Federal Prosecutor's Office Telegram and Wiretapping Misconduct Interpellation
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis document concerns an interpellation regarding alleged misconduct within the Federal Prosecutor's Office, specifically focusing on systematic and illegal copying of telegrams and potential illegal wiretapping. The Federal Council stated that the procedure for informing individuals on special files was adequate, but later appointed a special representative to investigate the suspicions of wrongdoing, noting that key personnel involved were no longer with the office and that evidence had been secured. The interpellation also raised concerns about the federal government hindering parliamentary work and the memory loss of administrative and political officials.
Legislator-Regeste
KI-generiertFederal Prosecutor's Office Telegram and Wiretapping Misconduct Interpellation: wortliche Beamte der Bundesanwaltschaft wegen «Gefahr der der verzeichneten Personen» (90.543 vom 8. Juni 1990).
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KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
2. Juni 1992 715 Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion
cription dans le fichier principal ont été informées qu'elles n'y 6. Aufgrund des Zusatzberichtes der PUK 1 wurden Tele-
étaient pas enregistrées, mais qu'elles pouvaient éventuelle- gramme systematisch und widerrechtlich kopiert und der Bun-
ment figurer dans le fichier des terroristes ou dans celui du desanwaltschaft zugestellt. Kann der Bundesrat ausschlies-
Jura. Si tel devait s'avérer être le cas, elles en seraient infor- sen, dass auch Telefongespräche illegal abgehört worden
mées d'office, dès l'achèvement du recensement des fiches. sind? Hat er sich in den vergangenen Monaten einen Ueber-
En résumé, le Conseil fédéral reste de l'avis que la procédure blick über die von der Bundesanwaltschaft getätigten Opera-
d'information impliquant une demande des personnes tionen verschafft?
concernées est adéquate et conforme à la constitution.
Texte de l'interpellation du 7 juin 1990
Schrittliche Erklärung des Bundesrates Suite à la lecture du rapport complémentaire de la CEP 1,
Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen. nous posons les questions suivantes au Conseil fédéral:
1. Est-il prêt, comme le DMF, à informer toutes les personnes
Déclaration écrite du Conseil fédéral figurant sur les fichiers spéciaux, qu'il s'agisse de suspects ou
Le Conseil fédéral propose de rejeter la motion. d'individus considérés comme extrémistes?
2. Est-il disposé à faire rechercher les microfilms, dont il existe
Hubacher: Die Motion verlangt, dass die Verordnung volle apparemment trois copies alors que l'emplacement d'un seul
Einsicht gewährt. Nachdem Sie gestern bei Geschäft 91.062 est connu, et à informer le Parlement?
(Akten der Bundesanwaltschaft. Einsicht) Artikel 4 des Be- 3. Selon le rapport complémentaire, le fonctionnaire respon-
schlussentwurfes gemäss Minderheit entschieden haben, sable de l'exécution des opérations au MPC aurait invoqué le
kann ich Sie nur noch auffordern, in sich zu gehen, zu beten droit de refuser de témoigner parce qu'il courrait le risque de
und zu hoffen, dass der Ständerat an seinem Entschluss fest- se mettre en accusation. Le gouvernement est-il disposé à
halten und uns eine zweite Chance zur Besinnung geben wird. charger une personne ayant la nécessaire indépendance à
Ich ziehe die Motion zurück. l'égard du MPC d'enquêter, dans ce cas et de façon générale,
afin de déterminer quels agents de la Confédération se sont
Zurückgezogen - Retiré rendus coupables d'actes répréhensibles? Est-il prêt à sus-
pendre immédiatement de leur fonction les agents soupçon-
nés d'actions incorrectes ou illégales? Quelles mesures
prend-il pour parer au risque d'élimination de preuves maté-
rielles au MPC?
4. Comment se fait-il que les travaux de la CEP aient été entra-
#ST# 90.537 vés par le Conseil fédéral, comme l'affirme le rapport complé-
mentaire? Le gouvernement est-il disposé à éviter à l'avenir de
Interpellation gêner inutilement les travaux parlementaires, notamment à
der sozialdemokratischen Fraktion l'égard de la CEP 2?
Vorkommnisse in der Bundesanwaltschaft 5. Comment le Conseil fédéral explique-t-il que les responsa-
bles administratifs et politiques ne se rappellent rien?
Interpellation 6. Toujours selon le rapport complémentaire, des télégram-
du groupe socialiste mes ont été systématiquement et illégalement copiés et trans-
Ministère public de la Confédération. mis au MPC. Le gouvernement peut-il affirmer qu'aucune
Fichiers spéciaux écoute téléphonique illégale n'a été effectuée? Est-il parvenu
ces derniers mois à se faire une vue d'ensemble des opéra-
tions engagées par le MPC?
Sprecher - Porte-parole: Bodenmann
Wortlaut der Interpellation vom 7. Juni 1990 Schriftliche Begründung
Aufgrund der Lektüre des Ergänzungsberichtes der PUK 1 Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen
drängen sich folgende Fragen auf: eine schriftliche Antwort.
1. Ist der Bundesrat bereit, alle in Spezialkarteien wie Verdäch-
tigenlisten, Verdächtigen- und Extremistenkartei Verzeichne- Développement par écrit
ten analog dem EMD zu informieren? Les auteurs renoncent au développement et demandent une
2. Ist der Bundesrat bereit, sich auf die Suche nach den Mikro- réponse écrite.
filmen zu machen, von denen offensichtlich drei Kopien erstellt
wurden und nur mehr der Aufenthaltsort einer einzigen be- Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
kannt ist, und das Parlament zu informieren? vom 24. September 1990
3. Dem Zusatzbericht der PUK ist zu entnehmen, dass sich der 1. Wir verweisen auf die Stellungnahme zur Motion der sozial-
für die Durchführung der untersuchten Operationen verant- demokratischen Fraktion: «Spezialkarteien. Benachrichtigung
wortliche Beamte der Bundesanwaltschaft wegen «Gefahr der der verzeichneten Personen» (90.543 vom 8. Juni 1990).
Selbstbelastung» auf das Zeugnisverweigerungsrecht beruft 2. Der Bundesrat hat keinen konkreten Hinweis, dass mehr als
Ist der Bundesrat bereit, den Verdacht auf strafbare Handlun- zwei Exemplare der Mikrofilme existieren. Beide sind heute in
gen durch Beamte der Bundesanwaltschaft in diesem Fall und der Obhut des Sonderbeauftragten für die Behandlung der
generell untersuchen zu lassen, und zwar durch eine Person, Staatsschutzakten.
bei welcher die nötige Unabhängigkeit von der Bundesanwalt- 3. Der Bundesrat hat am 18. Juni 1990 einen besonderen Ver-
schaft gewährleistet ist? Ist er bereit, die Beamten, bei denen treter des Bundesanwalts eingesetzt, der den von der PUK vor-
ein Verdacht unkorrekter oder illegaler Handlungen besteht, gebrachten Verdacht auf strafbares Verhalten gerichtspolizei-
unverzüglich vom Dienst zu suspendieren? Welche Massnah- lich abklärt. Ob Beamte, die einer unkorrekten Handlung be-
men kehrt der Bundesrat vor, um der Gefahr der Spurenverwi- schuldigt werden, im Dienst eingestellt werden müssen, ist im
schung in der Bundesanwaltschaft entgegenzutreten? Einzelfall zu prüfen und kann nicht generell verfügt werden.
4. Wieso wurden - wie dies der Zusatzbericht der PUK 1 fest- Die wichtigsten Personen, die in das gerichtspolizeiliche Er-
hält- deren Arbeiten durch den Bundesrat behindert? Ist der mittlungsverfahren einbezogen werden, arbeiten nicht mehr
Bundesrat bereit, künftig, etwa gegenüber der PUK 2, darauf bei der Bundesanwaltschaft. Die Gefahr der Spurenverwi-
zu verzichten, die parlamentarische Arbeit unnötig zu er- schung besteht nicht, weil alle in Frage stehenden Dossiers
schweren? vollständig dem besonderen Vertreter übergeben wurden.
5. Wie erklärt sich der Bundesrat den Umstand, dass alle ad- 4. Der Bundesrat hat bei der Beratung des Ergänzungsbe-
ministrativ und politisch Verantwortlichen sich an nichts mehr richts der PUK einlässlich begründet, dass er die Arbeit der
erinnern können? PUK in keiner Weise behindert hat.
Motion du groupe écologiste 716 N 2 juin 1992
5. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die heute verant- Dossiers nicht erfolgt Er hat gestern seine Interessen in dieser
wortlichen Beamten ihren Arbeitsbereich gut kennen. Wie weit Sachlage nicht offengelegt, sondern finanziell argumentiert.
von ihnen genaue Kenntnisse über abgeschlossene Ereig- Erstaunt hat mich, dass jene Partei, nämlich die freisinnige, die
nisse verlangt werden können, die sich vor ihrem Amtseintritt in diesem Land immer wieder die Fahne der Freiheit und der
ereignet haben, lässt sich auch aufgrund der PUK-Berichte Bürgerrechte hochhält, gestern für Wortbruch gestimmt hat,
nachträglich nicht feststellen. dass diese Partei die Rechte der Bürgerinnen und Bürger be-
6. Die Aufsicht über die Ueberwachung des Telefonverkehrs schränkt hat, dass diese Partei hier Wortbruch begangen hat.
wird seit dem 1. Oktober 1979 durch den Präsidenten der An- Ich finde das unerträglich und kann nur hoffen, dass die Kor-
klagekammer geführt. Nach den Feststellungen der PUK wur- rektur im Ständerat erfolgt
den die gesetzlichen Vorschriften und Verfahren eingehalten. Der Zusammenhang mit dieser Interpellation ist offensichtlich.
Der Bundesrat lässt sich über die laufenden Operationen infor- Wir haben den Bundesrat gefragt, ob er nicht auch die Leute,
mieren. welche in Spezialkarteien registriert waren, benachrichtigen
würde. Wenn die Dossiereinsicht erfolgen würde, kämen
Rapport écrit du Conseil fédéral diese Spezialkarteien ans Licht. Wirfragten den Bundesrat, wo
du 24 septembre 1990 denn der dritte Mikrofilm sei. Der Bundesrat antwortete, es
1. Nous nous référons à la réponse donnée au groupe socia- gebe keinen dritten Mikrofilm. Dabei haben einzelne Personen
liste concernant la motion: «Fichiers spéciaux Notification gegenüber....
d'office aux personnes enregistrées» (90.543 du 8 juin 1990).
2. Le Conseil fédéral ne dispose d'aucun élément concret per- Präsident: Herr Bodenmann, wir müssen formell richtig vor-
mettant de conclure qu'il existe plus des deux exemplaires des gehen. Sie können erklären, ob Sie von der Antwort befriedigt
microfilms. Tous deux sont aujourd'hui en mains du préposé sind oder nicht. Sind Sie nicht befriedigt, müssen Sie Diskus-
spécial au traitement des documents établis pour assurer la sion beantragen, und erst dann können wir diskutieren - so-
sécurité de l'Etat. fern der Rat zustimmt.
3. Le 18 juin 1990, le Conseil fédéral a nommé un représentant
spécial du procureur général chargé de mener une enquête Bodenmann: Wir beantragen Diskussion.
judiciaire pour élucider les soupçons d'actes répréhensibles
formulés par la CEP. Il faudra examiner de cas en cas s'il Abstimmung - Vote
convient de suspendre de leurs fonctions les agents accusés Für den Antrag auf Diskussion 44 Stimmen
d'actions incorrectes. Il est impossible d'arrêter des décisions Dagegen 58 Stimmen
à caractère général à cet égard. Les principales personnes qui
seront directement concernées par la procédure d'enquête ju- Bodenmann: Ich bin auch unbefriedigt von der Tatsache,
diciaire ne travaillent plus au Ministère public de la Confédéra- dass man hier nicht einmal diskutieren kann.
tion. Le risque d'élimination de preuves matérielles n'existe
pas, car les dossiers entrant en ligne de compte ont été tous
remis au représentant spécial.
4. Lors du débat parlementaire relatif au rapport complémen-
taire de la CEP, le Conseil fédéral a démontré sans équivoque #ST# 90.908
qu'il n'avait en aucune manière gêné les travaux de la CEP.
5. Le Conseil fédéral estime que les fonctionnaires en charge Motion
aujourd'hui connaissent bien leur domaine d'activité. Les rap- der grünen Fraktion
ports de la CEP ne permettent pas non plus de déterminer Rechtswidrige politische Polizei
après coup dans quelle mesure on peut exiger de ces fonc-
tionnaires des connaissances précises sur des événements Motion
terminés qui se sont produits avant leur entrée en fonction. du groupe écologiste
6. La surveillance relative aux écoutes téléphoniques est de- Illégalité de la police politique
puis le 1er octobre 1979 du ressort du président de la Cham-
bre d'accusation. Selon les constatations de la CEP, les pres-
criptions légales et la procédure ont été respectées. Le
Conseil fédéral se renseigne sur les opérations en cours.
Wortlaut der Motion vom 19. November 1990
Bodenmann: Vor rund zwei Jahren haben wir eine Interpella- Das Verfassungsgericht des Kantons Basel-Landschaft hat
tion in dieser Sache eingereicht; drei Monate später hat der am 7. November 1990 vorfrageweise festgestellt, die Tätigkeit
Bundesrat unbefriedigend geantwortet, und erst zwei Jahre der politischen Polizei des Bundes sei rechtswidrig. Nach Auf-
später kommen wir zu einer Diskussion über dieses Thema fassung des Gerichts fehlt es dem Bund für eine politisch-poli-
Das ist eine an und für sich ineffiziente Arbeitsweise des Parla- zeiliche Tätigkeit an einer Grundlage sowohl in der Bundesver-
ments. Ich hätte gerne auf eine Begründung dieser Interpella- fassung als auch in einem Gesetz.
tion beziehungsweise auf eine Begründung meiner Nichtzu- Der Bundesrat wird demzufolge eingeladen, ohne Verzug
friedenheit verzichtet, wenn gestern der Nationalrat dem Stän- 1. jegliche Tätigkeit der politischen Polizei einzustellen;
derat gefolgt wäre und die Einsicht in die Dossiers beschlos- 2. die Verordnung vom 5. März 1990 aufzuheben;
sen hätte. 3. seinen Widerstand gegen die Gewährung der Einsicht in Fi-
Ich erinnere Sie noch einmal an die Ausgangslage in dieser chen und Dossiers durch die kantonalen Behörden aufzuge-
Frage: 300 000 Schweizerinnen und Schweizer haben Ein- ben;
sicht in ihre Pichen und Dossiers verlangt. Der Bundesrat hat 4. dafür zu sorgen, dass beim Bund vorhandene Akten nicht
ihnen diese Einsicht versprochen und rechtlich zugesichert vernichtet werden, um den verfassungsmässigen Anspruch
Der zuständige Ombudsmann - vom Bundesrat gewählt - hat auf Einsicht, welcher den Betroffenen zusteht, ungeschmälert
mehreren hundert Fichierten persönlich die volle Einsicht in zu erhalten;
die Dossiers versprochen. Der Ständerat hat in seiner Mehr- 5. das Verfahren der Einsichtnahme so zu ändern, dass den
heit - und dies dank den freisinnigen Vertretern - beschlos- Personen, die Einsicht verlangt haben, vollständige Kopien
sen, dass die Dossiereinsicht vollumfänglich aufrechterhalten von Fichen und Dossiers zugestellt werden beziehungsweise
bleibt, dass man weiter geht, als dies der Bundesrat vorge- eine unzensurierte, vollständige Einsichtnahme gewährt wird.
schlagen hat
Gestern kam Herr Leuba mit einem Minderheitsantrag, und Texte de la motion du 19 novembre 1990
jetzt muss ich sagen: Herr Leuba ist ein Direktinteressierter. La Cour constitutionnelle du canton de Bàie-Campagne a
Unter seiner Amtsführung wurde im Kanton Waadt massiv fi- constaté le 7 novembre 1990, au titre de question préjudi-
chiert. Er hat alles Interesse daran, dass die Einsicht in die cielle, que les activités de la police politique fédérale étaient
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion Vorkommnisse in der
Bundesanwaltschaft
Interpellation du groupe socialiste Ministère public de la Confédération. Fichiers spéciaux
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1992
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 02
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.537
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 02.06.1992 - 08:00
Date
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Seite 715-716
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Ref. No 20 021 203
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