Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 90-538 KI-generiert

Postulate for Review of Federal Organizational and Leadership Structures

Geschäftsnummer VPB 90-538
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

This document concerns a postulate submitted by the Swiss People's Party proposing a comprehensive review and expert analysis of federal-level organizational and leadership structures. The postulate argues that the state's organizational and leadership structures have not kept pace with the evolving demands on government and administration, leading to overload for the Federal Council, administration, and parliament. It requests a report outlining reform proposals to ensure leadership work is aligned with current needs, enabling Federal Councillors to focus more on their core leadership duties. The Federal Council's response acknowledges the need for periodic review and outlines existing and proposed measures, including increasing the number of State Secretaries and enhancing the role of General Secretaries, to improve efficiency without fundamental institutional reform at this time.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 64 Absatz, Art. 64 Abs. 2 VwOG, Art. 62 Abs. 2 VwOG, Art. 62 des Beamtengesetzes, Art. 65bis des Geschäftsverkehrsgesetzes; Postulate for Review of Federal Organizational and Leadership Structures: The postulate argues that the state's organizational and leadership structures have not kept pace with the evolving demands on government and administration, leading to overload for the Federal Council, administration, and parliament. It requests a report outlining reform proposals to ensure leadership work is aligned with current needs, enabling Federal Councillors to focus more on their core leadership duties. The Federal Council's response acknowledges the need for periodic review and outlines existing and proposed measures, including increasing the number of State Secretaries and enhancing the role of General Secretaries, to improve efficiency without fundamental institutional reform at this time.

Schlagwörter

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Institutionelle Reformen Pflichten der Verwaltung Zentralverwaltung Verwaltungsorganisation E-Government staatliches Strukturprinzip
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 64 Abs. 2 VwOG

Cited as the legal basis for proposing an amendment to allow more directors to be granted the title of State Secretary.

Art. 62 Abs. 2 VwOG

Cited as the legal basis for the derived directives and decision-making powers of General Secretaries.

Art. 62 des Beamtengesetzes

Cited as the legal basis for a special ordinance regarding the employment relationship of General Secretaries and Information Chiefs, allowing for flexible termination of employment.

Art. 65bis des Geschäftsverkehrsgesetzes

Cited as enabling Federal Councillors to be represented in parliamentary commissions by their General Secretaries or directors.

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Volltext

5. Oktober1990 N 1925 Postulat der Fraktion der SVP

#ST# 90.538 actuels. Il faudra notamment examiner dans quelle mesure il

serait judicieux de modifier la structure des départements, la

répartition de leurs tâches ainsi que leur nombre et leur logisti-

Postulat der Fraktion que. Enfin, il conviendra de se demander comment la direction

der Schweizerischen Volkspartei départementale pourrait être réaménagée sur les plans techni-

Neue Organisations- und que et administratif.

Führungsstruktur auf Bundesebene Le rapport souhaité devrait indiquer diverses solutions envisa-

Postulat du groupe geables. En outre, les propositions de réforme devraient tenir

de l'Union démocratique du centre compte des aspects d'une réforme parlementaire qui seraient

éventuellement concernés.

Réforme des structures

d'organisation et de direction Sprecher-Porte-parole: Blocher

au niveau fédéral

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen

eine schriftliche Antwort.

Wortlaut des Postulates vom 7. Juni 1990 Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

In nahezu allen Sektoren der eidgenössischen Sachpolitik ha- vom 17. September 1990

ben sich die Aufgaben und Anforderungen an den Staat, die Rapport écrit du Conseil fédéral

Landesregierung und die Verwaltung grundlegend gewan- du 17 septembre 1990

delt. Der staatliche Führungs- und Organisationsbereich hat I. Strukturreformen als permanentes Postulat

mit dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten, so dass in den Es gehört zu den primären Aufgaben jeder politischen Be-

letzten Jahren vermehrt Schwachstellen sichtbar geworden hörde, ihre Führungsinstrumente periodisch zu überprüfen

sind. Vordergründiges Symptom einer in weiten Teilen unge- und allenfalls neuen Anforderungen anzupassen.

nügenden Organisations- und Führungsstruktur auf Bundes- In der Schweiz nahmen die Diskussionen über die Führungs-

ebene ist die Ueberlastung von Bundesrat, Verwaltung und strukturen - so etwa die Zahl der Bundesräte - und die Gestal-

Parlament. Verschiedene Bestrebungen zur Parlaments- und tung des Entscheidungsprozesses schon bei der Schaffung

Regierungsreform zielen darauf ab, mit isolierten Einzelmass- des Bundesstaates und der Erarbeitung der Bundesverfas-

nahmen Abhilfe zu schaffen. Den Ursachen und der tatsächli- sung von 1848 einen breiten Raum ein. Seither ist der Faden

chen Dimension des Anliegens wird damit aber nicht genü- dieser Auseinandersetzungen praktisch nie abgerissen.

gend Rechnung getragen. Die in den sechziger Jahren durch parlamentarische Vor-

Der Bundesrat wird deshalb eingeladen, eine umfassende stösse neu eingeleiteten Reformbestrebungen haben im

Ueberprüfung und fachmännische Analyse der einschlägigen Jahre 1978 zum heute geltenden Verwaltungsorganisations-

Organisations- und Führungsstrukturen auf Bundesebene un- gesetz geführt, das die Organisation und die Geschäftsfüh-

ter Beizug ausserhalb der Verwaltung stehender Fachleute rung von Bundesrat und Verwaltung vertiefter als bis anhin re-

vorzunehmen und einen entsprechenden Bericht vorzulegen. gelt, mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit der Exekutive als Kol-

Der Bericht soll unter Berücksichtigung organisatorischer, ad- legialbehörde sicherzustellen, die primäre Aufgabe des Regie-

ministrativer, personeller und technischer Belange Reformvor- rens zu unterstreichen und die Departementsvorsteher sowie

schläge aufzeigen, die auf allen Stufen der Bundesverwaltung den Bundesrat als Kollegium zu entlasten. Auch wenn dieses

eine auf die aktuellen Erfordernisse ausgerichtete Führungs- gesetzliche Reformwerk eine zweckmässige Grundstruktur

arbeit gewährleisten. Hauptziel soll es sein, Voraussetzungen geschaffen hat, sah sich der Bundesrat seit 1988 veranlasst,

zu schaffen, die es den Bundesräten erlauben, ihre Tätigkeit die Frage der Führungsstrukturen an mehreren Klausursitzun-

vermehrt auf die eigentliche Führungsarbeit zu konzentrieren. gen erneut zu behandeln.

Der Bericht soll Varianten möglicher Lösungswege aufzeigen. II. Neue Entwicklungstendenzen

Darüber hinaus sind Reformvorschläge, soweit sie Aspekte ei- Die Gründe dieser neuen Ueberprüfung ergeben sich nament-

ner Parlamentsreform berühren, mit dieser zu verknüpfen. lich aus den folgenden Entwicklungstrends der neuesten Zeit:

a. Der Aufgabenbereich der Departemente hat zum Teil erheb-

Texte de la motion du 7 juin 1990 liche Erweiterungen erfahren. Am stärksten ist die Beanspru-

Dans pratiquement tous les secteurs de la politique fédérale, chung infolge der internationalen Kontakte und Verhandlun-

les tâches incombant à l'Etat, au gouvernement et à l'adminis- gen gewachsen. Dies gilt nicht nur für die Kontakte mit der EG

tration ainsi que les exigences auxquelles ces organismes doi- (die praktisch alle Departementschefs sowie das Kollegium in

vent satisfaire ont fondamentalement évolué. Le domaine tou- Anspruch nehmen), sondern auch für die vermehrte Interna-

chant à l'organisation et à la direction de l'Etat n'ayant pas évo- tionalisierung der Politik schlechthin (Gatt, Bretton Woods,

lué au même rythme, des lacunes de plus en plus fréquentes Verkehr, Umweltschutz, Sicherheit usw.).

sont apparues ces dernières années. Le fait que le Conseil fé- b. Aber auch die innere Lage hat sich verändert. Die zuneh-

déral, l'administration et le Parlement soient surchargés tra- mende Polarisierung der politischen Kräfte erschwert eine

duit de manière évidente les insuffisances souvent constatées Konsenslösung immer häufiger, was auch zu einer Verlänge-

au niveau des structures d'organisation et de direction sur le rung der Beratungen in den parlamentarischen Kommissio-

plan fédéral. Divers efforts en vue de réformer le Parlement et nen und in den eidgenössischen Räten mit einer fühlbaren

le gouvernement visent à remédier à cette situation moyen- Mehrbeanspruchung der Mitglieder des Bundesrates führt.

nant des mesures isolées, mais il ne tiennent pas suffisam- Das Parlament meldet ferner zunehmend neue Begehren, die

ment compte des causes et de la dimension effective du pro- von einer Ausweitung seiner Kontrollkompetenzen bis zur poli-

blème. tischen Begleitung der vorbereitenden Gesetzgebungsarbeit

Pour ces motifs, le Conseil fédéral est invité à réexaminer de führen.

manière exhaustive les structures d'organisation et de direc- Im Bereich der politischen Rechte bleibt die Zahl der Initiativen

tion et de présenter un rapport à ce sujet. Il convient essentiel- hoch. Die Kantone fordern stärkere Informations- und Mitent-

lement de créer des conditions permettant aux conseiller fédé- scheidungskompetenzen.

raux de se concentrer davantage sur des activités de direction Schliesslich sind Bürger und Organisationen öfter als früher

et de disposer du temps nécessaire pour développer leur pen- nicht bereit, die von den zuständigen Organen demokratisch

sée créative et prospective. Tout en tenant compte des as- getroffenen Entscheide zu akzeptieren.

pects organisationnels, administratifs, humains et techniques, c. Nicht zu unterschätzen sind auch die Folgen der zuneh-

ce rapport doit indiquer des propositions de réforme visant à menden «Medialisierung» der Politik. Presse, Radio und Fern-

garantir, à tous les échelons de l'Administration fédérale, un sehen sind einem verstärkten Konkurrenzkampf ausgesetzt

exercice des fonctions de direction qui réponde aux impératifs und suchen vermehrt nach Exklusivinformationen mit entspre-

Postulat du groupe de I'UDC 1926 N 5 octobre 1990

chend höheren Anforderungen an Bundesrat und Verwaltung. enge Mitarbeiter des Departementsvorstehers und haben die-

III. Bisherige Massnahmen zur Effizienzsteigerung sen zu informieren, zu beraten und zu unterstützen, indem sie

Der Bundesrat hat im Verlaufe der letzten beiden Jahrzehnte vor allem Aufgaben der Planung, Organisation, Vorbereitung,

bereits eine Serie von administrativen, organisatorischen und Koordination und Aufsicht zu erfüllen haben. Die Generalse-

rechtlichen Massnahmen getroffen, die - in ihrer Gesamtheit kretäre sind zudem bestens in der Lage, die politischen Zu-

gesehen - den Entscheidungsprozess auf Regierungsebene sammenhänge und die Haltung ihres Departementschefs so-

in verschiedenen Bereichen effizienter gestalten halfen. Es wie des Bundesrates zu kennen und zu berücksichtigen. Sie

handelt sich dabei namentlich um folgende, mit einer Aus- bieten auch Garantie für eine einheitliche Führung dses De-

nahme im Rahmen des Verwaltungsorganisationsgesetzes partements, was mit einer zusätzlichen Delegation an die

zulässigen Anordnungen: Aemter oder mit einer Zersplitterung der Verantwortlichkeiten

1. Schaffung eines Bundesamtes für Informatik nicht ohne weiteres möglich ist. Neu werden die Generalse-

2. Schaffung eines zentralen Dienstes für Verwaltungskon- kretäre den Departementschef bei der Leitung der Departe-

trolle mentsverwaltung fühlbarer entlasten; in seinem Namen und

3. Aktualisierung der Delegationsverordnung (2 sukzessive unter seiner Verantwortung sollen sie vermehrt auch Linien-

Revisionen) kompetenzen übernehmen. Diese im VwOG (Art. 49) nun aus-

4. Erweiterung der Liste der durch Präsidialverfügungen zu er- drücklich vorzusehende Möglichkeit soll flexibel gehandhabt

ledigenden Geschäfte (2 Revisionen) werden, damit die Bedürfnisse und der individuelle Führungs-

5. Vermehrte Klausurtagungen des Bundesrates und langfri- stil der einzelnen Departementschefs berücksichtigt werden

stige Planung der zu behandelnden Themen können. Unter den ihnen anzuvertrauenden Aufgaben stehen

6. Verbesserung der gegenseitigen internen Information der die folgenden im Vordergrund:

Mitglieder des Bundesrates - Leitung der zentralen Dienste des Departementes (Art. 50

7. Vermehrte Einsetzung bundesrätlicher Ausschüsse für die VwOG), insbesondere der Sekretariatsdienste sowie des zen-

Vorberatung wichtiger Fragen und Schaffung einer zusätzli- tralen Personal-, Finanz- und Rechtswesens; Gestaltung,

chen Delegation (Asylwesen) Durchsetzung und Ueberwachung der Personalpolitik des De-

IV. Erhöhung der Zahl der Bundesräte? partementes im Rahmen der Personalpolitik des Bundes; Lei-

Der Bundesrat hat in dieser Zeit auch tiefgreifendere Reformen tung und Organisation der departementalen Uebersetzungs-

geprüft, für den jetzigen Zeitpunkt aber erneut abgelehnt. Dies dienste;

gilt insbesondere für die von Nationalrat Kühne geforderte Er- - Leitung der Oeffentlichkeitsarbeit einschliesslich Schulung

höhung der Zahl der Bundesräte, die mit einer Verstärkung der der an der Information beteiligten Stellen und Organisation

Führungs- und Koordinationsfunktion des Bundespräsiden- der internen Information (horizontal und vertikal);

ten zu verbinden wäre. Diese Anregung ist auch im Punkt 3 der - Ueberwachung der Vorbereitung anstehender Entscheide,

Motion der Freisinnig-demokratischen Fraktion enthalten. Die besonders im Bereiche der Richtlinien der Regierungspolitik

Gründe für die weiterhin ablehnende Haltung, die in der Bot- und des Legislaturfinanzplans, und Koordination mit der Bun-

schaft vom 12. Februar 1975 ausführlich dargelegt worden deskanzlei und der Eidgenössischen Finanzverwaltung;

sind, behalten ihre volle Gültigkeit. Eine Erhöhung der Zahl - Laufende Vollzugskontrolle;

der Bundesräte, insbesondere aber die Schaffung eines star- - Koordinations- und Schlichtungstätigkeit zwischen den

ken Präsidialdepartementes, würde früher oder später das Aemtern eines Departementes sowie in besonderen Fällen

Kollegialsystem in Frage stellen. Zudem würde die Entlastung auch zwischen den Departementen;

in den Fachbereichen zu einer zusätzlichen Belastung bei der - Vertretung des Departementes, fallweise oder systematisch:

Koordination der Regierungstätigkeit führen und die Konsens- im Ausland, in parlamentarischen Kommissionen, an schwei-

findung erschweren. Die Aufteilung der Regierungsaufgaben zerischen Tagungen und Veranstaltungen, gegenüber Kan-

auf neun, elf oder mehr Mitglieder würde auch den administra- tonsregierungen;

tiven Aufwand erheblich vergrössern. Trotzdem ist eine Ueber- - Begleitung des Departementsvorstehers in die Räte Qe nach

prüfung dieses Problems nicht ausgeschlossen, jedoch erst, Geschäft);

wenn bezüglich der europäischen Integrationsbestrebungen - Entscheidungs- und Anordnungsbefugnisse gegenüber

Klarheit besteht. den Aemtern im Namen des Departementschefs.

V. Das neue Massnahmenpaket Die Erweiterung der Verantwortungsbereiche der Generalse-

Seit 1989 hat sich der Bundesrat nochmals in mehreren Aus- kretariate einerseits durch die Uebertragung der Koordination

sprachen mit den Problemen der Führungsstruktur befasst aller Stabsdienste und ihrer Führung gemäss Zielvorgabe des

und am 17. September 1990 wegleitende Entscheide gefällt, Departementschefs und andererseits in ausgewählten und

die teils in seiner eigenen Kompetenz liegen, teils der Bundes- vom Departementsvorsteher zu bezeichnenden Bereichen

versammlung zu unterbreiten sind (Revision des Verwaltungs- der Linie ist jedoch geeignet, die Einheitlichkeit der Führungs-

organisationsgesetzes, später des Beamtengesetzes). Dabei verantwortung zu erhalten und zu stützen. Da die Generalse-

handelt es sich um folgende Massnahmen: kretäre ihre Aufgaben grundsätzlich im Auftrag des Departe-

1. Erhöhung der Zahl der Staatssekretäre mentschefs wahrnehmen, erhalten sie auch abgeleitete Wei-

Der Bundesrat bleibt aus den schon früher dargelegten Grün- sungsbefugnisse und Entscheidungskompetenzen (Art. 62

den - Spaltung der Departementsführung - gegenüber der Abs. 2 VwOG).

Einsetzung von parlamentarischen oder persönlichen Staats- Diese Massnahme kann in der Praxis bis zu der im Punkt 1 der

sekretären skeptisch. Hingegen ist er zum Schluss gekom- Motion der FDP vorgeschlagenen Einsetzung von Verwal-

men, dem Parlament eine Erhöhung der Zahl derTitularstaats- tungsdirektoren führen. Sie bietet aber den Vorteil, dass die

sekretäre vorzuschlagen, die trotz gewisser Beschränkungen politische Verantwortung weiterhin ungeteilt in den Händen

für die internationalen Kontakte vermehrt eingesetzt werden des Departementschefs bleibt.

könnten. Er hat deshalb dem Parlament mit einer Botschaft Damit diese Reform auf die Arbeit des Bundesrates als Kolle-

eine Aenderung von Artikel 64 Absatz 2 des VwOG beantragt gium keine negativen Auswirkungen zeitigt, erhält der Gene-

und um die Kompetenz ersucht, nebst dem heutigen Vorste- ralsekretär keine Antrags- und Mitberichtsrechte an den Bun-

her der Politischen Direktion und jenem des Bundesamtes für desrat. Er sollte gegenüber dem Kollegium auch nicht als

Aussenwirtschaft auch ändern Direktoren von wichtigen Grup- Stellvertreter des Departmentsvorstehers wirken. Hingegen

pen und Aemtern im Verkehr mit dem Ausland den Titel könnte er bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Departe-

«Staatssekretär» zu verleihen. In diesem gleichen Sinne menten auch auf Bundesratsebene eine Schlichtungsfunktion

schlägt er schliesslich auch die nur vorübergehende Verlei- für Fälle übernehmen, in denen vorwiegend technische oder

hung dieser Titel für weitere Direktoren sowie die Generalse- juristische Probleme zur Diskussion stehen.

kretäre vor, wenn sie in seinem Auftrag die Schweiz an einer Parallel zur Stellung des Generalsekretärs ist auch die Funk-

internationalen Konferenz auf höchster Ebene vertreten. tion des Informationschefs neu einzustufen.

2. Aufwertung der Generalsekretariate 3. Flexiblere Anstellungsverhältnisse

Schon heute sind die Generalsekretäre der Departemente Die Aufwertung der Generalsekretariate bedingt nicht nur eine

5. Oktober 1990 N 1927 Postulat Stamm

personelle Aufstockung dieser Stellen und die Ernennung von 90.662

unter Umständen mehr als einem stellvertretenden Generalse-

#ST#

kretär, sondern auch eine Flexibilisierung der Anstellungsbe-

dingungen. Der Bundesrat sieht deshalb, gestützt auf Arti- Postulat Stamm

kel 62 des Beamtengesetzes, eine besondere Verordnung Gestaltung des Geschäftsberichts

über das Dienstverhältnis von Generalsekretären und Informa- des Bundesrates

tionschefs der Departemente vor, die eineflexible Beendigung

des Dienstverhältnisses ermöglicht. Dadurch kann der Depar- Rapport de gestion

tementschef diese Funktion durch qualifizierte Personen sei- du Conseil fédéral

ner Wahl besetzen. Diese besonderen Anstellungsbedingun- et condition féminine

gen scheinen dem Bundesrat unerlässlich zu sein, wenn die

Neukonzeption der Aufgaben der Generalsekretariate voll zur

Entfaltung kommen soll.

Für eine zweite Etappe - Erweiterung des erfassten Personen-

kreises - ist eine entsprechende Revision des Beamtengeset- Wortlaut des Postulates vom 22. Juni 1990

zes vorgesehen. Der Bundesrat wird eingeladen, seinen Geschäftsbericht in

4. Vertretung in den parlamentarischen Kommissionen Zukunft, erstmals für das Jahr 1991 so zu gestalten, dass in al-

Die vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen erleichtern len Bereichen die Förderung der Frauenanliegen und der

auch eine Erweiterung der Vertretungsmöglichkeiten der Bun- Frauenpräsenz durch die Regierungs- und Verwaltungstätig-

"desräte in Parlamentskommissionen. Das Geschäftsverkehrs- keit des Bundesrates ersichtlich wird.

gesetz (Art. 65bis) ermöglicht bekanntlich den Bundesräten

bereits heute, sich in parlamentarischen Kommissionen im Texte du postulat du 22 juin 1990

Einvernehmen mit dem Kommissionspräsidenten durch ihre Le Conseil fédéral est invité à faire ressortir, dès 1991, dans

Generalsekretäre oder durch Direktoren von Gruppen und tous les domaines traités dans le rapport de gestion, la ma-

Aemtern vertreten zu lassen. nière dont il a, dans le cadre de l'activité gouvernementale et

Auch wenn die Kontakte mit dem Parlament für den Bundesrat administrative, oeuvré en faveur de la cause des femmes ainsi

weiterhin zu den wichtigsten gehören, wünscht er nun von den que d'une participation accrue de cette catégorie de la popula-

Vertretungsmöglichkeiten in Kommissionen vermehrt Ge- tion.

brauch zu machen. Er erwartet aber auch vom Parlament ein

besseres Verständnis für diese Haltung, denn die Beanspru- Mitunterzeichner- Cosignataires: Antille, Aubry, Bär, Bäumlin

chung durch parlamentarische Kommissionen ist gross ge- Ursula, Daepp, Danuser, Déglise, Diener, Dormann, Eppen-

worden. berger Susi, Fankhauser, Gardiol, Grendelmeier, Haering Bin-

VI. Gesamtwertung der, Hafner Ursula, Haller, Jeanprêtre, Leutenegger Oberhol-

Der Bundesrat ist überzeugt, dass mit all diesen Massnahmen zer, Mauch Ursula, Nabholz, Paccolat, Pitteloud, Segmüller,

derzeit die Voraussetzungen für eine effiziente Führung durch Spoerry, Stocker, Uchtenhagen, Ulrich, Zölch (28)

das Kollegium wie durch die einzelnen Departementschefs

gegeben sind, zumal wenn auch die parlamentarischen Füh- Schriftliche Begründung - Développement par écrit

rungsstrukturen neuen,Herausforderungen der jüngsten Zeit Leider ist aus dem Bericht des Bundesrates über seine Ge-

angepasst werden. Der Bundesrat begrüsst daher die parla- schäftsführung im Jahre 1989 nur wenig ersichtlich, ob-wie

mentarischen Vorstösse zugunsten einer Rationalisierung des weit - warum nicht - der Bundesrat im Rahmen seiner Regie-

Parlamentsbetriebs und verspricht sich davon weitere Erleich- rungs- und Verwaltungstätigkeit der Förderung der Frauenan-

terungen auch seiner eigenen Arbeit. liegen und der Frauenpräsenz, also der Förderung der Anlie-

Im Gegensatz zu den Urhebern der neuen parlamentarischen gen der Hälfte der Bevölkerung, seine Aufmerksamkeit ge-

Vorstösse ist der Bundesrat jedoch der Meinung, dass sich ge- schenkt hat.

genwärtig nicht grundlegende institutionelle Reformen auf- So vermissen wir Angaben zu folgenden Punkten, welche als

drängen. Administrative und organisatorische Massnahmen zufällig herausgegriffene Beispiele dienen sollen:

genügen und garantieren, dass der Bundesrat seinen Auftrag -Was wurde vom Rechtsetzungsprogramm «Gleiche Rechte

effizient erfüllen kann. Er ist jedoch bereit, in einem späteren für Mann und Frau» im Jahre 1989 verwirklicht?

Zeitpunkt tiefergreifende Aenderungen zu prüfen, falls sich -Welche Frauenförderungsmassnahmen, insbesondere Er-

das politische Umfeld - etwa infolge einer engeren Beteiligung höhung des Frauenanteils im mittleren und höheren Kader der

der Schweiz am europäischen Integrationsprozess - grundle- Bundesverwaltung, wurden 1989 eingeleitet?

gend verändern sollte. -Zu welchem Zeitpunkt wird eine Vernehmlassungsvorlage

In diesem Sinne beantragt der Bundesrat, die Motionen in Po- zum Thema «Lohngleichheit für Mann und Frau» unterbreitet

stulate umzuwandeln bzw. teilweise abzuschreiben. werden?

-Welche Konsequenzen wurden aus der Situationsanalyse

Schriftliche Erklärung des Bundesrates der interdepartementalen Arbeitsgruppe «Frauen aus der Drit-

Déclaration écrite du Conseil fédéral ten Welt», welche im Juni 1988 zuhanden von Frau Bundesrä-

Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. tin Elisabeth Kopp erstattet worden ist, im Jahre 1989 gezo-

gen? Warum wurden allenfalls keine gezogen?

Ueberwiesen - Transmis -Welche Massnahmen wurden 1989 ergriffen, um den

Frauenanteil in den ausserparlamentarischen Kommissionen

zu erhöhen und vermehrt Frauen als Präsidentinnen dieser

Kommissionen einzusetzen?

- Wie viele Frauen befanden sich unter den Stipendiaten aus

Entwicklungsländern, welche 1989 im Rahmen der Bildung

der mittleren Kader in der Schweiz ein Praktikum und Kurse

absolvieren konnten?

- Wie viele weibliche Kunstschaffende erhielten 1989 auf Vor-

schlag der eidgenössischen Kunstkommission ein Stipen-

dium und wieviele auf Vorschlag der eidgenössischen Kom-

mission für angewandte Kunst?

-usw.

Wir möchten in Zukunft in allen Bereichen aus dem Geschäfts-

bericht ersehen können, wieweit der Bundesrat seine bei ver-

schiedenen Gelegenheiten geäusserte frauenfreundliche Hai-

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Postulat der Fraktion der Schweizerischen Volkspartei Neue Organisations- und

Führungsstruktur auf Bundesebene

Postulat du groupe de l'Union démocratique du centre Réforme des structures

d'organisation et de direction au niveau fédéral

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1990

Année

Anno

Band IV

Volume

Volume

Session Herbstsession

Session Session d'automne

Sessione Sessione autunnale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 17

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 90.538

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 05.10.1990 - 08:00

Date

Data

Seite 1925-1927

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Ref. No 20 019 076

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