Federal Council's Drug Law Revision Rejected by Council of States
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Federal Council proposed a revision of the drug laws to address drug consumption, addiction, drug trafficking, and international cooperation. However, the Council of States, after consulting experts, determined that a comprehensive revision of the law was not immediately necessary, as existing legislation could accommodate many of the proposed measures. The Council of States' motion was ultimately accepted, but with the understanding that legislative changes would only be pursued where current laws were insufficient, particularly concerning international cooperation.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 90.411; Federal Council's Drug Law Revision Rejected by Council of States: However, the Council of States, after consulting experts, determined that a comprehensive revision of the law was not immediately necessary, as existing legislation could accommodate many of the proposed measures. The Council of States' motion was ultimately accepted, but with the understanding that legislative changes would only be pursued where current laws were insufficient, particularly concerning international cooperation.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
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KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis provision refers to the motion by the Council of States concerning coordinated drug policy, which is the subject of the decision.
Volltext
2. Oktober 1991 1799 Motion des Ständerates. Koordinierte Drogenpolitik
Titel und Ingress, Ziff. l, II Frau Spoerry unterbreitet im Namen der Kommission den fol-
Antrag der Kommission genden schriftlichen Bericht:
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Am 13. März 1990 reichten Ständerat Bühler und Nationalrat
Titre et préambule, eh. l, II Zwingli gleichlautende Motionen ein, in denen sie eine Revi-
Proposition de la commission sion des Betäubungsmittelgesetzes verlangten. In seiner Stel-
Adhérer au projet du Conseil fédéral lungnahme beantragte der Bundesrat, die Motion Bühler in
ein Postulat umzuwandeln, da eine Gesetzesrevision nicht
Angenommen -Adopté zwingend sei, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Die Mo-
tion wurde am 2. Oktober 1990 mit 16 zu 1 Stimmen vom Stän-
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble derat angenommen.
Für Annahme des Entwurfes 101 Stimmen Am 24. Juni hörte die Kommission mehrere Fachleute aus ver-
(Einstimmigkeit) schiedenen Regionen und verschiedener Richtung sowie
zwei ehemalige Drogenabhängige zu Drogenproblemen an.
Die Fachleute unterstrichen nachdrücklich, dass es eine ein-
An den Ständerat-Au Conseil des Etats zige gute Lösung für die Bewältigung der Probleme nicht
gebe. Die Anhörung zeigte, dass die schweizerische Drogen-
politik über keine klare Konzeption verfügt und Widersprüche
aufweist. Darüber hinaus existiert zwischen Bund und Kanto-
nen und zwischen den Kantonen selbst keine Koordination.
#ST# 90.411 Des weiteren waren sich alle Experten einig, dass bestimmte
Massnahmen ohne internationale Koordination nur schwer er-
Motion des Ständerates griffen werden können.
(Bühler) Aus den Beratungen in der Sitzung vom 21. August 1991 er-
Koordinierte Drogenpolitik gab sich klar, dass künftig auf Bundesebene eine zusammen-
hängende Drogenpolitik formuliert werden muss. Es ist not-
Motion du Conseil des Etats wendig, eine Konzeption auszuarbeiten und Zielefestzulegen.
(Bühler) Es muss angestrebt werden, die bestehenden Widersprüche
Politique coordonnée de la drogue zu beseitigen und milden Kantonen zusammenzuarbeiten.
Die Kommission hat bereits am 22. November 1989 in Zusam-
menhang mit der parlamentarischen Initiative Rechsteiner
(87.232) eine Motion angenommen, die den Bundesrat beauf-
tragt, dem Parlament so schnell wie möglich eine Revision des
Wortlaut der Motion vom 2. Oktober 1990 Betäubungsmittelgesetzes im Bereich der Drogenbekämp-
Der Bundesrat wird beauftragt, den eidgenössischen Ftäten fung zu unterbreiten. Der Nationalrat hat die Motion am
eine Revision des Betäubungsmittelgesetzes und allenfalls 26. September 1990 überwiesen; die Kommission des Stän-
weiterer gesetzlicher Bestimmungen mit den folgenden Ziel- derates hat den gleichen Antrag am 16. August 1991 gestellt.
setzungen vorzuschlagen: Die Nationalratskommission hatte mit ihrer eigenen Motion
1. in Zusammenarbeit mit den Kantonen den Einstieg in Dro- keinen bestimmten Weg in der Drogenpolitik vorgeschlagen,
genkonsum und Drogenabhängigkeit durch umfassende pro- sondern den Entscheid über die zu wählende Stossrichtung
phylaktische Massnahmen, insbesondere durch entspre- bewusst dem Bundesrat überlassen, wobei dieser die Ergeb-
chende Hilfe an Eltern, Lehrer, Ausbildner und an die Jugend- nisse der Vernehmlassung zum Drogenbericht berücksichti-
lichen selbst sowie durch Reduktion des Drogenangebots, zu gen soll. Daraus ergab sich die Frage, wie die Motion Bühler
vermindern; zu interpretieren sei, da sie in ihrem Punkt 2 gewisse Optionen
2. die Betreuung von Drogenabhängigen mit dem längerfristi- vorwegzunehmen scheint. Wenn sie in einem weiten Sinne in-
gen Ziel der Drogenabstinenz und Wiedereingliederung in Ge- terpretiert wird, dürfte sie die laufenden Bemühungen im Be-
sellschaft und Arbeitswelt zu verstärken; ,reich der Prévention und der Forschung, einschliesslich die
3. den Kampf gegen alle Formen des Drogenhandels wirksam kontrollierte Drogenabgabe während einer Versuchsphase,
zu intensivieren; nicht gefährden. Die Kommission erachtet diese weite Inter-
4. die internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung von pretation als notwendig.
Produktion und Handel mit Drogen auszubauen. Ein wichtiger Punkt der Motion ist für die Kommission auch die
Ausserdem sollen verschiedene in der politischen und öffentli- Notwendigkeit einer Klarstellung der im Zusammenhang mit
chen Diskussion um die Drogenpolitik häufig verwendete Be- Drogenfragen verwendeten Begriffe. Die Auseinandersetzung
griffe klar definiert werden. mit der Drogenproblematik zeigt, dass unterschiedliche Inter-
pretationen vorkommen, was die politischen Entscheide er-
Texfe de la motion du 2 octobre 1990 schwert.
Le Conseil fédéral est chargé de présenter aux Chambres une
révision de la loi fédérale sur les stupéfiants et éventuellement Mme Spoerry présente au nom de la commission le rapport
des autres dispositions légales en la matière afin d'atteindre écrit suivant:
les objectifs suivants:
1. limiter, en collaboration avec les cantons, la consommation Le 13 mars 1990, M. Bühler, conseiller aux Etats, et M. Zwingli,
de la drogue et la dépendance par des mesures prophylacti- conseiller national, ont déposé une motion identique deman-
ques générales, en particulier par une aide appropriée aux pa- dant la révision de la loi fédérale sur les stupéfiants. Dans sa
rents, aux enseignants, aux éducateurs et aux jeunes eux- réponse, le Conseil fédéral a proposé de transformer la motion
mêmes, ainsi que par la réduction de l'offre de drogue; Bühler en postulat car une réforme de la législation n'est pas
2. prendre soin des personnes dépendantes en vue de les indispensable pour atteindre les buts visés. Cette motion a été
faire parvenir à long terme à une abstinence totale et clé les acceptée par 16 voix contre 1 au Conseil des Etats le 2 octobre
réintégrer dans la société et dans le monde du travail; 1991.
3. intensifier la lutte contre toutes les formes de commerce de Lors d'une audition le 24 juin 1991, la commission avait déjà
drogue; entendu plusieurs experts de différentes régions et de différen-
4. développer la collaboration internationale en vue de lutter tes tendances ainsi que deux anciens toxicomanes sur les pro-
contre la production et le commerce de la drogue. blèmes de la drogue.
De plus, il y a lieu de définir clairement certaines notions sou- Les experts ont expressément souligné qu'il n'existe pas une
vent évoquées dans les discussions politiques et publiques bonne et unique solution assurant la résolution du problème.
portant sur la lutte contre la drogue. L'audition a montré que la politique de la drogue en Suisse n'a
Motion du Conseil des Etats. Politique de la drogue 1800 N 2 octobre 1991
pas de concept précis et qu'elle présente des contradictions. die Adresse der Präsidentin der Kommission und an die Kom-
D'autre part, il n'y a pas de coordination entre la Confédération mission selbst -, dass der Wille zum Handeln sowohl bei den
et les cantons ainsi qu'entre les cantons eux-mêmes. Les ex- Kantonen wie beim Bund tatsächlich die Oberhand über jede
perts étaient tous d'accord pour dire qu'il sera difficile de pren- ideologische Begutachtung dieser Problematik gewinnt. Der
dre certaines mesures sans coordination internationale. Präsident der Drogenkommission war ebenfalls anwesend.
Il est clairement ressorti des débats de la séance de commis- Die alten bestehenden oder vermeintlichen Gräben zwischen
sion du 21 août 1991 qu'il faut dorénavant définir, au niveau de den Landesteilen scheinen sich gegenüber diesem Willen
la Confédération, une politique cohérente. Il est nécessaire zum Handeln zu schliessen. Ich konnte feststellen, dass die
d'établir un concept et de se fixer des buts. Il faut essayer d'éli- neue Drogenpolitik, der neue Einsatz des Bundes, von den
miner les contradictions existantes et travailler en collabora- Kantonen getragen wird. Dieser Einsatz wurde schon im Früh-
tion avec les cantons. jahr mitgeteilt. Wir arbeiten zurzeit an der Entwicklung der ver-
La commission a déjà accepté le 22 novembre 1989 une mo- schiedenen Zielvorgaben.
tion en rapport avec l'initiative parlementaire Rechsteiner Wenn ich den Inhalt der Motion lese, kann ich feststellen, dass
(87.232) qui charge le Conseil fédéral de soumettre au Parle- Bundesrat und Kantone im Sinne der hier erwähnten Zusam-
ment aussi vite que possible une révision de la loi fédérale sur menarbeit alle in dieser Motion enthaltenen Elemente zurzeit
les stupéfiants dans le domaine de la lutte contre la drogue. Le bearbeiten. Kein einziges Element ist im gestern besproche-
Conseil national l'a transmise le 26 septembre 1990 et la com- nen Programm nicht enthalten. Ich muss nur hinzufügen, dass
mission du Conseil des Etats a fait la même proposition le sich alle diese Elemente durchaus ohne Revision des Geset-
16 août 1991. •zes rechtfertigen lassen und realisiert werden können, bis auf
Dans sa propre motion, la commission du Conseil national Punkt 4, die internationale Zusammenarbeit. Das ist der
n'avait pas proposé un chemin à suivre pour la politique de la Grund, weshalb der Bundesrat eine Gesetzesrevision in Rich-
drogue mais avait sciemment laissé au Conseil fédéral le choix tung Unterzeichnung einzelner internationaler Konventionen
de la direction, laquelle doit prendre en considération les ré- bringen wird, von denen die Schweiz als einziges europäi-
sultats de la procédure de consultation touchant aux problè- sches Land allzulange fernblieb.
mes de la drogue. Par la suite, elle s'est demandée comment il Ich erkläre, dass ich die Motion mit dem Hinweis annehme,
fallait interpréter la motion (Bühler) du Conseil des Etats dass nur dort eine Gesetzesänderung und eine rechtliche
puisqu'elle donne, au point 2, une certaine option à la politi- Grundlage geschaffen werden muss, wo die heutige ungenü-
que de la drogue. Si elle est interprétée de manière large, elle gend ist. Ich erwähne die gestern lange diskutierten wissen-
ne mettra pas en péril les efforts qui sont en cours, soit les pro- schaftlichen Versuche, die sicher auch in irgendeiner Form in
jets dans le domaine de la prévention et de la recherche, y dieser Motion subsumiert sind. Zu diesen Versuchen brau-
compris la distribution de drogue sous contrôle durant une chen wir überhaupt keine Gesetzesänderung; wir können sie
phase d'essai. La commission estime qu'une interprétation realisieren und sind daran, es zu tun, auch ohne Gesetzesrevi-
large est nécessaire. sion.
Pour la commission, un point important de la motion est aussi In diesem Sinne kann ich die Motion annehmen.
la nécessité de clarifier les concepts utilisés dans le domaine
de la politique de la drogue. L'analyse des problèmes de la Frau Spoerry, Berichterstatterin: Ich danke Herrn Bundesprä-
drogue montre qu'il existe différentes interprétations. Il est sident Cotti für seine Ausführungen. Wir nehmen mit Genugtu-
ainsi plus difficile de prendre des décisions politiques. ung zur Kenntnis, dass die Kantone sich bemühen, ihre Dro-
genpolitik besser zu koordinieren, und dass man auf dem
Antrag der Kommission Wege ist, heute bestehende Widersprüche abzubauen.
Die Kommission beantragt mit 17 zu 2 Stimmen, die Motion zu Ich glaube, dass ich im Namen der Kommission sprechen
überweisen. darf, wenn ich sage, dass wir die Motion Bühler bzw. die Mo-
tion unseres Kollegen Zwingli so verstehen, dass nur diejeni-
Proposition de la commission gen Gesetzesänderungen vorgenommen werden sollen, die
La commission propose par 17 voix contre 2 de transmettre la notwendig sind, um die bisherige Drogenpolitik den neuen Er-
motion. fordernissen anzupassen. Wir nehmen zur Kenntnis, dass die
gezielte, kontrollierte Drogenabgabe im Sinne von Versuchen
aufgrund der heutigen Gesetzgebung möglich ist. Aber eine
Persönliche Erklärung - Déclaration personnelle
Lücke besteht offensichtlich bei der Koordination auf interna-
Rechsteiner: Der Presse können wir heute entnehmen, dass tionaler Ebene, wo eine verstärkte Zusammenarbeit dringend
der Bundesrat gemäss Aussagen von Bundespräsident Cotti notwendig ist. Die Kommission und die von der Kommission
an der Drogenkonferenz offenbar keine Revision des Betäu- angehörten Experten sind einhellig der Meinung, dass nach-
bungsmittelgesetzes vorzulegen beabsichtigt. Ich bin sehr er- haltige Erfolge in der Drogenpolitik ohne internationale Koor-
staunt über diese Mitteilung, die das Parlament der Presse ent- dination kaum zu erzielen sind. Die Schaffung der entspre-
nehmen muss. Sie können sich erinnern, dass wir im National- chenden gesetzlichen Grundlagen ist daher dringend notwen-
rat unlängst eine Motion verabschiedet haben, welche eine dig.
Revision des Betäubungsmittelgesetzes in Richtung des Dro- Wir danken Herrn Bundespräsident Cotti, wenn er unsere Mo-
genberichtes verlangt hat. Der Ständerat hat dieser Motion tion in diesem Sinne annimmt. Wir bitten den Rat, die Motion
ebenfalls zugestimmt. Das Vernehmlassungsverfahren bei zu unterstützen.
den Kantonen hat eine mehrheitlich zustimmende Haltung zu
diesem Drogenbericht ergeben. Ich bin sehr erstaunt darüber, Ueberwiesen - Transmis
dass Bundespräsident Cotti offenbar eine andere Haltung ver-
tritt, obwohl eine Motion ein verbindlicher Rechtsetzungsauf-
trag ist.
Bundespräsident Cotti: Ich kann Ihnen aufgrund der näheren
Abklärungen, die besonders in den letzten Monaten stattge-
funden haben, und aufgrund der gestrigen allgemeinen und
breiten Drogenkonferenz eine Mitteilung machen, die es mir in
gewissem Sinne erlaubt, die Haltung, die der Bundesrat vor
dem Ständerat eingenommen hat, etwas zu ändern. Gestern
fand die erste Drogenkonferenz statt, an der alle Kantone ver-
treten waren; ferner waren auch die betroffenen interkantona-
len Gremien sowie der Schweizerische Städteverband vertre-
ten. Es hat sich herausgestellt - ich richte dies besonders an
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion des Ständerates (Bühler) Koordinierte Drogenpolitik
Motion du Conseil des Etats (Bühler) Politique coordonnée de la drogue
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1991
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 12
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.411
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 02.10.1991 - 08:00
Date
Data
Seite 1799-1800
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Pagina
Ref. No 20 020 347
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