EU Truck Width Regulations and National Enforcement
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe court addressed the issue of truck widths concerning European Union regulations and national enforcement. The EU permits a standard width of 2.50 meters, with a slight increase to 2.60 meters for specific refrigerated vehicles, and allows member states to set different limits for domestic transport. While some European countries permit wider trucks domestically, international transport must adhere to the EU standards. The court clarified that cantonal police and customs are responsible for enforcing these width regulations, with customs being able to issue permits for entry into border zones for specific wider vehicles, but not for travel further inland. The government stated it expects its enforcement bodies to uphold the 2.50-meter limit.
Legislator-Regeste
KI-generiertEU Truck Width Regulations and National Enforcement: The EU permits a standard width of 2.50 meters, with a slight increase to 2.60 meters for specific refrigerated vehicles, and allows member states to set different limits for domestic transport. While some European countries permit wider trucks domestically, international transport must adhere to the EU standards. The court clarified that cantonal police and customs are responsible for enforcing these width regulations, with customs being able to issue permits for entry into border zones for specific wider vehicles, but not for travel further inland. The government stated it expects its enforcement bodies to uphold the 2.50-meter limit.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as a current prohibition on the sale of certain types of firearms, which the interpellation argues is insufficient.
Volltext
22. Juni 1990 N 1279 Interpellation Cavadini
lungskonzepte mit Schwerpunkt auf drogengefährdete oder Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
-abhängige und psychisch auffällige erwachsene Straftäter. vom 23. Mai 1990
Im Bereiche der Jugendhilfe stand die Abenteuerpädagogik Rapport écrit du Conseil fédéral du 23 mai 1990
im Vordergrund. Ein Modellversuch zeichnet sich aus durch 1. Die einschlägigen EG-Richtlinien legen die zulässigen Ab-
eine stark individualisierte therapeutische Betreuung von Kin- messungen aller zur Beförderung von Gütern bestimmten
dern, Jugendlichen und Erwachsenen nach C. G. Jung und Fahrzeuge über 3,5 Tonnen innerhalb der EG fest. Danach ist
R. Steiner. für alle Fahrzeuge eine Breite von 2,50 Meter zugelassen.
Kühlaufbauten von «dickwandigen Isotherm-Lastwagen» dür-
Le président: L'interpellatrice n'est que partiellement satis- fen jedoch die Breite von 2,60 Meter aufweisen. Irgendwelche
faite de la réponse du Conseil fédéral. Toleranzen sind in den EG-Richtlinien nicht vorgesehen.
Die EG überlässtesden einzelnen Ländern, für den innerstaat-
lichen Verkehr abweichende Limiten festzusetzen.
In mehreren europäischen Staaten ist für Lastwagen eine
Breite von 2,60 Meter allgemein erlaubt (Belgien, Finnland, Lu-
xemburg, Niederlande und Schweden). In Dänemark ist die
Breite von 2,55 Meter gestattet, und die Bundesrepublik
#ST# 90.395 Deutschland akzeptiert auf der Limite von 2,50 Meter eine Fer-
tigungstoleranz von 2 Prozent, so dass ebenfalls 2,55 Meter
Interpellation Steinegger breite Fahrzeuge verkehren dürfen.
Bei internationalen Transporten im EG-Raum sind jedoch
Lastwagen breiten nicht die nationalen, sondern die EG-Vorschriften verbindlich;
Largeur des camions somit dürfen nur 2,50 Meter breite Lastwagen bzw. 2,60 Meter
breite «dickwandige Isotherm-Lastwagen» grenzüberschrei-
tend verkehren.
2. Der Vollzug des Strassenverkehrsrechts ist Aufgabe der
Kantone; es obliegt in erster Linie den kantonalen Polizeibe-
Wortlaut der Interpellation vom 8. März 1990 hörden, neben den schweizerischen Gewichtslimiten auch die
Auf der N 2 am Gotthard wird von der Polizei festgestellt, dass Fahrzeugabmessungen (Breite, Länge, Höhe) zu kontrollieren
etwa 20 bis 30 Prozent der neuen ausländischen Lastwagen und durchzusetzen.
Breiten von 2,55 bis 2,60 Meter aufweisen. Zwar wird in den Im Zusammenhang mit der Zollkontrolle von Fahrzeugen und
Fahrzeugausweisen 2,50 Meter verzeichnet, infolge fehlender ihren Ladungen üben auch die Zollämter (stichprobenweise)
behördlicher Abnahme oder infolge allzu grossen Toleranzen verkehrspolizeiliche Kontrollen aus. Fahrten in die Grenzzone
weisen die Fahrzeuge aber trotzdem Ueberbreiten auf. Waren können mit den im Ausland zulässigen Massen und Gewich-
es zunächst vor allem skandinavische Fahrzeuge und Blu- ten mit einer Bewilligung des Zollamtes durchgeführt werden.
mentransporter einer niederländischen Transportfirma, so So erteilt das Einfahrtszollamtfür 2,60 Meter breite Kühllastwa-
scheinen nun auch Gemüsetransporter aus verschiedenen gen eine Bewilligung für die Fahrt zu einem in der Grenzzone
anderen Ländern immer mehr Ueberbreiten aufzuweisen. liegenden Abladeort. Ausnahmebewilligungen für Fahrten mit
Der Bundesrat wird deshalb zur Beantwortung folgender Fra- mehr als 2,50 Meter breiten Fahrzeugen ins Landesinnere
gen eingeladen: (das heisst über die Grenzzone hinaus) sind nicht zulässig.
1. Welche Situation besteht gegenwärtig in Europa bezüglich Der Bundesrat erwartet, dass die Kontrollorgane (Polizei und
Normierung der Strassenfahrzeugbreiten? Zoll) die zulässige Höchstbreite von 2,50 Meter durchsetzen.
2. Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, um die Last-
wagenbreite von 2,50 Meter auf den Transitachsen durchzu- Le président: L'interpellateur est satisfait de la réponse du
setzen und das Schaffen von vollendeten Tatsachen durch im- Conseil fédéral.
mer mehr Fahrzeuge mit Ueberbreiten zu verhindern?
Texte de l'interpellation du 8 mars 1990
La police a constaté que 20 à 30 pour cent des nouveaux ca- #ST# 90.407
mions étrangers qui passent le Saint-Gothard sur la N 2 ont
2,55 à 2,60 mètres de large. En dépit du fait que les permis de
circulation indiquent une largeur de 2,50 mètres, les véhicules Interpellation Cayadini
sont plus larges, soit parce que les autorités ne procèdent pas Handel mit kurzläufigen Feuerwaffen
aux contrôles nécessaires, soit parce que les tolérances sont Interpellanza Cavadini
excessives. Alors que c'étaient d'abord essentiellement des Commercio in Svizzera
véhicules Scandinaves et les camions d'une entreprise néer- di armi corte da fuoco
landaise de transport de fleurs qui présentaient ces caractéris-
tiques, il semble que les véhicules assurant le transport de Interpellation Cavadini
légumes de plusieurs autres pays dépassent de plus en plus Commerce des armes à feu
souvent les limites prescrites. de courte portée
Au vu de ce qui précède, le Conseil fédéral est prié de répon-
dre aux questions suivantes:
1. Comment la largeur des véhicules est-elle actuellement
réglementée en Europe?
2. Que compte faire le Conseil fédéral pour que les camions Wortlaut der Interpellation vom 12. März 1990
circulant sur les axes de transit ne dépassent pas la largeur Ich möchte dem Bundesrat folgende Fragen stellen:
prescrite de 2,50 mètres et pour empêcher que nous ne 1. In welchen Fällen befanden sich in den Waffenlagern des
soyons placés devant des faits accomplis à la suite de l'ac- organisierten Verbrechens und von Terroristen, auf die die ita-
croissement du nombre de véhicules ayant une largeur exces- lienische Polizei bisher gestossen ist, auch Waffen - insbeson-
sive? dere Seriefeuerwaffen der Marken Kalaschnikov und Sites-
Spectre sowie Vorderschaftrepetiergewehre der Marke Re-
Mitunterzeichner-Cosignataires: Keine -Aucun mington -, die in der Schweiz eingekauft worden waren?
2. Wie viele Waffen der obgenannten drei Marken sind in den
Schrittliche Begründung - Développement par écrit letzten drei Jahren bei der Einfuhr in die Schweiz'verzollt wor-
Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht den?
eine schriftliche Antwort. 3. Wie häufig konnte in der Schweiz in letzter Zeit festgestellt
Interpellation Cavadini 1280 N 22 juin 1990
werden, dass Waffen, die auf schweizerischem Gebiet legal Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Caccia, Cotti,
bei Waffenhändlern gekauft worden waren, zu kriminellem Grassi, Houmard, Pini, Salvioni (6)
Zweck verwendet wurden?
4. Die Direktoren der kantonalen Polizeidepartemente haben
1986 beschlossen, das interkantonale Konkordat vom Schriftliche Begründung - Motivazione scritta - Développe-
27. März 1969 über den Handel mit Warfen und Munition nicht ment par écrit
zu revidieren. Hat der Bundesrat die Absicht, ein Gesetz vorzu- In questi ultimi tempi la stampa italiana ha a più riprese denun-
bereiten, das den Erwerb von gefährlichen Waffen (Einzel- ciato il possesso da parte di criminali, coinvolti in azioni delit-
schussgewehre, die sich leicht zu Seriefeuerwaffen umbauen tuose in Italia, di armi corte da fuoco acquistate in Svizzera.
lassen, Vorderschaftsrepetiergewehre, Pistolen) insbeson- Una conferma di questa situazione è stata effettuata anche re-
dere auf dem Korrespondenzweg erschwert? Ich erinnere centemente dal Procuratore pubblico sottocenerino Venerio
daran, dass der Bundesrat 1983 auf ein entsprechendes Bun- Quadri. Si tratta di armi micidiali quali mitragliette, fucili a
desgesetz verzichtet hat, weil die Kantone den Willen zum Aus- pompa, pistole che possono essere acquistate facilmente
druck gebracht hatten, dieses Problem bei der Revision des in Svizzera da qualsiasi cittadino svizzero e straniero, maggio-
interkantonalen Konkordats zu lösen, dann aber dieses Ziel renne, in grado di presentare un documento di identità. È
nicht erreichten. chiaro che anche se si fa presente all'acquirente che queste
5. Warum hat die Schweiz das Europäische Uebereinkommen armi non possono essere esportate, nessuno sarà poi in
über die Kontrolle des Erwerbes und des Besitzes von Feuer- grado di verificare l'uso delle armi fatto dal compratore. La le-
waffen durch Privatpersonen nicht ratifiziert? gislazione attuale permette persino l'acquisto di armi per corri-
spondenza.
Testo dell'interpellanza del 12 marzo 1990 Anche se l'articolo 8 del Concordato intercantonale sul com-
Dal Consiglio federale vorrei sapere: mercio di armi e di munizioni vieta l'acquisto e la vendita di pi-
1. In quali casi la Polizia italiana ha trovato depositi di armi stole mitragliatrici, di mitragliatrici e di armi da fuoco a scatto,
della malavita organizzata e dei terroristi che vennero compe- utilizzati con una sola mano, altre pericolose armi sono com-
rate in negozi svizzeri, in specie fucili Kalaschnikov e Sites- merciate in Svizzera e finiscono all'estero. Ciò significa che la
Spectre per il tiro a raffica e fucili a pompa Remington? nostra legislazione è carente. Infatti, tali armi non vengono cer-
2. La quantità di armi delle tre marche suddette sdoganate per tamente acquistate da coloro che si dedicano alla caccia o a
l'importazione in Svizzera negli ultimi tre anni? un'attività sportiva di tiro vera e propria, né per la difesa. Si
3. Quanti casi sono stati accertati ultimamente in Svizzera e al- tratta di armi comperate e destinate alla criminalità svizzera e
l'estero di un uso criminale di armi acquistate in modo legale d'oltre frontiera. È evidente che una normativa restrittiva in un
sul nostro territorio presso armaioli? cantone non ha un grande senso se poi le stesse armi pos-
4. Dato che a livello cantonale i direttori del Departimento di sono essere acquistate con facilità in un altro cantone sviz-
polizia hanno deciso nel 1986 di non rivedere il concordato in- zero. Inoltre, i numerosi tipi di fucili venduti nei negozi svizzeri
tercantonale sul commercio delle armi da fuoco del 27 marzo possono essere facilmente modificati in modo da poterli usare
1969, pensa il Consiglio federale di studiare una legge fede- per il tiro a raffica.
rale che renda più difficile l'acquisto, in specie per corrispon-
denza di pericolose armi (fucili colpo per colpo facilmente tras-
formabili in fucili per il tiro a raffica, fucili a pompa, pistole, Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
ecc.)? vom 30. Mai 1990
Ricordo che nel 1983 il Consiglio federale aveva rinunciato a Risposta scritta del Consiglio federale
una legge federale in materia perché i cantoni avevano detto del 30 maggio 1990
di voler risolvere loro questo problema attraverso la revisione Rapport écrit du Conseil fédéral du 30 mai 1990
del concordato intercantonale, senza però attuare questo 1. Per quanto attiene ai depositi di armi scoperti dalle autorità
obiettivo. di polizia italiane sono state avviate parecchie indagini giudi-
5. Perché la Svizzera non ha ancora firmato la Convenzione ziarie e di polizia da parte del Ministero pubblico della Confe-
del Consiglio d'Europa sul commercio delle armi da fuoco? derazione. Allo stato attuale delle verifiche si può affermare
che si tratta anche dei tipi di armi citati dall'interpellante. Nel-
Texte de l'interpellation du 12 mars 1990 l'interesse delle indagini in corso non possono essere resi noti
Le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions suivan- ulteriori dettagli.
tes: 2. Dal 1° gennaio 1987 al 30 aprile 1990 sono stati rilasciati
1. Quels sont les cas où la police italienne a trouvé des caches permessi d'importazione per 3722 Kalaschnikov, 290 Sites
d'armes appartenant au crime organisé ou à des groupes ter- Spectre e 914 Remington. Dei due primi tipi di armi, sono state
roristes et achetées en Suisse, notamment des fusils Kalachni- importate quasi unicamente versioni semiautomatiche. Per
kov et Sites-Spectre pour le tir en rafales, et des fusils à pompe quanto riguarda la marca Remington trattasi di fucili a pompa
Remington? con una lunghezza della canna inferiore a 50 cm.
2. Quelles sont les quantités d'armes des trois marques susdi- 3. Non esiste alcuna statistica in merito all'acquisto legale di
tes dédouanées pour importation en Suisse ces trois der- armi che vengono in seguito utilizzate a scopi criminali.
nières années? 4. La problematica sollevata dall'interpellante è pure oggetto
3. Combien a-t-on décelé ces derniers temps en Suisse et à d'esame da parte di un gruppo di lavoro in seno all'ammini-
l'étranger de cas où un usage criminel a été fait d'armes acqui- strazione «Progetto: criminalità organizzata in Svizzera». L'in-
ses légalement auprès des armuriers suisses? carico di questo gruppo di lavoro nasce in particolare dalla
4. Etant donné que les chefs des départements de police can- mozione 1 della Commissione della gestione del Consiglio na-
tonaux ont décidé en 1986 de ne pas reviser le concordat inter- zionale del 21 novembre 1989 (90.001 crimine organizzato)
cantonal du 27 mars 1969 sur le commerce des armes à feu, le nonché dalla mozione della Commissione del Consiglio na-
Conseil fédéral pourrait-il envisager l'édiction d'une loi zionale dell'11 settembre 1989 (89.043 Codice penale - Cri-
fédérale visant à rendre plus difficile l'achat, notamment par mine organizzato).
correspondance, d'armes dangereuses (fusils au coup par Inoltre il gruppo dei servizi dell'armamento del Dipartimento
coup facilement convertibles en fusils à tir par rafales, fusils à militare federale sta attualmente elaborando disposti tecnici
pompe, pistolets, notamment)? Ace propos, je rappelle que le che fisseranno quali siano i provvedimenti da adottare, af-
Conseil fédéral avait renoncé en 1983 à une loi en la matière finchè un semiautomatico non possa essere facilmente tras-
pour le motif que les cantons avaient dit vouloir résoudre le formato in un'arma da fuoco di serie.
problème par la revision du concordat intercantonal, ce qui n'a 5. La citata Convenzione europea regola l'acquisto e la deten-
pas été fait. zione di armi da fuoco da parte di privati; è perciò materia che
5. Pourquoi la Suisse n'a-t-elle pas signé la Convention du sottosta alla regolamentazione di competenza dei cantoni.
Conseil de l'Europe sur le commerce des armes à feu? Una ratifica della Convenzione presuppone innanzitutto la
22. Juni 1990 1281 Interpellation Widmer
creazione della competenza a livello federale. Com'è noto, nel cice, que le chef de l'instruction d'alors avait soutenues mais
1983, i Cantoni hanno negato tale competenza alla Confedera- que lui, Conseil fédéral, avait refusées?
zione. - Est-il disposé à reprendre les idées maîtresses de la réforme
de l'instruction dont j'avais été l'auteur au régiment d'infante-
Le président: L'interpellateur n'est que partiellement satisfait rie 27 de 1966 à 1968?
de la réponse du Conseil fédéral. - Est-il prêt à combattre la passivité dans l'armée, à encoura-
ger en revanche dans l'instruction la réflexion et les actes, en-
fin à récompenser généreusement la volonté manifeste de ser-
vir?
#ST# 90.342 Mitunterzeichner- Cosignataires: Keine -Aucun
Interpellation Widmer Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Reformen bei der militärischen Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht
eine schriftliche Antwort.
Ausbildung
Réforme de l'instruction à l'armée Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 30. Mai 1990
Rapport écrit du Conseil fédéral du 30 mai 1990
1. Der Bundesrat teilt die Auffassung, dass die Zahl der Ja-
stimmen vom 26. November 1989 zur Volksinitiative für eine
Wortlaut der Interpellation vom 8. Februar 1990 Schweiz ohne Armee nicht allein mit der veränderten Weltlage
Im Anschluss an die Armeeabstimmung erlaube ich mir, dem erklärt werden kann. Ebenso entscheidend waren wohl der in
Bundesrat folgende Fragen zu stellen: den letzten Jahren eingetretene gesellschaftliche Wertewan-
- Ist der Bundesrat mit mir der Meinung, dass die hohe Ja- del, das veränderte Empfinden der Bedrohung in der Bevölke-
stimmenzahl nicht allein mit der veränderten Weltlage erklärt rung sowie nicht zuletzt Vorbehalte gegen die heutige Armee,
werden kann? die in einer relativ hohen Zahl von «Denkzettel»-Stimmen zum
-Teilt der Bundesrat die Meinung des derzeitigen Ausbil- Ausdruck kamen.
dungschefs, wonach der Ausbildung auf Kosten der Bewaff- 2. Der Bundesrat hält es für unerlässlich, dass der militäri-
nung mehr Gewicht zukommen sollte («Brückenbauer» vom schen Ausbildung und Erziehung in Zukunft vermehrt Gewicht
6. Dezember 1989)? beigemessen werden muss. Diese Schwergewichtsverlage-
- Ist der Bundesrat bereit, eine ernsthafte Reform der Armee rung geht zwangsläufig zu Lasten anderer Bereiche.
an die Hand zu nehmen, eine Reform nicht technischer Natur, 3. Die Reformbestrebungen für die «Armee 95» befassen sich
sondern eine Reform, die dem einzelnen Wehrmann, dem In- vor allem mit der Neustrukturierung der Armee und deren Ein-
dividuum, grössere Bedeutung beimisst? satz. Nicht weniger wichtig sind aber die vom Interpellanten er-
- Ist der Bundesrat bereit, meine im Jahr 1967 erstmals geäusr wähnten menschlichen Aspekte und Fragen des Dienstbe-
serten Vorstellungen, wonach die Rekrutenschulen zu Schu- triebs, wo ebenfalls Verbesserungen möglich und notwendig
len einer allgemeinen Erwachsenenbildung auszubauen sind. Ihre Realisierung muss allerdings zeitlich nicht parallel
seien (Zeitschrift «Reformatio» Juli 1967), in Erwägung zu zie- zur Armeereform erfolgen. Die Stellung des einzelnen Armee-
hen? angehörigen, seine persönliche Verantwortung, Korpsgeist
- Ist der Bundesrat bereit, meine im Namen und im Auftrag der und Kameradschaft sollen gefördert werden. Die vom Ausbil-
Schweizerischen Offiziersgesellschaft im Jahre 1961 einge- dungschef der Armee eingesetzte Arbeitsgruppe (Kommis-
reichten Vorschläge zu einer umfassenden Lösung des Pro- sion Schoch), die dem Chef des EMD bis Jahresende Bericht
blems der Schiess- und Uebungsplätze, die vom damaligen zu erstatten und Anträge zu stellen hat, befasst sich mit diesen
Ausbildungschef unterstützt, jedoch vom Bundesrat abge- Fragen.
lehnt wurden, wieder aus der Schublade zu ziehen? 4. Im Rahmen des Reformprojekts «Armee 95» werden neue
- Ist der Bundesrat bereit, die Grundgedanken meiner in den Rekrutenschul-Modelle geprüft. Diese gehen aber - im Ge-
Jahren 1966-1968 im Inf Rgt27 veranlassten Ausbildungs- gensatz zu den vom Interpellanten im Jahre 1967 skizzierten
reform wieder aufzugreifen? Vorstellungen - eher in Richtung einer Verkürzung der Rekru-
- Ist der Bundesrat willens, in unserer Armee das passive Her- tenschule bei gleichzeitigem Stoffabbau für die Verbandsaus-
umstehen zu bekämpfen, dafür in der Ausbildung selbständi- bildung.
ges Denken und Handeln zu fördern und sichtbaren Lei- Nichtmilitärische Themen werden eher noch weniger in die
stungswillen grosszügig zu belohnen? Stoffprogramme der Schulen aufgenommen werden können.
Dabei unterschätzt der Bundesrat die Bedeutung der staats-
Texfe de l'interpellation du 8 février 1990 bürgerlichen Erziehung und Ausbildung der jungen Wehr-
Suite à la votation sur l'initiative populaire «Pour une Suisse pflichtigen keineswegs. Diese kann jedoch auch in Zukunft
sans armée», je me permets de poser au Conseil fédéral les nicht in erster Linie Sache der Armee sein.
questions suivantes: 5. Der Bericht einer Kommission der Schweizerischen Offi-
- Pense-t-il comme moi que le grand nombre de oui en faveur ziersgesellschaft vom 30. Januar 1962 zum Problem der
de la suppression de l'armée n'est pas dû uniquement au fait Schiess- und Uebungsplätze der Armee war seinerzeit ein
que la situation internationale a changé? wertvoller Diskussionsbeitrag. Er bestätigte in den wesentli-
- Partage-t-il l'avis du chef de l'instruction qui pense que l'ins- chen Punkten die damalige Planung des EMD und die verwal-
truction devrait avoir plus de poids que l'armement (cf. «Brüc- tungsinternen Bestrebungen zur Sicherstellung des erforderli-
kenbauer» du 6 décembre 1989)? chen militärischen Uebungsraums.
- Est-il disposé à opérer une réforme sérieuse de l'armée, qui Seither ist es dem EMD dank des Verständnisses der Behör-
ne serait pas de nature technique mais qui accorderait plus den zahlreicher Kantone und Gemeinden und mit Unterstüt-
d'importance au soldat, à l'individu? zung der eidgenössischen Räte gelungen, mehrere grosse
- Est-il prêt à prendre en considération l'idée que j'ai déve- und kleinere Schiess- und Uebungsplätze durch Kauf oder
loppée pour la première fois en 1967 (cf. «Reformatio» de juillet Verträge sicherzustellen. Die Armee hat aber im selben Zeit-
1967) et selon laquelle les écoles de recrues devraient devenir raum noch mehr Ausbildungsplätze verloren, und der optima-
des écoles de formation générale des adultes? len Ausnützung des zur Verfügung stehenden Uebungsraums
- Va-t-il sortir des oubliettes les propositions que je lui ai faites werden immer engere Grenzen gesetzt. Die Anstrengungen
en 1961, en mon nom propre, mais aussi sur mandat de la So- auf diesem Gebiet sind deshalb eine Daueraufgabe, wobei
ciété suisse des officiers, propositions qui visaient à résoudre heute das Schwergewicht auf der Erhaltung und Verbesse-
les problèmes posés par les places de tir et les places d'exer- rung der vorhandenen Plätze und - unter Berücksichtigung
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Cavadini Handel mit kurzläufigen Feuerwaffen
Interpellation Cavadini Commerce des armes à feu de courte portée
Interpellanza Cavadini Commercio in Svizzera di armi corte da fuoco
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1990
Année
Anno
Band III
Volume
Volume
Session Sommersession
Session Session d'été
Sessione Sessione estiva
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.407
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 22.06.1990 - 08:00
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