Federal Council's Stance on Cantonal Equal Political Rights for Women
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis case concerns a motion proposing to amend the constitution to ensure equal political rights for women at the cantonal level, arguing that the current situation, particularly in certain cantons, is undemocratic and unacceptable. The Federal Council recommended that the motion be converted into a postulate, acknowledging the importance of the issue while suggesting a different procedural approach.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 74 Absatz, Art. 4 Absatz, Art. 1 WG, Art. 28 bei, Art. 74 Abs. 4 BV; Federal Council's Stance on Cantonal Equal Political Rights for Women: The Federal Council recommended that the motion be converted into a postulate, acknowledging the importance of the issue while suggesting a different procedural approach.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThe provision is cited in the motion's text as the article to be amended to ensure full guarantee of voting and election rights for women and men in cantonal matters.
Volltext
14. Dezember 1990 2425 Motion der grünen Fraktion
#ST# 90.508 mehrere differenzierte Freiheitsgarantien enthalten und sich
nicht auf eine einzige Garantie sehr genereller Art beschrän-
ken.
Motion Portmann 2. Die in der Verfassung verankerten Grund- oder Freiheits-
Verfassungsrechtliche rechte sind primär auf die Abwehr übermässiger staatlicher
Freiheitsgarantie Eingriffe gerichtet. Sie begründen in der Regel keine gericht-
lich durchsetzbaren Ansprüche der Bürger auf positive Lei-
Norme constitutionnelle stungen des Staates, enthalten aber auch einen Auftrag an
sur la liberté den Staat, für ihre Verwirklichung in der ganzen Rechtsord-
nung zu sorgen. Sollte der Bund verfassungsrechtlich ver-
pflichtet werden, das geltende Recht fortlaufend zu vereinfa-
chen und wenn möglich aufzuheben, müsste dies nicht in der
Form einer Freiheitsgarantie für die Bürger, sondern als Auf-
Wortlaut der Motion vom 5. Juni 1990
trag an den Gesetzgeber vorgesehen werden. Einen solchen
Der Bundesrat wird eingeladen, eine Verfassungs-Bestim-
Auftrag erachten wir aber als weder notwendig noch sinnvoll.
mung vorzulegen, welche das Freiheitsempfinden von Volk
3. Ein in der Verfassung verankerter Auftrag ist nicht notwen-
und Ständen durch die Verankerung der Freiheitsgarantie in
dig, weil der Bund dem in der Motion zum Audruck gebrachten
unserem Grundgesetz festigt.
Anliegen auch ohne solchen Auftrag volle Beachtung schen-
Diese Garantie soll die Rechtsetzung des Bundes auch ver-
ken kann und dies auch tatsächlich tut. Dem Abbau der Rege-
pflichten, bestehendes Recht fortlaufend bürgernah zu verein-
lungsdichte wird nach dem Bericht des Bundesrates über die
fachen und - wo immer möglich - aufzuheben, damit ein er-
Richtlinien der Regierungspolitik 1987 bis 1991 in der laufen-
trägliches Gleichgewicht zwischen den rechtsgebundenen
den Legislaturperiode hohe Priorität eingeräumt. Daran wird
und den rechtsfreien Lebensbereichen gesichert wird.
sich auch in der nächsten Legislaturperiode voraussichtlich
Texfe de la motion du 5 juin 1990 nichts ändern. Neben den federführenden Aemtern bemühen
Le Conseil fédéral est invité à présenter un projet de norme sich vor allem die Bundeskanzlei und das Bundesamt für Ju-
constitutionnelle qui renforce le principe de liberté cher à notre stiz, denen aufgrund der ihnen obliegenden Aufgaben eine
peuple et à nos cantons par l'insertion, dans la constitution, besondere Verantwortung für die Qualität der Gesetzgebung
d'une disposition garantissant la liberté. zukommt, den Erlass unnötigen Rechts zu vermeiden, für die
Par cette garantie, le législateur fédéral doit également être Aufhebung obsoleter Bestimmungen zu sorgen und die einfa-
tenu de simplifier systématiquement la législation pour la ren- che und verständliche Gestaltung rechtlicher Vorschriften si-
dre plus accessible au citoyen, voire, dans la mesure du possi- cherzustellen. Es wäre zwar an sich möglich, ihre diesbezügli-
ble, d'abroger des prescriptions, afin de créer un équilibre ac: chen Aufgaben auf Gesetzes- oder Verordnungsstufe oder al-
ceptable entre la sphère de la vie qui est régie par des actes lé- lenfalls in verwaltungsinternen Vorschriften zu präzisieren. Wir
gislatifs et celle qui ne l'est pas. erachten jedoch eine solche Präzisierung angesichts der ge-
genwärtigen Praxis als nicht erforderlich.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun 4. Die Annahme der Motion erscheint uns auch nicht sinnvoll,
weil diese von einer Antinomie zwischen Recht und Freiheit
Schriftliche Begründung - Développement par écrit ausgeht. Rechtsfreiheit bedeutet aber nicht unbedingt Frei-
Das Freiheitsbewusstsein leidet im Rechtsstaat unter dem heit, und Rechtsgebundenheit ist nicht unbedingt mit staatli-
ständigen Erlass von Recht. chem Zwang gleichzusetzen. Gerade die Entwicklung der
Wir sperren laufend mehr Lebensbereiche, die in Unordnung Grundrechte sowie z. B. die Gesetzgebung im Bereich des
geraten sind, in den «Rechtskäfig» ein, ohne dass wir gleich- Umweltschutzes und der Sozialversicherung machen den Bei-
zeitig versuchen, andere Lebensgebiete, die mit Hilfe des trag des Rechts zur Sicherung der Freiheit, der Gesundheit
Rechts in Ordnung gebracht werden konnten, wieder aus dem und der Wohlfahrt der Bürger deutlich.
«Gesetzeskäfig» zu entlassen. So beschränkt sich unser
Rechtsstaat vorwiegend auf den Erlass von Recht und ver- Schriftliche Erklärung des Bundesrates
nachlässigt die ebenso wichtige Sparte der Straffung und -wo Déclaration écrite du Conseil fédéral
möglich - der Aufhebung von Recht. Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.
Dadurch empfinden Volk und Stände, der schweizerische
Rechtsstaat ziele aus Eigendynamik oder auf internationalen Abgelehnt - Rejeté
Anpassungdruck darauf ab, möglichst viele Lebensbereiche
zur Regelungsdomäne des Bundes zu erklären und zu ver-
rechtlichen. Dem drohenden Verlust des Freiheitsbewusst-
seins im Rechtsstaat ist so entgegenzuwirken, dass der Bund
in einer Verfassungsnorm verpflichtet wird, mit dem Instru- 90.519
#ST#
mentarium des Rechts auch dafür zu sorgen, dass ständig ein
erträgliches Gleichgewicht zwischen den rechtsgebundenen Motion der grünen Fraktion
und den rechtsfreien Lebensbereichen herrscht. Frauenstimmrecht. Aenderung
von Artikel 74 Absatz 4 BV
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 24. September 1990 Motion du groupe écologiste
Rapport écrit du Conseil fédéral Suffrage féminin. Révision
du 24 septembre 1990 de l'article 74,4e alinéa est.
1. Gemäss Artikel 3 des Bundesbeschlusses vom 3. Juni 1987
über die Totalrevision der Bundesverfassung wird der Bundes-
rat der Bundesversammlung einen Entwurf zu einer neuen
Bundesverfassung unterbreiten, in dem das geltende ge-
schriebene und ungeschriebene Verfassungsrecht nachge- Wortlaut der Motion vom 5. Juni 1990
führt wird (BB1198711963). Der Entwurf wird somit neben den Der Bundesrat wird eingeladen, dem Parlament unverzüglich
bereits jetzt in der Verfassung verankerten Freiheitsrechten eine Ergänzung von Artikel 74 Absatz 4 BVzu unterbreiten, mit
auch jene Grundrechte enthalten, die von der Rechtspre- der das Stimm- und Wahlrecht von Frauen und Männern auch
chung entwickelt worden sind und unbestrittene Teile unseres in kantonalen Angelegenheiten in gleicher Weise vollumfäng-
Verfassungsrechts bilden. Dazu gehört z. B. der Schutz der lich gewährleistet wird. Dabei ist auch vorzusehen, dass wider-
Persönlichkeit (s. dazu den Bericht über die Totalrevision der sprechendes kantonales Recht sofort nach Annahme der revi-
Bundesverfassung, BBI 1985 III 1). Der Entwurf wird somit dierten Verfassungsbestimmungen ausser Kraft tritt.
Motion David 2426 N 14 décembre 1990
Texte de la motion du 5 juin 1990 Texte de la motion du 8 juin 1990
Le Conseil fédéral est chargé de présenter au Parlement, dans Le Conseil fédéral est changé de reviser l'article 4 de la Consti-
les meilleurs délais, une modification de l'article 74,4e alinéa, tution fédérale et de le compléter par un nouvel alinéa 3 libellé
de la Constitution fédérale, afin que femmes et hommes puis- comme suit:
sent exercer les mêmes droits politiques au niveau cantonal «Les citoyens et citoyennes suisses ont les mêmes droits et
également. Il prévoira en outre l'abrogation du droit cantonal obligations politiques.»
non conforme à ce principe dès que les nouvelles dispositions
constitutionnelles auront été acceptées. Mitunterzeichnerin - Cosignataire: Antille (1 )
Sprecherin - Porte-parole: Leutenegger Oberholzer Schriftliche Begründung-Développement par écrit
Die Urheberin verzichtet a jf eine Begründung und wünscht
Schriftliche Begründung-Développement par écrit eine schriftliche Antwort.
Das Stimm- und Wahlrecht gehört zu den elementarsten Men-
schenrechten. Seit Jahren aber verweigert die männliche Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
stimmberechtigte Bevölkerung des Kantons Appenzell Inner- vom 1. Oktober 1990
rhoden den Frauen die politische Mündigkeit. Im April 1990 (Siehe Motion der christlichdemokratischen Fraktion 90.506
hat es der Kanton zum dritten Mal verpasst, das Frauenstimm- hiervor)
recht aus eigenem Antrieb einzuführen. Der Bund hatte sich Rapport écrit du Conseil fédéral
mit Rücksicht auf föderalistische Gründe bislang geweigert, du 1er octobre 1990
das Frauenstimmrecht integral auch in den Kantonen zwangs- (Voir motion du groupe démocrate-chrétien 90.506 ci-devant)
weise einzuführen - mit der Absicht, den Kantonen die
Chance zu geben, diese undemokratische Situation selbst zu Schriftliche Erklärung des ßundesrates
beseitigen. Im Gegensatz zum Kanton Appenzell Ausserrho- Déclaration écrite du Conseil fédéral
den hat dies der Kanton Appenzell Innerrhoden erneut nicht Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan-
geschafft. deln.
Diese krasse Missachtung elementarer Rechte ist weder für
die Frauen noch für die Eidgenossenschaft länger tragbar. Die Ueberwiesen als Postulat-- Transmis comme postulat
Gewährleistung der Gleichberechtigung von Frau und Mann
und damit von Artikel 4 Absatz 2 BV muss auch beim kantona-
len Stimm- und Wahlrecht endlich in allen Schweizer Kanto-
nen gewährleistet sein. In diesem Sinne ist der Vorbehalt des
kantonalen Rechts bei Wahlen und Abstimmungen in Arti- #ST# 90.732
kel 74 Absatz 4 BV in dem Sinne zu ergänzen, dass das Frau-
enstimmrecht unverzüglich in allen Schweizer Kantonen ge- Motion David
währleistet werden muss. Total revision
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
des Versicherungsvertragsgesetzes
vom 1. Oktober 1990 Contrat d'assurance.
(Siehe Motion der christlichdemokratischen Fraktion 90.506 Révision totale de la loi
hiervor)
Rapport écrit du Conseil fédéral
du 1er octobre 1990
(Voir motion du groupe démocrate-chrétien 90.506 ci-devant)
Wortlaut der Motion vom 2(>. September 1990
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Der Bundesrat wird beauflagt, dem Parlament einen Entwurf
Déclaration écrite du Conseil fédéral einer Totalrevision des Bundesgesetzes über den Versiche-
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- rungsvertrag (WG) vom 2. April 1908 vorzulegen. Das revi-
deln. dierte Gesetz soll:
- berechtigte Anliegen des Konsumentenschutzes (Art. 31se-
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat xies BV) zugunsten der Versicherten verwirklichen,
-einen gerechteren une ausgewogeneren Interessenaus-
gleich zwischen Versicherten und Versicherern herbeiführen
sowie
- den Entwicklungen im europäischen Raum Rechnung tra-
gen.
Insbesondere sollen mit der Totalrevision ein Widerrufsrecht
des Versicherungsnehme's (Art. 1 WG) analog zu den Haus-
türgeschäften und längen; Verjährungsfristen (Art. 46) einge-
#ST# 90.544 führt werden. Auch sollen die vorvertragliche Anzeigepflicht
Dritter (Art. 5 Abs. 2) die Rechtsfolgen der Anzeigepflichtver-
Motion Nabholz letzung (Art. 6), die Suspension der Versicherung bei Verzug
Gleichberechtigung der Geschlechter des Versicherungsnehmers (Art. 20 Abs. 3), das Rücktritts-
recht bei Eintritt einer wesentlichen Gefahrserhöhung (Art. 28
bei Abstimmungen und Wahlen Abs. 1;Art. 30Abs. 1),dasausserordentlicheAuflösungsrecht
Egalité politique des sexes bei Teilschaden (Art. 42) und das «Alles oder Nichts»-Prinzip
(vgl. z. B. Art. 6ff., 28ff.) im Sinne eines besseren Schutzes des
Versicherungsnehmers neu geregelt werden. Notwendig ist
zudem eine Ueberprüfung der Einteilung in Schadens - und
Personenversicherungsresht sowie der Bedeutung der Allge-
Wortlaut der Motion vom 8. Juni 1990 meinen Versicherungsbecingungen.
Der Bundesrat wird beauftragt, Artikel 4 der Bundesverfas-
sung zu revidieren und durch einen neuen Absatz 3 wie folgt Texfe de la motion du 26 septembre 1990
zu ergänzen: Le Conseil fédéral est chargé de présenter au Parlement un
«Schweizerinnen und Schweizer haben die gleichen politi- projet de révision totale de la loi du 2 avril 1908 sur le contrat
schen Rechte und Pflichten.» d'assurance. Révisée, cette loi devra:
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion der grünen Fraktion Frauenstimmrecht. Aenderung von Artikel 74 Absatz 4 BV
Motion du groupe écologiste Suffrage féminin. Révision de l'article 74,4e alinéa cst.
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1990
Année
Anno
Band V
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.519
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 14.12.1990 - 08:00
Date
Data
Seite 2425-2426
Page
Pagina
Ref. No 20 019 331
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