Cargo 2000 and Cargo Domizil Services Rationalization
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe government addressed concerns regarding the proposed "Cargo 2000" and "Cargo Domizil" services, emphasizing that rationalization efforts are intended to improve services, including in peripheral regions like Haut-Valais. The government affirmed its commitment to environmental protection through increased rail transport and noted ongoing dialogue with cantonal planning authorities to incorporate regional needs. Regarding employment, the government expects "Cargo 2000" to enhance competitiveness, potentially leading to job creation, and outlined a collaborative approach between the railway, cantonal economic administrations, and unions. The plan for a single terminal in Sierre for the entire Valais was confirmed as part of a broader strategy, with detailed planning and potential private railway connections to be finalized after further potential assessments.
Legislator-Regeste
KI-generiertCargo 2000 and Cargo Domizil Services Rationalization: Les CFF seraient-ils prêts à mettre sur pied des opérations pu- 1989 wurden entsprechende mögliche Linienzüge vorgestellt.
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KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
Interpellation Graf 2276 N 15 décembre 1989
leurs des CFF se contentent, à l'évidence, du terminal qui se der Schiene abgewickelt werden soll. Das geplante neue Be-
trouve à Sierre et ne font absolument rien pour rendre possible hälterangebot, das bezüglich Transportdauer, Berechenbar-
le passage, pourtant nécessaire, de la route au rail. keit und Service-Standard eine echte Alternative zum Stras-
Aussi, je demande poliment au Conseil fédéral de répondre senverkehr sein wird, entspricht denn auch dieser Zielset-
aux questions suivantes: zung.
1. Le Conseil fédéral est-il d'avis que «Cargo Domicile» a fait 3. Nach Leistungsauftrag sind die Bundesbahnen verpflichtet,
ses preuves dans le Haut-Valais et que ce service fonctionne ihre Leistungen rationell zu erbringen. Mit rationelleren und
tout à fait bien? Si non, pense-t-il que «Cargo Domicile» folglich kostengünstigeren Angeboten werden die Bahnen im
n'achemine pas assez de marchandises dans le Haut-Valais? Verkehrsmarkt konkurrenzfähiger. Ein erfolgreiches «Cargo
2. Le Conseil fédéral ne partage-t-il pas l'avis selon lequel on 2000» schliesst somit nicht aus, dass mehr Arbeitsplätze ge-
devrait encourager le transport de marchandises par rail pour schaffen werden.
des raisons de protection de l'environnement (diminution de 4. Voraussetzung für den betriebswirtschaftlichen Erfolg des
la consommation de carburant, réduction du trafic sur les rou- neuen Angebotes «Cargo 2000» sind entsprechende Ver-
tes qui sont déjà fortement encombrées dans le Haut-Valais). kehrspotentiale. An der Medienkonferenz der SBB im Sommer
Les CFF seraient-ils prêts à mettre sur pied des opérations pu- 1989 wurden entsprechende mögliche Linienzüge vorgestellt.
blicitaires avec le concours des autorités municipales et canto- Diese resultieren aus der Transportnachfrage Strasse/
nales, des unions d'art et métiers et des associations profes- Schiene, wie sie aus damaliger Sicht beurteilt werden konn-
sionnelles? ten. Die definitiven Linienzüge werden im Rahmen der Konkre-
3. Le Conseil fédéral n'est-il pas d'avis que CARGO 2000 et tisierung aufgrund detaillierter Potentialbeurteilungen festge-
«Cargo Domicile» permettront de créer davantage d'emplois legt. Dabei wird auch die Frage der Anschlüsse der Privat-
dans le Haut-Valais? Quelle forme prendra la coopération bahnen wie BVZ, FO und BLS weiterbearbeitet.
entre les CFF, les administrations économiques des cantons
et les syndicats? Le président: L'interpellateur est satisfait de la réponse du
4. Est-il exact que, dans le cadre de CARGO 2000, on n'a 'Conseil fédéral.
prévu qu'un seul terminal à Sierre pour l'ensemble du canton
du Valais? Quel est le programme précis prévu pour le Valais?
Quelles sont les étapes prévues avant la réalisation définitive
du projet? Existe-t-il un calendrier des échéances et, si oui,
comment se présente-t-il? A combien se monteront les coûts? #ST# 89.662
Mitunterzeichner-Cosignataire: Keine -Aucun Interpellation Graf
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Reformen beim Zivilschutz
Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht Réforme de la protection civile
eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 27. November 1989
Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 novembre 1989 Wortlaut der Interpellation vom 5. Oktober 1989
Wie der Interpellant zu Recht erwähnt, entwickeln die SBB mit Die Schweizerische Volkspartei (SVP) des Kantons Zürich hat
«Cargo 2000» eine Vorwärtsstrategie. Aufgrund der unbefriedi- am 19. Juli 1989 eine gründliche Untersuchung über die heu-
genden Ertragslage haben die Verkehrskommissionen beider tige Situation des Zivilschutzes vorgelegt und dabei auch kon-
Räte die Bundesbahnen beauftragt, ein Massnahmenpro- krete Verbesserungsmassnahmen erarbeitet. Aus diesen Un-
gramm vorzulegen. Der Bundesrat hat nun die SBB angewie- tersuchungen geht hervor, dass im Zivilschutz heute schwer-
sen, «Cargo 2000» in dieses Massnahmenpaket einzuarbei- wiegende Mängel bestehen. Diese sind zum Teil systembe-
ten. dingt, zum Teil sind sie zurückzuführen auf Ungenügen in der
Das neue Güterverkehrskonzept wurde von den SBB nach un- Ausbildung und Führung. Wenn diese Mängel nicht rasch be-
ternehmerischen Kriterien, das heisst entsprechend den Vor- hoben werden, ist die Auftragserfüllung des Zivilschutzes im
gaben des Leistungauftrages, ausgearbeitet. «Cargo 2000» ist Katastrophen-, Krisen- und Kriegsfall in Frage gestellt.
die neue Angebotsstrategie für den gesamten Güterverkehr. Die offensichtlichen Mängel haben auch dazu geführt, dass
Sie umfasst neben dem neuen Behälterangebot mit Linienzü- der Zivilschutz vom Volk zum Teil nicht mehr mitgetragen wird.
gen auch Ganzzüge, Einzelwagenladungen («Cargo Rail») Diese Situation darf nicht länger hingenommen werden. Ein
und Kleingut («Cargo Domizil»). Der Bundesrat ist der Mei- funktionierender Zivilschutz ist unerlässlich für die Sicherheit
nung, dass die Bahnen mit «Cargo 2000», neben einem ver- unseres Volkes und ein unentbehrliches Glied unserer Ge-
besserten Angebot, gleichzeitig ihre Leistungen rationalisie- samtverteidigung. Der Zivilschutz braucht dringend bessere
ren müssen. Dies bedeutet indessen keineswegs, dass sich Strukturen und neue Impulse.
die Bedienung gewisser Regionen in Zukunft verschlechtern In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Be-
wird. Ein durchrationalisiertes Güterverkehrskonzept wird antwortung folgender Fragen:
auch Randregionen verbesserte Leistungen bringen. 1. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass der Vollzug des Zi-
Ferner weist der Bundesrat darauf hin, dass zwischen den vilschutzes durch geeignete Massnahmen grundlegend ver-
SBB und den kantonalen Verkehrsplanungsstellen ein Kon- bessert werden muss?
taktgremium besteht, das sich mit Planungsfragen im Güter- 2. Ist der Buridesrat auch der Ansicht, dass zunächst die Aus-
verkehr befasst. Die SBB sind sehr daran interessiert, dass die bildung verbessert und professioneller gestaltet werden
Anliegen des Kantons Wallis, beispielsweise auch Vorstellun- muss? Wie gedenkt dies der Bundesrat zu tun?
gen über allfällige Werbeaktionen, dort eingebracht werden. 3. Würde die Umgestaltung der verfassungsmässigen Wehr-
Ergänzend hierzu beantwortet der Bundesrat die Fragen wie pflicht in eine Gesamtverteidigungsdienstpflicht nicht bessere
folgt: Voraussetzungen für einen modernen Zivilschutzschaffen? Ist
1. «Cargo Domizil» wird im Rahmen von «Cargo 2000» über- der Bundesrat bereit, eine Verfassungsrevision in diesem
prüft. Die angestrebten Rationalisierungen sollten verbesserte Sinne an die Hand zu nehmen?
Leistungen ermöglichen, beispielsweise in der Bedienungs- 4. Was hält der Bundesrat von der Idee, das Militärdeparte-
geschwindigkeit. Sofern dieses überprüfte Angebot zu einer ment in ein Landesverteidigungsdepartement umzuwandeln,
besseren Kostendeckung führt, wird «Cargo Domizil» auf- womit Armee und Zivilschutz unter die gleiche Departements-
rechterhalten. Das gilt auch für den Kanton Wallis. leitung gestellt werden könnten? Ergäben sich daraus nicht
2. Der Bundesrat teilt mit dem Interpellanten die Ansicht, dass beträchtliche Rationalisierungsmöglichkeiten, Motivations-
aus Umweltschutz-Gründen der Gütertransport vermehrt auf gewinne und Synergien?
15. Dezember 1989 N 2277 Interpellation Graf
5. Ist der Bundesrat bereit, auch folgende Massnahmen zu la protection civile, à l'instar de la taxe d'exemption du service
prüfen: militaire;
a. die Lockerung des Wohnortprinzips zur Sicherstellung der d. appliquer plus souplement les prescriptions, afin d'accor-
Kontinuität bei Kaderfunktionen; der une plus grande liberté de manoeuvre et de décision aux
b. die Uebernahme anderswo bewährter Formen, wie bei- organismes de protection civile et d'améliorer la gestion de
spielsweise «militärische» Gradbezeichnung (analog Polizei ceux-ci;
und Feuerwehr), eine verstärkte Befehlsgewalt und vermehrte e. accorder aux cadres inférieurs, notamment aux chefs des
Disziplinarmassnahmen; offices cantonaux, une plus grande liberté de manoeuvre et
c. die Schaffung eines Gesamtverteidigungsbüchleins (Ersatz leur offrir de meilleures conditions pour excercer leur esprit
Dienstbüchlein) und die Einführung des Schutzdienstpflicht- d'innovation et d'initiative;
ersatzes (analog Militärpflichtersatz); f. supprimer la priorité accordée aujourd'hui aux organismes
d. die flexiblere Handhabung der Vorschriften, damit die Hand- de protection d'établissements lors de la répartition du per-
lungs- und Entschlussfreiheit der Zivilschutzorganisationen sonnel appelé à servir dans le cadre de la protection civile;
und ihrer Führung verbessert werden kann; 6. Le Conseil fédéral est-il disposé à présenter un calendrier,
e. mehr Handlungsfreiheit und bessere Voraussetzungen für en fonction duquel les mesures susmentionnées seront mises
Initiative und Innovation auf unterer Stufe, insbesondere für en oeuvre?
die Chefs kantonaler Aemter;
f. die Aufhebung des Vorrangs der Betriebsschutzorganisa- Mitunterzeichner- Cosignataires: Allenspach, Basler, Blocher,
tion bei der Einteilung von Schutzdienstpflichtigen in der heuti- Bonny, Bremi, Bühler, Burckhardt, Cincera, Daepp, Dietrich,
gen absoluten Form? Dreher, Eggly, Eisenring, Engler, EppenbergerSusi, Fäh, Fei-
6. Ist der Bundesrat bereit, einen Zeitplan vorzulegen, nach genwinter, Fischer-Hägglingen, Fischer-Sursee, Fischer-
welchem die erwähnten Massnahmen verwirklicht werden? Seengen, Frey Walter, Früh, Giger, Grassi, Hari, Hess Otto,
Hess Peter, Hildbrand, Hösli, Jeanneret, Jung, Keller, Kühne,
Loretan, Luder, Massy, Mauch Rolf, Mühlemann, Müller-Wili-
Texte de l'interpellation du 5 octobre 1989 berg, Neuenschwander, Neukomm, Oehler, Oester, Port-
L'Union démocratique du Centre (UDC) du canton de Zurich a mann, Reichling, Reimann Maximilian, Rutishauser, Rütti-
présenté le 19 juillet 1989 un rapport détaillé sur la situation ac- mann, Rychen, Sager, Scherrer, Schmidhalter, Schnider,
tuelle de la protection civile. Ce rapport propose en outre quel- Schule, Schwab, Seiler Hanspeter, Spalti, Steffen, Stucky, We-
ques améliorations concrètes. Il ressort de l'enquête que la ber-Schwyz, Wellauer, Wyss Paul, Zölch, Zwingli (64)
protection civile présente de graves défauts, qui sont en partie
liés à la structure et en partie dus à des imperfections dans les
systèmes de l'instruction et de la direction. Si ces défauts ne Schriftliche Begründung - Développement par écrit
sont pas corrigés rapidement, la fonction que doit remplir la Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht
protection civile en cas de catastrophe, de crise ou de guerre eine schriftliche Antwort.
sera remise en question.
De plus en raison précisément de ces manques, une partie de Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
la population ne soutient plus la protection civile. Cette situa- vom 27. November 1989
tion ne peut plus durer. La sécurité de notre peuple passe par Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 novembre 1989
une protection civile qui fonctionne parfaitement et qui remplit In seiner rund 25jährigen Aufbauphase hat der schweizeri-
son rôle comme élément indispensable au sein de la défense sche Zivilschutz insgesamt einen beachtlichen Stand erreicht.
générale du pays. Il importe donc de donner de toute urgence Unser in erster Linie auf Schadenminderung bei bewaffneten
une nouvelle impulsion à la protection civile et d'améliorer ses Konflikten ausgerichtetes System eines umfassenden Bevöl-
structures. kerungsschutzes, dessen Mittel in den letzten Jahren auch bei
Aussi, je demande au Conseil fédéral de répondre aux ques- verschiedensten Notlagen immer wieder mit Erfolg eingesetzt
tions suivantes: werden konnten, hat sich im wesentlichen bewährt. Es wird
1. Le Conseil fédéral n'est-il pas d'avis qu'il faudrait améliorer von der grossen Mehrheit der Schweizer Bevölkerung bejaht.
fondamentalement le fonctionnement de la protection civile, Dies beweisen einerseits verschiedene in den letzten Jahren
au moyen de mesures appropriées? durchgeführte Meinungsumfragen und andererseits die in der
2. Le Conseil fédéral ne partage-t-il pas l'avis selon lequel il im- Regel positive Einstellung der Stimmbürger bei Abstimmun-
porterait avant tout d'améliorer l'instruction et de la rendre plus gen über Objektkredite für Schutzmassnahmen aller Art. Zu-
professionnelle? Comment le Conseil fédéral entend-il s'y treffend ist allerdings, dass namentlich in einigen Städten bzw.
prendre? deren Einzugsgebieten in den letzten Jahren einzelne Zivil-
3. Changer le service militaire obligatoire, tel qu'il est consigné schutzvorlagen abgelehnt worden sind.
dans la constitution, en une simple obligation de service dans Die verschiedenen Fragen beantwortet der Bundesrat wie
le cadre de la défense générale ne serait-il pas la condition folgt:
préalable à toute modernisation de la protection civile? Le 1. Vollzugsprobleme im Zivilschutz: Wie im bundesrätlichen
Conseil fédéral est-il disposé à entreprendre une révision de la Bericht vom 31. Januar 1983 zum Stand des Zivilschutzes (BBI
constitution dans ce sens? 198311333), von dem die eidgenössischen Räte im Dezember
4. Que pense le Conseil fédéral de l'idée de transformer le 1983 bzw. März 1984 Kenntnis genommen haben, festgehal-
Département militaire fédéral en un département de défense ten wird, geht es darum, den bewusst föderalistisch struktu-
nationale, ce qui permettrait de regrouper et l'armée et la pro- rierten Zivilschutz- in Uebereinstimmung mit den Erkenntnis-
tection civile dans un même département? Ne serait-ce pas là sen der im Dezember 1986 vom Eidgenössischen Justiz- und
le moyen de rationaliser considérablement le système, d'y ga- Polizeidepartement eingesetzten Arbeitsgruppe «Einsatz des
gner en synergie et en motivation? Zivilschutzes zur Nothilfe» - gestützt auf die Zivilschutzkon-
5. Le Conseil fédéral est-il disposé à considérer également les zeption 1971 zu verwirklichen und dabei insbesondere die Un-
mesures suivantes: terschiede im Ausbaustand zwischen den Kantonen und zwi-
a. assouplir le principe du lieu de domicile pour assurer la con- schen den Gemeinden raschmöglichst abzubauen. Zu die-
tinuité de l'encadrement dans la protection civile; sem Zwecke wurde auf 1. Januar 1986 u. a. eine Neuordnung
b. appliquer à la protection civile les règles en usage à l'armée, der Bundesbeiträge zugunsten der finanzschwachen Kantone
comme par exemple le système de signes de grades à l'armée mit vielen erst seit 1978 organisations- und baupflichtigen Ge-
(par analogie avec la police et les sapeurs-pompiers), un com- meinden in Kraft gesetzt. Die Entwicklung zeigt, dass der an-
mandement plus strict et des mesures disciplinaires renfor- gestrebte Zweck im wesentlichen erreicht worden ist.
cées; Mit den gegenwärtig laufenden Arbeiten zur Revision der Zivil-
c. remplacer le livret de service par un livret de la défense schutzgesetzgebung werden nun u. a. günstige Vorausset-
générale et introduire la possibilité d'une taxe d'exemption de zungen zur Verbesserung der Einsatzbereitschaft der Zivil-
Votations finales 2278 N 15 décembre 1989
Schutzorganisationen der Gemeinden im Hinblick auf die Hil- belastung von Schutzdienstpflichtigen im wehrpflichtigen Al-
feleistung bei Notlagen in Friedenszeiten geschaffen. ter usw.).
2. Verbesserung der Ausbildung: Der Bundesrat teilt die d. Flexiblere Handhabung der Vorschriften: Die meisten Doku-
Ueberlegung, wonach einer Verbesserung der Ausbildung mente des Bundesamtes für Zivilschutz sind so konzipiert,
erstrangige Bedeutung zukommt. Die Schliessung der heute dass sie den Kantonen und den Gemeinden einen bedeuten-
in der Ausbildung noch vorhandenen Lücken setzt eine Erhö- den Spielraum in deren Anwendung geben (Richtlinien, Weg-
hung der Zahl der hauptamtlichen Instruktoren auf Stufe leitungen, mögliche Lösungen usw.). Dieses System erlaubt
Bund, Kantone und Gemeinden voraus. Die entsprechenden massgeschneiderte, den örtlichen Verhältnissen angepasste
Begehren werden derzeit in Bund und verschiedenen Kanto- Lösungen.
nen auf ihre schrittweise Umsetzung geprüft. Gerade im Hin- e. Handlungsspielraum und Förderung der Initiative auf Kan-
blick auf die der Ausbildung beigemessene Bedeutung ist der tonsstufe: Der Grundsatz ist unbestritten. In diesem Sinne wer-
Bundesrat im übrigen bereit, die Motion Neuenschwander den die sich beim Auf- und Ausbau des Zivilschutzes in den
(NR 89.598) vom 20. September 1989 betreffend Schaffung ei- verschiedensten Bereichen, namentlich auf den Gebieten der
ner zentralen Zivilschutz-lnstruktorenschule anzunehmen. Organisation, der Ausbildung, des Materials, der Schutzbau-
3. Gesamtverteidigungsdienstpflicht statt Wehr- und Schutz- ten, der Information und des Vollzugs im allgemeinen, stellen-
dienstpflicht: Der Bundesrat erachtet das Postulat einer Ge- den Sachfragen in engem Zusammenwirken zwischen dem
samtverteidigungsdienstpflicht grundsätzlich als eine in län- Bundesamt für Zivilschutz und den kantonalen Zivilschutzäm-
gerer Sicht prüfenswerte Idee. Sie würde die Gesamtverteidi- tern erarbeitet und können in der Regel allseits befriedigenden
gung, die sich nicht in Armee und Zivilschutz erschöpft, auf Lösungen zugeführt werden.
eine neue Rechtsgrundlage stellen. Bereiche wie die zivilen f. Aufhebung des Vorrangs der Betriebsschutzorganisatio-
Führungsstäbe der Kantone und Gemeinden, die koordinier- nen: Als Grundsatz gilt heute schon, dass die Erfassung und
ten Dienste, die wirtschaftliche Landesversorgung u. a. m. Einteilung der schutzdienstpflichtigen Betriebsangehörigen
würden damit für ihre unbestrittenen personellen Bedürfnisse nicht zum Nachteil der unerlässlichen Bestückung der örtli-
eine klare Verfassungsbasis erhalten. chen Schutzorganisationen bzw. der Schutzraumorganisatio-
Vorerst wird es allerdings darum gehen, die durch den im Mai nen erfolgen dürfen. Dieses Prinzip soll durch eine Ueberprü-
1989 bekanntgegebenen Planungsauftrag «Armee 95» be- fung der Betriebsschutzpflicht im Rahmen von «Zivilschutz 95»
dingten umfassenden Anpassungen der Gesetzgebung im verdeutlicht werden.
Bereich der militärischen Landesverteidigung und des Zivil- 6. Zum Zeitplan: Die im Zivilschutz angestrebten Reformen -
schutzes auf der Grundlage der heute verfassungsmässig ver- und damit auch die Prüfung der in der Interpellation aufgewor-
ankerten Wehr- und Schutzdienstpflicht vorzunehmen. fenen Fragen -werden materiell und zeitlich mit jenen der «Ar-
4. Schaffung eines Gesamtverteidigungsdepartements: Bei mee 95» abgestimmt werden.
der Beurteilung dieser Frage müssten neben der Armee und
dem Zivilschutz auch die übrigen Partner der Gesamtverteidi- Abstimmung - Vote
gung berücksichtigt werden. Zu betonen ist, dass der Zivil-
schutz aus den unterschiedlichsten Gründen auch weiterhin Für den Antrag auf Diskussion 46 Stimmen
eine zivile, im wesentlichen auf der Gemeinde beruhende Or- Dagegen 2 Stimmen
ganisation bleiben muss. Da der Gesetzgeber anlässlich der
Schaffung des Zivilschutzes ausdrücklich dessen Unterstel- Verschoben - Renvoyé
lung unter ein anderes Departement als das Militärdeparte-
ment wünschte, erscheint es am zweckmässigsten, diese
Frage mit dem Postulat einer Gesamtverteidigungspflicht zu
prüfen. Die Unterstellung ist für die Erfüllung des Verfassungs- #ST# 85.015
auftrages von untergeordneter Bedeutung.
5. Diverse Fragen : Die unter den Buchstaben a bis f aufgewor- Mieterschutz.
fenen Fragen werden im Rahmen der im Mai 1989 eingeleite-
ten Abklärungen zur «Armee 95» bzw. zum «Zivilschutz 95» ge-
Revision des Miet- und Pachtrechts
prüft. Zu den einzelnen Sachbereichen kann vorläufig folgen- Protection des locataires.
des festgehalten werden: Révision du droit du bail à loyer
a. Lockerung des Wohnortsprinzips: Eine vom Wohnortsprin- et du bail à ferme
zip abweichende Einteilung der Schutzdienstpflichtigen, die
allerdings in der Regel nur für gewisse Führungs- und Spezia- Siehe Seile 1876 hiervor - Voir page 1876 ci-devant
listen-Funktionen zweckmässig ist, ist rechtlich schon heute
möglich (vgl. Art. 42 des Zivilschutzgesetzes, SR 520.1 ). Es gilt Beschluss des Ständerates vom 15. Dezember 1989
lediglich, davon auf Kantons- und Gemeindestufe angemes- Décision du Conseil des Etats du 15 décembre 1989
sen Gebrauch zu machen.
B. Obligationenrecht (Miete und Pacht)
b. Uebernahme anderswo bewährter Formen: Auch wenn die Code des obligations (Bail à loyer et bail à ferme)
erwähnten Fragen materiell nicht von grosser Bedeutung sein
dürften, sind deren psychologische Aspekte nicht zu unter-
Schlussabstimmung - Vote final
schätzen, wobei diesbezüglich die Meinungen stark auseinan-
dergehen. In diesem Zusammenhang ist weiter zu erwähnen,
Für Annahme des Gesetzentwurfes 117Stimmen
dass im Rahmen der laufenden Revision des Zivilschutzgeset-
Dagegen 10 Stimmen
zes einerseits ein Weisungsrecht für alle diejenigen, die dienst-
liche Anordnungen zu erteilen haben, verankert wird und an-
An den Bundesrat-Au Conseil fédéral
dererseits die Strafbestimmungen bei Nichtbeachtung der
entsprechenden Anordnungen präzisiert werden.
c. Schaffung eines Gesamtverteidigungsdienstbüchleins und
Einführung eines Schutzdienstpflichtersatzes: Die mit der
Schaffung eines Gesamtverteidigungsdienstbüchleins ver-
bundenen Fragen werden in Erledigung des Postulates Cin-
cera (NR 88.403) vom 16. März 1988 im Rahmen einer interde-
partementalen Arbeitsgruppe geprüft. Die entsprechenden
Abklärungen und Vorarbeiten dürften bis Mitte 1991 abge-
schlossen sein. Die postulierte Einführung eines Schutz-
dienstpflichtersatzes ist politisch umstritten und wäre mit er-
heblichen praktischen Schwierigkeiten verbunden (Doppel-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Graf Reformen beim Zivilschutz
Interpellation Graf Réforme de la protection civile
In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr 1989
Année
Anno
Band V
Volume
Volume
Session Wintersession
Session Session d'hiver
Sessione Sessione invernale
Rat Nationalrat
Conseil Conseil national
Consiglio Consiglio nazionale
Sitzung 15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.662
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 15.12.1989 - 08:00
Date
Data
Seite 2276-2278
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Pagina
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