Federal Council Declines Intervention in Chur Bishop Appointment Dispute
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Council addressed concerns regarding the appointment of a bishop in the Diocese of Chur, acknowledging that while primarily an internal church conflict, it had caused public unease and potentially threatened religious peace. The Council stated that the responsibility for maintaining public order among religious communities rests primarily with the cantons, with the federal government having only subsidiary powers. It concluded that a federal intervention was not warranted at that time as the dispute was deemed an internal Catholic matter and that relations with the Vatican would not be altered.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 50 Absatz, Art. 59 nou, Art. 10 Absatz, Art. 5O Absatz, Art. 50 Abs. 2 BV, Art. 10 Abs. 1 BV; Federal Council Declines Intervention in Chur Bishop Appointment Dispute: The Council stated that the responsibility for maintaining public order among religious communities rests primarily with the cantons, with the federal government having only subsidiary powers. It concluded that a federal intervention was not warranted at that time as the dispute was deemed an internal Catholic matter and that relations with the Vatican would not be altered.
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KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
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KI-generiertThe court cited this article to explain the division of responsibility between the Confederation and cantons for maintaining public order and peace among religious communities.
The court cited this article to establish the procedure for communication between cantons and the Holy See, which takes place through the Federal Council.
Volltext
Interpellation Seiler Rolf 1928 N 5 octobre 1990
tung in seiner Regierungs- und Verwaltungstätigkeit verwirk- #ST# 90.525
licht.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Interpellation Seiler Rolf
vom 22. August 1990 Bischofswahlen. Beeinträchtigung
Déclaration écrite du Conseil fédéral des religiösen Friedens
du 22 août 1990
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Nominations épiscopales.
Sauvegarde de la paix religieuse
Ueberwiesen - Transmis
Wortlaut der Interpellation vom 6. Juni 1990
#ST# 90.629 Im katholischen Bistum Chur entwickelt sich gegenwärtig eine
Lage, wie sie sich seit Gründung unseres Bundesstaates 1848
Postulat Ducret wohl noch nie in der Schweiz eingestellt hat, und die mit der Er-
Amtliches Bulletin. Veröffentlichung nennung von Wolfgang Haas zum Weihbischof von Chur mit
der schriftlichen Berichte Nachfolgerecht durch den Papst am 22. Mai 1988 begonnen
hat.
Bulletin officiel. Publication Noch nie war die katholische Kirche in der Schweiz so in offe-
des rapports écrits nem Aufruhr wie jetzt; lautstark wird der Rücktritt von Uischof
Haas gefordert. Auch die übrigen Konfessionen sorgen sich
um die Zukunft; die bisherige ökumenische Zusammenarbeit
erscheint gefährdet.
Gemäss Artikel 50 Absatz 2 der Bundesverfassung bleibt es
Wortlaut des Postulates vom 22. Juni 1990 nebst den Kantonen dem Bund vorbehalten, /ur Handhabung
Es ist üblich, dass schriftliche Berichte, namentlich diejenigen der Ordnung und des öffentlichen Friedens unter den Angehö-
der Petitions- und Gewährleistungskommission, nur in der rigen der verschiedenen Religionsgenossenschaften die ge-
Sprache des Präsidenten der vorberatenden Kommission ver- eigneten Massnahmen zu treffen. Der Bund garantiert somit
öffentlicht werden. Da es häufig vorkommt, dass die Berichter- zusammen mit den Kantonen den religiösen Frieden in der
statter darauf verzichten, einen solchen Bericht zu erläutern, Schweiz.
kann dies für die Leser nachteilige Folgen haben, vor allem Ich frage daher den Bundesrat an, wie er die gegenwärtige
wenn der Beratungsgegenstand heikle rechtliche Fragen auf- Lage im Bistum Chur einschätzt, ob er nicht auch der Meinung
wirft. ist, dass eine weitere Zuspitzung der Situation eine Geführ-
Das Büro wird deshalb aufgefordert, diese unbefriedigende dung des religiösen Friedens in der Schweiz bewirken
Situation zu beheben und dafür zu sorgen, dass im Amtlichen könnte? Was gedenkt der Bundesrat in diesem Fall zu tun?
Bulletin in Zukunft die schriftlichen Berichte so erscheinen, wie Wie beurteilt der Bundesrat die gegenwärtigen Beziehungen
sie den Räten vorgelegt werden, das heisst sowohl auf Franzö- zwischen der Schweiz und dem Vatikan? Wäre es aus Sieht
sisch als auch auf Deutsch, gegebenenfalls auch auf Italie- des Bundesrates nicht wünschbar, künftig nicht nur mittels
nisch, wie es der neue Artikel 59 des Geschäftsreglements des dem päpstlichen Nuntius in Bern über einen Art Mittelsmann
Nationalrates vorsieht. Eine solche Regelung würde auch das zu verfügen, sondern direkt beim Vatikan in Rom mit einem
gebotene sprachliche Gleichgewicht wahren. Vertreter präsent zu sein?
Texte du postulat du 22 juin 1990 Texfe de l'interpellation du 6 juin 1990
II est d'usage que les rapports écrits, notamment ceux de la Depuis sa fondation en 1848, la Suisse n'a probablement ja-
Commission des pétitions, ne soient publiés que dans la lan- mais connu de situation aussi explosive que colle que vit ac-
gue du président de la commission saisie du projet en délibé- tuellement le diocèse catholique de Coire depuis le 22 mai
ration. Comme il est fréquent que, dans de telles situations, les 1988. C'est à cette date que le Pape a nommé Wolfgang Haas
rapporteurs renoncent a s'exprimer et à commenter un tel rap- coadjuteur de l'évêque de Coire, ce qui fait de lui le succes-
port, il peut en résulter de fâcheux inconvénients pour le lec- seur de l'évêque.
teur, surtout lorsque l'objet débattu pose de délicates ques- Jamais l'Eglise catholique suisse n'a connu une telle efferves-
tions juridiques. cence; on réclame à cor et à cri la démission de Mgr Haas.
C'est pourquoi il est demandé au Bureau de réparer cette in- Même les milieux de confessions différentes se demandent ce
congruité et de faire en sorte qu'à l'avenir, les rapports écrits que leur réserve l'avenir; en tout cas, la collaboration oecumé-
des commissions soient publiés dans le Bulletin officiel sous la nique semble menacée.
forme où ils sont remis aux députés, c'est-à-dire aussi bien en Aux termes de l'article 50, 2e alinéa, do la Constitution fédé-
français qu'en allemand, voire cas échéant en italien, ceci con- rale, «les cantons et la Confédération peuvent prendre les me-
formément à l'obligation qui en est faite par l'article 59 nou- sures nécessaires pour le maintien de l'ordre public et de la
veau du Règlement du Conseil national et pour respecter paix entre les membres des diverses communautés religieu-
l'équilibre linguistique nécessaire en la matière. ses». Par cette disposition, la sauvegarde de la paix religieuse
en Suisse revient tant à la Confédération qu'aux cantons.
Mitunterzeichner- Cosignataires: Caccia, Engler, Gros, Jean- C'est pourquoi je demande au Conseil fédéral son opinion sur
prêtre, Nabholz, Pidoux, Rechsteiner (7) la situation qui règne actuellement dans le diocèse de Coire.
N'est-il pas d'avis qu'une aggravation du problème pourrait re-
Schriftliche Erklärung des Büros présenter une menace pour la paix religieuse en Suisse?
vom 17. September 1990 Qu'envisage-t-il de faire? Que pense le Conseil fédéral do
Déclaration écrite du Bureau l'état actuel des relations entre la Suisse et le Vatican? No se-
du 17 septembre 1990 rait-il pas souhaitable, de l'avis du Conseil fédéral, que notre
Le Bureau est prêt à accepter le postulat. pays, en plus de la possibilité de communiquer avec le Vatican
par l'intermédiaire du Nonce apostolique à Berne, disposo à
Ueberwiesen - Transmis l'avenir d'un représentant direct au Vatican?
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 17. September 1990
(Zu den Interpellationen 90.525 und 90.650)
5. Oktober 1990 N 1929 Interpellation Jaeger
Rapport écrit du Conseil fédéral St. Gallen als Instrumente, welche der demokratischen und
du 17 septembre 1990 dezentralen Tradition der Schweiz entsprechen, nach wie vor
(Concernant les interpellations 90.525 et 90.650) ihre Berechtigung besitzen und zu respektieren sind.
Bei der Auseinandersetzung um die Nachfolge im Bistum 6. Der Bundesrat hatte wiederholt (vgl. Antworten auf die Inter-
Chur handelt es sich primär um einen innerkirchlichen Kon- pellation Duboule vom 18. September 1978 sowie auf die Ein-
flikt, der seit der Ernennung von Wolfgang Haas zum Weihbi- fache Anfrage Zwygart vom 12. Juni 1989) die Gründe darge-
schof mit Nachfolgerecht besteht. Er findet neue Aktualität, legt, die ihm vorderhand von der Errichtung einer schweizeri-
seit Wolfgang Haas zum Bischof ernannt wurde und in dieser schen diplomatischen Vertretung beim Heiligen Stuhl abse-
Eigenschaft eine Reihe von Massnahmen (u. a. Neubeset- hen lassen. Angesichts -der jüngsten Ereignisse hält er den
zung von Posten) traf. Der Bundesrat ist sich bewusst, dass Zeitpunkt nicht für gekommen, an dieser Sachlage etwas zu
dieser Konflikt über seine innerkirchlichen Aspekte hinaus An- ändern. Im weiteren verweist der Bundesrat auf seine Stellung-
lass für Besorgnis grosser Teile der schweizerischen Bevölke- nahme zum Postulat Portmann vom 7. Juni 1990.
rung geworden ist. Da jedoch kirchliche Angelegenheiten, ab-
gesehen von der Bundesgarantie der Glaubens- und Gewis-
sensfreiheit (Art. 49 und 50 BV), in die kantonalen Kompeten-
zen fallen, obliegt es primär den betreffenden Kantonen, auf
die Einhaltung ihrer Kirchenrechte zu dringen. In diesem #ST# 90.650
Sinne nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung:
1. Für die Wahrung des öffentlichen Friedens unter den Ange- Interpellation Jaeger
hörigen der verschiedenen Religionsgemeinschaften sind ge- Fall Haas. Verantwortlichkeit der
mäss Verfassung in erster Linie die Kantone zuständig (Art. 50 Eidgenossenschaft
Abs. 2 BV). Der Bund hat lediglich subsidiäre Kompetenzen.
Von einer Gefährdung dieses Friedens kann nach Ansicht des Affaire Haas. Responsabilité de
Bundesrates im gegenwärtigen Zeitpunkt grundsätzlich nicht la Confédération
gesprochen werden, da es sich um eine rein innerkatholische,
und nicht wie in Artikel 50 Absatz 2 BV vorgesehen, um eine
überkonfessionelle Angelegenheit handelt. Ohnehin müssten
in einem solchen Fall zunächst die betroffenen Kantone die
geeigneten Massnahmen treffen, so dass eine Intervention Wortlaut der Interpellation vom 22. Juni 1990
des Bundes noch vor den Kantonen verfrüht und unverhältnis- Die Ernennung des Churer Bischofs Haas wirft die Frage nach
mässig wäre. den Kompetenzen und der Verantwortung des Bundes auf.
2. Der Verkehr der Kantone mit dem Heiligen Stuhl fällt unter Anscheinend wurden die Rechte einzelner Kantone bei dieser
den Anwendungsbereich von Artikel 10 Absatz 1 BV und fin- Ernennung verletzt. Der konfessionelle Friede ist offenbar ge-
det daher durch Vermittlung des Bundesrates statt. In Anwen- stört. Zurecht wehren sich Kirchgemeinden und Kantonalkir-
dung dieser Verfassungsbestimmung hat das Eidgenössi- chen entschieden gegen das Diktat bei der Bischofswahl. In
sche Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) diesem Zusammenhang stelle ich dem Bundesrat die folgen-
dem Regierungsrat des Kantons Schwyz bei seinen Interven- den Fragen:
tionen gegenüber der Nuntiatur Unterstützung geleistet, in- 1. Fällt der Verkehr der Kantone mit dem Vatikan unter Arti-
dem es beispielsweise die Demarchen der Schwyzer Kantons- kel 10 Absatz 1 der Bundesverfassung (Verkehr mit auswärti-
regierung an die Nuntiatur in Bern weitergeleitet hat. Die zu- gen Staatsregierungen)? Ist der Bund bereit, sein völkerrecht-
ständigen Behörden der beiden anderen Bistümer, welche liches Wissen gestützt auf diese Verfassungsbestimmung
über selbständige Bischofswahlrechte verfügen (Basel, oder im Sinne des kooperativen Föderalismus den Kantonen
St. Gallen), hatten übrigens ebenfalls Kontakt mit dem Depar- bei der Auseinandersetzung um die Besetzung des Churer Bi-
tement aufgenommen, um auf diesem Weg bei der Nuntiatur schofsamtes zur Verfügung zu stellen?
auf ihre autonomen Rechte hinzuweisen. Auch dies wurde der 2. Wurden nach Ansicht des Bundes bei der Wahl von Bischof
Nuntiatur in geeigneter Form zur Kenntnis gebracht. Haas Rechte der Kantone verletzt? Wenn ja, welche Massnah-
3. Aufgrund der bestehenden Zuständigkeitsordnung in kirch- men wird der Bundesrat im Sinne von Artikel 5O Absatz°2 der
lichen Belangen ist es in erster Linie Sache der betroffenen Bundesverfassung (Eingriffe kirchlicher Behörden in die
Kantone zu entscheiden, ob und inwieweit ihre Rechte bei der Rechte der Bürger und des Staates) ergreifen?
Ernennung von Bischof Haas verletzt worden sind. Bekannt- 3. Ist der Bundesrat bereit, dem Nuntius mitzuteilen, dass in
lich macht der Kanton Schwyz gegenüber dem Heiligen Stuhl der Schweiz mit ihren demokratischen Traditionen - vor allem
geltend, dass durch die Ernennung von Bischof Haas unter auch im kirchlichen Bereich - das Vorgehen des Vatikans auf
Umgehung des ordentlichen Wahlverfahrens seine Wahlbetei- Unverständnis stösst und wenig geeignet ist, den religiösen
ligungsrechte in treuwidriger Weise unterlaufen worden sind; Frieden zu erhalten?
Rechte, welche der Heilige Stuhl in völkerrechtlich verbindli- 4. Ist der Bundesrat bereit, seinen Einfluss auf allen Ebenen
cher Form dem Kanton Schwyz anlässlich seines Beitritts zum geltend zu machen, um die Rechte der Kantone, der Kantonal-
Bistum Chur im Jahre 1824 zugesichert habe. Verschiedene kirchen und der Kirchgemeinden in diesem Falle zu schützen?
Gutachten (Gut, Nay, Cavelti) stützen diese Auffassung, wäh-
rend sie die Nuntiatur, sekundiert von einem Gegengutachten Texfe de l'interpellation du 22 juin 1990
(von Weber), dezidiert bestreitet. Angesichts der erwähnten La nomination de l'Evêque de Coire soulève la question de la
Zuständigkeitsordnung und der kontroversen Rechtslage auf- compétence et de la responsabilité de la Confédération. Il
erlegt sich der Bundesrat eine gewisse Zurückhaltung bei der semble que cette nomination ait lésé les droits de certains can-
Beurteilung dieses äusserst komplexen Rechtsstreites. Im- tons. La paix confessionnelle est manifestement perturbée.
merhin können nach seiner Ansicht die Schwyzer Argumente Les communes ecclésiastiques et les Eglises cantonales pro-
nicht leicht von der Hand gewiesen werden. testent avec raison contre l'aspect autoritaire de cette nomina-
4. Vertreter des EDA haben dem Nuntius wiederholt dargelegt, tion. A ce propos, je pose au Conseil fédéral les questions sui-
dass die in der Schweiz tief verwurzelten direkt-demokrati- vantes:
schen Prinzipien sich nicht nur auf die politischen Entschei- 1. Les relations des cantons avec le Vatican relèvent-elles de
dungsprozesse, sondern traditionell auch auf den kirchlichen l'article 10, alinéa 1, de la Constitution fédérale concernant les
Bereich auswirkten. Es ist daher begreiflich, dass die Vorge- rapports officiels avec les gouvernements étrangers? La Con-
hensweise des Heiligen Stuhls bei der Ernennung des Weihbi- fédération envisage-t-elle de faire usage de ses compétences
schofs und späteren Bischofs Haas bei weiten Teilen der Be- en matière de droit international public pour soutenir les can-
völkerung Unverständnis ausgelöst hat. tons, en vertu de ladite norme constitutionnelle ou dans un es-
5. Ganz allgemein ist der Bundesrat der Auffassung, dass die prit de fédéralisme coopératif, dans le différend qui les oppose
autonomen Wahlrechte der drei Bistmer Chur, Basel und au Vatican à propos de l'évêché de Coire?
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Seiler Rolf Bischofswahlen. Beeinträchtigung des religiösen Friedens
Interpellation Seiler Rolf Nominations épiscopales. Sauvegarde de la paix religieuse
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1990
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.525
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 05.10.1990 - 08:00
Date
Data
Seite 1928-1929
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Ref. No 20 019 079
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