Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 90-558 KI-generiert

Switzerland's Financial Market Modernization and Competitiveness

Geschäftsnummer VPB 90-558
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The court considered motions proposing legal changes to enhance Switzerland's financial market attractiveness. These included liberalizing financial markets, updating stock exchange legislation, revising investment fund laws, and aligning banking capital requirements with international standards. The court's reasoning focused on adapting Swiss law to international norms, particularly those of the European Community, to maintain competitiveness. It also addressed the economic impact of these changes and the need for fiscal alignment.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 305ter StGB, Art. 161 StGB, Art. 305ter CP, Art. 161 CP, Art. 305bis CP, Art. 13 gen; Switzerland's Financial Market Modernization and Competitiveness: These included liberalizing financial markets, updating stock exchange legislation, revising investment fund laws, and aligning banking capital requirements with international standards. The court's reasoning focused on adapting Swiss law to international norms, particularly those of the European Community, to maintain competitiveness. It also addressed the economic impact of these changes and the need for fiscal alignment.

Schlagwörter

KI-generiert
Kapitalmarkt internationales Wirtschaftsrecht Bankenrecht Börse Kapitalanforderungen Investitionsbank
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 13 WBStG

Cited as a basis for the Federal Council's ability to reduce the withholding tax rate.

Art. 13 StG

Cited as a basis for the Federal Council's ability to reduce the withholding tax rate.

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Volltext

9. März 1992 N 361 Finanzplatz Schweiz. Persönliche Vorstösse

Sprecher-Porte-parole: Hess Peter - de proposer le plus rapidement possible les dispositions lé-

gales nécessaires pour faire de la Suisse une place financière

Schriftliche Begründung attrayante, tournée vers l'avenir, vers l'Europe et vers la

Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen concurrence.

eine schriftliche Antwort. Dans cette optique, il y a lieu de proposer les changements

suivants:

Développement par écrit 1. libéraliser la place financière suisse de manière progressive

Les auteurs renoncent au développement et demandent une et adaptée au marché;

réponse écrite. 2. élaborer une législation fédérale sur les bourses adaptée

aux exigences du marché et tenant pleinement compte de son

évolution internationale;

3. revoir de manière approfondie la loi sur les fonds de place-

ment, en distinguant les fonds de placement immobilier des

autres fonds de placement et en garantissant que la transfor-

mation d'un fonds immobilier en société anonyme ne donne

90.622

#ST#

pas lieu à la perception d'un impôt lors de la liquidation du

fonds;

Motion der Fraktion 4. faire concorder les dispositions sur les fonds propres des

der Schweizerischen Volkspartei banques avec celles de la Banque des règlements internatio-

Rahmenbedingungen naux et de la CE.

für den Finanzplatz Schweiz Dans le message y afférent, il conviendrait de répondre aux

questions suivantes:

Motion du groupe 1. Comment la législation suisse se rapportant aux marchés fi-

de l'Union démocratique du centre nanciers peut-elle être alignée à long terme sur les normes

Conditions propices à l'essor communautaires, en particulier dans le domaine fiscal?

de la place financière suisse 2. Dans quelle mesure les projets qui font déjà l'objet d'un exa-

men au Parlement ont-ils besoin d'être adaptés, et comment

prendre en compte, à long terme, cette nécessité?

3. Comment ces conditions propices à l'essor de la place fi-

nancière suisse se répercuteront-elles, à long terme, sur l'éco-

Wortlaut der Motion vom 22. Juni 1990 nomie nationale? Quels en seront les aspects fiscaux pour la

Der Bundesrat wird beauftragt, raschmöglichst Confédération, les cantons et les communes?

- in einem Bericht zum Thesenpapier «Die Zukunft des Finanz- 4. Comment la place financière du Liechtenstein peut-elle être

platzes Schweiz» der Arbeitsgruppe Finanzplatz Schweiz der associée, le plus étroitement possible, aces efforts?

Bundesratsparteien gesamthaft Stellung zu nehmen;

- die notwendigen gesetzlichen Vorschriften vorzuschlagen, Sprecher-Porte-parole: Reimann Maximilian

um die Rahmenbedingungen für einen attraktiven Finanzplatz

Schweiz wettbewerbsorientiert, europabezogen und zukunfts- Schriftliche Begründung

gerichtet auszugestalten. Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen

In diesem Zusammenhang sind insbesondere vorzuschla- eine schriftliche Antwort.

gen:

1. eine marktgerechte und schrittweise Liberalisierung der Fi- Développement par écrit

nanzmärkte; Les auteurs renoncent au développement et demandent une

2. die Schaffung eines auf die Markterfordernisse ausgerichte- réponse écrite.

ten eidgenössischen Börsenrechtes, das den internationalen

Entwicklungstendenzen voll Rechnung trägt;

3. eine umfassende Revision des Anlagefondsgesetzes unter

Trennung der Immobilien- von den übrigen Anlagefonds und

unter Gewährleistung einer liquidationssteuerfreien Umwand-

lung von Immobilienfonds in Aktiengesellschaften;

4. eine Ausrichtung der Eigenmittelvorschriften für die Banken

auf die im Rahmen der Bank für Internationalen Zahlungsaus- 90.558

#ST#

gleich und der EG erarbeiteten Normen.

Im Rahmen der entsprechenden Botschaft ist aufzuzeigen, Motion

1. wie die im Zusammenhang mit dem Finanzplatz relevante der freisinnig-demokratischen Fraktion

schweizerische Gesetzgebung im fiskalischen wie im ausser- Rahmenbedingungen

fiskalischen Bereich längerfristig dem EG-Standard angegli- für den Finanzplatz Schweiz

chen werden kann;

2. inwieweit ein Anpassungsbedarf bei bereits in der parla- Motion

mentarischen Beratungen stehenden Vorlagen besteht und du groupe radical-démocratique

wie diesem Anpassungsbedarf längerfristig Rechnung getra- Conditions propices à l'essor

gen werden kann; de la place financière suisse

3. wie sich die Schaffung optimaler Rahmenbedingungen für

den Finanzplatz Schweiz längerfristig auswirken wird in volks-

wirtschaftlicher Hinsicht und mit Bezug auf die fiskalischen As-

pekte für Bund, Kantone und Gemeinden;

4. wie der Finanzplatz Liechtenstein in diese Bestrebungen Wortlaut der Motion vom 14. Juni 1990

möglichst umfassend miteinbezogen werden kann. Der Bundesrat wird beauftragt, raschmöglichst

- in einem Bericht zum Thesenpapier «Die Zukunft des Finanz-

Texte de la motion du 22 juin 1990 platzes Schweiz» der Arbeitsgruppe Finanzplatz Schweiz der

Le Conseil fédéral est chargé Bundesratsparteien gesamthaft Stellung zu nehmen;

- d'exprimer, le plus tôt possible, dans un rapport, l'opinion de - die notwendigen gesetzlichen Vorschriften vorzuschlagen,

tous ses membres sur le rapport «L'avenir de la place finan- um die Rahmenbedingungen für einen attraktiven Finanzplatz

cière suisse» du Groupe de travail «Place financière suisse des Schweiz wettbewerbsorientiert, europabezogen und zukunfts-

partis représentés au Conseil fédéral», gerichtet auszugestalten.

Place financière suisse. Interventions personnelles 362 N 9 mars 1992

In diesem Zusammenhang sind insbesondere vorzuschla- 4. Comment la place financière du Liechtenstein peut-elle être

gen: associée, le plus étroitement possible, à ces efforts?

1. eine marktgerechte und schrittweise Liberalisierung der Fi-

nanzmärkte; Schriftliche Begründung

2. die Schaffung eines auf die Markterfordernisse ausgerichte- Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen

ten eidgenössischen Börsenrechtes, das den internationalen eine schriftliche Antwort.

Entwicklungstendenzen voll Rechnung trägt;

3. eine umfassende Revision des Anlagefondsgesetzes unter Développement par écrit

Trennung der Immobilien- von den übrigen Anlagefonds und Les auteurs renoncent au développement et demandent une

unter Gewährleistung einer liquidationssteuerfreien Umwand- réponse écrite.

lung von Immobilienfonds in Aktiengesellschaften;

4. eine Verstärkung der gegen die Geldwäscherei und das or- Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

ganisierte Verbrechen gerichteten Gesetzgebung, wobei die zu den Vorstössen 90.652, 90.622 und 90.558

Vermittler von Geld- und Anlagegeschäften miteinzubeziehen vom 12. September 1990

sind; Der Bundesrat misst dem Finanzplatz Schweiz hohe Bedeu-

5. eine Ausrichtung der Eigenmittelvorschriften für die Banken tung zu. Zwar ist die Beschäftigung im Finanzsektor mit 5 Pro-

auf die im Rahmen der Bank für Internationalen Zahlungsaus- zent der rund 3,3 Millionen Erwerbstätigen in der Schweiz

gleich und der EG erarbeiteten Normen. nicht besonders gross; immerhin übertrifft die Beschäftigten-

Im Rahmen der entsprechenden Botschaft ist aufzuzeigen, zahl des Finanzsektors z. B. jene der Landwirtschaft deutlich.

1. wie die im Zusammenhang mit dem Finanzplatz relevante Volkswirtschaftlich schlägt der von diesem Wirtschaftssektor

schweizerische Gesetzgebung im fiskalischen wie im ausser- produzierte grosse Mehrwert zu Buche. Vor allem aber steuern

fiskalischen Bereich längerfristig dem EG-Standard angegli- die Finanzmärkte die gesamtwirtschaftliche Allokation von Ka-

chen werden kann; pital. Ferner werden die Dienstleistungen mit umweltverträgli-

2. inwieweit ein Anpassungsbedarf bei bereits in der parla- chen Arbeitsplätzen erzeugt. Der Bundesrat hat deshalb eine

mentarischen Beratungen stehenden Vorlagen besteht und Reihe von Vorkehrungen getroffen, um die Konkurrenzfähig-

wie diesem Anpassungsbedarf längerfristig Rechnung getra- keit des Finanzdienstleistungssektors unserer Volkswirtschaft

gen werden kann; zu stärken.

3. wie sich die Schaffung optimaler Rahmenbedingungen für Erinnert sei insbesondere an die Bemühungen zur Effizienz-

den Finanzplatz Schweiz längerfristig auswirken wird in volks- steigerung der Börsen. Die vom EFD 1988 eingesetzte Studi-

wirtschaftlicher Hinsicht und mit Bezug auf die fiskalischen As- engruppe hat in ihrem Bericht vom 21. Dezember 1989

pekte für Bund, Kantone und Gemeinden; Schwachstellen aufgezeigt und gewisse Empfehlungen erlas-

4. wie der Finanzplatz Liechtenstein in diese Bestrebungen sen. Die meisten richten sich indessen nicht an den Staat, son-

möglichst umfassend miteinbezogen werden kann. dern an die Börsen, die Marktorganisationen, Wertschriften-

händler, Banken und Aufsichtsorgane. Der Bund ist der Auffor-

Texte de la motion du 14 juin 1990 derung nachgekommen, ein eidgenösisches Börsengesetz

Le Conseil fédéral est chargé auszuarbeiten. Eine Expertenkommission ist am Werk und

- d'exprimer, le plus tôt possible, dans un rapport, l'opinion de wird noch dieses Jahr einen Gesetzentwurf vorlegen, der dann

tous ses membres sur le rapport «L'avenir de la place finan- in die Vernehmlassung geschickt werden kann. Auch die

cière suisse» du Groupe de travail «Place financière suisse des Marktteilnehmer, d. h. die Börsen, die Banken und andere

partis représentés au Conseil fédéral», Wertschriftenhändler sowie die Anleger und Emittenten, unter-

- de proposer le plus rapidement possible les dispositions lé- nehmen vermehrt Anstrengungen in Richtung auf institutio-

gales nécessaires pour faire de la Suisse une place financière nelle Verbesserungen im schweizerischen Wertpapierhandel.

attrayante, tournée vers l'avenir, vers l'Europe et vers la Der schweizerische Wertpapierhandel zeichnet sich durch

concurrence. eine Zersplitterung auf sieben Börsen, davon drei grössere,

Dans cette optique, il y a lieu de proposer les changements aus. Die Fragmentierung des Handels beeinträchtigt in erster

suivants: Linie die Fähigkeit des Marktes, grosse Transaktionen ohne

1. libéraliser la place financière suisse de manière progressive markante Kursreaktion zu absorbieren. Der heute in einen

et adaptée au marché; börslichen und einen ausserbörslichen Handel und in ver-

2. élaborer une législation fédérale sur les bourses adaptée schiedene Lokalbörsen aufgeteilte Markt muss mit laufenden

aux exigences du marché et tenant pleinement compte de son Kurs- und Volumeninformationen besser überblickbar ge-

évolution internationale; macht werden, was auch die Preisbildung verbessern würde.

3. revoir de manière approfondie la loi sur les fonds de place- Eine Vertiefung des Marktes wäre durch Ausbau des Market-

ment, en distinguant les fonds de placement immobilier des making, d. h. das permanente Stellen von Geld- und Briefkur-

autres fondsde placement et en garantissant que latransforma- sen für ein bestimmtes Transaktionsvolumen, zu erwarten. Da-

tion d'un fonds immobilier en société anonyme ne donne pas bei sind aber die höheren Kosten nicht zu übersehen. Eine

lieu à la perception d'un impôt lors de la liquidation du fonds; Vorbereitung wäre die Beseitigung des Stempels für Handel

4. renforcer la législation contre le blanchissage d'argent et le mit Eigenbeständen der Market-maker. Die ATB bekräftigte

crime organisé en l'appliquant également aux personnes fai- kürzlich den Willen, ein gesamtschweizerisches elektroni-

sant office d'intermédiaires dans les opérations monétaires et sches Handelssystem (EBS) aufzubauen.

les opérations de placement; Als Hindernis, besonders bei ausländischen institutionellen

5. faire concorder les dispositions sur les fonds propres des Anlegern, erweist sich die geringe Markttiefe, die aus der Viel-

banques avec celles de la Banque des règlements internatio- zahl mittelgrosser Betriebe, der grossen Titelvielfalt und der

naux et de la CE. Vinkulierung resultiert. Die unterschiedlichen Kursreaktionen

Dans le message y afférent, il conviendrait de répondre aux der einzelnen Titelkategorien (Inhaber- und Namenpapiere)

questions suivantes: haben verschiedentlich Anleger stark verunsichert. Die Han-

1. Comment la législation suisse se rapportant aux marchés fi- delbarkeit der kotierten Titel ist zu verbessern. Dabei stehen

nanciers peut-elle être alignée à long terme sur les normes eine Vereinfachung der Eigenkapitalstruktur von Gesellschaf-

communautaires, en particulier dans le domaine fiscal? ten mit kotierten Titeln, der Abbau der Vinkulierung und die

2. Dans quelle mesure les projets qui font déjà l'objet d'un exa- Schaffung nennwertloser Aktien im Vordergrund. Es wird in

men au Parlement ont-ils besoin d'être adaptés, et comment nächster Zeit klarwerden, ob das Parlament entsprechende

prendre en compte, à long terme, cette nécessité? Bestimmungen ins Aktienrecht aufnimmt oder ob dies später

3. Comment ces conditions propices à l'essor de la place fi- in einem Börsengesetz geregelt werden muss.

nancière suisse se répercuteront-elles, à long terme, sur l'éco- Die Preis- bzw. Kursbildung an den Börsen soll rationeller wer-

nomie nationale? Quels en seront les aspects fiscaux pour la den. Dazu ist die Verbesserung unternehmerseitiger Informa-

Confédération, les cantons et les communes? tion nötig. Die Publizität der Publikumsgesellschaften ist aus-

9. März 1992 N 363 Finanzplatz Schweiz. Persönliche Vorstösse

zubauen. Der Anleger muss das Recht erhalten, vom Unter- Sie sehen eine klare Trennung zwischen Fondsleitung und

nehmen aussagekräftige und umfassende Informationen zu Bank vor. Eine Angleichung unserer Gesetzgebung wäre von

erhalten, und zwar sowohl bei der öffentlichen Begebung als Vorteil, weil das den Export des Finanzproduktes Anlagefonds

auch während der Börsenkotierung von Wertpapieren. Grös- fördert, welches für die im Vermögensverwaltungsgeschäft tä-

sere Transparenz wirktauch Insidergeschäften entgegen. tigen Schweizer Banken eine wichtige Dienstleistung darstellt.

Allgemein anerkannt ist, dass die Zulassung von Wertpapie- Die eingeleitete Revision des Anlagefondsgesetzes wird den

ren eines Unternehmens zum Börsenhandel nach objektiv EG-Richtlinien Rechnung tragen.

feststellbaren und für alle Emittenten gleichen Kriterien zu er- Schliesslich unterstehen in der EG Nicht-Banken, welche mit

folgen hat. Dies betrifft namentlich auch die Aufhebung diskri- Wertschriften handeln, gewissen Normen über Niederlas-

minierender Sondervorschriften für ausländische Emittenten. sungsfreiheit, Anforderungen an die Geschäftsführung und

Auch hier drängt sich vorerst die Aenderung von Vereinbarun- Auskunftspflichten. Eine vergleichbare schweizerische Rege-

gen, später die gesetzliche Regelung auf. lung drängt sich auf, damit unser Land nicht Tummelplatz für

Ins Kreuzfeuer der Kritik gerieten auch verschiedene soge- unseriöse Händler und Produkte würde.

nannte unfreundliche Uebernahmen. Einerseits stellen sie ein Nur am Rande sei noch auf die Beeinträchtigung des freien

Mittel - oft das einzige - zur Beseitigung einer wenig effizien- Kapitalverkehrs durch die Lex Friedrich/Purgier hingewiesen.

ten Geschäftsleitung dar, sind also vom Aktionär aus gesehen Trotz einer Vielzahl von Regulierungen besteht in der Schweiz

durchaus erwünscht. Anderseits sind sie häufig mit einer un- ein durchaus freier Finanzmarkt, denn die Erlasse haben - mit

gleichen Behandlung verschiedener Aktionäre verbunden. Ausnahme der Beschränkung ausländischer Anlagen in Im-

Mit der Ausarbeitung eines schweizerischen Uebernahmeko- mobilien und der Begrenzung der Zuwanderung von auslän-

dex im Schosse der Vereinigung der Schweizer Börsen ist ver- dischen Arbeitskräften - keine Lenkungsfunktion. Sie haben

sucht worden, den Anlegerinteressen bei Uebernahmekämp- vielmehr die Freiheit des Marktes zu sichern, die Gläubiger

fen Rechnung zu tragen. Die privatrechtliche Abmachung trat und Anleger sowie das System zu schützen und Gewähr für

im September 1989 in Kraft. Es ist noch zu früh, die Wirkung eine einwandfreie Geschäftsführung aller an den Finanzmärk-

dieser Selbstregulierungsmassnahme abzuschätzen. Als ten Beteiligten zu bieten.

Nachteil dieses Kodex könnte sich das Fehlen von Sanktions- Die frühzeitigen Deregulierungen im Finanzbereich (Zins,

möglichkeiten erweisen; ferner ist der Uebernahme-lnteres- Wechselkurs, Anlagen, Bankengründung und -Zulassung) ha-

sent nicht verpflichtet, ein öffentliches Angebot zu machen. ben das schweizerische Universalbankensystem stark geför-

Immer wieder zu Klage Anlass gibt die unkontrollierte Tätigkeit dert, was grosse Synergieeffekte zwischen den verschiede-

von Anlagevermittlern, die dem Publikum ohne Hinweis auf nen Geschäftssparten zur Folge hatte. Die Universalbank birgt

die vorhandenen Risiken hochspekulative Titel offerieren oder aber die Gefahr von Interessenkonflikten insbesondere im

von der Schweiz aus Betrugsgeschäfte mit internationalem Wertschriftenbereich, wenn die Bank als Kreditgeber einer Un-

Ausmass tätigen. Die Gründung und Niederlassung derartiger ternehmung und oft mit Vertretung in deren Verwaltungsrat

Unternehmen wird erschwert, wenn die Effektenhändler staat- gleichzeitig Titel dieser Unternehmung am Markt oder bei Kun-

lich beaufsichtigt werden. Eine solche Ueberwachung gibt es den plaziert. Es versteht sich von selbst, dass klare Insidernor-

nur in Zürich und Basel. Sie schliesst zudem die Anlageberater men, Vorschriften über organisatorische Massnahmen der

und Vermögensverwalter, die andere Anlagen als Wertschrif- Banken zur Verhinderung von Interessenkonflikten und Trans-

ten vermitteln, nicht ein. Gerade bei der Verfolgung von Markt- parenz vonnöten sind, um die Investoreninteressen zu schüt-

manipulationen und Betrügereien von Finanzintermediären zen.

sind einheitliche Rechtsnormen nötig. In letzter Zeit sind einige für das Marktverhalten der Banken

Die EG ist unser wichtigster Handelspartner. Der Austausch wesentliche Bestimmungen revidiert worden. Zum einen er-

von Dienstleistungen ist mindestens so bedeutend wie der fuhren die Liquiditätsvorschriften der Bankenverordnungen

Warenverkehr. Wir sind generell an der Freizügigkeit der Fi- ab Anfang 1988 eine Aenderung, wonach die vorgeschrie-

nanzdienstleistungen stark interessiert. Die Freizügigkeit im bene Kassenliquidität im Durchschnitt über eine bestimmte

Bereich des Effektenhandels bedingt indessen die Anglei- Periode gehalten werden muss statt nur am Stichtag Ende Mo-

chung der Vorschriften über das Wertschriftengeschäft. nat. Die Anpassung an die neue Ordnung hat eine kleine Re-

Vorläufig fehlen EG-Richtlinien über Börsenhandel und Bör- volution am Geldmarkt ausgelöst Die extrem hohen Zinssätze

senorganisation. Hingegen wurden mittels Kotierungsvor- über Monats-, Quartals- und Jahresultimo sind weggefallen

schriften für Wertpapiere Bestimmungen über die gehandel- und mit ihnen die Zinsausschläge an den Geldmärkten, wäh-

ten Produkte sowie die emittierenden Gesellschaften erlas- rend das monatsdurchschnittliche Zinsniveau etwas angeho-

sen. Zweifellos könnte die heutige schweizerische Regelung ben wurde. Die Revision brachte zudem eine spürbare Verrin-

der Zulassung nicht Bestand haben. Vorläufige Aenderungen gerung der geforderten Kassaliquidität und der Gesamtliquidi-

sind eingeleitet, im übrigen müsste sich ein zu erlassendes tät, was zur Kostensenkung für die Banken beitrug und ihre in-

eidgenössisches Börsengesetz an den EG-Richtlinien orien- ternationale Wettbewerbsfähigkeit stärkt

tieren. Auf Anfang 1990 wurden die schweizerischen Eigenmittelvor-

Es ist ferner darauf hinzuweisen, dass die EG-Kotierungsricht- schriften durch eine Revision der Bankenverordnung den

linie die unbeschränkte Handelbarkeit von kotierten Titeln ver- Empfehlungen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht

langt. Ob diese Voraussetzung bei vinkulierten Namenaktien bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und den

erfüllt wird, ist fraglich. daraus abgeleiteten EG-Richtlinien angeglichen. Erhöhungen

Die EG-Regeln für Uebernahmen von Gesellschaften sind der Eigenmittelanforderungen für Ausserbilanzgeschäfte auf

kaum vergleichbar mit dem vorstehend erwähnten Kodex der den internationalen Mindeststandard stehen Reduktionen der

Schweizer Banken. Eine gleichwertige Regelung müsste in ei- Unterlegungssätze bei den grenzüberschreitenden bilanz-

nem Börsengesetz verankert werden. wirksamen Geschäften gegenüber, so dass für das ganze

Ein weiteres Gebiet mit Harmonisierungsbedarf für die schweizerische Bankensystem das Eigenmittelerfordernis um

Schweiz sind die Vorschriften über die Wertschriftenanlage- rund 4 Prozent gesenkt wird.

fonds. Da Schweizer Anlagefonds heute von den Vorteilen des Ueberdurchschnittlich entlastet werden die international täti-

Gemeinsamen Binnenmarktes (einheitliche Lizenz für Vertrieb gen Schweizer Banken, welche bisher durch die strengen

im ganzen EG-Raum) ausgeschlossen sind, verlagern na- schweizerischen Eigenmittelanforderungen gegenüber ihren

mentlich die Grossbanken ihr Fondsgeschäft zusehends nach ausländischen Konkurrenten im Wettbewerb benachteiligt wa-

Luxemburg und lassen die dort gegründeten Fonds an- ren.

schliessend in der Schweiz als «ausländische Fonds» regi- Ebenfalls zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähig-

strieren. Der zweite Hauptgrund für die Attraktivität von Luxem- keit unserer Banken trägt die in Anlehnung an die Basler Emp-

burg ist die dortige steuerliche Privilegierung von Anlage- fehlungen zugestandene massive Erhöhung der als Eigenmit-

fonds, welche einen entscheidenden Kosten- und damit Wett- tel anrechenbaren nachrangigen Darlehen und Obligationen-

bewerbsvorteil gegenüber Schweizer Fonds darstellt. Die EG- anleihen von 10 Prozent auf 25 Prozent der erforderlichen ei-

Anlagevorschriften gestatten eine flexiblere Risikoverteilung. genen Mittel bei, weil sie die Eigenmittelbeschaffung im Ver-

Place financière suisse. Interventions personnelles 364 N 9 mars 1992

gleich zur herkömmlichen Aktienemission erheblich verbilligt. Ergänzend dazu hat Artikel 305ter StGB die etwa in der VSB

Insgesamt sind die schweizerischen Eigenmittelvorschriften enthaltene Identifikationspflicht auf den gesamten Finanzsek-

jedoch weiterhin deutlich strenger als der internationale Min- tor ausgedehnt und strafrechtlich sanktioniert Sie trifft nun-

deststandard. An diesem bewährten Eckpfeiler unserer Ban- mehr auch etwa sogenannte Parabanken, wie «money chan-

kenaufsicht soll im Interesse des Gläubigerschutzes auch in gers», Treuhänder und Geschäftsanwälte. Im übrigen lässt die

Zukunft festgehalten werden, zumal eine hohe Eigenmittel- Vorschrift keinen Zweifel daran, dass neben dem unmittelba-

ausstattung vertrauensbildend wirkt und damit ebenso einen ren Kunden auch allfällig vorhandene wirtschaftlich Berech-

positiven Wettbewerbsfaktor darstellt tigte identifiziert werden müssen.

Eine sofortige vollständige Uebernahme der Basler Empfeh- Eine interdépartementale Arbeitsgruppe hat die Möglichkei-

lungen wäre überdies unzweckmässig gewesen, da die ten flankierender Massnahmen zur Geldwäscherei-Gesetzge-

schweizerischen Vorschriften neben den klassischen Kreditri- bung geprüft. In ihre Ueberlegungen sind auch die gleichzei-

siken bereits gewisse Preisrisiken erfassen, welche im Basler tig von der durch die G7-Länder initiierten «Financial Task

Ausschuss erst analysiert und allenfalls später in das interna- Force» zur Bekämpfung der Geldwäscherei unter schweizeri-

tionale Harmonisierungs-Modell aufgenommen werden sol- scher Beteiligung ausgearbeiteten Vorschläge eingeflossen.

len. Die Arbeitsgruppe schlägt dem Bundesrat eine Deklarations-

Eine neue, verschärfte Vereinbarung über die Standesregeln pflichtfür Bargeldeinfuhren an der Grenze sowie ein ausdrück-

zur Sorgfaltspflicht der Banken (VSB) ist im Herbst 1987 in liches Melderecht für Financiers vor, verdächtige Transaktio-

Kraft getreten. Eine Zusammenfassung der Entscheide, wel- nen ihrer Kunden den Behörden anzuzeigen. Im übrigen wur-

che die Aufsichtskommission VSB seit dem 1. Oktober 1987 den durch Massnahmen bei der Visaerteilung sowie die Schaf-

gegen fehlbare Banken ausgefällt hat, wird demnächst veröf- fung strengerer Richtlinien für den Notenhandel der Gross-

fentlicht. banken durch die Eidgenössische Bankenkommission be-

Die neue VSB schränkt gegenüber den früheren Standesre- reits wesentliche zusätzliche Schritte im Kampf gegen die

geln die durch das sogenannte Formular B geschaffenen Aus- Geldwäscherei unternommen.

nahmen von der Pflicht der Banken zur Feststellung der von Durch die Unterstellung von Finanzgesellschaften unter die

anderen Berufsgruppen vertretenen wirtschaftlich Berechtig- strengen Bestimmungen des Bankengesetzes ist neben dem

ten an den der Bank anvertrauten Vermögenswerten ein. Die Gläubigerschutz in erster Linie der Funktionsschutz in Finanz-

restriktivere Fassung der Formulare B soll verhindern, dass geschäften verstärkt worden. Die Aenderung der Vorschriften

Bankkunden durch die Einschaltung von Rechtsanwälten und der Bankenverordnung zum Geltungsbereich des Bankenge-

Treuhändern anonymisiert werden und dass insbesondere setzes sind Anfang 1990 in Kraft getreten. Neu unterstellt wer-

das Anwaltsgeheimnis dazu missbraucht wird, ein Ueber- den Finanzgesellschaften, die sich in erheblichem Umfang bei

bankgeheimnis zur Verheimlichung deliktisch erlangter Ver- anderen Banken refinanzieren, um damit bankmässig Auslei-

mögenswerte zu schaffen. Aufgrund einer statistischen Erhe- hungen zu tätigen, sowie Emissionshäuser. Die Behandlung

bung der Bankenkommission musste indessen festgestellt als Bank verlangt höhere Unterlegung mit Eigenmitteln, grös-

werden, dass das Ziel einer wesentlichen Verminderung der sere Liquidität sowie organisatorische Vorkehren wie internes

durch das Formular B anonymisierten wirtschaftlich Berech- Inspektorat und Buchprüfung durch Bankenrevisoren.

tigten nicht im erhofften Ausmass erreicht wurde. Die Identifi- Sofern unsere Banken und Vermögensverwalter weiterhin im

kation der wirtschaftlich Berechtigten hat für die Verbrechens- europäischen Raum ihre Dienstleistungen erbringen wollen,

bekämpfung, namentlich für die Verhinderung und Auf- wird eine Angleichung unseres Bankensystems und der Fi-

deckung der Geldwäscherei, eine zentrale Bedeutung, was nanzmärkte an den EG-Standard nicht zu umgehen sein,

durch den Erlass der neuen Strafnorm über mangelnde Sorg- gleichgültig, ob wir den Europäischen Wirtschaftsraum ver-

falt bei Finanzgeschäften (Art. 305ter StGB) unterstrichen wirklichen oder nicht. Isolation oder Assoziation erfordern den

wurde. Die noch bestehende Lücke in der sonst auch interna- Nachvollzug der EG-Regulierung, sofern wir eine erhebliche

tional vorbildlichen VSB sollte deshalb durch die Abschaffung Diskriminierung unseres Finanzplatzes vermeiden wollen. Die

der Formulare B geschlossen werden. rasche Entwicklung in der EG lässt uns nur eine geringe Ver-

Relativ neu ist seit 1988 in unserem Strafrecht (Art 161 StGB) handlungsmarge.

das Verbot von Insidergeschäften geregelt. Solange bei Wert- Der Bankensektor gehört zu jenen Bereichen, in denen das

schriftengeschäften ein audittrail-d. h. die vollständige, com- Binnenmarktprogramm am weitesten fortgeschritten ist Die

puterisierte Aufzeichnung jedes Geschäftsvorfalles-nicht vor- Schweiz erfüllt die Bankenrichtlinien der EG weitgehend. So

liegt, ist die Aufdeckung von Straftatbeständen schwierig. Das ist die Bankdefinition fast identisch, gewisse EG-Richtlinien

elektronische Ringinformations- und Abschluss-System der gelten auch für sogenannte Finanzinstitute (Emissionshäuser,

drei wichtigsten Börsen hat hier Fortschritte gebracht. Im wei- Vermögensverwaltung und Anlageberatung, Wertschriften-

teren sind die Börsenkommissare zu Untersuchungen von handel). In den Richtlinien werden Mindestgrundsätze betref-

Verletzungen der Insiderstrafnorm ermächtigt. Dies bezieht fend Zulassung, eigene Mittel, Rechnungslegung, Klumpenri-

sich auch auf ausserbörsliche Geschäfte von berufsmässigen siko, Sanierung und Liquidation festgelegt, die mit unseren

Wertschriftenhändlern. Vorschriften kompatibel sind.

Das Bundesgesetz über internationale Rechtshilfe in Strafsa- Bedeutende Unterschiede lassen sich in folgenden Bereichen

chen ist seit Anfang 1983 in Kraft und findet seine Hauptan- ausmachen: Die EG hat Publizitätsvorschriften und einheitli-

wendung im Finanzbereich. Im Verkehr mit den USA gilt der che Bilanzierungsvorschriften erlassen, welche die Transpa-

Staatsvertrag über gegenseitige Rechtshilfe in Strafsachen, In- renz als Grundvoraussetzung für den Wettbewerb sichern sol-

kraftsetzung Anfang 1977. Es hat sich gezeigt, dass die Be- len. Insbesondere die nicht mehr zeitgemässe Behandlung

handlung der Gesuche ausländischer Staaten um internatio- der stillen Reserven in der Schweiz ist inkompatibel mit dem

nale Rechtshilfe sehr langwierig sein kann, wenn alle Rechts- EG-Recht. Eine Anpassung der schweizerischen Vorschriften

mittel ausgeschöpft werden. Ausgehend von bereits erfolgten ist dringend erforderlich, dürfte indessen kaum unüberwind-

Vorabklärungen einer Arbeitsgruppe des Bundesamtes für bare Probleme aufwerfen, da schon heute alle international tä-

Polizeiwesen erarbeitet eine Expertenkommission im Auftrag tigen Schweizer Banken bei ihren rund 40 Töchtern in der EG

des EJPD eine Gesetzesrevision zur Straffung des Verfahrens. diese Bedingungen erfüllen müssen. Wenig Schwierigkeiten

Die Strafnormen gegen die Geldwäscherei und die man- dürfte die Anpassung an die Konsolidierungsvorschriften bie-

gelnde Sorgfalt bei Finanzgeschäften sind auf den 1. August ten. Das Bankengesetz kennt im Gegensatz zur EG keine Re-

1990 in Kraft getreten. Die neue Gesetzgebung hat zum Ziel, striktionen für Bankbeteiligungen ausserhalb des Finanzberei-

den Missbrauch des Schweizer Finanzplatzes, namentlich ches.

durch das organisierte Verbrechen, zu erschweren. Arti- Die Schweiz hat auch keine obligatorische Einlagenversiche-

kel 305bis StGB stellt die vorsätzliche Geldwäscherei unter rung.

Strafe. Der Artikel enthält empfindliche Strafverschärfungen Zentrales Element der EG-Bankenregulierung ist das Prinzp

bei gewerbsmässigem, bandenmässigem Handeln sowie bei der gegenseitigen Anerkennung der Lizenzen und der staat-

Geldwäscherei als Mitglied einer Verbrechensorganisation. lich sanktionierten Aufsichtsorgane des Heimatlandes. Die

9. März 1992 N 365 Finanzplatz Schweiz. Persönliche Vorstösse

Richtlinie stipuliert eine Pflicht zur Zusammenarbeit der Auf- sion des Stempels im eigensten Interesse der Banken und

sichtsbehörden der EG-Länder. Eine administrative Zusam- Vertreter des Finanzplatzes liegen. Nicht ein schwächlicher

menarbeit mit ausländischen Aufsichtsbehörden ist im Staat, sondern ein robuster Staat mit gesunden Finanzen

schweizerischen Recht nicht ausdrücklich geregelt Zumin- kann den Finanzplatz schützen.

dest soweit keine geschützten Geheimnisse betroffen sind Zu den Rahmenbedingungen, welche das Wachstum des Fi-

oder die Geheimnisherren zugestimmt haben, ist eine Zusam- nanzplatzes Schweiz hemmen und die internationale Konkur-

menarbeit aber bereits nach heutigem Recht nicht ausge- renzfähigkeit beeinträchtigen können, gehört auch die Ver-

schlossen und wird von der Eidgenössischen Bankenkom- knappung qualifizierter Arbeitskräfte, insbesondere von Fi-

mission praktiziert. Im Finanzdienstleistungsbereich wurden nanzspezialisten. Der Beizug ausländischer Finanzspeziali-

jedoch 17 EG-Richtlinien als relevant identifiziert, die einen ob- sten stösst indessen an die Grenze der Ausländergesetzge-

ligatorischen Informationsaustausch zwischen Ueberwa- bung. Wenn unser Finanzplatz im internationalen Wettbewerb

chungsbehörden beinhalten. Es muss deshalb eine klare ge- mithalten soll, dürften sich gewisse Anpassungen der Fremd-

setzliche Grundlage für diese Amtshilfe in den betreffenden arbeiterregelung aufdrängen, wobei es sich höchstens um ein

schweizerischen Aufsichtsgesetzen (Bankengesetz, Anlage- zahlenmässig sehr kleines Kontingent für besonders qualifi-

fondsgesetz, Börsengesetz, Finanzmarktaufsichtsgesetz) ge- zierte Spezialisten handeln könnte.

schaffen werden. Die Amtshilfe hat sich entsprechend der heu- Der Bund hat ein Paket von Massnahmen zur Weiterbildung

tigen Praxis auf das aufsichtsrechtlich Notwendige zu be- von Arbeitnehmern beschlossen. Davon dürften die Banken

schränken, die ausgetauschten Informationen dürfen nur zur und die Berufsverbände des Bankpersonals für die Spezial-

verwaltungs- und strafrechtlichen Durchsetzung der betreffen- ausbildung im Finanz- und Börsenbereich wesentlich profitie-

den Aufsichtserlasse verwendet werden (Spezialitätsprinzip), ren können. Auf der Stufe der Ausbildung von Bank-und kauf-

und die sie empfangenden Behörden müssen Gewähr für die männischen Berufen liegt es an den entsprechenden Fachver-

Einhaltung des Amtsgeheimnisses bieten. bänden, Lehrgänge für neue Berufe wie etwa Wertschriften-

Das EG-Recht verbietet Kartelle, worunter auch Konventionen händler zu entwickeln, das Lehrpersonal zu suchen und Lehr-

der Bankiervereinigung fallen würden. Ferner würde der Wett- stoffe zu vermitteln. Das Biga würde solche Initiativen durch

bewerb zwischen den Hypothekarinstituten verschärft, wenn die Anerkennung als Lehrberuf honorieren. Es kann aber nicht

Hypothekarkredite gemäss Antrag der EG-Kommission grenz- Sache des Bundes sein, von sich aus Lehrgänge für Finanz-

überschreitend gewährt würden. analysten anzubieten. Die Gefahr wäre allzu gross, an den

Die schweizerische Kartellkommission empfahl dem EVD die echten Bedürfnissen unserer Finanzindustrie vorbei auszubil-

Aufhebung der Konventionen der Schweizerischen Bankier- den.

vereinigung über die einheitliche Gebührenverrechnung für Schliesslich ist noch auf das Problem der ungleichen Wettbe-

offene Depots, der Courtagekonvention, der Konvention im werbsbedingungen innerhalb der Schweizerfranken-Wäh-

Akkreditivgeschäft sowie des Grossbankensyndikats für öf- rungszone hinzuweisen. Das Fürstentum Liechtenstein kennt

fentliche Anleihen ausländischer Schuldner. Der Chef des eine wesentlich weniger weitgehende Aufsicht über den Fi-

EVD ist der Empfehlung der Kartellkommission gefolgt Er hat nanzplatz als die Schweiz. Eine von der Eidgenössischen Ban-

am 10. September 1990 verfügt, dass die einheitliche Gebüh- kenkommission im Auftrag des EFD eingesetzte Arbeits-

renverrechnung für offene Depots und die Courtagekonven- gruppe kam in einem kürzlich veröffentlichten Bericht zum

tion bis spätestens am 31. Dezember 1992 und die Konven- Schluss, dass in verschiedenen finanzmarktrelevanten Berei-

tion im Akkreditivgeschäft sowie jene betreffend die Treue- chen (Bankenaufsicht, Insiderdelikte, Geldwäscherei, Sorg-

pflicht im Grossbankensyndikat bis zum 31. Dezember 1990 faltspflichtvereinbarung, Rechtshilfe) zurzeit ein gewisses Re-

aufzuheben sind. Gegen diese Verfügung können die Betrof- gulierungsgefälle besteht. Es ist indessen anzuerkennen,

fenen beim Schweizerischen Bundesgericht Verwaltungsge- dass das Fürstentum legislatorische Anstrengungen zur An-

richtsbeschwerde erheben. näherung an internationale Standards unternimmt. Das gilt

Es ist auch festzustellen, dass das Emissionskartell eng mit insbesondere für die Absicht, eine Insider- und Geldwäsche-

der Erhebung des Umsatzstempels von 3 Promille auf auslän- reistrafnorm zu schaffen. Wir sind bestrebt, den Dialog mit der

dischen Wertpapieren zusammenhängt. Insgesamt dämpfen Regierung des Fürstentums Liechtenstein weiterzuführen und

am Obligationenmarkt die aus Courtagen, Stempel und kanto- auf eine äquivalente Regulierung hinzuwirken. Umgekehrt ist

nalen Börsenabgaben zusammengesetzten Transaktionsko- allerdings der Eindruck zu vermeiden, die Schweiz trage die

sten das Entstehen eines lebhaften Sekundärmarktes. Verantwortung für den Finanzplatz des Fürstentums Liechten-

Die Revision des Stempelsteuergesetzes liegt vor den eidge- stein, welches ein souveräner Staat ist Eine Anpassung Liech-

nössischen Räten. Der Ausgang ist ungewiss. Wir erkennen, tensteins an bestehende und künftige schweizerische Rege-

dass die Stempelsteuer wichtige Märkte ins Ausland abge- lungen drängt sich deshalb nur dort auf, wo durch ein Rege-

drängt hat oder ausserhalb der Schweiz entstehen liess. Pri- lungsgefälle oder Vollzugsprobleme wesentliche schweizeri-

mär- und Sekundärmärkte für Anleihen, die auf fremde Wäh- sche Interessen tangiert sind, insbesondere wenn der Finanz-

rung lauten, existieren in der Schweiz nicht. Im Frankenbe- platz Liechtenstein zur Umgehung der schweizerischen

reich spielt sich der Markt für Zinssatzswaps ganz, der Obliga- Rechtsordnung missbraucht werden kann und aus der mit der

tionenhandel zunehmend im Ausland ab. Der Markt für Schweiz bestehenden Währungs- und Zollunion einseitigen

Schweizerfranken-Emissionen kann nur aufgrund der Kapital- Nutzen ziehen würde. Ueberdies nimmt das Fürstentum

exportbestimmungen der Nationalbank und mit der Koopera- Liechtenstein aktiv an den Verhandlungen über einen EWR-

tion ausländischer Notenbanken in der Schweiz gehalten wer- Vertrag teil und ist bereit, gegebenenfalls die EG-Regelungen

den. Ferner verhindert die Stempelsteuer indirekt das Entste- über das Bankwesen und der anderen Finanzmarktbereiche

hen von Zinsoptionen, mit denen sich die Schweizer Wirt- zu übernehmen.

schaft gegen Zinssatzschwankungen besser absichern Unser hohes Sparaufkommen bleibt eine der wichtigsten Akti-

könnte. ven des Finanzplatzes Schweiz. Die Ersparnisse werden hel-

Der Bundesrat möchte jedoch zu bedenken geben, dass der fen, die Zinsen in absehbarer Zeit zu senken. Das Zinsniveau

Anteil der Stempelabgaben rund 8 Prozent der Bundesein- wird wesentlich bestimmt durch die Inflationserwartungen.

nahmen ausmacht Ein ersatzloser Ausfall von 2,2 Milliarden Mittelfristig wird die Teuerung hauptsächlich durch die Geld-

Franken wäre nicht zu verkraften. Ein drohender Rückfall in mengensteuerung der Schweizerischen Nationalbank beein-

Defizite hätte auch negative Rückwirkungen auf die Attraktivi- flusst. Die SNB hat den gesetzlichen Auftrag, eine stabilitäts-

tät des Finanzzentrums Schweiz. Wie aus der Arthur-Ander- orientierte Geldmengenpolitik zu führen. Deshalb ist sie dazu

sen-Studie über den Finanzplatz Schweiz hervorgeht, sind übergegangen, jährliche Geldmengenziele anzustreben und

stabile politische, wirtschaftliche und soziale Rahmenbedin- zu veröffentlichen, die mittelfristig mit dem Stabilitätsziel har-

gungen der Hauptgrund für die ausländischen Anleger, ihre monieren.

Vermögenswerte in der Schweiz verwalten zu lassen. Wenn Angesichts der komplexen Einflüsse von Kapitalmarktzinsen,

man sich diese fundamentale Abhängigkeit vor Augen hält, Sparneigung, Wechselkurs- und Inflationserwartungen sowie

dürfte die Kompensation für Einnahmenausfälle aus der Revi- Geldpolitik in einem sich fortwährend ändernden Internationa-

Place financière suisse. Interventions personnelles 366 N 9 mars 1992

len Umfeld ist der Zinszusammenhang mit dem Ausland unge- les points faibles et émis certaines recommandations. La plu-

wiss. Die Wissenschaft wird das Phänomen der Zinsinsel part d'entre elles ne s'adressent cependant pas à l'Etat, mais

Schweiz voraussichtlich aus eigenem Antrieb untersuchen, aux bourses, aux organisations du marché, aux commerçants

sobald ein Auslaufen der gegenwärtigen inflationären Turbu- de titres, aux banques et aux organes de surveillance. La

lenzen dies gestattet. Weiter wird das Bundesamt für Konjunk- Confédération a répondu à la demande d'élaborer une loi fé-

turfragen in absehbarer Zeit eine Studie zur Zinsentwicklung dérale sur les bourses. Une commission d'experts est à l'oeu-

veröffentlichen. vre et elle présentera encore cette année un projet de loi qui

Der Finanzplatz Schweiz hat uns Verdienst und Staatseinnah- sera soumis à la procédure de consultation. Les usagers du

men geliefert; seinen einstigen Vorsprung und die Einmalig- marché aussi, c'est-à-dire les bourses, les banques et d'autres

keit seiner Liberalisierung hat er teilweise verloren. Wir werden commerçants de titres ainsi que les investisseurs et les émet-

auch inskünftig auf seinen Beitrag an unsere Volkswirtschaft teurs multiplient leurs efforts en vue d'améliorer le commerce

angewiesen bleiben und müssen daher bestrebt sein, seine suisse de papiers-valeurs sur le plan institutionnel.

internationale Konkurrenzfähigkeit zu erhalten. En Suisse, le commerce des papiers-valeurs se répartit entre

Wesentliche Schritte zur Modernisierung unseres Finanzplat- sept bourses dont trois sont importantes. Cette fragmentation

zes hat der Bundesrat schon unternommen. Einige Massnah- constitue de prime abord une entrave à la capacité du marché

men stehen in der parlamentarischen Beratung (Stempel- d'absorber un grand volume de transactions, sans pour autant

steuer, Aktienrecht). Vieles wird vom Ausgang der Verhand- afficher des variations de cours trop importantes. Il est par

lungen EG/Efta über die Schaffung eines Europäischen Wirt- conséquent nécessaire, par le biais d'informations sur les

schaftsraumes abhängen. Die eidgenössischen Räte werden cours et le volume des échanges, d'obtenir une meilleure vi-

darüber zu befinden haben. sion d'ensemble d'un marché aujourd'hui divisé en transac-

Alle Forderungen der Motionen sind - wie vorstehend darge- tions boursières et hors bourse réparties sur diverses bourses

legt - bereits durchgeführt oder in die Wege geleitet worden. régionales. Ces mesures permettraient également d'améliorer

Die eidgenössischen Räte werden über die Resultate nach la formation des prix Le développement du «market-making»

Durchführung der Vernehmlassungsverfahren in speziellen (offre permanente de cours acheteur et vendeur pour un vo-

Botschaften orientiert. Der Bundesrat kann sich heute, so- lume donné de transactions) se traduirait certes par une aug-

lange die schwierigen Verhandlungen mit der EG in Gange mentation de la profondeur du marché, mais en même temps,

sind, noch nicht dazu äussern, ob und wie die schweizerische ne l'oublions pas, par une augmentation des coûts. La sup-

Gesetzgebung dem EG-Standard angeglichen werden kann. pression du droit de timbre prélevé sur les transactions que les

Die Abfassung des verlangten Berichtes hätte bis zum Ab- teneurs de marché (market-makers) effectuent avec leurs pro-

schluss der EWR-Verhandlungen zu warten. Ebensowenig pres stocks de titres, telle que la prévoit le Conseil fédéral dans

kann er verbindlich darlegen, wie das autonome Fürstentum son projet relatif à la modification du droit de timbre, constitue

Liechtenstein die anstehenden Probleme der Aufsicht über un allégement. L'Association Tripartite Bourses (ATB) a ex-

den Finanzplatz lösen wird. primé récemment le désir d'instaurer un système de bourse

Die aufgeworfenen Probleme werden soweit möglich geprüft électronique (BES) couvrant toute la Suisse.

Insbesondere die Hypothekarfinanzierung könnte-durch die La faible profondeur du marché, conséquence du nombre

Marktpartner, nicht durch den Staat- noch verbessert werden, élevé d'entreprises de moyenne grandeur, de la multiplicité

und das Bewertungssystem für Wertpapiere (Rating) steht im excessive des titres et des restrictions au transfert des actions,

Zusammenhang mit der Revision der Zulassung von Wertpa- est également un désavantage, notamment aux yeux des in-

pieren an den Börsen zur Diskussion. Ueber die Fortschritte vestisseurs institutionnels étrangers. Certains investisseurs

bei den Verhandlungen über Doppelbesteuerungsabkom- ont en effet été fortement désécurisés par les fluctuations de

men werden die eidgenössischen Räte fortlaufend orientiert cours, variables selon les catégories de titres (titres nominatifs

Nach Kenntnisnahme des Berichtes der Eidgenössischen ou au porteur). Il y a donc lieu d'améliorer la négociabilité des

Bankenkommission über die Bankenaufsicht Liechtensteins titres cotés. A cet égard, on mettra l'accent sur une simplifica-

wären wir daran interessiert, Konsultationen aufzunehmen mit tion de la structure des fonds propres des sociétés dont les ti-

dem Ziel, eine Schliessung der festgestellten Lücken zu erwir- tres sont cotés, ainsi que sur la suppression des restrictions au

ken. Die Flexibilisierung des Arbeitsrechts ist bereits Bestand- transfert des actions et l'émission d'actions sans valeur nomi-

teil einer Vorlage des Bundesrates an die eidgenössischen nale. On saura prochainement si le Parlement décide d'intro-

Räte. Das Biga wird dem Problem der Ausbildung von Finanz- duire de telles dispositions dans le droit des sociétés anony-

analysten zweifellos Rechnung tragen, wenn die Fachver- mes ou si ces cas seront régis par une future loi sur les bour-

bände solche Lehrgänge vorschlagen. Im Rahmen der vom ses.

Parlament beschlossenen Weiterbildungsoffensive des Bun- Il y a lieu, par ailleurs, de rationaliser le processus de formation

des besteht die Möglichkeit zur Ausbildung von Finanzspezia- des prix et des cours en bourse. Il est nécessaire à cet égard

listen. que les sociétés fassent un effort d'information. La publicité

émanant des sociétés ouvertes au public doit être dévelop-

Rapport écrit du Conseil fédéral pée. L'investisseur doit avoir le droit d'obtenir de la part de

concernant les interventions 90.652, 90.622 et 90.558 l'entreprise des informations significatives et complètes, aussi

du 12 septembre 1990 bien lors de l'émission publique des titres que durant leur cota-

L'avenir de la place financière suisse constitue une réelle tion en bourse. Une plus grande transparence permet égale-

préoccupation du gouvernement. Si le secteur financier oc- ment de prévenir les délits d'initiés.

cupe 5 pour cent seulement des 3,3 millions de personnes qui On s'accorde à penser que l'admission à la bourse des titres

constituent la population active en Suisse - le nombre des per- d'une entreprise doit se faire sur la base de critères objectifs et

sonnes occupées dans le secteur financier est néanmoins semblables pour tous les émetteurs. C'est dans cet esprit qu'il

bien supérieur, par exemple, à celui de l'agriculture- les salai- convient de supprimer certaines perscriptions discriminatoi-

res versés dans ce même secteur sont relativement élevés. La res pour les émetteurs étrangers. Il s'avère donc urgent, dans

valeur ajoutée produite par cette branche économique est loin ce domaine également, d'édicter une loi.

d'être négligeable. Mais les marchés financiers règlent avant On a beaucoup parlé de certaines «prises de contrôle inamica-

tout l'allocation de capital pour l'ensemble de notre économie. les» qui ont fait l'objet de vives critiques. D'une part, elles cons-

Les prestations de service sont en outre produites avec des tituent un moyen - souvent le seul - pour remédier aune direc-

emplois respectueux de l'environnement Aussi le Conseil fé- tion peu efficace des affaires, de sorte qu'elles sont tout à fait

déral a-t-il pris plusieurs mesures visant à renforcer la compéti- souhaitables dans l'optique de l'actionnaire. D'autre part, elles

tivité du secteur de notre économie qui fournit des services fi- conduisent fréquemment à une inégalité de traitement de cer-

nanciers. tains actionnaires. En mettant au point un code suisse des of-

Rappelons, en particulier, les efforts entrepris aux fins d'amé- fres publiques d'achat, l'Association des bourses suisses a es-

liorer l'efficacité des bourses. Dans son rapport du 21 décem- sayé de tenir compte des intérêts des investisseurs lors des

bre 1989, le groupe d'étude créé en 1988 par le OFF a révélé prises de contrôle. Une convention de droit privé est entrée en

9. März 1992 N 367 Finanzplatz Schweiz. Persönliche Vorstösse

vigueur en septembre 1989. Il est encore trop tôt pour en éva- ne devienne pas le terrain d'action privilégié de commerçants

luer les effets. Mentionnons toutefois que ce code ne prévoit peu fiables offrant des instruments peu recommandables.

pas de sanctions, ce qui pourrait être un désavantage, ni l'obli- Signalons encore en passant que la libre circulation des capi-

gation pour la personne qui veut prendre le contrôle d'une so- taux est entravée par la loi Friedrich/Furgler. En dépit de la

ciété de lancer une offre publique d'achat. multitude des réglementations, notre marché financier est un

Quant à l'activité non contrôlée des intermédiaires qui offrent marché libre. En effet, la fonction première de tous ces textes

au public, sans lui indiquer les risques qu'il court, des titres à normatifs, exception faite des deux derniers, n'est pas de régu-

caractère hautement spéculatif ou qui se livrent à partir de la ler, mais d'assurer la liberté du marché, de protéger tant les

Suisse à des opérations frauduleuses de portée internatio- créanciers et les investisseurs que le système lui-même, et de

nale, on ne peut que la déplorer. La création et l'établissement garantir une gestion irréprochable de la part des participants

de telles entreprises sont toutefois rendus plus difficiles lors- au marché.

que les courtiers sont surveillés par l'Etat Une telle surveil- Les déréglementations opérées très tôt dans le secteur finan-

lance n'est appliquée qu'à Zurich et à Baie. De plus, elle ne cier (intérêts, cours de change, placements, fondations et ad-

s'applique pas aux conseillers en placement ni aux gérants de missions de banques) ont donné une forte impulsion au sys-

fortune, qui servent d'intermédiaires pour d'autres place- tème des banques universelles, provoquant ainsi un effet de

ments de titres. Or, la répression des cas de manipulations du synergie important entre les divers partenaires commerciaux.

marché et d'escroqueries pratiquées par des intermédiaires fi- Le système de la banque universelle peut toutefois être à l'ori-

nanciers nécessite précisément la mise en place de normes gine de conflits d'intérêts, notamment dans le domaine des ti-

juridiques uniformisées. tres, lorsqu'une banque, bailleur de fonds d'une entreprise et,

La Communauté européenne est notre principal partenaire comme telle, membre de son conseil d'administration, place

commercial. La part que représentent nos échanges de servi- les titres de cette même entreprise sur le marché ou auprèsd'un

ces avec elle est au moins aussi importante que celle des mar- client llvadesoique.dansdetellessituations.laprotectiondes

chandises. C'est dire que nous sommes intéressés, d'une ma- investisseurs devrait être garantie par des normes réprimant les

nière générale, à la libre circulation des services financiers. La opérations d'initiés, des prescriptionssurdes mesures concer-

libéralisation, dans le domaine du commerce, de titres sup- nant l'organisation des banques en vue d'empêcher les conflits

pose cependant une adaptation des prescriptions concernant d'intérêts et par la transparence des transactions.

le marché des titres. Ces derniers temps, certaines dispositions régissant le com-

Pour l'instant, des directives communautaires applicables aux portement des banques sur le marché ont fait l'objet d'une ré-

activités et à l'organisation boursières font défaut. En revan- vision. Citons les prescriptions en matière de liquidités conte-

che, par le biais des prescriptions ayant trait à la cotation des nues dans l'ordonnance sur les banques, dont la modification

papiers-valeurs, des règles ont été édictées, qui s'appliquent est entrée en vigueur début 1988. Les dispositions révisées

aux titres commercialisés et aux sociétés émettrices. L'ac- prévoient que les réserves prescrites des liquidités de caisse

tuelle réglementation suisse ne serait sans aucun doute pas doivent dorénavant être disponibles en moyenne sur une pé-

homologuée. Des modifications sont introduites et, pour le riode déterminée et non plus uniquement au jour fixé, à la fin

reste, une loi fédérale sur les bourses, qu'il s'agit encore du mois. L'adaptation à ces nouvelles normes a déclenché

d'édicter, s'inspirera des directives communautaires. une mini-révolution sur le marché de l'argent En effet, les

Il faut encore mentionner que la directive communautaire échéances mensuelles, trimestrielles et annuelles ayant été

ayant trait à l'admission de valeurs mobilières à la cote offi- supprimées, les fluctuations des taux d'intérêt ont du même

cielle interdit toute restriction au transfert des titres cotés. Il est coup disparu sur le marché de l'argent, alors que le niveau

douteux que les actions nominatives liées remplissent cette mensuel moyen de ces mêmes taux a légèrement augmenté.

condition. Cette révision a également introduit une sensible réduction du

Les règles communautaires en matière d'offres publiques montant prescrit des liquidités de caisse et de la liquidité glo-

d'achat ne sont guère similaires à celles du code suisse des bale, causant par là même un allégement des coûts supportés

OPA de l'Association des Bourses Suisses. Il faudrait ancrer par les banques tout en renforçant leur compétitivité sur le

des règles équivalentes à celles de la CE dans une loi fédérale plan international.

sur les bourses. Début 1990, les prescriptions suisses relatives aux fonds pro-

Les fonds de placement constituent un autre domaine où la pres ont été adaptées, par une révision de l'ordonnance sur

Suisse devrait harmoniser sa législation avec celle de la CE. les banques, aux recommandations du Comité de Baie des rè-

Comme les fonds de placement suisses sont aujourd'hui ex- gles et pratiques de contrôle bancaire auprès de la Banque

clus des avantages qu'offre le Marché unique (licence unifiée des Règlements Internationaux et, partant, aux directives CE

pour la diffusion dans toute la zone CE), les grandes banques, qui en découlent. Les exigences en matière de fonds propres

notamment, transfèrent leurs opérations sur effets publics de sont relevées aux normes minimum internationales pour les

plus en plus au Luxembourg, pour ensuite faire enregistrer opérations hors bilan, tandis que les taux de couverture pres-

chez nous comme «fonds étrangers» les fonds qui y ont été crits pour les opérations transfrontalières ayant une incidence

créés. La deuxième raison principale de l'attrait du Luxem- sur le bilan sont réduits, de sorte que les exigences à l'égard

bourg est le statut fiscalement privilégié des fonds de place- des fonds propres sont abaissées d'environ 4 pour cent pour

ment accordé par ce pays, qui constitue un avantage décisif tout le système bancaire suisse.

par rapport aux fonds suisses sur le plan des coûts et donc de Les banques opérant sur les marchés internationaux s'en trou-

la concurrence. Les règles communautaires applicables en la vent tout particulièrement allégées puisqu'elles étaient désa-

matière permettent une politique d'investissement plus sou- vantagées jusqu'ici par rapport à leurs concurrentes étrangè-

ple. Elles prévoient une séparation claire entre la direction du res, en raison des prescriptions sévères régissant les fonds

fonds et la banque. En vue d'encourager l'exportation de cet propres. Le relèvement massif, de 10 à 25 pour cent, des prêts

instrument financier qu'est le fonds de placement, lequel re- en rang postérieur et des emprunts obligatoires admis comme

présente une part importante de l'activité des banques suis- fonds propres conformément aux recommandations bâloises

ses spécialisées en gestion de fortune, il serait avantageux, ici contribue également à renforcer la compétitivité de nos ban-

aussi, d'adapter notre législation. Les grandes banques ont ques au plan international, car il réduit passablement le coût

déjà créé au Luxembourg de nombreux fonds de placement de l'acquisition de fonds propres comparativement à l'émis-

conformes aux règles communautaires. La révision de la loi sion traditionelle d'actions. Dans l'ensemble, les prescriptions

sur les fonds de placement qui vient d'être entamée tiendra suisses en matière de fonds propres demeurent toutefois net-

compte des directives communautaires. tement plus sévères que les normes minimales existant à

Enfin, les établissements à caractère non bancaire de la CE l'étranger. Aux fins d'assurer la protection des créanciers, il

qui font commerce de papiers-valeurs sont assujettis à certai- convient de maintenir à l'avenir cette pierre angulaire de notre

nes règles relatives à la liberté d'établissement, à la gestion et surveillance bancaire, d'autant qu'une dotation élevée en

au devoir de publier des informations. Il est indispensable que fonds propres est de nature à consolider la confiance, en re-

nous adoptions une législation analogue, pour que notre pays présentant au même titre un facteur concurrentiel positif.

Place financière suisse. Interventions personnelles 368 N 9 mars 1992

Une reprise immédiate et complète des recommandations de également, entre autres, aux établissements dits parabancai-

Baie aurait de plus été peu judicieuse, car outre les risques res tels que les «money changers», les fiduciaires et les avo-

classiques liés au crédit, les prescriptions suisses comportent cats d'affaires. La disposition ne laisse subsister par ailleurs

d'ores et déjà certains risques du point de vue des prix qu'il aucun doute quant à l'obligation d'identifier non seulement le

sied d'abord de faire analyser par le Comité de Baie pour l'inté- client direct, mais encore tout ayant droit économique éven-

grer plus tard, le cas échéant, dans le modèle international tuel.

d'harmonisation. Un groupe de travail interdépartemental a examiné la possibi-

Une nouvelle convention, plus rigoureuse, concernant les rè- lité de prendre des mesures complémentaires à la législation

gles professionnelles des banques en matière de diligence concernant le blanchiment de l'argent sale. Elle a également

(CDB), est entrée en vigueur en automne 1987. Une récapitu- pris en compte, dans ses réflexions, les propositions élabo-

lation des décisions prises depuis le 1er octobre 1987 par la rées simultanément - avec la participation de la Suisse - par

Commission de surveillance CDB contre les banques contre- l'organisme «financial task force» qu'ont créé les pays du

venantes sera publiée prochainement. Groupe des Sept pour combattre ce délit Ce groupe de travail

La nouvelle CDB limite, par rapport aux règles précédentes, propose au Conseil fédéral l'introduction d'une déclaration

les exceptions - créées par ladite formule B - à l'obligation obligatoire pour les importations d'argent en espèces à la fron-

qu'ont les banques d'établir l'identité des ayants droit écono- tière ainsi que du droit exprès, pour les financiers, de signaler

miques (représentés par d'autres groupes professionnels) aux autorités les transactions suspectes de leur clientèle.

aux valeurs de fortune confiées à la banque. La teneur plus D'autre part, les mesures concernant la délivrance du visa

restrictive des formules B a pour but d'empêcher que la clien- ainsi que l'émission, par la Commission fédérale des ban-

tèle bancaire ne soit anonymisée par l'intervention d'avocats ques, de directives plus sévères pour le commerce de billets

ou de fiduciaires et notamment qu'il ne soit abusé du secret par les grandes banques constituent un pas supplémentaire

professionnel de l'avocat pour créer un supersecret bancaire important dans la lutte contre le blanchiment de l'argent sale.

destiné à dissimuler des valeurs de fortune acquises de façon En soumettant les sociétés financières aux dispositions sévè-

délictueuse. Une enquête statistique effectuée par la Commis- res de la loi sur les banques, on a non seulement renforcé la

sion des banques a cependant permis de constater que l'ob- protection des créanciers mais également amélioré avant tout

jectif visant à réduire substantiellement le nombre des ayants le fonctionnement du système lui-même. Les modifications

droit économiques anonymisés par laformule B n'a pas été at- apportées aux prescriptions de l'ordonnance sur les banques

teint dans la mesure souhaitée. L'identification des ayants définissant le champ d'application de ladite loi sont entrées en

droit économiques revêt une importance primordiale dans la vigueur au début de 1990. Dorénavant seront également ré-

lutte contre la criminalité, en particulier pour empêcher et dé- gies par ces dispositions les sociétés financières qui se refi-

couvrir le blanchiment de l'argent sale, ce qui a été souligné nancent dans une large mesure auprès d'autres banques, afin

par l'édiction de la nouvelle norme pénale réprimant le man- d'accorder des prêts bancaires, ainsi que les maisons d'émis-

que de diligence lors d'opérations financières (art. 305ter CP). sion. Le statut de banque implique des fonds propres plus im-

Aussi la lacune existant encore dans la CDB, par ailleurs exem- portants, une plus grande liquidité, de même que des mesu-

plaire sur le plan international, devrait-elle être comblée par la res telles que l'inspection interne et la révision des comptes

suppression des formules B. par des réviseurs autorisés.

Ce n'est que depuis 1988, et donc relativement récemment, Si nos banques et nos établissements de gestion de fortune

que notre droit pénal prévoit l'interdiction des opérations d'ini- veulent continuer à offrir leurs services dans l'Espace euro-

tiés (art. 161 CP). Tant que les transactions de titres ne sont péen, l'adaptation de notre système bancaire et de nos mar-

pas soumises à une «audit trail» (instruments de contrôle), chés financiers aux normes communautaires s'avère in-

c'est-à-dire que tant que l'ensemble des échanges n'est pas contournable, peu importe que nous voulions réaliser ou non

enregistré par ordinateur, il est difficile de dégager les élé- l'Espace économique européen. Que nous choisissions de

ments constitutifs de l'infraction. A cet égard, le système élec- faire cavalier seul ou de nous associer à la CE, il faudra, tout en

tronique d'information à la corbeille, de même que le système sauvegardant notre autonomie, adopter des normes équiva-

de bouclement des transactions de nos trois grandes bourses lentes à celles de la Communauté si nous voulons éviter que

ont constitué un important progrès. De plus, les commissaires notre place financière ne soit sévèrement discriminée. Les ré-

de bourse sont habilités à signaler des cas d'infractions à la cents développements intervenus au sein de la CE restrei-

norme pénale réprimant les délits d'initiés, compétence qui gnent singulièrement notre marge de manoeuvre dans les fu-

s'étend également aux opérations hors bourse effectuées par tures négociations.

des négociants en titres professionnels. Le secteur bancaire appartient à l'une des branches où le pro-

La loi fédérale sur l'entraide internationale en matière pénale gramme de développement du marché intérieur est le plus

est en vigueur depuis 1983 et s'applique principalement au avancé. La Suisse satisfait largement aux conditions fixées par

domaine financier. Nous avons passé avec les Etats-Unis un les directives bancaires de la Communauté. La définition que

traité d'entraide judiciaire en matière pénale, qui est entré en les Douze donnent de l'établissement bancaire est par exem-

vigueur début 1977. Il s'est avéré que le traitement des deman- ple pratiquement identique à la nôtre, certaines directives

des d'entraide judiciaire internationale émanant d'Etats étran- communautaires s'appliquent par ailleurs également à ce que

gers peut être très laborieux, dans la mesure où les intéressés l'on appelle les instituts financiers (maisons d'émission, insti-

épuisent toutes les possibilités de recours. Sur la base de cer- tuts spécialisés dans la gestion de fortune, les conseils en pla-

taines études préliminaires effectuées par un groupe de travail cement, le commerce des titres). Les directives fixent les

de l'Office fédéral de la police, une commission d'experts pré- conditions minimales concernant l'admission, les fonds pro-

pare, à la demande du DFJP, une révision de la loi en vue de pres, la présentatioin des comptes, les grands risques, l'assai-

simplifier la procédure. nissement et la liquidation, conditions qui sont compatibles

Les normes pénales concernant le blanchiment de l'argent avec nos propres prescriptions.

sale et le manque de diligence en matière d'opérations finan- Notre droit s'écarte en revanche fortement du droit commu-

cières sont entrées en vigueur le 1 er août 1990. La nouvelle lé- nautaire sur les points suivants: la CE a édicté des règles uni-

gislation a pour but de prévenir les abus contre la place finan- formes régissant les informations à publier et l'établissement

cière suisse, qui ont notamment pour origine le crime orga- du bilan, règles dont le but est d'assurer la transparence consi-

nisé. L'article 305bis CP réprime le blanchiment intentionnel dérée comme condition préalable à toute forme de concur-

de l'argent sale. Il prévoit des peines sensiblement plus rigou- rence. Le fait que la Suisse ne connaît pas l'obligation de pu-

reuses en cas d'actes commis en bandes et à but commercial blier des informations sur les réserves latentes est, en particu-

et lorsque la personne blanchissant l'argent est membre lier, incompatible avec le droit communautaire. Une adapta-

d'une organisation criminelle. En guise de complément, tion des prescriptions suisses est urgente, mais elle ne devrait

l'article 305ter CP étend l'identification obligatoire, contenue pas poser de problèmes insurmontables puisque les quelque

notamment dans la CDB à tout le secteur financier en la sanc- 40 filiales de banques suisses exerçant leur activité en terri-

tionnant par une norme pénale. Celle-ci s'applique désormais toire communautaire remplissent déjà ces conditions. L'adap-

9. März 1992 N 369 Finanzplatz Schweiz. Persönliche Vorstösse

tation des prescriptions relatives aux résultats consolidés ne la coopération de certaines banques d'émission étrangères.

devrait pas non plus présenter trop de difficultés. Notons en De plus, le droit de timbre empêche indirectement l'émer-

revanche qu'à l'inverse de la CE, notre loi sur les banques ne gence d'options sur taux d'intérêt, qui permettraient mieux à

prévoit pas de restrictions quant aux participations que ces notre économie de se prémunir contre les fluctuations de taux

établissements peuvent prendre en dehors du secteur finan- d'intérêt.

cier. La Suisse ne connaît pas non plus l'assurance obligatoire Le Conseil fédéral tient seulement à rappeler que le droit de

des dépôts. timbre représente 8 pour cent environ des recettes de la

Le principe de la reconnaissance mutuelle des licences et des Confédération. La suppression de 2,2 milliards de francs de

organes de surveillance publics du pays d'origine constitue recettes ne saurait être envisagée sans compensation. La me-

l'élément central de la réglementation communautaire appli- nace de nouveaux déficits aurait par ailleurs également des ef-

cable au secteur bancaire. La directive en la matière stipule fets négatifs sur l'attrait du centre financier suisse. L'étude

que les autorités de surveillance des pays membres de la d'Arthur Andersen établit en effet que la stabilité des structures

Communauté ont le devoir de coopérer. Le droit suisse ne pré- politiques, économiques et sociales de notre pays constitue la

voit pas expressément une coopération administrative avec raison première qui pousse les investisseurs étrangers à faire

les autorités de surveillance étrangères. Mais dans la mesure, gérer leur fortune en Suisse. La stabilité ayant donc une impor-

du moins, où l'on ne touche à aucun secret protégé et où les tance primordiale, il est de l'intérêt même des banquiers et des

personnes dont l'identité doit être tenue secrète ont donné représentants de la place financière que le manque à gagner

leur approbation, une collaboration n'est pas exclue, selon le découlant de la révision de la loi sur les droits de timbre trouve

droit actuel, puisqu'elle est d'ores et déjà pratiquée par la une compensation. Car seul un Etat robuste, aux finances sai-

Commission fédérale des banques. Cependant, dans le do- nes, et non un Etat affaibli, est en mesure de protéger sa place

maine des services financiers, 17 importantes directives CE financière.

ont été identifiées qui prévoient un échange obligatoire d'infor- La pénurie de main-d'oeuvre qualifiée, en particulier de spé-

mations entre les autorités de surveillance. Il convient par cialistes des questions financières, compte également parmi

conséquent de créer une base légale précise pour cette en- les facteurs susceptibles de freiner la croissance de la place fi-

traide administrative dans les lois suisses concernant la sur- nancière suisse et d'entraver notre compétitivité sur les mar-

veillance (législation sur les banques, les fonds de placement, chés internationaux. Le recours à des spécialistes financiers

les bourses, la surveillance des marchés financiers). Confor- étrangers se heurte toutefois aux limites de la législation sur

mément à la pratique actuelle, l'entraide administrative doit se les étrangers. Il faudra impérativement réadapter certaines

limiter au strict nécessaire du point de vue de la surveillance, dispositions de la loi sur les travailleurs étrangers si nous vou-

les informations échangées ne peuvent être utilisées que pour lons que notre place financière reste compétitive sur le plan

garantir l'application - par le droit administratif et pénal - des international. Remarquons qu'il s'agit en fait de débloquer un

prescriptions en matière de surveillance (principe de la spécia- contingent très restreint de spécialistes hautement qualifiés.

lité) et les autorités auxquelles sont destinées ces informations La Confédération a décidé de prendre diverses mesures sur le

doivent garantir l'observation du secret de fonction. plan de la formation continue des salariés. Celles-ci devraient

Le droit communautaire interdisant les cartels, les conven- offrir aux banques et aux associations professionnelles du

tions de l'Association suisse des banquiers tomberaient sous secteur bancaire de larges possibilités d'acquérir une forma-

le coup de cette interdiction. De plus, la concurrence entre ins- tion spécialisée dans le domaine financier et boursier. Pour ce

tituts spécialisés dans l'octroi de prêts hypothécaires s'accen- qui est des professions bancaires et commerciales, il appar-

tuerait également si, comme le prévoit la proposition de la tient aux associations professionnelles concernées de mettre

Commission des Communautés, des crédits hypothécaires sur pied des cours adaptés aux nouvelles professions telles

peuvent être octroyés au-delà des frontières. que le commerçant de titres, de recruter des apprentis et de

La Commission suisse des cartels a recommandé au DFEP fournir le matériel didactique. L'OFIAMT récompenserait de

l'abrogation de la convention de l'Association suisse des ban- telles initiatives par la reconnaissance en tant que profession

quiers établissant un tarif uniforme pour les droits de garde, de qualifiée. La Confédération ne saurait toutefois offrir elle-

même que de la convention de courtage, de la convention ré- même des cours pour des analystes financiers. Le risque se-

glant les opérations d'accréditifs ainsi que la dissolution du rait trop grand de prodiguer une formation ne répondant pas

syndicat des grandes banques pour les émissions publiques aux besoins réels de notre industrie financière.

d'emprunts en francs suisses d'émetteurs étrangers. Le chef Enfin, nous rendons attentif au problème des conditions

du DFEP a suivi la recommandation de la Commission des concurrentielles inégales au sein de la zone du franc suisse.

cartels. Il a en effet décidé, en date du 10 septembre 1990, que La Principauté de Liechtenstein connaît une surveillance infini-

le tarif uniforme pour les droits de garde, de même que la ment moins sévère sur la place financière que la Suisse. Dans

convention de courtage devront être abrogés d'ici au 31 dé- un rapport publié récemment, un groupe de travail institué par

cembre 1992 et que la convention réglant les opérations d'ac- la Commission des banques à la demande du DFF est arrivé à

créditifs et celle relative au devoir de loyauté dans le syndicat la conclusion que dans plusieurs secteurs ayant trait au mar-

des grandes banques devront l'être également d'ici au ché financier (surveillance bancaire, délits d'initiés, blanchi-

31 décembre 1990. La présente décision est sujette à recours ment de l'argent sale, convention de diligence, entraide judi-

de droit administratif auprès du Tribunal fédéral suisse. ciaire) il existe actuellement des réglementations divergentes.

Il convient également de relever que le cartel d'émission est Il faut cependant reconnaître que la Principauté de Liechten-

largement lié à la perception du droit de timbre de négociation stein entreprend des efforts en matière de législation, pour se

de 3 pour mille prélevé sur les titres étrangers. Dans l'ensem- rapprocher des normes internationales, comme en témoigne

ble, les coûts de transactions formés par le courtage, le droit notamment son intention de créer des normes pénales sanc-

de timbre et les taxes boursières cantonales entravent la for- tionnant les délits d'initiés et le blanchiment d'argent sale.

mation d'un marché secondaire des obligations dynamique. Nous sommes prêts à poursuivre le dialogue avec le gouver-

La révision de la loi fédérale sur les droits de timbre est en nement de la Principauté de Liechtenstein et de tout mettre en

consultation aux Chambres et on ne peut préjuger de son is- oeuvre pour obtenir une réglementation équivalente. Inverse-

sue. Nous reconnaissons que le droit de timbre a repoussé ment, il faut éviter de donner l'impression que la Suisse porte

d'importants marchés vers l'étranger ou qu'elle en a suscités la responsabilité de la place financière de la Principauté, qui

hors de nos frontières. Il n'existe pas en Suisse de marchés est un Etat souverain. Une adaptation du Liechtenstein aux

primaires ou secondaires pour des emprunts libellés en mon- normes suisses en vigueur ou futures ne s'impose donc que

naie étrangère. Dans le domaine du franc suisse, le marché lorsque, en raison d'une réglementation différente ou de pro-

des swaps sur taux d'intérêt se déroule entièrement à l'étran- blèmes d'exécution, d'importants intérêts suisses sont en jeu,

ger, et de plus en plus également le commerce des obliga- notamment si l'on peut abuser de la place financière du Liech-

tions. Le marché des émissions en francs suisses ne peut être tenstein pour éluder notre législation ou que ce pays tire un

maintenu dans notre pays que grâce aux dispositions de la profit unilatéral de l'union monétaire et douanière conclue

Banque nationale en matière d'exportation de capitaux et avec avec la Suisse.

Place financière suisse. Interventions personnelles 370 9 mars 1992

Nous restons un pays où l'épargne est abondante et c'est un Schriftliche Erklärung des Bundesrates

avantage important de la place financière suisse. Cette épar- Der Bundesrat beantragt, die gleichlautenden Motionen der

gne va contribuer àfaire baisser prochainement les taux d'inté- freisinnig-demokratischen Fraktion, der Fraktion der Schwei-

rêt. Le niveau de l'intérêt est déterminé dans une large mesure zerischen Volkspartei sowie der christlichdemokratischen

par les anticipations inflationnistes. A moyen terme, le renché- Fraktion in ein Postulat umzuwandeln.

rissement est principalement influencé par le contrôle de la Der Bundesrat ist bereit, die gleichlautenden Postulate der frei-

masse monétaire qu'exercé la Banque nationale suisse. La loi sinnig-demokratischen Fraktion, der Fraktion der Schweizeri-

lui prescrit de mener une politique de la masse monétaire axée schen Volkspartei sowie der christlichdemokratischen Frak-

sur la stabilité. C'est pourquoi elle s'est donné pour but d'at- tion entgegenzunehmen.

teindre et de publier des objectifs précis en matière d'accrois-

sement annuel de la masse monétaire, qui concordent avec Déclaration écrite du Conseil fédéral

l'objectif de stabilité à moyen terme. L'étude sur l'évolution Le Conseil fédéral propose de transformer en postulat les mo-

des taux d'intérêt que les auteurs des interventions deman- tions de même teneur présentées par le groupe radical-démo-

dent de confier à la Banque nationale suisse pourrait forte- cratique, le groupe de l'Union démocratique du centre et le

ment limiter la marge de manoeuvre de la Banque d'émission groupe démocrate-chrétien.

en matière de politique monétaire; en effet, cette dernière se- Le Conseil fédéral est prêt à accepter les postulats de même

rait liée par ses propres pronostics quant aux taux d'intérêt ou teneur émanant du groupe radical-démocratique, du groupe

alors sa crédibilité serait ébranlée au cas où elle adopterait de l'Union démocratique du centre et du groupe démocrate-

une politique s'écartant de ces prévisions. chrétien.

Etant donné les influences complexes exercées par les taux

d'intérêtdu marché des capitaux, lapropensionàl'épargne, les Stucky: Im Namen der drei Fraktionen FDP, SVP und CVP be-

attentes concernant les cours de change et l'inflation ainsi que antrage ich Ihnen, dass wir die Motionenzur Diskussion stellen.

la politique monétaire-dans un contexte internationalen cons-

tante mutation - les corrélations avec l'étranger en matière de Präsident: Herr Stucky beantragt Diskussion. Wird ein ande-

taux d'intérêt demeurent incertaines. La science analysera pro- rer Antrag gestellt? - Das ist nicht der Fall. So beschlossen.

bablement de sa propre initiative, dès que les turbulences infla-

tionnistes se seront calmées, le phénomène de l'îlot que repré- Stucky: Das Erfreuliche der bundesrätlichen Antwort auf die

sente la Suisse quant aux taux d'intérêt L'Office fédéral des gleichlautenden Motionen steht im ersten Satz der bundesrät-

questions conjoncturelles publiera en outre, d'ici quelque lichen Antwort, nämlich: «Der Bundesrat misst dem Finanz-

temps, une étude concernant l'évolution des taux d'intérêt platz Schweiz hohe Bedeutung zu.» Diese Prioritätensetzung

La place financière suisse a procuré des gains et des recettes hebt sich wohltuend von Aeusserungen ab, der Finanzplatz

à l'Etat; elle a en partie perdu ses atouts d'autrefois et n'est Schweiz sei gross genug. Zu welchen Konsequenzen dieser

plus seule à pratiquer le libéralisme économique. Sa contribu- Fimmel nach Selbstgenügsamkeit führen kann, haben die ver-

tion à notre économie demeurant indispensable, nous devons gangenen zwei Jahre mit aller Deutlichkeit gezeigt. Ich er-

nous efforcer de sauvegarder sa compétitivité sur le plan inter- wähne nur den Rückgang bei den Erträgen aus der Stempel-

national. steuer, die Bankenzusammenbrüche oder auch die wach-

Le Conseil fédéral a d'ores et déjà entrepris d'importantes dé- sende Konkurrenz aus anderen Staaten.

marches pour moderniser la place financière suisse. Plusieurs Es bedarf also keiner weiteren Beweise, um uns die Wichtig-

mesures sont en cours d'examen au Parlement (droits de tim- keit eines Finanzplatzes für die gesamte Wirtschaft deutlich zu

bre, droit en matière de sociétés anonymes). Beaucoup dé- machen. Kapital ist für den Werkplatz Schweiz, was Wasser für

pendront de l'issue des pourparlers CE/AELE concernant la einen Garten. Oder aber: Man kann sich auf das klägliche Ni-

création d'un Espace économique européen. Les Chambres veau der Télévision stellen: Dort wurden kürzlich die Gewinne

fédérales auront à se prononcer à ce sujet. der Grossbanken mit dem angeblichen Gejammer der Ban-

Toutes les exigences des interventions - comme nous l'avons ken über die fehlenden Rahmenbedingungen des Finanzplat-

exposé ci-dessus - ont déjà été réalisées ou sont en cours de zes in eine Linie gestellt. So geschehen am 4. März, in «10 vor

réalisation. Les Chambres seront informées des résultats 10». Kein Wort von den Schwierigkeiten der Regionalbanken,

après la procédure de consultation, par des messages sépa- vor allem keine Erwähnung der Tatsache, dass die Gewinne

rés. Tant que les difficiles pourparlers avec la CE ne sont pas der Grossbanken im Ausland gemacht werden. Bei der Bank-

achevés, nous ne pouvons pas dire dans quelle mesure la lé- gesellschaft sind es 30 Prozent, bei der Kreditanstalt 34 Pro-

gislation suisse pourra être adaptée aux normes de la Com- zent, und ähnlich ist die Grössenordnung beim Schweizeri-

munauté. La rédaction du rapport demandé devrait attendre schen Bankverein. Das heisst aber nichts anderes, als eben

jusqu'à la conclusion des pourparlers EEE. Nous ne sommes diese Geschäfte ins Ausland abwandern zu lassen und dort

pas davantage en mesure d'exposer définitivement comment auch entsprechend Arbeitsplätze einzurichten!

la Principauté autonome de Liechtenstein résoudra les problè- Es ist dem Bundesrat zu attestieren, dass er einiges in die

mes concernant la surveillance sur la place financière. Wege geleitet hat, um diesen verheerenden Trend zu stoppen.

Les questions soulevées par les postulats seront examinées Er hat das Börsengesetz in die Vernehmlassung gegeben,

dans la mesure du possible. Le financement hypothécaire est ebenfalls die Revision über das Anlagefondsgesetz. Er hat

notamment susceptible d'être amélioré - par les usagers du dem freien Kapitalverkehr im Rahmen des EWR zugestimmt,

marché et non l'Etat-et le système d'évaluation des titres («ra- was aber auch Aufgabe der Lex Friedrich heisst Er hat die Ei-

ting») est en discussion en relation avec la révision du régime genmittelvorschriften bei den Banken durch Aenderung der

d'admission des titres aux bourses. Les Chambres sont régu- Verordnung besser geregelt

lièrement informées des progrès réalisés dans les pourparlers Nachhelfen musste allerdings das Parlament beim Stempel-

concernant les conventions de double imposition. steuergesetz. Es ist mir, Herr Bundesrat, in diesem Zusam-

Lorsqu'on aura pris connaissance du rapport de la Commis- menhang nicht ganz verständlich, warum die Volksabstim-

sion fédérale des banques sur la surveillance des banques du mung nicht bereits auf den Mai anberaumt worden ist; denn

Liechtenstein, nous serions intéressés à engager des consul- der Zeitfaktor spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle.

tations en vue d'une élimination des lacunes constatées. L'as- Wir müssen sehen, dass das Vertrauen des ausländischen In-

souplissement de la législation du travail est d'ores et déjà par- vestors in unseren Finanzplatz - da spielt das Stempelsteuer-

tie intégrante d'un projet du Conseil fédéral au Parlement gesetz eine zentrale Rolle - möglichst rasch wieder zurück-

L'OFIAMT tiendra certainement compte, pour sa part, du pro- kehrt. Der Bundesrat sagt dazu ja selber im Bericht unmissver-

blème de la formation d'analystes financiers, si les associa- ständlich: «Wir erkennen, dass die Stempelsteuer wichtige

tions proposent de tels cours. La possibilité de former des spé- Märkte ins Ausland abgedrängt hat und ausserhalb der

cialistes financiers existe dans le cadre du programme d'ac- Schweiz entstehen liess.» Der Bundesrat erkennt also die Ge-

tion décidé par les Chambres en matière de perfectionnement fährlichkeit der Lage. Wir hätten erwartet, dass diese Abstim-

professionnel. mung auch entsprechend früh festgesetzt wird.

9. März 1992 N 371 Finanzplatz Schweiz. Persönliche Vorstösse

Im übrigen weise ich auf die sehr berechtigten Darlegungen es eben erwähnt - mit Ausnahme der Volksbank auf ein äus-

des Bundesrates auf den Seiten 13 und 14 im Kommissions- serst positives Geschäftsjahr zurück. Davon profitiert nicht zu-

bericht hin und empfehle sie vor allem den Bremsern aus der letzt auch der Fiskus. Aber übersehen wir nicht: Das Wachs-

SP, die das Referendum ergriffen haben, zur Lektüre. tum wurde vornehmlich im Ausland erzielt, und im Ausland

Ausgeschwiegen hat sich der Bundesrat zu einem Punkt, entrichten diese Banken denn auch je länger, je mehr ihre Er-

nämlich zur Verrechnungssteuer. Sie spielt auch eine Rolle im tragssteuern. Bei der Kreditanstalt sind es beispielsweise be-

Zusammenhang mit dem Finanzplatz. Der Satz von 35 Pro- reits 47 Prozent von 412 Millionen Franken, also rund 200 Mil-

zent ist weltrekordverdächtig. Er hindert Investoren an Investi- lionen Franken, an Steuern. Estate unserer Bundeskasse sehr

tionen auf dem Kapitalmarkt in der Schweiz, weil allzu oft ein wohl, wenn ihr mehr davon zufallen würde.

Teil als Quellensteuer beim Investor hängenbleibt; er verliert Die Abwanderung von Bankgeschäften ins Ausland ist primär

diese Quote. Zur Verhinderung der Steuerdefraudation - so fiskalisch bedingt Darauf hinzuweisen war eine unserer mit

war ja das Verrechnungssteuergesetz gedacht - wäre ein Satz der Motion eingereichten Forderungen. Wir wollten den Bun-

von 30 Prozent, wie er bis 1975 galt, durchaus genügend. Der desrat veranlassen, in einer eventuellen Botschaft aufzuzei-

Bundesrat könnte auch handeln. Er könnte nach Artikel 13 gen, wo überall unsere Steuergesetzgebung den Finanzplatz

von sich aus, ohne das Parlament zu fragen, den Satz auf Schweiz wettbewerbsmässig behindert. Ueber die völlig anar-

30 Prozent heruntersetzen; ich würde ihm das sehr empfeh- chische und europauntaugliche Stempelsteuer brauche ich

len, auch im Hinblick auf den Kapitalbedarf des Bundes selbst. nichts mehr zu sagen, darüber hat das Volk demnächst das

Dieser wird vermehrt - denken Sie an den Bau der Neat - auf letzte Wort.

den Kapitalmarkt gehen müssen, der nicht allein von Schwei- Ich wundere mich höchstens über die widersprüchliche Hal-

zern alimentiert werden kann. Ausländer werden sich beteili- tung der Sozialdemokraten in dieser Frage. Sie wollen ja unser

gen müssen. Es ist also im Interesse des Bundes selbst, dass Land möglichst schnell in die EG führen, in einen Wirtschafts-

man hier Korrekturen vornimmt. raum also, der diese Sondersteuer überhaupt nicht kennt Hier

Im Zusammenhang mit der Verrechnungssteuer stelle ich zu Hause aber tun sie alles, um diese Steuer am Leben zu er-

auch eine Steuerpraxis fest, die mehr und mehr der gesetzli- halten. Wo ist denn da die Logik?

chen Grundlagen entbehrt, zum Beispiel die 50/50-Formel Ein Wort noch zur Verrechnungssteuer: Mit 35 Prozent bei den

oder die Tatsache, dass die Steuerverwaltung ein Maximum Zinsen wie bei den Dividenden markiert die Schweiz einsame

veranlagt und den Einspruch des Steuerpflichtigen erwartet. Spitze - im Vergleich etwa zur Bundesrepublik Deutschland,

Dann findet ein Markten statt, wie es eigentlich einem orientali- wo die Zinsen überhaupt nicht mit einer Quellensteuer belegt

schen Bazar Ehre machen würde, aber nicht einem Rechts- werden. Diese Steuer veranlasst schweizerische Anleger zu-

staat entspricht. Ich kann Ihnen ein Beispiel nennen, wo ein nehmend, ihre Gelder im Ausland anzulegen, und dies nicht

Steuerpflichtiger für über 1 Million Verrechnungssteuer veran- etwa, wie die Eidgenössische Steuerverwaltung immer wieder

lagt worden war, und zuletzt einigte man sich auf 200 000 suggeriert, um Einkommenssteuern zu hinterziehen. Haupt-

Franken. Das passt schlecht in unsere Zeit und auch in unser motiv ist der administrative Aufwand zur Rückerstattung, vor

Gesetzesverständnis. allem aber auch der Zwang, dem Staat den Rückbehalt wäh-

Gesamthaft gesehen muss ich sagen, dass - trotz diesen rend vielen Monaten, ja - je nachdem - während zwei, drei

Mängeln - der Bundesrat gehandelt hat, dass er die Haupt- Jahren, zinslos zur Verfügung zu stellen. Dieselben Ueberle-

punkte erfüllt hat oder im Begriff ist, sie zu erfüllen. gungen machen aber auch ausländische Anleger. Warum

Deshalb kann ich Ihnen für unsere Fraktion sagen, dass wir mit Geld in die Schweiz bringen, wo die Zinsen derart hoch mit ei-

der Umwandlung der Motion in ein Postulat einverstanden ner Quellensteuer belegt sind, Doppelbesteuerungsabkom-

sind. men hin oder her?

Ich glaube, bei der Verrechnungssteuer muss der Bund über

Reimann Maximilian: Ich kann mich weitgehend dem Votum kurz oder lang einen Gang zurückschalten. Mit unserer Motion

meines Vorredners von der FDP anschliessen und Ihnen, Herr haben wir den Weg aufgezeichnet. Mit den Entwürfen des Bör-

Bundesrat, auch seitens der SVP-Fraktion die Anerkennung sen- und Anlagefondsgesetzes hat der Bundesrat richtig ein-

zum Ausdruck bringen, dass die Landesregierung in diesem gespurt. Die fiskalischen Hindernisse dürfen aber nicht über-

Bereich der Gesetzgebung gehandelt hat Insbesondere was sehen werden. Die derzeit trübe Finanzlage des Bundes darf

unter den Ziffern 2 bis 4 unserer Motion vorgeschlagen wird, uns davon nicht dispensieren.

ist entweder bereits realisiert oder befindet sich im parlamen-

tarischen oder zumindest im vorparlamentarischen Stadium.

Dennoch darf nicht sorglos in die Zukunft geblickt werden, Oehler: Als die CVP-Fraktion mit den zwei anderen bürgerli-

was unseren Finanzplatz anbetrifft Zu sehr hat dieser Finanz- chen Fraktionen am 22. Juni 1990 die Motion über die Rah-

platz in den letzten Jahren an Terrain, an internationaler Kon- menbedingungen für den Finanzplatz Schweiz einreichte,

kurrenzfähigkeit eingebüsst. Unser Finanzplatz ist nicht mehr standen die Zeichen ungünstig, wie auch das Verständnis für

das, was er einmal war. Auch er befindet sich in der Redimen- die Verbesserungen der Rahmenbedingungen im Schosse

sionierung. Die Zeiten starken Wachstums sind vorbei. Der Fi- des Bundesrates eher ungünstig waren.

nanzplatz gehört heute zu jenen Branchen, die von einer Fast zwei Jahre sind seit Einreichung der Motion ins Land ge-

Strukturbereinigung erfasst sind. Es wird künftig weniger Ar- zogen, weshalb wir heute die Frage stellen, ob der Forde-

beitgeber und weniger Arbeitsplätze auf unserem Finanzplatz rungskatalog unserer Fraktion zwischenzeitlich erfüllt wurde

geben. oder aber in einer Schublade verschwunden ist

Das Beispiel der Spar- und Leihkasse Thun darf aber keines- Zwischenzeitlich, das möchten wir einleitend und, Herr Bun-

wegs Schule machen. Dabei hat die Eidgenössische Banken- desrat Stich, dankbar festhalten, hat sich sehr viel im positi-

kommission nicht gerade die glücklichste Hand gehabt Der ven Sinne verändert, wie namentlich auch das Verständnis

Befehl aus heiterem Himmel zur Schliessung und Zwangsli- für den Finanzplatz Schweiz im Bundesrat offenbar besser

quidation einer Bank, verbunden mit langen Schlangen war- geworden ist. Im Klartext heisst das, dass einige wesentliche

tender Bankkunden, darf so nicht Schule machen. Ich bin Forderungen unserer Motion zwischenzeitlich erfüllt wurden

nach wie vor der Meinung, dass die Bankenkommission im oder aber auf dem Wege der Verwirklichung sind. Es war

Falle Thun voreilig, um nicht zu sagen überstürzt, oder viel- auch bitter notwendig, wollte oder sollte der Finanzplatz

leicht viel zu spät gehandelt hat Das Beispiel Thun muss aber Schweiz nicht unter behördlicher Assistenz seine weltweite

unbedingt zum Anlass genommen werden, den Einleger- Bedeutung verlieren.

schutz zu verbessern, sei es im neuen Börsengesetz, sei esvia Andere Staaten haben sich die Vorteile eines liberalisierten Fi-

Aenderung des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts. nanzplatzes gemerkt und aufgrund der guten Erfahrungen,

Bei dieser Gelegenheit möchte ich davor warnen - ich tue das welche wir während Jahrzehnten machten, gelernt - nament-

primär an die Adresse der bankenfeindlichen Kräfte in unse- lich aber auch die Fehler ausgemerzt, welche unserem Sy-

rem Lande-, die guten Bankenabschlüsse von 1991 falsch zu stem anhafteten. Ich denke namentlich an die Entwicklung der

deuten. Gerade die Grossbanken blicken ja- Herr Stucky hat Finanzplätze in Luxemburg, dann aber auch an London, an

Place financière suisse. Interventions personnelles 372 N 9 mars 1992

die USA oder neuerdings an Finanzplätze in Ostasien. Die Fol- cas récents de Ciba-Geigy, de Knorr qui va en Hollande, et

gen dieser Verlagerung sind uns allen bekannt, verlagerten d'autres exemples confirment ce déplacement à l'étranger

sich die Geschäfte doch in Staaten mit attraktiveren wie libera- d'une activité qui, jusqu'à présent, était réalisée sur notre terri-

leren Finanzplätzen. toire.

Dass unsere Bank- und Finanzinstitute diese Entwicklung Le groupe radical attend que dans la conception de nouvelles

nicht tatenlos mitansehen konnten, ist naheliegend. Auch lois (loi sur les bourses, loi sur les services financiers, loi sur les

diese Entscheidungen sind uns bekannt. Früher zählten die fonds de placements) et dans la révision d'autres lois, il y ait un

Unternehmen des Finanzplatzes Schweiz zu einer eigentli- esprit de base libéral et une volonté plus marquée d'aller plus

chen Wachstumsbranche mit einer Gesamtzahl von rund vite. Il ne faut pas surestimer les résultats exceptionnels des

120 000 direkt geschaffenen Arbeitsplätzen. Die negative Ent- banques qui viennent d'être annoncés. Un exemple supplé-

wicklung und das Warten bewirkten zwischenzeitlich, dass der mentaire venant s'ajouter à ceux qui ont été évoqués par

Finanzplatz Schweiz nicht mehr weiterwachsen konnte, son- M. Stucky montre ce déplacement d'opérations à l'étranger.

dern dass gar eine Auslagerung von Unternehmungen ins En 1989, le Crédit Suisse a payé le 23 pour cent de ses impôts

Ausland und damit verbunden ein Abbau von Arbeitsplätzen in à l'étranger; l'an dernier, c'est 42 pour cent qui ont été payés à

unserem Land vonstatten gingen. l'étranger. En trois ans, les impôts payés à l'étranger ont dou-

Die Begründung liegt nicht in der Rationalisierung der Arbeit blé. Il faut donc agir vite pour ne pas perdre d'autres opéra-

allein, sondern auch im Wachstum der ausländischen Finanz- tions qui se font encore en Suisse. Il faut améliorer notre fisca-

plätze, mit dem gleichzeitigen Rückgang der Möglichkeiten in lité, le niveau de la formation, le jeu de la concurrence. D'au-

unserem Land. Schätzungen massgebenderund glaubwürdi- tres éléments devront encore être examinés: la réforme des

ger Experten sprechen für die Zukunft von einem Gesamtab- droits de timbre, le problème de l'impôt sur les émissions d'ac-

bau von rund 20 Prozent der Arbeitsplätze. Im Klartext heisst tions, la double imposition du bénéfice distribué, l'impôt anti-

das, dass wir Arbeitsplätze vernichten, wenn wir mit der Ent- cipé, la fiscalité qui intéresse les sociétés holding et les fonds

wicklung nicht Schritt halten. Unseres Erachtens ist das unver- de placements qui se font aujourd'hui en Hollande, au Luxem-

antwortbar und steht diametral der Absicht entgegen, unsere bourg et non plus en Suisse, pour ne citer que quelques exem-

Wirtschaft zu diversifizieren und sie den veränderten weltwirt- ples. Il faudra évidemment chercher ailleurs des compensa-

schaftlichen Bedingungen anzupassen. tions financières. Mais si nous restons immobiles dans ce do-

Das Ausspielen des Finanzplatzes Schweiz gegen den Werk- maine, nous perdrons de plus en plus d'activités et de plus en

platz Schweiz ist für uns eine überholte politische Gangart und plus de recettes et d'impôts en Suisse, et en conséquence, les

entspricht einer antiquierten Dialektik des vorletzten Jahr- effets se feront sentir sur l'économie dans son ensemble et

zehnts, welche übrigens dazumal schon falsch war. également sur les collectivités publiques.

Wir sind uns wohlbewusst, dass beispielsweise mit emotions-

geladenen Argumenten die Stempelsteuervorlage in der

Volksabstimmung gefährdet werden kann. Wer dabei in dieser Hafner Rudolf: Sie haben eine allgemeine Diskussion zum Fi-

Volksabstimmung mit dem Argument des 400 Millionen Fran- nanzplatz Schweiz gehört. Einige der bürgerlichen Kollegen

ken schweren Geschenkes an die Banken ficht, geht mit der haben sich wieder beklagt, wie dem Finanzplatz Grenzen ge-

Wahrheit so grosszügig um, dass die Aussage zur Unwahrheit setzt würden und wie es eben nicht gut stehe. Ich glaube, das

wird. Diese Unwahrheit wird nicht zur Wahrheit, wenn sie lau- steht in einem klaren und krassen Gegensatz zu den Gewinn-

fend wiederholt oder von einer Regierungspartei verbreitet ausweisen der Grossbanken, über die in den letzten Tagen in-

wird. formiert wurde. Man stellt fest: Dem Finanzplatz Schweiz geht

Die Frage liegt auf der Hand - Herr Stucky hat sie dargelegt-: es so gut wie noch gar nie zuvor. Die Grossbanken haben Spit-

Wie wollen wir unsere öffentlichen Ausgaben lediglich mit un- zengewinne erzielt. Von daher darf man sich über diesen Fi-

seren eigenen Mitteln - ohne Finanzplatz Schweiz - finanzie- nanzplatz Schweiz nicht beklagen.

ren? Wir haben die Antwort des Bundesrates zur Kenntnis ge- Persönlich habe ich überhaupt nichts gegen den Finanzplatz

nommen. Daraus ersehen wir, dass zwischen den Bestim- einzuwenden. Ich habe selber einige Jahre in diesem Sektor

mungen in unserem Land und der Regelung im Fürstentum gearbeitet Aber man muss die Relationen sehen. Wir haben

Liechtenstein ein Regelungsgefälle besteht, dass aber für Ab- noch andere Probleme als den Finanzplatz.

hilfe gesorgt werden soll. Oberstes Ziel, Herr Bundesrat, muss Es wurde das Stichwort Stempelsteuer genannt Im Grunde

es dabei nach wie vor - unter voller Berücksichtigung der Ei- genommen hätte es ja die bürgerliche Mehrheit in der Hand

genstaatlichkeit des Fürstentums Liechtenstein - sein, dass gehabt, im Zusammenhang mit dem Finanzreformpaket ver-

das Nachbarland nicht zur Umgehung der schweizerischen nünftige Vorschläge zu machen. Man versucht nun bekannt-

Rechtsordnung missbraucht werden kann. lich ein viertes Mal, die Mehrwertsteuer zu bringen. Das Volk

Die genannten Gründe rechtfertigen für uns die Umwandlung wird langsam genug davon haben. Herr Bundesrat Stich hat

der Motion in ein Postulat. Wir sind damit einverstanden, ge- offenbar gesagt: Ja, man kann es ja ein viertes Mal mit der

hen aber davon aus, dass der Bundesrat nicht lockerlässt, Mehrwertsteuer versuchen. Man wird sehen, wie das Resultat

dem Finanzplatz Schweiz wieder die alte Brillanz zu verleihen. ist Ob man auf diese Weise das Problem der Stempelsteuer

In diesem Sinne danken wir Ihnen, Herr Bundesrat, für die Ant- lösen kann, ist aber eine andere Frage.

wort Das Paket dieser Motionen beinhaltet sehr verschiedene

Punkte. Die Vorredner sind nicht so sehr auf die einzelnen

M. Cavadini Adriano: Je complète la prise de position de Punkte eingegangen. Man müsste sich bei Ziffer 1 - schritt-

M. Stucky concernant le groupe radical. Les conditions- weise Liberalisierung der Finanzmärkte - immerhin fragen, ob

cadres se sont dégradées en Suisse, principalement au cours das auch Auswirkungen im Bereich der Immobilien haben

des années quatre-vingts, non pas-on l'a déjà dit-parce que könnte. Bis jetzt haben wir noch die Beschränkung für die Aus-

nous les avons modifiées, mais surtout parce que les autres länder, die nicht beliebig Immobilien in der Schweiz kaufen

nations ont amélioré les leurs, comblant ainsi leur retard en- können. Man müsste sich auch fragen: Hätte das in diesem

vers la Suisse, et même prenant de plus en plus d'avance sur Bereich Auswirkungen?

nous. La réponse du Conseil fédéral dans son rapport sur la Zu Ziffer 5, Eigenmittelvorschriften für die Banken: Bekannt-

politique économique extérieure reconnaît cet état de choses, lich liegt eine Problematik bei der Rückstufung des Ratings

cette dégradation de compétitivité de nos conditions par rap- der Grossbanken. Hier müsste man sich fragen, ob es ein

port à celles des Etats étrangers. sinnvolles Signal wäre - in einer Situation, wo das Rating bei

Il est temps, à notre avis, que des paroles on passe aux actes, den Grossbanken zur Diskussion steht -, diese Eigenmittel-

et non pas seulement dans le secteur financier. Je ne veux pas vorschriften nach unten zu korrigieren.

ouvrir ici une discussion à ce sujet, mais la dégradation des Wir sind hier der gleichen Auffassung wie der Bundesrat In

conditions-cadres intéresse aussi d'autres secteurs de l'éco- seiner Antwort führt er aus, dass heute nicht unbedingt der

nomie suisse. Preuve en est qu'aujourd'hui un million de per- Zeitpunkt ist, diese Eigenmittelvorschriften nach unten anzu-

sonnes travaillent à l'étranger dans des sociétés suisses. Les passen.

9. März 1992 N 373 Finanzplatz Schweiz. Persönliche Vorstösse

Gesamthaft hätten wir den Vorstössen auf keinen Fall in der Zeit; diese Entwicklung ist im Gang. Das wird sich aber unbe-

Form der Motion zustimmen können. Bei einem Postulat sind kümmert um die Steuergesetzgebung abspielen. Es ist eine

wir beim einen oder anderen Punkt auch nicht unbedingt der Frage des Wettbewerbs; hier wird einiges passieren.

Auffassung, dass das so durchzuführen wäre. Zu den Anlagen im Ausland: Sie haben es recht gesagt:

30 Prozent dieser grossen Gewinne sind im Ausland verdient

worden. Gott sei Dank ist das so. Was wollten die Schweizer

Bundesrat Stich: Ich danke Ihnen dafür, dass Sie mit der Um- Banken auch tun, wenn sie nur auf die Schweiz angewiesen

wandlung in ein Postulat einverstanden sind; denn Sie und ich wären? Umgekehrt muss man aber auch sehen: Die Gross-

wissen ganz genau, dass allein mit der Form des Postulats banken haben heute immer noch etwas über 50 Prozent der

oder der Motion die Probleme nicht gelöst sind. Aktiven in der Schweiz angelegt. Das heisst also, dass der Ge-

Eigentlich müsste ich nichts mehr sagen, weil Sie dem Bun- winn hier nicht ganz unbedeutend sein kann. Er ist es auch

desrat zustimmen. Aber es wurden doch einzelne Dinge ge- nicht. Wenn Sie eine Statistik über die Entwicklung der Hypo-

sagt, die nicht unwidersprochen bleiben können. thekarzinsen ansehen, können Sie so gut wie ich feststellen,

Ich wende mich zuerst an Herrn Maximilian Reimann, und dass die Differenzen zwischen Hypothekarzins und Sparzins -

zwar wegen der Spar- und Leihkasse Thun. Sie haben gesagt, die letzte Zeit spielt keine so grosse Rolle mehr, aber über die

die Bankenkommission habe da voreilig oder allenfalls zu spät letzten 100 Jahre betrachtet - immer grösser wurden. Das

gehandelt. «Zu spät» kann man sagen, aber nur, wenn man heisst: Die Margen sind grösser geworden, weil offensichtlich

nicht weiss, wie die Kontrolle funktioniert Sie wissen: wir ha- die Risiken grösser geworden sind. Aber die Risiken wählen

ben nicht Beamte, die in jede Bank gehen, um dort zu kontrol- die Banken selber aus, sie müssen sich auch an eine vorsich-

lieren, was da alles passiert, sondern die Banken sind ver- tige Geschäftspolitik halten.

pflichtet, eine bankengesetzliche Kontrollstelle zu haben. Zur Frage der Stempelsteuer möchte ich im Moment nicht

Dazu braucht es eine Bewilligung. Und diese bankengesetzli- mehr sehr viel sagen. Es wurde gefragt, wann die Abstimmung

che Kontrollstelle muss mit dem Jahresbericht Auskunft ge- stattfinde. Ich habe dem Bundesrat vorgeschlagen, diese Ab-

ben und Anträge stellen. Wenn ihr etwas auffällt, was nicht stimmung im September, zusammen mit der Finanzordnung,

richtig ist, muss die Kontrollstelle - diese Tatbestände sind an vorzunehmen. Nun stellt sich die Frage: Wird die Finanzord-

sich im Bankengesetz klar geregelt - sofort die Bankenkom- nungsvorlage im September zu Ende beraten sein? Ich hoffe

mission avisieren. Nur dann hat die Bankenkommission die zuversichtlich, dass das wenigstens im Dezember der Fall sein

Möglichkeit, direkt einzugreifen. wird, so dass wir dann über die beiden Vorlagen abstimmen

In dieser Hinsicht sind die bankengesetzlichen Kontrollstellen können. Denn wir haben in Zukunft noch über so viele finanz-

offensichtlich in vielen Fällen nicht sehr streng und gesetzes- politische Vorlagen zu entscheiden, dass es nicht angenehm

treu gewesen sind, indem sie beispielsweise akzeptiert haben, wäre, wenn wir bei jedem Abstimmungstermin wieder über Fi-

dass Kredite für Grundstückkäufe, für Liegenschaftskäufe nanzen entscheiden müssten. Deshalb sollte man zwei Dinge

über das vertretbare Mass hinaus gewährt wurden - das etwa zusammennehmen.

bei zwei Dritteln des Nominal- oder des Realwertes liegt -, zu Sie hätten es in der Hand gehabt, wenn Sie nicht so eilig gewe-

80, 90, 100, 110 Prozent. Das ist offensichtlich eine falsche sen wären, wenn Sie diese Vorlage im Dezember letzten Jah-

Bankenpolitik gewesen. Wenn die Banken das Gesetz wirklich res behandelt hätten, statt sie innerhalb von drei Tagen durch-

eingehalten hätten, zu ihrem eigenen Vorteil und zum Vorteil zupauken. Dann hätte es vermutlich kein Referendum gege-

der schweizerischen Volkswirtschaft, wäre die Spekulation bei ben. Das ist die Situation. Man kann bei Stempelsteuern nicht

weitem nicht so gross gewesen, hätten wir und die Banken nur an sich denken, sondern man muss auch daran denken,

uns viel erspart Wir hätten allenfalls auf notrechtliche Mass- wie andere reagieren.

nahmen im Bodenrechtverzichten können, wenn die Banken Zu Ihrem Trost kann ich sagen, dass die Stempelsteuer in den

das heute geltende Recht zweckmässig angewendet hätten. letzten zwei Monaten wieder etwas zugelegt hat, sie hat wieder

Hier sehe Sie auch einen Grund, den man gerade bei den zugenommen. Was noch nicht zugenommen hat - das ist be-

Banken immer und immer wieder feststellen muss: Eine Bank greiflich -, sind die Emissionsabgaben für die Aktienkapitaler-

kann nicht einfach nach Grosse streben. Wenn sie nur ihre höhungen. Da sind die Zinssätze heute immer noch zu hoch.

Umsätze erhöhen will, kommt es in der Regel nicht gut her- Zur Verrechnungssteuer: Glauben Sie, dass nur etwas mehr

aus. Bei der Spar- und Leihkasse Thun muss man deutlich Geld in der Schweiz bleiben würde, wenn wir von dieser Kom-

sagen: Diese Verwaltung hat Vorschriften missachtet, und petenz Gebrauch machen würden? Ich glaube es nicht. Sie

wenn Vorschriften missachtet werden - unbekümmert müssen wissen, dass in der Schweiz Treuhandanlagen in der

darum, wie die Bank an sich steht -, bietet sie keine Gewähr Vermögensverwaltung sind, die ungefähr die gleiche Summe

für eine einwandfreie Geschäftsführung; dann muss sie ge- wie die Bilanzsummen sämtlicher Banken ausmachen. Hier

schlossen werden. spielt dann die Verrechnungssteuer auch keine Rolle. Ich per-

Die Eidgenössische Bankenkommission hat nicht sehr viele sönlich weiss, dass in Europa die Verrechnungssteuer bis

Sanktionsmöglichkeiten, aber wenn sie eine ergreift, dann ist heute noch keine grosse Chance hat; Musterbeispiel ist

es hart. Dann müssen die Leute weg, wenn sie nicht einsichtig Deutschland, wo man sie wieder abgeschafft hat.

sind, rechtzeitig das Richtige zu tun und zu korrigieren; dann Aber für mich selber ist eine Verrechnungssteuer viel effizien-

muss die Bank unter Umständen geschlossen werden. ter und effektiver als das Gegenstück dazu. Das Gegenstück

Man hat auch von «Strukturbereinigung im schweizerischen ist die administrative Auskunftspflicht der Behörden über die

Bankenwesen» gesprochen. Denken Sie bitte nicht, das hätte Steuerpflicht Wenn wir also von hier aus die Verrechnungs-

mit der Stempel-, mit der Verrechnungssteuer odermit dem Fi- steuer abschaffen und der ganzen Welt mitteilen, wer Geld bei

nanzminister oder sonst wem etwas zu tun. Das ist einzig und uns angelegt hat, dann nützt uns das wahrscheinlich weniger.

allein eine Folge der Bankenpolitik. In den letzten zwanzig, Ich weiss auch, wie unterschiedlich die Steuerveranlagungen

dreissig Jahren war es üblich, dass in jedem Dorf erstens eine allein schon in der Schweiz sind. Ich stelle mir vor, dass das

Filiale der Kantonalbank, zweitens eine Filiale der Raiffeisen- Ausland, die verschiedenen Staaten, nicht viel besser als die

kasse und mindestens noch drei Kassen der Grossbanken Schweiz ist Es wird dort bei der Durchführung der Veranla-

vertreten waren. gung auch Differenzen geben. Ich persönlich finde, eine Ver-

Ich erinnere Sie an das, was im Detailhandel vor langer Zeit rechnungssteuer ist eine Sicherungssteuer. Derjenige, der

stattgefunden hat Man hat damals das «Lädelisterben» be- seine Steuern bezahlt, kann praktisch jederzeit das Geld zu-

klagt, weil sehr viele kleine Läden eingegangen sind. In einem rückhaben. Aber man müsste hier natürlich auch Konsequen-

kleinen, mittleren, grösseren Dorf erträgt es in der Zukunft bei zen ziehen, zum Beispiel in der Steuerveranlagung, in der

elektronischen Mitteln der Geschäftsabwicklung nicht drei, Steuerperiode; das würde wesentlich mithelfen. Wenn man je-

vier, fünf Bankfilialen. Das erhöht die Kosten, und die Kosten des Jahr eine Steuererklärung hätte, dann könnte man selbst-

schmälern die Wettbewerbsfähigkeit. Wenn sie wettbewerbs- verständlich jedes Jahr den vollen Verrechnungssteuerbetrag

fähig sein wollen, müssen sich auch die Banken daran gewöh- verrechnen. Sonst muss man eben eine Sicherungssteuer ha-

nen, sich dem Wettbewerb auszusetzen. Dazu ist es höchste ben, bis die neue Steuerveranlagung wieder gemacht wird.

Taux hypothécaires/Politique monétaire. Interpellations 374 N 9 mars 1992

Sie sehen, es gibt auch für Sie zugunsten des Finanzplatzes wohl ich mich mit dieser Frage beruflich sehr intensiv be-

Schweiz noch einiges zu tun, um zu mehr Transparenz zu fasse - auch zuhanden des Bundesrates -, aber aus nahelie-

kommen, um die Situation zu verbessern. genden Gründen möchte ich mich nicht zu einer Antwort ver-

leiten lassen. Es ist eine Frage, die sehr sorgfältig und sehr

Motionen 90.652, 90.622, 90.558 emotionslos behandelt werden muss. In diesem Sinne

Motions 90.652, 90.622, 90.558 möchte ich sagen - ohne der Diskussion, die auf uns zukom-

Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat men wird, vorzugreifen -, dass der Interventionsbedarffür den

Bundesrat nach unserer Auffassung jetzt sicher geringer ge-

worden ist. Im jetzigen Zeitpunkt ist es vor allem Aufgabe des

Bundesrates, mit der Nationalbank die künftige geldpolitische

#ST# 90.687 Strategie ganz genau im Auge zu behalten. Denn hier könnten

im jetzigen Zeitpunkt Fehler passieren, die für unsere Wirt-

Interpellation schaft gravierende Folgen hätten. Ich glaube, dies ist im Mo-

ment die Hauptaufgabe des Bundesrates; er nimmt sie ja auch

der Ld U E VP-Fraktion wahr.

Intervention des Bundesrates Im übrigen bin ich der Auffassung, dass diese Frage - Inter-

bei den Banken ventionen beim Bankensystem -, die damals sehr akut war, im

Interpellation Moment sicher nicht akut ist und dass dieses Problem in die-

du groupe Adl/PEP sem Sinne zurückgestellt werden kann.

Intervention du Conseil fédéral Bonny: Ich habe im Oktober 1990 eine Interpellation einge-

auprès des banques reicht, die sich mit der Geldpolitik der Nationalbank befasst

hat. Ich habe damals drei kritische Fragen gestellt.

Diskussion - Discussion Eine erste bezog sich - mit Bezug auf die damalige Situation -

auf die Fortführung der restriktiven Geldpolitik. Dazu muss ich

Siehe Jahrgang 1990, Seite 2484 - Voir année 1990, page 2484

sagen: Es ist obsolet, dass wir anderthalb Jahre später über

deren Richtigkeit oder Unrichtigkeit diskutieren.

Ich habe eine zweite Frage gestellt, die sich damit befasste, ob

die Nationalbank damals der völlig veränderten Situation beim

Girogeld Rechnung getragen hat. Ich würde auch beantragen,

dass wir jetzt einen Strich darunter machen. Der Fall ist ganz

klar: Damals - Anfang 1988 - schrumpfte mit der Einführung

90.860 des Interbanksystems das Girogeld sehr stark zusammen,

nämlich auf einen Drittel. Das hatte zur Folge, dass die Steue-

Interpellation Bonny rungsmasse der Nationalbank fehlte. Das war ein Fehler, wir

müssen das heute klar festhalten. Aber ich glaube, es macht

Geldpolitik der Nationalbank

keinen Sinn, anderthalb Jahre später noch Qualifikationen zu

Politique monétaire verteilen.

de la Banque nationale Den wesentlichen Punkt- ich glaube, diese Frage ist nach wie

vor aktuell - möchte ich so formulieren: Ich habe damals -

Diskussion - Discussion 1990 - die Gefahr einer drohenden Stagflation in den Vorder-

grund gestellt. Sie ist leider Tatsache geworden. Es geht da

Siehe Jahrgang 1990, Seite 2485 - Voir année 1990, page 2485 um eine der Grundfragen, beinahe ein Dogma der National-

bank, das sich etwas vereinfacht etwa so zusammenfassen

lässt: Durch ein Bremsen der Geldmenge wird zwar vorüber-

gehend der Geldpreis bzw. der Zinssatz steigen. Das Steigen

der Zinsen hat aber dann zur Folge, dass die Nachfrage ge-

Jaeger: Als die Interpellation eingereicht wurde - das ist jetzt dämpftwird und man wieder zu einem normalen konjunkturel-

schon einige Zeit her-, war dieses Anliegen äusserst berech- len Kurs zurückfindet Das ist das Dogma, wie es nun seit vier

tigt. Die Tatsache, dass dieser Rat dann die Diskussion über Jahren, seit Beginn 1988, praktiziert worden ist, mit einigen

die Interpellation beschloss, unterstrich nachdrücklich, dass kleineren Variationen.

auch im Rat die Auffassung vorherrschte, mit Bezug auf die Ich glaube, im Frühjahr 1992 darf man sich doch - nach dem

gesamte Zinsentwicklung -was insbesondere auch die Hypo- alten schottischen Sprichwort: «The proof of thé pudding is thè

thekarzinsgestaltung anbelangt-habe der Bundesrat aktiv zu eating» - die Frage stellen: War das Rezept gut, was hat dabei

werden. Das war auch unsere Auffassung. Mittlerweile hat sich herausgeschaut? Wenn man diese Bilanz zieht, ist das Resul-

die Situation entscheidend geändert, und zwar nicht nur des- tat nicht sehr erbaulich: Nach vier Jahren mehr oder weniger

halb, weil im Zins- und im Hypothekarzinsbereich eine ge- Bremspolitik ist nun im Februar endlich einmal die 5-Prozent-

wisse Beruhigung eingetreten ist Man könnte auch sagen: Jahresteuerung unterschritten worden, wobei diese Zahl inso-

eine Beruhigung auf einem leider noch recht hohen Niveau. fern ein etwas falsches Bild gibt, als diese Senkung nur dank

Wir hoffen ja alle, dass sich das hohe Hypothekarzinsniveau eines sehr ausgeprägten Basiseffektes eintreten konnte. Wir

gegen Ende dieses Jahres wieder reduzieren wird. Das ist na- hatten im Vergleich Januar 1992 zu Februar 1992 eine Teue-

türlich eine Frage der Refinanzierungsmöglichkeiten der Ban- rung von 0,7 Prozent! Das ist eine ganz schlimme Zahl. Hier

ken; es ist auch eine Frage der Geldpolitik der Notenbanken; muss man sich fragen: Haben wir die Ziele, die wir uns ge-

es ist auch eine Frage der Entwicklung des Schweizerfran- steckt haben, erreicht?

kens. Mit anderen Worten: Wenn der Schweizerfranken ge- Das ruft nach der Frage: Wie ist die allgemeine Wirtschaftssi-

genüber der Deutschen Mark weiterhin an Terrain verliert, tuation? Ich glaube, darüber brauche ich keinen Vortrag zu

dann müssen wir leider mit einer weiteren Zinsversteifung halten, sie ist eben nach wie vor schlecht Wir haben er-

rechnen; das könnte dann doch die von uns allen erhofften schreckend hohe Arbeitslosenzahlen, und die momentanen

Senkungen im langfristigen Zinsbereich, auch im Hypothekar- Auftragsbestände - noch mehr die Auftragseingänge - in der

zinsbereich, in eine weitere Zukunft hinaus verschieben. Wirtschaft sind in gewissen wichtigen Branchen alles andere

Die entscheidende Frage aber ist doch, ob im Bankensystem als ermutigend.

Wettbewerb herrscht. Wenn nun dieser Wettbewerb nicht Ich möchte aus meiner damaligen Begründung zitieren, um

herrschte, dann würde hier ein gewisser Handlungsbedarffür Ihnen zu zeigen, was mich vor allem beschäftigt. Ich habe da-

den Bundesrat bestehen. Die Frage, ob in diesem Bereich mals in der Begründung gesagt: «Seit Ende der Sommerferien

Wettbewerb herrscht, möchte ich hier nicht beantworten, ob- mehren sich nun» - das war 1990 - «die Anzeichen, dass die

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion der freisinnig-demokratischen Fraktion Rahmenbedingungen für den Finanzplatz

Schweiz

Motion du groupe radical-démocratique Conditions propices à l'essor de la place financière

suisse

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1992

Année

Anno

Band II

Volume

Volume

Session Frühjahrssession

Session Session de printemps

Sessione Sessione primaverile

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 04

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 90.558

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 09.03.1992 - 14:30

Date

Data

Seite 361-374

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Ref. No 20 021 004

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