Switzerland and Ozone Layer Protection
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThis case involves an urgent interpellation concerning the protection of the ozone layer and Switzerland's role in international efforts to eliminate ozone-depleting substances. The interpellation questioned the government's awareness of the contribution of these substances to the greenhouse effect, Switzerland's international standing in this fight, and the government's strategy for upcoming international conferences. The government responded by affirming its commitment to international cooperation and acknowledging the scientific consensus on the issue, stating that ozone-depleting substances contribute significantly to the greenhouse effect. It outlined its intention to revise domestic regulations to ban CFCs and halons, aiming for over a 90% reduction in consumption by the mid-1990s, and expressed a desire to contribute meaningfully to international solutions rather than solely focusing on leadership.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 66 al. 1 LTF; Switzerland and Ozone Layer Protection: The interpellation questioned the government's awareness of the contribution of these substances to the greenhouse effect, Switzerland's international standing in this fight, and the government's strategy for upcoming international conferences. The government responded by affirming its commitment to international cooperation and acknowledging the scientific consensus on the issue, stating that ozone-depleting substances contribute significantly to the greenhouse effect. It outlined its intention to revise domestic regulations to ban CFCs and halons, aiming for over a 90% reduction in consumption by the mid-1990s, and expressed a desire to contribute meaningfully to international solutions rather than solely focusing on leadership.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThe dispositive implicitly refers to cost regulations by stating that no costs are awarded, implying the application of the relevant cost articles.
Volltext
Interpellation urgente Früh 516 19 mars 1990
90.377 29 juin 1990 pour traiter de l'adaptation des mesures propres
Postulat Mari à éliminer les substances destructrices de la couche d'ozone
(protocole de Montréal) et en vue de la dernière séance prépa-
Abstimmung - Vote ratoire qui aura lieu à Genève du 8 au 14 mars prochain:
1. Le Conseil fédéral sait-il que les substances qui détruisent la
Für den Antrag couche d'ozone (CFC, etc.) contribuent, selon les dernières
der grünen Fraktion offensichtliche Minderheit découvertes scientifiques, pour un cinquième à la création de
Dagegen Mehrheit l'effet de serre causé par l'homme? Cet effet de serre est con-
sidéré aujourd'hui comme un des problèmes écologiques ma-
Ueberwiesen - Transmis jeurs du siècle prochain.
2. Le Conseil fédéral est-il conscient du fait que la Suisse a
perdu sa première place au niveau international dans la lutte
contre ce phénomène? Le Conseil fédéral est-il alors prêt à re-
prendre cette place, d'une part parce qu'il est indispensable
#ST# 90.384 d'accélérer la lutte à l'échelon international, et d'autre part
parce qu'il s'agit d'améliorer l'image de marque de la Suisse à
Dringliche Interpellation Früh l'étranger, en particulier à l'occasion du 700e anniversaire de
Schutz der Ozonschicht. la Confédération?
Londoner Konferenz 3. Quelle attitude comptent adopter le Conseil fédéral et la
délégation suisse à Genève et à Londres?
Interpellation urgente Früh
Protection de la couche d'ozone. Mitunterzeichner-Cosignataires: Basler, Burckhardt, Caccia,
Conférence de Londres Gardiol, Longet, Loretan, Ruckstuhl, Rychen, Spoerry,
Widmer (10)
Bundesrat Cotti: Ich möchte Herrn Früh in aller Kürze antwor-
ten. Bei der ersten Frage ist der Bundesrat nach wie vor der
Wortlaut der Interpellation vom 6. März 1990 Auffassung, die er bei der Antwort auf die Interpellation Günter
Die Unterzeichneten, vom 22. Juni 1989 geäussert hat, dass entsprechend heuti-
-gestützt auf das im Nationalrat am 6. Dezember 1988 ein- gem Wissen die die Ozonschicht abbauenden Stoffe weltweit
stimmig überwiesene Postulat der Kommission für Gesund- etwa zu einem Fünftel zum anthropogenen Treibhauseffekt
heit und Umwelt des Nationalrats vom 24. November 1988 beitragen und dieser wegen der befürchteten globalen Er-
«Schutz der Ozonschicht. Protokoll von Montreal» (NR wärmung zu grösster Besorgnis Anlass gibt. An dieser Aus-
Nr. 88.034), sage gibt es überhaupt nichts zu ändern.
- nach Einsichtnahme in die auf Veranlassung der Weltge- Die Schweiz arbeitet auf internationaler Ebene mit den in die-
sundheitsorganisation (WGO) von der Gesundheitsminister- ser Frage fortschrittlichsten Ländern zusammen, Herr Früh.
konferenz Europas im Dezember 1989 in Frankfurt verab- Ich selber habe bereits an jener Konferenz in London vom
schiedete «Europäische Charta Umwelt und Gesundheit» 5. März 1989 die Absicht bekundet, bis Mitte der 90er Jahre auf
(Grundsätze und Prioritätenkatalog), die Verwendung von FCKW und Halonen weitgehend zu ver-
stellen dem Bundesrat im Hinblick auf die vom 20. bis 29. Juni zichten. Diese Zielsetzung wird auch bei den laufenden inter-
1990 in London stattfindende internationale Konferenz über nationalen Verhandlungen über eine Verschärfung des Mon-
die Anpassung der Massnahmen zur Elimination der die trealer Protokolls vertreten.
Ozonschicht abbauenden Stoffe (Montreal-Protokoll) respek- Ich erinnere Sie an das Montrealer Protokoll: ich weiss nicht
tive im Hinblick auf das letzte Vorbereitungstreffen für diese genau, wann Sie darüber befunden haben; es war vor gut ei-
Konferenz vom 8. bis 14. März in Genf folgende Fragen: nem Jahr, und schon heute wird der Antrag gestellt, viel weiter
1. Ist sich der Bundesrat bewusst, dass die die Ozonschicht zu gehen als in diesem Protokoll vorgesehen. Dies nur als Hin-
abbauenden Stoffe (FCKW u. a.) nach derzeitigem Wissens- weis, wie gewichtig diese Probleme tatsächlich sind.
stand weltweit zu etwa einem Fünftel zum anthropogenen International geht es darum, eine für möglichst viele Länder
Treibhauseffekt beitragen, der bereits heute zu den grössten tragbare Lösung zu finden. Sie wissen, wie schwierig dies ist.
globalen Umweltproblemen des nächsten Jahrhunderts ge- Ich hatte vor kurzem Gelegenheit, drei Tage in Afrika mit den
zählt wird? Vertretern der wichtigsten Ländern der Dritten Welt darüber zu
2. Ist sich der Bundesrat bewusst, dass die Schweiz auf inter- diskutieren. Wir haben festgestellt, wie wenig Bereitschaft für
nationaler Ebene ihre Führungsrolle in dieser Frage einge- die nötigen Massnahmen bei diesen Ländern vorhanden ist,
büsst hat, und ist der Bundesrat gewillt, diese Führungsrolle es sei denn, die notwendigen Technologien würden von den
wiederzuerlangen, teils aus Einsicht in die absolute Notwen- entwickelten Ländern bezahlt-für uns alle eine neue Heraus-
digkeit einer international rascheren Gangart und u.a. um das forderung, die wir zu bestehen haben.
Ansehen der Schweiz in der Welt gerade im Hinblick auf die In London wird im Juni darüber diskutiert, wie eine Verstär-
700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft zu verbessern? kung der Grenzwerte von Montreal so kurzfristig hergestellt
3. Welche Positionen gedenken der Bundesrat respektive die werden kann. Ein zentrales Thema, Herr Früh, wird sicher sein,
Schweizer Delegation in Genf und London einzunehmen? ob wir China und Indien usw. dazu gewinnen können, das Pro-
tokoll zu unterzeichnen. Wir werden um so rascher zu diesem
Texte de l'interpellation du 6 mars 1990 Ziel kommen, je verstärkter und gemeinsamer die Länder der
Les soussignés, entwickelten Welt bereit sein werden, die nötigen Investitionen
- en vertu du postulat du 24 novembre 1988 «Protection de la dort unten tatsächlich zu finanzieren. Das wird eine sehr
couche d'ozone, Protocole de Montréal» (CN No 88.034) de la schwere Frage sein.
Commission de la santé publique et de l'environnement du Ich habe mir die Zahlen geben lassen, was das nur für das
Conseil national, postulat transmis à l'unanimité par le Conseil Montrealer Protokoll bedeutet, welches ja bei weitem nicht die
national le 6 décembre 1988, ganze Problematik des Treibhauseffektes abdeckt, wie Sie
- après avoir pris connaissance de la «Charte européenne sur schon erwähnt haben. Sie können sich ungefähr die zusätz-
la santé et l'environnement» (principes et priorités) adoptée en liche Anstrengung für unsere Länder vorstellen.
décembre 1989 à Francfort par la conférence européenne des Ich darf Sie versichern, Herr Früh, wir werden weiterhin an der
ministres de la santé à la demande de l'Organisation mondiale Spitze bleiben, wenn Ihnen das ein Trost ist. Unser Ziel ist aber
de la santé (OMS), weniger, an der Spitze zu bleiben, als - wie immer - einfach
posent au Conseil fédéral les questions suivantes, en vue de la voll und ganz international unseren Beitrag zu leisten.
conférence internationale qui se tiendra à Londres du 20 au Zu unseren internen Massnahmen: Es ist klar, dass hier eine
19. März 1990 N 517 Dringliche Interpellation Früh
starke Entwicklung im Gange ist, auch in unserem Land. Wir
sind jetzt an der Vorbereitung einer Revision der sogenannten
Stoffverordnung. Sie hat zum Ziel, FCKW und Halone für alle
Anwendungsbereiche zu verbieten. Es betrifft dies z. B. die An-
wendung von Schaumstoffen - Sie kennen die Anwendungs-
bereiche -, in der allgemeinen Kälte- und Klimatechnik, bei
den Lösungsmitteln, in der Elektronik und in der Metallindu-
strie sowie im Bereich derTextilreinigung; bei den Halonen be-
trifft es die Löschmittel.
Wo umweltverträgliche Ersatzlösungen vorhanden sind, kann
das Verbot sofort in Kraft gesetzt werden. Für Anwendungen,
bei denen noch keine umweltgerechten Ersatzlösungen zur
Verfügung stehen und wo damit gerechnet werden muss,
dass der Ersatz gleich oder schlimmer als der zu verbietende
Stoff sein wird, ist mit einer zeitlichen Differenzierung zu rech-
nen. Bis Mitte der neunziger Jahre kann der Verbrauch der
FCKW und Halone auf alle Fälle um über 90 Prozent vermin-
dert werden.
Ich habe hier eine Tabelle, Herr Früh, auf der die Entwicklung
für die nächsten Jahre dargestellt ist. Ich werde sie Ihnen privat
mitgeben. Wir tun objektiv wirklich alles, was im Rahmen unse-
rer Möglichkeiten steht.
Ein solcher Vorstoss ist aber dennoch behilflich; denn er ge-
stattet uns, die Anstrengungen noch zu verstärken, um wenn
möglich noch etwas schneller an das Ziel des totalen Verbots
zu gelangen.
Ich hoffe, Herr Früh, sehr viele Länder gelangen so schnell ans
Ziel wie die Schweiz.
Früh: Ich danke Herrn Bundesrat Cotti für seine Antwort. Mir
ist es an und für sich egal, ob wir ex aequo im ersten Rang sind
oder allein, wichtig ist nur, dass wir vorne mit dabei sind. Ich
habe über das Wodhenende eine Meldung erhalten, die mir
bestätigt hat, dass vor allem von der Schweiz her eine rechte
Anstrengung unternommen wird. Wenn wir von Europa spre-
chen, sagen wir ja immer: Es gibt Bereiche, wo wir führend
sein könnten. Ein Bereich ist der Umweltschutz.
Ich habe gelesen: US-Wissenschafter haben Beweise für ein
Ozonloch über der Arktis. Amerikanische Klimaforscher ha-
ben nach Angaben der «Washington Post» vom Freitag in die-
sem Winter zum ersten Mal schlüssige Beweise für ein Ozon-
loch auch über dem Nordpol erbracht. Wie die amerikanische
Zeitung berichtet, haben Wissenschafter der US-Raumfahrt-
behörde Nasa festgestellt, dass die Ozonschicht über der Ark-
tis im vergangenen Winter um fünf bis sieben Prozent abge-
nommen hat. An bestimmten Stellen und in bestimmten Hö-
hen seien sogar 15 bis 17 Prozent der Ozonschicht zerstört.
Grund für die Zerstörung des Ozons ist nach Meinung vieler
Wissenschafter eine chemische Reaktion zwischen Sonnen-
licht- und Eiswolken und Fluor-Kohlenwasserstoffen, den be-
rühmten FCKW, die in Kühlgeräten, Spraydosen und Kunst-
stoffschäumen verwendet werden. Die Produktion von FCKW
soll nach einer internationalen Vereinbarung bis 1998 um
50 Prozent reduziert werden. Selbst wenn bis zum Jahre 2000
überhaupt kein FCKW mehr hergestellt werden würde, würde
sich die Ozonschicht nach Berechnungen von Nasa-Experten
frühestens um 2075 wieder regenerieren. Das ist eine Mel-
dung, die ich über das Wochenende gehört habe.
Ich bin der Meinung, es eilt und die Zeit drängt.
Le président: L'interpellateur est satisfait de la réponse du
Conseil fédéral.
Schluss der Sitzung um 20.05 Uhr
La séance est levée à 20 h 05
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Dringliche Interpellation Früh Schutz der Ozonschicht. Londoner Konferenz
Interpellation urgente Früh Protection de la couche d'ozone. Conférence de Londres
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1990
Année
Anno
Band II
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 10
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.384
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 19.03.1990 - 14:30
Date
Data
Seite 516-517
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Pagina
Ref. No 20 018 391
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