Parliamentary Approval of 1991 PTT Budget Amidst Modernization and Public Service Cost Debates
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe parliamentary debate concerns the 1991 budget for the postal and telecommunications services (PTT). Key issues discussed include the PTT's financial performance, with a projected modest profit after accounting for salary increases, and significant investments required for modernization and competition. There is also debate over the substantial cost of public service obligations, the need for tariff adjustments to cover rising costs and investments, and the financial implications of telecommunications liberalization. Concerns are raised about the increasing burden of public service mandates on the PTT and the potential impact on their ability to compete. The parliament ultimately approves the budget, with acknowledgment of the PTT's need for financial adjustments and a commitment to address the issue of public service cost compensation.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 68 GRN, Art. 68 RCN, Art. 68 GRN-Catégorie, Art. 1 ges, Art. 1; Parliamentary Approval of 1991 PTT Budget Amidst Modernization and Public Service Cost Debates: Key issues discussed include the PTT's financial performance, with a projected modest profit after accounting for salary increases, and significant investments required for modernization and competition. There is also debate over the substantial cost of public service obligations, the need for tariff adjustments to cover rising costs and investments, and the financial implications of telecommunications liberalization. Concerns are raised about the increasing burden of public service mandates on the PTT and the potential impact on their ability to compete. The parliament ultimately approves the budget, with acknowledgment of the PTT's need for financial adjustments and a commitment to address the issue of public service cost compensation.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThis article approves the financial budget of the PTT companies for 1991, including the resulting profit and investment figures.
Volltext
5. Dezember 1990 N 2181 PTT. Voranschlag 1991
Proposition de la commission rekturen bei den Zusatzabschreibungen sogar ein Unterneh-
Par 17 voix contre zéro, avec une abstention, la commission mensverlust in Kauf genommen werden.
propose au Conseil national d'approuver le projet d'arrêté. Angesichts dieser Situation wurde in den Beratungen der Fi-
nanzkommission einmal mehr auf die fehlende Abgeltung ge-
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen meinwirtschaftlicher Leistungen aufmerksam gemacht. Diese
Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière Thematik hat im Lichte der im Gange befindlichen Liberalisie-
rungen noch zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Nach Auf-
Detailberatung - Discussion par articles fassung der PTT-Vertreter haben diese nicht abgegoltenen
Leistungen bei verstärktem Wettbewerb keinen Platz mehr.
Titel und Ingress, Ziff. I, II Die PTT-Betriebe begrüssen den Abbau ihrer Monopolstellun-
Antrag der Kommission gen, und sie wollen sich ausdrücklich auf dem Markt behaup-
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates ten. Vorgängig ist ihres Erachtens jedoch die Frage der ge-
meinwirtschaftlichen Leistungen zu klären. Nebst der Abgel-
Titre et préambule, eh. l, II tung der gemeinwirtschaftlichen Leistungen erachten die
Proposition de la commission PTT-Betriebe weitere Tarifmassnahmen in den Jahren 1992
Adhérer au projet du Conseil fédéral und 1993 als unumgänglich.
Noch ein Wort zum Personalbudget: Die PTT-Betriebe sind be-
Angenommen -Adopté strebt, die Leistungsnachfrage weiterhin sowohl in quantitati-
ver wie auch in qualitativer Hinsicht vollumfänglich zu befriedi-
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble gen und auch neue, einem echten Kundenbedürfnis entspre-
chende Dienstleistungen einzuführen. Dazu brauchen sie das
Für Annahme des Beschlussentwurfes 98 Stimmen nötige Personal. Gegenüber dem für das Jahr 1990 bewillig-
(Einstimmigkeit) ten Durchschnittsbestand ergibt sich für 1991 ein Mehrbedarf
von 1196 Personen. Der bewilligungspflichtige Durchschnitts-
bestand beläuft sich auf 64 535 Personen. Mit Einschluss des
An den Ständerat-Au Conseil des Etats Biga-Lernpersonals liegt dem Voranschlag ein Gesamtbe-
stand von nun 65 094 Personen zugrunde; dies - ich möchte
das betonen - obwohl die Verkehrszunahme bei der Post nur
zur Hälfte und bei den PTT-Betrieben nur zu einem Drittel
#ST# 90.063 durch Mehrpersonal ausgeglichen wird.
Nachdem beim Budget der Eidgenossenschaft auf eine An-
PTT. Voranschlag 1991 passung der Teuerungsprognose verzichtet worden war,
lehnt es die Finanzkommission konsequenterweise ab, Ihnen
PTT. Budget 1991 eine solche Korrektur am Voranschlag der PTT-Betriebe be-
liebt zu machen. Hingegen beantragen wir Ihnen, die sich aus
Botschaft und Beschlussentwurf vom 17. Oktober 1990. der gemeinsam beschlossenen Reallohnverbesserung per
Message et projet d'arrêté du 17 octobre 1990
1. Juli 1991 ergebenden Mehrkosten von rund 158 Millionen
Bezug bei der Generaldirektion PTT,
Viktoriastrasse 21,3030 Bern
im Voranschlag zu berücksichtigen. Ich bitte Sie, dies auf der
S'obtiennent auprès de la Direction générale des PTT, Fahne zu beachten.
Viktoriastrasse 21,3030 Berne Die Finanzkommission empfiehlt Ihnen, den so bereinigten Fi-
Kategorie III, Art. 68 GRN - Catégorie III, art. 68 RCN nanzvoranschlag 1991 der PTT-Betriebe mit 13 zu 0 Stimmen
zur Annahme.
Abschliessend danke ich im Namen der Finanzkommission
der Generaldirektion der PTT-Betriebe und dem Eidgenössi-
schen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement für die
Züger, Berichterstatter: Der Finanzvoranschlag der PTT- sorgfältige Ausarbeitung der vor uns liegenden Botschaft so-
Betriebe schliesst gemäss Botschaft des Bundesrates, bei Ge- wie für die kompetente Auskunftserteilung im Rahmen unserer
samterträgen und Aufwendungen von gegen 12 Milliarden Kommissionsberatungen.
Franken, mit einem Unternehmensgewinn von 213 Millionen Ganz besonders aber ziehe ich den Hut vor der Leistung der
ab. Die Investitionen belaufen sich auf 3,9 Milliarden, die - ich vielen unbekannten Postler, die bei kleinem Lohn tagaus, tag-
betone - nur noch zu zwei Dritteln aus dem Netto-cash-flow fi- ein für unsere Volkswirtschaft das Beste leisten.
nanziert werden können. Es wird von einer Nachfragesteige-
rung von 5,6 Prozent ausgegangen. Der Kostendeckungs- M. Frey Claude, rapporteur: Le budget 1991 montre bien que
grad der Post beträgt 91 Prozent und derjenige der Fernmel- la Confédération ne pourra plus compter sur les PTT pour re-
dedienste 112 Prozent. Mit 424 Millionen Franken weisen die cevoir des sommes substantielles. Pour 1991, le bénéfice an-
gemeinwirtschaftlichen Leistungen eine neue Rekordhöhe noncé de 213 millions de francs sera réduit à la suite de la déci-
auf. Der Finanzvoranschlag basiert auf einer durchschnittli- sion de mettre en vigueur, dès le 1er juillet de l'année pro-
chen Teuerung bei Fremdaufwand und Investitionen von chaine, les mesures d'adaptation des traitements des fonc-
4 Prozent und beim Personalaufwand von 4,5 Prozent. tionnaires. Cette revalorisation salariale coûtera quelque
Der Finanzplan 1992/93 schliesst mit einem Unternehmenser- 158 millions de francs et réduira d'autant le bénéfice qui ne
gebnis von 180 beziehungsweise 230 Millionen ab. Neben der s'élèvera plus qu'à environ 54 millions de francs.
sparsamen Verwendung aller finanziellen Mittel sind in den Fi- Pour 1992 et 1993, il devrait se stabiliser à quelque 200 mil-
nanzplanzahlen verschiedene Tarifmassnahmen enthalten. lions, plus ou moins 10 pour cent. Et encore, pour atteindre
Voranschlag 1991 wie Finanzplanung 1992/1993 unterstrei- ces chiffres, faudra-t-il procéder à des adaptations de tarifs! A
chen deutlich, dass auch die PTT-Betriebe nicht länger aus noter que les investissements atteignent presque les sommets
dem vollen schöpfen können. Dank umfangreichen Tarifmass- des 4000, 4000 millions en l'occurrence; le cash flow est es-
nahmen, Rationalisierungen und Kostensenkungen konnte timé, lui, à 66 pour cent, alors qu'il était de 105 pour cent dans
zwar der bereits 1989 eingetretenen Tendenzwende zu sin- un passé récent, soit en 1987. Mais tout est relatif. A l'étranger,
kenden Unternehmensergebnissen entgegengewirkt werden. un autofinancement à hauteur des deux tiers des investisse-
Der ohnehin bescheidene Unternehmensgewinn 1991 von ments des PTT serait considéré comme très réjouissant.
1,8 Prozent des Gesamtertrages wird jedoch nach Abzug der Une fois de plus, notre commission a souligné le poids que re-
noch nicht berücksichtigten Lohnaufbesserung für das Bun- présentent pour les PTT les prestations d'économie générale
despersonal auf klägliche 54,7 Millionen zusammenschmel- auxquelles l'entreprise est astreinte par le Parlement. Cette
zen. Würde noch die voraussichtlich zu tief angesetzte Teue- question prend une dimension d'autant plus importante que le
rung beim Personalaufwand berücksichtigt, müsste ohne Kor- domaine des télécommunications se libéralise et se voit sou-
PTT. Budget 1991 2182 N 5 décembre 1990
mis à une concurrence accrue. Dans cet esprit du reste, les Verteuerung der Telefongespräche im Ortsrayon von 100 Pro-
PTT affirment leur volonté de faire face à un marché concurren- zent. Sie können sich seibor vorstellen, was für einen Eindruck
tiel et sont prêts à affronter une situation dans laquelle leur mo- diese überproportionalen Teuerungen in der heutigen Zeit der
nopole se réduit. Inflation machen.
Sur le plan du personnel, les effectifs moyens autorisés aug- Sie können sich auch frag3n, wohin eigentlich diese Mehrein-
menteront en 1991 de 1196 personnes pour s'établir à nahmen fliessen. Wenn Sie den Bericht über das Budget an-
64 535 unités ou, si l'on tient compte des apprentis, à geschaut haben, dann können Sie eine etwas skurrile Liste
65 094 postes. La commission a constaté que le taux de ren- von sogenannten Grossprojekten der PTT feststellen. Sie liest
chérissement évalué à 4,5 pour cent pour le budget de l'année sich fast wie ein englischer Abenteuerroman. Ich gebe Ihnen
prochaine risquait de ne pas correspondre à la réalité, compte einige Beispiele aus dem Bericht der PTT, nämlich: ISPB,
tenu des facteurs conjoncturels qui l'obèrent. Elle a toutefois Terco-Stufe 1, Baskai, Grafico, Megacom, ArCom400, ISLK,
renoncé à porter ce taux à 6 pour cent. Il y a en effet des signes Perico, Pirico, Tifa und was. der skurrilen Namen weiter sind.
qu'il ne faut pas donner. A noter que si cette prévision pessi- Es sind Namen, die breite Kreise der Bevölkerung und selbst
miste se vérifiait, il faudrait alors compter avec une nouvelle Sie hier im Saal wohl kaum je gehört haben. Sie können sich
croissance des dépenses du personnel pour une somme avoi- daraus auch ein Bild machen, dass es wohl Projekte sind, die
sinant 120 millions de francs. eben nicht einer Mehrheit dienen, sondern zunehmend klei-
La commission s'est par ailleurs renseignée sur les activités nen Kreisen, die mit diesen hochtechnologischen Projekten
du groupe de travail chargé de la surveillance du grand projet arbeiten.
APOCO dont les coûts pourront vraisemblablement être ré-
duits grâce à diverses mesures de rationalisation actuellement Leuenberger-Solothurn: Claude Frey hat mich soeben auf-
à l'étude. Elle a demandé en outre qu'à compter du budget merksam gemacht, ich solle heute keine Beschimpfungen
1992 les Commissions des finances et de gestion soient ren- austeilen. Ich verspreche, ich werde das nicht tun.
seignées régulièrement sur les conséquences financières et Das PTT-Budget für 1991 ist eigentlich kein erfreuliches Bud-
les effets sur l'état du personnel de tous les grands projets. get. Es lässt optimistische Stimmungen kaum zu, und Hurra-
Avant de rappeler les propositions de la commission, je vou- Stimmungen schon ganz und gar nicht.
drais évoquer brièvement un point qui a retenu l'attention de la Wenn wir uns vor Augen halten, dass es ein Budget ist, das
commission; il s'agit de la construction de logements par la nach Tarifmassnahmen folgt, hätte man ja eigentlich erwarten
grande régie fédérale. En effet, dans la situation difficile que können, nun wäre zumindest das erste Jahr nach diesen Tarif-
connaît en Suisse, actuellement, le marché du logement, il est massnahmen ein fettes Jahr. Das ist es beileibe nicht.
indispensable d'avoir une politique d'entreprise dynamique Wenn der Bundesrat in se ner Botschaft noch von einem Un-
en la matière. Et pour les PTT, c'est d'autant plus important ternehmensgewinn von etwas über 200 Millionen Franken
qu'on constate que le nombre de logements, par rapport au ausgehen konnte, so haben Ihnen die Kommissionsreferen-
total des employés des PTT, est faible puisqu'il représente 9, ten dargetan, dass nach de r Zustimmung zu den bitter nötigen
6 pour cent du total des effectifs. A titre de comparaison, les und berechtigten Persona.lmassnahmen dieser Reingewinn
CFF ont 20,1 pour cent de logements par rapport aux effectifs im Budget auf 54 Millionen Franken zusammenschrumpfen
de leur personnel. wird.
Une deuxième raison milite en faveur d'une politique d'entre- Ich denke, das hat auch seine Auswirkungen auf die Gewinn-
prise dynamique pour les PTT, c'est qu'incontestablement ablieferung, über die wir ja letzthin bei der Abnahme der Rech-
ceux-ci, en mettant des logements à disposition de leurs em- nung gestritten haben. Wenn der Bundesrat noch optimistisch
ployés, auront un argument supplémentaire pour le recrute- annimmt, er könnte wiederum etwa 150 Millionen Franken bei
ment difficile du personnel. Un programme de constructions a den PTT-Betrieben holen, »o dürfte das 1991 nichts gewesen
été élaboré par les PTT. On constate que le nombre de loge- sein.
ments prévus dans ce programme est modeste, voire très mo- Wenn wir diesen Voranschlag etwas ansehen, fällt uns recht
deste, puisque, sur cinq ans, il est d'environ 500 à 600. Or, 500 schnell das doch beträchlliehe Anwachsen der gemeinwirt-
à 600 logements supplémentaires pour l'ensemble de la schaftlichen Leistungen auf. Um 11 Prozent steigen die ge-
Suisse, alors que les PTT comptent bientôt 65 000 employés, meinwirtschaftlichen Leistungen voraussichtlich im Budget-
c'est, on le constate aisément, encore très faible. Et il serait jahr 1991 gegenüber dem Jahr 1990. Das würde - die Zahl ist
souhaitable que l'on n'en reste pas là. Nous pensons que c'est bereits erwähnt worden - 424 Millionen Franken ausmachen.
un pas dans la bonne direction, mais ce pas doit être suivi d'un Wir haben schon mehrmas darüber diskutiert: Wir alle sind
mouvement beaucoup plus large de constructions de loge- sehr schnell bereit, den PTT-Betrieben irgendeine Aufgabe an-
ments par la plus grande entreprise de notre pays. zuhängen, die wir als nützl ch und sinnvoll erachten. Aber wir
Je rappelle maintenant les propositions de la commission, schicken gleichzeitig die PTT-Betriebe an einen Markt, wo sie
ainsi qu'il ressort du dépliant en votre possession. La commis- sich zunehmend der Konkurrenz zu stellen haben, und wir ha-
sion vous invite à relever de 158,4 millions de francs les char- ben uns die Frage gefallen zu lassen, wie lange diese beiden
ges de personnel pour l'augmentation en termes réels des ré- Dinge eigentlich noch möglich sind: einerseits Zuschiebung
munérations des agents des PTT dès le 1er juillet 1991. Le bé- von Aufgaben an die PTT, die aus erwirtschafteten Erträgen fi-
néfice d'entreprise, comme nous l'avons dit, doit être réduit nanziert werden müssen, andererseits die Forderung an die
d'autant. PTT, sie sollte am Markt zu marktgängigen Bedingungen und
C'est à l'unanimité que la commission vous recommande marktgängigen Preisen oporativ tätig sein.
d'approuver le budget des PTT pour 1991, avec la modification Bei den gemeinwirtschaftlichen Leistungen werden wir noch
que nous venons d'évoquer. Nous ne saurions terminer sans Gelegenheit haben, zu einem Antrag Vollmer Stellung zu neh-
remercier le chef du Département des transports, des commu- men. Unter diese gemeinwilschaftlichen Leistungen fallen vor
nications et de l'énergie, M. Ogi, conseillerfédéral, ainsi que la allem auch die Zeitungstransporttaxen, eine indirekte Presse-
Direction générale des PTT de leur disponibilité et des rensei- förderungsmassnahme. Wenn wir zunehmend der Meinung
gnements qui nous ont été communiqués. sind - ich wiederhole das, habe es schon einige Male gesagt
und werde es noch einige Male wiederholen müssen, bis et-
Hafner Rudolf: Das PTT-Budget kann aus der Sicht der grü- was passiert -, dass man die Zeitungstransporttaxen nicht
nen Fraktion genehmigt werden. Wir möchten allerdings unse- mehr einfach den PTT-Betrieben aufbürden kann, müssen wir
rem Unbehagen über den Raubzug der PTT auf das Porte- - wenn wir es ernst meinen mit dem Schutz der Presse in ei-
monnaie breiter Kreise der Bevölkerung Ausdruck geben. Der nem Bannwald der Demokratie - mit einer besonderen Ge-
Kommissionssprecher hat es bereits erwähnt. Mit den Tarif- setzgebung Presseförderungsmassnahmen treffen.
massnahmen per 1. Februar wird das Porto für Briefe, die in- Ich erinnere daran, dass vor nicht allzu langer Zeit in diesem
nert eines Tages zugestellt werden, von 50 Rappen auf Saal genau solche Vorlagen abgelehnt worden sind. Deshalb
80 Rappen erhöht. Das ist eine Zunahme von 60 Prozent. Bei aus sozialdemokratischer Sicht: Solange dieses Parlament
den Telefontaxen wird der Ortsimpuls halbiert. Das gibt eine nicht bereit ist, etwas zu Lasten der Bundeskasse direkt zu tun,
5. Dezember 1990 N 2183 PTT. Voranschlag 1991
solange kommen wir nicht umhin, dafür zu plädieren, dass die die Leitung der PTT-Betriebe, die Aufsichtsbehörde und wir als
PTT in die Bresche springen müssen. Aber wir sind uns be- Oberaufsicht achten müssen, ist, dass bei den PTT-Betrieben
wusst, dass dieser Zustand auf die Dauer kaum vertretbar ist. die heilige - so sage ich jetzt einmal und meine es sehr ernst -
Es hat zwar mit gemeinwirtschaftlichen Leistungen wenig bis Unverletzlichkeit des Post-, Telefon- und Telegrafengeheim-
nichts zu tun, aber ein Problem, das hier aufgegriffen werden nisses gewahrt bleibt. Diese Wahrung muss immer wieder neu
muss und worüber wir Sozialdemokraten unseren echten erarbeitet werden. Es gibt in diesem Bereich keine Grauzone.
Kummer ausdrücken wollen, ist das geplante Gesamtverteidi- Es gibt nur strikten Legalismus. Etwas anderes kommt nicht in
gungsnetz, das offenbar die PTT-Betriebe bauen sollen. So Frage. Ich muss Ihnen sagen: Gewisse Ereignisse in den letz-
weit, so gut. Man schätzt einen Projektaufwand von etwa ten zwei Jahren und Berichte von Untersuchungskommissio-
600 Millionen Franken. Man rechnet mit einem jährlichen Be- nen - parlamentarischen nota bene - haben in breiten Bevöl-
triebsaufwand von 11 Millionen Franken, und der Bundesrat kerungskreisen Misstrauen geweckt. Es wäre fatal, wenn un-
hat noch nicht entschieden, wer die ganze Sache bezahlen sere PTT, deren Entwicklung uns freut, deren Gedeihen uns
muss. Ich nehme an, dass wir zu dieser Frage vom Bundesrat am Herzen liegt und am Herzen liegen muss, da irgendeinen
heute vielleicht ein klärendes Wort vernehmen. Ich hoffe, dass Makel davontrügen.
niemand der Ansicht ist, man könnte hier sozusagen eine Ich will mit diesem Appell, mit dem ich schliesse, auch Herrn
neue gemeinwirtschaftliche Leistung kreieren. Bundesrat Ogi bitten, immer wieder darauf zu achten, dass
Der Projekt- und Betriebsaufwand, der da entsteht, ist tatsäch- alle Beamtinnen und Beamten der PTT wissen, dass der Ver-
lich dort sach- und ressortgerecht zu belasten, wo er hinge- fassungsgrundsatz der Unverletzlichkeit des Post- und Tele-
hört, nämlich bei der Gesamtverteidigung. Der Bau und der fongeheimnisses ohne die geringsten Abstriche gewahrt blei-
Betrieb dieses Gesamtverteidigungsnetzes kann keine PTT- ben muss.
Aufgabe sein. Diese Beträge den PTT-Betrieben anzulasten, Die sozialdemokratische Fraktion beantragt Ihnen Zustim-
wäre das Falscheste, was man tun könnte. Das Gesamtvertei- mung zu den Kommissionsanträgen. Die sozialdemokrati-
digungsnetz ist ein Dauerbrenner. Seit Jahren figuriert es in sche Fraktion oder ein grosserTeil davon wird sich auch liebe-
den Berichten und Budgets der PTT-Betriebe. Ich denke( da voll über den Antrag Vollmer neigen und ihn ernsthaft in Erwä-
werden die Entscheide gelegentlich zu fällen sein. gung ziehen, weil uns halt doch die kleine Presse sehr am Her-
Ein Wort zur Mischrechnung: Es wird langsam Mode, die zen liegt.
Mischrechnung etwas in Misskredit zu bringen. Ich bin Anhän-
ger einer voll transparenten Kostenrechnung. Die PTT- Bonny: Im Namen der freisinnigen Fraktion erkläre ich, dass
Betriebe sollen voll ausweisen, was sie für einzelne Sparten wir dem PTT-Voranschlag zustimmen und auch den Kommis-
aufwenden. Aber ebenso klar ist es, dass wir als politische Be- sionsanträgen beipflichten.
hörde darauf bestehen müssen, dass ein flächendeckender Ich möchte mit einer positiven Feststellung beginnen. Wir alle,
Versorgungsauftrag besteht und dass die PTT-Betriebe, um das Volk, die Wirtschaft und alle übrigen Kreise, müssen den
diesen flächendeckenden Versorgungsauftrag sicherstellen PTT für die hervorragende Infrastrukturleistung dankbar sein,
zu können, zum Mittel der Mischrechnung greifen müssen: die sie nach wie vor bieten. Sie kann nicht hoch genug einge-
beispielsweise um abgelegene Häuser - meinetwegen das schätzt werden.
berühmte Haus auf dem Berg eines liebenswürdigen Berg- Im übrigen stellen wir aber fest, dass dieser PTT-Voranschlag
bauern - auch mit einem Telefonanschluss versorgen zu kön- bei positiven Seiten gewisse Schwächen eben doch nicht zu
nen. Die anderen Telefonbenützer haben dann im Sinne der verdecken vermag. Wir haben bereits gehört, dass die stolzen
Mischrechnung etwas daran zu bezahlen. An dieser Misch- 213 Millionen Franken Unternehmensgewinn, die der Bun-
rechnung muss festgehalten werden-wenn auch zuerst ganz desrat uns unterbreitet hat, infolge der Reallohnerhöhungen
klare Verhältnisse geschaffen werden müssen - mit einer glas- von 158,4 Millionen Franken stark reduziert worden sind.
klaren, durchsichtigen Kostenrechnung. Jetzt kommt ein wunder Punkt, auf den ich vor allem den Fin-
Ein Wort noch zu den PTT am Markt: Wir waren ein bisschen ger legen möchte: Wenn man die Sache richtig analysiert, ha-
erstaunt, als uns der neue Generaldirektor, ein dynamischer ben die PTT im Budget trotz Tariferhöhungen keinen Gewinn
junger Mann, Sozialdemokrat - was denn sonst? -, darauf auf- auszuweisen, sondern einen Verlust. Damit komme ich auf ei-
merksam machte, dass er beispielsweise in einigen Post- nen heiklen Aspekt zu sprechen, wo ich meine Vorwürfe nicht
checkämtern museumsreife Anlagen angetroffen hatte. Ich an die Adresse der PTT und das Departement von Herrn Bun-
bin der Meinung, dass im Post- und im Postcheckbereich, wo desrat Ogi richte, sondern an das Finanzdepartement. In zwei
wir die PTT-Betriebe in die Konkurrenz schicken, auch die Tagen - heute haben wir den 5. Dezember, also am 7. Dezem-
technischen Bedingungen stimmen müssen, damit die PTT- ber - findet die traditionelle Gipfelkonferenz statt, wo das Fi-
Betriebe mit den Banken konkurrenzfähig sein können. Alles nanzdepartement zusammen mit den Personalverbänden
andere wäre unternehmenspolitisch falsch und könnten wir den Teuerungsausgleich im Sinne seines Antrags zuhanden
als Oberaufsicht kaum vertreten. des Bundesrates festlegen soll. Wir wissen - und zwar seit eini-
Ebenso klar wird die Frage der Postcheckverzinsung - was in ger Zeit -, dass die auszuhandelnde Lösung zwischen 5,5
diesem Saal gelegentlich hohe Wellen geworfen hat-irgend- oder 6 Prozent liegen wird. Bei 6 Prozent würde sich noch-
wann absolut nach unternehmerischen Gesichtspunkten neu mals eine Verschlechterung des Budgets um 124,5 Millionen
anzugehen sein. Wir werden der zuständigen Unternehmens- Franken ergeben, weil das Budget von einer Teuerung von
leitung einen grösseren Spielraum einräumen müssen. 4,5 Prozent ausgeht.
Eine Frage an den Bundesrat: Glauben Sie denn, Herr Bun- Per saldo würde somit ein Verlust von 70 Millionen Franken
desrat, dass mit den Personalmassnahmen, die jetzt im Rah- vorliegen! Das haben wir auch in der Kommission kritisch hin-
men der Beamtengesetzrevision getroffen worden sind, die terfragt.
Personalprobleme der PTT-Betriebe gelöst sind? Wir Sozial- Was wirklich zum Aufhorchen mahnt, war eine Stellungnahme
demokraten haben unsere Befürchtungen, dass dem nicht so eines Vertreters der Generaldirektion, der gesagt hat, dass sie
ist, wenn wir uns vor Augen halten, dass der Bundesrat in sei- schon im August darauf hingewiesen hätten, dass diese
nem Bericht ausweist, dass allein bei den Postbetrieben 4,5 Prozent unrealistisch seien, dass aber die Eidgenössische
26 000 Ueberzeit-, Ruhe- und Ferientage nicht haben bezogen Finanzverwaltung im August 1990 an ihren Weisungen, eben
werden können. Jedenfalls wird der Bundesrat den PTT- an den 4,5 Prozent, festgehalten habe.
Betrieben erlauben müssen, eine dynamische Personalpolitik Wir werden nächste Woche im Zusammenhang mit dem Be-
zu betreiben, wenn dieses Unternehmen am Markt bestehen richt Puk EMD sehr eingehend über Verletzungen des Finanz-
soll. Denn eines der wesentlichsten Merkmale der PTT- haushaltgesetzes sprechen. Ich nehme das sehr ernst, aber
Betriebe ist doch ein Qualitätsstandard, der sich international es ist nun einmal klar festzuhalten, dass auch für unser Budget
sehen lassen kann, und von diesem Qualitätsstandard darf der Artikel 3 des Finanzhaushaltgesetzes, Grundsätze der
nichts abgebaut werden. Rechnungsführung, gilt. Darin heisst es, für die Rechnungs-
Ich möchte als Warner-wir haben lange nichts davon gehört - führung gälten die Grundsätze der Vollständigkeit, der Einheit,
nochmals darauf hinweisen: Etwas vom Wichtigsten, worauf der Bruttodarstellung, Spezifikation und der Jährlichkeit.
PTT. Budget 1991 2184 N 5 décembre 1990
Es liegt also ein klarer Verstoss gegen den Grundsatz der Voll- également quelque soucis. Jusqu'à ces toutes dernières an-
ständigkeit vor. Wir haben ziemlich heftige Diskussionen über nées, le cash-flow permettait de couvrir largement l'ensemble
diesen Punkt gehabt. Ich finde, das Volk und das Parlament des investissements. Pour l'année prochaine, les investisse-
werden hinters Licht geführt, wenn man nun - zwei Tage, ments sont évalués à 4 milliards de francs environ et la couver-
nachdem wir dieses PTT-Budget verabschiedet haben - be- ture n'est que des deux tiers, c'est-à-dire 2,7 milliards de
reits Nachtragskreditbegehren stellt, die eventuell 80 Millio- francs. Cela signifie que les PTT vont être confrontés à de nou-
nen Franken, eventuell sogar 125 Millionen Franken, ausma- velles difficultés de trésorerie. Ils devront dans un premier
chen werden. Dieser Einwand gilt selbstverständlich für das temps épuiser les réserve.3 qu'ils ont auprès de la Confédéra-
ganze Budget. Hier muss einmal Klartext gesprochen werden. tion et passer ensuite à l'omprunt. Les comptes seront donc
Wenn wir von Verletzungen des Finanzhaushaltgesetzes spre- grevés d'intérêts nouveaux. Pour pouvoir rester compétitifs,
chen, dann gilt das eben für alle Bereiche, und nicht nur dort, les PTT sont obligés de faire ces investissements qui doivent
wo man sehr kritisch sein will. être accompagnés de nouvelles mesures de rationalisation.
Ein zweiter Punkt, der aus freisinniger Sicht zu Diskussionen
Anlass gibt, sind die Grossprojekte: Es ist klar, dass es bei den M. Jeanneret: Je serai à mon tour très bref en apportant l'ac-
PTT Grossprojekte geben muss. Sie enthalten Elemente, die cord du groupe libéral au budget présenté par les PTT, par le
zum Teil eine Selbstverständlichkeit, zum Teil auch - das sei Conseil fédéral ainsi que par la commission, d'autant plus que
positiv anerkannt - Beweis des technologischen Fortschritts notre groupe a participé activement aux travaux, tant par la
sind. Wir sind nun aber nicht ganz so überzeugt, dass all diese Commission des finances que par la Commission de gestion.
17 Grossprojekte, die ausserordentlich teuer und personal- Nous avons simplement quelques brèves remarques à ajouter
aufwendig sind, notwendig sind. Wir erwarten von den zustän- et deux questions de principe à poser au Conseil fédéral.
digen Stellen der PTT, aber auch vom Bundesrat, eine kriti- La détérioration financière des PTT se poursuit, ce qui doit
sche Sichtung. préoccuper tous les membres du Parlement. Au moment où
Ein letzter Punkt noch - da kann ich mich weitgehend dem Vo- nous parlons une nouvelle fois de régime financier, il faut se
tum meines Vorredners, Herrn Ernst Leuenberger, anschlies- rendre compte que nos institutions ont considérablement évo-
sen-istdie Frage der vermehrten Klarstellung im Rahmen der lué. Il ne s'agit plus d'imaginer qu'une régie puisse participer
PTT-Mischrechnung: Hier muss konsequent vorgegangen d'une manière importante! aux recettes de la Confédération
werden; andernfalls ist es den verantwortlichen Führungsstel- mais que ses comptes doivent être examinés pour eux-
len gar nicht möglich, die PTT im Sinne eines Unternehmens mêmes. Cette détérioration a été provisoirement stoppée à
zu führen. Die neuralgischen Punkte wurden angesprochen: cause de l'augmentation des tarifs, qui était d'autant plus fa-
Da sind die Pakete und die Zeitungen, die versteckte Subven- cile cette année que nous sommes dans un climat d'augmen-
tionen erhalten, sowie die Frage - sie wurde zu Recht ange- tation et que chaque citoyen, chaque contribuable suisse le
schnitten - des Gesamtverteidigungsnetzes. sait, 1991 sera une année où l'on verra des quantités de pres-
Ich glaube, herausgehört zu haben, dass die PTT in diesen Be- tations privées et publiques augmenter.
reichen politische Entscheide haben wollen. Ich bin persön- Néanmoins, les PTT, à la page 9 de leur rapport, font déjà allu-
lich z. B. für die Förderung im Zeitungsbereich; das soll aber sion à d'autres mesures tarifaires pour les prochaines années.
nicht versteckt über das Budget der PTT geschehen, sondern Personnellement, je n'ai pas été très satisfait de la réponse qui
hier müssen klare und saubere politische Grundlagenent- m'a été donnée en commission et, étant d'avis que les ci-
scheide herbeigeführt werden. toyens doivent le savoir, je pose ici la question au Conseil fédé-
Ganz zum Schluss möchte ich noch eine Bemerkung bezüg- ral: qu'envisage-t-il réellerrent comme nouvelle augmentation
lich der Führungsstrukturen der PTT machen. Ich bin der Mei- tarifaire pour ces prochainss années? Cela d'autant plus que
nung, dass in den nächsten Jahren auf unsere beiden grossen les PTT devront trouver les fonds nécessaires pour financer
eidgenössischen Regiebetriebe - auf die PTT und die SBB - leurs investissements sur un marché financier de plus en plus
gewaltige Aufgaben zukommen. Wir haben den Eindruck, difficile?
dass von Seiten der PTT verstanden wurde, dass die jetzigen Nous sommes fort satisfaits que le secteur des communica-
Führungsstrukturen nicht mehr genügen; diese sind nämlich tions ait relevé, grâce à de bons résultats, le défi de la concur-
minim: man hat das Problem - glaube ich - schon erkannt. Ich rence privée et internationale au moment même de nos colla-
bin aber der Meinung, dass bei den PTT im Interesse einer effi- borations européennes. Par contre, le secteur des postes est
zienten und den modernen Bedürfnissen gerecht werdenden en difficulté. Il est bon que ces deux départements soient vus
Führung eine solche Verstärkung beförderlichst, also sehr séparément sur le plan financier mais, à mon avis, il faut tout
rasch, vorgenommen werden müsste. de même se rendre compte que si les télécommunications
vont peut-être mieux, les postes ont des difficultés.
Präsident: Die LdU/EVP-Fraktion ermächtigt mich, Ihnen mit- Enfin, j'en viens au fameux problème des prestations pour
zuteilen, dass sie dem Budget und dem Nachtrag zustimmt. l'économie, mentionnées notamment dans la fin du budget.
Nous devons admettre que là aussi une page importante est
M. Darbellay: J'apporterai aussi ma contribution au raccour- tournée, même si cela fait partie des traditions de notre pays,
cissement des débats en ne reprenant pas ce qui a été dit par et d'autres pays aussi - la situation de l'Allemagne a été évo-
les rapporteurs. Je ferai simplement trois remarques: premiè- quée en commission et il existe d'autres pays avec des comp-
rement, nous constatons que pour 1991 l'évolution du trafic tes mixtes. Mais il s'agit ms.intenant d'éclaircir la situation une
est évalué à 5,6 pour cent et le personnel va augmenter de 1,9 fois pour toutes.
pour cent; trois fois plus d'augmentation de trafic que de per- J'en viens à ma deuxième question qui concerne le problème
sonnel signifie une mise en place de mesures de rationalisa- de la presse. Lors des travaux de la commission, les PTT ont
tion que nous soulignons, ainsi qu'une augmentation de la rappelé très clairement que cela dépendait d'une décision po-
productivité. litique et même d'une volonté politique. Nous croyons que le
Deuxième point: malgré l'augmentation des taxes de 680 mil- débat est ouvert. Nous ne voulons pas conclure maintenant
lions de francs au cours de l'année 1991, la marge de bénéfice dans telle ou telle direction, mais je pose laquestion à M. Ogi
après l'adaptation des salaires se réduira à quelque 55 mil- chef d'un département qui a une vue d'ensemble des problè-
lions de francs. Avec cela, les postes vont couvrir leurs frais à mes des médias et de communication - de savoir comment le
raison de 91 pour cent. Nous remarquons que la rationalisa- Conseil fédéral envisage l'ouverture de l'important débat de
tion doit être poursuivie et qu'il faudra mieux prendre en demain sur les prestations en faveur de l'économie des PTT,
compte les prestations fournies par les PTT en faveur de l'éco- notamment l'action de la presse, car il s'agit de problèmes qui
nomie générale. Elles se montent aujourd'hui à 400 millions intéressent l'ensemble des institutions et l'ensemble du pays.
de francs. Il faudra ou bien rationaliser aussi de ce côté en ré- Nous attendons avec intérêt les réponses à ces deux ques-
duisant quelque peu, ou bien indemniser ces prestations, ce tions positives posées au Conseil fédéral, que nous remer-
qui permettrait d'arriver aune couverture de 99 pour cent. cions pour la qualité des prestations des PTT. Nous acceptons
Troisième point: le problème des investissements nous donne les propositions du Conseil fédéral et de la commission.
5. Dezember 1990 N 2185 PTT. Voranschlag 1991
Züger, Berichterstatter: Herr Hafner- leider ist er nicht im Saal werden können. Dazu tragen vor allem die Tarifmassnahmen,
- hat von Raubzug gesprochen. Ich hoffe, dass er in der Zwi- die Rationalisierungen und die Kostensenkungen bei.
schenzeit nicht unter die Räuber gefallen ist. Die unterschiedlichen Kostendeckungsgrade bereiten aber
Raubzug aufs Portemonnaie durch die PTT- das stimmt nicht. dem Departement und auch den PTT weiterhin Sorge. Am aus-
Die PTT haben ihre Taxen sehr massvoll angepasst; es gilt geprägtesten ist die Sorge in den gemeinwirtschaftlichen Lei-
nicht zu vergessen, dass die PTT eine Firma sind, wenn auch stungen. Es ist dies ein Problem, das wir gelegentlich lösen
eine des Bundes. Sie steht im Wettbewerb und muss sich in müssen. Die Summe von 424 Millionen Franken ist enorm. Ich
diesem Wettbewerb behaupten; wie jede andere Firma muss pflichte den Herren Bonny und Leuenberger-Solothurn abso-
sie ihre nötigen Ausgaben durch Einnahmen decken. Also lut bei. Aber sie betrifft die Defizite für Zeitungen, für Postautos,
wenn Sie die PTT als Räuber betrachten, dann leben wir rund- für Kurzwellendienst und für Mobilfunk.
herum in einer Welt von Räubern. In bezug auf die Zeitungen möchte ich sagen: Irgend jemand
Zu Herrn Leuenberger Ernst: Die gemeinwirtschaftlichen Lei- muss das bezahlen. Denn wir sind an einer vielfältigen Presse-
stungen müssen abgegolten werden, das ist für uns klar. Auch landschaft interessiert, ja sogar sehr interessiert. Bis heute ha-
in der Kommission sind wir immer dafür: Ich frage mich nur, ob ben es weitgehend die PTT bezahlt. Wer bezahlt es in der Zu-
diese Einmütigkeit, wenn es dann ans Fleisch am Knochen kunft? Ist es die Bundeskasse, oder sind es weiterhin die PTT?
geht, wenn dies hier behandelt werden muss, auch noch vor- Dieser Bereich muss geklärt werden.
handen sein wird. Herrn Nationalrat Jeanneret kann ich sagen, dass wir die
Das Gesamtverteidigungsnetz-da bin ich mit Ihnen hundert- Frage der Presseförderung traktandiert haben, dass die Ab-
prozentig einverstanden - sollen die zahlen, die es brauchen geltung und die Umschreibung der Förderungswürdigkeit -
oder glauben, es zu brauchen: Da muss das Verursacherprin- dieser Millionen, die die PTT leisten - ganz sicher zur Diskus-
zip greifen. Herr Bundesrat Ogi wird uns da gleich eine Neuig- sion gestellt werden müssen. Aber auch hier: Man kann den
keit auftischen können. Pelz nicht waschen, ohne ihn nass zu machen.
Zu Kollege Bonny und seinen Ausführungen zurTeuerung: Er Die noch guten Gewinne im Fernmeldebereich können nicht
hat recht, und das bedauern wir alle. Die Teuerung übersteigt unendlich mit defizitären Diensten finanziert werden. Defizitär
weit die Erwartungen im Zeitpunkt der Budgeterstellung. Nur sind diese Dienste - wie Sie wissen und wie auch hier an der
werden sich die Lohnkosten - das ist auch für mich eine Tribüne gesagt wurde - vor allem aus politischen Gründen.
Ueberraschung - im PTT- und im Bundesbudget nicht so dra- Wir können nicht auf der einen Seite massiv liberalisieren und
stisch ausdrücken, wie man jetzt gemeinhin vermuten könnte. auf der anderen Seite von den PTT Dienstleistungen ohne Ab-
Ich habe das Teuerungsblatt mit den Indexpunkten per Ende geltung verlangen, die sie im konkurrenziellen Umfeld nicht
Oktober vor mir: Anfang Jahr wurden die Löhne des Bundes- mehr finanzieren können. Ich sage Ihnen das auch mit Blick
personals auf 119 Indexpunkte ausgeglichen. Ende Oktober auf das Fernmeldegesetz.
erreichten wir 123,8 Indexpunkte, und das ergäbe eine teue- Dieses Fernmeldegesetz steht im Zweitrat, im Ständerat, in
rungsbedingte Lohnerhöhung von 4 Prozent. Budgetiert sind dieser Session noch zur Beratung. Der Antrag der ständerätli-
4,5 Prozent. Ende Oktober waren wir also noch gut im Ren- chen Kommission geht sehr weit in Sachen Liberalisierung.
nen. Damit es - wie budgetiert - 4,5 Prozent geben würde, Ich muss Ihnen klar und deutlich sagen: Hier ist nun eine ge-
dürften die Indexpunkte auf 124,4 anwachsen und bis 5 Pro- wisse Grenze zu sehen. Diese Grenze - so scheint es mir - ist
zent auf 125 Indexpunkte. Ich möchte nicht behaupten, dass erreicht. Bei den gemeinwirtschaftlichen Leistungen muss
das nicht so sei; aber so schlimm, wie uns Kollege Bonny die deshalb etwas geschehen; ich teile die hier im Rat dargelegte
Sache geschildert hat, sind wir nicht dran. Meinung. Bei den Dienstleistungen, die aus politischen Grün-
Sie können also dem Budget in diesem Sinne getrost zustim- den defizitär sind, soll in Zukunft der Auftraggeber - so ist es
men. unsere Meinung -vermehrtfür die Finanzierung sorgen. In be-
zug auf die Abgeltung beim Postautodienst - dieser Postauto-
dienst macht heute über 100 Millionen Franken aus - kann ich
Bundesrat Ogi: Zunächst möchte ich Kommissionspräsident dem Nationalrat mitteilen, dass wir im Rahmen der Revision
Züger und auch Herrn Nationalrat Frey Claude für die ausführ- des Eisenbahngesetzes daran sind, eine Lösung zu suchen.
liche Berichterstattung über das Budget 1991 der PTT danken. In bezug auf das Gesamtverteidigungsnetz möchte ich Ihnen
Das Budget für das Jahr 1991 ist ein Uebergangsbudget. Die mitteilen, dass der Bundesrat entschieden hat, dass die Be-
wichtigsten Zahlen, im heutigen Zeitpunkt betrachtet, sind - nutzer zahlen sollen; das Verursacherprinzip soll also hier an-
ich wiederhole sie ganz kurz-: Gewinn 231 Millionen Franken; gewendet werden. Das Problem, das besteht: Die Teilnehmer
dieser Gewinn wird aber noch eine Aenderung erfahren, wenn - Herr Nationalrat Züger- sind unter anderem die Gemeinden,
Sie und der Ständerat dem Lohnpaket zustimmen werden. sind die Kantone, und sie können rechtlich nicht zum An-
Der Cash-flow wird auf 2748 Millionen Franken beziffert, die schluss verpflichtet werden. Sie haben gesagt, es sollen jene
nötigen Investitionen - ich werde Herrn Darbellay dazu noch zahlen, die dieses Gesamtverteidigungsnetz brauchen. Ich
etwas sagen - auf 3916 Millionen Franken. Die Kosten- bin mit Ihnen einverstanden. Aber dann haben Sie einen
deckung Post ist interessant im Zusammenhang mit den ge- Nachsatz formuliert und gesagt: « .... die glauben, es zu brau-
meinwirtschaftlichen Leistungen. Sie beträgt 91 Prozent. Die chen.» So haben Sie - glaube ich - gesagt. Ich möchte Sie bit-
Kostendeckung der Telekommunikation beträgt heute ten, dafür besorgt zu sein, dass möglichst viele dieses Netz
112 Prozent. Hier besteht also ein Missverhältnis. Die Nach- abonnieren, dass möglichst viele sich für den Anschluss ent-
frage für die Zukunft wird auf 5,6 Prozent beziffert. Inbezugauf scheiden können; damit bezahlen sie das Gesamtverteidi-
das Personal - die PTT müssen jeden Tag gute Leistungen er- gungsnetz. Wenn es nicht gelingt, diese Botschaft durchzu-
bringen, und sie tun das auch; wir dürfen das nicht vergessen bringen, dann wird jemand anderes - der Bund oder mögli-
- bedarf es für 1991 1156 neuer Etatstellen. cherweise halt doch die PTT - auch hier zur Kasse gebeten
Die gemeinwirtschaftlichen Leistungen, die verschiedene Da- werden. Der Bundesrat ist der Meinung, dass dieses Gesamt-
men und Herren Nationalräte erwähnt haben, betragen für das verteidigungsnetz eine Notwendigkeit darstellt. Der Bundesrat
Jahr 1991 424 Millionen Franken. Und wenn wir schon einen erwartet, dass die Akquisition von den PTT, aber auch vom
Blick auf das nächste Jahr werfen, möchte ich Ihnen sagen, EMD, nun rasch an die Hand genommen wird. Der Bundesrat
dass für 1992 Aussichten auf einen Gewinn von 180 Millionen erwartet im März 1991 einen Bericht, hoffentlich einen erfolg-
Franken errechnet wurden, und für 1993 ist ein Gewinn von reichen Bericht.
230 Millionen Franken vorgesehen. Ich möchte auch zu den Grossprojekten, die Herr Nationalrat
Sie wissen es vom letzten Jahr: Im Voranschlag 1990 sah die Hafner angesprochen hat, etwas sagen. Grossprojekte - ich
Sache nicht rosig aus. Heute müssen wir feststellen, dass weiss es, ich teile Ihre Auffassung, Herr Hafner - bedürfen ei-
selbst der dort noch bescheiden budgetierte Gewinn von ner besonders sorgfältigen Betreuung durch die Unterneh-
85 Millionen Franken für das Jahr 1990 wohl nicht erreicht wer- mensleitung. Ich würde sagen, das Management der PTT ist
den kann. 1991 sollte es aber - wie dieses Budget zeigt - wie- hier sehr gefordert; mein Departement ist diesbezüglich im
der etwas besser aussehen. Es wird ein Gewinn ausgewiesen Kontakt mit der Generaldirektion. Wir lassen uns über die Ent-
PTT. Budget 1991 2186 N 5 décembre 1990
Wicklung und über die Abläufe immer wieder orientieren. Aber den Untersuchung ab. Wir werden dann, Herr Nationalrat Leu-
Grossprojekte, Herr Nationalrat Hafner, dienen zum Teil auch enberger-Solothurn, die nötigen Schritte unternehmen.
den Kleinkunden, das wollen wir nicht vergessen. Denken Sie Zum Schluss noch zur Frage von Herrn Jeanneret bezüglich
an Apoco; von der Automation des Postcheckdienstes profi- Tariferhöhungen: Wir werden auch künftig - das kann ich Ih-
tiert jeder. Ich erwähne auch das Terco, das ist das elektroni- nen ehrlich sagen, Herr Niìtionalrat Jeanneret - Tariferhöhun-
sche Telefonbuch. Auch hier profitieren alle. Man muss, wenn gen, Tarifanpassungen vornehmen müssen. Die PTT - das
Sie gestatten, eben auch differenzieren. wissen Sie sehr gut - brauchen Mittel. Sie haben heute in die-
Ich darf in bezug auf die Zukunft noch sagen, dass wir Freude sem Saal die Teuerung erwähnt. Auch die Personalprobleme,
haben über die Verkehrsentwicklung, die sich auch im näch- die Investitionen haben Sie erwähnt, meine Damen und Her-
sten Jahr abzeichnen sollte. So werden für die Postdienste ren. Sie haben die Abgeltung gemeinwirtschaftlicher Leistun-
rund 2,7 Prozent, für den Fernmeldedienst 7,7 Prozent Nach- gen erwähnt. Das sind allos berechtigte Anliegen. Aber diese
fragesteigerung vorausgesagt. Zu deren Bewältigung braucht Anliegen kosten eben etwas, und dafür müssen wir- ich kann
es etwas mehr Personal; es braucht rund 1,9 Prozent mehr für Ihnen nicht sagen wann - auch in Zukunft gelegentlich diese
1991. Die Investitionen wachsen um 14 Prozent; das ist sehr Anpassungen vornehmen können.
viel, aber die Investitionen, Herr Nationalrat Darbellay, sind Ich darf festhalten, dass das Budget 1991 ein Uebergangs-
notwendig, um im internationalen Konzert Schritt halten zu budget ist, dass die Aussichten für 1992/93 auch nicht sehr
können. Auch hier sind die PTT sehr gefordert, und Sie wissen, prächtig sind. Ich würde sagen, sie sind mittelmässig. Es wer-
dass die Welt, kommunikativ gesehen, zu einem Dorf gewor- den Gewinne von 180 bis 230 Millionen Franken signalisiert.
den ist. Dazu werden allerdings naben der sparsamen Mittelverwen-
Es ist ausserordentlich wichtig für den Platz Schweiz, dass die dung auch weitere Tarifmc.ssnahmen - wie ich bereits gesagt
Kommunikation spielt und dass sie in jeder Beziehung interna- habe - unumgänglich sein. Wegen des hohen Investitionsbe-
tional konkurrenzfähig bleibt. Neben den neuen Diensten darfs müssen dann wohl Darlehen bei der Eidgenössischen
braucht es immer noch mehr Anschlüsse an das Telefonnetz Finanzverwaltung aufgenommen werden. Sie sehen, die PTT-
in diesem Lande. Das ist vielleicht etwas überraschend, aber Betriebe tragen die Züge eines Unternehmens in einem sich
das Land ist diesbezüglich noch nicht so erschlossen, wie das stark wandelnden Umfeld. Da kommt noch das Fernmeldege-
erwünscht ist. Ich denke zum Beispiel an den Aufschwung des setz hinzu, das ebenfalls den PTT einiges zu überlegen gibt.
Telefax. Ich denke auch an die abgelegenen Regionen, wo Ich hoffe, dass die PTT fit gonug sein werden, um sich dann auf
noch Verbesserungen notwendig sind. Der budgetierte Cash- dem Markt behaupten zu können.
flow reicht nicht aus, um all diese Investitionen aus eigenen Geben Sie diesem Unternahmen, Ihrem Unternehmen, auch
Mitteln zu finanzieren. Die Deckung kann jedoch über den Zu- weiterhin die Mittel. Unterstützen Sie das Personal, das tagtäg-
wachs der" Postcheckgelder und die praktisch vollständige lich sehr gute Arbeit leistet.
Auflösung PTT-eigener Kapitalanlagen noch gesichert wer-
den. Eintreten ist obligatorisch
Zu den Personalfragen möchte ich lediglich sagen, Herr Natio- L'entrée en matière est acq uise de plein droit
nalrat Leuenberger: Diese Fragen stellen sich natürlich über-
all. Es ist nicht nur ein Problem der PTT. Bestrebungen zur Erfolgsrechnung - Compte de résultats
Besserstellung, zu einer besseren Situation - wenn ich so sa-
gen darf-sind im Gange. Persönlich möchte ich aber sagen, 3 Personalaufwand
dass ich für eine dynamische Personalpolitik eintrete. Ich Antrag der Kommission
glaube, der junge, neue sozialdemokratische PTT-Generaldi- 31 Besoldungen, Gehälter,
rektor macht das sehr, sehr gut; deshalb sollten Sie ihn nicht Löhne und Zulagen Fr. 4 364 960 000
schon kritisieren, kaum hat er begonnen. Herr Nationalrat Leu- 33/34 Personalversicherung und andere
enberger, der Arbeitsmarkt ist - Sie wissen es besser als ich - Sozialleistungen Fr. 731 982 000
sehr konjunkturabhängig, und da haben wir nicht allzu gros-
sen Einfluss. 3 Charges de personnel
Ich darf auch noch etwas zur Budgetierung sagen; Herr Natio- Proposition de la commission
nalrat Bonny hat diese Budgetierung angesprochen. Bei der 31 Traitements, salaires
Budgetierung muss man - wie Sie sicher gut wissen, Herr Na- et al locations Fr. 4 364 960 000
tionalrat Bonny - immer von Eckwerten betreffend Teuerung, 33/34 Assurance du personnel et autres
Wechselkursverhältnisse usw. ausgehen. Diese Eckwerte prestations sociales Fr. 731 982 000
wurden zu Beginn der Budgetarbeiten für die Bundesverwal-
tung, für die SBB und für die PTT nach - ich darf es sagen - Angenommen -Adopté
bestem Wissen und Gewissen des Finanzdepartements fest-
gelegt. Die Eckwerte verändern sich natürlich immer wieder. 6 Betriebsertrag
Man kann aus Gründen, die Sie sicher auch kennen, diese Antrag Vollmer
Eckwerte nicht ständig verändern - also nicht fortlaufend, 613 Zeitungstaxen Fr. 187500000
wenn Sie so wollen. Ich habe Verständnis für Ihre Situation. Ich
kann sagen, dass auch für die Jahre 1992, 1993 und die fol- 6 Produits d'exploitation
genden Jahre mit Eckwerten gerechnet werden muss. Proposition Vollmer
Ueber die Gewinnvenwendung werden Sie erst anlässlich der 613 Taxes des journaux Fr. 187500000
Finanzrechnung 1991 zu beschliessen haben. Im Bundesbud-
get sind 150 Millionen Franken Ablieferung eingestellt. Ge- Vollmer: Wenn ich zum PT7-Budget einen Antrag zur Position
wicht wird aber auch den Bedürfnissen des Unternehmens im Zeitungstaxen einbringe, dann möchte ich damit auch mein
technologischen Wandel und auf den liberalisierten Märkten Unbehagen zum Ausdruck bringen, dass in diesem Bereich in
beizumessen sein. Nicht vergessen wollen wir die stärker den letzten Jahren nicht genügend Substantielles gegangen
drückenden gemeinwirtschaftlichen Leistungen. Ich habe ist. Zwar ist hier verschiedentlich zum Problem Zeitungstaxen
mich darüber bereits ausgesprochen. sogar sehr ausführlich diskutiert worden. Es gab etliche parla-
Zum Fernmeldegeheimnis, das Herr Nationalrat Leuenber- mentarische Vorstösse von verschiedenen politischen Par-
ger-Solothurn auch angesprochen hat, möchte ich einfach sa- teien. Dieser Rat hat vor einiger Zeit auch ein Kommissionspo-
gen: Das Fernmeldegeheimnis ist auch für uns, Herr National- stulat verabschiedet, in den er grundsätzlich demselben An-
rat Leuenberger, sehr, sehr wichtig. Wir unternehmen alles, liegen, wie es in meinem Antrag zum Ausdruck kommt, Rech-
damit es eingehalten wird. Wenn wir Probleme sehen, werden nung tragen wollte.
wir diese Probleme angehen. Bezüglich der jüngsten Berichte Worum geht es mit meinem Antrag? Es ist schon fast ein Allge-
- Sie denken an die Puk und ich auch - verweise ich auf die meinplatz, das Thema hier auszuleuchten. Allgemeinplatz
laufende Untersuchung. Wir warten das Resultat dieser laufen- weshalb? Ich habe mir die Mühe genommen, die parlamenta-
5. Dezember 1990 N 2187 PTT. Voranschlag 1991
rischen Debatten zum Thema Zeitungstaxen nachzulesen. Ich gefordert sein, diesen Staats- und medienpolitisch wichtigen
kann Ihnen sagen: Das Bekenntnis zur Presseförderung über Bereich endlich neu zu regeln.
die Reduktion der Zeitungstaxen war phantastisch. Durch alle Ich nehme die Zusicherung von Bundesrat Ogi in der Eintre-
Parteien hindurch hat man diesen Willen zum Ausdruck ge- tensdebatte positiv zur Kenntnis, dass man den Willen hat, die
bracht. Höchstens die Wortwahl war ein bisschen verschie- Sache mit den Zeitungen neu zu ordnen. Es wäre aber stos-
den. Die einen haben vom Bannwald der Demokratie gespro- send und falsch -wenn wir als Ziel betrachten, was der Bun-
chen, die anderen von der vierten Gewalt. Aber alle haben desrat hier gesagt hat -, wenn wir gleichzeitig der kleinen,
letztlich das gleiche gemeint. wichtigen Meinungspresse mit zusätzlichen Taxerhöhungen
Worum geht es? Der Erhalt und die Förderung unserer Mei- bereits heute wiederum neue Schwierigkeiten machten.
nungspresse ist sozusagen konstitutiv für unser Demokratie- Ich bitte Sie, diesem Antrag zuzustimmen, der ausschliesslich
verständnis. Es kommt dazu, dass wir zurzeit vor einem diese kleine Tranche betrifft und der deshalb, meine ich, auch
neuen, immensen Konzentrationsschub bei den Printmedien finanzpolitisch absolut verantwortet werden kann.
stehen. Die Meinungsvielfalt in unserer Medienlandschaft
steht damit mehr auf dem Spiel als auch schon. Die kommer- Züger, Berichterstatter: Der Antrag von Kollege Vollmer lag in
ziellen Zwänge werden sich gerade in der sogenannten euro- der Kommission nicht vor; trotzdem wurde er dort in der allge-
päischen Perspektive noch verschärfen. Alle Bekenntnisse zu meinen Diskussion über die gemeinwirtschaftlichen Leistun-
unserer sprachlichen, kulturellen, regionalen und sozialen gen zumindestens ansatzweise erörtert. Obwohl wir für diesen
Vielfalt brauchen auch immer ein kommunikatives Funda- Antrag etwelche Sympathie aufbringen - Herr Vollmer meint ja
ment. Das alles bleibt- hoffe ich - in diesem Rat unbestritten. ausdrücklich die kleine, auflagenschwache Meinungspresse
Doch wie gehen wir dieses Problem an? Alle Bemühungen zur -, müssen wir ihn zur Ablehnung empfehlen, obwohl er im Ver-
Schaffung besonderer Grundlagen - man denke an ein ei- hältnis zum Gesamtbudget- ich darf das sagen - lächerliche
gentliches Presseförderungsgesetz - sind aus den verschie- 3 Millionen beträgt. Es geht aber nicht an, zu Lasten der PTT
densten Gründen gescheitert. Man meinte, sich dies nicht lei- vermehrt über die Hintertüre Presseförderung zu betreiben!
sten zu können, weil wir ja bei den PTT-Taxen bereits eine indi- Herr Vollmer sagte selbst, dass es sehr gut rentierende Zei-
rekte Hilfestellung gewähren, obwohl wir wissen, dass dieses tungsverlage gibt, die auf dieses Geschenklein nicht angewie-
Vorgehen, das wir hier gewählt haben, mit grossen Mängeln sen sind. Zudem gibt es - das wäre auch eine Aufgabe, die
behaftet ist. Wir subventionieren damit ja auch Erzeugnisse, man einmal bewältigen müsste - Publikationen jeglicher Art,
welche eigentlich nicht aus Staats- oder medienpolitischen die von diesen Subventionen profitieren; Sie würden staunen
Gründen gefördert werden müssten. Wir finanzieren Erzeug- darüber, was noch als Zeitung oder Zeitschrift betrachtet wird.
nisse, welche es wirtschaftlich gar nicht nötig hätten. Es gibt in Es wäre eine lohnende politische Aufgabe- Bewerber werden
diesem Land Presseorgane, die sind tatsächlich Goldgruben gesucht -, einmal unter diesen 6000 Titeln auszuscheiden,
geworden. welche förderungswürdig und welche nicht förderungswürdig
Umgekehrt erlauben es die bisherige und auch die neue, jetzt sind.
vorgesehene Regelung bei den bevorstehenden Taxerhöhun- Wenn Sie die Vielfalt unserer Presselandschaft erhalten wol-
gen nicht, gerade dort zu helfen, wo es wirtschaftlich und me- len, wenn Ihnen diese ein echtes Anliegen ist, so fassen Sie
dienpolitisch am nötigsten wäre. Es wurde zwar jetzt nach lan- endlich Mut und schaffen Sie das längst überfällige Presseför-
gen Verhandlungen mit den Zeitungsverlegern eine neue derungsgesetz! Hier, beim PTT-Budget, stehen Sie vor der fal-
Kompromisslösung erarbeitet, doch gerade die wenig aufla- schen Türe.
genstarke, aber wichtige Meinungspresse muss sich wie-
derum verschaukelt vorkommen. Wenn man dies am seiner- M. Frey Claude, rapporteur: Malgré l'adaptation des tarifs pré-
zeit von diesem Rat überwiesenen Kommissionspostulat vue avec effet au 1 er février 1991, le soutien à la presse reste
misst, bleibtauch die heutige Lösung absolut unbefriedigend. très important et très coûteux parce que largement dispensé.
Ich bin mir bewusst, dass wir mit den Zeitungstaxermässigun- Or, M. Vollmer propose d'aller encore plus loin et nous ne pou-
gen einmal mehr einem öffentlichen Betrieb die Uebernahme vons pas le suivre. Nous lui disons simplement qu'il se trompe
von gemeinwirtschaftlichen Leistungen zumuten, ohne ihn da- de débat: ce n'est pas à l'occasion du budget des PTT qu'il
für auch rechnungsmässig zu entschädigen. Das ist unbefrie- faudrait discuter d'une rallonge supplémentaire à l'intention
digend. Dass die PTT, von denen man wirtschaftliches Denken de la presse, mais bien dans le cadre d'une discussion sur le
verlangt, sich mehr und mehr dagegen sträuben, ist verständ- soutien à la presse politique, dans le cadre du débat démocra-
lich: Warum sollen sie Kunden subventionieren, welche nach- tique. Avoir cette discussion maintenant, cela signifierait que
gewiesenermassen wirtschaftlich überhaupt nicht darauf an- l'on mettrait à charge des PTT une somme qui ne devrait pas
gewiesen sind? Fazit: Wir brauchen dringend eine medienpo- leur incomber. Le directeur général des postes rappelait d'ail-
litisch vertretbare Lösung. Auch die Bedürfnisse der PTT müs- leurs que l'aide à la presse constitue un peu le «tonneau des
sen dabei besser berücksichtigt werden. Danaïdes» tellement l'aide est importante maintenant.
Mit meinem Antrag möchte ich darum nichts anderes als dem Nous vous demandons donc de rejeter la proposition Vollmer
unbestrittenen Bemühen Rechnung tragen, jetzt wenigstens qui est manifestement disproportionnée et n'a pas sa place
die kleinere und wichtige Meinungspresse von einer gravie- dans le budget des PTT.
renden Taxrunde zu verschonen. Gerade während den Ses-
sionen sind wir Zeugen der Existenz, der Vielfalt dieser Mei- Bundesrat Ogi: Die Presseförderung, Herr Nationalrat Voll-
nungspresse, wenn wir draussen die aufliegenden Zeitungen mer, ist für uns kein Lippenbekenntnis. Sie haben das hoffent-
betrachten. Ich meine, diese kleine Meinungspresse ist auch lich bei meinen ersten Ausführungen gespürt, und Sie haben
Ausdruck unseres Föderalismus und des Bekenntnisses auch gehört, dass wir der Sache nachgehen. Aber ich darf Ih-
dazu. Ich beantrage Ihnen deshalb nicht die Streichung der nen sagen, dass die PTT heute schon die Kosten für diese
gesamten Taxerhöhung - diese Taxerhöhung ist für die Mehr- Presseförderung mit 200 Millionen Franken beziffern. Die klei-
heit der Subventionierten durchaus massvoll und sinnvoll -, nen Zeitungen, gerade die kleinen, werden besonders geför-
sondern nur genau diejenige Tranche, welche direkt die Blät- dert: Sie haben bei weitem den geringsten Kostendeckungs-
tertrifft, welche dieser Rat in seinen früheren Beratungen und grad.
Debatten auch ausdrücklich entlasten wollte. Es geht also um Ich will Ihnen noch sagen, wie diese Tarife zustande gekom-
die kleine, wenig auflagenstarke Meinungspresse, die mit die- men sind: Vielleicht wissen Sie es, aber ich will Ihnen noch ei-
ser Tranche, die ich hier zur Streichung beantrage, nicht mit nige Details geben. Bei der Erarbeitung des neuen Tarifmo-
zusätzlichen Taxerhöhungen belastet werden sollte, bis wir dells - ich habe sie im letzten Jahr begleiten können - müss-
ein neues, gesamtmedienpolitisch abgestütztes System fin- ten verschiedene pressepolitische Zielsetzungen, Absichten
den, wie wir diese Zeitungstaxen und die Presseförderung wir- und Forderungen berücksichtigt werden, wie die Einhaltung
kungsvoll vorantreiben können. Stimmen Sie meinem Antrag einer vielfältigen Presse oder die Förderung der Tages-, Lokal-
zu; er ist sehr massvoll, er ist für die Betroffenen aber sehr und auch der Regionalpresse. Es waren also verschiedene In-
wichtig. Der Bundesrat und die PTT sollen darüber hinaus auf- teressen unter einen Hut zu bringen. Das war nicht einfach.
PTT. Budget 1990. Supplément II 2188 N 5 décembre 1990
Eine Expertenkommission, bestehend aus Vertretern des Persönliche Erklärung - Déclaration personnelle
Schweizerischen Verbandes der Zeitungs- und Zeitschriften- Frau Mauch Ursula: Im Namen der SP-Fraktion möchte ich
verleger und der PTT-Betriebe, hat dann verschiedene Tarif- eine kurze Erklärung zu don Bundesrichterwahlen abgeben.
modelle erarbeitet und näher geprüft. Das schliesslich vorge- Sie haben heute unseren Bundesrichter, Herrn Martin Schu-
schlagene und vom Bundesrat am 27. Juli 1990 beschlossene barth, nicht wiedergewählt. In der interfraktionellen Richter-
Modell «Erscheinungshäufigkeit» vermochte den gestellten gruppe war die Wiederwahl von Herrn Schubarth absolut un-
Anforderungen am besten gerecht zu werden. Die pressepoli- bestritten. Es gab weder Einwände, noch hat über seine Wie-
tische Förderungswürdigkeit wird also massvoll eingegrenzt derwahl eine Aussprache stattgefunden. Um so mehr ist un-
und abgestuft. Die Tarifkriterien, Gewicht und Auflage, garan- sere Fraktion konsterniert, dass Herr Bundesrichter Schubarth
tieren eine korrekte Eingrenzung jener Zeitungen und jener nicht wiedergewählt worden ist. Gegenüber der SP-Fraktion
Zeitschriften, die eine Förderung aus pressepolitischer Sicht wurden keinerlei Vorbehalte gegenüber Herrn Schubarth an-
besonders nötig haben und um die es beim vorliegenden An- gemeldet. Aus der Sicht ur serer Fraktion ist Herr Bundesrich-
trag geht, namentlich bei Auflagen bis 20 000 Exemplare und - ter Schubarth unbestritten ein sehr kompetenter Bundesrich-
wenn ich das richtig verstanden habe - bis 75 g Gewicht. ter. Er geniesst nach wie vor unsere uneingeschränkte Unter-
Zusammenfassend, Herr Nationalrat Vollmer, darf gesagt wer- stützung, und wir bitten auch Sie, Herrn Bundesrichter Schu-
den, dass das neu einzuführende Tarifmodell gerade die leich- barth zu unterstützen. Die SP-Fraktion ist der Meinung, dass
ten Tages-, Lokal- und Regionalzeitungen bevorzugt behan- die Gewaltentrennung in diesem Staat in keiner Art und Weise
delt, um die es bei Ihrem Antrag geht. Wir sind in dieser Ange- in Frage gestellt werden darf.
legenheit nie fertig, auch hundertprozentige Lösungen haben
wir nicht anzubieten. Ich sehe das Problem; wir werden daran
weiterarbeiten. Für heute aber bitte ich Sie, diesen Antrag ab-
zulehnen.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag Vollmer 38 Stimmen
Dagegen 44 Stimmen #ST# Ad 89.056
Bundesbeschluss über den Finanzvoranschlag der PTT-
Betriebe für das Jahr 1991
PTT. Voranschlag 1990. Nachtrag II
Arrêté fédéral concernant le budget financier de l'Entre- PTT. Budget 1990. Supplément II
prise des PTT pour l'année 1991
Botschaft und Beschlussentwurf vom 17. Oktober 1990
Message et projet d'arrêté du 1 /' octobre 1990
Detailberatung - Discussion par articles
Bezug bei der Generaldirektion PTT,
Viktoriastrasse 21,3030 Bern
Titel und Ingress S'obtiennent auprès de la Direclon générale des PTT,
Antrag der Kommission Viktoriastrasse 21,3030 Berne
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Beschluss des Ständerates vorri 4. Dezember 1990
Décision du Conseil des Etats d j 4 décembre 1990
Titre et préambule Kategorie III, Art. 68 GRN-Catégorie III, art. 68 RCN
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen -Adopté
Züger, Berichterstatter: Dii3 Nachtragskredite des Nachtra-
Art. 1 ges II betragen insgesamt 188,6 Millionen Franken; sie vertei-
Antrag der Kommission len sich zu 113,3 Millionen Franken auf die Erfolgsrechnung
Dem Finanzvoranschlag der PTT-Betriebe für das Jahr 1991, und zu 75,3 Millionen auf die Investitionen.
abschliessend mit einem Unternehmungsgewinn von Ich komme zum wichtigsten Satz: «Die Nachtragskredite wer-
54 748 000 Franken und Investitionen von 3915 861 000 Fran- den durch Rückgaben in anderen Rubriken kompensiert.» Sie
ken, wird zugestimmt. belasten also die Erfolgsrechnung nicht.
Schon daher bitte ich Sie im Namen der Kommission, welche
Art.1 die Vorlage einstimmig genehmigte, diesen Nachtragskredi-
Proposition de la commission ten zuzustimmen.
Le budget financier de l'Entreprise des PTT pour l'année 1991,
présentant un bénéfice d'entreprise de 54 748 000 francs et M. Frey Claude, rapporteur: Très brièvement, la commission
des investissements de 3 915 861 000 francs, est approuvé. vous propose, à l'unanimité, d'adopter ces crédits supplé-
mentaires II qui représentent 113 millions de francs pour le
Angenommen -Adopté compte de résultats et 75,3 millions au titre des crédits d'enga-
gement pour les investissements. On constate dès lors que le
Art. 2-4 bénéfice supputé pour cette année à 85 millions ne pourra pas
Antrag der Kommission être atteint. En revanche, diverses mesures d'économies ont
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates été prises pour que le résultat pour 1990 soit à peu près équili-
Proposition de la commission bré.
Adhérer au projet du Conseil fédéral C'est dans cet esprit que nous vous recommandons d'ap-
prouver ce supplément II au budget.
Angenommen -Adopté
Eintreten ist obligatorisch
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble L'entrée en matière est acquise de plein droit
Für Annahme des Beschlussentwurfes 97 Stimmen Detailberatung - Discussion par articles
Dagegen 1 Stimme
Titel und Ingress, Art. 1-3
Antrag der Kommission
An den Ständerat-Au Conseil des Etats Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
PTT. Voranschlag 1991
PTT. Budget 1991
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1990
Année
Anno
Band V
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 07
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.063
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 05.12.1990 - 08:50
Date
Data
Seite 2181-2188
Page
Pagina
Ref. No 20 019 290
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