation and that cooperation among all parties was crucial for effective implementation of asylum law.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 9 AsylG, Art. 21 des Asylverfahrensbeschlusses; Asylum Seeker Proposal Rejection: The court reasoned that while private citizens and humanitarian organizations could offer support within existing laws, the cantons were responsible for housing and assisting asylum seekers during the procedure. The court ultimately proposed rejecting the motion, emphasizing that the federal government had taken steps to assist cantons and municipalities in managing the asylum seeker situation and that cooperation among all parties was crucial for effective implementation of asylum law.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the legal basis for applying emergency measures due to an exceptionally large influx of asylum seekers.
Cited in relation to the duration of the ban on employment for asylum seekers.
Volltext
Interpellation Loretan 1026 N 10juin1991
dei suoi costi è in contraddizione con gli obiettivi di politica di 2. Die Beschwerdeverfahren dauern nach wie vor zu lange.
polizia degli stranieri. Una simile introduzione è capace di fal- Das Verfahren ist zu straffen.
sare gli sforzi di stabilizzazione. Influisce inoltre sull'impegno 3. Ganz generell: In allen Instanzen sind die Entscheide kürzer
tendente a creare condizioni favorevoli all'integrazione degli zu fassen und keine juristischen «Doktorarbeiten» zu publizie-
stranieri che qui vivono e lavorano. Infine, vanno anche esami- ren. Nur so kann der Pendenzenberg abgebaut werden.
nate le considerazioni relative alla politica di mercato del la- 4. Für mich eine Rosine: Der Bundesrat hat die Kantone er-
voro, qualora il nuovo statuto proposto dovesse tenere in con- sucht, das Erwerbsverbot über die bundesrechtlich mögli-
siderazione anche la possibilità di esercitare un'attività lucra- chen drei Monate hinaus auf sechs Monate auszudehnen.
tiva. Der Bundesrat wäre heute wohl glücklich, wenn er deswegen
In contraposizione a ciò, i cittadini, le cittadine, come le orga- nicht quasi auf den Knien zu den Kantonen rutschen müsste.
nizzazione umanitarie, sono liberi di dimostrare la loro solida- Dies wäre ihm erspart geblieben, wenn er seinerzeit bei der
rietà, nell'ambito della legislazione esistente, in favore dei ri- Beratung von Artikel 21 des Asylverfahrensbeschlusses mei-
chiedenti d'asilo. Secondo gli articoli 20 e 20a della Legge sul- nem Antrag auf sechs Monate anstelle von nur drei Monaten -
l'asilo, spetta ai cantoni, svolgendo le loro attività assistenziali, bundesrechtlich fixierte sechs Monate - zugestimmt und ihn
d'assicurare alloggio e asistenza ai richiedenti d'asilo durante nicht mit Argumenten bekämpft hätte, die er heute offenbar
la durata della procedura d'asilo. Se i privati vogliono mettere selber nicht mehr anerkennen kann. Nun, hinterher ist man
a disposizione dei richiedenti d'asilo, a proprie spese, alloggio auch als Bundesrat gescheiter, das räume ich durchaus ein.
e sostentamento, hanno la possibilità di sottoporre le loro of- Die «strategische» Zielsetzung muss doch darin bestehen, die
ferte alle autorità cantonali competenti. Attraktivität unseres Landes zu vermindern, damit den Zufluss
entscheidend herabzusetzen, um dann eben den riesigen
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Pendenzenberg endlich abbauen zu können. Wenn dieses
Dichiarazione scritta del Consiglio federale Ziel nicht innert wenigen Monaten in Reichweite kommt, so hat
Déclaration écrite du Conseil fédéral der Bundesrat nach meiner Meinung - das ist die zentrale For-
II Consiglio federale propone il rigetto del postulato. derung meines Vorstosses - unverzüglich den Notrechtsarti-
kel des Asylgesetzes, den Artikel 9, anzuwenden, wofür ihm
M. Pini: Je dis tout simplement que je maintiens mon postulat. schliesslich Parlament und Volk die Kompetenz gegeben ha-
ben. Auch hier erwarten wir vom Bundesrat Regierungs- und
Abstimmung - Vote Führungsakte und nicht ein zauderndes Hin und Her.
Für Ueberweisung des Postulâtes 44 Stimmen Diese Forderung gilt erst recht, wenn der Asylbewerberzu-
Dagegen 36 Stimmen strom noch zunehmen sollte. Dann ist völlig klar, dass die Vor-
aussetzung des «ausserordentlich grossen Zustroms in Frie-
denszeiten» gemäss Artikel 9 gegeben ist und dass dann logi-
scherweise nur so lange Asyl gewährt werden kann, «als dies
#ST# 90.705 nach den Umständen möglich ist». Dann wäre generell den
erstinstanzlichen Entscheiden Rechtskraft zu gewähren, d. h.
Interpellation Loretan allen Beschwerden die aufschiebende Wirkung zu entziehen.
Wenn der Bundesrat nicht für den konsequenten Vollzug des
Asylverfahren. Asylgesetzes sorgt, dann werden eines Tages - und dieser
Gravierende Vollzugsprobleme Tag ist nicht mehr fern - eben Gemeinden und Kantone den
Procédure d'asile. Notstand proklamieren müssen und gezwungen sein, Asylbe-
Difficultés d'application werber in die Bundesempfangsstellen zurückzuschicken. Es
wäre eine äusserst unschöne und bedauerliche Entwicklung,
Diskussion - Discussion die unter allen Umständen - vor allem durch den Bundesrat
und die Bundesverwaltung -zu verhindern ist.
Siehe Seite 806 hiervor-Voir page 806 ci-devant Ich bitte Herrn Bundesrat Koller, mir diese vielleicht etwas har-
ten Worte nicht übelzunehmen und entsprechend zu handeln.
Bundesrat Koller: Ich glaube, das Fatalste wäre, wenn wir im
Bereich der Asylpolitik beginnen würden, einander zwischen
Loretan: Ich möchte bekräftigen, dass mich auch nach der Gemeinden, Kantonen und Bund den Schwarzen Peter zuzu-
heutigen Debatte die bundesrätliche Antwort nicht befriedigt, spielen.
und zwar aus folgenden Gründen: Ich habe vorhin ganz klar gesagt: Wir werden das Problem nur
Wir wissen, dass - wie noch bei vielem anderem, das hier in einigermassen unter Kontrolle behalten können, wenn alle Be-
der Berner Bundesküche angerichtet wird - auch im Asylbe- teiligten bei diesem konsequenten Vollzug mitmachen. Dazu
reich die Gemeinden, welche beim Vollzug eine grosse Last zu gehören natürlich auch die Kantone, weil sie sowohl in bezug
tragen haben, letztlich die Geprellten sind. Ich habe meinen auf die Durchführung der Fürsorge und Unterbringung, aber
Vorstoss vor bald dreiviertel Jahren vor dem Hintergrund des auch nachher für den Vollzug zuständig sind und der Bund auf
steigenden Unmutes in den Gemeinden über die Unfähigkeit diesem Gebiete keine Kompetenzen hat, es sei denn, dass er
der Bundesbehörden, den steigenden Zufluss von Asylbewer- den Kantonen und den Gemeinden bei der Finanzierung
bern zu verlangsamen und den riesigen Pendenzenberg ab- grosszügig entgegengekommen ist. Da möchte ich Herrn Lo-
zubauen, eingereicht. Seither hat sich die Situation verschärft. retan nun doch bitten, auch einmal zu sehen, was wir für die
In vielen Städten und Gemeinden unseres Landes sind die Kantone und Gemeinden unternommen haben.
Unterkunftsmöglichkeiten erschöpft. Immer mehr Gemeinden Ich meine, die Vorfinanzierung der Beherbergungsmöglich-
richten direkt oder über ihre Kantonsregierungen Beschwer- keiten im AVB vom 22. Juni 1990 war ein ganz entscheidender
den, Vorhaltungen usw. an die Bundesinstanzen. Man klopft in Vorstoss zugunsten der Gemeinden. So möchte ich dabei
Bern dauernd auf den Tisch, ohne dass Erfolge zu sehen sind. bleiben: Nur wenn alle zusammenarbeiten, haben wir eine
Ich bin glücklich darüber, dass Herr Bundesrat Koller soeben Chance. Aus diesem Grunde haben wir nicht sechs Monate
erklärt hat, dass auch er der Meinung ist, das durch den Bun- Arbeitsverbot geschaffen, sondern gesagt, wir möchten mit
desbeschluss über das Asylverfahren verschärfte Asylgesetz den Kantonen eine Lösung suchen. Schwarzer Peter spielen
sei endlich konsequent und ohne dauerndes Lavieren durch- führt zu nichts.
zusetzen. Nach meiner Meinung muss dies in vier zentralen
Punkten geschehen:
1. Es müssen deutlich mehr Nichteintretensentscheide gefällt
werden. Da scheint die Praxis in diese Richtung zu gehen. Ich
begrüsse das.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Loretan Asylverfahren. Gravierende Vollzugsprobleme
Interpellation Loretan Procédure d'asile. Difficultés d'application
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1991
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.705
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 10.06.1991 - 14:30
Date
Data
Seite 1026-1026
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Pagina
Ref. No 20 019 972
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