Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VPB 89-637 KI-generiert

Switzerland's Participation in European Education and Research Programs

Geschäftsnummer VPB 89-637
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

This interpellation concerns Switzerland's participation in European education and research programs. The inquiry highlights Switzerland's economic reliance on skilled labor and the need for international collaboration in research and education to maintain its competitive edge. It questions how Switzerland can effectively engage with European initiatives, particularly those of the European Community (EC), considering its federalist education system and the upcoming single market. The response from the Federal Council indicates that while Switzerland is actively exploring participation in various European programs like Eureka, COST, and specific EC research and education initiatives (such as Comett and Erasmus), formal agreements and detailed strategies are still being developed. The Council emphasizes strengthening bilateral and multilateral cooperation, particularly with the EC, and plans to present a comprehensive report on the impacts of European integration on Swiss education and research policy.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 64 LTF, Art. 66 al. 1 LTF; Switzerland's Participation in European Education and Research Programs: The inquiry highlights Switzerland's economic reliance on skilled labor and the need for international collaboration in research and education to maintain its competitive edge. It questions how Switzerland can effectively engage with European initiatives, particularly those of the European Community (EC), considering its federalist education system and the upcoming single market. The response from the Federal Council indicates that while Switzerland is actively exploring participation in various European programs like Eureka, COST, and specific EC research and education initiatives (such as Comett and Erasmus), formal agreements and detailed strategies are still being developed. The Council emphasizes strengthening bilateral and multilateral cooperation, particularly with the EC, and plans to present a comprehensive report on the impacts of European integration on Swiss education and research policy.

Schlagwörter

KI-generiert
Internationale Zusammenarbeit Forschungspolitik Europäischer Hochschulraum Wirtschaftsforschung interinstitutionelle Beziehungen Verstärkte Zusammenarbeit

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 64 LTF

This article addresses legal aid and was applied in the dispositive regarding its allocation.

Art. 66 al. 1 LTF

This article concerns court costs and was applied in the dispositive for their imposition.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Interpellation du groupe démocrate-chrétien 2262 N 15 décembre 1989

führt. Wegen der strengen Giftklassierung und den Vorschrif- eine gute, moderne und international führende Bildung, Aus-

ten der Stoffverordnung kommen auch praktisch keine queck- bildung und Forschung.

silberhaltigen Publikumsprodukte mehr vor (Quecksilber- Die Schweiz kann Forschung nicht im Alleingang und in Isola-

Verbindungen sind in den restriktiveren Giftklassen 1 und 2 tion betreiben. Der Zugang und die Mitwirkung an der weltpoli-

eingestuft, metallisches Quecksilber in Giftklasse 2; die Stoff- tischen Forschungsfront sind entscheidend. Protektionisti-

verordnung verbietet grundsätzlich das Abgeben, Einführen schen Strömungen ist entgegenzuwirken; die internationale

und Verwenden quecksilberhaltiger Produkte unter Vorbehalt Zusammenarbeit, die Beteiligung an Programmen und der

aufgezählter Ausnahmen). Einsitz in den Gremien sind anzustreben.

Die Umweltbelastung mit Quecksilber in der Schweiz ist als International und vor allem auf europäischer Ebene ist gegen-

Folge der Vorschriften der Verordnung über Abwassereinlei- wärtig auf dem Gebiet der Bildung und Forschung eine über-

tungen sowie der Luftreinhalte- und der Stoffverordnung der- aus rege Entwicklung festzustellen. Hier muss die Schweiz be-

zeit stark rückläufig. müht sein, mitzuarbeiten, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Zusammenfassend kann festgehalten werden: In der Schweiz Zumeinen hat die Schweiz ein Hauptgewicht ihrer Tätigkeiten

stellt die Belastung der Bevölkerung durch Quecksilber der- in jenen Organisationen zu investieren, in denen sie bereits

zeit kein gesundheitliches Risiko dar. Die wichtigsten Quellen, Vollmitglied ist (Gern, Esa, Europarat, Cost, Eureka etc.).

von denen eine individuelle Gefährdung ausgehen kann (ge- Zum ändern aber hat sie v.a. auch mit der Europäischen Ge-

wisse Arbeitsplätze und einzelne Lebensmittel), sind bekannt meinschaft (EG) vermehrt Anstrengungen zur Zusammenar-

und werden kontrolliert. Die Aufnahme von Quecksilber aus beit zu unternehmen. Hier ist die Entwicklung im Hinblick auf

Amalgam-Plomben ist weit entfernt vom toxischen Bereich. das Datum 1992 sowie den zu schaffenden Binnenmarkt wohl

Die Umweltbelastung mit Quecksilber in der Schweiz ist rück- am stärksten. Die Schweiz ist für die EG nicht nur der wichtig-

läufig. Es ist jedoch wichtig, dass wegen der spezifischen Ei- ste Güteraustauschpartner, sondern auch der wichtigste Per-

genschaften des organischen Quecksilbers und der interna- sonenaustauschpartner.

tionalen Dimension des Problems (Sondermüll-Exporte und Es sind zwei Bereiche der EG-Politik, die direkt das Bildungs-

Verfrachtungen im Schlamm der grossen Flüsse) an den ein- wesen betreffen und die auch für die schweizerische Bildungs-

geschlagenen Wegen und geplanten Massnahmen im Um- politik von grosser Bedeutung sind :

weltbereich auf nationaler und internationaler Ebene festge- - der eine ist die Freizügigkeit, in erster Linie die Freizügigkeit

halten wird. der Inhaber von akademischen oder fachbezogenen Berufs-

Der Bundesrat erachtet die Einsetzung einer Expertengruppe diplomen, dann aber auch die Freizügigkeit der Studierenden;

nicht als notwendig. - der zweite Bereich sind die EG-eigenen Forschungs-, Ent-

wicklungs- und Mobilitätsprogramme, die offensichtlich at-

Le président: L'interpellateur n'est que partiellement satisfait traktiv sind und von der Gemeinschaft finanziell gut dotiert wer-

de la réponse du Conseil fédéral. den.

Da, wie der Bundesrat dies in seinem Bericht über die Stellung

der Schweiz im europäischen Integrationsprozess vom 24. Au-

gust 1988 ausführte, davon auszugehen ist, dass für die

Schweiz ein EG-Beitritt bis auf weiteres nicht vorgesehen ist,

wir jedoch integrationsfähig bleiben sollen, wird der Bundes-

#ST# 89.637 rat ersucht, in einem Bericht die direkten Auswirkungen der

europäischen Zusammenarbeits- und Einigungsbemühun-

Interpellation gen auf die schweizerische Bildungs- und Forschungspolitik

der christlichdemokratischen Fraktion aufzuzeigen. Insbesondere soll darin auch aufgezeigt werden,

Bildung und Forschung in Europa. Partizipa- wie die Schweiz mit ihrem föderalistischen Bildungswesen

tionsmóglichkeiten der Schweiz an europai- nach aussen mit einer Stimme auftreten kann, welche Mass-

schen Programmen nahmen der Bundesrat vorsieht, um die internationale Zusam-

menarbeit sowie die Beteiligung der Schweiz an der europäi-

Interpellation schen Entwicklung im Bildungswesen sicherzustellen, was

du groupe démocrate-chrétien der Bundesrat betreffend die gegenseitige Anerkennung von

Formation et recherche. Participation de la ausländischen Diplomen vorsieht und welche Möglichkeit der

Suisse aux programmes européens Bundesrat für eine Beteiligung der Schweiz am EG-Programm

Erasmus vorsieht.

Abzuklären sind aber auch die indirekten Auswirkungen wie

die Europafähigkeit unseres Schulsystems generell, der rela-

tiv späte Abschluss unserer Schul- und Hochschulausbil-

Wortlaut der Interpellation vom 2. Oktober 1989 dung, die im internationalen Vergleich relativ stark speziali-

Der Bundesrat wird gebeten, dem Parlament Auskunft zu ge- sierte Berufslehre sowie die nicht-universitäre Ausbildung im

ben über den Stand, die Entwicklungsmöglichkeiten sowie all- Tertiärbereich (d. h. Kunstgewerbeschulen, Lehrerseminare

fällig notwendige Massnahmen betreffend die Beteiligung der usw.).

Schweiz an europäischen Bildungs- und Forschungspro-

grammen.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

Texte de l'interpellation du 2 octobre 1989 vom 27. November 1989

Le Conseil fédéral est invité à informer le Parlement sur la parti- Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 novembre 1989

cipation de la Suisse aux programmes européens lancés dans 1. Der Rahmen dieser Antwort

les domaines de la formation et de la recherche, en précisant à Die europäische Zusammenarbeit in Bildung und Forschung

quel stade en est cette participation, quelles sont les perspec- ist bereits ein Schwerpunkt der laufenden Legislaturperiode.

tives de développement et quelles mesures pourraient se Seit der Erstellung der Berichte über die Legislaturplanung

révéler nécessaires. 1987-1991 und über die Stellung der Schweiz im europäi-

schen Integrationsprozess hat sich die Diskussion um eine in-

Sprecher-Porte-parole: David tegrale Zusammenarbeit in Europa beschleunigt. Wir beab-

sichtigen deshalb, nächstes Jahr einen zweiten integrations-

Schriftliche Begründung - Développement par écrit politischen Bericht vorzulegen. Der in der Begründung der In-

Die Schweiz besitzt keine nennenswerten natürlichen Roh- terpellation gewünschte Bericht über die Auswirkungen der

stoffe. Sie verdankt ihr wirtschaftliches Wohlergehen und ihre europäischen Zusammenarbeits- und Einigungsbemühun-

gesicherte internationale Stellung dem Fleiss ihrer Bewohner gen auf die schweizerische Bildungs- und Forschungspolitik

und deren qualifizierter Arbeit. Unser einziger «Rohstoff» ist wird Bestandteil des neuen Berichts sein. Darin werden wir die

15. Dezember 1989 N 2263 Interpellation der christlichdemokratischen Fraktion

gestellten Fragen eingehender behandeln und beschränken tierten Berufen wie Aerzte, Anwälte etc. Nachdem die EG be-

deshalb die folgenden Ausführungen. reits früher Richtlinien für die gegenseitige Anerkennung aller

2. Die Situation in der europäischen Zusammenarbeit in Bil- Berufsdiplome der Hochschulstufe und einiger weiterer Be-

dung und Forschung rufeerlassen hatte, liegt seit diesem Sommer der Vorschlag für

Die europäische Zusammenarbeit in der Bildung und vor al- eine Richtlinie zur gegenseitigen Anerkennung der übrigen

lem in der Forschung hat sich in den vergangenen dreissig Berufsdiplome vor.

Jahren stark entwickelt. Eine Reihe europäischer wissen- 4. Die Teilnahmemöglichkeiten der Schweiz an EG-Program-

schaftlicher Organisationen (Gern, Esa: Europäische Welt- men

raum-Organisation, Embo: Europäische Molekularbiologie- 41. Die bisherige Teilnahme der Schweiz an Forschungspro-

Organisation etc.) haben grosse Beiträge zur Leistungsfähig- grammen

keit Westeuropas in Forschung und Technologie vollbracht. Die Schweiz wird seit einigen Jahren schrittweise zu einer im-

Es wurden Kooperationsnetze im Rahmen von ESF (Europäi- mer stärkeren Beteiligung an den EG-Forschungsprogram-

sche Wissenschafts-Stiftung), Cost (Europäische Zusammen- men eingeladen. Grundsätzlich kennt man drei Formen der

arbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Beteiligung:

Forschung), Eureka und der EG aufgebaut. Der Europarat - die volle Beteiligung an einem ganzen Programm mit Beitrag

legte einen seiner Schwerpunkte auf die Zusammenarbeit im an das Budget des Programms, Einsitz in den Fachgremien,

Bildungsbereich. Mitsprache bei der Auswahl der Projekte und weitgehend glei-

Die europäische Kooperation in Bildung und Forschung wird chen Rechten für .die Teilnahme der Institutionen aus der

sich in Zukunft noch verstärken. Integrationspolitisch beste- Schweiz (Gesuche, Beiträge etc.).

hen für unser Land kaum grundsätzliche Vorbehalte, so dass - die projektweise Beteiligung, mit welcher eine schweizeri-

eine noch engere Zusammenarbeit mit der EG als bisher sche Institution als zusätzlicher Partner an einem EG-Projekt

durchaus möglich ist. Seitens der Schweiz geniessen aber teilnimmt. Die Schweiz trägt nicht an das Gesamtprogramm

nach wie vor jene Organisationen besondere Aufmerksam- bei, wir haben keine Mitsprache in Programm- und Projektaus-

, keit, bei denen wir bereits als vollberechtigte Mitglieder teil- wahl, und der schweizerische Teilnehmer erhält keinen Bei-

nehmen können. trag seitens der EG.

3. Die Programme der EG - die Konzertierung, d. h. das Abstimmen von national durch-

31. EG-Forschungsprogramme geführten und finanzierten Projekten, mit einem Beitrag an das

Die EG-Kommission unterstützt die Forschung im Rahmen ge- Budget der Programme, Einsitz in den Fachgremien, Mitspra-

meinsamer Forschungsprogramme, die in nationalen For- che bei der Auswahl der Projekte und weitgehender Gleich-

schungsstätten und in den vier zentralen «Gemeinsamen For- berechtigung für die teilnehmenden Institutionen aus der

schungsstellen» (Joint Research Centers) durchgeführt wer- Schweiz (Gesuche, Beiträge etc.).

den. Das Ziel der EG-Forschung ist die Stärkung der Wett- Für Vollbeteiligungen hat die EG bisher grundlagenfor-

bewerbsfähigkeit der Wirtschaft der EG. schungsnahe Programme geöffnet. Die Schweiz ist seit 1978

Diese Forschungsprogramme umfassen vor allem ange- über ein Abkommen in das EG-Programm «Kontrollierte Kern-

s

wandte, vorwettbewerbliche Forschung mit folgenden fusion» und seit Sommer 1989 auch in das Programm Science

Schwerpunkten: Informations- und Kommunikationstechno- integriert. Seit 1984 wurden nach und nach verschiedene

logie (z. B. Programme Esprit und Race), Modernisierung in- Technologieprogramme für eine schweizerische projektweise

dustrieller Techniken (z. B. Brite, Euram) und Energie (z. B. Fu- Teilnahme geöffnet, sicher nicht zuletzt unter dem Eindruck

sion). Die 37 Forschungsprogramme sind im Rahmenpro- von Initiativen, welche ausserhalb der EG aufgenommen wur-

gramm Forschung 1988-1991 zusammengefasst. Der Auf- den (z. B. die Initiative Eureka). Die Schweiz nimmt an rund 35

wand dafür beträgt heute etwa 2,5 Milliarden Schweizerfran- Eureka-Projekten teil.

ken pro Jahr. Im Rahmen der Cost - Beteiligung an ca. 50 Einzelprojekten -

Die EG-Kommission hat ein neues Rahmenprogramm For- werden seit 1971 Projekte konzertiert, u.a. auch mit gewissen

schung 1990-1994 vorgelegt, welches das bestehende auf Projekten der EG.

Anfang des nächsten Jahres ablösen soll. Die Gesamtaus- In verschiedenen wichtigen Forschungsprogrammen ist je-

gaben für das neue Programm belaufen sich auf gegen 3 Milli- doch nach wie vor nur die limitierte, projektweise Beteiligung

arden Franken pro Jahr. schweizerischer Firmen und Forschungsinstitute möglich

Die grossen Linien dieses Programms sehen Aktionen in den (z. B. in Race und Esprit).

drei Themenbereichen Das Rahmenabkommen Schweiz-EG im Bereich der For-

- Informations- und Kommunikationstechnologien schung, welches 1985 ausgehandelt wurde, erleichtert zwar

- Natürliche Ressourcen (Energie, Umwelt, Biotechnologie) den Informationsaustausch, enthält aber keine Beteiligungs-

- Menschliche Ressourcen oder Mitspracherechte. Analoge Rahmenabkommen haben

vor, wobei die Prinzipien der Subsidiarität (keine Konkurrenz heute alle Efta-Staaten mit der EG abgeschlossen.

nationaler Programme), der Kohäsion (Einbezug weniger ent- 42. Die Zusammenarbeit im Bildungsbereich

wickelter EG-Länder) und der Koordination der nationalen Die Teilnahme an Programmen im Bildungsbereich ist seit

Forschungsanstrengungen durch die EG wegleitend sein sol- 1986 Gegenstand von Expertengesprächen zwischen den Ef-

len. ta-Staaten und der EG. Dieses Jahr konnte der Entwurf des

32. Förderungsprogramme im Bildungsbereich Abkommens für die Beteiligung am Programm Comett aus-

Auch die Zusammenarbeit im Bildungsbereich wird in der EG gehandelt werden. Die Teilnahme beginnt am I.Januar 1990,

seit einigen Jahren durch Förderungsprogramme gezielt un- vorbehaltlich der Genehmigung des Kredits, der Gegenstand

terstützt. Die beiden grössten sind die Programme Erasmus der Botschaft über Sondermassnahmen für die Weiterbildung

(Mobilität und Freizügigkeit der Studenten) und Comett (Wei- ist. Nach dem Abschluss der Beteiligungsabkommen für

terbildung in Technologie). Weitere Programme fördern bei- Comett sollen im Februar 1990 exploratorische Gespräche für

spielsweise den Praktikantenaustausch (Petra) und die Mehr- eine Teilnahme am Programm Erasmus beginnen. Auch die

sprachigkeit (Lingua). Diese Programme mit Mitteln von ins- gegenseitige Anerkennung der Berufsdiplome soll 1990 als

gesamt 170 Millionen Franken pro Jahr sind nicht Bestandteil neues Thema in die Gespräche einbezogen werden.

des Rahmenprogramms Forschung. Erwähnt sei hier im wei- 5. Massnahmen des Bundes

teren das Delta-Programm, das sich mit Anwendungen der In- Der Bundesrat hat seine Kontakte zu den EG-Organen weiter

formations- und Kommunikationstechnologie befasst. verstärkt und die Anliegen wie auch die Bereitschaft der

33. Die gegenseitige Anerkennung von Diplomen Schweiz zu einer umfassenden Zusammenarbeit im For-

Im Hinblick auf die Vollendung des Binnenmarktes bis zum schungs- und Bildungsbereich dargelegt. Anlässlich des Be-

Jahr 1992, unternimmt die EG erhebliche Anstrengungen, da- suchs von Herrn F. Pandolfi, Vizepräsident der EG-Kommis-

mit der freie Personenverkehr in der EG nicht durch formale sion, Ende September dieses Jahres wurde das Interesse der

Hindernisse beeinträchtigt wird. Dazu gehört die gegenseitige Schweiz am gesamten Forschungs-Rahmenprogramm der

Anerkennung von Diplomen für die Zulassung zu reglemen- EG und an den Bildungsprogrammen Comett und Erasmus

Interpellation Spalti 2264 N 15 décembre 1989

erläutert. Institutionelle Fragen sind im Rahmen der in diesem #ST# 89.656

Jahr intensivierten Gespräche zwischen der EG-Kommission

und den Efta-Staaten in der Gruppe «Flanking Policies» auf-

genommen worden.

Interpellation Spalti

Die EG hat bisher auf verschiedenen Ebenen recht positiv auf Internationale Umweltsituation

die Anliegen der Schweiz reagiert, wenn auch noch keine und die Schweiz

grösseren konkreten Schritte in Aussicht stehen. Erstmals

wurden allerdings die Efta-Staaten anfangs Oktober zu einer

Participation de la Suisse à

Sitzung des höchsten beratenden Gremiums der EG in Wis- la défense de l'environnement

senschaftsfragen, dem Crest (Comité pour la recherche scien-

tifique et technique), eingeladen.

Die Beteiligungen an den Forschungs- und Bildungsprogram-

men der EG sind im weiteren Rahmen der laufenden EG-Efta-

Gespräche zu betrachten. Eine neue Beurteilung ist nach der Wortlaut der Interpellation vom 4. Oktober 1989

EG-Efta-Ministerkonferenzvom 19. Dezember 1989 vorzuneh- Im Zusammenhang mit der internationalen Umweltsituation,

men. dem gewachsenen Bewusstsein gegenüber zivilisatorischen

Schweizerischerseits verfügt der Bundesrat im Bereich der und technologischen Bedrohungsformen nach Tschernobyl

Forschung über das notwendige Instrumentarium, um sich fle- und der Erkenntnis, dass in Europa grenzüberschreitend weit-

xibel an Programmen der EG beteiligen zu können. Der Bun- räumig die Umweltprobleme gelöst werden müssen, ergibt

desrat ist aufgrund des Forschungsgesetzes zum Abschluss sich für die Schweiz eine besondere Voraussetzung. Ange-

solcher Abkommen ermächtigt, sofern die Finanzierung der sichts der Tatsache, dass die schweizerische Industrie auf

Beteiligung gesichert ist. Dafür haben die eidgenössischen dem Gebiet der Umwelttechnologie weltweit eine führende

Räte am 16. Dezember 1987 einen Verpflichtungskredit von 80 Position einnimmt und Bundesrat Cotti anerkennenderweise

Millionen Franken für die Jahre 1988-1991 genehmigt. die internationale Zusammenarbeit im Umweltschutz dynami-

Für die internationale Kooperation im Bildungsbereich ist so- sieren will, stellen sich für die Schweiz folgende Fragen:

wohl die Zusammenarbeit zwischen dem Bund und den Kan- I.Weiche Instrumentarien könnte der Bundesrat einsetzen,

tonen weiter auszubauen als auch das Instrumentarium des damit die Schweiz im Rahmen der Lösung der internationalen

Bundes flexibler zu gestalten. Um letzteres zu erreichen, beab- Umweltprobleme eine Führungsrolle übernehmen kann?

sichtigt der Bundesrat, im nächsten Jahr eine Botschaft über 2. Welche Mittel, insbesondere aussenpolitischer, aussenwirt-

die internationale Zusammenarbeit im Bildungsbereich vorzu- schaftlicher und finanzpolitischer Art (z. B. Fonds), könnte der

legen. Sie wird voraussichtlich, neben dem Beitritt zu den Bundesrat schaffen, um vor allem auch die desolaten Umwelt-

Hochschulkonventionen des Europarates und der Unesco, probleme im osteuropäischen Raum (Wapa-Staaten) durch

auch die Ermächtigung des Bundesrates zum Abschluss von bilaterale oder multilaterale Zusammenarbeit abzubauen?

Abkommen zur Beteiligung an europäischen Programmen im 3. Welche Rahmenbedingungen sind aus der Sicht des Bun-

Bildungsbereich enthalten, verbunden mit einem Verpflich- desrates nötig, um die weltweit führenden Umwelttechnolo-

tungskredit sowie mit flankierenden Massnahmen innerhalb gien und deren Export zu fördern und damit auch für den

der Schweiz. Damit wird der Bundesrat in der Lage sein, sich Werkplatz Schweiz und dessen Arbeitsplätze wertvolle, lang-

rasch am Programm Erasmus zu beteiligen, sofern es für die fristige Impulse zu schaffen?

Efta-Länder geöffnet wird. 4. Wie kann der Bundesrat weiterhin seine Umwelt-Aussen-

Gleichzeitig mit einer Verkürzung der Genehmigungsverfah- politik verstärken und die damit verbundenen aussenpoliti-

ren seitens des Bundes ist die Zusammenarbeit zwischen schen und volkswirtschaftlichen Chancen nutzen?

dem Bund und den Kantonen in den europapolitischen Fra-

gen weiter auszubauen, insbesondere bei der Vorbereitung Texte de l'interpellation du 4 octobre 1989

und der Durchführung solcher Beteiligungen. Gute Ansätze Au vu de la situation internationale en matière de défense de

dafür bieten die bereits bestehenden Kooperationen mit der l'environnement, de la prise de conscience croissante, depuis

Schweizerischen Hochschulkonferenz (SHK) und der Schwei- Tchernobyl, des formes de menaces venant aussi bien de la

zerischen Konferenz der Kantonalen Erziehungsdirektoren société que de la technologie, et compte tenu du fait que l'on a

(EDK). So befasstsich die neu geschaffene Mobilitätskommis- admis en Europe la nécessité de résoudre les problèmes d'en-

sion der SHK u. a. mit der Beteiligung an den EG-Program- vironnement au niveau international, la Suisse doit réexaminer

men. Weiter prüft eine Arbeitsgruppe der EDK die gegensei- sa position à cet égard. Comme l'industrie suisse occupe une

tige Anerkennung von Berufsdiplomen. Der Bundesrat be- position de tête dans le domaine de la technologie de l'envi-

grüsstdie Kooperationsbereitschaft und den Willen aller Betei- ronnement et que le conseiller fédéral Cotti - ce qui est tout à

ligten, sich der Herausforderung des Europas von morgen zu son honneur-veut dynamiser la collaboration internationale

stellen. en matière de protection de l'environnement, il y a lieu de se

poser les questions suivantes:

Le président: Les interpellateurs sont satisfaits de la réponse 1. Quels instruments le Conseil fédéral pense-t-il mettre en

du Conseil fédéral. place afin que la Suisse puisse tenir un rôle dirigeant dans les

efforts entrepris en vue de résoudre les problèmes internatio-

naux d'environnement?

2. Quels moyens, notamment en matière de politique étran-

gère, de relations économiques extérieures et de politique fi-

nancière (par ex. fonds) le Conseil fédéral pourrait-il mettre en

oeuvre pour contribuer, par une collaboration bilatérale ou

multilatérale, à la solution des graves problèmes d'environne-

ment que connaissent les pays de l'Est (pays du pacte de Var-

sovie)?

3. Quelles conditions générales le Conseil fédéral estime-t-il

nécessaire de créer afin de promouvoir les technologies suis-

ses de l'environnement reconnues mondialement, et leur ex-

portation, donnant ainsi une précieuse impulsion à l'emploi en

Suisse, impulsion dont les effets se feront sentir à long terme?

4. Comment le Conseil fédéral peut-il continuer à renforcer sa

politique étrangère en faveur de l'environnement et tirer ainsi

profit des chances qui en découlent pour notre politique étran-

gère et notre économie?

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation der christlichdemokratischen Fraktion Bildung und Forschung in Europa.

Partizipationsmöglichkeiten der Schweiz an europäischen Programmen

Interpellation du groupe démocrate-chrétien Formation et recherche. Participation de la

Suisse aux programmes européens

In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung

Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr 1989

Année

Anno

Band V

Volume

Volume

Session Wintersession

Session Session d'hiver

Sessione Sessione invernale

Rat Nationalrat

Conseil Conseil national

Consiglio Consiglio nazionale

Sitzung 15

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 89.637

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 15.12.1989 - 08:00

Date

Data

Seite 2262-2264

Page

Pagina

Ref. No 20 018 132

Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung.

Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale.

Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.