Court of Auditors Initiative Rejected for Complexity and Cost
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe parliamentary initiative proposed reforming the oversight of federal finances by abolishing the dual subordination of the federal financial control to both the Federal Council and the Federal Assembly, establishing an independent Court of Auditors for parliamentary oversight, and creating a committee composed of all parliamentary factions to oversee the Court. The court rejected the initiative, arguing that while improvements to financial oversight were acknowledged, the proposed structure was too complex and costly, potentially leading to bureaucratic duplication and not necessarily ensuring better control than existing mechanisms.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 68 GRN, Art. 68 RCN; Court of Auditors Initiative Rejected for Complexity and Cost: The court rejected the initiative, arguing that while improvements to financial oversight were acknowledged, the proposed structure was too complex and costly, potentially leading to bureaucratic duplication and not necessarily ensuring better control than existing mechanisms.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited as the category for handling the parliamentary initiative in the final vote.
Volltext
3. Oktober 1991 1915 Parlamentarische Initiative. Finanzkontrolle
En conclusion, nous vous proposons de ne pas donner suite à #ST# 90.267
l'initiative Hafner qui ne peut être que dommageable à notre
système financier et à notre économie. Parlamentarische Initiative
Toutefois, notre commission a admis que l'abaissement de la
(Sozialdemokratische Fraktion)
couverture-or des billets était défendable, pour autant qu'elle
se fasse dans le cadre d'une révision générale de la législation
Neuordnung
monétaire, et en tenant compte des autres éléments de cette der parlamentarischen Finanzkontrolle
révision pour la fixation du taux de couverture. C'est dans ce Initiative parlementaire
sens que va le postulat de la commission et nous vous deman- (Groupe socialiste)
dons de l'accepter. Réforme du contrôle parlementaire
Abstimmung - Vote
des finances
Für den Antrag der Kommission Kategorie IV, Art. 68 GRN - Catégorie IV, art. 68 RCN
(keine Folge geben) 40 Stimmen
Für den Antrag Hafner Rudolf
(Folge geben) 18 Stimmen
Wortlaut der Initiative vom 5. Dezember 1990
Ad 90.244 Gestützt auf Artikel 21 bis des Geschäftsverkehrsgesetzes un-
terbreiten wir die folgende parlamentarische Initiative in Form
Postulat der Kommission der allgemeinen Anregung:
Golddeckung der Banknoten 1. Die doppelte Unterstellung der Eidgenössischen Finanz-
kontrolle unter Bundesrat und Bundesversammlung ist aufzu-
Postulat de la commission heben.
Couverture-or des billets de banque 2. Die Eidgenössische Finanzkontrolle als Instrument des
Bundesrats zur Finanzaufsicht über die Bundesverwaltung ist
in Zukunft allein dem Bundesrat zu unterstellen.
3. Für die Finanzaufsicht der Bundesversammlung über die
Verwaltung ist ein von Bundesrat und Verwaltung unabhängi-
Wortlaut des Postulates vom 19. November 1990 ger Rechnungshof zu schaffen, der sowohl auf eigene Initia-
Der Bundesrat wird eingeladen, die Anpassung der Bundes- tive als auch im Auftrag des Parlaments die Kontrollaufgaben
verfassung und der währungspolitischen Gesetzgebung an wahrnimmt und im Parlament Bericht erstattet.
die Währungswirklichkeit zu prüfen. Insbesondere sind in Er- 4. Ein aus allen Fraktionen des Parlaments zusammengesetz-
wägung zu ziehen: ter Ausschuss beider Finanzkommissionen hat das Recht, alle
- die Aufhebung der Noteneinlösungspflicht; Akten des Rechnungshofs einzusehen, und das Recht, den
- die Herabsetzung der Golddeckung des Notenumlaufs; Rechnungshof mit der Prüfung von Geschäften zu beauftra-
- die ertragsorientierte Aktivierung eines Teils der Goldreser- gen. Diese Rechte stehen auch der Kommissionsminderheit
ven, z. B. als Bestandteil von «goldgeränderten» Anleihensob- zu.
ligationen, in Form von Optionen oder Futures Optionen oder
ähnlichen Finanzinstrumenten bei möglichst minimalisiertem
Risiko. Texfe de l'initiative du 5 décembre 1990
Conformément à l'article 21 bis de la loi sur les rapports entre
Texte du postulat du 19 novembre 1990 les conseils, nous déposons l'initiative parlementaire suivante
Le Conseil fédéral est invité à examiner si la Constitution fédé- conçue en termes généraux:
rale et la législation en vigueur doivent être adaptées aux réali- 1. La double subordination du Contrôle fédéral des finances
tés du monde monétaire et s'il convient en particulier: au Conseil fédéral et à l'Assemblée fédérale est supprimée.
- de supprimer l'obligation de rembourser les billets de ban- 2. Le Contrôle fédéral des finances comme instrument de la
que; surveillance financière de l'administration est désormais su-
- de diminuer la couverture-or des billets en circulation; bordonné uniquement au Conseil fédéral.
- d'activer une partie des réserves d'or en vue de produire un 3. La surveillance financière de l'administration par l'Assem-
rendement, par exemple sous forme d'emprunts obligataires blée fédérale est confiée à une cour des comptes, indépen-
«de tout repos», d'options ou d'options à terme, ou encore dante du gouvernement et de l'administration, qui exerce ses
d'instruments financiers semblables à risque minimal. fonctions de contrôle sur sa propre initiative ou sur mandat du
Parlement, et fait rapport à ce dernier.
Ueberwiesen - Transmis 4. Un comité mixte des deux commissions des finances, formé
de membres de tous les groupes parlementaires, a autorité
pour consulter tous les dossiers de la cour des comptes et
pour charger celle-ci d'examiner des objets déterminés. Les
mêmes droits sont attribués aux minorités des commissions.
Sprecher - Porte-parole: Leuenberger-Solothurn
Herr Reimann Maximilian unterbreitet im Namen der Kommis-
sion den folgenden schriftlichen Bericht:
Wir unterbreiten Ihnen hiermit gemäss Artikel 21 ter des Ge-
schäftsverkehrsgesetzes den Bericht der vorprüfenden Kom-
mission über die von der sozialdemokratischen Fraktion am
5. Dezember 1990 eingereichte-parlamentarischen Initiative,
welche verlangt, die doppelte Unterstellung der Eidgenössi-
schen Finanzkontrolle unter Bundesrat und Bundesversamm-
lung aufzuheben. Die Finanzkontrolle sei in Zukunft allein dem
Bundesrat zu unterstellen, für die Finanzaufsicht der Bundes-
versammlung sei ein unabhängiger Rechnungshof zu schaf-
Initiative parlementaire. Contrôle des finances 1916 N 3 octobre 1991
fen. Ein aus allen Fraktionen zusammengesetzter Ausschuss Erwägungen der Kommission
beider Finanzkommissionen solle alle Akten des Rechnungs- 1. Stand der Arbeiten in der Bundesversammlung und der Ver-
hofs einsehen und Aufträge erteilen können. waltung zum gleichen Gegenstand
Die am 5. Dezember 1990 von der sozialdemokratischen
Begründung der Initianten Fraktion eingereichte Initiative verlangt, die Finanzkontrolle in
Der Bericht der Puk EMD zeigt auf, dass im Bereich der «Ge- Zukunft allein dem Bundesrat zu unterstellen und für die Fi-
heimen Dienste» grössere Ausgaben haben getätigt werden nanzaufsicht der Bundesversammlung einen unabhängigen
können, ohne dass sich die Organe der Finanzaufsicht verant- Rechnungshof zu schaffen. Ein aus allen Fraktionen zusam-
wortungsbewusst damit befasst hätten. Wie sich in der Praxis mengesetzter Ausschuss beider Finanzkommissionen könne
zeigt, nahm jede Stelle an, eine andere hätte die nötigen Prü- alle Akten des Rechnungshofs einsehen und Aufträge ertei-
fungen vorgenommen und beliess es so bei einer summari- len.
schen Information ohne vertiefte Kontrolle. Dies betrifft insbe- Die Kommission hörte sich am 12. August 1991 den Präsi-
sondere das anzuwendende Kriterium der «richtigen Rechts- denten des österreichischen Rechnungshofs, Herrn Dr. Tas-
anwendung» (Art. 5 Finanzkontrollgesetz). silo Broesigke und von Herrn Jean Driol, Conseiller-Maître
Daher wird an erster Stelle die in Artikel 1 des Finanzkontroll- des französischen Rechnungshofs, an. Beide äusserten sich
gesetzes vorgesehene Doppelunterstellung der Eidgenössi- zur Geschichte und politischen Begründung, zur rechtlichen
schen Finanzkontrolle kritisiert und ist abzuschaffen. Basis, zu den praktischen Ausführungen, zur Organisation
Dagegen sieht die parlamentarische Initiative vor, dass der und zu Stärken und Schwächen der Regelungen in ihren
Bundesrat ein Instrument für seine Direktaufsicht haben soll, Ländern.
das ihm direkt unterstellt ist und daher allein dem Bundesrat 2. Aufwand und Zeitplan der parlamentarischen Arbeit
Rechenschaft schuldet und diese auch abzulegen hat. Die Kommissionsmehrheit empfiehlt, die parlamentarische Ar-
Für die Finanzaufsicht des Parlaments aber ist eine eigene In- beit nicht weiterzuführen.
stitution zu schaffen, die von Bundesrat und Verwaltung unab- Gibt der Nationalrat der parlamentarischen Initiative Folge, so
hängig ist, die aber dem Parlament, wohl sinnvollerweise sei- wären umfangreiche weitere Abklärungen vorzunehmen, wel-
nen Finanzkommissionen, im Detail der Finanzdelegation rap- che die im Hearing gemachten Aeusserungen über die öster-
portiert. Diese parlamentarischen Stellen wären auch befugt, reichischen und französischen Verhältnisse ergänzen wür-
Kontrollaufträge zu erteilen und näher zu umschreiben. Ueber- den. Möglicherweise müsste die zur materiellen Behandlung
dies müsste eine solche Institution, beispielsweise Rech- eingesetzte Kommission des Nationalrats eine Expertenkom-
nungshof genannt, von sich aus Ueberprüfungen vornehmen mission mit der Ausarbeitung eines Entwurfs zu einem Bun-
können. desgesetz über den Eidgenössichen Rechnungshof beauftra-
Dass die Finanzdelegation aus allen Fraktionen des Parla- gen. Die Kommission hätte für Bericht und Antrag eine Frist
ments zusammengesetzt werden muss, ergibt sich letztlich von zwei Jahren zu beachten.
aus der im Puk-EMD-Bericht enthaltenen Begründung für den 3. Möglichkeit, das angestrebte Ziel mit einer Motion oder ei-
gleichen Zusammensetzungsmodus einer Sicherheitsdelega- nem Postulat zu erreichen
tion. Das von den Initianten angestrebte Ziel könnte auch mit einer
Ernsthaft zu prüfen werden auch die Minderheitsrechte inner- Motion erreicht werden. Die Kommission diskutierte diese Al-
halb dieser neuzusammengesetzten Finanzdelegation sein. ternative nicht.
Eine zu qualifizierende Minderheit, beispielsweise zwei Mit- 4. Die Zweckmässigkeit der Behandlung, wenn über den glei-
glieder der Finanzdelegation, müsste auch die Möglichkeit ha- chen Gegenstand eine Volksinitiative zustande gekommen ist
ben, Prüfungsaufträge zu erteilen. Es würde dem Kontrollge- Es ist keine Volksinitiative über den gleichen Gegenstand ein-
danken zuwiderlaufen, wenn nur Mehrheiten auftragsberech- gereicht oder lanciert worden.
tigt wären, weil oft auch Minderheiten auf Ungereimtheiten 57. Der österreichische Rechnungshof
stossen, die im Interesse des Vertrauens in die Institutionen Er wurde 1791 als Hofrechnungskammer gegründet und 1867
genau abzuklären sind. als oberster Rechnungshof neu begründet. Heute hat er fünf
Stellungnahme vor der Kommission Prüfungsziele:
Der Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion, Nationalrat a. Ziffernmässige Richtigkeit
Leuenberger-Solothurn, wies auf drei wesentliche Punkte hin: b. Gesetzmässigkeit
a. Die parlamentarische Aufsicht ergänzt die Budgetverant- c. Sparsamkeit
wortung des Parlaments. Dieses Aufsichtsrecht kann nicht an d. Wirtschaftlichkeit
die Exekutive abgetreten werden. Es ist in unserer Referen- e. Zweckmässigkeit
dumsdemokratie von wesentlicher Bedeutung, weil sich un- Erst 1918 wurde der Rechnungshof dem Nationalrat (Volks-
ser Souverän in Volksabstimmungen selber Steuern auferle- kammer) unterstellt. Er hat keine richterlichen Funktionen.
gen muss. Das Parlament muss - für das Volk sichtbar - Nach herrschender Lehre gehört er im Sinne der Gewalten-
seine unteilbare Verantwortung für Budget und Aufsicht wahr- trennung zur Gesetzgebung. Die rechtlichen Grundlagen sind
nehmen. festgehalten in der Verfassung, in einem Ausführungsgesetz
b. Artikel 1 des Finanzkontrollgesetzes hält fest, dass die Eid- und in der Geschäftsordnung, die sich der Rechnungshof sel-
genössische Finanzkontrolle zwei Herren dient: Dem Bundes- ber geben kann.
rat, der für die Mittelverwaltung verantwortlich ist, und der Bun- Aufgaben: Es obliegt ihm erstens die Ueberprüfung der Geba-
desversammlung, die darüber die Aufsicht hat. rung in den Bereichen der Verwaltung, der Unternehmungen,
Diese Doppelunterstellung ist eine Schwäche des Systems. die zu mindestens 50 Prozent im Staats-, Landes- oder Ge-
Sie ist Ursache für jene kleinen, unangenehmen Beispiele des meindeeigentum sind, und der Sozialversicherungsinstitute.
Handelns ohne klare Rechtsgrundlage, die in derOeffentlich- Der Rechnungshof prüft im nachhinein, nicht prophylaktisch.
keit einen schlechten Eindruck machen. So ist die Puk EMD in Zweite Aufgabe ist die Aufstellung des Bundesrechnungsab-
ihrem Bericht vom 26. April 1991 zum wenig erhellenden schlusses. Nach Beendigung des Budgetjahrs legt der Rech-
Schluss gekommen, dass «mit Rücksicht auf die Geheimhal- nungshof dem Nationalrat den Rechnungsabschluss in Form
tungspflicht über gewisse militärische Tätigkeiten Abläufe und eines Gesetzes zur Beschlussfassung vor. Die Ziffern werden
Informationsmechanismen gestört oder unvollständig wa- vom Finanzministerium geliefert, der Rechnungshof macht
ren». Stichproben in den einzelnen Aemtern. Der Rechnungsab-
c. Exekutive und Parlament müssen je ein eigenes Kontrollin- schluss ist keine Einnahmen-/Ausgabenrechnung, sondern
strument haben; die Doppelunterstellung ist deshalb aufzuhe- ein Bestandsvergleich und eine Art Gewinn- und Verlustrech-
ben. In der Finanzdelegation sollen alle Fraktionen beteiligt nung (Erfolgsrechnung). Der Rechnungshof macht auf jene
werden. Bei Kontrollaufgaben geht es darum, festzustellen, ob Punkte aufmerksam, wo von den Bestimmungen des Budgets
etwas richtig oder falsch ist, nicht darum, politische Wertun- abgewichen worden ist. Dritte Aufgabe ist das Gegenzeichnen
gen einzubringen. Die Glaubwürdigkeit einer Aufsicht nimmt der Staatsschuld: jede Schuldurkunde, die der Finanzminister
mit der Breite der politischen Abstützung zu. ausstellt, muss der Präsident des Rechnungshofs gegen-
3. Oktober 1991 1917 Parlamentarische Initiative. Finanzkontrolle
zeichnen. Er bestätigt damit, dass der Finanzminister diese Erfahrungen: Stärken und Schwächen
Schuld im Rahmen seiner parlamentarischen Ermächtigung Zu seinen Stärken gehören im wesentlichen die völlige Unab-
eingegangen ist. hängigkeit des Rechnungshofs und seiner Beamten, das Kol-
Der Rechnungshof ist wie ein Ministerium organisiert, er hat legialsystem, die Möglichkeit zur Stellungnahme sowie seine
auch verfassungsrechtlich die Stellung eines Ministeriums. Fähigkeit, sich immer neuer Aufgaben anzunehmen. Schwä-
Sein Präsident kann vom Nationalrat berufen und abberufen chen hingegen liegen in der Schwierigkeit, ein aufwendiges
werden und hat die Ministerverantwortlichkeit, kann also vor Verfahren in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit durch-
dem Verfassungsgerichtshof angeklagt werden. Der Rech- zuführen. Die Ausbildung der Beamten stellt ein weiteres Pro-
nungshof ist in fünf Sektionen gegliedert, die in acht Abteilun- blem: neben der gerichtlichen Kontrolle gibt es Betriebsrevi-
gen untergliedert sind. sionen, die vertiefte Kenntnisse in Informatik und Finanzver-
Im praktischen Vollzug erfolgt die Prüfungsanordnung durch waltung erfordern. Der Rechnungshof, der in der Bevölkerung
den Präsidenten. Auch ein Minister, der Nationalrat oder eine und selbst im Parlament wenig bekannt ist, hat eher ge-
Minderheit kann ein Prüfungsbegehren stellen. Nach der Prü- spannte Beziehungen zur Presse, da bei der Zustellung der
fung der Bücher und Unterlagen an Ort und Stelle wird ein Be- Berichte immer wieder vertrauliche Informationen an die Oef-
richt verfasst - die Prüfungsfeststellungen - und der betreffen- fentlichkeit gelangen. Schliesslich hat der Rechnungshof zu
den Stelle zugesandt. Der Tätigkeitsbericht fasst das Ergebnis wenig Personal: 200 Beamte sollen die Rechnungen der öf-
des schriftlichen Verkehrs zusammen und wird dem National- fentlichen Hand kontrollieren.
rat vorgelegt. 53. Diskussion
Die bisherigen Erfahrungen zeigen als ein Hauptproblem das Die Mehrheit der Kommission wies darauf hin, dass ein Ver-
Spannungsverhältnis zwischen der Verschwiegenheitspflicht gleich des schweizerischen Systems mit jenem Oesterreichs
und dem Interesse der Oeffentlichkeit an den Ergebnissen. oder Frankreichs grundsätzlich auf Schwierigkeiten stösst:
Die modernen Medien verschärfen diesen Konflikt, wenn sie Eine wissenschaftliche Studie hat keine Bewertung der ver-
Resultate veröffentlichen, die für irgend jemanden oderfür den schiedenen Organisationsformen erlaubt; ihre monarchisti-
Staat nachteilig sein können. Der Rechnungshof kann sich schen Wurzeln sind für die Schweiz indiskutabel; es sind
kein Geheimwissen anschaffen, denn er ist ein Organ des Par- schwerfällige und aufgeblähte Verwaltungsapparate, die
laments - er soll mit überspannter Publizität auch keine Schä- ebenfalls anfällig für Fehlleistungen sind; eine Kontrollinstanz
digung mit sich bringen, denn die Rechnungskontrolle soll als Gerichtshof ist in der Schweiz undenkbar.
zum Nutzen der Allgemeinheit sein. Die schwierige Aufgabe Der Bericht der Puk EMD hat die Finanzkontrolle nicht ange-
besteht im Finden eines Mittelwegs. klagt, vielmehr durch seine Selbstreinigungskraft die Stärke
52. Der französische Rechnungshof unseres Systems bewiesen. Unter dem Eindruck dieses Ein-
Geschichte und verfassungsrechtliche Stellung zelfalls zu legiferieren ist gefährlich, weil dabei der allgemeine
Der Rechnungshof geht auf die 1320 in Paris gegründete Zusammenhang verlorengeht. Die Delegation der Kompe-
Rechnungskammer zurück. 1807 erhielt er seinen heutigen tenzen an einen Rechnungshof degradiere das Parlament,
Namen. Im gleichen Jahr wurde sein Aufgabenbereich neu weil viele Fragen politischer und nicht finanztechnischer Natur
umschrieben. Nach französischem Finanzrecht ist der Rech- sind. Sie anerkannte, dass Korrekturen durch eine bessere
nungshof Teil des öffentlichen Rechnungswesens. Handhabung bisheriger Rechtsgrundlagen nötig sind. Das
Gesetzliche Grundlagen wäre auch durch eine personelle Aufstockung des Sekreta-
Das Gesetz von 1807 legt für den Rechnungshof die gleichen riats der Finanzkommissionen und der Finanzdelegationen
Vorrechte fest wie für Frankreichs oberstes Gericht, den Kassa- möglich. Sie befürchtet mit einem Rechnungshof Doppelspu-
tionshof. Die Verfassung von 1958 regelt die Wahl der obersten rigkeiten anstelle der heutigen Doppelunterstellung. Die Mehr-
Beamten - sie werden direkt durch den Präsidenten der Repu- heit sieht in der Forderung nach Einbezug aller Fraktionen
blik ernannt - und die Funktion des Rechnungshofs: Er soll eine Rechtsungleichheit, weil damit bei kleinen Fraktionen, die
durch seine Arbeit Parlament und Regierung bei der Durchset- Chance in der Finanzkommision Einsitz zu nehmen, viel grös-
zung der Finanzgesetze unterstützen. ImGesetzvon 1967wird - ser ist als bei grossen Fraktionen. Demokratie heisst in diesem
schliesslich sein Aufgabenbereich umfassend festgelegt. Fall Vertretung im Verhältnis zur Stärke. Grosse Fraktionen
Aufgaben müssten bei einem Einzug der kleineren Fraktionen entspre-
Der Rechnungshof überprüft die Rechnungen der Verwaltung, chend mehr Sitze bekommen.
der staatlichen Unternehmungen, der nationalen öffentlichen Die Minderheit der Kommission betonte, dass die ausländi-
Institutionen und der Einrichtungen der Sozialversicherung. schen Rechnungshöfe gegründet worden seien, weil eine un-
Bei der Beurteilung der Rechnungen übernimmt er auch rich- abhängige Kontrolle gewollt war. Sie verwies auf das Beispiel
terliche Funktionen, ohne aber die Rechnungsführer belan-. der kürzlich eingeführten, doppelten Verwaltungskontrolle bei
gen zu können. Im weiteren obliegt ihm die aussergerichtlliche der Bundeskanzlei und beim Parlament. Bei genauer Defini-
Aufsicht über die vorschriftsmässige Geschäfts- und die Be- tion der Aufgabenbereiche gebe es keine Doppelspurigkei-
triebsführung der Dienststellen oder Aemter, die ganz oder zu- ten. Die Privatwirtschaft kenne Kontrollsysteme in der Rich-
mindest wesentlich den Bestimmungen der privaten Buchhal- tung des Controlling, welche Grauzonen verhindern sollen.
tung unterworfen sind. Der Rechnungshof überwacht auch Eine solche sei bei den Abrechnungen über Bundesbauten
den Vollzug der Finanzgesetze. Er kann auch die Finanzkom- festzustellen, welche zum Teil mit massiven Kreditunterschrei-
missionen informieren und von ihnen mit der Erledigung von tungen abschliessen. Das bedeutet, dass zu grosszügig bud-
Anfragen oder von umfassenden Untersuchungen beauftragt getiert wird und die öffentliche Hand vermutlich mehr zahlt als
werden. Der Rechnungshof ist befugt, alle Einnahmen und Private.
Ausgaben der staatlichen Einrichtungen zu kontrollieren. Da-
von ausgenommen sind die laufenden Ausgaben des Präsi- M. Reimann Maximilian présente au nom de la commission le
denten der Republik und die Kosten des Parlamentsbetriebs. rapport écrit suivant:
Unter besonderer Geheimhaltung überprüft der Rechnungs-
hof auch die Sonderfonds für Spionage und Gegenspionage. Nous vous soumettons conformément à l'article 21 ter de la loi
Organisation des Rechnungshofs sur les rapports entre les conseils le rapport de la commission
Der Rechnungshof besteht aus sieben Kammern, denen ein chargée du préavis sur l'initiative parlementaire déposée le
bestimmter Kontrollbereich zugeteilt ist. Er funktioniert wie ein 5 décembre 1990 par le groupe socialiste. Cette initiative exige
Gericht, weist aber einige Besonderheiten auf. So kontrolliert que soit supprimée la double subordination du Contrôle fédé-
er die Rechnungen von Amtes wegen. Das Verfahren ist ral des finances au Conseil fédéral et à l'Assemblée fédérale.
schriftlich, beruht auf umfassenden Untersuchungen und gibt Elle propose que cet organe soit à l'avenir subordonné uni-
den Parteien die Möglichkeit zur Stellungnahme. Die Entschei- quement au Conseil fédéral, et qu'une Cour des comptes in-
dungen werden im Kollegium getroffen. Die Angehörigen des dépendante soit instituée pour exercer la surveillance finan-
Rechnungshofs sind auf Lebzeiten gewählte Magistratsperso- cière de l'administration par le Parlement. Elle demande en
nen, die nicht zur Rechenschaft gezogen werden können. outre qu'un comité mixte des deux commissions des finances,
Initiative parlementaire. Contrôle des finances 1918 N 3 octobre 1991
formé de membres de tous les groupes parlementaires, ait au- Considérations de la commission
torité pour consulter tous les documents de la cour des comp- 1. Etat des travaux du Parlement et de l'Administration sur le
tes et pour lui confier des mandats. même objet
L'initiative déposée le 5 décembre 1990 par le groupe socia-
Développement des auteurs de l'initiative liste demande que le contrôle des finances soit à l'avenir sou-
L'auteur de l'initiative fait valoir notamment que le rapport mis au seul Conseil fédéral, qu'une cour des comptes soit ins-
CEP DMF «montre qu'il a été possible d'engager des dépen- tituée pour exercer la surveillance financière de l'administra-
ses considérables dans les domaines des services secrets tion par le Parlement, et qu'un comité mixte des deux Commis-
sans que les organes de la surveillance financière aient pu sions des finances formé de membres de tous les groupes po-
les examiner en connaissance de cause. En pratique, cha- litiques ait le droit de consulter tous les actes de la Cour des
que organe impliqué a présumé que les contrôles nécessai- comptes et de lui conférer des mandats.
res avaient été effectuées par un autre organe et s'est La commission a entendu, le 12 août 1991, le président de la
contenté d'une information sommaire sans faire d'examen Cour des comptes d'Autriche, M. Tassilo Broesigke, ainsi que
approfondi. En particulier, personne ne s'est soucié du cri- M. Jean Driol, conseiller-maître de la Cour des comptes de la
tère de la 'juste application du droit' (art. 5 de la loi sur le République française. Tous deux ont fait l'historique de leur or-
contrôle fédéral des finances)». gane respectif et exposé les motifs politiques qui ont présidé à
Pour cette raison, il faut supprimer la double subordination sa fondation, sa base juridique, son mode de fonctionnement,
prévue à l'article premier de ladite loi; le Conseil fédéral dispo- son organisation, ainsi que ses points forts et ses faiblesses.
serait d'un instrument lui permettant d'exercer sa propre sur- 2. Ampleur et calendrier des travaux parlementaires
veillance, lequel lui serait soumis exclusivement et ne devrait La majorité de la commission recommande de renoncer à
rendre de comptes qu'à lui. poursuivre les travaux parlementaires en la matière, car si le
En contrepartie, un nouvel organe serait créer pour exercer la Conseil national décidait de donner suite à l'initiative, il faudrait
surveillance financière de l'administration par le Parlement. entreprendre des éclaircissements approfondis pour complé-
Cet organe, fonctionnant comme une cour des comptes, se- ter les renseignements donnés par les experts autrichien et
rait indépendant du Conseil fédéral et de l'Administration. Il français. Il faudrait le cas échéant former, en sus de la commis-
devrait rendre compte à l'Assemblée, ou plus précisément, à sion chargée par le Conseil national de donner un préavis, une
ses Commissions des finances, et pour ce qui est des détails, commission d'experts qui aurait pour mandat de préparer un
à la Délégation des finances. Ces organes parlementaires se- projet de loi instituant une cour fédérale des comptes. La com-
raient aussi habilités à confier des mandats spécifiques à la mission du Conseil national disposerait d'un délai de deux ans
Cour des comptes, laquelle pourrait aussi procéder à des exa- pour présenter rapport et propositions.
mens de son propre chef. Le principe voulant que la nouvelle 3. Possibilité d'atteindre le même but par motion ou postulat
Délégation des finances se compose de membres de tous les Le but poursuivi par l'auteur de l'initiative pourrait être atteint
groupes parlementaires s'inspire du même critère que celui par une motion. La commission n'a toutefois pas examiné
formulé dans le rapport CEP DMF concernant la composition cette option.
d'une délégation de sécurité. Il faudrait veiller en particulier à 4. Opportunité en cas d'initiative populaire sur le même objet
assurer la représentation des intérêts des formations minoritai- Aucune initiative portant sur le même objet n'a été lancée ni
res au sein de la nouvelle Délégaton des finances. Il faudrait en déposée.
outre prévoir le droit pour une minorité qualifiée - par exemple 57. La Cour des comptes d'Autriche
deux membres de la Délégation des finances - d'ordonner un Elle a été fondée en 1791 en qualité de Chambre des comptes
examen. Il serait en effet contraire à l'esprit même des contrô- de la Cour et reconstituée en tant que Cour suprême des
les si ce droit était réservé aux majorités, car il arrive souvent comptes en 1867. Les critères selon lesquels elle exerce sa
que ce soient les minorités qui révèlent des irrégularités dont surveillance sont actuellement au nombre de cinq:
l'élucidation s'impose si l'on veut préserver la confiance dans a. exactitude des chiffres
les institutions. b. conformité à la loi
Développement devant la commission c. principe d'économie
Le porte-parole du groupe socialiste, le conseiller national d. efficacité
Leuenberger-Soleure, a rendu attentif à trois points princi- e. opportunité
paux: La Cour des comptes d'Autriche est soumise au Conseil natio-
a. La surveillance financière exercée par le Parlement corres- nal autrichien (Chambre du peuple) depuis 1918. Elle n'a pas
pond à sa responsabilité quant au budget. Cette surveillance de fonction judiciaire. Selon la doctrine dominante, elle relève
ne peut être transférée au gouvernement. Elle est d'une impor- du législatif. Sa base légale est établie par la constitution, par
tance fondamentale dans notre démocratie référendaire, puis- une loi d'exécution, et par son règlement, ce dernier étant de
que le peuple vote ses propres impôts. Le Parlement doit donc sa propre compétence.
assumer pleinement aux yeux du peuple sa responsabilité in- Tâches: II incombe en premier'lieu à la cour de surveiller la
divisible quant au budget et à la surveillance financière. gestion financière de l'Administration, de l'Institut d'assuran-
b. L'article premier de la loi sur le contrôle des finances prévoit ces sociales, et des entreprises qui sont pour au moins
que cet organe doit servir deux maîtres: le Conseil fédéral, res- 50 pour cent propriété de l'Etat fédéral, d'un Land, ou d'une
ponsable de l'administration des ressources publiques, et le Commune. La surveillance de la cour s'exerce uniquement a
Parlement, qui exerce la surveillance sur cette gestion. Cette posteriori-.
double subordination est une faiblesse du système. Elle est à Sa deuxième fonction est la clôture du compte d'Etat. Après la
l'origine de ces cas désagréables de gestion des finances fin de l'année budgétaire, la Cour des comptes soumet au
sans base légale claire, qui font mauvaise impression dans Conseil national le compte de fin d'exercice par la voie d'une
l'opinion publique. Tel est l'avis du rapport CEP DMF du loi portant décision. Les chiffres sont fournis par le ministère
26 avril 1991, qui aboutit à la conclusion peu édifiante que, des finances à la cour, qui fait des contrôles par sondages
s'agissant du devoir du secret concernant certaines activités dans les offices. Il ne s'agit pas d'un compte de recettes et dé-
militaires, les procédures suivies et les mécanismes d'informa- penses, mais plutôt d'un inventaire comptable sur le modèle
tion ont fonctionné mal ou incomplètement. d'un compte de charges et de bénéfices (compte de résul-
c. Exécutif et législatif doivent disposer chacun de leur propre tats). La cour a pour mission de signaler tout écart par rapport
organe de contrôle. La double subordination du Contrôle des aux prévisions budgétaires.
finances doit être abolie. Tous les groupes politiques doivent Troisièmement, la Cour des comptes est chargée de contresi-
être représentés dans la Délégation des finances. S'agissant gner les emprunts publics. Toute reconnaissance de dette éta-
de contrôle des dépenses, le but consiste à établir si une déci- blie par le ministre des finances doit être contresignée par le
sion est appropriée ou non. Il ne s'agit pas de porter des juge- président de la Cour des comptes, qui atteste ainsi que le mi-
ments politiques. Plus le spectre des opinions est large, et nistre a contracté cet emprunt dans les limites des compéten-
plus la crédibilité d'un organe de contrôle est grande. ces que lui a conférées le Parlement.
3. Oktober 1991 1919 Parlamentarische Initiative. Finanzkontrolle
L'organisation de la cour, ainsi que son statut constitutionnel, sions sont collégiales. Le personnel est composé de magis-
sont semblables à ceux d'un ministère. Son président peut trats, c'est-à-dire qu'il s'agit de personnes inamovibles, passi-
être nommé et révoqué que le Conseil national. Son niveau de bles d'aucune sanction.
responsabilité équivaut à celui d'un ministre. Il peut donc être Tour d'horizon des expériences: points fort et difficultés
déféré devant le tribunal constitutionnel. La cour comprend Les points forts sont pour l'essentiel, l'indépendance totale de
cinq sections, elles-mêmes subdivisées en huit divisions. la Cour et de ses magistrats, la collégialité, la contradiction
Quant à l'exécution, le mandat de procéder à un examen est permanente possible, ainsi que la faculté d'adaptation de la
donné par le président de la cour. Toutefois, un ministre, le Cour des comptes aux nouvelles missions qui lui ont été
Conseil national, ou une minorité, peut aussi déposer une de- confiées. En ce qui concerne les difficultés, il est délicat de
mande d'examen. Après vérification des livres et autres docu- concilier une procédure pesante avec des délais courts. Il y a
ments sur place, les constatations faites sont formulées dans également un problème déformation des magistrats car paral-
un rapport adressé au service qui a fait l'objet de l'examen. Il lèlement au contrôle juridictionnel, il existe un contrôle sous
s'ensuit alors un échange de correspondance dont le résultat forme d'audit faisant appel à l'informatique ou à la gestion fi-
est inclus dans le rapport d'activité, lui-même soumis au nancière. La cour peu connue du public, voire des membres
Conseil national. L'expérience a montré que le principal pro- du Parlement a des relations difficiles avec la presse en raison
blème se situe entre la nécessité du secret d'une part et l'inté- des fuites lors de la transmission des rapports. Enfin, la cour
rêt du public à être informé des résultats d'autre part. Le conflit dispose de moyens insuffisants soit, 200 magistrats pour
est aggravé lorsque les médias se font l'écho de résultats pou- contrôler l'ensemble de l'économie publique.
vant jeter le discrédit sur des personnes ou sur les organes de 53. Discussion
l'Etat. La Cour des comptes ne peut placer des faits sous le La majorité de la commission a souligné que la comparaison
sceau du secret, puisqu'elle est un organe du Parlement. Elle entre le système suisse et ceux de l'Autriche et de la France
doit aussi éviter toute publicité dommageable, car le but du soulève des difficultés. Une étude n'a pas permis d'évaluer les
contrôle des comptes est de servir au bien de la collectivité. La diverses formes d'organisation. L'origine monarchique des
difficulté consiste à trouver un équilibre entre ces exigences deux modèles examinés est évidente: leur appareil adminis-
contradictoires. tratif est lourd et compliqué, et son fonctionnement ne donne
52. La Cour des comptes de la République française pas toujours satisfaction. Un organe de contrôle ayant des
Historique et insertion dans la Constitution pouvoirs judiciaires est impensable en Suisse.
La Cour des Comptes est l'héritière de la Chambre des Comp- D'ailleurs, le rapport CEP DMF ne met pas en cause le
tes de Paris de 1320. C'est en 1807 qu'elle reçoit son nom défi- Contrôle des finances. Il met plutôt en évidence sa capacité
nitif et des attributions différentes. Selon les principes du droit de se corriger de lui-même. Légiférer en raison d'un cas ex-
financier français, elle s'intègre dans un système particulier ceptionnel serait dangereux, car on risquerait ainsi de perdre
qui est celui de la «comptabilité publique». la vue d'ensemble. La délégation de compétences à une
Bases juridiques: cour des comptes dégraderait le Parlement, car nombre de
La loi de 1807 stipule que la Cour des comptes a les mêmes questions ont un caractère politique et non purement finan-
prérogatives que la Cour de cassation qui est le tribunal su- cier.
prême en France. La Constitution de 1958 dit que les hauts La commission reconnaît que des correctifs sont nécessaires
fonctionnaires sont nommés par le Président de la République et qu'il faut appliquer plus rigoureusement les normes légales
et que «la Cour des comptes assiste le Parlement et le gouver- existantes. Il serait possible de le faire en renforçant le person-
nement dans le contrôle de l'exécution des lois de finances». nel des Commissions des finances et de la Délégation des fi-
Enfin, la loi de 1967 est le texte fondamental qui codifie l'en- nances. Il y a lieu aussi de craindre que l'institution d'une cour
semble des dispositions de la Cour des comptes. des comptes ne ferait que remplacer la double subordination
Tâches: par le double emploi.
La Cour juge les comptes des comptables publics principaux La majorité de la commission voit une inégalité en droit dans
ainsi que des établissements publics nationaux. Est réputé l'exigence posée par l'initiative concernant la représentation
comptable public, tout décideur ayant eu affaire à des deniers de tous les groupes, car une telle règle favoriserait les groupes
publics. En tant que tribunal, elle rend donc des arrêts sur les numériquement faibles en renforçant les chances de leurs
comptes en faisant des remarques. A noter que la Cour n'a membres de siéger dans une des Commissions des finances.
pas de pouvoir juridictionnel sur les administrateurs. Elle effec- Logiquement, si l'on voulait que les petits groupes soient tous
tue également un contrôle non juridictionnel de la régularité représentés, il faudrait accorder plus de sièges aux grand
des opérations et de la qualité de la gestion des services. Cela groupes.
touche les services ou organismes soumis aux règles die la La minorité de la commission a souligné que la Cour des
comptabilité publique ainsi que les organismes soumis en to- comptes des pays étudiés a été fondée parce qu'on voulait
talité ou pour l'essentiel aux règles de la comptabilité privée. instituer un contrôle indépendant. Elle a relevé le cas du
Elle a d'autre part le devoir de faire un contrôle de l'exécution contrôle administratif, pour lequel des organes distincts ont
des lois de finances. Pour terminer, la Cour peut prendre l'ini- été créés pour le gouvernement et le Parlement. Il suffirait pour
tiative de faire des communications aux Commissions des fi- éviter le double emploi de définir exactement les domaines de
nances et à l'inverse, être amenée à répondre à leurs deman- compétences. Le secteur privé connaît des organes de
des ou encore devoir lancer des enquêtes lourdes exigées par contrôle de gestion, pour lesquels les atributions sont claire-
ces mêmes commissions. ment définies, ce qui permet d'éviter les zones «grises». On
La Cour des comptes a la compétence de contrôler toutes les constate l'existence d'une telle zone grise dans les comptes
dépenses et recettes des services de l'Etat, sauf les dépenses des constructions fédérales, où certains postes clôturent net-
courantes du Président de la République et les dépenses de tement en-dessous des prévisions budgétaires. On peut en
fonctionnement du Parlement. Il est à remarquer que les fonds déduire que les prévisions budgétaires ont été trop «généreu-
spéciaux relevant de l'espionnage et du contre-espionnage ses» et que les pouvoirs publics sont prêts à dépenser plus
sont contrôlés par la Cour dans le plus grand secret. Le do- que le secteur privé.
maine de compétence de la Cour s'étale aux établissements
publics de l'Etat, aux entreprises publiques nationales, aux or-
ganismes bénéficiaires d'un concours financier et aux orga- Antrag der Kommission
nismes de sécurité sociale. Die Kommission beantragt mit 12 zu 6 Stimmen:
Organisation de la Cour des comptes: Mehrheit
La Cour est composée de sept chambres se répartissant les Der Initiative keine Folge geben
différents types de contrôles. La procédure est celle d'un tribu- Minderheit
nal qui a néanmoins certaines particularités. Par exemple, la (Leuenberger-Solothurn, Eggenberger Georges, Hafner Ru-
Cour se saisit d'office des comptes à contrôler. D'autre part, la dolf, Leemann, Stappung, Weder-Basel)
procédure est écrite, inquisitoire, contradictoire et les déci- Der Initiative Folge geben
Initiative parlementaire. Contrôle des finances 1920 N 3 octobre 1991
Proposition de la commission staatspolitischen Aufgabe entziehen. Keinesfalls könnten Ar-
La commission propose par 12 voix contre 6: gumente der Zeitknappheit akzeptiert werden. Für derart zen-
Majorité trale Aufgaben des Parlamentes muss man sich die Zeit neh-
Ne pas donner suite à l'initiative men, auch wenn das am zweitletzten Sessionstag ist. Sonst
Minorité nimmt man veraltete oder mangelhafte Strukturen in Kauf.
(Leuenberger-Soleure, Eggenberger Georges, Hafner Rudolf, Dies bedeutete aber, dass auch in Zukunft Skandale oder son-
Leemann, Stappung, Weder-Bâle) stige Staatskrisen riskiert würden. Mein Wunsch ist es aller-
Donner suite à l'initiative dings, dass dies der Schweizer Bevölkerung erspart bleibt.
Ich bitte Sie deshalb, dem Ordnungsantrag, die Initiativen der
Ordnungsantrag Hafner Rudolf SP-Fraktion und der grünen Fraktion in Kategorie III zu behan-
Behandlung der Geschäfte 90.267 und 90.270 in Kategorie III. deln, zuzustimmen.
Motion d'ordre Hafner Rudolf Reimann Maximilian, Berichterstatter: Ich möchte Sie bitten,
Traiter les objets 90.267 et 90.270 en catégorie III. diesen Ordnungsantrag ausfolgenden Gründen abzulehnen:
1. Parlamentarische Initiativen, die in der vorberatenden Kom-
Hafner Rudolf: Die grüne Fraktion stellt den Ordnungsantrag, mission deutlich, im Verhältnis 2 zu 1 oder noch klarer, abge-
es seien die beiden parlamentarischen Initiativen - jene der lehnt worden sind, mögen im Plenum in solche Kategorien
SP-Fraktion zur Neuordnung der parlamentarischen Finanz- eingeteilt werden, die uns zeitlich möglichst wenig belasten.
kontrolle und jene der grünen Fraktion zur Verstärkung der Das ist bei den beiden in Frage kommenden Initiativen der
parlamentarischen Finanzaufsicht - in der Kategorie III zu be- Fall: Die Initiative der Sozialdemokraten wurde mit 12 zu 6 und
handeln. Kategorie III bedeutet, dass eine Diskussion möglich diejenige der grünen Fraktion mit 11 zu 4 Stimmen abgelehnt.
ist und dass sich auch die Fraktionen zu diesen beiden Ge- Die Einteilung in Kategorie III ist daher kaum gerechtfertigt.
schäften äussern können. 2. Alle hier im Plenum sprechen von Parlamentsreform. Alle
Ich begründe jetzt, warum es wichtig ist, dass man dieses hier wollen, dass wir unsere Arbeit effizienter und speditiver
Thema diskutieren kann. vorantreiben. Wenn es aber darum geht, diesen Vorsatz in die
Bei beiden parlamentarischen Initiativen geht es nämlich um Tat umzusetzen, werden viel zu viele von uns immer wieder
eine Verbesserung der Finanzaufsicht. Es ist zwar aus dem rückfällig, so heute unser Kollege Hafner.
vorhergehenden Geschäft deutlich geworden, dass man im Schieben wir also solchen Rückfällen einen Riegel, tragen wir
Schweizerland nicht so gerne Aenderungen hat. Da es aber zur speditiven Erledigung auch der heutigen Traktandenliste
um eine deutliche Verbesserung der Finanzaufsicht geht, bei, und lehnen wir seinen Ordnungsantrag ab.
müsste man meiner Meinung nach die Sache doch genauer
anschauen. M. Savary-Vaud, rapporteur: Je vous propose de rejeter la
Die Initiative der SP-Fraktion, die in der Kommission auch un- motion d'ordre. Nous ne sommes pas secoués par les scan-
sererseits unterstützt wurde, wollte die Einsetzung eines Rech- dales financiers. De plus, la commission a fait à mon avis un
nungshofes. Die Hearings in der Kommission haben ergeben, excellent travail et elle s'est entourée d'experts. Nous avons
dass man in anderen europäischen Ländern tatsächlich an- longuement débattu de ce problème, les votes ont été très
dere Modelle der Finanzaufsicht hat. Sie haben meistens die nets, il est donc inutile d'engager un long débat là-dessus.
Form eines Rechnungshofes. Wenn man sonst schon immer
von Eurokompatibilität spricht, muss man feststellen, dass die Abstimmung - Vote
Schweiz auf diesem Gebiet gar nicht europafähig ist. Ich Für den Antrag der Kommission
glaube, dass dieses Thema von selten der SP und auch unse- (Kategorie IV und V) 48 Stimmen
rerseits, von der grünen Fraktion, zu Recht aufgegriffen wor- Für den Antrag Hafner Rudolf
den ist. (Kategorie III) 27 Stimmen
Die Initiative der grünen Fraktion schlägt - man kann sagen -
eine pragmatische Lösung vor, die auf dem Bestehenden auf- Leuenberger-Solothurn, Sprecher der Minderheit: Namens
baut, aber etwas weiter geht als das bisherige System. Die Fi- der Minderheit beantrage ich Ihnen, es sei der parlamentari-
nanzdelegation würde nämlich durch Mitglieder weiterer Frak- schen Initiative 90.267 Folge zu geben.
tionen erweitert und damit aufgewertet. Die Kommission hat Lassen Sie mich zwei, drei Vorbemerkungen zu dieser parla-
diese Idee durchaus aufgenommen und Verständnis dafür ge- mentarischen Finanzkontrolle machen. Ich komme nicht um-
zeigt. Mit einem Postulat, das die Mehrheit akzeptiert hat, hin, Ihnen hier einmal mehr zu sagen, dass das Budgetrecht
schlägt sie vor, die Delegation sei um ein Mitglied zu erweitern. des Parlamentes neben der Gesetzgebung zu den wichtigsten
Aus unserer Sicht müsste dieses Mitglied selbstverständlich und ältesten Aufgaben aller Parlamente gehört. Die Budget-
einer Nichtregierungspartei angehören. Damit wird eine bes- verantwortung ist aber allein nicht genügend. Ihr entspricht
sere Aufsicht gewährleistet. Keinesfalls dürfen sich die Regie- notwendigerweise, als unabdingbare Ergänzung, die parla-
rungsparteien in der Finanzaufsicht ein Monopol zuschanzen. mentarische Oberaufsicht über den Finanzhaushalt. Der Fest-
Wenn ihnen das nicht klar wäre, hätten sie die Regeln der De- legung der Mittelverwendung muss die Kontrolle der effekti-
mokratie und des Minderheitenschutzes nicht so ganz begrif- ven Mittelverwendung folgen. Somit sind Budgethoheit und
fen. Auch die Mitglieder der kleinen Fraktionen und jene Teile die Verantwortung für die Finanzoberaufsicht unteilbar beim
der Bevölkerung, die sie vertreten, zahlen Steuern; also müs- Parlament.
sen auch sie sehen, was mit den Steuergeldern passiert. Ich Diese Tatsache - so meinen wir- hat in einer Referendumsde-
glaube, in diesem Bereich müsste man wirklich Glasnost mokratie eine ganz besondere Bedeutung. Das Volk auferlegt
üben. sich in Volksabstimmungen selber Steuern - ein Unikum welt-
Die letzten Jahre und die Erkenntnisse der Puk EMD haben weit, soviel ich weiss -, es will ganz sicher sein, dass seine Re-
unsere Kreise sensibel gemacht. Auf die Dauer würde es nicht präsentanten den wirtschaftlichen Mitteleinsatz minutiös, ex-
gutgehen, wenn man einfach so weiterfahren würde wie bis- akt, unparteiisch überwachen oder überwachen lassen. Die
her. Rechtsstaatlichkeit spielt auch eine ganz besondere Rolle. Die
Am Golde hängt doch alles: Man kann erkennen, dass das Rechtsgrundlagen haben jeden Mitteleinsatz zu rechtfertigen.
Geld ein wesentlicher Machtfaktor ist. Die Oeffentlichkeit hat Das Parlament hat also die Rechtmässigkeit aller Ausgaben zu
aber ein Recht zu wissen, wie sich alle Fraktionen zu einer Ver- überprüfen.
besserung der Finanzaufsicht im Interesse der Bevölkerung Das Parlament kann seine Oberaufsicht über die Finanzen nie
stellen. Falls die bürgerliche Mehrheit die Behandlung dieses und niemals an die Exekutive abtreten, etwa in der Meinung,
Geschäfts in Kategorie III ablehnen würde, müsste man leider diese habe ja nach unserem System die Finanzaufsicht und
annehmen, sie sei nicht an einer Verbesserung der Finanzauf- könne ganz gut gleich auch noch bei der Oberaufsicht mitwir-
sicht interessiert. Sie würde damit ihrer Verantwortung in die- ken. Die Exekutive wird nämlich notwendigerweise den Eigen-
sem Geschäft nicht nachkommen und sich einer wichtigen gesetzlichkeiten der Verwaltung stets viel stärker ausgesetzt
3. Oktober 1991 1921 Parlamentarische Initiative. Finanzkontrolle
sein als das Parlament. Das Parlament kann seine unteilbare das verlangt ja in diesem Haus niemand ernsthaft. Solange
Verantwortung für Budget und Oberaufsicht über die Finanzen man mit fünf Personen eine Fraktion bilden kann, gibt es aus
nicht teilen. Es muss sie selber wahrnehmen und für das Volk meiner Sicht keinen Grund, diese Fraktionen nicht auch alle-
sichtbar und spürbar ausüben, um eben dem Volk die Zustim- samt an der Ausführung dieser Kontrollaufgaben zu beteili-
mung zur Mittelbewilligung zu erleichtern, ja überhaupt zu er- gen.
möglichen. Nur wenn in gründlicher, steter, konsequenter Prü- Ich wiederhole: Es geht darum, das Vertrauen in allen Kreisen
fungsarbeit Vertrauen in den Finanzhaushalt stets neu erwor- der Bevölkerung neu zu schaffen, neu herzustellen und zu er-
ben, geschaffen und erhalten wird, ist auf mittlere und lange halten. Ich habe bei früherer Gelegenheit, als es um die Sicher-
Sicht die Mittelbeschaffung in der direkten Finanzdemokratie heitsdelegation ging, darauf hingewiesen, dass man einen
überhaupt möglich und langfristig zu sichern. Verteilungsschlüssel zwischen National- und Ständerat an-
Sie werden mir nun nicht widersprechen wollen, wenn ich be- wenden könnte wie bei der Europaratsdelegation. Damals hat
haupte, dass unser parlamentarisches Finanzaufsichtssystem allerdings Bundesrat Koller etwas voreilig behauptet, das wäre
einige Mängel aufzuweisen hat. Ich will Sie nicht langweilen, verfassungswidrig, während seine Juristen auf der Experten-
und ich will Sie ausnahmsweise auch nicht ärgern. Ich zitiere bank mir gesagt haben, dass wäre nur verfassungswidrig,
Ihnen nur einen Satz aus dem Bericht der Puk EMD. Dort steht wenn dieses Organ Beschlusskompetenzen hätte, aber nach-
auf Seite 208 schlicht und einfach: «Eine parlamentarische dem dieses Organ ja bloss Antrag stellt, kann von Verfas-
Aufsicht über die Finanzen der Organisation P-26 konnte die sungswidrigkeit keine Rede sein.
Puk EMD nicht feststellen.» Ich darf Sie also bitten, zu ermöglichen, dass man dieser
Ich finde, dass dieses Zitat sehr viel sagt. Offenbar haben un- Frage weiter nachgeht, und ich bitte Sie, mit der Minderheit
sere parlamentarischen Aufsichtsmittel in einer ganz bestimm- der Initiative Folge zu geben.
ten Situation auf einem sehr heiklen Gebiet versagt. Ich gebe
zu, dass die Finanzdelegation inzwischen Massnahmen ange- Reimann Maximilian, Berichterstatter: Wenn wir über diese
ordnet oder vorgeschlagen hat, eine davon wird Gegenstand parlamentarische Initiative der sozialdemokratischen Fraktion
der nächsten parlamentarischen Initiative sein; eine gute zu befinden haben, möchte auch ich -wie eben Kollege Leu-
Massnahme. Ich finde aber, dass diese Massnahmen die auf- enberger-Solothurn - Ihre Aufmerksamkeit vorerst auf den
gezeigten Missstände nur teilweise zu beheben vermögen. nächsten Punkt der Traktandenliste lenken. Sie ersehen dort,
Insbesondere lösen die von der Delegation selber beschlos- dass Kollege Züger eine parlamentarische Initiative mit ähnli-
senen Massnahmen und Vorschläge das Grundproblem der cher Stossrichtung eingereicht hat. Herr Züger will ebenfalls
Doppelunterstellung der Eidgenössischen Finanzkontrolle die Finanzkontrolle verstärken, nicht durch die Schaffung ei-
unter das Parlament und unter den Bundesrat nicht. nes unabhängigen Rechnungshofes, sondern durch eine ein-
So wenig diese Doppelunterstellung sinnvoll ist, so wenig fache Ergänzung des Bundesgesetzes über die Eidgenössi-
kann bestritten werden, dass der Bundesrat zur Ausübung sei- sche Finanzkontrolle. Danach sei bei besonderen Vorkomm-
ner Aufsicht ein Instrument benützt. Aber sobald dieses Instru- nissen in einzelnen Dienststellen eine obligatorische Melde-
ment zugestanden ist, muss man auch dem Parlament ein In- pflicht an den zuständigen Departementschef und an den Fi-
strument zugestehen, damit es seine Oberaufsicht wahrneh- nanzminister sicherzustellen. Unsere Kommission hat einstim-
men kann, und dieses Instrument kann mit dem bundesirätli- mig, mit 19 zu 0 Stimmen, beschlossen, der Initiative Züger
chen nicht identisch sein. Es darf daran erinnert werden, dass Folge zu geben. Ich stelle diese Bemerkung deshalb so aus-
kürzlich bei der Verwaltungskontrolle ebenfalls der Weg der geprägt an den Anfang meiner Ausführungen, weil der Initia-
Trennung beschriften worden ist. Es gibt ein Instrument der tive Züger ähnliche Motive zugrunde liegen wie der Initiative
Verwaltungskontrolle bei der Bundeskanzlei und - absolut un- der SP-Fraktion. Diese Motive gehen auf die Puk EMD und die
abhängig davon - eine Stelle für Verwaltungskontrolle, die der dort festgestellten geheimen Dienste zurück. Diese Dienste
GPK untersteht und die dem Parlament zur Verfügung steht. hatten bekanntlich ausserhalb des Verantwortungs- und Kon-
Wir haben die Form der Initiative, der allgemeinen Anregung, trollbereiches der ordentlichen Finanzaufsicht gewisse Aus-
gewählt, um auszudrücken, dass wir ein Problem zur Diskus- gaben getätigt.
sion stellen wollen und nicht pfannenfertige Lösungen anbie- Unsere Kommission wollte es also nicht einfach tel quel beim
ten. Wir möchten, dass eine Kommission dieser Sache weiter alten System bewenden lassen. Was uns die SP-Fraktion mit
nachgeht und geeignete Vorschläge unterbreitet. Unsere In- ihrer Initiative vorgeschlagen hat, geht der Mehrheit der Kom-
itiative, die in vier Punkte gegliedert ist, verlangt zum ersten, mission aber eindeutig zu weit. Mit 12 zu 6 Stimmen haben wir
die Doppelunterstellung der Finanzkontrolle unter Bundesrat deshalb beschlossen, dieser Initiative keine Folge zu geben;
und Bundesversammlung sei aufzuheben; zum zweiten hält mit der Idee des Kollegen Züger glauben wir, dem durch die
die Initiative fest, dass selbstverständlich der Bundesrat ein Fi- Puk EMD offengelegten Mangel in der Finanzkontrolle genü-
nanzkontrollorgan braucht, und das könnte beispielsweise im gend entgegengewirkt zu haben.
wesentlichen die heutige Finanzkontrolle sein. Damit die Bun- Die Idee der SP-Fraktion schiesst nach Ansicht der Kommis-
desversammlung ebenfalls ein Instrument zur Wahrnehmung sionsmehrheit eindeutig übers Ziel hinaus. Wir anerkennen
ihrer Kontrollaufgaben hat, haben wir angeregt, es sei ein un- zwar, dass die Unterstellung der Eidgenössischen Finanzkon-
abhängiger Rechnungshof zu schaffen, der diese Kontrollauf- trolle unter den Bundesrat einerseits und unter die Bundesver-
gaben im Auftrag des Parlamentes wahrnimmt und Bericht er- sammlung andererseits nicht gerade ideal ist: Zwei Herren
stattet, also eine Professionalisierung dieser Aufsicht. Und da- kann man bekanntlich nicht immer optimal dienen, da gebe
mit die Verbindung geschaffen ist, haben wir eine aus allen ich Herrn Kollege Leuenberger vollauf recht. Die Doppelunter-
Fraktionen des Parlaments zusammengesetzte Kommission, stellung hat aber auch ihre Vorteile: Denken Sie nur an die Sy-
einen Ausschuss, vorgeschlagen - die in etwa der heutigen Fi- nergieeffekte; denken Sie daran, wie viel mehr bürokratischer
nanzdelegation entspricht-, die die politische Umsetzung der Aufwand geleistet werden muss, wenn sowohl die Finanzkon-
Schlussfolgerungen des Rechnungshofs besorgen würde. trolle als auch ein unabhängiger Rechnungshof die gleiche Ar-
Ein Detail, das mir sehr zentral scheint, ist die Zusammenset- beit zu verrichten haben.
zung dieses parlamentarischen Organs, dieser Finanzdelega- Damit habe ich Ihnen gleich das Hauptargument geliefert, das
tion: Wir sind und bleiben der Meinung, dass danach getrach- die Kommissionsmehrheit zu ihrem negativen Entscheid be-
tet werden muss, dass alle Fraktionen in diesem Gremium ver- wogen hat. Wir hatten uns in unseren Hearings von den zu-
treten sein können, denn um die Vertrauensbildung zu erwir- ständigen Chefs den österreichischen und den französischen
ken, die ich vorhin erwähnt habe, ist es nötig, dass alle im Par- Rechnungshof vorstellen lassen. Die Ausführungen der bei-
lament als Fraktionen anerkannten Gruppen Zugang zu dieser den Herren können Sie ziemlich detailliert in unserem Kom-
Kontrollaufgabe haben. Ich muss Ihnen auch sagen: Wenn missionsbericht nachlesen: Da sind Hundertschaften von
man sagt, die Kleinen sind auch gar klein, das geht nicht, dann Kontrolleuren am Werk. Eine enorme Bürokratie also, die un-
müsste man redlicherweise die Fraktionsbildung im Parla- seren.schweizerischen Eigenheiten kaum entspricht. Man darf
ment erschweren, oder man müsste das Wahlrecht ändern sich zu Recht fragen, ob bei derart personalintensiven Rech-
und wie die Deutschen eine 5-Prozent-Klausel einführen, aber nungshöfen Aufwand und Ertrag überhaupt in einem vernünf-
Initiative parlementaire. Contrôle des finances 1922 N 3 octobre 1991
tigen Verhältnis zueinander stehen; die Kommissionsmehrheit #ST# 90.268
bezweifelt es jedenfalls.
Ebenso wäre es falsch, unter dem Eindruck eines Einzelfalles Parlamentarische Initiative
neue Gesetze zu machen. Unser aktuelles System ist nämlich (Züger)
nicht so schlecht, als dass wir es gleich über Bord zu werfen
und durch einen Rechnungshof zu ersetzen hätten. In Punkt 4 Revision von Artikel 15 des Bundesgesetzes
verlangt die SP-lnitiative zudem eine Erweiterung der Finanz- über die Eidgenössische Finanzkontrolle
delegation unter Einbezug aller Fraktionen. Dieses Anliegen Initiative parlementaire
ist ziemlich identisch mit der parlamentarischen Initiative der (Züger)
grünen Fraktion, die als übernächstes Geschäft traktandiert Contrôle fédéral des finances.
ist. Ich werde dort näher auf die Gründe eintreten, warum Révision de l'article 15 de la loi
diese Forderung der Kommissionsmehrheit nicht opportun er-
scheint. Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN
Für den Moment bitte ich Sie also, der Kommissionsmehrheit
zu folgen und der parlamentarischen Initiative der sozialdemo-
kratischen Fraktion keine Folge zu geben.
M. Savary-Vaud, rapporteur: La commission devait répondre
à la question suivante: faut-il modifier et renforcer le contrôle Wortlaut der Initiative vom 10. Dezember 1990
des finances de la Confédération? Pour répondre à cette ques- Artikel 15 des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Fi-
tion délicate, la commission avait fait appel à deux experts nanzkontrolle ist durch einen neuen Absatz 3 zu ergänzen:
étrangers. Cela nous a permis d'avoir des points de comparai- Abs. 3 (neu)
son très intéressants. Mais très tôt, il est apparu que chez nos Besondere Vorkommnisse und Beanstandungen hinsichtlich
voisins français et autrichiens la surveillance financière exer- des Finanzgebarens einzelner Dienststellen sind dem zustän-
cée par une cour des comptes reposait sur un appareil ad- digen Departementschef sowie dem Vorsteher des Finanzde-
ministratif et juridique impressionnant. Une cour des comptes partements zu melden. Betreffen die festgestellten Mängel
basée sur l'un ou l'autre des systèmes présentés est inapplica- das Finanzgebaren von Dienststellen des Eidgenössischen
ble dans notre pays. De plus, nous ne sommes pas persuadés Finanzdepartementes, ist der Bundespräsident beziehungs-
que le contrôle financier est mieux exercé avec les systèmes weise der Vizepräsident in Kenntnis zu setzen.
de nos voisins. Notre pays est différent dans ses structures. Il
n'a pas de grandes sociétés nationalisées. Le fédéralisme Texte de l'initiative du 10 décembre 1990
nous permet des contrôles dans les cantons et les communes. L'article 15 de la loi sur le Contrôle fédéral des finances est
Par conséquent, nous n'avons pas besoin d'un appareil impo- complété d'un alinéa 3 ayant la teneur suivante:
sant pour exercer le contrôle financier de la Confédération. Al. 3 (nouveau)
Par ailleurs, il n'est pas certain qu'avec un système différent Toute anomalie ou contestation concernant la gestion finan-
les problèmes d'engagement financier, pour les services se- cière d'un service administratif doit être signalée au chef du
crets par exemple, soulevés par la Commission d'enquête par- département compétent ainsi qu'au chef du Département des
lementaire, n'aient pas eu lieu. En France - si je cite encore finances. Si le manquement constaté est le fait d'une unité du
une fois cet exemple - la Cour des comptes ne contrôle pas les Département des finances, le président de la Confédération,
dépenses des services secrets. ou le cas échéant le vice-président, doit en être informé.
De l'avis de la commission, un seul incident n'est pas suffisant
pour opérer un changement complet dans notre façon de pro- Herr Reimann Maximilian unterbreitet im Namen der Kommis-
céder. Il n'y a pas eu de scandale financier à proprement par- sion den folgenden schriftlichen Bericht:
ler, il n'y a eu que quelques lacunes qu'il s'agit de corriger.
Notre système est simple et fonctionne bien. A l'instar de nom-
breux domaines de notre Etat, le contrôle financier de la Wir unterbreiten Ihnen hiermit gemäss Artikel 21ter des Ge-
Confédération est soumis à une réglementation pragmatique, schäftsverkehrsgesetzes den Bericht der vorprüfenden Kom-
adaptée à nos besoins et qui a fait ses preuves. La commis- mission über die von Nationalrat Züger am 10. Dezember
sion a toutefois admis que le système était perfectible. C'est la 1990 eingereichte parlamentarische Initiative, welche ver-
raison pour laquelle elle vous propose de donner suite à une langt, den Artikel 15 des Bundesgesetzes über die Eidgenös-
autre initiative parlementaire, celle de M. Züger, qui vous sera sische Finanzkontrolle durch einen neuen Absatz 3 zu ergän-
soumise tout à l'heure et qui n'a pas rencontré d'opposition. zen.
En conclusion, la commission, par 12 voix contre 6, vous pro-
pose de ne pas donner suite à l'initiative du groupe socialiste. Begründung des Initianten
Der Bericht der Parlamentarischen Untersuchungskommis-
Abstimmung - Vote sion, Puk EMD, vom 17. November 1990 hat erhebliche Män-
Für den Antrag der Mehrheit gel bei der Organisation und Wahrnehmung sowohl der parla-
(keine Folge geben) 60 Stimmen mentarischen als auch der verwaltungsinternen Finanzauf-
Für den Antrag der Minderheit sicht zutage gefördert. Was die Aufsichtsbefugnisse des Parla-
(Folge gegen) 28 Stimmen ments betrifft, konnten die entsprechenden Kontrollkompe-
tenzen im Verantwortungsbereich des EMD vor allem deshalb
nicht umfassend ausgeübt werden, weil die zuständigen Or-
gane der Finanzkontrolle ihrer gesetzlich statuierten Berichter-
stattungspflicht (Art. 14 des Bundesgesetzes über die Eidge-
nössische Finanzkontrolle) nicht nachgekommen sind.
Anderseits hat der Bericht auch in aller Deutlichkeit aufgezeigt,
dass die Ablauforganisation der verwaltungsinternen Finanz-
aufsicht, wie sie in Artikel 15 des erwähnten Gesetzes um-
schrieben ist, den Anforderungen der Praxis nicht genügt. So
kann der Bundesrat als politisch verantwortliche Kollegialbe-
hörde seine Aufsichtsbefugnisse nicht hinreichend wahrneh-
men, wenn die Finanzkontrolle gemäss den einschlägigen
Gesetzesbestimmungen (Art. 15 Abs. 2 des Finanzkontrollge-
setzes) ermächtigt ist, Beanstandungen auf der Stufe einzel-
ner Dienststellen abschliessend zu regeln, ohne dass diese
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Parlamentarische Initiative (Sozialdemokratische Fraktion) Neuordnung der
parlamentarischen Finanzkontrolle
Initiative parlementaire (Groupe socialiste) Réforme du contrôle parlementaire des
finances
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1991
Année
Anno
Band IV
Volume
Volume
Session Herbstsession
Session Session d'automne
Sessione Sessione autunnale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.267
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 03.10.1991 - 15:00
Date
Data
Seite 1915-1922
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Pagina
Ref. No 20 020 377
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