Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 89-839 KI-generiert

Effectiveness of Restrictive Monetary Policy on Inflation and Economic Growth

Geschäftsnummer VPB 89-839
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

This interpellation questions the effectiveness and social consequences of a restrictive monetary policy aimed at combating inflation. The questioning party argues that this policy, while intended to control inflation, has led to higher interest rates, increased living costs for housing and agriculture, and potentially hampered economic growth. The response from the Federal Council acknowledges that past overly expansive monetary policy contributed to inflation but defends the current restrictive approach as necessary to curb rising prices, highlighting the time lag between policy decisions and their effects. The Council also explains that other fiscal policy tools are limited by the outdated tax system and the current budget surplus, emphasizing the need for the National Bank's independent monetary policy.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 104 al. 1 let. a et b LTF, Art. 66 al. 1 LTF; Effectiveness of Restrictive Monetary Policy on Inflation and Economic Growth: The questioning party argues that this policy, while intended to control inflation, has led to higher interest rates, increased living costs for housing and agriculture, and potentially hampered economic growth. The response from the Federal Council acknowledges that past overly expansive monetary policy contributed to inflation but defends the current restrictive approach as necessary to curb rising prices, highlighting the time lag between policy decisions and their effects. The Council also explains that other fiscal policy tools are limited by the outdated tax system and the current budget surplus, emphasizing the need for the National Bank's independent monetary policy.

Schlagwörter

KI-generiert
Wirtschafts- und Währungspolitik Steuerpolitik Wirtschaftswachstum Zinssatz Lebenskosten Preisregelungen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 104 al. 1 let. a et b LTF

Used to declare the appeal inadmissible because the respondent did not file a counter-statement within the deadline.

Art. 66 al. 1 LTF

Applied to order the appellant to pay the costs of the federal proceedings.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

12. Juni 1990 375 Interpellation Jelmini

Ad 89.064 l'abitazione e dell'agricoltura. Considerando che gli interventi

di politica monetaria causano effetti a media e lunga sca-

Motion II des Nationalrates denza, si chiede al Consiglio federale:

Voranschläge der Eidgenossenschaft. 1. Come giustifica la continuazione di una politica, che in parte

Ausgaben ha originato un elevato tasso di inflazione nel 1989?

Motion II du Conseil national 2. Se ritiene ragionevole provocare un ulteriore rincaro a breve

Budgets de la Confédération. Dépenses termine allo scopo di alleviare un'aleatoria inflazione fra alcuni

anni?

Wortlaut der Motion 3. Quali altri istrumenti ritiene di applicare per owiare alle evi-

Der Bundesrat wird eingeladen, dem Parlament jeweils einen denti lacune della politica monetaria preconizzata?

Voranschlag zu unterbreiten, dessen Ausgaben im Vierjahres- 4. Cosa intende fare per impedire che il nuovo probabile au-

durchschnitt nicht stärker wachsen als das Bruttoinlandpro- mento dei tassi ipotecari si ripercuota automaticamente sulle

dukt. • pigioni?

Texte de la motion Texte de l'interpellation du 15 décembre 1989

Le Conseil fédéral est chargé de présenter chaque année, au Le Conseil fédéral et la direction de la Banque nationale ont

Parlement, un budget dont les dépenses, calculées sur une manifesté l'intention de conférer la priorité à la lutte contre l'in-

moyenne quadriennale, ne croissent pas plus fortement que flation en maintenant une politique monétaire restrictive.

le produit intérieur brut. Il faut donc s'attendre à une nouvelle hausse des taux hypo-

thécaires dès les premiers mois de 1990, et par suite à une

Präsident: Herr Kommissionspräsident Dobler hat bereits zu nouvelle augmentation du renchérissement, notamment dans

diesen beiden Motionen gesprochen, ebenso Herr Bundesrat les secteurs du logement et de l'agriculture.

Stich. Die Kommission beantragt Ihnen, die erste Motion (Vor- Vu que la politique monétaire a des effets à moyen et long

anschlag der Eidgenossenschaft 1991. Ausgaben) zu über- terme, le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions

weisen, die zweite (Voranschläge der Eidgenossenschaft. suivantes:

Ausgaben) hingegen abzulehnen. 1. Comment justifie-t-il le maintien d'une politique qui a cons-

titué l'une des causes de la forte inflation accusée en 1989?

Zustimmung - Adhésion 2. Juge-t-il raisonnable de provoquer une nouvelle poussée

de renchérissement à court terme à seule fin d'atténuer une

hypothétique inflation dans quelques années?

3. Quels autres instruments entend-il utiliser pour remédier

aux évidents défauts de la politique monétaire suivie jusqu'ici?

#ST# 89.839 4. Que compte-t-il faire pour empêcher que la prochaine

hausse probable des taux hypothécaires se répercute auto-

Interpellation Jelmini matiquement sur les loyers?

Inflation und Geldpolitik

Interpellanza Jelmini Jelmini: Dièse Interpellation habe ich am 15. Dezember 1989

eingereicht. Sie hat etwas an Aktualität verloren, aber die

Inflazione e politica monetaria Schwerpunkte bleiben weiter bestehen.

Interpellation Jelmini Ich möchte von vornherein anerkennen, dass sich die Noten-

Inflation et politique monétaire bank in einer sehr schwierigen Lage befindet, wenn sie gleich-

zeitig die Stabilität der Preise, der Währung und der Wirt-

schaftsentwicklung gewährleisten soll.

In einer Zeit so raschen Wandels ist das mit den Mitteln, die der

Nationalbank zur Verfügung stehen, kaum und nur mit sehr

Wortlaut der Interpellation vom 15. Dezember 1989 hohen wirtschaftlichen und sozialen Kosten zu erreichen.

Der Bundesrat und die Direktion der Nationalbank haben er- Die Notenbank versucht, die ihr vorgegebenen Ziele mit geld-

klärt, dass sie sich hauptsächlich auf die Inflationsbekämp- politischen Mitteln zu erreichen. Damit sind jedoch zahlreiche

fung konzentrieren wollen und zu diesem Zweck beabsichti- negative Auswirkungen verbunden, so dass sich gebieterisch

gen, weiterhin eine restriktive Geldpolitik zu verfolgen. die Frage der Prioritäten stellt, die primär von Regierung und

Es ist also schon in den ersten Monaten des kommenden Jah- Parlament zu beantworten ist. So hat die restriktive Geldpolitik

res mit einem neuen Anstieg der Hypothekarzinsen und folg- der Notenbank im vergangenen Jahr zu einer Teuerung ge-

lich mit einer weiteren Teuerung, hauptsächlich im Wohn- und führt, die doppelt so hoch ausfiel, als sie es vor dem Eingreifen

Landwirtschaftssektor, zu rechnen. der Notenbank war. Sie dürfte auch in diesem Jahr wohl kaum

Angesichts der Tatsache, dass sich die geldpolitischen Inter- viel geringer ausfallen. Allein schon im Hinblick auf dieses Er-

ventionen mittel- und langfristig auswirken, stellen wir dem gebnis muss die Geldmengenpolitik der Nationalbank als

Bundesrat die folgenden Fragen: sehr fragwürdig bezeichnet werden.

1. Wie ist die Fortsetzung einer Politik zu rechtfertigen, die Noch als sehr viel fragwürdiger erweist sich diese Politik, wenn

1989 eine Erhöhung der Inflationsrate mitverschuldet hat? sie unter sozialen Gesichtspunkten betrachtet wird. So hat sie

2. Hält er es für vernünftig, kurzfristig einen weiteren Teue- bis jetzt zu drei Hypothekarzinserhöhungen geführt, die ange-

rungsschub auszulösen, um eine vielleicht in einigen Jahren sichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt

auftretende Inflation zu dämpfen? kaum mehr rückgängig zu machen sind, auch wenn der Teue-

3. Mit welchen anderen Instrumenten will er den offensichtli- rungsindex wieder einmal rückläufig sein sollte. Wohl sind ei-

chen Schwächen der angekündigten Geldpolitik begegnen? nige Korrekturen angebracht worden, aber zum Teil ziemlich

4. Wie will er verhindern, dass der wahrscheinlich bevorste- spät.

hende erneute Anstieg des Hypothekarzinses automatisch auf Die soziale Problematik der Hochzinspolitik wird aber erst

die Mietzinse abgewälzt wird? sichtbar, wenn berücksichtigt wird, dass die hohen Zinsen

gleichzeitig zu einem Rückgang der Wohnungsproduktion

Testo dell'interpellanza del 15 dicembre 1989 führen, so dass die Mietzinse zusätzlich noch aufgrund des

II Consiglio federale e la direzione della Banca nazionale verknappten Wohnungsangebots in die Höhe getrieben wer-

hanno manifestato l'intenzione di conferire priorità alla lotta den.

contro l'inflazione, continuando una politica monetaria restrit- Wohnungsmarkt und Mietzinse sind jedoch nicht die einzigen

tiva. Vi è dunque da attendersi già nei primi mesi del 1990 un Leidtragenden. Auch die Produktionskosten der Landwirt-

nuovo aumento dei tassi ipotecari e conseguentemente un ul- schaft werden durch die hohen Zinsen in die Höhe getrieben,

teriore incremento del rincaro segnatamente nei settori del- was sich auch auf die Nahrungsmittelpreise auswirken wird.

Interpellation Jelmini 376 12 juin 1990

Für unsere Bevölkerung werden also vorab die wichtigsten senkrach im Oktober gekennzeichnet war. Um der Gefahr ei-

Güter, Nahrung und Wohnung, verteuert. Diese Teuerung wird nes Konjunktureinbruchs entgegenzutreten, versorgten die

bleiben, auch wenn der Konsumentenpreisindex längerfristig Notenbanken die Märkte mit zusätzlicher Liquidität, und zwar

wieder zurückgehen sollte. in bedeutendem Umfang. Als sich die konjunkturellen Be-

Vor allem für die unteren Einkommensschichten kommt er- fürchtungen abschwächten, wurde die Liquidität sukzessive

schwerend hinzu, dass diese Teuerung durch die Lohnpolitik wieder abgebaut.

nur sehr schwer und unvollständig ausgeglichen werden Rückblickend muss festgestellt werden, dass dieser Abschöp-

kann, denn die von der Notenbank verfolgte Hochzinspolitik fungsprozess in der Schweiz mit einer gewissen Verzögerung

führt gleichzeitig zu einem Anstieg des Frankenkurses gegen- erfolgte. Dies hing mit der Einführung des neuen Zahlungssy-

über den anderen Währungen und damit zu einer entspre- stems für den Interbankverkehrund den neuen Liquiditätsvor-

chenden Erhöhung der Lohn- und Produktionskosten im inter- schriften für die Banken auf Anfang 1988 zusammen. Dadurch

nationalen Vergleich, wodurch die Exportchancen erheblich verringerte sich die Geldnachfrage stark, und die Notenbank-

erschwert und der Widerstand gegen lohnpolitische Begeh- geldmenge fiel als Indikator für die Geldpolitik weitgehend

ren verschärft werden. aus. Bei ihrer geldpolitischen Steuerung war die Nationalbank

Es bestehen aber auch ernsthafte Zweifel darüber, ob denn vermehrt auf andere Indikatoren (Zins, Wechselkurs) angewie-

auch die Inflationsbekämpfung wirklich das primäre Ziel der sen, die schwieriger zu interpretieren sind. Ich weise darauf

Hochzinspolitik der Notenbank ist. Diese Zweifel werden nicht hin, dass wir im ersten Halbjahr 1988 Tageszinssätze von 1

nur durch den Umstand genährt, dass die Hochzinspolitik der und 1,5 Prozent gehabt haben. Das war ein deutlicher Hin-

Nationalbank bei einem Stand der Konsumentenpreise ein- weis, nicht darauf, dass wir keine Inflation hatten, sondern dar-

setzte, wo man kaum von Inflationsgefahrsprechen konnte. auf, dass die Geldmenge ganz eindeutig zu gross war. Des-

Sie kommen auch auf bei der Lektüre der Finanz- und Wirt- halb haben wir 1987 und 1988 im Prinzip den Teuerungsschub

schaftspresse. Dabei taucht vor allem die Vermutung auf, das ausgelöst.

Ziel der Hochzinspolitik sei eher, das Zinsniveau unseres Lan- 1989 stand die Geldbehörde vor einer sich aufbauenden infla-

des demjenigen der anderen Länder anzupassen und den tionären Situation, die, wenn die Teuerung nicht institutionali-

Schweizerfranken wieder zur härtesten Währung, zum Super- siert werden sollte, nur durch eine restriktive Geldmengenpoli-

star unter den Währungen zu machen, wie kürzlich eine Wirt- tik bekämpft werden konnte. Dies ist bis in die jüngste Vergan-

schaftszeitung schrieb. genheit mit einem Anstieg der Zinsen verbunden gewesen,

Falls solche Zielsetzungen bestimmend sein sollten für die Po- der unter anderem aufgrund ungünstig wirkender, institutiona-

litik der Notenbank, würden sich weitere Fragen aufdrängen. lisierter Ueberwälzungsregelungen die Inflationsrate zusätz-

So einmal die Frage, ob es im gegenwärtigen Zeitpunkt ver- lich erhöhte. Die gestiegenen Zinsen werden aber auch die

antwortbar ist, die Geld- und Kapitalversorgung zu verknap- starke Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen und da-

pen und zu verteuern, während unsere Wirtschaft im Hinblick mit das Wachstum dämpfen, was die Inflationsrate allmählich

auf das Integrationsgeschehen und die rasche technologi- bremsen wird. Mit der Abschwächung der Teuerung sollte

sche Entwicklung auf eine reichliche und günstige Kapitalver- sich dann auch wieder ein gewisser Abbau der Zinsen einstel-

sorgung angewiesen ist. Damit würde ein wichtiger Standort- len.

vorteil in einem kritischen Moment ohne Not aufgegeben. Bei der Teuerungsbekämpfung gibt es keine Alternative zu ei-

Eine weitere grundsätzliche Frage stellt sich bezüglich des ner restriktiven Geldmengenpolitik. Wenn der schweizeri-

Entwicklungstempos unserer Wirtschaft. Dieses war bis in die schen Volkswirtschaft zuviel Liquidität belassen wird, so wird

fünfziger und sechziger Jahre, als die Einflussmöglichkeiten die überhitzte Konjunktur noch stärker angekurbelt. Die kon-

der Nationalbank auf unsere Wirtschaft sehr viel geringer wa- junkturelle Ueberhitzung und die mit einem schwachen

ren als heute, annähernd doppelt so schnell. Die merkliche Schweizerfranken verbundene Erhöhung der Importpreise

Verlangsamung des wirtschaftlichen Wachstums trat in der er- würden die Teuerungsspirale in der Schweiz nochmals in eine

sten Hälfte der siebziger Jahre ein, als nach der Efnführung Drehung versetzen. Damit würden auch die Zinsen wieder an-

der flexiblen Wechselkurse die Einflussnahme der National- steigen. Im Unterschied zu einer restriktiven Geldmengenpoli-

bank auf unsere Wirtschaft mittels der Geldmengenpolitik tik werden bei einer expansiven Politik hohe Zinsen unsere

grösser wurde, und zwar mittels ihrer Geldmengenziele von ständigen Begleiter sein.

durchschnittlich 2 Prozent: Von da an fixierte die Notenbank Man muss sich in der Geldmengenpolitik bewusst sein, dass

den Entfaltungsspielraum unserer Wirtschaft auf rund 2 Pro- zwischen einer Entscheidung und der Auswirkung in der Re-

zent. Grösser würde dieser Spielraum nur, wenn durch irgend- gel zwei Jahre liegen. Die Nationalbank hat von 1987 bis in den

welche Umstände das Geldmengenwachstum grösser aus- Sommer 1988 eine zu expansive Geldmengenpolitik betrie-

fiele als die Zielgrösse von 2 Prozent, wie das der Fall war im ben. Diese zwei Jahre sind jetzt vorbei. Die Auswirkungen ha-

Zusammenhang mit dem Börsen-Crash von 1987. Das gab ben wir - glaube und hoffe ich - «bezahlt», so dass damit zu

unserer Wirtschaft in den Jahren 1988 und 1989 einen grösse- rechnen ist, dass jetzt die Teuerung zurückgehen wird.

ren Entfaltungsspielraum (um die 3 Prozent), und das, ohne Man muss sich auch bewusst sein, dass nicht allein hier die

dass die Preise deswegen stärker angezogen hätten. Probleme liegen, sondern auch bei dem völlig ausgelasteten

Damit stellt sich die grundsätzliche Frage, woher die National- Arbeitsmarkt. Wenn Sie sehen, wie stark die Begehren nach

bank die Kompetenz nimmt, den Wachstumsspielraum unse- zusätzlichen Arbeitskräften sind, muss man ganz klar sagen,

rer Wirtschaft auf 2 Prozent jährlich zu beschränken. Diese dass diese Wirtschaft überbelastet ist, dass man also Mass-

Frage stellt sich um so dringlicher, als der Wachstumsspiel- nahmen dagegen treffen muss, damit die Teuerung nicht wei-

raum der anderen Volkswirtschaften erheblich grösser ist und tergeht.

auf diese Weise unsere schweizerische Wirtschaft in Europa Zinssätze sind ja auch eine Frage der Inflationsrate. Wenn Sie

und weltweit Gefahr läuft, dauernd an Gewicht zu verlieren. eine tiefe Inflationsrate haben, können Sie auch mit tiefen Zins-

So stellt sich denn die zentrale Frage, wie der wirtschaftspoliti- sätzen noch einen realen Zinsgewinn erwirtschaften. Wenn

sche Auftrag des Bundes, wie er insbesondere im Konjunktur- Sie aber hohe Inflationsraten haben, ist die Ersparnis nicht

artikel umschrieben ist, erfüllt werden kann, ohne dass solch mehr interessant, auch wenn die Zinssätze noch etwas höher

schwere Schäden für Volk und Wirtschaft entstehen, wie das sind, weil es keine oder kaum eine reale Verzinsung gibt. Auch

jetzt durch die Hochzinspolitik der Nationalbank der Fall ist diese Zusammenhänge muss man sehen.

Insbesondere stellt sich die Frage, wie der Bund zur Entla- Dazu kommt, dass sich mit der Globalisierung der Märkte die

stung der Notenbank seine Finanz- und Steuerpolitik in den Schweizer auch überlegen, wo sie allenfalls mehr Zinsen be-

Dienst der Stabilisierungspolitik stellen kann, wie das der Kon- kommen können. Ich habe Ihnen gesagt: 1988 hatten wir in

junkturartikel vorsieht. der Schweiz Tageszinssätze von 1,5 Prozent. Dass da nie-

mand mehr Geld in der Schweiz anlegt, ist eigentlich selbst-

Bundesrat Stich: Der gegenwärtige Teuerungsschub wurde verständlich, nicht einmal kurzfristig. Wir haben damals zwi-

durch eine in der Vergangenheit zu expansive Geldpolitik aus- schen dem Schweizerfranken und dem Dollar Differenzen von

gelöst. Begonnen hat es im Jahre 1987, das durch den Bör- 7 bis 8 Prozent gehabt. Heute ist das anders. Aber heute müs-

12. Juni 1990 377 Interpellation Reymond

sen auch die Schweizer ihr Geld nicht mehr im Ausland an- à des taux supportables pour les propriétaires et les locataires

legen, sondern heute würden sie es besser in Schweizerfran- - ne devrait pas être largement défiscalisée.

ken investieren, weil die Verzinsung wieder in Ordnung ist. Nur Le Conseil fédéral est-il disposé à examiner les moyens et mo-

dadurch, dass wir in der Nationalbank eine restriktive Geld- dalités de diminuer, voire de supprimer, aussi bien l'impôt sur

mengenpolitik geführt haben, haben wir eine Chance gehabt, le revenu, l'impôt anticipé et l'impôt sur la fortune d'une épar-

die Teuerung wirksam zu bekämpfen. gne traditionnelle destinée - par l'intermédiaire des banques -

Herr Ständerat Jelmini hat recht, wenn er sagt, es gebe auch au financement des hypothèques, donc du logement?

andere Mittel als nur die Hochzinspolitik. Das ist richtig.

Andere Mittel haben wir in der Verfassung. Wir haben einen Mitunterzeichner- Cosignataires: Cavadini, Gautier (2)

Konjunkturartikel. Wir könnten also Zuschläge zu Bundessteu-

ern erheben. Aber, Herr Jelmini, fragen Sie sich einmal, wel- M. Reymond: Au moment de la troisième hausse du taux hy-

che Chancen ich mit 900 Millionen Ueberschuss in der Kasse pothécaire il y a quelques temps, un journal lausannois com-

gehabt hätte, wenn ich vorgeschlagen hätte, einen Zuschlag mentait la désagréable contrainte du marché de l'argent en

von 10 Prozent Steuern zu erheben, Warenumsatzsteuer oder l'assortissant de la conclusion suivante: «Bonnes nouvelles

sonst etwas. Bei den direkten Steuern haben wir ein derart ver- toutefois, les banquiers planchent sur de nouveaux systèmes

altetes System, das Sie ja in Ihrer grossen Mehrheit unterstüt- de financement des hypothèques. Ils cherchent à dissocier le

zen, dass es keinen Sinn hat, konjunkturpolitische Zuschläge taux d'épargne du taux hypothécaire en trouvant d'autres

zu erheben, weil das noch einmal verkehrt herauskäme. Zu- structures de financement peut-être plus complexes mais

sätzliche Fehler sollte man keine machen. moins coûteuses.» Une telle affirmation n'est hélas qu'une illu-

Wir haben keine Möglichkeit gehabt, in der Fiskalpolitik ein sion. Crédit à long terme, l'hypothèque ne peut avoir pour

Mehreres zu tun, aber wir haben uns angestrengt und stren- contrepartie que des capitaux à long terme. Or, parmi ces der-

gen uns heute noch an, kein Defizit entstehen zu lassen, um niers, l'épargne est et restera toujours le meilleur marché.

die Situation nicht weiter zu verschlechtern, auch wenn die Il convient donc, me semble-t-il, de veiller à maintenir en

Prognosen für das nächste Jahr in bezug auf die Finanzpla- Suisse une épargne privée importante. Or, depuis 18 mois,

nung nicht gut sind. Wir werden alles tun, um zur Unterstüt- l'épargne traditionnelle sur les comptes et livrets diminue de

zung der Finanz- und Währungspolitik der Nationalbank unse- manière drastique dans notre pays. Le mouvement avait ce-

ren Beitrag zu leisten. pendant commencé bien avant, les placements sous cette

forme s'étant très peu développés ces vingt dernières années

Jelmini: Ich habe Verständnis für die Ueberlegungen und die si on les compare avec ceux consacrés aux autres manières

Argumentation des Bundesrates, und ich bedanke mich dafür. de placer ses économies: bons de caisse, obligations suisses

Trotzdem kann ich mich von der Antwort nicht befriedigt erklä- et étrangères, actions, etc.

ren. Il y a deux raisons essentielles qui font que l'épargne ne cesse

de diminuer dans l'échelle des normes de placement des

helvètes: d'une part le développement des assurances socia-

les qui rend moins indispensable, voire inutile pour ceux qui

n'ont pas de descendants la propension à épargner; d'autre

#ST# 90.427 part la formation économique des citoyens, attisée sans cesse

par les conseillers en placement des banques qui orientent la

Interpellation Reymond majorité des économies des ménages vers des placements

plus rémunérateurs.

Steuerbefreiung der Sparhefte A ces orientations vient s'ajouter de plus en plus souvent la

Défiscalisation de l'épargne question suivante: pourquoi épargner encore, alors que

l'épargnant, qui accomplit une véritable activité sociale et poli-

tique, voit son épargne qui sert essentiellement à financer des

hypothèques, donc le logement, encore pénalisée par des

impôts? Non seulement les revenus de l'intérêt de l'épargne

Wortlaut der Interpellation vom 14. März 1990 traditionnelle s'ajoutent aux autres revenus et sont soumis à

Die Marktlage und der Immobilienmarkt in der Schweiz zeigen l'impôt cantonal et fédéral, mais le capital épargné lui-même

seit Jahren, dass Wohnraum stark mit Hypotheken belastet ist, fait l'objet de taxations cantonales et communales au titre de

welche meist nicht oder nur zu einem geringen Teil amortisiert l'impôt sur la fortune. Or, l'épargne ne devrait plus être péna-

sind. lisée, mais au contraire encouragée si l'on veut vraiment aider

Der Hypothekarzins hängt unmittelbar vom traditionellen Spa- à résoudre le problème national qui est celui du taux hypothé-

ren ab, das in dem Masse zurückgeht, wie sich die zweite caire et de son corollaire, le prix du logement.

Säule und vorteilhaftere Anlagemöglichkeiten für persönliche Si l'épargne n'est pas encouragée, elle risque de perdre son

Ersparnisse entwickeln. Man muss sich fragen, ob die traditio- rôle primordial de moyen financier le plus avantageux pour le

nellen Spargelder - nur sie gewährleisten Wohnraum zu Zin- marché hypothécaire suisse. Nous devrions dès lors avoir le

sen, die für Eigentümer und Mieter erträglich sind - nicht weit- courage de faire un pas décisif dans le sens d'un abandon

gehend von der Steuer befreit werden sollten. définitif de tout impôt sur le capital et sur le revenu des comp-

Ist der Bundesrat bereit, Mittel und Wege zu prüfen, um die tes et carnets d'épargne traditionnels. Ainsi, on s'assurerait de

Einkommens-, die Verrechnungs- und die Vermögenssteuer manière durable les moyens financiers nécessaires à un finan-

auf den traditionellen Spargeldern zu senken oder sogar ab- cement avantageux de l'immobilier en général et du logement

zuschaffen, welche - über die Banken - zur Finanzierung von en particulier.

Hypotheken und folglich von Wohnraum dienen? Une épargne défiscalisée à 5 pour cent serait compétitive avec

des placements de 7 pour cent soumis au fisc. De ce fait, elle

Texte de l'interpellation du 14 mars 1990 serait très rapidement en développement, peut-être même ra-

La connaissance du marché et de la propriété immobilière en pidement suffisante pour assurer des prêts hypothécaires à

Suisse révèle depuis de longues années que les logements 5,75 ou 6 pour cent en lieu et place des 7,5 ou 8 pour cent

sont grevés du lourdes hypothèques, lesquelles ne sont pas d'aujourd'hui.

amorties ou peu amorties, la plupart du temps. Je demande donc au Conseil fédéral s'il est disposé à exami-

Etant donné que létaux hypothécaire dépend très directement ner les moyens et modalités de diminuer, voire de supprimer

de l'épargne traditionnelle, et compte tenu que celle-ci dimi- aussi bien l'impôt sur le revenu et l'impôt anticipé de l'épargne

nue au fur et à mesure que se développent aussi bien le traditionnelle, comptes et livrets, et de celle-là seulement. Il est

deuxième pilier que les possibilités de placer plus avantageu- évident qu'il faudrait des mesures parallèles au niveau des

sement les économies personnelles, on doit se demander si cantons où se pose en plus la question de l'imposition du capi-

l'épargne traditionnelle - seule à même d'assurer le logement tal épargné.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Jelmini Inflation und Geldpolitik

Interpellation Jelmini Inflation et politique monétaire

Interpellanza Jelmini Inflazione e politica monetaria

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1990

Année

Anno

Band III

Volume

Volume

Session Sommersession

Session Session d'été

Sessione Sessione estiva

Rat Ständerat

Conseil Conseil des Etats

Consiglio Consiglio degli Stati

Sitzung 06

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 89.839

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 12.06.1990 - 08:00

Date

Data

Seite 375-377

Page

Pagina

Ref. No 20 018 893

Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung.

Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale.

Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.