Federal Council Ordinance on State Security Document Access Upheld
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe canton proposed granting cantons the authority to allow access to state security documents they maintain. The Federal Council's ordinance required such access to be regulated at the federal level. The Federal Court upheld the ordinance, finding it based on sufficient legal grounds. Consequently, the cantons' request to authorize their own access to these documents was rejected, as the court determined that the execution of federal law must be handled at the federal level.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 11 Texte, Art. 9,10; Federal Council Ordinance on State Security Document Access Upheld: The Federal Council's ordinance required such access to be regulated at the federal level. The Federal Court upheld the ordinance, finding it based on sufficient legal grounds. Consequently, the cantons' request to authorize their own access to these documents was rejected, as the court determined that the execution of federal law must be handled at the federal level.
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KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThese articles are part of the proposed law that the National Council voted on and adopted, indicating they are substantive provisions relevant to the final decision.
Volltext
Initiative du canton de Saint-Gall 108 4 mars 1992
ich der Meinung, dass wir aus grundsätzlichen Ueberlegun- auch in Zukunft bei sogenannt organisatorischen Fragen
gen heraus-da teile ich jetzt die Auffassung von Herrn Rhinow daran denken, dass die Stellung des Bürgers damit aufs eng-
- dem Departement die Aufgabe der Beschwerdeinstanz zu- ste verknüpft ist In diesem Sinne begrüsse ich die Ablösung
weisen sollten, damit sich der Zweitrat dann überlegen kann, der Verordnung durch das Gesetz.
ob er allenfalls noch explizit den Bundesrat als zweite Instanz
oder anstelle des Departements nur den Bundesrat - aber viel- Angenommen -Adopté
leicht dann mit einer Ombudsperson - oder allenfalls das Bun-
desgericht vorsehen will. Ich glaube, diesen Entscheid sollten Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
wir jetzt nicht durch einen Schnellschuss präjudizieren, indem Für Annahme des Entwurfes 26 Stimmen
wir den Bundesrat tel quel als Beschwerdeinstanz bezeich- (Einstimmigkeit)
nen. Direkt vom Sonderbeauftragten an den Bundesrat, das
wäre dann wirklich ein atypischer Rechtsweg, den wir im or-
dentlichen Recht nicht verankern sollten. An den Nationalrat-Au Conseil national
Ich bitte Sie aus diesen grundsätzlichen Ueberlegungen her-
aus, jetzt dem Antrag der Minderheit l (Danioth) zu folgen.
Präsidentin: Sie haben zu entscheiden, ob die Beschwerde #ST# 90.205
beim Bundesrat (gemäss Antrag der Mehrheit und modifizier-
tem Antrag des Bundesrates) oder beim EJPD (entsprechend
Antrag der Minderheit l Danioth und ursprünglichem Antrag
Standesinitiative St. Gallen
des Bundesrates) geführt werden soll.
Staatsschutzakten.
Offenlegung durch die Kantone
Abstimmung - Vote Initiative du canton de Saint-Gall
Für den Antrag der Minderheit l 22 Stimmen Documents établis pour assurer
Für den Antrag der Mehrheit 12 Stimmen la sécurité de l'Etat.
Art. 9,10
Communication par les cantons
Antrag der Kommission Beschluss des Nationalrates vom 10. Dezember 1991
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Décision du Conseil national du 10 décembre 1991
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen -Adopté
Wortlaut der Initiative vom 22. Oktober 1990
Art. 11 Der Bund wird beauftragt, durch Erlass geeigneter Vorschrif-
Antrag der Kommission ten dafür zu sorgen, dass festgestellt wird, dass die Kantone
Abs. 1,2 ermächtigt sind, von sich aus Einsicht in die von den kantona-
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates len und städtischen Nachrichtendiensten erstellten und bei
Abs. 3 den Kantonen aufbewahrten Registraturen und Akten zu ge-
.... sowie die Ausscheidung nach Artikel 6 beendet sind. währen.
Art. 11 Texte de l'initiative du 22 octobre 1990
Proposition de la commission La Confédération est chargée d'édicter des prescriptions per-
Al. 1,2 mettant aux cantons d'autoriser eux-mêmes la consultation
Adhérer au projet du Conseil fédéral des informations et documents recueillis et établis par les ser-
Al. 3 vices de renseignements cantonaux et municipaux, et conser-
.... consultation et le tri prévu à l'article 6.... vés au niveau cantonal.
Schiesser, Berichterstatter: Hier habe ich nur eine kurze An- Herr Schiesser unterbreitet im Namen der Kommission den
merkung zu Absatz 2 zu machen. Der Bundesbeschluss gilt folgenden schriftlichen Bericht:
längstens zehn Jahre. Andererseits haben wir die Sperrfrist für
diese Staatsschutzakten in diesem Bundesbeschluss auf Die Kommission des Nationalrates, welcher dieses Geschäft
50 Jahre verlängert Es wird Sache des Bundesrates sein, das zur Prüfung zugewiesen wurde, gab am 24. Mai 1991 einem
Reglement über das Bundesarchiv anzupassen, damit diese Vertreter der St Galler Regierung Gelegenheit, sich zu dieser
Unstimmigkeit beseitigt wird und die Frist von 50 Jahren mit Initiative zu äussern.
Ablauf der zehnjährigen Geltungsdauer dieses Bundesbe-
schlusses nicht dahinfällt In der Kommission haben wir eine Begründung der Initianten
entsprechende Erklärung des Bundesrates erhalten. Die vorliegende Standesinitiative des Kantons St Gallen, mit
Ich kann auf weitere Ausführungen verzichten. der durch die Bundesversammlung dem Kanton das Recht
eingeräumt werden soll, Einsicht in die Registratur des kanto-
Jagmetti: Ich habe nichts zu dieser Aenderung zu sagen, son- nalen Nachrichtendienstes zu geben, geht auf eine dringliche
dern nur noch ein Wort zur Referendumsklausel in Absatz 1. Motion zurück, die in der Septembersession 1990 des St Gal-
Ich füge damit am Schluss der Beratung das an, was ich in der ler Grossen Rates eingereicht wurde. Hintergrund dieser Initia-
Kommission am Anfang sagte: Ich würde es ausdrücklich be- tive: Wie in anderen Kantonen untersuchte auch im Kanton
grüssen, wenn wir von der Verordnung wegkommen und die St Gallen eine parlamentarische Kommission die Staats-
Frage durch Gesetz regeln könnten. In der letzten Zeit ist viel- schutztätigkeit im Kanton. Im Bericht vom 15. August 1990 be-
fach die Meinung geäussert worden, dass organisatorische urteilte sie auch die Massnahmen zur Bewältigung des Staats-
Fragen eigentlich Fragen seien, die intern von der Verwaltung, schutzmalaises. Dabei ist davon auszugehen, dass beim St
kraft der Direktionsbefugnis, gelöst werden könnten und soll- Galler Nachrichtendienst eine Kartei von rund 48 000 Flehen
ten. Der Bundesrat hat sich im Frühjahr 1990 beim Erlass der besteht Die Einträge reichen auf etwa vierzig Jahre zurück.
Verordnung auf die entsprechende Delegationsbestimmung Sie betreffen nicht nur den Staatsschutzbereich, sondern
im Verwaltungsorganisationsgesetz berufen. Wenn es eines auch die Fremdenpolizei, z. B. das Asylwesen oder Bereiche,
Beweises bedurft hätte, wie wichtig für den Bürger auch orga- die früher der Bundesstrafbarkeit unterstanden, wie Betäu-
nisatorische Fragen sind, dann hätte diese Debatte das illu- bungsmitteldelikte, Schund- und Schmutzliteratur. Die Ein-
striert Ich möchte dem Wunsch Ausdruck geben, dass wir träge auf den Fichen sind vielfach nur sehr schwer und mit
4. März 1992 109 Standesinitiative St Gallen
grossem Verwaltungsaufwand nach der Definition der bun- les écrits représentant des scènes brutales ou pornographi-
desrätlichen Verordnung zu den Bundesakten bzw. kantona- ques. Pour de nombreuses raisons, il est très difficile de clas-
len Akten zuzuordnen. Deshalb hatten wir bei der Anwendung ser les renseignements portés sur les fiches selon la définition
dieser Verordnung erhebliche Vollzugsschwierigkeiten und de l'ordonnance du Conseil fédéral qui réglemente le traite-
Unstimmigkeiten zwischen den Auskünften des Polizeikom- ment des documents de la Confédération ou des cantons et
mandos des Kantons St Gallen und denjenigen des Sonder- cela entraînerait des complications administratives. De ce fait,
beauftragten des Bundes. Bereits am 11. Juni 1990 wandte lors de l'application de cette ordonnance, nous avons eu
sich daher der St Galler Ombudsmann an den Sonderbeauf- d'énormes problèmes d'exécution et les renseignements du
tragten für die Staatsschutzakten mit dem Begehren, den commandement de la police saint-galloise et du préposé spé-
Nachrichtendienst der Kantonspolizei St Gallen als berech- cial de la Confédération n'ont pas toujours coïncidé. Dès le
tigt anzusehen, unter dem Vorbehalt der Wahrung öffentlicher 11 juin 1990, notre médiateur s'est adressé au préposé spé-
und schutzwürdiger privater Interessen Einsicht auch in Ein- cial de la Confédération au traitement des documents établis
träge und Akten zu geben, welche nach dieser Verordnung als pour assurer la sécurité de l'Etat, pour lui demander de donner
Akten der Bundesanwaltschaft bezeichnet werden. Der Vor- aux services de renseignements de la police cantonale de
steher des EJPD hat diese Begehren um Delegation der Kom- Saint-Gall le droit d'autoriser la consultation des informations
petenz für Einsichtsgewährung abgewiesen. Es ist für uns et documents qui sont considérés, selon cette ordonnance,
aber nicht einsichtig, dass die Kantone jahrzehntelang als fä- comme des documents du Ministère public de la Confédéra-
hig betrachtet wurden, Informationen zu sammeln, nun aber tion, sous réserve que les intérêts publics et les intérêts privés
nicht fähig sein sollten, die öffentlichen Interessen, die einer dignes de protection soient garantis. Le chef du DFJP a rejeté
Einsichtnahme entgegenstehen können, zu erkennen. cette demande de délégation des compétences en ce qui
concerne l'autorisation de consulter. Nous ne comprenons
Erwägungen der Kommission des Nationalrates pas pourquoi les cantons ont été jugés capables, pendant des
Die Kommission wartete für ihren Beschluss den Entscheid dizaines d'années, de recueillir des informations, mais ne de-
des Bundesgerichtes betreffend Staatsschutzakten des Bun- vraient plus être capables maintenant de reconnaître les inté-
des ab und hielt am 8. Juli 1991 folgendes fest: rêts publics susceptibles de s'opposer à la consultation de ces
Der Kanton St Gallen fordert Bestimmungen, wonach die informations.
Kantone von sich aus Einsicht in Staatsschutzakten gewähren
können. Der Bundesrat hat sich in einer Verordnung vom Considérations de la commission du Conseil national
5. März 1990 dagegen ausgesprochen: Es handle sich um La commission a attendu, pour se prononcer, l'arrêt du Tribu-
den Vollzug von Bundesrecht Das Bundesgericht ist am nal fédéral concernant les documents de la Confédération éta-
29. Mai 1991 zum Schluss gekommen, dass die Verordnung blis pour assurer la sécurité de l'Etat Le 8 juillet 1991, elle afait
des Bundesrates über die Behandlung von Staatsschutzakten les constatations suivantes:
auf einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage beruht Da- Le canton de Saint-Gall demande que l'on édicté des disposi-
mit erfolgt die Einsicht in Staatsschutzakten des Bundes wei- tions permettant aux cantons d'autoriser eux-mêmes la
terhin nach dieser Verordnung. consultation des documents établis pour assurer la sécurité
Die Kommission teilte mehrheitlich die Auffassung des Bun- de l'Etat Dans son ordonnance du 5 mars 1990, le Conseil fé-
desgerichts, dass der Vollzug von Bundesrecht auf Bundes- déral s'est prononcé dans le sens contraire, estimant qu'il
ebene geordnet werden muss. Die Beurteilung, ob die Verord- s'agit de l'application du droit fédéral. Le Tribunal fédéral a
nung vom 5. März 1990 in allen Teilen zweckmässig ist, lag conclu le 29 mai 1991 que l'ordonnance du Conseil fédéral re-
nicht im Prüfungsauftrag der Kommission. lative au traitement des documents de la Confédération établis
pour assurer la sécurité de l'Etat repose sur une base légale
Erwägungen der Kommission des Ständerates suffisante. En conséquence, la consultation de ces docu-
Der Nationalrat stimmte am 10. Dezember 1991 dem Antrag ments se poursuit conformément aux dispositions de l'ordon-
seiner Kommission diskussionslos zu. Die Kommission des nance citée.
Ständerates, welcher dieses Geschäft zur Vorberatung zuge- La commission partage dans sa majorité l'opinion du Tribunal
wiesen wurde, befasste sich am 17. Februar 1992 mit der Vor- fédéral, selon laquelle l'exécution du droit fédéral doit être ré-
lage. Sie stimmte dabei den Erwägungen der national rätlichen glée au niveau fédéral. La commission n'est pas chargée d'ex-
Kommission zu. aminer si l'ordonnance du 5 mars 1990 répond parfaitement
aux objectifs visés.
M. Schiesser présente au nom de la commission le rapport
écrit suivant: Considérations de la commission du Conseil des Etats
Le 10 décembre 1991, le Conseil national a adopté sans dis-
La commission du Conseil national qui a été chargée d'exami- cussion la proposition de sa commission. La commission du
ner cet objet a entendu un représentant du gouvernement de Conseil des Etats chargée de l'examen préliminaire a examiné
Saint-Gall le 24 mai 1991 à propos de cette initiative. cet objet le 17 février 1992. Elle a approuvé les considérations
de la commission du Conseil national.
Développement des auteurs de l'initiative
L'initiative du canton de Saint-Gall, qui demande que l'Assem- Antrag der Kommission
blée fédérale donne aux cantons le droit d'autoriser eux- Die Kommission beantragt mit 4 zu 1 Stimmen, der Standes-
mêmes la consultation des informations et documents recueil- initiative St Gallen keine Folge zu geben.
lis et établis par les services de renseignements cantonaux,
se réfère à une motion urgente qui a été déposée auprès du Proposition de la commission
Grand Conseil de Saint-Gall durant la session de septembre La commission propose par quatre voix contre une de ne pas
1990. Il faut placer l'initiative dans son contexte: comme dans donner suite à l'initiative du canton de Saint-Gall.
d'autres cantons, une commission parlementaire a enquêté
sur les activités liées à la sécurité de l'Etat dans le canton de Angenommen -Adopté
Saint-Gall. Dans son rapport du 15 août 1990, elle s'est égale-
ment prononcée sur les mesures à prendre afin de lutter
contre le malaise qui règne en ce domaine. Nos services
de renseignements ont un fichier comptant environ Schluss der Sitzung um 12.15 Uhr
48 000 fiches, établies au cours des 40 dernières années. Ces La séance est levée à 12 h 15
fiches ne concernent pas uniquement le domaine de la sécu-
rité de l'Etat mais aussi ceux de la police des étrangers, de
l'asile ou des domaines qui étaient autrefois soumis à la juri-
diction fédérale, tels que les délits liés aux stupéfiants ou bien
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Standesinitiative St. Gallen Staatsschutzakten. Offenlegung durch die Kantone
Initiative du canton de Saint-Gall Documents établis pour assurer la sécurité de l'Etat.
Communication par les cantons
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1992
Année
Anno
Band II
Volume
Volume
Session Frühjahrssession
Session Session de printemps
Sessione Sessione primaverile
Rat Ständerat
Conseil Conseil des Etats
Consiglio Consiglio degli Stati
Sitzung 03
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.205
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 04.03.1992 - 08:00
Date
Data
Seite 108-109
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Pagina
Ref. No 20 021 147
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