Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 90-225 KI-generiert

Arms Referendum and Moratorium Initiatives Rejected

Geschäftsnummer VPB 90-225
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The National Council debated two initiatives concerning arms expenditure. The first, the "Arms Referendum" initiative, proposed that federal laws and decisions involving credits for war material, military construction, land acquisition, or military research and development be subject to popular vote if demanded by 50,000 citizens or eight cantons. The Council ultimately rejected this initiative, siding with the commission's argument that it was unwise to single out arms expenditure for a referendum when a general financial referendum had previously been rejected. The second initiative, the "Arms Moratorium," proposed a five-year halt on arms procurement, military construction, land acquisition, and research and development. The Council also rejected this, largely echoing the previous arguments against singling out arms spending and noting that a similar initiative had already been rejected by parliament, the people, and the cantons.

Legislator-Regeste

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Art. 68 GRN, Art. 68 RCN, Art. 89 Absatz, Art. 1 Abs. 1 men, Art. 1 al. 1 nern, Art. 68 GRN-Catégorie; Arms Referendum and Moratorium Initiatives Rejected: The first, the "Arms Referendum" initiative, proposed that federal laws and decisions involving credits for war material, military construction, land acquisition, or military research and development be subject to popular vote if demanded by 50,000 citizens or eight cantons. The Council ultimately rejected this initiative, siding with the commission's argument that it was unwise to single out arms expenditure for a referendum when a general financial referendum had previously been rejected. The second initiative, the "Arms Moratorium," proposed a five-year halt on arms procurement, military construction, land acquisition, and research and development. The Council also rejected this, largely echoing the previous arguments against singling out arms spending and noting that a similar initiative had already been rejected by parliament, the people, and the cantons.

Schlagwörter

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Finanzreferendum Volksinitiative militärische Forschung Volksabstimmung Forschung und Entwicklung Gegenvorschlag
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 1 Abs. 1

This article is cited in relation to the "Bundesbeschluss l über den Voranschlag für das Jahr 1992" (Federal Decree concerning the Budget for the year 1992), indicating it forms the basis for the parliamentary decision on the budget, which includes the debated 'Swissline' item.

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Volltext

12. Dezember 1991 2399 Parlamentarische Initiativen. Rüstung

3600.107 Nationales Informations- und Reservationssystem #ST# 90.225

«Swissline»

Festhalten Parlamentarische Initiative

(Hubacher)

Anirag Hari

Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Rüstungsreferendum

Initiative parlementaire

705 Office fédéral de l'industrie, des arts et métiers et du travail (Hubacher)

Proposition de la commission Référendum en matière d'armement

3600.107 Système national d'information et de réservation

«Swissline» Kategorie III, Art. 68 GRN - Catégorie III, art. 68 RCN

Maintenir

Proposition Hari

Adhérer à la décision du Conseil des Etats

Jaeger, Berichterstatter: Ich gebe Ihnen die Entscheidungen Wortlaut der Initiative vom 8. Februar 1990

des Ständerates bekannt. Artikel 89 Absatz 2 der Bundesverfassung wird wie folgt er-

Der Ständerat ist zur Position «Investitionshilfe für Bergge- gänzt:

biete» auf unseren Kompromissvorschlag eingetreten und hat Abs. 2

diesem diskussionslos zugestimmt Bundesgesetze, allgemeinverbindliche Bundesbeschlüsse

Damit verbleibt noch eine letzte Differenz zur Posi- und einfache Bundesbeschlüsse, die Verpflichtungskredite

tion 3600.107 «Swissline». Auch dort hat der Ständerat einen über die Beschaffung von Kriegsmaterial, über militärische

kleinen Fortschritt gemacht - ich würde sogar sagen: einen Bauten, über Landerwerbe oder über Forschungs-, Entwick-

deutlichen Fortschritt. Im Gegensatz zu gestern hat er nicht lungs- und Versuchsprogramme des Eidgenössischen Militär-

mehr mit 25 zu 6, sondern nur noch mit 19 zu 14 Stimmen an departements beinhalten, sind dem Volke zur Annahme oder

diesem Betrag festhalten wollen. Verwerfung vorzulegen, wenn es von 50 000 stimmberechtig-

Ihre Kommission hat heute morgen mit 13 zu 1 Stimmen be- ten Schweizer Bürgern oder von acht Kantonen verlangt wird.

schlossen, Ihnen vorzuschlagen, an unserem Kürzungs- bzw.

Streichungsantrag festzuhalten. Ich möchte das nicht mehr Texte de l'initiative du 8 février 1990

lange begründen, ich möchte nur sagen, dass Ihre Kommis- L'article 89, 2e alinéa, de la Constitution fédérale, est modifié

sion nicht pingelig, nicht kleinkariert sein möchte; wir wissen, comme il suit:

es geht «nur» um 3,5 Millionen Franken, aber Ihre Kommission Al. 2

ist überzeugt, dass es zugleich um ein Prinzip geht, um einen Les lois fédérales, les arrêtés fédéraux de portée générale et

Grundsatz: darum, dass der, der am meisten, am längsten, am les arrêtés fédéraux simples prévoyant des crédits d'engage-

unermüdlichsten lobbyiert, am Schluss doch noch die Sieges- ment pour l'acquisition de matériel de guerre, les construc-

palme davonträgt; wir wollen nicht länger auf die Hintergründe tions militaires, l'acquisition de terrains ou pour les program-

dieser Sache eingehen. mes de recherche, de développement ou d'essais du Départe-

Wir beantragen Ihnen, der Kommission, deren Entscheid klar ment militaire fédéral doivent être soumis à l'adoption ou au

ausfiel, zuzustimmen und den Kürzungs- bzw. Streichungsan- rejet du peuple lorsque la demande en est faite par

trag anzunehmen. 50 000 citoyens actifs ou par huit cantons.

M. Darbellay, rapporteur: Effectivement, le Conseil des Etats Herr Blocher unterbreitet im Namen der Kommission den fol-

nous renvoie le budget avec une divergence encore, celle sur genden schriftlichen Bericht:

la «Swissline». Comme vient de vous le dire le président de la

commission, l'argumentation est connue. Elle a été dévelop- Begründung des Initianten

pée hier assez largement. Nous remarquons simplement que Das Anliegen, das ich mit der parlamentarischen Initiative vor-

le Conseil des Etats avait décidé d'abord par 25 voix contre 6, trage, war schon Inhalt einer Volksinitiative. 1987 ist darüber

puis par 19 voix contre 14 de maintenir. La commission du abgestimmt worden, und es gab eine überraschend hohe

Conseil national a décidé par 13 voix contre une de maintenir Zahl von 40,6 Prozent Jastimmen. Ich möchte diese Abstim-

sa position et, au nom de la commission, je vous invite à en mung in den Zusammenhang mit dem gesellschaftlichen

faire de même. Wandel in der Beziehung zur Armee, zur Landesverteidigung

und zur Sicherheitspolitik stellen. Ich erinnere an Rothen-

Abstimmung - Vote thurm, «Schweiz ohne Armee» und die neue Initiative «Neuch-

Für den Antrag der Kommission 84 Stimmen len-Anschwilen, 40 Waffenplätze sind genug».

Für den Antrag Hari 41 Stimmen Schon 1987 haben wir darauf hingewiesen, dass die Rü-

stungsausgaben vor das Volk zu bringen sind, was seinerzeit,

1954, auch vom Bundesrat befürwortet wurde. Das ist insofern

Bundesbeschluss l über den Voranschlag für das Jahr bezeichnend, weil der Bundesrat nach dem Ausscheiden des

1992 SP-Bundesrates Max Weber 1953 eine rein bürgerliche Regie-

Arrêté fédéral l concernant le budget pour l'année 1992 rung war. Der Bundesrat hat damals in einer Botschaft über

den Stellenwert von Finanzbeschlüssen im allgemeinen Rah-

Art. 1 Abs. 1 men des Bundeshaushaltes folgende Meinung vertreten: «Da-

Antrag der Kommission neben und besonders in unsicheren Zeiten und unter ausser-

Festhalten ordentlichen Verhältnissen sind Finanzbeschlüsse von gros-

ser politischer und finanzieller Tragweite zu fassen. Wir erin-

Art. 1 al. 1 nern vorab an das Rüstungsprogramm. Hier hat die Einfüh-

Proposition de la commission rung des Finanzreferendums ihren guten Sinn, wird damit

Maintenir doch die Verantwortung für Vorlagen, welche den Finanzbe-

darf des Staates nachhaltig beeinflussen, dem Volk übertra-

Angenommen -Adopté gen.» Der Bundesrat hat also eigentlich über den Weg des Fi-

nanzreferendums das Mitspracherecht des Volkes über Rü-

stungsausgaben befürwortet; dies 1954 in einer etwas hekti-

An den Ständerat-Au Conseil des Etats schen Zeit, als Stichwort Koreakrieg.

Initiatives parlementaires. Armement 2400 N 12 décembre 1991

Warum erlauben wir uns, nach einer relativ kurzen Zeit einen M. Blocher présente au nom de la commission le rapport écrit

zweiten Anlauf zu nehmen? Das hat seinen berechtigten Sinn. suivant:

Einmal ist das Datum 26. November 1989 irgendwo an die

Wand geschrieben. Dieser Entscheid, der zwar für die Initian- Développement de l'auteur de l'initiative

ten negativ verlaufen ist, legte den Wandel der vor allem jünge- La demande formulée dans mon initiative parlementaire a déjà

ren Generation, die in kurzer Zeit die Mehrheit der Stimmen- fait l'objet d'une initiative populaire. La votation a eu lieu en

den stellen wird, dar. Wir meinen, mit «Armee 95», mit techno- 1987; le pourcentage élevé des «oui» - 40,6 pour cent - a

kratischen Reformen, ist dem Malaise, das im Bereich Armee constitué une surprise. Je désire placer cette votation en rela-

und Militärpolitik besteht, nicht beizukommen. tion avec les changements apparus au sein de la société, à

Ausserdem haben wir im Zusammenhang mit den EWR-Ver- l'égard de l'armée, de la défense nationale et de la politique de

handlungen oder den allfälligen EG-Beitrittsverhandlungen sécurité. Il suffit de rappeler Rothenthurm, l'initiative «Pour une

unserem Volk keinen Qualitätsverlust an demokratischen Suisse sans armée» et plus récemment l'initiative intitulée

Rechten zuzumuten - mit einem gewissen Souveränitätsver- «Neuchlen-Anschwilen, 40 places d'armes, ça suffit!».

lust ist auch ein Abbau an Volksrechten in einem bestimmten Nous avons fait remarquer en 1987 que les dépenses en arme-

Bereich verbunden. Es könnte deshalb auch einmal eine Ge- ment doivent être soumises à l'approbation du peuple,

genrichtung gefahren werden, dass, gerade bei den Rü- comme le Conseil fédéral l'avait d'ailleurs préconisé en 1954.

stungsausgaben und der heikler gewordenen Situation, wie Cela est d'autant plus remarquable qu'après le départ du

diese Militärausgaben beurteilt werden, ein neues Volksrecht conseiller fédéral socialiste Max Weber, en 1953, le Conseil fé-

geschaffen wird. Es sei denn, die Schweiz würde der EG voll déral était entièrement bourgeois. Le gouvernement écrivait à

beitreten inklusive der politischen europäischen Union, die l'époque, dans un message sur la valeur des arrêtés financiers

eine eigene Sicherheitspolitik verfolgt Folglich würden die na- dans le cadre général du budget, que des décisions d'une

tionalen Armeen abgeschafft. grande portée politique et financière devaient être prises no-

Wir sehen vorläufig in unserem Vorschlag eine kleine Chance, tamment en période d'insécurité et dans des situations extra-

dass man nicht nur Rechte verlieren, sondern auch gewähren ordinaires. Il faisait allusion au programme d'armement: il se-

könnte. rait judicieux, déclarait-il, d'introduire le référendum en ma-

Schliesslich denken wir, dass von der Sache her in der heuti- tière financière, puisque la responsabilité des projets qui in-

gen Situation das Parlament über die Bücher gehen und ein fluencent considérablement les finances de l'Etat serait ainsi

Zeichen setzen sollte, wie es die Friedens- und Sicherheitspo- donnée au peuple. Le Conseil fédéral avait donc en fait préco-

litik weiterführen will, um der erheblichen Minderheit vom nisé de faire participer le peuple aux décisions concernant les

26. November 1989 Rechnung zu tragen. Das könnte mit dem dépenses d'armement par le biais du référendum financier, et

Rüstungsreferendum der Fall sein. ce à une époque assez troublée (1954), je me contenterai de

mentionner la guerre de Corée.

Erwägungen der Kommission Pourquoi nous permettons-nous de faire une nouvelle tenta-

Die Kommission hat am 6. November 1990 den Initianten an- tive si peu de temps après la première? Il y a de bonnes rai-

gehört und die Initiative eingehend beraten. Mit 15 zu 6 sons à cela. D'abord, nous ne pouvons pas oublier la date du

Stimmen beschloss die Kommission, dem Nationalrat den An- 26 novembre1989. La décision prise ce jour-là, bien qu'elle ait

trag zu stellen, der Initiative sei keine Folge zu geben. Die Be- été négative pour les auteurs de l'initiative, reflète cependant

gründung für diesen Antrag ist folgende: Eine Volksinitiative le changement d'attitude de la jeune génération notamment,

mit gleichem Inhalt wurde in den Jahren 1986 und 1987 vom de cette génération qui formera bientôt la majorité de l'électo-

Parlament und von Volk und Ständen verworfen. rat.

In der Volksabstimmung ergaben sich 59,4 Prozent Neinstim- Nous estimons qu'il n'est pas possible d'éliminer le malaise

men, 18 Kantone und 5 Halbkantone verwarfen die Volksinitia- existant en matière de l'armée et de la politique militaire par le

tive.'Folgende Gründe wurden damals in den Abstimmungser- projet «Armée 95» et des réformes technocratiques.

läuterungen gegen die Initiative vorgebracht: En outre, nous devrons imposer à notre peuple un appauvris-

«Es ist nicht sinnvoll, einen einzigen Teilbereich aus der Fi- sement des droits démocratiques dans le cadre des négocia-

nanzhoheit des Parlaments herauszubrechen und dem Refe- tions sur l'EEE ou, le cas échéant, de négociations sur l'adhé-

rendum zu unterstellen. Wenn schon mehr Demokratie, so sion à la CE - il faut compter avec uno certaine perte de souve-

müsste eine umfassende Neugestaltung der Volksrechte im raineté liée à un démantèlement des droits populaires dans un

Sinne eines allgemeinen Finanzreferendums geprüft werden. certain domaine. Aussi pourrait-on aller dans un sens con-

Ein solches Referendum wurde aber in einer Abstimmung traire, précisément en créant un nouveau droit populaire en

1956 abgelehnt, und auch die Abklärungen im Zusammen- matière de dépenses d'armement, compte tenu des critiques

hang mit der Totalrevision der Bundesverfassung führten zum dont les dépenses militaires font désormais l'objet. La situa-

Ergebnis, dass die abschliessende Finanzhoheit des Parla- tion serait certes différente si la Suisse adhérait entièrement à

ments beibehalten werden sollte.... la CE, y compris à une union politique européenne ayant sa

Heute ist das Parlament für Rüstungsausgaben zuständig, so propre politique de sécurité. Dans ce cas, les armées nationa-

wie es über alle ändern Ausgaben des Bundes entscheidet.... les seraient supprimées.

Kein anderes Parlament übernimmt auch nur annähernd so A notre avis, notre proposition donne une petite chance de ga-

viel direkte Verantwortung für Rüstungsvorhaben wie unsere rantir des droits, alors qu'on risque surtout d'en perdre. Enfin,

demokratisch gewählten Volksvertreter.... nous estimons, quant au fond, que le Parlement devrait actuel-

Wie die übrige Bundesverwaltung unternimmt auch das Militär lement donner une preuve de son souci de tenir compte, dans

grosse Sparanstrengungen. Seit den sechziger Jahren sind sa politique de paix et de sécurité, de la volonté exprimée le

die Militärausgaben weniger gewachsen als die gesamten 26 novembre 1989 par une importante minorité du peuple. Il

Bundesausgaben. Auch wenn die Rüstung immer grössere In- pourrait le faire par le référendum en matière d'armement

vestitionen verursacht und die Militärausgaben zunehmen, ist

ihr Anteil am Bundeshaushalt ständig zurückgegangen.... Considérations de la commission

Die Beschaffung des Rüstungsmaterials und die Errichtung Le 6 novembre 1990, la commission a entendu l'auteur de l'ini-

der militärischen Bauten sind daher Bestandteile einer langfri- tiative et a examiné celle-ci attentivement. Par 15 voix contre 6,

stigen Planung. Wenn ein bestimmtes Projekt abgelehnt wird, elle a décidé de proposer au Conseil national de ne pas don-

so trifft das nicht nur diese Vorlage, sondern wirkt sich unter ner de suite à cette intervention. Elle; fait valoir les arguments

Umständen auf die gesamte Konzeption der Rüstungsbe- suivants: une initiative populaire de même teneur a été rejetée

schaffungaus.» en 1986 et 1987 par le Parlement, le peuple et les cantons. Lors

Die Mehrheit der Kommission betrachtet diese Gründe auch de la votation populaire, le projet a été repoussé par 59,4 pour

heute noch als ausschlaggebend. Auch ein allgemeines Fi- cent de non et par 18 cantons et 5 demi-cantons. A ce mo-

nanzreferendum ist nach Auffassung der Kommissionsmehr- ment-là, les arguments suivants avaient été avancés, dans les

heit abzulehnen. explications du Conseil fédéral, contre l'initiative:

12. Dezember 1991 N 2401 Parlamentarische Initiativen. Rüstung

«II est illogique d'isoler un secteur parmi ceux soumis à la sou- Texte de l'initiative du 23 mars 1990

veraineté du Parlement fédéral en matière de dépenses et de II convient d'édicter un arrêté fédéral prévoyant un moratoire

soumettre ce seul secteur au référendum. Si l'on tenait vrai- d'au moins cinq ans pour les achats d'armements, les

ment à élargir les droits démocratiques, il faudrait étudier un constructions et acquisitions de terrains militaires ainsi que la

réaménagement général des droits populaires et l'institution recherche-développement dans le domaine militaire. Ce mo-

d'un référendum financier général. Or, un tel droit a été rejeté ratoire devra aussi porter sur des crédits déjà octroyés, mais

lors d'une votation populaire, en 1956. Par ailleurs, les consul- non encore utilisés. Ne seront pas concernés les crédits desti-

tations en rapport avec la révision totale de la Constitution fé- nés à des réparations, travaux d'entretien et projets de rénova-

dérale ont montré qu'on souhaite maintenir la souveraineté fi- tion restreints nécessaires à la sécurité des personnes astrein-

nancière de l'Assemblée fédérale tes au service militaire et à celle de la population.

L'Assemblée fédérale est actuellement compétente pour les

dépenses militaires comme pour toutes les autres dépenses

de la Confédération Aucun autre parlement n'assume une Herr Blocher unterbreitet im Namen der Kommission den fol-

responsabilité aussi directe en matière de projets militaires genden schriftlichen Bericht:

que ne le font nos députés démocratiquement élus

Comme les autres domaines de l'administration fédérale, le Begründung des Initianten

secteur militaire fait de gros efforts d'économie. Depuis les an- Die Initiative für ein Rüstungsmoratorium geht von der verän-

nées soixante, les dépenses militaires ont crû moins fortement derten sicherheitspolitischen Lage in Europa aus. Diese wird

que les autres dépenses de la Confédération. Même si l'arme- geprägt durch den Zerfall des Warschauer Paktes, der jeweils

ment exige des investissements de plus en plus importants et für die Schweiz als die Bedrohung angesehen wurde. Bedingt

si les dépenses militaires augmentent en valeur absolue, la durch diese Entwicklung hat sich die strategische Lage völlig

part du budget fédéral qu'ils représentent n'a cessé de dimi- verschoben, noch bevor die Verhandlungen über die konven-

nuer tionelle Abrüstung in Europa beendet wurden.

L'acquisition de matériel d'armement et la construction d'ou- Bis nächsten Juni sollen die sowjetischen Truppen, 123000

vrages militaires font partie intégrante d'une planification à Mann stark, aus Ungarn und der CSSR abziehen. In der

long terme. Le refus d'un projet déterminé ne touche donc pas UdSSR selbst werden allein in diesem Jahr 300 000 Soldaten

seulement ce projet; il peut aussi se répercuter sur la concep- ins zivile Leben entlassen. Kommt hinzu, dass die grossie Ar-

tion globale de l'acquisition d'armement» mee des Warschauer Paktes nach der sowjetischen, die DDR-

La majorité de la commission considère que ces arguments Volksarmee, nicht mehr existiert Die Truppen der UdSSR in

demeurent déterminants et qu'un référendum général en ma- der ehemaligen DDR werden bis spätestens 1994 abziehen.

tière financière doit également être rejeté. Die oberste Limite für die Streitkräfte des vereinigten Deutsch-

lands liegt bei 370 000 Mann gegenüber heute noch 490 000

Antrag der Kommission Soldaten. Entsprechend, wenn auch nicht in demselben Um-

Mehrheit fang, werden die Nato-Truppen reduziert, und die USA planen

Der Initiative keine Folge geben Rückzüge von Soldaten aus Europa.

Minderheit In der Folge wurden in den meisten europäischen Ländern Re-

(Aguet, Bäumlin Ursula, Braunschweig, Jaeger, Leutenegger duktionen des Verteidigungsbudgets eingeleitet. Das hat

Oberholzer, Pitteloud, Rechsteiner) schon 1988/1989 begonnen, als bei uns noch massiv aufgerü-

Der Initiative Folge geben stet wurde, und diese Entwicklung hat sich 1990/1991 noch

beschleunigt.

Proposition de la commission Leider ist die Schweiz bisher von diesem Trend kaum erfasst

Majorité worden. Das Schweizer Militärbudget hat kontinuierlich zuge-

Ne pas donner suite à l'initiative nommen. Insbesondere hat es einen massiven Anstieg der Mi-

Minorité litärausgaben in dieser Legislaturperiode, seit 1987, gegeben.

(Aguet, Bäumlin Ursula, Braunschweig, Jaeger, Leutenegger Zwischen 1987 und 1990/1991 hat das reine Militärbudget die

Oberholzer, Pitteloud, Rechsteiner) 5-Milliarden-Grenze übersprungen und ist bis auf 6 Milliarden

Donner suite à l'initiative Franken geklettert. Dieser Ausbauschritt 1988 bis 1991 bedeu-

tet ein eigentliches Aufrüstungsprogramm in der Grössenord-

nung von rund 11 Milliarden Franken.

Wichtig ist, dass man, als diese Erhöhung der Ausgaben be-

schlossen wurde, noch von einer ganz anderen sicherheitspo-

#ST# 90.234 litischen Lage ausging, als wie sie heute in Europa besteht

Man ging z. B. davon aus, dass ein militärischer Angriff auf die

Parlamentarische Initiative Schweiz mit immer kürzeren Vorwarnzeiten passieren könnte

(Rechsteiner) und man sich im Hinblick darauf bewaffnen müsste. Heute

Rüstungsmoratorium muss allgemein zuerkannt werden, dass dieses Szenario so

nicht stimmt und die Grundlagen für den Ausbauschritt 1988

Initiative parlementaire bis 1991, wo der Schluss gezogen wurde, dass die Armee mit

(Rechsteiner) konventionellen Hochleistungswaffen aufgerüstet werden

Moratoire en matière d'armement muss, nicht mehr Gültigkeit beanspruchen können.

Die Schweiz ist im Vergleich mit dem übrigen Europa ein über-

Kategorie III, Art 68 GRN-Catégorie III, art. 68RCN rüstetes Land, wenn man Zahlen der Mannschaftsbestände,

Kampfpanzer, Schützenpanzer, Kampfflugzeuge und auch Ar-

tilleriegeschütze umsetzt auf die Fläche unseres Landes oder

die Bevölkerungszahl. Bedenklich ist dies auch vor dem Hin-

Wortlaut der Initiative vom 23. März 1990 tergrund des Umbaus der Philosophie der schweizerischen

Es sei ein Bundesbeschluss zu erlassen, der ein Moratorium Militärpolitik, die, was die Rüstung betrifft, von der Raumvertei-

für Rüstungsbeschaffungen, für militärische Bauten und Land- digung weg zum Bewegungskrieg hin geht

erwerbe sowie für militärische Forschung und Entwicklung für Die offiziellen Antworten auf die veränderte Bedrohungslage in

die Dauer von mindestens fünf Jahren vorsieht Das Morato- Europa sind völlig ungenügend. Es reicht nicht aus, dass das

rium soll sich auch auf bereits bewilligte Kredite beziehen, von Militärbudget auf dem hohen Niveau 1990/1991 eingefroren

denen noch kein Gebrauch gemacht worden ist. Vom Morato- wird.

rium ausgenommen sein sollen Kredite für Reparaturen, Un- Was verlangt die Initiative? Gewünscht wird ein Rüstungsmo-

terhalt und bescheidene Erneuerungen, die zum Schutz der ratorium für die Dauer von fünf Jahren. Die Rüstungsausga-

Dienstpflichtigen und der Bevölkerung nötig sind. ben können im Bereich der Militärausgaben am raschesten

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Parlamentarische Initiative (Hubacher) Rüstungsreferendum

Initiative parlementaire (Hubacher) Référendum en matière d'armement

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1991

Année

Anno

Band V

Volume

Volume

Session Wintersession

Session Session d'hiver

Sessione Sessione invernale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 13

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 90.225

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 12.12.1991 - 08:00

Date

Data

Seite 2399-2401

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Ref. No 20 020 698

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