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VPB 90-519 KI-generiert

Federal Council's Stance on Cantonal Equal Political Rights for Women

Geschäftsnummer VPB 90-519
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum

Legislator-Zusammenfassung

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This case concerns a motion proposing to amend the constitution to ensure equal political rights for women at the cantonal level, arguing that the current situation, particularly in certain cantons, is undemocratic and unacceptable. The Federal Council recommended that the motion be converted into a postulate, acknowledging the importance of the issue while suggesting a different procedural approach.

Legislator-Regeste

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Art. 74 Absatz, Art. 4 Absatz, Art. 1 WG, Art. 28 bei, Art. 74 Abs. 4 BV; Federal Council's Stance on Cantonal Equal Political Rights for Women: The Federal Council recommended that the motion be converted into a postulate, acknowledging the importance of the issue while suggesting a different procedural approach.

Schlagwörter

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Rechte der Frau politische Grundrechte Verfassung Wahlrechtsgleichheit politische Lage Verfahrensrechte

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 74 Absatz
du 24 septembre 1990 de l'article 74,4e alinéa est.
Art. 4 Absatz
türgeschäften und längen; Verjährungsfristen (Art. 46) einge-
Art. 1 WG
des Versicherungsnehme's (Art. 1 WG) analog zu den Haus-
Art. 28 bei
recht bei Eintritt einer wesentlichen Gefahrserhöhung (Art. 28
Art. 74 Abs. 4 BV
The provision is cited in the motion's text as the article to be amended to ensure full guarantee of voting and election rights for women and men in cantonal matters.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 74 Abs. 4 BV

The provision is cited in the motion's text as the article to be amended to ensure full guarantee of voting and election rights for women and men in cantonal matters.

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Volltext

14. Dezember 1990 2425 Motion der grünen Fraktion

#ST# 90.508 mehrere differenzierte Freiheitsgarantien enthalten und sich

nicht auf eine einzige Garantie sehr genereller Art beschrän-

ken.

Motion Portmann 2. Die in der Verfassung verankerten Grund- oder Freiheits-

Verfassungsrechtliche rechte sind primär auf die Abwehr übermässiger staatlicher

Freiheitsgarantie Eingriffe gerichtet. Sie begründen in der Regel keine gericht-

lich durchsetzbaren Ansprüche der Bürger auf positive Lei-

Norme constitutionnelle stungen des Staates, enthalten aber auch einen Auftrag an

sur la liberté den Staat, für ihre Verwirklichung in der ganzen Rechtsord-

nung zu sorgen. Sollte der Bund verfassungsrechtlich ver-

pflichtet werden, das geltende Recht fortlaufend zu vereinfa-

chen und wenn möglich aufzuheben, müsste dies nicht in der

Form einer Freiheitsgarantie für die Bürger, sondern als Auf-

Wortlaut der Motion vom 5. Juni 1990

trag an den Gesetzgeber vorgesehen werden. Einen solchen

Der Bundesrat wird eingeladen, eine Verfassungs-Bestim-

Auftrag erachten wir aber als weder notwendig noch sinnvoll.

mung vorzulegen, welche das Freiheitsempfinden von Volk

3. Ein in der Verfassung verankerter Auftrag ist nicht notwen-

und Ständen durch die Verankerung der Freiheitsgarantie in

dig, weil der Bund dem in der Motion zum Audruck gebrachten

unserem Grundgesetz festigt.

Anliegen auch ohne solchen Auftrag volle Beachtung schen-

Diese Garantie soll die Rechtsetzung des Bundes auch ver-

ken kann und dies auch tatsächlich tut. Dem Abbau der Rege-

pflichten, bestehendes Recht fortlaufend bürgernah zu verein-

lungsdichte wird nach dem Bericht des Bundesrates über die

fachen und - wo immer möglich - aufzuheben, damit ein er-

Richtlinien der Regierungspolitik 1987 bis 1991 in der laufen-

trägliches Gleichgewicht zwischen den rechtsgebundenen

den Legislaturperiode hohe Priorität eingeräumt. Daran wird

und den rechtsfreien Lebensbereichen gesichert wird.

sich auch in der nächsten Legislaturperiode voraussichtlich

Texfe de la motion du 5 juin 1990 nichts ändern. Neben den federführenden Aemtern bemühen

Le Conseil fédéral est invité à présenter un projet de norme sich vor allem die Bundeskanzlei und das Bundesamt für Ju-

constitutionnelle qui renforce le principe de liberté cher à notre stiz, denen aufgrund der ihnen obliegenden Aufgaben eine

peuple et à nos cantons par l'insertion, dans la constitution, besondere Verantwortung für die Qualität der Gesetzgebung

d'une disposition garantissant la liberté. zukommt, den Erlass unnötigen Rechts zu vermeiden, für die

Par cette garantie, le législateur fédéral doit également être Aufhebung obsoleter Bestimmungen zu sorgen und die einfa-

tenu de simplifier systématiquement la législation pour la ren- che und verständliche Gestaltung rechtlicher Vorschriften si-

dre plus accessible au citoyen, voire, dans la mesure du possi- cherzustellen. Es wäre zwar an sich möglich, ihre diesbezügli-

ble, d'abroger des prescriptions, afin de créer un équilibre ac: chen Aufgaben auf Gesetzes- oder Verordnungsstufe oder al-

ceptable entre la sphère de la vie qui est régie par des actes lé- lenfalls in verwaltungsinternen Vorschriften zu präzisieren. Wir

gislatifs et celle qui ne l'est pas. erachten jedoch eine solche Präzisierung angesichts der ge-

genwärtigen Praxis als nicht erforderlich.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun 4. Die Annahme der Motion erscheint uns auch nicht sinnvoll,

weil diese von einer Antinomie zwischen Recht und Freiheit

Schriftliche Begründung - Développement par écrit ausgeht. Rechtsfreiheit bedeutet aber nicht unbedingt Frei-

Das Freiheitsbewusstsein leidet im Rechtsstaat unter dem heit, und Rechtsgebundenheit ist nicht unbedingt mit staatli-

ständigen Erlass von Recht. chem Zwang gleichzusetzen. Gerade die Entwicklung der

Wir sperren laufend mehr Lebensbereiche, die in Unordnung Grundrechte sowie z. B. die Gesetzgebung im Bereich des

geraten sind, in den «Rechtskäfig» ein, ohne dass wir gleich- Umweltschutzes und der Sozialversicherung machen den Bei-

zeitig versuchen, andere Lebensgebiete, die mit Hilfe des trag des Rechts zur Sicherung der Freiheit, der Gesundheit

Rechts in Ordnung gebracht werden konnten, wieder aus dem und der Wohlfahrt der Bürger deutlich.

«Gesetzeskäfig» zu entlassen. So beschränkt sich unser

Rechtsstaat vorwiegend auf den Erlass von Recht und ver- Schriftliche Erklärung des Bundesrates

nachlässigt die ebenso wichtige Sparte der Straffung und -wo Déclaration écrite du Conseil fédéral

möglich - der Aufhebung von Recht. Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.

Dadurch empfinden Volk und Stände, der schweizerische

Rechtsstaat ziele aus Eigendynamik oder auf internationalen Abgelehnt - Rejeté

Anpassungdruck darauf ab, möglichst viele Lebensbereiche

zur Regelungsdomäne des Bundes zu erklären und zu ver-

rechtlichen. Dem drohenden Verlust des Freiheitsbewusst-

seins im Rechtsstaat ist so entgegenzuwirken, dass der Bund

in einer Verfassungsnorm verpflichtet wird, mit dem Instru- 90.519

#ST#

mentarium des Rechts auch dafür zu sorgen, dass ständig ein

erträgliches Gleichgewicht zwischen den rechtsgebundenen Motion der grünen Fraktion

und den rechtsfreien Lebensbereichen herrscht. Frauenstimmrecht. Aenderung

von Artikel 74 Absatz 4 BV

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

vom 24. September 1990 Motion du groupe écologiste

Rapport écrit du Conseil fédéral Suffrage féminin. Révision

du 24 septembre 1990 de l'article 74,4e alinéa est.

1. Gemäss Artikel 3 des Bundesbeschlusses vom 3. Juni 1987

über die Totalrevision der Bundesverfassung wird der Bundes-

rat der Bundesversammlung einen Entwurf zu einer neuen

Bundesverfassung unterbreiten, in dem das geltende ge-

schriebene und ungeschriebene Verfassungsrecht nachge- Wortlaut der Motion vom 5. Juni 1990

führt wird (BB1198711963). Der Entwurf wird somit neben den Der Bundesrat wird eingeladen, dem Parlament unverzüglich

bereits jetzt in der Verfassung verankerten Freiheitsrechten eine Ergänzung von Artikel 74 Absatz 4 BVzu unterbreiten, mit

auch jene Grundrechte enthalten, die von der Rechtspre- der das Stimm- und Wahlrecht von Frauen und Männern auch

chung entwickelt worden sind und unbestrittene Teile unseres in kantonalen Angelegenheiten in gleicher Weise vollumfäng-

Verfassungsrechts bilden. Dazu gehört z. B. der Schutz der lich gewährleistet wird. Dabei ist auch vorzusehen, dass wider-

Persönlichkeit (s. dazu den Bericht über die Totalrevision der sprechendes kantonales Recht sofort nach Annahme der revi-

Bundesverfassung, BBI 1985 III 1). Der Entwurf wird somit dierten Verfassungsbestimmungen ausser Kraft tritt.

Motion David 2426 N 14 décembre 1990

Texte de la motion du 5 juin 1990 Texte de la motion du 8 juin 1990

Le Conseil fédéral est chargé de présenter au Parlement, dans Le Conseil fédéral est changé de reviser l'article 4 de la Consti-

les meilleurs délais, une modification de l'article 74,4e alinéa, tution fédérale et de le compléter par un nouvel alinéa 3 libellé

de la Constitution fédérale, afin que femmes et hommes puis- comme suit:

sent exercer les mêmes droits politiques au niveau cantonal «Les citoyens et citoyennes suisses ont les mêmes droits et

également. Il prévoira en outre l'abrogation du droit cantonal obligations politiques.»

non conforme à ce principe dès que les nouvelles dispositions

constitutionnelles auront été acceptées. Mitunterzeichnerin - Cosignataire: Antille (1 )

Sprecherin - Porte-parole: Leutenegger Oberholzer Schriftliche Begründung-Développement par écrit

Die Urheberin verzichtet a jf eine Begründung und wünscht

Schriftliche Begründung-Développement par écrit eine schriftliche Antwort.

Das Stimm- und Wahlrecht gehört zu den elementarsten Men-

schenrechten. Seit Jahren aber verweigert die männliche Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

stimmberechtigte Bevölkerung des Kantons Appenzell Inner- vom 1. Oktober 1990

rhoden den Frauen die politische Mündigkeit. Im April 1990 (Siehe Motion der christlichdemokratischen Fraktion 90.506

hat es der Kanton zum dritten Mal verpasst, das Frauenstimm- hiervor)

recht aus eigenem Antrieb einzuführen. Der Bund hatte sich Rapport écrit du Conseil fédéral

mit Rücksicht auf föderalistische Gründe bislang geweigert, du 1er octobre 1990

das Frauenstimmrecht integral auch in den Kantonen zwangs- (Voir motion du groupe démocrate-chrétien 90.506 ci-devant)

weise einzuführen - mit der Absicht, den Kantonen die

Chance zu geben, diese undemokratische Situation selbst zu Schriftliche Erklärung des ßundesrates

beseitigen. Im Gegensatz zum Kanton Appenzell Ausserrho- Déclaration écrite du Conseil fédéral

den hat dies der Kanton Appenzell Innerrhoden erneut nicht Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan-

geschafft. deln.

Diese krasse Missachtung elementarer Rechte ist weder für

die Frauen noch für die Eidgenossenschaft länger tragbar. Die Ueberwiesen als Postulat-- Transmis comme postulat

Gewährleistung der Gleichberechtigung von Frau und Mann

und damit von Artikel 4 Absatz 2 BV muss auch beim kantona-

len Stimm- und Wahlrecht endlich in allen Schweizer Kanto-

nen gewährleistet sein. In diesem Sinne ist der Vorbehalt des

kantonalen Rechts bei Wahlen und Abstimmungen in Arti- #ST# 90.732

kel 74 Absatz 4 BV in dem Sinne zu ergänzen, dass das Frau-

enstimmrecht unverzüglich in allen Schweizer Kantonen ge- Motion David

währleistet werden muss. Total revision

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

des Versicherungsvertragsgesetzes

vom 1. Oktober 1990 Contrat d'assurance.

(Siehe Motion der christlichdemokratischen Fraktion 90.506 Révision totale de la loi

hiervor)

Rapport écrit du Conseil fédéral

du 1er octobre 1990

(Voir motion du groupe démocrate-chrétien 90.506 ci-devant)

Wortlaut der Motion vom 2(>. September 1990

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Der Bundesrat wird beauflagt, dem Parlament einen Entwurf

Déclaration écrite du Conseil fédéral einer Totalrevision des Bundesgesetzes über den Versiche-

Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- rungsvertrag (WG) vom 2. April 1908 vorzulegen. Das revi-

deln. dierte Gesetz soll:

- berechtigte Anliegen des Konsumentenschutzes (Art. 31se-

Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat xies BV) zugunsten der Versicherten verwirklichen,

-einen gerechteren une ausgewogeneren Interessenaus-

gleich zwischen Versicherten und Versicherern herbeiführen

sowie

- den Entwicklungen im europäischen Raum Rechnung tra-

gen.

Insbesondere sollen mit der Totalrevision ein Widerrufsrecht

des Versicherungsnehme's (Art. 1 WG) analog zu den Haus-

türgeschäften und längen; Verjährungsfristen (Art. 46) einge-

#ST# 90.544 führt werden. Auch sollen die vorvertragliche Anzeigepflicht

Dritter (Art. 5 Abs. 2) die Rechtsfolgen der Anzeigepflichtver-

Motion Nabholz letzung (Art. 6), die Suspension der Versicherung bei Verzug

Gleichberechtigung der Geschlechter des Versicherungsnehmers (Art. 20 Abs. 3), das Rücktritts-

recht bei Eintritt einer wesentlichen Gefahrserhöhung (Art. 28

bei Abstimmungen und Wahlen Abs. 1;Art. 30Abs. 1),dasausserordentlicheAuflösungsrecht

Egalité politique des sexes bei Teilschaden (Art. 42) und das «Alles oder Nichts»-Prinzip

(vgl. z. B. Art. 6ff., 28ff.) im Sinne eines besseren Schutzes des

Versicherungsnehmers neu geregelt werden. Notwendig ist

zudem eine Ueberprüfung der Einteilung in Schadens - und

Personenversicherungsresht sowie der Bedeutung der Allge-

Wortlaut der Motion vom 8. Juni 1990 meinen Versicherungsbecingungen.

Der Bundesrat wird beauftragt, Artikel 4 der Bundesverfas-

sung zu revidieren und durch einen neuen Absatz 3 wie folgt Texfe de la motion du 26 septembre 1990

zu ergänzen: Le Conseil fédéral est chargé de présenter au Parlement un

«Schweizerinnen und Schweizer haben die gleichen politi- projet de révision totale de la loi du 2 avril 1908 sur le contrat

schen Rechte und Pflichten.» d'assurance. Révisée, cette loi devra:

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion der grünen Fraktion Frauenstimmrecht. Aenderung von Artikel 74 Absatz 4 BV

Motion du groupe écologiste Suffrage féminin. Révision de l'article 74,4e alinéa cst.

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1990

Année

Anno

Band V

Volume

Volume

Session Wintersession

Session Session d'hiver

Sessione Sessione invernale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 15

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 90.519

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 14.12.1990 - 08:00

Date

Data

Seite 2425-2426

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Ref. No 20 019 331

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